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16.07.2021:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

B Ö R S E N B R I E F

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

16. Jahrgang - Ausgabe 28 (16.07.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/htp210718.pdf



Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

01.Info-Kicker: Vereinzelte Hektik kann ruhigen Sommer nicht kippen
02.So tickt die Börse: Gesunde Konsolidierung
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Verunsicherung steigt
 - @@
04.Ausblick: Abwarten
05.Update beobachteter Werte: Spotify, Nvidia, TUI
 - Spotify: Nachkaufen unter 200 EUR
 - Nvidia: Abwarten, Korrektur könnte weiter gehen
 - TUI: Delta-Mutation verhagelt Reiseziel Spanien
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Vereinzelte Hektik kann ruhigen Sommer nicht kippen

Liebe Börsenfreunde,

Hier im Norden konnten wir in der vergangenen Woche herrlich die Sonne genießen. Ich hoffe, das Unwetter der vergangenen Woche hat nicht Ihr Wohngebiet getroffen.

An den Aktienmärkten sind Einzeltitel teilweise stark ausverkauft worden, der Gesamtmarkt hat sich jedoch verhältnismäßig ruhig entwickelt. Wie das zu erklären ist, lesen Sie in Kapitel 02.

Das Sentiment zeigt die Verunsicherung einiger Anleger, die aus den Kurssprüngen der Einzeltitel keinen Gesamtmarkttrend ableiten können. In Kapitel 03 gebe ich Ihnen dazu weitere Einzelheiten.

Der heutige Ausblick bleibt kurz und bündig: Abwarten ist vermutlich die beste Strategie für die kommenden Wochen. Doch wer Langeweile hat, der kann auch anders vorgehen, wie Sie in Kapitel 04 lesen werden.

Wie immer gibt es ein paar Updates zu unseren Portfoliotiteln in Kapitel 05. Das Kapitel 06 beinhaltet die tabellarische Übersicht über unser Portfolio.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




02. So tickt die Börse: Gesunde Konsolidierung

Der DAX hat in der abgelaufenen Woche erneut versucht, sein Allzeithoch bei 15.800 Punkten zu überspringen, und die 16.000 ins Visier zu nehmen ... erneut ohne Erfolg. Es folgte ein Ausverkauf, der den DAX auf 15.540 Punkte zurückführte, ein Wochenminus von 0,6%.

Dabei konnten sich viele Aktien gut halten, während einige wenige heftig ausverkauft wurden. Bedeutet der Ausverkauf, dass Anleger der Konjunktur schlechte Karten geben? Gleichzeitig steigen die Preise für Anleihen, die Renditen sinken. Auch das ist eigentlich ein Zeichen dafür, dass Konjunktursorgen Anleger in den sicheren Hafen des Anleihemarktes treiben, obwohl die Renditen bereits denkbar niedrig sind.

Auf den ersten Blick könnten wir also Sorgenfalten auf der Stirn bekommen: War der Traum vom Konjunkturaufschwung, vom Nachholeffekt der Konsumenten und auch der Industrie nur eine Fata Morgana, die in diesen Tagen in der Hitze des Gefechts gegen die Delta Corona-Mutation, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde, auszutrocknen droht?

Immerhin ist die Inzidenz in den Niederlanden sowie auch in Spanien in den vergangenen Tagen exorbitant in Richtung 300 angesprungen. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland die Inzidenz anspringt? Laufen wir auf einen weiteren Lockdown zu?

Die Antwort kennt derzeit noch niemand. Es gibt einige Aspekte, die Hoffnung machen: Geimpfte scheinen einen wesentlich milderen Krankheitsverlauf zu haben, vielleicht werden unsere Intensivstationen dieses Mal weniger strapaziert. Doch genaue Zahlen, geschweige denn wissenschaftliche Studien, gibt es noch nicht und so spürt es jeder, der in diesen Tagen ins Ausland reisen möchte, am eigenen Leib: die Vorschriften werden strikter, die Angst steigt.

Doch für uns als Anleger verliert Corona dennoch an Schrecken: Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, dass einzelne Wirtschaftsbereiche unter Lockdown-Maßnahmen leiden werden. Wir wissen, welche Bereiche das sind, es dürfte also kein breiter Ausverkauf erfolgen, wie im März 2020. Außerdem gibt es die Impfungen, es gibt Masken und diverse weitere Maßnahmen, mit denen einer unkontrollierten Ausbreitung begegnet werden kann.

So bleibt am Ende die Frage, um wie viele Wochen oder Monate eine Normalisierung unseres gesellschaftlichen Lebens nochmals verzögert und was das wohl kosten wird. Bei dieser Bedrohung können die Aktienmärkte durchaus ein wenig absacken, nicht aber abstürzen.

Ich habe sogar den Eindruck, dass die Aktienmärkte kaum auf die Ausbreitung der Delta-Variante reagieren. Vielmehr sind es andere Aktien, die in diesen Tagen Federn lassen: Spotify bspw. gab 5% ab, Amazon -4%, Facebook 3% und Nvidia -9%. Aber auch die zuletzt heiß spekulierten Ölwerte wie Exxon -6% oder Chevron -5%. Und auch die Banken, die auf den Konjunkturaufschwung angewiesen sind, gaben kräftig ab: Bank of America -5% und JP Morgan -3%.

Das sind gerade die Aktien, die zuletzt ordentlich nach oben gejubelt wurden. Ich habe den Eindruck, da werden gerade junge und unerfahrene Anleger aus dem Markt gespült. Junge Anleger, die noch nicht erlebt haben, dass eine Rallye zwischenzeitlich auch mal 7-15% nach unten gehen kann, bevor es weiter gen Norden geht. Diese Anleger, die vorzugsweise auch gehebelt spekuliert haben, verlieren in diesen Tagen schnell die Nerven und werfen ihre Positionen auf den Markt.

AMC, Kinobetreiber und die Meme-Aktie, die in den vergangenen Wochen immer wieder von den WallstreetBets nach oben gejubelt wurde, gab diese Woche 23% ab. Gamestop, die Mutter aller Spekulationsaktien, musste 11% abgeben. Gerade in diesem Bereich geht es derzeit rund. Es fehlt die Masse, die mobilisiert werden kann, um diese beiden Aktien in neue Höhen zu katapultieren. Die Massen liegen am Strand und kümmern sich nicht mehr um Aktien.

Und für die große Nachfrage nach US-Anleihen habe ich ebenfalls eine Erklärung, die nicht in das Bild der Konjunkturpessimisten passt. Die gebe ich Ihnen kurz in Kapitel 04. Schauen wir nun erst einmal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben.

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES16.7.21Woche ΔΣ '21 Δ
Dow Jones34.688 -0,2%13,8%
DAX15.540 -0,6%13,3%
Nikkei28.003 0,2%2,0%
Shanghai A 3.709 0,4%3,6%
Euro/US-Dollar1,18-0,5%-4,0%
Euro/Yen129,97-0,5%2,5%
10-Jahres-US-Anleihe1,30%-0,050,36
Umlaufrendite Dt-0,41%0,000,15
Feinunze Gold$1.811 0,4%-3,9%
Fass Brent Öl$73,63 -2,3%43,3%
Kupfer$9.435 0,0%20,3%
Baltic Dry Shipping$3.281 0,0%140,2%
Bitcoin$31.699 -5,0%12,6%








03. Sentiment: Verunsicherung steigt

Der DAX ist in der abgelaufenen Woche nur moderat nach unten gegangen. Einzelne Aktien gerieten heftig unter Druck, insbesondere die Spekulationen der vergangenen Wochen mussten Federn lassen. Doch der Gesamtmarkt hielt sich relativ stabil, so dass gerade die konservativen Anleger kaum von den fallenden Kursen betroffen waren.

Entsprechend ist das Anlegersentiment mit einem Wert von -0,6 unverändert zu Vorwoche. Zum Feiern gibt es keinen Grund, der DAX ist zum dritten Mal an der Marke 15.800 Punkte gescheitert. Entsprechend bleibt die Laune ernüchtert.

Doch gleichzeitig kommt eine gewisse Verunsicherung auf (-0,8 nach -0,2 vor einer Woche). Bedeuten die Kursverluste der Indizes, dass der Konjunkturaufschwung auf sich warten lässt? Fragen werfen auch die Entwicklungen an den Zinsmärkten auf. Gründe gibt es genug, die Anleger zweifeln lassen, ob die Aktienmärkte zu recht nahe ihren Allzeithochs notieren.

Die Zweifel drücken auch auf den Optimismus, der vor einer Woche noch mit +3,8 nah an der Schwelle zu Extremwerten (4,0) notierte. Diese Woche gibt die Erwartung auf 3,0 zurück, die optimistische Überzeugung der Bullen hat erste Kratzer erhalten.

Entsprechend ist auch die Investitionsbereitschaft von 1,0 auf 0,3 zurück gegangen, kaum jemand möchte in dieser ungewissen Situation nennenswert investieren.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt mit einem Wert von 4 weiterhin eine hohe Positionierung für steigende Kurse an. Der nächste Ausbruch des DAX soll nach dem Willen der Privatanleger gen Norden erfolgen.

In den USA nimmt das Bullenlager ab, das Bulle/Bär-Verhältnis ist auf 9% zurückgegangen (Vorwoche 25%). Auch hier bekommen die Nullen langsam kalte Füße.

Die Investitionsquote der US-Fondsanleger hingegen ist um 11% auf 93% angestiegen. Eine nennenswerte Korrektur fürchten die US-Profis derzeit also nicht.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 ist mit einem Wert von nur noch 23% in den Bereich der extremen Angst gerutscht.

Interpretation



Die Sentimentanalyse dieser Woche zeigt weiterhin die grundsätzlich bullische Verfassung der Anleger, deren Optimismus jedoch erste Risse bekommen hat. Das ist nachvollziehbar, da eine Reihe von Aktien in den vergangenen Tagen kräftig ausverkauft wurden. Und zwar gerade diejenigen Aktien, die in den vergangenen Wochen die Titelseiten bevölkerten.

Da fällt es schwer, diese Vorgänge als gesunde Sommerkonsolidierung abzutun und sich zurückzulehnen. Die Nervosität steigt und könnte, sollten die Kurse weiter abbröckeln, sich in den kommenden Wochen auch in einen Ausverkauf entwickeln.

Immerhin dominiert die Ausbreitung der Delta-Mutation die Schlagzeilen und positive Meldungen sind aufgrund des Sommerlochs vorerst nicht zu erwarten.





04. Ausblick: Abwarten

Natürlich können Sie jetzt ein paar Positionen in Ihrem Portfolio auslichten, um dann in den kommenden Wochen im Falle eines Ausverkaufs günstiger wieder einzusteigen. Einen Ausbruch nach oben fürchte ich derzeit nicht. Vielmehr kann ich mir tatsächlich gut vorstellen, dass der DAX nochmal auf Tauchstation geht.

Doch das dürfte nichts an meiner grundsätzlich optimistischen Haltung ändern: Auch die Delta-Mutation werden wir in den Griff bekommen. Auch diese Corona-Welle wird gebrochen werden. Wie eingangs gesagt ändert sich damit lediglich die Wartezeit, bis die Nachholeffekte voll einsetzen.

Natürlich können in der Zwischenzeit nochmal einige Unternehmen Pleite gehen. Doch das wird nicht die börsennotierten Schwergewichte betreffen, denn für die steht ja unendlich viel Kapital seitens der Politik parat.

Bezüglich des Anleihemarktes fällt auf, dass nun die US-Anleihe im Preis gestiegen ist. Im Umkehrschluss ist die Rendite für eine 10 Jahre laufende US-Anleihe um 0,05%punkte auf 1,3% gefallen. Die Umlaufrendite des deutschen Pendants ist unverändert bei -0,41% verblieben.

Und da sehen Sie nun schon den Grund für die gute Performance in den USA: Anleger, die einen entspannten Sommer verbringen wollen, und ihr Geld vorübergehend in Anleihen parken möchten, wählen lieber die US-Anleihe mit +1,3% Rendite als eine Bundesanleihe mit -0,41% Rendite. Der Wechselkurs ist mit 1,18 USD/EUR in einem vernünftigen Bereich. Warum also nicht den Renditevorteil aus den USA nutzen?

Gleichzeitig zeigt die rückläufige Rendite in den USA, dass Anleger Notenbankchef Jay Powell glauben, dass der inflationäre Druck nur "vorübergehend" sein wird. Für eine gewisse Zeit kann eine Inflationsrate über 2% toleriert werden, danach sollte die Teuerungsrate wieder auf das angestrebte Niveau um 2% zurückfallen. Einer ausufernde Inflation fürchtet am Anleihemarkt niemand, sonst würde die Rendite steigen.

Daraus können wir auch ableiten, dass der Anleihemarkt weiterhin an den Konjunkturaufschwung glaubt, wenngleich er sich verzögern könnte. Grundsätzlich spricht man den Anleihekäufern eine größere Marktkenntnis zu als Aktienkäufern. Sprich: Die Signale, die der Anleihemarkt sendet, sind meistens besser als die Signale des Aktienmarktes. Der Anleihemarkt wird von institutionellen Anlegern dominiert, Versicherungen, die Milliardenbeträge anzulegen haben. Am Aktienmarkt gelingt es immer wieder kleineren Gruppen, den Markt in die eine oder andere Richtung zu bewegen.


Soll heißen: Grundsätzlich sieht der Aktienmarkt weiterhin gesund aus. Ich gehe weiterhin davon aus, dass wir zum Jahresende einen DAX über 16.000 Punkten sehen können. Zwischenzeitlich ist Sommer, da ist alles möglich. Da ich in der abgelaufenen Woche herrlich ausspannen konnte, und das die kommenden zwei Wochen weiter tun möchte, werde ich mich weiterhin nur im Notfall bei Ihnen melden. Bei kleineren Schwankungen gehe ich davon aus, dass diese bis September wieder ausgeglichen werden.



05. Update beobachteter Werte: Spotify, Nvidia, TUI

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


Spotify
Nachkaufen unter 200 EUR

Sa, 17. Juli um 12:23 Uhr
Spotify ist in den vergangenen Tagen wieder unter Druck geraten: Nach Kursen über 230 EUR zum Monatsbeginn steuert der Kurs nun auf 200 EUR zu. Sollte die Aktie darunter fallen, würde ich unsere Position aufstocken.

Spotify notiert inzwischen auf einem Kurs/Umsatz-Verhältnis von 1. Natürlich schreibt das Unternehmen noch Verluste, weil jeder Euro in den Ausbau des Angebots, aktuell Podcasts, gesteckt wird. Der Wettbewerb ist hart, Apple und Amazon sind nur zwei der Konkurrenten, die ihre jeweiligen Angebote ebenfalls mit Milliardenbeträgen ausbauen. Doch Spotify hat sich eine loyale Nutzerschaft geschaffen und wird als unabhängiger Anbieter meiner Einschätzung nach auch in Zukunft Vorteile haben.

Ich bleibe also auch bei Spotify bei meiner mittel- bis langfristig positiven Einschätzung und würde ein Absacken unter 200 EUR zum Nachkaufen nutzen.


Nvidia
Abwarten, Korrektur könnte weiter gehen

Sa, 17. Juli um 12:38 Uhr
Bei Nvidia haben wir erst vor zwei Wochen zu 688 EUR Gewinne mitgenommen. Seither ist die Aktie um 10% eingebrochen. Doch nach 50% Kursgewinn binnen sechs Wochen ist eine 10%-Korrektur nicht viel. Ich würde meine Nerven darauf vorbereiten, dass die Korrektur noch in Richtung 550 EUR fortgesetzt werden kann, das wären dann über 20% Korrektur.

... und selbst das ist noch nicht sonderlich viel für Wachstumsunternehmen mit Marktführerschaft, wie wir es bei Nvidia haben. Die 50%-Rallye im Juni resultierte mMn aus den guten Zahlen des Q1, sowie aus dem Umstand, dass Nvidia das Bitcoin- und Ethereum-Geschäft klar vom Rest des Konzerns getrennt hat.

Nvidia stattet Rechenzentren mit Graphikkarten aus und beliefert Produzenten von High-End Spielecomputern. Graphikkarten für die Krypto-Welt werden seit einigen Monaten separat von diesem Kerngeschäft angeboten, damit die Krypto-Branche in Boomzeiten nicht die anderen Märkte austrocknet. Das ist gelungen. Das Kerngeschäft läuft rund.

Was Analysten und Anleger bislang nur rudimentär verstehen, ist das AI-Geschäft von Nvidia: Künstliche Intelligenz ist extrem rechenintensiv und benötigt High-End Graphikkarten. Nvidia hat inzwischen ein eigenes Netz von Rechenzentren aufgebaut, das für AI-Anwendungen optimiert wurde. Autonomes Fahren wird auf diesen Rechnern vorbereitet, aber auch medizinische Auswertungen, Forschungsprojekte und diverse weitere Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Hier bildet sich eine AI-Cloud, die zu den bislang bestehenden Cloud-Angeboten von Microsoft (Azure), Amazon (AWS) oder Google (Docs) eine sinnvolle Ergänzung darstellt. Das Besondere daran: Die Kunden sind hier mit einer schier unendlich hohen Zahlungsbereitschaft ausgestattet, da man sich aus der Nutzung von Künstlicher Intelligenz einen Wettbewerbsvorteil verspricht.

Da ist der Kurs also um 50% nach oben gelaufen, bevor die Begeisterung für die Aktie abebbte. Jetzt wird diese Bewegung "konsolidiert", wie die Techniker sagen: Ein Drittel der vorangegangenen Gewinne könnten abgegeben werden, dann wären wir bei 622 EUR, also im Bereich der aktuellen Kurse. Vielleicht hält sich hier der Kurs.

Dem langfristigen Aufwärtstrend würde es jedoch auch keinen Abbruch tun, wenn zwei Drittel abgegeben würden, die Aktie könnte dann noch auf 536 EUR fallen. Ich würde noch ein wenig warten, bevor wir wieder nachkaufen.


TUI
Delta-Mutation verhagelt Reiseziel Spanien

Sa, 17. Juli um 12:07 Uhr
Spanien verzeichnet derzeit die höchste Zahl an täglichen Infektionen überhaupt - höher als während der ersten, sowie auch während der dritten Welle. Bei 50% voll geimpften Spaniern und weiteren 12%, die zumindest eine Impfdosis erhalten haben, bleiben die Intensivstationen leer: Die Impfung verhilft zumindest zu einem milden Verlauf der Krankheit.

Aber bei einer Inzidenz von rund 300 ist es den meisten Urlaubern doch nicht geheuer in Spanien: TUI streicht Flüge und muss wohl auf den erhofften Nachfrageschub beim Hauptreiseziel der Deutschen verzichten. Wir erinnern uns an die Aussage von CEO Joussen: "Wir brauchen kein weiteres Überbrückungskapital, wenn die Buchungen in diesem Sommer anziehen." ...heißt im Umkehrschluss: Gegebenenfalls muss TUI ein weiteres Mal frisches Kapital beschaffen, sei es über den Kapitalmarkt, sei es von der Bundesregierung, um die Coronakrise zu überstehen.

Das lastet natürlich auf dem Aktienkurs, der diese Woche 10% abgegeben hat. Unser Buchgewinn ist futsch, die Aktie notiert wieder auf dem Kursniveau vom Jahresbeginn. Glücklicherweise haben wir schon einen guten Teil der Aktien verkauft, doch der Rest hat nun seinen Gewinn wieder abgegeben.

Solange wir keine detaillierten Informationen darüber haben, wie viel Kapital TUI wohl noch benötigen wird, dürfte der Aktienkurs unter Druck bleiben. Wenn Joussen in den kommenden Tagen konkrete Zahlen ausgibt, dürfte sich der Kurs stabilisieren ... nur auf welchem Niveau?

Ich halte an meiner Spekulation fest, denn zum einen haben wir schon einen guten Teil des Gewinns gesichert und spekulieren nun also mit einem dicken Puffer. Zum anderen halte ich TUI nach wie vor für bestens positioniert für die Zeit nach Corona. Den Boden kann man kaum bestimmen und der aktuelle Rückschlag ist ärgerlich, doch ich würde nun einfach warten, bis sich die Wogen glätten.



06. Übersicht HT-Portfolio


Spekulation (≈20%) =8,8%WKN16.7.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 8x2,5%!C19
TUITUI13,76 €-10%0%2,0%B -
NynomicETR:M7U42,00 €-6%15%3,5%B0
Barrick GoldETR:ABR17,65 €-1%7%3,4%A0








Wachstum (≈35%) =39,8%WKN16.7.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 5x7%!
BB BiotechETR:BBZA78,30 €-2%15%6,5%B+
SpotifyETR:639206,90 €-5%-20%5,9%B+
Wheaton Precious MetalsETR:SII37,74 €1%13%8,2%A+
AirbusETR:AIR110,74 €-2%21%5,3%B -
MediosETR:ILM134,05 €0%-3%7,1%B0
Skyworks SolutionsSWKS159,35 €0%6%3,8%A +
NvidiaNVDA615,37 €-9%35%2,9%B +








Dividende (≈30%) = 24,3%WKN16.7.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 4x7,5%!
FreenetETR:FNTN19,86 €1%15%3,6%C0
Deutsche PostETR:DPW58,09 €0%43%5,2%B+
Munich ReETR:MUV2228,10 €-1%-6%7,4%B-
BASFETR:BAS67,01 €-1%4%8,1%B+








Absicherung (≈15%) =19%WKN16.7.21Woche ΔΣ '21 ΔAnteil 2x7,5%!
Goldbarren 150 gr100 gr.4.861,00 €0%-1%6,9%A+
Südzucker-AnleiheA0E6FU86,05%0%12%5,7%B+
BitcoinBitwala26.852,00 €-5%-25%6,4%A+





Cashquote

Σ-Portfolio Ergebnis seit 2021

-2%5%8,1%


Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis20%8,8%832,5%
WachstumEnkelkinder35%39,8%577,0%
DividendeUrlaub30%24,3%447,5%
AbsicherungZins & Gold15%19%237,5%
Summe
100%91,9%1917100%


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:

ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



08. An-/Ab-/Ummeldung

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