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Heibel-Ticker PLUS 21/17 - Unendlich viele gute Quartalszahlen können Rallye nicht stützen

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30.04.2021:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

16. Jahrgang - Ausgabe 17 (30.04.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/htp210502.pdf



I N H A L T

01.Info-Kicker: Weichenstellung vor dem Sommer
02.So tickt die Börse: Unendlich viele gute Quartalszahlen können Rallye nicht stützen
 - Deutsche Bank
 - Deutsche Lufthansa
 - Apple
 - Microsoft
 - Google
 - Tesla
 - AMD
 - Facebook
 - Pinterest
 - Twitter
 - Teladoc
 - Qualcomm
 - eBay
 - Amazon
 - Fazit: Herausragende Zahlen reichen nicht mehr
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Patt-Situation
 - @@
04.Ausblick: Beurteilung unseres Portfolios nach Bewertungsniveau
 - Spekulation
 - Wachstum
 - Dividende
 - Fazit
05.Update beobachteter Werte: TUI, ETC Bitcoin, Münchener Rück, Airbus, Spotify, BASF, Skyworks Solutions
 - TUI: Mallorca Pilotprojekt erfolgreich
 - ETC Bitcoin: Verkaufen, Kurzfristig ziehen Wolken auf
 - Münchener Rück: Heute ex-Dividende 9,80 EUR gehandelt
 - Airbus: Starke Q-Zahlen treiben Aktie weiter an
 - Spotify: Nutzerwachstum schwächt sich ab
 - BASF: Gewinnsprung
 - Skyworks Solutions: Besser als erwartet reicht nicht mehr
06.Bitcoin: Bitwala & Hard Wallet BitBox02
07.Leserfragen
08.Übersicht HT-Portfolio
09.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
10.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Weichenstellung vor dem Sommer

Liebe Börsenfreunde,

*** SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: VIDEOKONFERENZ ***

Am kommenden Donnerstag um 12 Uhr haben Wais und ich Steffen Munz, den ehemaligen CFO von Varta, zum Mittagsplausch eingeladen. Varta ist aggressiv in den Batteriemarkt eingestiegen und sicherte sich namhafte Kunden (pear, oder was heißt noch mal Apfel auf Englisch?). Nun ist Munz CFO bei Schaltbau, dem Spezialisten für Energiekonzepte auf Gleichstrombasis, geworden. Uns interessiert, ob er dort eine ähnlich fulminante Entwicklung der Zukunftsmärkte von Schaltbau anstrebt, wie es bei Varta funktioniert hat.

Thema: Salz & Pfeffer zum Mittag mit Steffen Munz, CFO von Schaltbau, ehem. Varta
Uhrzeit: Donnerstag, den 6.Mai.2021 von 12:00 bis 13:00 Uhr

Zoom-Meeting beitreten

Salz & Pfeffer zum Mittag mit Steffen Munz, CFO von Schaltbau, ehem. Varta


*** BEST OF Salz & Pfeffer ZUM MITTAG IM MÄRZ ***

Bitte beachten Sie, dass wir den YouTube-Kanal für Salz & Pfeffer von meinem Heibel-Ticker Kanal getrennt haben, Sie müssen den neuen Kanal bitte nochmals abonnieren, wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen:

YouTube-Kanal: Salz & Pfeffer zum Mittag


Die Best of März Videos von Salz & Pfeffer zum Mittag im chronologischen Überblick:

Roman Reher alias der Blocktrainer bei Salz & Pfeffer zum Mittag

Tobias Berens, Bitcoin-Trader, bei Salz & Pfeffer zum Mittag

Alfred Schopf, CEO von PVA TePla, bei Salz & Pfeffer am Mittag

Muhammad Chahrour, CFO von Flatex, bei Salz & Pfeffer am Mittag

Carsten Mumm, Chefvolkswirt von Donner & Reuschel, bei Salz & Pfeffer zum Mittag

*** ENDE Salz & Pfeffer ZUM MITTAG ***


Der Reigen der Quartalsberichte erreicht diese Woche seinen Höhepunkt. Im heutigen Kapitel 02 gehe ich eine schier unendliche Zahl an Q-Berichten durch: Deutsche Bank, Deutsche Lufthansa, Apple, Microsoft, Google/Alphabet, Tesla, AMD, Facebook, Pinterest, Twitter, Teladoc, Qualcomm, eBay und Amazon. Aus den Zahlen sowie den Reaktionen der entsprechenden Aktien können wir viel über die derzeitige Marktverfassung ableiten.

Die Stimmung hat sich deutlich abgekühlt, wie die Sentiment-Analyse in Kapitel 03 zeigt. Ich analysiere, was dies für die weitere Entwicklung bedeutet.

Ich gehe heute im Ausblick alle Positionen unseres Heibel-Ticker Portfolios durch. Mich interessiert, welche unserer Aktien "hoch" bewertet sind, denn gerade hoch bewertete Aktien sind meiner Einschätzung nach derzeit absturzgefährdet. Im Ergebnis gibt es nur eine Aktie, für die ich ein Stopp Loss einziehen würde, der Rest sollte eventuelle Turbulenzen aushalten können.

Neben den in Kapitel 02 besprochenen Aktien haben auch eine ganze Reihe von Unternehmen aus unserem Portfolio diese Woche Q-Zahlen veröffentlicht. Die entsprechenden Updates finden Sie in Kapitel 05.

Zum Bitcoin gab es einige sich wiederholende Fragen, ich habe sie in Kapitel 06 nochmals geklärt. Drei weitere Leserfragen habe ich in Kapitel 07 beantwortet. Diesmal betrifft es Gold, Cameco (Uranproduzent) und Wacker Neuson.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Portfolio in Kapitel 08.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Unendlich viele gute Quartalszahlen können Rallye nicht stützen

Viermal im Jahr ist High-Noon an der Börse: Täglich prasseln unzählige Quartalsberichte auf uns Anleger hinab. Schauen wir mal auf die wichtigsten Zahlen:

DEUTSCHE BANK
Das beste Q-Ergebnis seit sieben Jahren, prahlt die Deutschen Bank: Alle vier Geschäftsbereiche seien erfolgreich. Die Aktie ist um 17% angesprungen. Niemand hat damit gerechnet.

Kein Wunder, denn der Großteil des Gewinns stammt aus gerade dem Geschäftsbereich, der seit der Finanzkrise als Enfant Terrible bekannt ist, das Investmentgeschäft. Hier spekuliert die Bank am Markt, teilweise gegen die eigenen Kunden, und profitiert insbesondere von volatilen Zeiten an den Aktienmärkten. Damit ist es also gar nicht so überraschend, dass die Bank in diesem Bereich so profitabel ist. Überraschend ist, dass dieser Bereich auch 13 Jahre nach der großen Finanzkrise noch immer so groß ist, dass er so viel Gewinn erzielen kann.

DEUTSCHE LUFTHANSA
Während Airbus schon wieder zuversichtlich auf das zweite Halbjahr blickt, in dem die Nachfrage aus den USA und China deutlich ansteigen könnte, kürzt Lufthansa nochmals den Flugplan für das laufende Jahr von 50% auf 40% des Vorkrisenniveaus. Airbus profitiert also vom internationalen Geschäft, während Lufthansa auf dem europäischen Kontinent die verlängerten Kontaktbeschränkungen zu spüren bekommt.

Außerdem hat Lufthansa angekündigt, im kommenden Jahr eine milliardenschwere Kapitalerhöhung durchzuführen, um die Staatshilfen zurückzuzahlen.

Als direkte Reaktion auf diese beiden Hiobsbotschaften sackte die Aktie gestern um 4% ab. Insgesamt überwiegt aber die Freude über die - wann auch immer - am Horizont sichtbare Normalisierung, denn im Wochenvergleich liegt die Aktie noch immer 3% vorn.


APPLE
Umsatz (+53%) und Gewinn besser als erwartet, Dividende und Ausblick angehoben, Aktienrückkauf vermeldet. Apple ist nicht von der globalen Chip-Knappheit betroffen. Die Pipeline ist voll vielversprechender Produkte, insbesondere die lukrative Mac-Reihe wird mit dem nunmehr hauseigenen Chip ausgestattet. Das bringt einen gigantischen Performancegewinn, günstigerer Kosten und zudem, wenn ich den Gerüchten glauben darf, werden beliebte Funktionen zurück gebracht: MagSafe, SD-Kartenslot und anderes.

Die Aktie notiert unverändert, eigentlich wäre ein kräftiger Sprung angemessen. Aber Gewinnmitnahmen scheinen die Aktie am Boden zu halten.

MICROSOFT
Der Umsatz (+19%) und Gewinn lagen auch bei Microsoft deutlich über den Erwartungen, allerdings betrug das Wachstum der Microsoft Cloud Azure "nur" 50%, Analysten hatten ein wenig mehr erwartet. Die Aktie ist daher um 4% eingebrochen.


GOOGLE
Das Umsatzwachstum betrug 34%, der Gewinn hat sich verdoppelt, ein Aktienrückkauf mit dem Volumen von 50 Mrd. USD wurde angekündigt. Die Aktie sprang um 4% an. Bei Alphabet ist das meiner Einschätzung nach erst der Anfang, weil die größten Kunden von Alphabet für Werbung auf der Suchmaschine Google die Reisebranche ist, die in den vergangenen Monaten kaum Werbung geschaltet hat. Wenn also ohne diesen Kunden Rekordergebnisse erzielt werden, wie gut wird es erst werden, wenn die Reisebranche wieder mitmischt?


TESLA
Elon Musk hat den Vogel abgeschossen: Grottenschlechte Q-Zahlen hat er durch den Verkauf von Bitcoins aufgehübscht und damit seine Aktionäre geblendet.

Die Chipknappheit hat bei Tesla voll zugeschlagen, es konnten kaum Model S und Model X Autos fertig gestellt und somit verkauft werden. In den meisten Meldungen zu Teslas Q-Zahlen wird in den ersten Absätzen der Bitcoin-Coup beschrieben. Erst am Ende wird angemerkt, dass das Autogeschäft hinter den Erwartungen zurück blieb.

Immerhin ist der Umsatz um 74% auf 10 Mrd. USD angesprungen, der Gewinn sogar um 94% auf 1,8 Mrd. USD. Doch die Aktie hat sich in den vergangenen 14 Monaten verzehnfacht, eben weil das erfolgreiche Anlaufen der Massenproduktion exorbitante Umsatzsprünge und somit Marktanteilgewinne in Aussicht stellte. Doch genau das ist ausgeblieben.

Der Gewinn im Automobilbereich betrug nur 438 Mio. USD. 518 Mio. USD Gewinn erzielte Tesla durch den Verkauf von Abgas-Zertifikaten. Weitere knapp 100 Mio. USD Gewinn erzielte er durch den Verkauf von 10% seiner Bitcoins, die er im vergangenen Jahr als Bestandteil der bilanzieren Rücklagen gekauft hatte.

Das ist unternehmerisch inakzeptabel: Musk hat groß angekündigt, den Bitcoin als Rücklage in die Bilanz zu nehmen. Nun verkauft er mal eben 10% seines Bestands, um den Quartalsgewinn aufzuhübschen. Die Bitcoin-Szene tobt vor Verachtung.

Doch schneller noch als die Erläuterungen zu den Q-Zahlen veröffentlichte Musk, er persönlich habe keinen einzigen Bitcoin verkauft. Auch werde das Unternehmen Tesla Bitcoins, die es mit dem Verkauf von Autos einnimmt (Sie können in den USA ihren Tesla bereits mit Bitcoins bezahlen), nicht veräußern. Der Verkauf der 10% des Bitcoin-Bestands diente einzig und allein dem Zweck zu zeigen, dass der Bitcoin "liquide" sei und der Markt auch größere Mengen in kurzer Zeit aufnehmen könne.

Hmm, kreative Buchhaltungsmethoden funktionieren nur so lange, wie solche Tricks in kurzer Zeit durch überproportionales Wachstum überkompensiert werden können. Mal schauen, ob Tesla dies gelingt.

AMD
AMD spürt die weltweite Chip-Knappheit und freut sich über leere Lager. Der Umsatz sprang um 93% an, der Gewinn lag deutlich über den Erwartungen. AMD-Graphikchips erobern weiter Marktanteile von Intel, die Aktie von Intel fiel in Folge der AMD-Zahlen. Die Aktien von AMD selbst stiegen leicht an.


FACEBOOK
Der Umsatz ist um 47% angesprungen, der Gewinn hat die Erwartungen um 40% übertroffen. Trotz aller moralischen Vorwürfe bewährt sich das Geschäftsmodell von Facebook eins ums andere. Bei Facebook waren die Erwartungen am niedrigsten, daher ist dieses Ergebnis die größte Überraschung, die Aktie springt um 6% an.

Weiteres Ungemach für den Konzern steht an: Apple hat in seinem iOS Betriebssystem für iPhones nun hinterlegt, dass alle App-Anbieter ihre Nutzer um Erlaubnis fragen müssen, wenn persönliche Nutzungsdaten an den App-Anbieter übertragen werden. Bislang war das als Voreinstellung einfach genehmigt worden, was Apple-Chef Tim Cook nicht in Ordnung findet. Schätzungen zufolge werden 60% der Nutzer die Genehmigung verweigern, was Facebook das gezielte Werben erschwert und somit den durchschnittlichen Preis je angezeigter Werbung senken wird. Das Geschäftsmodell von Facebook ist einmal mehr unter Beschuss.

Facebook wirft Apple vor, tausende Kleinunternehmen dadurch von der Möglichkeit der gezielten, und somit effizienten, Werbung auszuschließen. Lassen Sie mich mal überlegen: Das bin ja ich!

Ja, ich habe in den vergangenen Monaten immer wieder Facebook für die Veröffentlichung von Auszügen aus dem Heibel-Ticker genutzt und diese Beiträge beworben. Dank der gezielten Ausstrahlung meiner Werbung habe ich dadurch nur hochqualifizierte und sehr interessierte Facebook-Nutzer gefunden. Das zeigte sich in Form von Kommentaren unter meinen Artikeln wie bspw. dieser hier:

FB1
Abbildung 1: Facebook Nutzerreaktion auf meine Artikel


oder dieser hier:

FB2
Abbildung 2: Facebook Nutzerreaktion auf meine Artikel


Wenn ich jetzt zig Kommentare zu meinen Artikeln hätte, dann wäre es nicht verwunderlich, wenn ab und zu auch mal ein unqualifizierter Kommentar darunter ist. Doch das Verhältnis von qualifizierten Kommentaren zu unqualifizierten Kommentaren ist etwa 1:1. Das kann natürlich daran liegen, dass ich keine Ahnung davon habe, wie man auf Facebook vernünftige Artikel schreibt und vernünftig Werbung schaltet. Ich habe dort aber ziemlich viel Energie reingesteckt und gemeinsam mit einem Kooperationspartner kontinuierlich optimiert, so wie es auf anderen Social-Plattformen funktioniert. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es nicht an uns lag.

Wir haben vor einigen Monaten, und somit lange vor obiger Apple-Meldung, unsere Aktivitäten auf Facebook zurückgefahren.


PINTEREST
Der Umsatz sprang um 78% an, der Gewinn lag um 40% über den Erwartungen. Die durchschnittliche Anzahl der Nutzer (MAU) stieg nur um 30% auf 478 Mio., erwartet wurden 480 Mio. Der Ausblick war dann auch mau, das Management sprach in Folge der Pandemie von konstanten Nutzerzahlen. Kein Wachstum! Dabei ist gerade das Nutzerwachstum der wichtigste Indikator für das Umsatzwachstum der Zukunft.

Die Aktie brach um 17% ein.

Pinterest ist ein weiteres Opfer der neuen Apple-Politik, die Nutzungsdaten nur mit expliziter Nutzergenehmigung an App-Anbieter durchzuleiten. Doch das entsprechende iOS gibt es erst seit wenigen Tagen, das kann für die schlechten Zahlen aus Q1 nicht verantwortlich sein. Ich fürchte, Pinterest ist eher Opfer der Pandemie: Exorbitante Wachstumszahlen aus dem Vorjahr lassen sich heute mit zunehmender Normalisierung der Lage nicht aufrecht erhalten.

TWITTER
Gestern Abend hat nun auch Twitter Q-Zahlen vorgelegt, die knapp über den Erwartungen lagen: Umsatz +29% auf 1,05 Mrd. USD, der Gewinn von 0,16 USD je Aktie lag um 2 Cents über den Erwartungen. Die Nutzerzahl stieg auf 199 Mio., erwartet wurde die Schallmauer von 200 Mio. Der Ausblick ist im Rahmen der Erwartungen.

Ein Haar in der Suppe (Nutzerzahl) reicht, um im extrem bullischen Umfeld einen Ausverkauf loszutreten, die Aktie von Twitter notiert heute früh mit 11% im Minus.

TELADOC
Der Umsatz ist um 151% angesprungen, der Gewinn hingegen lag weit hinter den Erwartungen. Auch Teladoc wird das Wachstum post Corona nicht aufrecht erhalten können, sehr zum Bedauern der Anleger. Die Aktie ist um 10% eingebrochen.

Mit einem Kurs/Umsatz-Verhältnis von 25 ist die Bewertung von Teladoc jenseits von Gut und Böse, da darf man sich keinen noch so kleinen Fehler leisten. Grundsätzlich halte ich viel von dem Geschäftsmodell und auch von der Unternehmensstrategie: Das Management nutzt die Pandemie zur Ausweitung des Geschäfts, auch wenn das teuer ist. Es wird ein neuer Markt entwickelt, und Entwicklungskosten sind meist hoch.

So ist das häufig mit neuen Märkten: Es ist selten derjenige, der den Markt entwickelt, der später auch die dicken Gewinne nach Hause trägt.

QUALCOMM
Das Umsatzwachstum beträgt 52%, der Gewinn liegt um 15% über den Erwartungen. Qualcomm liefert mehr Chips denn je aus, weil das Unternehmen ein Netzwerk von mehreren Lohnfabrikanten unterhält. Die Chipknappheit führt für Qualcomm zwar zu höheren Einkaufspreisen, nicht aber zu weniger Absatz - im Gegenteil. Aktionäre sind positiv überrascht, die Aktie springt um 5% an.


EBAY
42% Umsatzwachstum und ein Gewinn, der über den Erwartungen liegt, können die Aktie von eBay nicht stützen. Der Ausblick ist enttäuschend. Die Aktie bricht um 11% ein. eBay kämpft gegen Amazon, gegen die Shops, die auf Shopify bauen, gegen Stitchfix, gegen ... unzählige kleine Spezialanbieter und alternative Marktplätze, die eBay die Butter vom Brot nehmen. Wenn man eine so dominante Marktposition hat, wie eBay sie hatte, mit lukrativen Gewinnmargen, dann muss man sich auf kreative Wettbewerber einstellen. Diese Kreativität ist bei eBay nicht möglich, dazu ist der Konzern zu groß.

"If you can't beat them, join them", heißt es: Wenn Du sie nicht besiegen kannst, dann verbünde Dich mit ihnen. In der Wirtschaft und auf eBay angepasst würde das heißen: Kaufe die kreativen Wettbewerber früh genug, bevor sie zu wertvoll werden. Facebook hat das mit Instagram so gemacht. eBay hat das jedoch versäumt und muss nun zusehen, wie das eigene Geschäft von allen Seiten wie von Piranhas angeknabbert wird.


AMAZON
Das beste zum Schluss: Gestern Abend hat Amazon Q-Zahlen vorgelegt, die jegliche Erwartungen zur Makulatur machen: 44% Umsatzwachstum auf 108 Mrd. USD lagen um 4% über den Erwartungen. Der Gewinn sprang auf 15,79 USD je Aktie und lag um 64% über den Erwartungen. Die Prognose wurde angehoben und liegt deutlich über den Erwartungen.

Das Wachstum in der Amazon Cloud AWS stieg auf 32% (erwartet wurden nur 22%). Prime Video Streaming ist um 70% angewachsen. Die 1,5 Mrd. USD Corona-Kosten, die jedes Quartal anfallen, fallen in diesem Zahlenwerk kaum auf. Die Aktie springt heute um 3% an.


FAZIT: HERAUSRAGENDE ZAHLEN REICHEN NICHT MEHR
Wir haben eine Woche mit unendlich vielen Q-Zahlen erlebt. Herausragende Q-Zahlen reichten bestenfalls aus, um die eigene Aktie nach oben zu befördern. Häufig genug reichte es aber gerade einmal aus, um einen Ausverkauf zu vermeiden. Überhaupt nicht mehr war zu sehen, dass gute Zahlen eines Unternehmens die ganze Branche mit nach oben zieht.

Durch sämtliche Branchen hinweg waren gute Zahlen zu sehen, einzelne Titel sprangen an. In der DAX-Familie sind die Deutsche Bank (+19%) sowie die Commerzbank (+11%) aufgefallen (Profiteure einer Nach-Corona-Normalisierung), aber auch Adva (+10%, Corona-Profiteur), Fraport (+8%) im Kielwasser von TUI (+10%) und K+S (+11%) sowie Bilfinger (+12%). Auch Verbio (+15%) und Hella (+10%) sprangen an. Die meisten Aktien sprangen in Folge guter Q-Zahlen an und wirtschaften in Branchen, die also von einer nach-Corona Normalisierung profitieren. Dort fällt es offensichtlich noch immer leichter, Begeisterung auszulösen.

Verbio hob die Prognose an, Hella profitiert von Übernahmegerüchten, TUI meldete die Ausweitung des Flugplans und Bilfinger freut sich über anziehende Nachfrage im Industriesektor.

Aus Branchensicht hat die Logistikbranche (+2,4%), gefolgt von der Immobilienbranche (+1,8%) am besten abgeschnitten. Die rote Laterne trägt die Chemiebranche (-1,6%), gefolgt von den Versorgern (-1,1%). Heftige Verluste in Einzelaktien blieben diese Woche jedoch aus.

Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben.

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES29.4.21Woche ΔΣ '21 Δ
Dow Jones33.850 -0,5%11,0%
DAX15.136 -0,9%10,3%
Nikkei28.813 -0,7%5,0%
Shanghai A 3.613 -0,8%0,9%
Euro/US-Dollar1,20-0,3%-2,1%
Euro/Yen131,560,9%3,8%
10-Jahres-US-Anleihe1,63%0,070,70
Umlaufrendite Dt-0,27%0,060,29
Feinunze Gold$1.767 -0,5%-6,2%
Fass Brent Öl$67,26 2,1%30,9%
Kupfer$9.850 4,4%25,6%
Baltic Dry Shipping$3.007 9,3%120,1%
Bitcoin$56.844 13,9%101,9%








03. Sentiment: Patt-Situation

Um ein halbes Prozent ist der DAX in dieser Woche zurück gegangen, nach -1,2% in der Vorwoche. Zwei Wochen mit einem Minus haben ausgereicht, um die Anlegerstimmung von Überschwang in den neutralen Bereich zurückzuholen. So weist das Anlegersentiment diese Woche einen Wert von -0,2 aus. Auch die Selbstzufriedenheit ist verflogen, wie der Wert von ebenfalls -0,2 bei der Selbstgefälligkeit zeigt: Ein bisschen Verunsicherung macht sich breit.

Die Zukunftserwartung, die im Rahmen der mehrwöchigen Rekordjagd des DAX immer weiter bis -1,9 vor fünf Wochen zurück ging, erholte sich auf einen Wert von nur noch -0,1. Die Konsolidierung im DAX ist vor dem Hintergrund dieser Entwicklung tatsächlich bereits erfolgreich, obwohl der DAX bislang kaum Federn lassen musste.

"Erfolgreich" bedeutet im Rahmen der Sentimentanalyse natürlich, dass die Stimmung als Kontraindikation für steigende Kurse möglichst depressiv sein sollte, während sich gleichzeitig die Zukunftserwartung aufhellt und zu Käufen animiert.

Es fehlt allerdings noch die Überzeugung, dass das aktuelle Kursniveau bereits zu Käufen einlädt: Die Investitionsbereitschaft zeigt mit einem Wert von -0,9 weiterhin ein extrem niedriges Niveau auf. Wenngleich also die überfällige Konsolidierung bereits erfolgreich läuft, fehlt noch immer ein Grund, um Anleger wieder für Aktien zu begeistern.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert bei -2 und zeigt kaum noch Absicherungskäufe an. Im März sind Anleger große Absicherungspositionen eingegangen, der Indikator fiel bis Anfang April auf einen Rekordwert von -17. Diese Absicherungskäufe wurden nunmehr wieder aufgelöst. Man könnte vermuten, dass die herausragenden Q-Zahlen der Unternehmen dafür gesorgt haben, dass die Konsolidierung bereits auf hohem Niveau, und somit ohne nennenswerte Kursverluste, erfolgen konnte.

In den USA sieht es ganz anders aus. Dort ist die Vorfreude auf die Nach-Coronazeit seit November sehr groß, das Put/Call-Verhältnis der CBOE notiert seither auf extrem niedrigem Niveau und zeigt somit extrem bullische Positionierungen an. Auch die US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote nochmals auf nunmehr 104% erhöht.

US-Privatanleger hingegen werden vorsichtig, das Bulle/Bär-Verhältnis ist von Werten über 30% in den vergangenen Wochen auf 17% zurück gegangen. Zwar dominieren auch hier noch klar die Bullen, doch das Bullenlager leert sich langsam.

Gestern ist der Bund-Future erstmals seit über zwei Jahren unter 170 EUR gerutscht. Der Bund-Future ist ein rechnerisches Konstrukt, das als Gegenstück zur Renditeentwicklung 10 Jahre laufender Bundesanleihen betrachtet werden kann. Seit über zwei Jahren haben wir in Deutschland Negativzinsen. In den vergangenen Wochen haben wir einen heftigen Zinsanstieg gesehen, einhergehend mit dem Kursverfall des Bund-Futures. Sollte nun die 170er-Marke im Bund-Future nicht halten, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass das Zinsniveau schon bald wieder ins Plus dreht. Wie sieht's denn stimmungsmäßig auf dem Zinsmarkt aus?

Nun, der Absturz von 180 auf 170 EUR im Bund-Future hat die Stimmung bereits auf ein extrem negatives Niveau gedrückt, eine Gegenreaktion ist jedoch im April bereits erfolgt. Nun steht eine Entscheidung an. Die Zukunftserwartung ist derzeit neutral. Allerdings zeigt die Selbstzufriedenheit extrem hohe Werte, Anleger fühlen sich bestätigt in ihrer Erwartung des Ausverkaufs von 180 auf 170 EUR und in dem Punkt, dass die 170 EUR als Unterstützung halten. Diese Selbstsicherheit ist gefährlich.

Die Investitionsquote ist inzwischen nicht mehr sonderlich hoch. Seit langem ist bekannt, das an den Zinsmärkten kein Blumentopf zu gewinnen ist. Doch eine Investitionsbereitschaft ist quasi nicht mehr vorhanden, niemand möchte sein Geld in die Anleihemärkte investieren. Selbst auf dem aktuell niedrigsten Niveau der vergangenen zwei Jahre gibt es niemanden, der jetzt kaufen möchte.

Eine Entscheidung, ob die Niedrigzinsphase zu einem baldigen Ende kommt, steht unmittelbar bevor.

Für den Bitcoin sieht das Stimmungsbild wesentlich konstruktiver aus: Der Rückschlag im Bitcoin-Preis hat Anlegern die Laune verdorben. Doch viele Anleger warten nur auf eine Gelegenheit, einzusteigen. Ein weiterer Ausverkauf dürfte also, wenn er denn kommen sollte, nur kurze Zeit andauern.

Interpretation



Ich würde die aktuelle Sentimentlage als Patt-Situation beschreiben. Für einen heftigen Ausverkauf ist die Stimmung nicht positiv genug. Auf der anderen Seite fehlen nach den herausragenden Q-Zahlen, die der Rallye keine neue Nahrung geben konnten, die Treiber für eine Fortsetzung der Rallye. So könnte der Markt vorerst einmal in eine Seitwärtsbewegung übergehen.

Die leichte Verunsicherung, die wir in unserer aktuellen Sentimenterhebung messen, könnte jedoch auch gefährlich werden: Wenn nicht einmal die herausragenden Q-Zahlen für eine Fortsetzung der Rallye sorgen konnten, was wird dann wohl passieren, wenn keine positiven Meldungen mehr auf das Börsenparkett treffen? Und was, wenn es mal negative Schlagzeilen gibt? Die Verunsicherung könnte dann dazu führen, dass Anleger Angst um ihre Buchgewinne haben und schleunigst ihre Positionen versilbern, einen langsam ansetzenden Ausverkauf also beschleunigen.

Insbesondere in den USA haben wir diese Woche gesehen, dass Unternehmen mit einem hohen Bewertungsniveau kaum noch weiter ansteigen können. Nach-Corona Profiteure hingegen, deren Kurs sich noch nicht erholt hat, können weiterhin von der sukzessiven Öffnung der Wirtschaft profitieren. Somit ist es derzeit vielleicht der falsche Zeitpunkt, nach einer "Marktrichtung" zu suchen: Die Rotation der vergangenen Monate, in der abwechselnd sowohl Corona-Profiteure als auch Nach-Corona-Profiteure nach oben getrieben wurden, könnte in einer Form zu einem Ende kommen, in der die Nach-Corona-Profiteure weiter gefragt sind, Pandemie-Gewinner jedoch ausverkauft werden. In diesem Szenario wäre es dann schwer vorhersehbar, ob die Indizes unterm Strich nach oben oder unten tendieren.





04. Ausblick: Beurteilung unseres Portfolios nach Bewertungsniveau

Ich könnte jetzt hier eine endlose Liste mit sogenannten "Beweisen" präsentieren, die belegen, dass wir vorerst das Top an den Börsen gesehen haben. Nicht einmal herausragende Q-Zahlen vermögen die Rallye weiter anzutreiben, eine Konsolidierung ist überfällig und der Impffortschritt nimmt Fahrt auf (heute wurden in Deutschland erstmals über 1 Mio. Menschen an einem Tag geimpft), alles Positive ist nun im Markt eingepreist.

Gleichzeitig ist alles - aus Sicht der Aktienmärkte - so positiv, dass eine stärkere Korrektur fast unsinnig erscheint. Lediglich die exorbitant hohen Bewertungsniveaus einzelner Aktien mahnen zur Vorsicht. Daher habe ich mir unser Portfolio einzig unter diesem Gesichtspunkt nochmals näher angeschaut: Welche Aktien sind nach herkömmlichen Bewertungsmodellen zu hoch bewertet?

SPEKULATION

TUI möchte 2022 den Umsatz um 70% steigern und notiert dann auf einem KGV 22e von 20. Die Schulden werden dann 50% des Jahresumsatzes betragen, lassen sich dann jedoch abtragen. Nein, das ist nicht zu hoch.

Nynomic wächst mit 13% und notiert auf einem KGV 22e von 22. In der Bilanz liegen Netto-Barmittel, ich erwarte in den kommenden Wochen positive Meldungen über neue Aufträge. Nein, Nynomic ist auch nicht überbewertet.

Barrick Gold hat ein KGV 22e von 17 bei steigendem Goldpreis und einer Dividendenrendite von 1,6%. Auch das ist vernünftig, zumal Gold genau dann eine Alternative ist, wenn am Aktienmarkt Turbulenzen anstehen. Ich habe in einer Leserfrage näher aufgezeigt, warum ich derzeit von Gold überzeugt bin, s.u.

Beyond Meat hat ein KUV von 20 und ein KGV 22e von 600, ist also nach unseren Bewertungsmodellen nicht mehr zu rechtfertigen. Aber deswegen habe ich die Aktie als Spekulation eingeordnet. Hier würde sich ein Stop Loss eignen, um Schlimmeres zu verhindern, falls dieser Titel in die falsche Richtung losgehen sollte. Mein Schmerzempfinden würde bis zu Kursen bei 95 EUR nicht überstrapaziert :-). Dort setze ich einen Stopp Loss.

WACHSTUM

BB Biotech hat ein KGV 22e von 16 und bietet eine Dividendenrendite von 4,3%. Gerade Biotech steht nun eine rosige Zukunft bevor, ich überlege derzeit täglich, ob wir BioNTech, Moderna oder Curevac ins Depot holen sollen.

Spotify hat ein Kurs/Umsatz-Verhältnis von 4, ich betrachte bei digitalen Abo-Modellen ein KUV bis 8 in diesem Börsenumfeld für vertretbar. In der Bilanz liegen 2 Mrd. EUR Nettoliquidität. Die Auseinandersetzung mit Apple belastet ein wenig, muss ich zugeben. Insbesondere weil bei näherem Hinschauen offenbart wird, dass Spotify erst durch den App Store von Apple überhaupt die Möglichkeit hatte, zum weltweiten Marktführer für Musik-Streaming zu werden. Da sind die Vorwürfe, die nun erhoben wurden, von zwei Seiten zu beleuchten.

Spotify ist wohl der Titel in unserem Portfolio, der am stärksten gefährdet ist, in einem Ausverkauf unter die Räder zu kommen - eben weil die Bewertung recht hoch ist. Ich werde diese Position also besonders im Auge behalten, dennoch halte ich 11 Mrd. Euro Marktkapitalisierung für den Marktführer in diesem Zukunftsgeschäft für günstig.

Wheaton Precious Metal verzeichnet in diesem Jahr einen Gewinnsprung von 22% und notiert auf einem KGV von 28. In der Bilanz liegen 500 Mio. EUR Nettoliquidität und das Unternehmen bietet eine Dividendenrendite von 1,4%. Ich finde das nicht zu teuer.

Airbus hat ein KGV 22e von 24 und zieht derzeit Boeing davon. Auch Airbus hat ausreichend Barmittel in der Bilanz liegen, um die Pandemie durchzustehen und neue Investitionen unverändert zu stemmen. Im Jahr 22 ziehen die Auslieferungen an, es wird ein Gewinnsprung von 40% erwartet. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie spottbillig.

Medios hat ein KGV 22e von 24 und wächst im Gewinn mit 38%. Auch diese Aktie ist spottbillig.

Skyworks Solutions hat ein KGV 21e von 18 bei einem erwarteten Gewinnsprung von 48%. Anleger haben Angst vor steigenden Rohstoffpreisen für die Chips, weil die Chipknappheit dazu führt, dass auf allen Produktionsebenen derzeit auf Vorrat bestellt wird, was das Zeug hält. Was ängstliche Anleger jedoch nicht berücksichtigen ist, dass Skyworks eventuelle Preisanstiege in den Vorprodukten problemlos weitergeben kann.

Nvidia hat ein KGV 22e von 40 und wächst dann im Gewinn mit 9%. Hmm, das ist ziemlich hoch bewertet. Auch das Umsatzwachstum von 11% rechtfertigt dieses KGV kaum. Immerhin liegen 11 Mrd. USD und somit ein halber Jahresumsatz an Nettoliquidität in der Bilanz herum. Aber genau wie Spotify dürfte auch Nvidia in turbulenten Börsenzeiten gefährdet sein, wenngleich ich langfristig davon überzeugt bin, dass wir hier die nächste Intel heranwachsen sehen.


DIVIDENDE

Freenet notiert auf einem KGV 22e von 11 und bietet eine Dividende von 7,4%. Das ist überaus attraktiv und dürfte meiner Ansicht nach in den kommenden Wochen ungeachtet etwaiger Börsenturbulenzen für eine überdurchschnittliche Performance sorgen. Langfristig sehe ich nach wie vor jedoch keine Entwicklung im Geschäft des Unternehmens und würde Mitte Juni, vor oder nach der Hauptversammlung, aussteigen.

Die Deutsche Post rockt! Die Aktie entwickelt sich zum absoluten Anlegerliebling: Nicht nur aufgrund der hohen Dividendenrendite von 3,2%, sondern auch aufgrund der gen Himmel stürmenden Aktie. Das KGV von 15 ist in meinen Augen angemessen.

Die Münchener Rückversicherung könnte meiner Einschätzung nach zu einem Überraschungssieger nach der Corona-Zeit werden, denn die Menschen werden alle Versicherungen nachholen, die sie in den vergangenen Monaten vernachlässigt haben. Mit einem KGV 22e von 10 ist die Aktie ohnehin günstig, die Dividendenrendite von 4,3% ist weiterhin attraktiv.

BASF leidet ein wenig unter den ansteigenden Rohstoffpreisen. Doch es wird sich zeigen, so zumindest war es in den vergangenen Jahrzehnten, dass der Chemiekonzern die höheren Einsatzpreise problemlos an seine Kunden weitergeben kann. Das KGV 22e von 14 ist vor dem Hintergrund der Dividendenrendite von 5% günstig.

FAZIT

Tja, selbst wenn ich jetzt aus Vorsicht vor möglichen Turbulenzen in den kommenden Wochen unser Portfolio ausdünnen würde, wüsste ich nicht, was ich verkaufen soll. Ich könnte für Beyond Meat, Spotify und Nvidia ein Stop Loss Limit einziehen, aber das möchte ich nicht, weil ich bei diesen Titeln langfristig vom Geschäftsmodell überzeugt bin und nicht durch Turbulenzen ausgestoppt werden möchte. Das sitze ich lieber aus, eine Ausnahme bildet Beyond Meat, weil dessen Bewertung wirklich exorbitant hoch ist und als Spekulation eben auch abgesichert werden sollte, 95 EUR.

Vielmehr zeigt mir diese kurze Übersicht, dass wir ruhig gezielt ein paar neue Titel ins Portfolio holen können. Der Fokus wird auf Nach-Corona Profiteuren liegen.



05. Update beobachteter Werte: TUI, ETC Bitcoin, Münchener Rück, Airbus, Spotify, BASF, Skyworks Solutions

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


TUI
Mallorca Pilotprojekt erfolgreich

Do, 29. April um 16:22 Uhr
Die Öffnung Mallorcas für den Osterurlaub wurde nun als erfolgreich bezeichnet, daher bietet TUI ab Mai Reisen auf die Balearen, nach Portugal, Griechenland und andere Destinationen an. Die Aktie ist in Folge dieser Meldung um 11% angesprungen.

In den USA haben die Anbieter von Kreuzfahrten nun eine Einigung mit der US-Gesundheitsbehörde erzielt, so dass ab Juli wieder Kreuzfahren unternommen werden können. Auch TUI betreibt Kreuzfahrtschiffe, ich denke, die US-Meldung hat sich bei TUI noch nicht im Kurs niedergeschlagen.

Die Aktie konsolidiert immer wieder, die Tiefs sind jedoch immer höher. Der Aufwärtstrend ist intakt, wir bleiben bei dieser Spekulation dabei.


ETC Bitcoin
Verkaufen, Kurzfristig ziehen Wolken auf

Do, 29. April um 10:47 Uhr
Wie angekündigt nutze ich den ETC Bitcoin zum Spekulieren auf kurzfristige Preisschwankungen des Bitcoins. Ganz im Gegensatz dazu haben wir unsere Bitwala-Bitcoins in einem eigenen Wallet (heißt jetzt "Vault" bei Bitwala) und betrachten diese als langfristige Versicherung gegen Finanzmarktturbulenzen, genau wie das Gold.

In den vergangenen zwei Wochen ist der Bitcoin-Kurs deutlich zurück gekommen, wenngleich in den vergangenen Tagen eine kleine Erholung erfolgte. Es kursierte das Gerücht im Markt, die USA würden Bitcoin-Gewinne mit bis zu 80% besteuern. Das war natürlich Quatsch.

Aber die Politik wird sich dem Thema Bitcoin zuwenden müssen. Vielleicht nicht durch Verbote oder Besteuerung, aber vielleicht mit dem Erstellen von Rahmenbedingungen. Immerhin ist der Krypto-Markt bislang weitgehend nicht reguliert, obwohl es sich inzwischen auch um einen nennenswerten Finanzmarkt handelt.

Entsprechende Meldungen über Regulierungsabsichten würden den Bitcoin-Kurs kurzfristig belasten. Einer Meldung zufolge könnte das Thema heute schon auf den Tisch kommen.

Genau wie im Aktienmarkt sorgen positive Meldungen auch beim Bitcoin nicht mehr für steigende Kurse. Das ist häufig eine Ermüdungserscheinung einer Rallye. Ich würde daher die spekulative Position im ETC Bitcoin verkaufen.


Münchener Rück
Heute ex-Dividende 9,80 EUR gehandelt

Do, 29. April um 20:18 Uhr
Keine Angst, der Kurs der Münchener Rückversicherung ist heute nicht um 6,5% eingebrochen, sondern es wurde einfach die Dividendenausschüttung abgezogen: Wer gestern Abend Aktien im Depot hatte, wird je Aktie 9,80 EUR Dividende erhalten. Der Kurs spiegelt diese Ausschüttung per heute wider.

Leider ist die Aktie nicht nur um 9,80 EUR zurück gegangen, sondern sogar um 16,95 EUR. Offensichtlich haben einige Anleger auf die Dividende gewartet und verkaufen nun ihre Aktien, so dass der Kurs zusätzlich unter Druck geraten ist. Das sollte sich in den kommenden Tagen wieder ausgleichen.

Grundsätzlich sind Dividendenaktien eine zunehmend attraktive Anlage, wenn es in den kommenden Monaten darum gehen wird, wie die Kosten der Pandemie bezahlt werden: Die verschiedensten Steuern werden dann wohl genannt, die Kapitalertragsteuer wird jedoch meist unterproportional erhoben.


Airbus
Starke Q-Zahlen treiben Aktie weiter an

Do, 29. April um 13:30 Uhr
Airbus hat heute Q-Zahlen vorgelegt. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahresquartal, das schon von Corona erfasst war, um 1,2% gesunken. Positiv hat hingegen der Gewinn (EBIT) überrascht, der sich auf 694 Mio. EUR mehr als verdoppelt hat.

Airbus hat in der Krise das Kostenmanagement gestrafft, ist nun also beim Wiederanlaufen der Produktion hochprofitabel. Gleichzeitig wird der Konzern umstrukturiert, Zulieferertöchter werden teilweise zurückgekauft, Spanien soll gestärkt werden, dafür könnten in Deutschland Arbeitsplätze wegfallen. Die Gewerkschaften haben bereits Kritik geäußert.

Der Ausblick von Airbus bleibt verhalten, erst im zweiten Halbjahr 2021 sei mit einer Erholung zu rechnen. Man wolle die Anzahl der verkauften Flieger auf dem Niveau des Vorjahres stabil halten. Von Boom oder Nachholeffekt ist da also noch nicht wirklich die Rede. Aber ich denke, das wird in den kommenden Monaten noch folgen.

Wir haben eine halbe Position in Airbus, leider sprang die Aktie zu schnell an, als dass wir hätten günstig nachkaufen können. Die halbe Position lassen wir laufen :-).


Spotify
Nutzerwachstum schwächt sich ab

Do, 29. April um 14:53 Uhr
Gestern bereits hat Spotify Q-Zahlen vorgelegt, die ein Haar in der Suppe hatten: Das Wachstum der durchschnittlichen monatlichen Nutzer (MAU) betrug nur 21% statt erwarteter 22,5%. Die Aktie ist gestern auf Talfahrt gegangen, das Wochenminus beläuft sich bereits auf 17%.

Das passt in den Trend, den ich diese Woche beobachte: Herausragende Q-Zahlen reichen gerade mal aus, um das aktuelle Kursniveau zu unterstützen. Sobald aber ein Haar in der Suppe zu finden ist, bricht die zugehörige Aktie ein.

Sorgen mache ich mir nicht: Spotify wächst noch immer überdurchschnittlich, obwohl im Quartal vor einem Jahr bereits der Lockdown zu einem Nutzeransturm führte. Nun hebt das Unternehmen die monatlichen Nutzungsgebühren sukzessive leicht an, was das Umsatzwachstum und insbesondere die Profitabilität in den kommenden Quartalen positiv beeinflussen wird.

Allerdings hat CEO Daniel Ek auch den Ausblick in Sachen Nutzerwachstum gestutzt. Es scheint, dass der Basiseffekt nun doch stärker zuschlägt als bislang vermutet. Unter Basiseffekt versteht man den Effekt, dass die Vergleichsbasis, also das Quartal im Vorjahr, nun stets ein Quartal sein wird, in dem bereits durch die Corona-Pandemie überproportional hohe Wachstumsraten erzielt wurden. Vor dem Hintergrund dieser hohen Vergleichsbasis ist es nun um so schwerer, noch einen drauf zu setzen.

Außerdem hat Apple im Streaming-Bereich angezogen: Nicht nur Musik, sondern auch Podcasts werden inzwischen stark beworben. Es sei ein unfairer Wettbewerb, meint Daniel Ek, weil Apple für verkaufte Abos an iPhone-Kunden keine zusätzlichen Gebühren abführen müssen, Spotify hingegen müsse 30% seiner Einnahmen an Apple abgeben. Ein entsprechendes Kartellverfahren läuft derzeit vor der europäischen Kartellbehörde. Doch egal wie das ausgeht, wirklich froh darf niemand sein, der sich mit Apple misst.

Zweifel sind also leicht nachvollziehbar. Ich denke jedoch, dass der Markt groß genug ist für mehrere Teilnehmer. Insbesondere der Podcast-Markt wächst derzeit explosiv und könnte zu einem neuen lukrativen Arm werden. Hier wird kostenfrei Content produziert, der zu neuen Einnahmen für Spotify führt, eine eierlegende Wollmilchsau sozusagen. Da kann Apple sich gerne eine Scheibe abschneiden, es ist genug für alle da.


BASF
Gewinnsprung

Do, 29. April um 15:06 Uhr
Auch BASF hat heute seine Q-Zahlen vorgelegt: 16% Umsatzwachstum, 42% Gewinnwachstum (EBIT) und der Gewinn je Aktie hat sich sogar verdoppelt. Die Zahlen liegen über den Erwartungen der Analysten.

Auch der Ausblick wurde angehoben, Vorstandschef Martin Brudermüller zeigt sich erfreut darüber, dass der Schwung aus dem Schlussquartal 2020 in das neue Jahr mitgenommen werden konnte.

4,5% Dividendenrendite bei einem KGV von 16 ist spottbillig. Die Aktie eröffnete heute im Plus, brach dann aber ein. Ich denke, das sind Gewinnmitnahmen, passt in das Bild, das ich vom Aktienmarkt derzeit habe: Weitere Kursanstiege sind derzeit sehr schwer zu erzielen, fast unmöglich. Wir haben eine halbe Position und bleiben dabei.


Skyworks Solutions
Besser als erwartet reicht nicht mehr

Fr, 30. April um 10:56 Uhr
Skyworks hat gestern Abend Q-zahlen veröffentlicht, die über den Erwartungen lagen: Umsatzwachstum +53% auf 1,17 Mrd. USD, nur 1,7% über den Erwartungen. Der Gewinn je Aktie sprang auf 2,37 USD und liegt nur 1% über den Erwartungen. Auch die Unternehmensprognose liegt bei Umsatz und Gewinn leicht über den Erwartungen der Analysten.

Die Abhängigkeit vom größten Kunden (der, dessen Name nicht genannt werden darf) ist von 70% des Konzernumsatzes auf nur noch 50% zurückgegangen. Das Android-Geschäft hat also anteilsmäßig deutlich zulegen können. Auch ich schnippel mir neben dem Apfel auch gerne eine Birne in mein Müsli, Anteil 50:50.

Die Aktie ist als Reaktion auf diese Zahlen um 7% eingebrochen. Ich suche noch immer das Haar in der Suppe, das für diesen Ausverkauf verantwortlich ist. Auch im anschließenden Analystencall gibt es keine kritischen Fragen, die diesen Ausverkauf begründen könnten. Und auch auf Twitter finde ich keine kritischen Kommentare zu diesen Zahlen. Hmm, bleibt als Begründung nur die allgemeine Marktverfassung: Die Aktie war im Vorfeld der Zahlen um 7% angestiegen und gibt diesen Anstieg nun wieder ab.

Die Chip-Industrie ist heiß begehrt. Aber es gibt auch andere Chip-Unternehmen, die derzeit Erfolge vermelden - allen voran AMD und Nvidia, die zwar andere Chips produzieren, aber von Anlegern mit Skyworks in einen Topf geworfen werden. Skyworks hat die Erwartungen knapp übertroffen. Und "knapp" reicht in dieser Marktphase offensichtlich nicht mehr, um Anleger zu begeistern. Da werden Gewinne mitgenommen und Gelder in andere Chip-Aktien umgeleitet, die stärker positiv überrascht haben.

Skyworks notiert noch immer auf einem günstigen KGV 2021e von 18. Bei einem Umsatzwachstum von 53% ist das spottbillig, wir bleiben dabei. Wer noch nicht investiert ist, kann den heutigen Ausverkauf zum Einstieg nutzen.



06. Bitcoin: Bitwala & Hard Wallet BitBox02

Unsere Bitcoin-Reise hat uns von BTCetc über Bitwala zur BitBox02 geführt.

Der BTCetc von der ETC Group ist inzwischen das umsatzstärkste Bitcoin-Produkt, das an europäischen Börsen gehandelt werden kann. Offensichtlich bin ich nicht der einzige, dem die überlegene Struktur aufgefallen ist. Oder anders herum gedacht: Hat meine Empfehlung zu diesem Erfolg geführt? Na, ich glaube, das wäre etwas hoch gegriffen :-).

Bitwala hat letzte Woche eine Custodial Wallet eingeführt. Ich bekomme viele Fragen dazu, welche Wallet denn gewählt werden soll. Daher nochmals folgender Hinweis:

Die Custodial Wallet ist nichts weiter als ein Versprechen, das Bitwala Ihnen gibt. Bitwala verspricht, die von Ihnen gekauften Bitcoins wirklich zu kaufen und in ein Unternehmenswallet zu legen, in dem Ihr Bitcoin dann einen Vermerk erhält, dass er Ihnen gehört. Das ist etwas anderes, als wenn Sie ein eigenes Wallet mit eigenen 24 Schlüsselbegriffen betreiben.

Denn auch das können Sie bei Bitwala: Sie müssen dafür das "Vault" auswählen. Das ist die Software Wallet, die wirklich Ihnen gehört. Ich würde immer diesen Weg bevorzugen, auch wenn dieser Weg etwas teurer und aufwendiger ist.

Leider ist die vollständige Funktionalität bei Bitwala nur auf dem Handy vorhanden, die Browser-Version lässt mich bspw. kein Ethereum-Vault anlegen. Wenn Sie also eine gewünschte Funktionalität nicht finden, schauen Sie bitte in der Handy-App nach. Dort können Sie die Vaults unter dem Reiter "Kontrolle" anlegen.

Das Einrichten der BitBox02 als Hardware Wallet ist nicht trivial. Ich spare mir hier die Erklärung und verweise auf ein Video unseres Gesprächspartners von Salz und Pfeffer vom vergangenen Dienstag: der Blocktrainer Roman hat ein Video gedreht, in dem er die Einrichtung ausführlich erklärt. Nehmen Sie sich die Zeit, denn was Sie dort lernen, werden Sie über Jahre anwenden, wenn der Bitcoin tatsächlich, wie von mir erwartet, einen breiteren Stellenwert in unserer Gesellschaft erobert.

Hier der Link:
Blocktrainer: Einrichtung der BitBox02

Damit sind wir an einem guten Ende unserer Reise angekommen: Wer den Bitcoin als Versicherung gegen Finanzmarktturbulenzen halten möchte, der ist mit den hier beschriebenen Produkten bestens aufgehoben.

Sie haben es gemerkt: Ich habe Blut geleckt und möchte mehr: Die Welt des Bitcoins und der Kryptos, die Welt der Software-Wallet und der weltweiten Kryptobörsen ist spannend und voller widersprüchlicher Informationsquellen. Insbesondere der Umstand, dass die Welt bislang noch weitgehend unreguliert ist, macht den Eintritt gefährlich.

Ich möchte am Ball bleiben und herausfinden, was bereits ausreichend sicher ist. Auch ist mein theoretisches Verständnis einer Node und des Schürfens irgendwie noch nicht ausreichend, um die Bitcoin-Welt zu verstehen. Da möchte ich weitermachen. Und zuletzt sind unter den 7.000 Kryptowährungen sicherlich eine Handvoll alternative Kryptos, auf die sich ein Blick lohnt: Ethereum allen voran. Was macht diese Kryptowährung so einmalig?

Ich werde also in unregelmäßigen Abständen immer wieder Themen aus der Kryptowelt aufgreifen, analysieren und schauen, was für uns nutzbar und sinnvoll ist.



07. Leserfragen

Gold als Versicherung

Sehr geehrter Herr Heibel,
wie ist momentan ihre Einstellung zum Kauf von Goldbarren, denn die Südzucker
Anleihen kann ich nicht über meinen Broker erwerben und somit überlege ich nach
dem gefallenen Goldpreis dort für 11% des Gesamtdepots zu kaufen.
Ist Ihrer Meinung nach Gold günstig oder hoch bewertet?

LG Dennis aus Heinsberg

ANTWORT
Ich bin derzeit absoluter Gold-Fan. Der Bitcoin hat dem Gold das Wasser abgegraben, denn eigentlich hätte der Goldpreis vor dem Hintergrund der exorbitanten Geldmengenausweitung in den Himmel stürmen müssen. Das ist nicht geschehen. Sollte der Bitcoin nach 12 Jahren Existenz auf der Erde dem seit 5.000 Jahren als Tauschmittel bewährten Gold wirklich den Rang ablaufen, dann geschieht das nicht binnen weniger Jahre. Die aktuelle Benachteiligung des Goldes dürfte wellenförmig auch mal wieder ausgeglichen werden, und ich könnte mir gut vorstellen, das eine solche Welle gerade beginnt. Ja, ich halte es für einen guten Zeitpunkt, ein wenig Gold zu kaufen.


Wacker Neuson profitiert von Infrastrukturprogrammen

Heute ist Freitag und Sie sind sicherlich schon fleißig am Schreiben der aktuellen Tickerausgabe.
Vielleicht finden Sie dennoch die Zeit meine Frage zu beantworten, ggf. mit aufzunehmen.
Inwieweit halten Sie Wacker Neuson für aussichtsreich vor den neuen amerikanischen Plänen ein nationales Infrastruktur (Infrastruktur, öffentliche Gebäude, Energieinfrastruktur...) aufzulegen?
Klingt umfassender als nur Corona-Hilfspaket.
Kommt da Wacker Neuson mit zu Zuge?
Ich freu mich auf Ihre Antwort.

Andreas, Grafschaft

ANTWORT
Ja, Wacker Nelson wird meiner Einschätzung nach stark von den Infrastrukturprogrammen profitieren, die derzeit weltweit aufgelegt werden - nicht nur in den USA. Mit einem KGV 2022e von 12 und einer Dividendenrendite von 3,4% ist das Wachstum von 10% p.a. in meinen Augen zu günstig bewertet - auch nach dem exorbitanten Kursanstieg der vergangenen Monate noch.


Cameco liefert ESG-konformes Uran

Guten Abend Herr Heibel,
derzeit werden ja viele Themen offen an der Börse gespielt. Um ein Thema scheint man (in Deutschland) scheinbar einen großen Bogen zu machen.

Wie sehen Sie mittel bis langfristig den Uranmarkt? Die ESG Kriterien, wem es denn wichtig ist, und Uran sollen ja neuerdings nicht im Widerspruch zueinander zu stehen.
CCJ war ja schon mal ein Thema im HT, vielleicht etwas zu früh?

Liebe Grüße aus Thüringen, Stefan

ANTWORT
Ich persönlich bin ein großer Fan der Weiterentwicklung der Kernenergie. Ich verstehe nicht, warum wir dieses Feld anderen Industrienationen überlassen haben und gleichzeitig unsere Energieversorgung auf Kohle, Gas und übermäßig viele Windräder bauen. Kernenergie wäre mindestens die bessere Übergangsenergie zum Kohleausstieg gewesen, bis regenerative Energien in Deutschland ausreichend entwickelt sind. Doch der Zug ist nun abgefahren.

Im Rest der Welt sieht man das anders als in Deutschland. Dort ist Kernenergie ein wichtiger Bestandteil zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Kernkraftwerke werden weltweit gebaut, die Nachfrage nach Uran steigt und so steigt auch der Uranpreis. Cameco (CCJ) ist nach wie vor der weltweit führende Anbieter von Uran und hat mit Lieferverträgen von bis zu 10 Jahren Laufzeit ein sehr gut kalkulierbares Geschäftsmodell. Nach einem Kurssprung von über 100% die die Bewertung jedoch nicht mehr günstig.




08. Übersicht HT-Portfolio


Spekulation (≈20%) =11,7%WKN29.4.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 8x2,5%!C19
TUITUAG004,94 €11%32%2,5%B -
NynomicA0MSN136,00 €3%-1%2,9%B0
Barrick Gold87045017,74 €-4%8%3,3%A0
ETC BitcoinA27Z3046,53 €15%-8%0,0%D0
Beyond MeatA2N7XQ110,54 €0%0%3,1%A -







Wachstum (≈35%) =34,7%WKN29.4.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 5x7%!
BB BiotechA0NFN377,80 €4%14%6,3%B+
SpotifyA2JEGN215,70 €-8%-17%6,0%C+
Wheaton Precious MetalsA2DRBP34,39 €-3%3%7,3%A+
Airbus938914100,18 €2%10%4,6%B -
MediosA1MMCC35,25 €-1%-6%3,3%B0
Skyworks Solutions857760152,12 €-3%1%3,5%A +
Nvidia918422506,50 €0%11%3,7%B +








Dividende (≈30%) = 19,5%WKN29.4.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 4x7,5%!
FreenetA0Z2ZZ20,25 €0%18%3,5%C0
Deutsche Post55520048,96 €0%21%4,3%B+
Munich Re843002240,65 €-6%-1%7,5%B-
BASFBASF1167,39 €-5%4%4,1%B+








Absicherung (≈15%) =16%WKN29.4.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 2x7,5%!
Goldbarren 150 gr100 gr.4.670,00 €-1%-5%6,5%A+
Südzucker-AnleiheA0E6FU80,40%1%4%5,2%B+
BitcoinBitwala47.252,00 €14%18%4,4%A+





Cashquote

Σ-Portfolio Ergebnis seit 2021

0%8%18,1%


Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis20%11,7%842,5%
WachstumEnkelkinder35%34,7%577,0%
DividendeUrlaub30%19,5%447,5%
AbsicherungZins & Gold15%16%237,5%
Summe
100%81,9%1918100%


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:

ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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