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01.10.2021:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

B Ö R S E N B R I E F

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

16. Jahrgang - Ausgabe 39 (01.10.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts211003.pdf



Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

01.Info-Kicker: Gut vorbereitet für den Ausverkauf
02.So tickt die Börse: Gedanken zum Ausverkauf
 - 1. Energiepreise
 - 2. Logistik
 - 3. Corona-Angst
 - 4. Infrastrukturprogramme
 - 5. Chip-Knappheit
 - 6. Inflation
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Extreme Angst und Niedergeschlagenheit
 -
04.Ausblick: Die Folgen zu lockerer Geldpolitik
05.Update beobachteter Werte
 Halbe Position zurückkaufen
 Ebenfalls halbe Position zurückkaufen
 Kaufen ins Wachstumsdepot
 Spekulation auf übertriebenen Ausverkauf
06.Leserfragen
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Gut vorbereitet für den Ausverkauf

Liebe Börsenfreunde,

Puh, in einer Woche, in der der DAX um 2,4% ausverkauft wurde, der Nikkei um 4,9% einbrach und der Dow Jones zur Stunde bei -2,0% notiert, konnten wir unser Portfolio mit plus minus Null aus der Woche retten. Wir haben heute vier Käufe getätigt, nachdem wir in den Vorwochen immer mehr Cash generiert hatten. Die einzelnen Transaktionen können Sie im Kapitel 05 unter den Updates nachlesen.

Die Gründe für den Ausverkauf dieser Woche sind vielfältig. In Kapitel 02 erläutere ich Ihnen die Hintergründe zur Chip-Knappheit, zu steigenden Energiepreisen, den Lieferproblemen, der Corona-Angst und den Zusammenhang mit der Inflation. Da braut sich was zusammen :-(.

Die Anlegerstimmung ist eingebrochen, Angst und Niedergeschlagenheit dominieren das Sentiment, allerdings bleibt der Zukunftsoptimismus sehr hoch. Wie das zu interpretieren ist, lesen Sie in Kapitel 03. Zudem liefere ich dieses Mal ebenfalls eine Sentiment-Analyse zum Zinsmarkt, zu Gold, Öl und dem Bitcoin.

Welche Branchen würden in einem inflationären Umfeld gut laufen? Dieser Frage gehe ich in Kapitel 04 nach. Zudem gebe ich dort einen kleinen Überblick darüber, wie unser Portfolio bereits für eine solche Zukunft vorbereitet ist.

Im Kapitel 06 finden Sie heute zwei Leserfragen. Zum einen werde ich zur sinnvollen Strukturierung einer Immobilienfinanzierung befragt. Ich habe meine Finanzierung damals in mehrere Tranchen geteilt. Zum anderen werde ich zu unserer Südzucker Anleihe mit variablem Zins befragt. Die Anleihe spielt in einem inflationären Umfeld ihre Stärke erst richtig aus :-).

Die tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio finden Sie in Kapitel 07.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




02. So tickt die Börse: Gedanken zum Ausverkauf

Am vergangenen Freitag konnte ich mich zu keiner festen Meinung durchringen, verschob die Fertigstellung des Heibel-Tickers um einen Tag und entschied mich schließlich, vorerst keine Meinung zu haben ;-). Nachdem in vielen Publikationen die Korrektur bereits für beendet erklärt wurde, war für mich dieser Schritt zu früh.

Meine Zurückhaltung hat sich ausgezahlt: Seit Montag brechen die Finanzmärkte weltweit nochmals ein wenig ein, aktuell -3,3% im Wochenvergleich. Wichtiger als der Kurseinbruch selbst war die Zeit, die verstrichen war, und die es mir nunmehr ermöglichte, mir eine Meinung zu bilden.

Monatelang sind wir an den Finanzmärkten den Entwicklungen hinterher gehechelt: Der Coronacrash (März 2020) traf die meisten Anleger völlig unvorbereitet. Die anschließende Erholungsrallye (bis Juni 2020) wurde von vielen Anlegern ungläubig beobachtet.

Es folgte eine Sommerkonsolidierung bis zum Oktober 2020. In diese Seitwärtsbewegung hinein wurden viele Positionen aufgebaut, um dann bei den ersten Anzeichen der zweiten Corona-Welle Ende Oktober (DAX -12%) in einem heftigen Ausverkauf wieder auf den Markt geworfen zu werden.

So ging auch die Corona-Impfstoffrallye (November 2020 bis April 2021) an den meisten Anlegern vorbei, ohne dass sie investiert waren.

Seit April haben wir nun erneut über den Sommer eine Seitwärtsbewegung im DAX gesehen. Erneut haben viele Anleger ihre Lieblinge eingesammelt und warten nun darauf, dass die Aktienmärkte die dritte Phase der Rallye einläuten.

Doch der September zerrte noch stärker an den Nerven der Anleger, als dies in den zotteligen Sommermonaten bereits der Fall war: Tiefere Hochs zeugen von einer abnehmenden Dynamik. Auf der Unterseite drohen wichtige Unterstützungen um die 15.000 Punkte-Marke zu brechen.

Die Bedenken, die für diese wackelige Börsensituation verantwortlich sind, sind vielfältig:

1. ENERGIEPREISE
Wenn die Welt gegen den globalen Klimawandel vorgeht, sind Preisverwerfungen nicht zu vermeiden. Natürlich muss die Nutzung fossiler Brennstoffe zurückgefahren werden. Doch derzeit sehen wir das Gegenteil: da gibt es hausgemachte Probleme, wie die Folgen des Brexits im UK, die zu leeren Tankstellen führen. Die Nord Stream 2 Pipeline wurde zwar diesen Monat fertig gestellt, doch die Inbetriebnahme steht noch in den Sternen. Regulatorische Hindernisse über die Art und Weise des Betriebs der Pipeline werden vermutlich nur vor Gericht zur Klärung kommen.

In China wurden Produktionssparten geschlossen, um die Energieknappheit in den Griff zu bekommen. Es gibt nicht mehr genug Kohle. Seit Australische Kriegsschiffe ziemlich weit im Norden des Pazifik patrouillieren, hat China Australien mit Boykotten überzogen - unter anderen wird keine Kohle mehr aus Australien eingeführt. Nun hat China nicht genug Kohle. Öffentlichkeitswirksam wurde von Präsident Xi verkündet, man werde kein Kohlekraftwerk mehr ins Ausland exportieren. Vor dem Hintergrund der Energieknappheit in China klingt dieses klimapolitische Ziel eher wie eine Notmaßnahme zur heimischen Energieproduktion.

Doch all diese kleinen Hinweise deuten in die selbe Richtung: Die Energie ist nicht dort, wo sie gebraucht wird. Wer sich ein Bild über die Energietransporte in Europa machen möchte, kann eine gelungene Visualisierung der Echtzeit-Daten unter https://app.electricitymap.org/zone/DE sehen.

So springen die Preise für die Energieträger, mit denen am flexibelsten lokale und temporäre Engpässe behoben werden können, deutlich an: der Ölpreis ist seit März von 58 auf 75 USD/Fass WTI angesprungen. Der Gaspreis sprang im gleichen Zeitraum sogar von 2,50 auf 6,40 USD/MMBtu (Millionen British thermal units – 1 MmBtu = 26,4 Kubikmeter Gas).

In Saudi Arabien kann der Ölhahn jederzeit aufgedreht werden, doch die Transportkapazitäten für Öl sind ausgelastet. In Russland kann jederzeit mehr Gas gefördert werden, doch die Gaspipeline Nord Stream II ist zwar fertig, aber noch nicht zugelassen. In den USA konnte bis vor kurzem die Schieferölproduktion auf Knopfdruck hochgefahren werden, doch der Coronacrash mit einem zeitweilig negativen Ölpreis hat erforderliche Investitionen in die Instandhaltung dieser Infrastruktur auf ein Minimum reduziert, die Flexibilität hat gelitten. Banken finanzieren Schieferölprojekte nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres nur noch widerwillig und zu hohen Kosten. Banken, die ESG-Kriterien erfüllen wollen, haben ihre Taschen für die Ölkonzerne ohnehin bereits zugenäht.

Kurz gesagt: Ob an der Tankstelle, ob beim Heizen Ihres Hauses im anstehenden Winter oder für Industriestrom - die Energiekosten steigen nachhaltig an. Ein beschleunigter Kohleausstieg, den ich ideologisch betrachtet sehr befürworte, dürfte diese wirtschaftliche Belastung nur verstärken. Ich hoffe, dass die FDP ausreichend Einfluss auf die neue Regierung nehmen kann, um schlimmere wirtschaftliche Folgen zu verhindern, denn bei den anderen Parteien habe ich den Eindruck, dass symbolträchtige Entscheidungen ohne Bezug zu den wirtschaftlichen Auswirkungen getroffen werden.


2. LOGISTIK
Ebenfalls eine vorübergehende Folge des Corona-Lockdowns sind die globalen Logistikprobleme: Es fehlen Mitarbeiter für Logistikunternehmen. Häfen sind überlastet, Schiffe warten vor einigen Häfen (San Franzisco) teilweise mehrere Tage, um ihre Ladung zu löschen. Hinzu kommt, dass Lockdown und Aufschwung zeitlich so dicht aufeinander folgten, dass viele Container, Maschinen, etc. bis heute noch am falschen Ort sind.

Die Bahnlogistik, mit der die meisten Container von den Häfen abtransportiert werden, sieht nicht viel besser aus. Auch hier fehlt es an Arbeitskräften und entsprechenden Kapazitäten.

Die Probleme äußern sich in sprunghaft steigenden Transportkosten: Der Container-Preisindex ist seit März von 1.500 auf inzwischen 11.000 USD/Tag gesprungen. Der Baltic Dry Verschiffungsindex für Schüttgut ist von 1.500 auf 5.000 USD gesprungen.

Wir befinden uns 13 Jahre nach der großen Finanzkrise, in der Schiffe leer über die Weltmeere schipperten, nunmehr in der gegensätzlichen Situation: Investitionen sind ausgeblieben, die Kapazitäten reichen nicht. Abhilfe über Nacht gibt es nicht, Investitionen brauchen ihre Zeit.


3. CORONA-ANGST
In den USA gehen geschätzt 10 Mio. Arbeitnehmer nicht zur Arbeit, weil sie sich nicht sicher fühlen. Das betrifft nicht nur die oben genannte Logistik-Branche, sondern ganz besonders auch die Gastronomie, die keine Kellner findet.

Großzügige Finanzhilfen haben den Druck auf viele untere Einkommensschichten verringert, sich kurzfristig einen Job suchen zu müssen. Man ist sparsam und versucht sich so lange von der Öffentlichkeit fern zu halten, bis Corona verschwunden ist. Impfgegner tragen dazu bei, dass sich Impfskeptiker oder Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, in der Öffentlichkeit nicht sicher fühlen.

Ich schätze, in Deutschland ist dieser Effekt nicht ganz so groß wie in den USA. Dennoch wird es auch bei uns Menschen geben, die ihre Arbeitsleistung derzeit dem Arbeitsmarkt vorenthalten.

Hinzu kommt natürlich noch der Effekt, dass Kinder bei Schnusten und Hupfen vorsichtshalber zu Hause bleiben sollen, was häufig auch ein Elternteil von der Arbeit abhält.

Alles in allem trifft also insbesondere bei den unteren Einkommensschichten eine große Nachfrage nach Personal auf ein geringes Angebot: die Löhne dürften also schon bald zu steigen beginnen - ganz unabhängig vom Mindestlohn.

4. INFRASTRUKTURPROGRAMME
Die Antwort der Politik hört sich in vielen Ländern gleich an: Mit Hilfe von Infrastrukturprogrammen soll der stotternden Wirtschaft auf die Beine geholfen werden.

In den USA wird seit Monaten über die Ausgestaltung des von Joe Biden vorgeschlagenen Programms im Volumen von 3,5 Bio. USD gestritten. In Deutschland dürfen wir nach der Regierungsbildung Ähnliches erwarten.

Ob Straßenbau und Brücken mit Beton, oder aber Datenleitungen mit Kupfer (Kupferpreis +100% seit März 2020), es gibt weder die Materialien, noch die Arbeiter, die das Infrastrukturprogramm umsetzen können.

5. CHIP-KNAPPHEIT
Wir sprechen über „dumme” Chips. Halbleiter, die bereits für eine bestimmte Anwendung konzeptioniert und produziert werden. Im Englischen nennt man sie auch „full feature chips”, also Halbleiter, die bereits alle gewünschten Eigenschaften haben.

Das sind nicht die Halbleiter für Computer oder Rechenzentren, die für unterschiedlichste Anwendungen genutzt werden können, sondern das sind die Chips, die in Autos, in Kaffeemaschinen, für Klimaanlagen und Ähnliches genutzt werden. Auf diesen Chips werden Stromversorgung, Kommunikation, Fehlerbehandlung etc. verwaltet: möglichst genau die erforderlichen Qualitäten zum günstigsten Preis.

Die Marge ist bei diesen Chips sehr klein. Für Taiwan Semiconductor, den weltweit größten Chip-Produzenten, machen solche Chips gerade mal 4% des Umsatzes aus, der Gewinnanteil ist noch viel kleiner.

Anders gesagt: Die weltweite Chipknappheit, von der immer die Rede ist, interessiert Taiwan Semi fast gar nicht. In Wolfsburg stehen einige Produktionsstraßen still, weil Chips fehlen, doch der globale Chip-Markt ist davon unbeeindruckt. Auch Opel schickt nun Arbeiter in Eisenach nach Hause oder in die Kurzarbeit, weil Chips fehlen. Wir dürfen uns also darauf einstellen, dass Autobauer ihre Produktionsziele nur sehr schwer erreichen werden.

6. INFLATION
Der Häuserpreisindex ist im zweiten Quartal des laufenden Jahres um 10,9% angestiegen. Das ist der höchste Anstieg seit … hmm, die Tabelle reicht nur bis 2016 zurück.

Und das, obwohl die Kosten für Immobilien, also der Hypothekenzins, seit März bereits von 0,75% auf 1% gestiegen ist: Die Finanzierung ist um 33% teurer geworden.

In den USA sieht es nicht viel besser aus. Dort wurde soeben gemeldet, dass der Häuserverkauf zuletzt um 8% angesprungen ist, erwartet wurde ein Anstieg von 1%.

„Transitory” lautet das Lieblingswort der US-Notenbank: Der Inflationsdruck, den inzwischen jeder spürt, sei „vorübergehend”. Es handele sich nur um einen Nachholeffekt, da die Preise im Coronajahr 2020 eingebrochen waren. Wenn das ursprüngliche Preisniveau wieder erreicht sei, so die Argumentation, werde der Preisdruck, also der Inflationsdruck, nachlassen.

So hat die US-Notenbank bereits das Inflationsziel angehoben und zuletzt sogar ausgesetzt mit dem Argument, der Arbeitsmarkt sei wichtiger. Die EZB hat das Inflationsziel von „nah bei, aber nicht über 2%” umformuliert in „symmetrische 2%”, was ein zeitweiliges Überschießen toleriert. Nachdem wir in den vergangenen 8 Jahren stets unter 2% waren, ist der Begriff "zeitweilig" sicherlich sehr dehnbar.

An vielen Orten und in vielen Branchen ist die Wirtschaft gut angelaufen. Doch in vielen Bereichen gibt es noch Probleme. Die Notenbanken dürfen nicht zu früh den Geldhahn zudrehen, damit diese Probleme ebenfalls noch behoben werden können, so meint es derzeit der Mainstream.

Doch wir sehen an meiner Auflistung, dass die Probleme vielfältiger Natur sind und nicht durch mehr Liquidität gelöst werden können, sondern durch Korrekturen im System.

Wenn deutsche Autobauer keine Chips bekommen, weil sie von einem globalen Chipproduzenten abhängen, den die Autoproduktion nicht interessiert, dann ist das ein strukturelles Problem und nicht mit mehr Liquidität zu lösen.

Wenn Menschen nicht zur Arbeit gehen, weil wir das Corona-Problem noch nicht gelöst haben, dann ist auch das ein strukturelles Problem.

Auch die Energiepreise lassen sich nicht mit mehr Geld lösen.

Die Antwort der Politik lautet: Infrastrukturprogramm. Wir bauen Dinge, für die es weder Arbeiter, noch Materialien gibt.

Also bleiben die Notenbanken als letzter Rettungsanker. Notenbanken können durch das Zur-Verfügung-Stellen von Liquidität Zeit kaufen, um die strukturellen Probleme zu lösen. Denn niemand schaut den Notenbanken auf die Finger. Oder besser gesagt: Nur die Politik tut dies, doch die wird nicht intervenieren, da die Notenbanken ja helfen, politische Fehler zu vertuschen.

Die Probleme, die ich hier aufgelistet habe, sind schon seit mindestens einem halben Jahr bekannt. Seither ist die Aktienmarktrallye in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Ich habe im Frühjahr ebenfalls noch fest behauptet, die Inflation sei vorübergehend. Dahinter steckte die Hoffnung, dass die strukturellen Probleme gelöst würden.

In den vergangenen Tagen ist mir nun wie Schuppen von den Augen gefallen, dass diese Probleme noch immer nicht gelöst sind. Im Gegenteil, die Abschottungsbestrebungen Chinas lassen befürchten, dass es auf absehbare Zeit keine Lösung geben wird. Eine Alternative zur starken Abhängigkeit von China kann ich nicht erkennen.

Ich stelle mich daher ab sofort und bis auf weiteres auf steigende Zinsen ein. Das ist ein großer Wechsel, den ich in meinem Kopf erst einmal umsetzen muss. Immerhin haben wir seit dem Ende der Achtziger Jahre fallende Zinsen in der westlichen Welt gesehen. 35 Jahre fallende Zinsen. Mein Knowhow über Märkte bei steigenden Zinsen muss ich erst aufbauen, denn damals war ich noch ein Jugendlicher.

Kurz gesagt: Es wird darauf hinaus laufen, dass Unternehmen mit hohem Cashflow zur heutigen Zeit gefragt sein werden, also Dividendentitel. Unternehmen, deren Cashflow erst in der Zukunft erfolgt, werden bei steigenden Zinsen einen zunehmend hohen Risikoabschlag in der Bewertung hinnehmen müssen. Wachstumsunternehmen werden vor diesem Hintergrund weniger attraktiv.

Zykliker könnten gut funktionieren. Wenngleich auch sie mit der Ressourcenknappheit zu kämpfen haben, so können sie doch jeden Preis durchreichen, da die Nachfrage das Angebot stark übersteigt. Maschinenbauer werden wieder interessant, weil Kapazitäten fehlen.

Schauen wir einmal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES30.9.21Woche ΔΣ '21 Δ
Dow Jones34.104 -2,0%11,9%
DAX15.156 -2,4%10,5%
Nikkei28.771 -4,9%4,8%
Shanghai A 3.740 -1,2%4,5%
Euro/US-Dollar1,16-1,1%-5,7%
Euro/Yen128,71-0,8%1,5%
10-Jahres-US-Anleihe1,49%0,030,55
Umlaufrendite Dt-0,31%0,010,25
Feinunze Gold$1.762 0,8%-6,4%
Fass Brent Öl$78,53 0,6%52,8%
Kupfer$9.156 -2,1%16,8%
Baltic Dry Shipping$5.167 11,1%278,3%
Bitcoin$47.308 9,9%68,0%



In der abgelaufenen Woche wurden die Highflyer des Lockdowns ausverkauft: Aktien der Gesundheitsbranche verloren durchschnittlich 5,1%, angeführt von Carl Zeiss Meditec mit -14%, Eckart & Ziegler mit -13% und Stratec Biomed. mit -10%. Auch Technologieaktien gehörten mit einem Wochenverlust von durchschnittlich -4,4% zu den größten Wochenverlierern: TeamViewer - 14% (gerade noch rechtzeitig von uns verkauft) und Delivery Hero -7%.

Auf der Gewinnerseite stehen diese Woche Rohstoffaktien mit einem Plus von durchschnittlich 0,6%: Stahlhändler Klöckner +7%. Wenn wir uns vor Augen führen, dass alle Rohstoffaktien in der DAX-160 Familie (DAX, MDAX, & SDAX) gerade mal 1% der Marktkapitalisierung beisteuern, ist das wohl nicht mehr als eine Randbemerkung wert.

Alle anderen Branchen haben diese Woche Federn gelassen.

Schauen wir uns nun einmal die Entwicklung der Stimmung unter den Anlegern an.




03. Sentiment: Extreme Angst und Niedergeschlagenheit

Weltweit stocken die Lieferketten, China schottet sich ab und immer mehr Branchen werden durch die Güterknappheit erfasst: Steigende Preise könnten sich nicht, wie von den Notenbanken versprochen, als "vorübergehend" herausstellen, denn auch die Löhne ziehen an. Notenbanken, die in den vergangenen 35 Jahren jedes Problem mit mehr Liquidität gelöst haben, sind nun hilflos: Weder mehr Geld, noch höhere Zinsen lösen die strukturellen Probleme der global vernetzten Wirtschaft. Die Aktienmärkte sind daher diese Woche auf Tauchstation gegangen.

Anleger bekommen nun Panik: Unser Indikator für das Anlegersentiment ist auf -4,9 gefallen. Ab Werten unter -4 sprechen wir von Extremwerten. Aktien werden auf den Markt geworfen, ohne Rücksicht auf Verluste. Zuletzt im November 2020 hatten wir eine so extrem negative Stimmung. Es folgte die Impfstoffrallye.

Noch vor einer Woche spekulierten viele Anleger auf eine baldige Fortsetzung der Rallye. Das war falsch und entsprechend verunsichert sind die Anleger nun: Die Selbstgefälligkeit ist auf einen Extremwert von -4,4 gefallen.

Parallel zur Angst wächst die Zuversicht für die Zukunft: Die Erwartung ist auf einen Extremwert von +5,0 gestiegen. Auch bei der Zukunftserwartung müssen wir bis zum November 2020 zurück gehen, um ähnliche Extremwerte zu finden.

Direkt vor der US-Präsidentschaftswahl am 2. November war das Anlegersentiment auf den Extremwert von -6,0 eingebrochen, die Zukunftserwartung stand zeitgleich bei +5,0.

Die Investitionsbereitschaft ist auf +2,9 angestiegen. Auch das ist der höchste Wert seit November letzten Jahres, doch damals stand die Investitionsbereitschaft sogar bei +4,5. Dieser Wert lässt offen, ob schon ausreichend viele Anleger dem Markt den Rücken gekehrt haben, um nun mit ausreichend Cash eine Rallye zu starten.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf 5 angestiegen, die meisten spekulieren also schon wieder mit Call-Optionsscheinen auf steigende Kurse.

Das Put/Call-Verhältnis der CBOE zeigt ebenfalls weiterhin ein starkes Spekulieren auf steigende Kurse unter den US-Anlegern. Der Optimismus scheint ungebrochen.

US-Fondsmanager hingegen haben ihre Investitionsquote auf 55% reduziert (Vorwoche 78%) und sind somit gut für den Kurseinbruch gerüstet gewesen.

US-Privatanleger haben ein Bulle/Bär-Verhältnis von -13%, die Bären dominieren. Mit 40,7% Bären ist das Lager der Pessimisten so gut gefüllt wie in den vergangenen 12 Monaten nie zuvor. Wir haben also unter Privatanlegern die höchste Bärenquote seit einem Jahr, höher als im November letzten Jahres.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 notiert mit einem Wert von 25% an der Schwelle zur extremen Angst.

Interpretation



Dem vorläufigen Ergebnis meiner animusX-Umfrage entnehme ich noch, dass viele Anleger in den vergangenen Tagen ihre Short-Spekulation eingedeckt haben. Das frei gewordene Geld wurde nur zum Teil für Aktienkäufe genutzt, zum Teil liegt nun noch ausreichend Cash für weitere Käufe bereit.

Verkaufen möchte nun niemand mehr: Wenn, dann soll gekauft werden, zeigt mir der Index der Kaufabsicht. In den vergangenen 12 Monaten war die Absicht, in den kommenden zwei Wochen Aktien zu kaufen, nie so hoch wie jetzt.

Daraus würde ich mal ableiten, dass wir entweder heute im weiteren Tagesverlauf, oder aber sonst zum Beginn der kommenden Woche zumindest eine deutliche Gegenreaktion nach diesem Ausverkauf sehen werden. Wir haben nun einen Anflug von Panik bei den Anlegern gesehen, Aktienpakete wurden unlimitiert auf den Markt geschmissen und Anleger mit schwachen Nerven kehren der Börse den Rücken.

Sie müssen bedenken, dass wir seit dem Coronacrash im März 2020 viele neue, junge Anleger an den Aktienmärkten begrüßen durften, die an dem Aktienmarkt bis heute nur eines erlebt haben: Steigende Kurse. Der einzige nennenswerte Ausverkauf fand im November 2020 statt und wurde umgehend nach dem Wahlsieg Joe Biden und der Zulassung des ersten Impfstoffes durch um so heftiger steigende Kurse wieder ausgeglichen.

Schon beim Ausverkauf im November 2020 war zu spüren, dass viele Anleger die Nerven verloren.

Nun werden die oben aufgezeigten Probleme nicht von heute auf morgen verschwinden. Die Corona-Pille, die Merck heute vorgestellt hat, ist nicht viel mehr als ein Mosaiksteinchen der Lösungen. Zugegeben: Ein bedeutendes Mosaiksteinen, aber mehr auch nicht. Für eine heftige Aufholjagd war bislang die negative Stimmung jedoch noch nicht negativ genug: Vor einem Jahr hatten wir in fünf von sechs Wochen ziemlich negative Stimmungswerte. Davon sind wir derzeit noch weit entfernt, die extrem negative Stimmung dieser Woche ist noch ein einzelner Ausreißer.

Entsprechend hat sich kein großer Nachholbedarf bei Käufen angestaut. Eine Gegenbewegung in der kommenden Woche könnte sich als Strohfeuer herausstellen.

Die Stimmung am Anleihemarkt ist auf einem Tiefpunkt, der Ausverkauf des Bund-Future hat Spuren hinterlassen. Die im Umkehrschluss dazu gestiegenen Zinsen könnten also erst einmal eine Pause einlegen. Bei Werten um 170 Euro, also auf dem aktuellen Niveau, gibt es eine große Kaufbereitschaft.

Auch beim Gold ist die Stimmung extrem schlecht, auch hier spricht vieles für eine - zumindest kurzfristige - Gegenbewegung. Die Stimmung befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 6 Monaten. Die Zukunftserwartung hält sich moderat optimistisch auf gutem Niveau.

Für das Öl gilt das Gegenteil: Euphorie an den Ölmärkten, "Ölgräberstimmung" könnte man sagen :-).

Die Stimmung zum Bitcoin ist durchwachsen: Das Hin und Her der vergangenen Wochen und zudem die ungewisse Situation bezüglich der Zukunftsperspektiven des Bitcoins in China lasten auf dem Kryptomarkt.










04. Ausblick: Die Folgen zu lockerer Geldpolitik

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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05. Update beobachteter Werte

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06. Leserfragen


Variable Südzucker-Anleihe unterbewertet

Hallo und Guten Tag Herr Heibel,

warum notiert unsere Südzucker Anleihe so weit unter pari? Die Geschäfte der Emittentin laufen doch aktuell soweit gut, das eine Aussetzung der Zinszahlung nicht zu erwarten ist. Zum aktuellen Kurs erscheint sie mir weit unterbewertet.

Falls meine Frage von allgemeinem Interesse sein könnte, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung im Ticker freuen.

Mit freundlichen Grüßen aus Haltern

Diedrich aus Haltern

ANTWORT
Der Kurs der Südzucker-Anleihe wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: Dem Zinsniveau und der 5%-Hürde.

Zinsniveau: Die Verzinsung der Anleihe beträgt 3,1% zzgl. dem 3-Monats-Euribor. Der ist zur Zeit jedoch negativ, also müssen wir von den 3,1% etwas abziehen.
http://de.euribor-rates.eu/euribor-zinssatz-3-monate.asp
-> Euribor am 24.9.: -0,543%
-> Zinszahlung: 3,1-0,543= 2,557%

Nun wird der Zins auf den nominalen Wert der Anleihe von 100% gezahlt. Wer heute jedoch erst kauft, der zahlt für die nominalen 100%-Papiere nur 88,61%. Die Zinszahlung auf den heutigen Kaufpreis beträgt dennoch 2,557%, also bspw. 25,57€ für einen nominalen Betrag von 1.000€, für den Sie jedoch nur 886,10€ bezahlen müssen. Folglich erhalten Sie auf 886,10 Euro 25,57€ Zinsen. Das entspricht einer Rendite von 25,57/886,1 = 0,0288, oder auch 2,88%.

Wenn das Zinsniveau steigt, steigt auch der Zins für unsere Anleihe, die Anleihe wird attraktiver. Und umgekehrt.

5%-Hürde: Sollte der Cashflow von Südzucker in einem Bilanzjahr weniger als 5% des Konzernumsatzes betragen, ist das Unternehmen berechtigt, die Zinszahlung für das entsprechende Jahr auszusetzen. Vor zwei Jahren war es mal ziemlich knapp, doch seither ist die 5%-Hürde nicht mehr in Gefahr. Die 5%-Hürde ist natürlich eine Belastung für die Anleihe, daher notiert die Anleihe immer etwas niedriger, als es das aktuelle Zinsniveau vermuten lassen würde. Aktuell ist die Gefahr eines Zahlungsausfalls gering, daher ist der Kurs der Anleihe im laufenden Jahr bereits um 15% angestiegen.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig aufklären :-).


Zinsbindung bei Immobilienfinanzierung

Hallo Herr Heibel,

vorab ein großes Kompliment für Ihre gute Arbeit und die verständlichen Ausarbeitungen Ihres Heibeltickers. Sie haben immer mal wieder auch eine Aussage zur Zinsentwicklung getroffen. Wie sehen Sie die Zinsentwicklung in den nächsten Jahren (es ist mir bewusst, dass es nur eine Abschätzung entsprechend der aktuellen Lage ist?.

Ich frage wegen einer Immobilienfinanzierung. Ist es in der momentanen Lage vielleicht sinnvoller eine 15-jährige Zinsbindung zu nehmen (mit leichtem Aufschlag beim Zinssatz), da die Zinsen in ein paar Jahren ggf. ansteigen werden, oder erwarten Sie, dass die Zinsen in 10-11 Jahren auch noch auf vergleichbarem Niveau sein werden?

Über eine kurze Beantwortung (wenn es zeitlich nicht geht auch ohne größere Erklärung) wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Martin aus Coburg

ANTWORT
Als ich vor 11 Jahren die Finanzierung meines Immobilienkaufs abgeschlossen hatte, war ich felsenfest davon überzeugt, den absoluten Tiefpunkt der Zinsentwicklung erwischt zu haben. Wenn Sie mich also heute nach meiner Einschätzung für in 10-11 Jahren fragen, dann bin ich vielleicht nicht der Richtige :-(.

Ich habe damals meine Finanzierung in 3 Tranchen geteilt: Zinsbindung für 5, für 10 und für 15 Jahre. Die Tranche mit 5 Jahren konnte ich dann glücklicherweise deutlich günstiger refinanzieren. Die beiden anderen Tranchen verhandelte ich nach 10 Jahren neu - Sie haben auch bei einer 15-jährigen Zinsbindung die Möglichkeit, nach 10 Jahren neu zu verhandeln. Der Zins ergibt sich stets auf Laufzeit und der Relation des Immobilienwerts zur Finanzierungshöhe. Wenn Sie nach 10 Jahren also nur noch 30% übrig haben, dann ist der Kredit, den Sie dann neu verhandeln, ja zu 70% besichert. Mit diesen Voraussetzungen erhalten Sie deutlich günstigere Konditionen, als Sie es heute bei einem umgekehrten Verhältnis bekommen würden (bspw. 70% Kredit und nur 30% Eigenanteil). Mit diesem Wissen würde ich mir aus heutiger Sicht sogar die Tranche über 15 Jahren sparen. Das hängt aber davon ab, in welcher Geschwindigkeit Sie Ihre Finanzierung tilgen wollen und können.



07. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
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Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

www.heibel-ticker.de


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08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

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