•   22.10.: Heute im Heibel-Ticker: Ölpreisentwicklung entscheidet über Crash oder Rallye https://bit.ly/2Zoj17X #Börse #Aktien   22.10.: Heute im Heibel-Ticker: Ölpreisentwicklung entscheidet über Crash oder Rallye https://bit.ly/2Zoj17X #Börse #Aktien   22.10.: Heute im Heibel-Ticker: Ölpreisentwicklung entscheidet über Crash oder Rallye https://bit.ly/2Zoj17X #Börse #Aktien   22.10.: Heute im Heibel-Ticker: Ölpreisentwicklung entscheidet über Crash oder Rallye https://bit.ly/2Zoj17X #Börse #Aktien

Archiv Heibel-Ticker PLUS

» zurück zur Übersicht

21.05.2021:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

16. Jahrgang - Ausgabe 20 (21.05.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/htp210523.pdf



I N H A L T

01.Info-Kicker: Bitcointurbulenzen noch nicht vorüber
02.So tickt die Börse: Zinsdiskussion nimmt Fahrt auf
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Bitcoin und Bund-Future auf Stimmungstief
 - @@
04.Ausblick: Macy's Verkaufsschlager deutet auf künftigen Aktiengewinner
 - Marktbetrachtung
05.Update beobachteter Werte: Südzucker-Anleihe, Bitcoin im Hardware Wallet
 - Südzucker-Anleihe: Erfolgreiches Geschäftsjahr 2020/21, Zinszahlung gesichert
 - Bitcoin im Hardware Wallet: Liquidation zum Nachkauf nutzen
06.Leserfragen
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Bitcointurbulenzen noch nicht vorüber

Liebe Börsenfreunde,

*** SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: VIDEOKONFERENZ ***

Am kommenden Mittwoch (26.5.) um 12 Uhr haben Wais und ich Dr. Joachim Kuhn, CEO va-Q-tec AG zu Besuch bei unserer mittäglichen Plauderstunde. Sein Unternehmen bietet energieeffiziente, und damit umweltfreundliche Vakuumisolationen an, die in der Logistik Einsatz finden - beispielsweise beim Versand der auf kühlen Transport angewiesenen mRNA-Impfstoffe gegen Corona.

Thema: Salz & Pfeffer zum Mittag mit Dr. Joachim Kuhn, CEO va-Q-tec AG
Uhrzeit: Mittwoch, den 26. Mai 2021 von 12:00 bis 13:00 Uhr

Meeting beitreten

Salz & Pfeffer zum Mittag mit Dr. Joachim Kuhn, CEO von va-Q-tec AG

*** RÜCKBLICK ***

Unser Gespräch mit Dr. Peter Werth, CEO @WolftankGroup, vom gestrigen Donnerstag können Sie sich jederzeit anschauen.

Für die besondere Brisanz des Gespräches sorgt Elon Musk, der die Brennstoffzelle pauschal abkanzelt:

ElonMusk-on-O2
Abbildung 1: Elon Musk Twittert über die Brennstoffzelle


"(VW-CEO) Diess hat Recht. Wasserstoff ist eine erschütternd dumme Form der Energiespeicherung für PKWs. Kaum eine Überlegung wert für Raketenantrieb, wenn überhaupt."

Das Gespräch war extrem spannend, da Peter Werth die verschiedenen Märkte, Flugzeugen Eisenbahn, LKWs, PKWs, öffentliche Beförderungsmittel, ... aufgeteilt hat und genau begründete, wo sich der Wasserstoffantrieb rentiert, und wo nicht.

YouTube: Video: Salz & Pfeffer zum Mittag mit Dr. Peter Werth, CEO von Wolftank-Adisa

Podcast (Apple, Spotify, Amazon, RSS & Co.): Podcast: Salz & Pfeffer zum Mittag mit Dr. Peter Werth, CEO von Wolftank-Adisa

*** ENDE SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: VIDEOKONFERENZ ***

Da sitze ich nun schon den ganzen Tag an dieser Ausgabe, zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich die einzelnen Marktbewegungen erkläre und miteinander in Verbindung bringe, und da rauscht der Bitcoin heute Nachmittag erneut in den Keller. Das reinigende Gewitter vom vergangenen Mittwoch hat offensichtlich noch nicht ausgereicht, um diejenigen aus diesem Markt zu treiben, die schwache Nerven haben.

Kein Wunder, noch vor einem Jahr stand der Bitcoin unter 10.000 USD und selbst der heutige Ausverkauf unter 30.000 USD hinterlässt bei den Anlegern, die mindestens ein Jahr drin sind, noch eine Verdreifachung des eingesetzten Kapitals. Da kann man schwer Panik erwarten, oder?

Im heutigen Kapitel 02 zeige ich auf, wie die Zinsdiskussion angestoßen wird, ... ohne die Märkte zu beeinflussen. Zwar gab es unterwöchig eine kräftige Korrektur, doch welche Vorgänge für den Kurssturz und/oder aber für die anschließende Erholung gesorgt haben, bleibt diese Woche im Nebel.

Die Anlegerstimmung zeigt derzeit ein neutrales Bild der Anleger, Schlussfolgerungen können daraus kaum gezogen werden. Ich habe mir heute in Kapitel 03 schwerpunktmäßig daher den Zinsmarkt sowie die Kryptowährungen angeschaut: Dort sind Stimmungstiefs vorhanden, die in der Vergangenheit eher einen Boden beschrieben haben.

Im heutigen Kapitel 04 liste ich eine Reihe von potentiellen Kaufkandidaten aus den verschiedenen Bereichen auf: Sowohl einige Nach-Corona-Aktien sind noch günstig zu haben, als auch einige Wachstumsaktien haben inzwischen wieder attraktive Niveaus erreicht. Außerdem erkläre ich detailliert, was die Zinsentwicklung mit den Aktienmärkten und dem Bitcoinmarkt anstellen könnte.

Wie immer gibt es eine Reihe von Updates zu unseren offenen Portfoliopositionen in Kapitel 05.

Die beiden heutigen Leserfragen in Kapitel 06 beschäftigen sich mit Splunk, ArcelorMittal und Rio Tinto. derzeit würde ich abwarten.

Eine tabellarische Übersicht über unser Portfolio finden Sie in Kapitel 07.

Nun wünsche ich ein schönes Pfingstfest und eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Zinsdiskussion nimmt Fahrt auf

War die Korrektur in den Technologieaktien, in den Corona-Profiteuren und in den Wachstumsaktien vielleicht doch zu heftig? Diese Woche konnte man zumindest den Eindruck bekommen. Denn Aktien wie HelloFresh (+10%), Home24 (+18%) und Eckert & Ziegler (+11%) führen die Liste der Wochengewinner an, während Rohstoffaktien (-2,4%) und Logistikunternehmen (-2,1%) diese Woche unter die Räder kamen. Der Einzelhandel konnte um 4,3% zulegen, Gesundheitsaktien um 2,5%.

Vielleicht sind es auch einfach nur Gewinnmitnahmen bei den Nach-Corona-Aktien, die vor dem Hintergrund der Öffnungsdiskussion eingefahren werden. Auf jeden Fall hat der Druck, der in den vergangenen Wochen auf vielen ehemaligen Highflyern lastete, diese Woche nachgelassen. Cathie Wood und ihre Woodstocks konnten sich um die Blessuren des Ausverkaufs kümmern.

Und so bekräftigte Cathie Wood übrigens auch ihr Bitcoin-Ziel von 500.000 USD, obwohl der Bitcoin diese Woche heftig unter die Räder kam. Mehr zum Bitcoin weiter unten in diesem Kapitel nach unserer Wochenübersicht.

Alles in allem bleiben die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte überaus vorteilhaft: Notenbanken betonen bei jeder Gelegenheit, die Niedrigzinsphase beizubehalten. Es kommen langsam immerhin Stimmen auf, die darüber diskutieren wollen, wie lange diese Phase dauern soll und wie - zu einem viel späteren Zeitpunkt - eine Rückkehr zur Normalität aussehen könnte.

Die Liquiditätsabhängigkeit der Finanzmärkte (vgl. Drogensucht) ist so groß, dass allein diese wenigen Stimmen schon für Verwerfungen sorgen, die den Aktienmarkt mal eben um 3% in den Keller schicken. Doch das sehen wir im Wochenvergleich nicht, denn nur einen Tag später wurde dieser Ausverkauf wieder aufgeholt, so dass der DAX im Wochenvergleich erneut kaum verändert zur Vorwoche nah seines Allzeithochs notiert.

DAX-Wochenchart20210521
Abbildung 2: DAX-Wochenchart


Am Zinsmarkt sieht die entsprechende Bewegung so aus:

US-10Year20210521
Abbildung 3: 10 Jahre laufende US-Staatsanleihe



Hmm.., nun habe ich drei Anläufe unternommen, die Entwicklung am Zinsmarkt als Erklärung für die Aktienmarktbewegung dieser Woche heranzuziehen - ohne Erfolg. Ich fürchte, wir müssen damit leben, dass im Aktienmarkt manchmal auch individuelle Gründe zu Kursbewegungen führen. Die Wachstumsraten von Home24 und HelloFresh lassen die jeweilige Aktienbewertung auf Sicht von zwei Jahren bereits sehr günstig aussehen. Eckert & Ziegler hat Erfolge in der Strahlentherapie gegen Prostatakrebs vermeldet. Das alles hat wenig mit dem Zinsmarkt zu tun.

Ein weiterer Effekt, der diese Woche den Aktienmarkt beeinflusste, ist der Kryptomarkt: der Crash im Kryptomarkt hat viel Kapital vernichtet, Krypto-Spekulanten mussten Kapital aus den Aktienmärkten abziehen, um ihre gehebelten Spekulationen abzusichern.

Schauen wir also mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES20.5.21Woche ΔΣ '21 Δ
Dow Jones34.308 0,0%12,5%
DAX15.438 0,1%12,5%
Nikkei28.318 0,8%3,2%
Shanghai A 3.655 -0,1%2,1%
Euro/US-Dollar1,220,3%-0,9%
Euro/Yen132,68-0,1%4,7%
10-Jahres-US-Anleihe1,63%-0,010,69
Umlaufrendite Dt-0,20%0,000,36
Feinunze Gold$1.876 2,0%-0,4%
Fass Brent Öl$66,74 -2,5%29,9%
Kupfer$10.077 -3,2%28,5%
Baltic Dry Shipping$2.824 -8,2%106,7%
Bitcoin$36.572 -28,5%29,9%



Henne oder Ei, was war zuerst?

Diese Woche ist der Bitcoin, sowie alle anderen Kryptowährungen eingebrochen. Zwischenzeitlich betrug das Wochenminus im Bitcoin 38%. Elon Musk wird für den Crash verantwortlich gemacht, denn er hat die Bezahlmöglichkeit des Teslas mit Bitcoin überraschend ausgesetzt.

Aber auch aus China kam eine Meldung: Unternehmen dürfen keine Krypta-Zahlungen mehr abwickeln. Weder Banken, noch Online-Bezahldienste dürfen in China Trading oder Zahlungsabwicklungen anbieten. Dieses Verbot zielt auf Institutionen, davon bleiben Individuen, die Kryptos besitzen, unberührt. Man darf als Person also weiterhin Kryptowährungen besitzen.

Zum besseren Verständnis: Schon 2017 hatte China die nationalen Krypto-Börsen verboten, weil damals 90% des weltweiten Krypto-Tradings in China statt fand. 2019 hatte dann die chinesische Notenbank (PBoC) verkündet, jegliche Krypto-Neuemissionen (ICOs - Initial Coinbase Offerings) zu blockieren, um auch ausländische Krypto-Börsen aus dem Land fern zu halten.

Ich war schon einmal in Las Vegas und ich war auch schon mal in Macau. Wer glaubt, Las Vegas sei das Mekka der Zocker, der war noch nicht in Macau: Chinesen zocken um ein Vielfaches mehr als die verlorenen Seelen der westlichen Welt. Die Zockerei erstreckt sich in China auch auf die Aktienmärkte, und natürlich auch auf den Kryptomarkt. Es ist in meinen Augen kein Wunder, dass die kommunistische Partei Chinas gegen das Zocken vorgeht. Ich würde solche Meldungen aber nicht gleichsetzen mit einem Ende des Bitcoins.

Es gibt über 7.000 Kryptowährungen. Da ist viel Schund dabei und ich finde es richtig, wenn der Staat sich darum kümmert, dass der Schund nicht Überhand gewinnt. Aber auch das würde ich nicht gleichsetzen mit der einzigen wirklich dezentral organisierten Kryptowährung Bitcoin.

Aber sei's drum: Gemeinsam mit allen anderen Kryptowährungen wurde auch der Bitcoin diese Woche ausverkauft.

Neben Elon Musk und China gab es aber auch noch einen dritten Grund für den Ausverkauf: Die USA haben sich zum Thema Kryptowährung geäußert.

Aus dem Umfeld der US-Notenbank ist zu hören, dass man Kryptowährungen besser regulieren müsse. Aus dem US-Finanzministerium von Janet Yellen war zu hören, dass Transaktionen in Kryptowährungen ab einem Volumen von 10.000 USD Bericht erstattet werden müsse. Das wäre vergleichbar mit der Meldepflicht, die für Goldkäufe ab einem Volumen von 2.000 EUR oder ähnlichem je nach Land bereits existiert.

Hintergrund ist der Wunsche der Regierung, Spekulationsgewinne aus dem Krypto-Trading besser besteuern zu können. Natürlich gelten die Steuergesetze heute schon für Gewinne, die im Trading mit Kryptowährungen erzielt werden. Das Bestreben, einen besseren Einblick in diesen Bereich zu erlangen, steht meiner Einschätzung nach der Angst um ein plötzliches Ende des Bitcoins diametral gegenüber: Warum kümmern sich die Behörden um eine bessere Regulierung und Kontrolle, wenn sie das Ding abschaffen wollten?

In meinen Augen sind diese Meldungen also eher positiv für Kryptowährungen im Allgemeinen und den Bitcoin im Speziellen zu werten, oder? Wie so häufig könnte sich der erste Reflex, alle Bitcoins auf den Markt zu werfen, als falsch herausstellen.




03. Sentiment: Bitcoin und Bund-Future auf Stimmungstief

Genau wie in der Vorwoche ist auch in dieser Woche die heftige unterwöchige Schwankung im Aktienmarkt im Wochenvergleich nicht zu erkennen: Um 3% war der DAX zwischenzeitlich eingebrochen, konnte jedoch schnell sein ursprüngliches Niveau nahe dem Allzeithoch zurück erobern. Zinsdiskussionen sowie Turbulenzen am Kryptomarkt haben zwischenzeitlich für Verunsicherung gesorgt, doch gute Quartalszahlen vieler Unternehmen, die diese und vergangene Woche berichteten, konnten Schlimmeres verhindern.

Aus der von mir ausgegebenen Handelsspanne zwischen 14.800 und 15.500 Punkte konnte der DAX nicht ausbrechen. Mal schauen, ob das Anlegersentiment diese Woche Spannungen aufzeigt, die für die eine oder andere Richtung sprechen.

Mit einem Wert von +0,6 können wir weiterhin eine neutrale Stimmung unter den Anlegern messen. Es handelt sich um die fünfte Woche in Folge, in der die Stimmung um die neutrale Nulllinie pendelt.

Auch die Selbstgefälligkeit zeigt mit einem Wert von -0,5 keine besondere Verunsicherung auf. Wirklich selbstzufrieden sind die Anleger nicht, aber die starken Schwankungen führen auch nicht zu Verunsicherung.

Seit der DAX im März die 15.000 Punkte übersprungen hat, sind die Zukunftserwartungen unserer Umfrageteilnehmer über die künftige DAX-Entwicklung verhalten. Diese Woche wurde ein neutraler Wert von -0,2 ausgegeben. Weitere Kurssteigerungen werden für die kommenden drei Monate also kaum erwartet, ebensowenig wie ein deutlicher Kurseinbruch.

Die Investitionsbereitschaft ist diese Woche mit einem Wert 0,2 ... Sie dürfen raten ... ebenfalls neutral. Im November, zu Beginn der Impfstoffrallye, konnten wir eine extrem hohe Investitionsbereitschaft verzeichnen und ich gehe davon aus, dass viele Anleger bei dieser Rallye an Bord waren. 35% höher im DAX verhalten sich Anleger nun abwartend, bevor neue Wetten eingegangen werden.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt eine stark bullische Positionierung (+5), die stärkste seit Oktober. Es hat den Anschein, als setzten Privatanleger dieses Panels auf einen Ausbruch des DAX aus der Handelsspanne nach oben und auf eine baldige Fortsetzung der Rallye.

In den USA hingegen zeigt sich das gegenteilige Bild: Das Put/Call-Verhältnis der CBOE ist auf den höchsten Stand seit vergangenem Sommer gestiegen und zeigt somit einen Überhang an Put-Absicherungen. In den USA haben Anleger also ihre stark bullische Positionierung der vergangenen Monate endlich aufgelöst. Der Wert zeigt aber noch kein besonders großes Absicherungsniveau.

Das Bulle/Bär-Verhältnis in den USA ist fast unverändert gegenüber der Vorwoche bei 10% geblieben: Es gibt einen leichten Bullenüberhang, der jedoch gegenüber dem Frühjahr langsam abnimmt.

Auch die US-Fondsmanager sind vorsichtig geworden, deren Investitionsquote ist auf 44% gesunken und notiert damit auf dem niedrigsten Niveau seit einem Jahr. Ich würde hierfür jedoch technische Gründe heranziehen: In den USA müssen in diesen Tagen Steuern abgeführt werden und so holen viele vermögende Anleger die benötigten Summen aus ihren Fonds. Fonds rechnen mit dem Kapitalabfluss und halten daher in diesen Tagen besonders viel Cash.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 37% weiterhin eine verhältnismäßig neutrale Verfassung an den Märkten.

Ein besonderes Interesse liegt in diesen Tagen auf dem Bitcoin und den Kryptowährungen. Der technische Angst und Gier Indikator für Kryptowährungen ist auf 19% gesunken und zeigt, dass sich Angst unter den Krypto-Anlegern ausbreitet. Unsere eigene Umfrage zum Bitcoin ergibt einen Tiefpunkt unserer kurzen Historie zum Bitcoin-Sentiment bei -52. Die Zukunftserwartung hat sich vor dem Hintergrund des deutlich zurückgekommenen Bitcoin-Preises etwas erholt: Nach -4 in der Vorwoche wird dieser Woche ein noch immer vergleichsweise tiefer Wert von +2 ausgegeben.

Interpretation



Die Handelsspanne von 14.800 bis 15.500 Punkten behält meiner Einschätzung nach bis auf weiteres ihre Gültigkeit. Das Sentiment kann Besonderheiten zwischen Stimmung und Markt aufzeigen, die als Prognosegrundlage zu Aussagen über die zu erwartende Entwicklung am Markt herangezogen werden kann. Wenn es keine besonderen Auffälligkeiten gibt, können wir auch keine Prognose ableiten: So wie bspw. diese Woche. Bei so viel Neutralität ist nicht zu erwarten, dass eine eingeschlagene Richtung umgehend zu einer Reaktion unter den Anlegern führt.

"Schäme Dich nicht zu schweigen, wenn Du nichts zu sagen hast" - in diesem Sinne belasse ich es diese Woche bei meiner Aussage zur oben genannten Handelsspanne.

Zum Bitcoin fällt mir aber doch was ein: Wir haben sicherlich diese Woche bereits einen extremen Ausverkauf gesehen, der auch das Anlegersentiment stark strapaziert hat. Ein Anlegersentiment von -52 war bei Bund-Future, beim Euro/USD-Wechselkurs, beim Gold und beim Öl häufig genug ein Extremwert, der direkt anschließend zu einer starken Gegenbewegung führte. Die Rallye im Bitcoin könnte nun also neuen Rückenwind erhalten.

Lediglich beim DAX konnte ich bereits Stimmungswerte messen, die noch deutlich tiefer gingen (-74), bevor der Ausverkauf endete und eine Rallye folgte.

Nichts ist wirklich sicher im Leben, doch die Chancen für eine Bitcoin-Rallye stehen nun deutlich besser als noch vor zwei Wochen. Wer also nach einem Zeitpunkt zum Investieren gesucht hat, der könnte diesen Ausverkauf - auch nach der inzwischen ordentlichen Gegenbewegung - für ein paar Käufe nutzen.

So, und wenn wir schon über die anderen Marktindikatoren sprechen, dann sprechen wir doch nun auch noch über den Zinsmarkt: Die Stimmung zum Bund-Future ist aktuell ebenfalls am Boden (-47). Der Bund-Future notiert bei 169 und somit auf dem tiefsten Niveau seit zwei Jahren. Es besteht nun die Chance, die Phase des Negativzinses zu beenden, wenn der Bund-Future seinen Kurseinbruch fortsetzt. 167,5 Punkte gelten als wichtige Marke, nach deren Durchbrechen eine Ausverkaufswelle in diesem Markt befürchtet wird, was den Zins sodann über die 0% katapultieren würde.

Doch mit einem Sentiment von -47 ist es schwer, an eine Fortsetzung des Ausverkaufs im Bund-Future zu glauben. Eine Gegenbewegung ist viel wahrscheinlicher. Ein steigender Bund-Future führt im Umkehrschluss zu fallenden Zinsen, also zu einer Fortführung des negativen Zinsumfeldes bis auf weiteres. Niedrige Zinsen wiederum könnten den Wachstumsaktien neues Leben einhauchen, die in den vergangenen Wochen vor dem Hintergrund der steigenden Zinsen unter die Räder gekommen waren.

Niedrigere Zinsen könnten also die schönste aller Welten zurückbringen: Steigende Kurse sowohl bei Wachstumsaktien als auch bei konjunktursensiblen Dividendentiteln. Neue Allzeithochs im DAX wären dann vorprogrammiert. Wären ... wenn der Ausverkauf im Bund-Future tatsächlich enden sollte. Es lohnt sich, ein Auge auf dem Anleihemarkt zu haben.





04. Ausblick: Macy's Verkaufsschlager deutet auf künftigen Aktiengewinner

Macy's, das weltgrößte Kaufhaus, hat Quartalszahlen vorgelegt: Der Umsatz im Q1 ist um 56% angesprungen. Coronahilfen wurden von Geimpften direkt ins Kaufhaus getragen. Und wissen Sie, welche Kategorie den größten Umsatzsprung verzeichnete? ... Trommelwirbel: Koffer. Ich bleibe dabei, dass TUI eine der Aktien ist, die am meisten von der Normalisierung nach Corona profitieren wird.

Der BVB hat wenige Tage nach seinem Pokalsieg nun auch die Quali für die Champions League geschafft. Über den Sommer werden Konzepte gestrickt, wie die Stadien wieder mit Menschen gefüllt werden können. Mit Marco Rose kommt ein neuer Trainer in den Verein, der ehrgeizig und gut ausgebildet ist. Könnte passen, wir werden sehen.

Ich denke, der BVB muss gar nicht soviel selber dazu beitragen, dass sich die Stimmung bezüglich der Aktie verbessert. Die nächsten Monate ist Sommer, da gibt es die Europameisterschaft, aber keine Spiele des BVB. Das Interesse am Fußball bleibt also groß, aber spielerisch wird der BVB aus den Schlagzeilen verschwinden. Haaland schein zu bleiben, Rose ist Hoffnungsträger, da sollte die Phantasie allein schon die Aktie beflügeln.

Nachdem ich also vor einer Woche zum Abwarten geraten hatte, würde ich die Aktie des BVB nun als kaufenswert einstufen. Sie notiert noch immer auf dem Niveau vom vergangenen Freitag, als die Quali noch nicht in Sack und Tüten war. Sie bekommen also eine Aktie zum gleichen Preis, aber mit weniger Unsicherheit. Meistens ist das ein guter Deal.

Da die Aktienmärkte derzeit sehr volatil sind, würde ich auf einen Rücksetzer warten, bevor ich zugreife.

Krones wäre ein weiterer Favorit für mich auf der Suche nach Nach-Corona Aktien. Was glauben Sie, was diesen Sommer gesoffen wird. Oder, um es ein wenig seriöser auszudrücken: Für diesen Sommer erwarte ich viele Partys in Parks, bei denen Geimpfte die Normalisierung feiern. Wenn ich mir vor Augen führe, wie viel Geld die Menschen in den vergangenen 15 Monaten nicht ausgegeben haben, dann erwarte ich, dass insbesondere höherwertige Getränke konsumiert werden: Modegetränke, gerne abgefüllt in praktischen Flaschen. Krones wird von diesem Erfolg vieler Getränkeanbieter profitieren und neue Aufträge für Abfüllanlagen erhalten. Ohnehin ist Krones mit einem KGV 2022e von 17 in meinen Augen fair bewertet und birgt Potential für eine positive Überraschung auf Seiten des Auftragseingangs.

Dann sind da noch die ausverkauften Highflyer, die Aktien, die in den vergangenen Wochen keinen Boden sahen. Dazu gehören Square, Etsy und auch die erst kürzlich an die Börse gegangene Coinbase. Auch Teladoc, Bumble und Doordash würde ich mir näher anschauen, wenn - wie im vorhergehenden Kapitel beschrieben - das Zinsniveau tatsächlich nochmals deutlich ins Negative abtauchen sollte. All diese Titel erfüllen die Rule of 40, haben also eine Summe von Umsatzwachstum und Gewinnmarge von über 40.

Wenn wir etwas weiter in die Zukunft schauen, werden auch Aktien interessant, die die Rule of 40 auf Basis der Schätzungen für 2022 erst erfüllen: ServiceNow, AirBnB, Snap, DocuSign, Roku, Adobe und Roblox. Die meisten Titel habe ich irgendwann im Heibel-Ticker schon mal vorgestellt. Roblox ist mir kürzlich über den Weg gelaufen, als mein Sohn, der sich doch möglichst von solchen Spielen fern halten soll, mir davon erzählte. Roblox versetzt jeden in die Lage, eigene Spiele zu programmieren und zu vertreiben. Kurzlebig, aber die Kids fahren drauf ab... Mein Sohn hat die App dann schnell von seinem Handy gelöscht, um Platz für andere Apps zu schaffen.

Eine weitere Aktie möchte ich einwerfen: Northern Data. Der Betreiber von grünen Rechenzentren fürs Bitcoin-Mining notiert auf einem KGV 2022e von nur noch 10. Dabei wächst der Umsatz 2022 um 33%, der Gewinn um 44%, wenn man Analystenschätzungen glaubt. Es handelt sich um einen Husarenritt, der, wenn er gelingt, die Aktie kräftig nach oben katapultieren sollte.

MARKTBETRACHTUNG

Ich denke, wir haben derzeit zu viele Strömungen am Finanzmarkt: Zinsmarkt, Kryptomarkt und Aktienmarkt werden derzeit heiß diskutiert und von vielen Tradern bespielt. Ich denke, dass die eine oder andere Entwicklung in dem einen Markt auf den anderen Markt ausstrahlt, daher fiel es mir diese Woche so schwer, die Ursachen für die einzelnen Kursentwicklungen zu analysieren.

Isoliert betrachtet stellt sich die Situation für mich so dar: der Kryptomarkt ist ein eigenes Tier, das früher oder später auch wieder unabhängig von den anderen Finanzmärkte springen wird. Der Anleihemarkt macht derzeit die interessanteste Entwicklung durch: Bricht der Bund-Future unter 167,5, dann führen steigende Zinsen zu Ungemach an den Aktienmärkten, insbesondere in den Wachstums- und Technologietiteln. Hält dieser Boden hingegen, dann könnte uns das negative Zinsumfeld noch länger erhalten bleiben und die Aktienmärkte könnten gemeinsam von Wachstums- und Dividendenaktien zu neuen Hochs getragen werden.

Bis zu einer Entscheidung am Zinsmarkt heißt es: Abwarten.



05. Update beobachteter Werte: Südzucker-Anleihe, Bitcoin im Hardware Wallet

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


Südzucker-Anleihe
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2020/21, Zinszahlung gesichert

Do, 20. Mai um 10:46 Uhr
Heute hat Südzucker detaillierte Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Zwar wird die Cashflow-Hürde (5% vom Umsatz), damit die Zinszahlungen für unsere Anleihe erfolgen, nicht explizit ausgewiesen, aber die anderen Kennzahlen deuten darauf hin, dass diese Hürde wie erwartet locker übersprungen wurde. Außerdem wird eine Dividende für die Aktie vorgeschlagen, was nicht der Fall wäre, wenn es Liquiditätsprobleme gebe.

Für das neue Geschäftsjahr wird ein Umsatzwachstum von ca. 5% erwartet, die Kosten werden sich nicht nennenswert ändern und somit bleibt unsere Anleihe eine attraktive Möglichkeit, Zinsen zu beziehen, ohne das Risiko von Zinssteigerungen zu haben.

Denn Sie wissen ja: Wenn die Zinsen am Anleihemarkt steigen, werden neue, attraktivere (höher verzinste) Anleihen ausgegeben, als die bereits ausstehenden Anleihen tragen. Die Anleihekurse fallen dann. Bei unserer Südzucker-Anleihe ist der Zins jedoch variabel, also abhängig vom Zinsniveau (Euribor, siehe unten). Wenn die Zinsen also steigen, steigt auch die Verzinsung unserer Anleihe und der Kurs dürfte somit stabil bleiben. Ggfls. könnte unsere Südzucker-Anleihe sogar überproportional profitieren, weil Anleger in Marktphasen mit steigenden Zinsen gerne auf Anleihen mit variablem Zins zurückgreifen.

Werden die Zinsen nun steigen? Hmm, ich könnte mir das gut vorstellen - zumindest der Marktzins für lang laufende Papiere. Allein schon der Konjunkturaufschwung dürfte weiter für Druck auf dem Anleihemarkt sorgen.

Notenbanken können insbesondere den Zins am kurzen Ende, also kurz laufende Ausleihungen, beeinflussen. In den vergangenen Jahren wurden die Notenbanken sehr kreativ, um auch am langen Ende Einfluss zu nehmen. In den kommenden Monaten werden wir sehen, wie erfolgreich diese Bestrebungen sind. Uns kann der Ausgang jedoch egal sein, da wir mit unserer variabel verzinsten Südzucker-Anleihe kaum von dieser Auseinandersetzung profitieren bzw. darunter leiden werden.


Bitcoin im Hardware Wallet
Liquidation zum Nachkauf nutzen

Do, 20. Mai um 08:13 Uhr
Seit 2017 gab es jedes Jahr einen Bitcoin-Crash von über 50%: 2018 waren es -70%, 2019 waren es -53%, 2020 waren es -63% und gestern waren es -54%. Ich hatte angekündigt, dass wir für den Bitcoin starke Nerven benötigen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich unsere Bitcoin-Position im Hardware Wallet als Absicherung des Portfolios aufstocken würde.

Gestern erfolgten Liquidationen. Die Meldung von Elon Musk, dass Tesla den Bitcoin bis auf weiteres nicht mehr als Zahlung für einen Tesla akzeptiert, hat den Kurs der Kryptowährung unter Druck gesetzt. So stark, dass viele Krypto-Trader, die auf Kredit spekulierten, Sicherheiten nachschießen mussten. Wer nicht rechtzeitig ausreichend Geld hinterlegen konnte, wird liquidiert. Gestern Nachmittag erfolgten Liquidationen bei 775.000 Tradern mit einem Volumen laut Bybt.com von 8,6 Mrd. USD. Da kann so ein Bitcoin-Kurs schon mal kräftig einbrechen.

Zwischenzeitlich notierte der Bitcoin bei 30.500 USD. Inzwischen hat er sich auf 38.500 USD erholt. Heftige Schwankung, oder?

Ich würde das aktuelle Kurniveau nutzen und unsere Absicherungsposition, für die wir vor etwa vier Wochen zunächst die Hälfte der beabsichtigten Positionsgröße gekauft haben, nun voll machen, so dass wir 7,5% unseres Heibel-Ticker Portfolios in Bitcoin halten.

Sollte es einen weiteren, noch tieferen Ausverkauf geben, würde ich auf den Bitcoin ETC zurück greifen, um diese Übertreibung für uns zu nutzen.

Was treibt denn Ausverkauf? Nun, einmal mehr wird bezweifelt, dass der Bitcoin einen Wert hat und dass er als Zahlungsmittel brauchbar sei (was er tatsächlich nicht ist, er ist ja nur ein Wertaufbewahrungsmittel). Ich denke, nach diesem reinigenden Ausverkauf könnte es schon bald wieder in Richtung neuer Allzeithochs gehen.



06. Leserfragen

Vielen Dank für Ihre Frage! Allerdings erhalte ich inzwischen zu viele Leserfragen, als dass ich alle individuell beantworten könnte. Wenn ich eine Frage beantworte, dann möchte ich das fundiert und hilfreich machen.

Ich bitte daher um Ihr Verständnis, wenn ich ab sofort wie folgt vorgehe. Sie profitieren davon wie die anderen 25.000 Heibel-Ticker Leser:

1. Fragen zu administrativen Themen (Abo, E-Mail-Zustellung, interner PLUS-Bereich …) werden natürlich stets binnen kurzer Zeit beantwortet.

2. Fragen zu Aktien aus unserem Portfolio werden inhaltlich in das nächste Update zum entsprechenden Portfoliotitel eingearbeitet, sofern für die Allgemeinheit von Interesse.

3. Wöchentlich bis zu drei Fragen zu allgemeinen Börsenthemen sowie zu Einzeltiteln werde ich im Heibel-Ticker beantworten.

Mit dieser Vorgehensweise hoffe ich, wieder mehr Zeit für die Recherche von Themen zu haben, die ich für wichtig halte und überzeugt bin, dass dies vielen Lesern meines Börsenbriefs Mehrwert bietet. Leider war es in der Vergangenheit teilweise so, dass ich mehr Zeit in die Recherche für individuelle Fragen gesteckt habe und Zeit für die Analyse von Aktien und das Ausarbeiten von neuen Empfehlungen fehlt. Das ist jedoch den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS gegenüber unfair, denn es darf erwartet werden, dass ich meine Energie dahingehend einsetze, für alle Abonnenten relevante Themen auszuarbeiten. Ich hoffe auf Ihr Verständnis :-)
Rio Tinto und ArcelorMittal profitieren von Rohstoffrallye

Sehr geehrter Herr Heibel,

Habe mir vor dem Hintergrund der aktuellen Rohstoffpreisentwicklungen und Ihres jüngsten Tickers einmal einige entsprechende Aktien angeschaut und bin bei Arcelor Mittal und Rio Tinto hängen geblieben.

Arcelor Mittal ist nicht nur in der westlichen Welt einer der größten Stahlkocher sondern hat sich auch rechtzeitig eine solide eigene Rohstoffbasis (Eisenerzminen) gesichert. Damit ist man unabhängiger als andere von steigenden Rohstoffpreisen und kann besser von steigenden Stahlpreisen profitieren. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen hochgelegenen in China dürfte AM weitere Marktanteile gewinnen.

Rio Tinto ist nicht nur stark im Eisenerz und Kupfer vertreten. Die Abenteuer im Aluminium vor einigen Jahren sind verarbeitet, scheinen sich aber nach wie vor in einer moderaten Unternehmensbewertung ggü. Peers (BHP, Freeport, Glencore, Antofagasta M,...) widerzuspiegeln.

Bei beiden Firmen stimmt das KGV, die PEG ist wegen der niedrigen Gewinne/Verluste vom Vorjahr kaum aussagefähig, die erwartet Dividendenrendite bei RT sehr interessant. Bin beruflich seit Jahrzehnten im Rohstoffsektor unterwegs, habe selbst viele Minen befahren und interessiere mich natürlich besonders für diesen Sektor. Was halten Sie von beiden Aktien?

Vielen Dank im Voraus

Holger aus Leipzig


ANTWORT
Rio Tinto hängt meines Erachtens stark an der Preisentwicklung der Rohstoffe. Da die Rohstoffrallye nicht ewig anhalten wird, gehen Analysten schon wieder von schwereren Zweiten für 2022 aus. Das gefällt mir nicht.

Arcelor Mittal hingegen gefällt mir sehr gut: Das Unternehmen ist auch nach der Kursverdreifachung noch günstig bewertet: 46 Mrd. EUR Jahresumsatz werden mit 27 Mrd. EUR Marktkapitalisierung bewertet. Das KGV 2022e steht bei 9, aber auch für ArcelorMittal wird ein negativer Einfluss seitens der Rohstoffe im Jahr 2022 befürchtet.

Es ist die Frage, ob die Preissteigerungen „transitory“ sind, wie es die Notenbanken ausdrücken: vorübergehend. Am Markt ist man der Meinung, dass dies nicht stimmt, daher werden die Rohstoffaktien hoch gejubelt. Ich würde noch ein wenig abwarten, wie sich das weiter entwickelt, bevor ich mir eine Meinung bilde.


Splunk deutlich zurück gekommen

Hallo Herr Heibel,

Kurze Frage: Sie/wir hatten ja 2019 mal Splunk im Portfolio. Aktuell ist die Aktie stark vom ATH zurückgekommen.
Haben Sie sich kürzlich mal wieder mit Splunk beschäftigt und würden Sie zu einem Kauf raten?

Viele Grüße,
Alexander aus dem Saarland

ANTWORT
Das Bessere ist der Feind des Guten: Inzwischen gibt es AI-Unternehmen wie Sand am Meer und Splunk ist exorbitant hoch bewertet. Ich würde erst einmal die Zinsentwicklung abwarten (siehe heutiger Heibel-Ticker), bevor ich Aktien mit so hoher Bewertung ins Portfolio hole.




07. Übersicht HT-Portfolio


Spekulation (≈20%) =14,7%WKN20.5.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 8x2,5%!C19
TUITUAG005,00 €1%33%2,6%B -
NynomicA0MSN140,80 €5%12%3,3%B0
Barrick Gold87045020,30 €3%23%3,8%A0
Beyond MeatA2N7XQ87,68 €2%-20%2,5%A -
CureVacA2P71U94,30 €8%5%2,6%A -








Wachstum (≈35%) =38,1%WKN20.5.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 5x7%!
BB BiotechA0NFN371,60 €0%5%5,9%B+
SpotifyA2JEGN188,65 €3%-27%5,3%B+
Wheaton Precious MetalsA2DRBP38,55 €4%15%8,3%A+
Airbus93891497,63 €-2%7%4,6%B -
MediosA1MMCC35,05 €0%-1%7,2%B0
Skyworks Solutions857760136,78 €0%-9%3,2%A +
Nvidia918422490,15 €5%8%3,7%B +








Dividende (≈30%) = 20,4%WKN20.5.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 4x7,5%!
FreenetA0Z2ZZ22,14 €2%29%3,9%C0
Deutsche Post55520052,11 €2%29%4,6%B+
Munich Re843002239,95 €-1%-1%7,6%B-
BASFBASF1167,92 €-2%5%4,2%B+








Absicherung (≈15%) =19,3%WKN20.5.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 2x7,5%!
Goldbarren 150 gr100 gr.4.899,00 €1%0%6,9%A+
Südzucker-AnleiheA0E6FU83,14%2%8%5,4%B+
BitcoinBitwala30.026,00 €-29%-25%7,0%A+





Cashquote

Σ-Portfolio Ergebnis seit 2021

0%7%7,5%


Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis20%14,7%852,5%
WachstumEnkelkinder35%38,1%577,0%
DividendeUrlaub30%20,4%447,5%
AbsicherungZins & Gold15%19,3%237,5%
Summe
100%92,5%1919100%


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:

ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

Ihre eMail Adresse oder Adressdaten ändern Sie bitte mit Ihrer bestehenden eMail Adresse und Ihrem Passwort unter

https://www.heibel-ticker.de

oder senden Sie uns einfach eine entsprechende eMail an:

verwaltung/at/heibel-ticker/./de

Heibel-Ticker Kundenbereich
Anmelden
Suchen im Heibel-Ticker Archiv