• 15.11.: Heute im Heibel-Ticker: Konjunktursorgen keimen erneut auf http://bit.ly/32Sah5G #Börse #Aktien
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28.07.2006:
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H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

1. Jahrgang - Ausgabe 30 (28.07.2006)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: HEIßER SOMMER SORGT FÜR STARKE KURSAUSSCHLÄGE
02. SO TICKT DIE BÖRSE: GEWINNER DER BERICHTSSAISON
03. AUSBLICK: LEITZINS BALD STABIL, HITZE MACHT DURSTIG
04. GREY WOLF: GASEXPLORER MIT SANSATIONELL NIEDRIGER BEWERTUNG
05. LESERFRAGE: DEUTSCHLAND / USA? – WAS IST SOLIDE?,
STOPP LOSS, EXZESSIVE VERGÜTUNG BEI MARVELL & NABORS
06. BEOBACHTETE WERTE
07. CHARTTECHNIK DOW JONES, DAX & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
09. AN-/ABMELDUNG

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01. INFO-KICKER: HEIßER SOMMER SORGT FÜR STARKE KURSAUSSCHLÄGE
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Liebe Börsenfreunde,

Gerade habe ich es in den Nachrichten gehört: Wal-Mart, der
weltgrößte Supermarktbetreiber gibt in Deutschland auf. Er
verkauft seine Supermärkte an die Metro Gruppe und zieht sich
aus Deutschland zurück.

Ich habe Ihnen frühzeitig vom Anfang des Endes bei Wal-Mart
berichtet und riet ihnen, andere Einzelhändler wie Whole Food
Markets, Sears Holding, Safeway, Walgreens oder ähnliche
Unternehmen zu beobachten, um die Verfassung des amerikanischen
Konsumenten zu beurteilen.

Denn es gibt eine Vielzahl an gesunden Unternehmen, deren
Umsätze aus allen Nähten platzen. Die heutige Ausgabe ist etwas
länger, es befinden sich eine Vielzahl an Investmentideen
darin. So habe ich Ihnen Grey Wolf als ein weiteres Unternehmen
des Gasbranche mit sensationell niedrigem Bewertungsniveau in
Kapitel 04 vorgestellt.

Aber auch im Kapitel 02 zähle ich Ihnen die Unternehmen mit
guten Quartalsergebnissen auf. Für diejenigen unter Ihnen, die
schon jetzt die nächste Korrektur fürchten, habe ich eine Liste
der Unternehmen erstellt, die ordentliche
Aktienrückkaufprogramme verabschiedet haben. Bei diesen Aktien
habe ich in den vergangenen Wochen einen stabilen Boden
beobachtet, der ein weiteres Abrutschen der Kurse, wie bei
vielen anderen Aktien, verhinderte. Aktienrückkaufprogramme
dienen uns Anlegern als Vertrauensbeweis des Managements in das
eigene Unternehmen.

Im Kapitel 03 – Ausblick lege ich meine Erwartung für die
künftige Leitzinspolitik von Ben Bernanke dar. Bitte beachten
Sie die Verkaufsempfehlungen im Bereich der Rohstoffaktien.
Dort ist mir ein spezieller Umstand aufgefallen, der mich zur
Vorsicht mahnt. Zuletzt habe ich Ihnen noch ein Unternehmen
vorgestellt, dass von diesem heißen Sommer besonders
profitiert.

So, es ist Freitag Abend und die Temperaturen hier im Nordosten
der Republik machen noch immer keine Anstalten, Ihrem Autor das
Leben zu erleichtern. Ihr Autor wird jetzt in einen
nahegelegenen See (Krumme Lanke) springen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief@heibel-ticker.de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: GEWINNER DER BERICHTSSAISON
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Na, da haben wir ja einige schöne Tage erlebt in dieser Woche –
nicht nur Sonnenschein draußen, sondern auch drinnen auf dem
Parkett. Seit dem 11. Mai dieses Jahres ist dies das erste mal,
dass die Börse an vier aufeinander folgenden Tagen im Plus
schließt. Und auch heute sieht alles danach aus, als werde der
Dow Jones mit dickem Plus ins Wochenende gehen.

Im Wochenvergleich hat General Motors 11,6 % zulegen können,
Matsushita legte um 8 % zu. Beide Unternehmen haben
Quartalszahlen vorgelegt, die den Anlegern gefallen haben. Aber
es gab eine Menge weiterer Quartalsergebnisse. Die unsere Werte
aus der Beobachtungsliste betreffenden Quartalsergebnisse habe
ich weiter unten im Kapitel 06 – Beobachtete Werte kommentiert.

Ursächlich für die losgetretene Rallye ist wieder einmal die
Stimmung auf dem Parkett. Vergangenen Freitag hat die Stimmung
(das Sentiment) negative Rekorde erreicht: Nur zu Beginn des
Irakkrieges 2003 sowie Anfang 1991 war die Stimmung bereits so
negativ, wie letzte Woche. Es folgten jeweils lang anhaltende,
kräftige Kursrallyes.

Über das vergangene Wochenende wurde langsam das Ausmaß des
Israel-Krieges gegen den Libanon offensichtlich. Und so schlimm
der Krieg für die Libanesen sein mag, für den Rest der Welt,
für die Ölversorgung sowie für die Weltwirtschaft sind die
Auswirkungen ziemlich gering.

Somit fiel der Ölpreis im Wochenverlauf von seinem Rekordhoch
bei 79,68 auf nunmehr 74,19 US-Dollar je Fass Crude Öl. Ein
rückläufiger Ölpreis vermindert den Inflationsdruck und nimmt
somit den Druck von der US-Notenbank, weitere Zinsanhebungen
durchzuführen.

Doch allein der Ölpreis kann eine solche Rallye nicht
lostreten. Denn in den vergangenen Monaten hat sich wiederholt
gezeigt, dass die Wirtschaft auch gut mit höheren Ölpreisen
zurechtkommen kann. Es war vielmehr eine Vielzahl von
Ereignissen, die langsam aber sicher die Pessimisten zu
Optimisten bekehrte.

So haben wir in den vergangenen Wochen gesehen, wie sich
institutionelle Anleger auf einen Konjunkturabschwung
vorbereiten. Sie kauften Nicht-zyklische Aktien, Aktien also,
die unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung sind. Pharma
ist ein Paradebeispiel für eine solche Branche (Merck, Pfizer,
Shering Plough sind hier meine Favoriten). Aber auch
Lebensmittelhersteller wie Procter & Gamble oder Unilever waren
gefragt.

Und auch das inzwischen hohe Zinsniveau stellt nun eine
interessante Alternative dar. In den USA können Sie Ihr
Festgeld zu 5 % anlegen. Das ist doch interessant im Vergleich
zu den Risiken, die Aktien vor einer Konjunkturabschwächung
beinhalten, oder?

Wer also sein Geld fest anlegen wollte oder etwa die nicht-
zyklischen Aktien kaufen wollte, der musste auf der anderen
Seite zyklische Aktien verkaufen, um das notwendige
Anlagekapital zu bekommen. Und aus genau diesem Grund wurden
zyklische Aktien ohne Rücksicht auf das Bewertungsniveau
verkauft.

Für mich das extreme Beispiel ist Nabors: Der Öl und Gas
Explorer wächst mit 30 % p.a., notiert aber auf einem
Bewertungsniveau von lächerlichen 12 im KGV. Nabors gilt als
Industrieaktie, die den Konjunkturzyklen unterworfen ist. Daher
wurde diese Aktie gnadenlos verkauft.

Auf ähnliche Weisen wurden die Indizes in den Keller geprügelt,
obwohl es eine Vielzahl an Unternehmen gab, deren
Bewertungsniveaus schon extrem niedrig waren.

Dem Sog des Ausverkaufs konnten nur einige wenige Unternehmen
entkommen. Und diese Unternehmen verwendeten einen kleinen
Trick: Sie traten selbst als Aktienkäufer auf.

Unternehmen, die in den vergangenen Quartalen gute Einnahmen
erzielten und deren Kassen nun vor Bargeld überquellen können
diese Barmittel zum Kauf der eigenen Aktien verwenden. Ein
solches Vorhaben muss zuvor von der Hauptversammlung genehmigt
werden.

Diese Unternehmen haben konsequent Aktien aufgekauft, die unter
ihr Preislimit fielen. Das Management des Unternehmens sagt
also ganz klar: Wenn der Kurs unserer Aktien unter x US-Dollar
fällt, dann ist das so günstig, dass wir mit unseren
Barreserven kein besseres Investment wissen, als eben den Kauf
der eigenen Aktien!

Und so wird dem Aktienkurs ein unterstützender Boden
eingezogen. Hier sind die Unternehmen, die dies getan haben:

Microsoft
Black & Decker
Coca Cola
Pepsi
Citibank
Wells Fargo
Banc of America

Sie können sich die Kurse dieser Unternehmen anschauen und Sie
werden feststellen, dass deren Kurse stabil blieben, während
die Kurse der direkten Wettbewerber in den Keller geprügelt
wurden.

Wenn Sie also schwache Nerven haben und große Zwischenverluste
scheuen, dann können Sie sich im Falle einer erneuten Korrektur
in diesen Aktien verstecken.

Doch schon allein die Ankündigungen dieser Rückkaufprogramme
sorgten für positive Effekte an der Börse. Zuletzt gab
Microsoft sein Rückkaufprogramm von 20 bis 40 Mrd. US-Dollar
bekannt. Es zeigt den Anlegern, dass sie nicht allein gelassen
werden, wenn sie die Microsoft Aktien kaufen.


Doch der wirkliche Auslöser der aktuellen Rallye waren
schließlich die Quartalsergebnisse einiger Ölkonzerne. Exxon,
BP und Shell gaben ihre Quartalsergebnisse bekannt und
vermeldeten jeweils Rekordgewinne. Der hohe Ölpreis beschert
diesen Unternehmen satte Gewinne.

Hieraus können Sie wieder einmal ersehen: Der Ölpreis steigt
nicht aufgrund der gestiegenen Förderkosten, denn die sind noch
immer denkbar günstig. Der Ölpreis steigt aufgrund von Angebot
und Nachfrage – und das Angebot kann die Nachfrage kaum
befriedigen. Aufgrund der engen Förderkapazitäten können die
Ölkonzerne ihre Preise beliebig in die Höhe schrauben.

Noch kann ausreichend Öl gefördert werden, um eine Explosion
des Ölpreises zu vermeiden. Und wenn nun tatsächlich die
Weltwirtschaft, wie von vielen Volkswirten erwartet, in der
zweiten Jahreshälfte etwas langsamer wächst, dann wird auch in
den nächsten Jahren dieses Gleichgewicht gehalten werden
können.

Aber ein Ende ist absehbar und um dieses Ende hinauszuzögern
müssen die Ölkonzerne neue Ölquellen erschließen. Und das tun
sie mit Hilfe von Bohrunternehmen, Explorern. Ich stelle Ihnen
heute weiter unten einen weiteren Explorer vor, der auf einem
KGV von nur 11 notiert, und dass, obwohl das Unternehmen im
letzten Quartal um 50 % mehr Umsatz machte und den Gewinn sogar
um 135 % steigerte. Der Haken an der Sache? Ich habe keinen
gefunden.


Doch fassen wir einmal zusammen, was in der abgelaufenen Woche
passierte:

Die Pessimistenquote fiel auf einen historischen Höchststand,
Unternehmen stellten große Beträge für Aktienrückkäufe bereit,
Öl- und Pharmakonzerne vermelden Rekordgewinne und die
rückläufigen Rohstoffpreise bei gleichzeitig ersten
Schwächeanzeichen in der Konjunktur nähren die Hoffnung auf ein
Ende der Leitzinserhöhungen.

Hier ein paar der positiven Überraschungen der aktuellen
Quartalssaison:

Merck (MRK) hat erfolgreich eine Grundsatzklage abgewehrt,
Pfizer (PFE) und Amgen (AMGN) profitieren von der neuen
Rechtssicherheit im Pharmasektor. Die guten Quartalsergebnisse
konnten nun ohne das Damoklesschwert des Rechtsstreits genossen
werden.

Altria (MO, vormals Philip Morris) wird Kraft ausgliedern.
Derzeit besitzt Altria noch 80 % an dem Ketchup-Hersteller. Das
Rekordergebnis von Kraft hat auch den Aktien von Altria Beine
gemacht.

Comcast (CMCSA) und AT&T (T) sind nach sechs Jahren der
Konsolidierung und technologischen Weiterentwicklung nun
endlich in der Lage, ihren Kunden Internet (Daten), Telephon
(VoIP) und Fernsehen (Video, Audio) über ein und dieselbe
Leitung (DSL oder Kabel) anzubieten. Die Wettbewerber sind
pleite (Adelphia) oder wurden übernommen (Bell South). Die
Technologie kann nun der Masse angeboten werden. Beide
Unternehmen zeigten schon im abgelaufenen Quartal verbesserte
Gewinnmargen, dies ist jedoch erst der Anfang.

Motorola (MOT) baut wieder schöne Handys, Akamai (AKAM) sorgt
für den staufreien Datenverkehr im Internet.

Nun, im Bereich der Ölkonzerne sticht neben BP, Shell, und
Exxon, deren Erfolg erwartet wurde, auch Conoco (COP) hervor.
Conoco hat die besten Ölreserven.

Na, und Supermarktketten Safeway und Walgreens haben den
Anlegern gezeigt, dass noch lange keine rückläufigen Umsätze
bei Lebensmitteln zu sehen sind. In diesem Bereich habe ich im
kommenden Kapitel noch eine schöne weitere Anlageidee für Sie
vorbereitet.


Der Dow Jones steht bei 11.190 Punkten. Folgt nun der Ansturm
auf ein neues Allzeithoch bei 12.750 Punkten, oder führt die
sich abschwächende Konjunktur zu einer kräftigen Korrektur?
Mehr dazu im folgenden Kapitel.


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03. AUSBLICK: LEITZINS BALD STABIL, HITZE MACHT DURSTIG
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Ich hoffe, dass die Kurse nicht geradlinig steigen. Lieber ist
mir ein langsamer Aufwärtstrend mit regelmäßigen
Konsolidierungen. Doch heute hat es den Anschein setzt sich die
Rallye mit unverminderter Kraft fort.

Am 8. August wird die Federal Reserve wieder tagen. Dann werden
wir erfahren, ob Ben Bernanke den US-Leitzins erneut anhebt,
oder nicht. Meiner Einschätzung nach gibt es nur noch zwei
Möglichkeiten: Entweder er hebt den Zins um 0,25 % an und
verkündet, dass dies zunächst die letzte Zinsanhebung war, oder
er belässt den Zins unverändert. Egal, was er tut, anschließend
wird keine Zinsanhebung mehr erfolgen.

Der Zins ist nun bereits hoch genug, die Wirkung der hohen
Zinsen lässt ja bekanntlich ohnehin noch rund 9 Monate auf sich
warten. Ein genaues Feintuning ist also gar nicht möglich,
vielmehr spielt Bernanke mit der Psychologie der
Marktteilnehmer.

Und diese Marktteilnehmer kann er nicht mit einem erst "Hüh",
dann "Hott" Spiel verwirren. Er muss sich darüber im klaren
sein, dass er, wenn er einmal aufhört, den Leitzins anzuheben,
dann nicht mehr zurück kann.

Mit der vorletzten Zinsanhebung am 10. Mai hat Bernanke den
Auslöser für die derzeitige Korrektur betätigt. Ende Juni hat
er dann erneut den Zins angehoben und nun steht er vor der
Entscheidung, dies ein letztes mal zu tun oder bereits jetzt
aufzuhören.

Egal, wie die Entscheidung ausfallen wird, danach ist Schluss!
Und diese Ahnung hat sich in den letzten Tagen an der Börse
durchgesetzt. Finanztitel haben schon kräftig zugelegt, die
Rallye dieser Tage fußt auf der Vorahnung, dass schon bald mit
einem stabilen Zinsniveau kalkuliert werden kann.

Somit erwarte ich also in den nächsten zwei Wochen eine
positive Marktstimmung. Wie eingangs gesagt erhoffe ich mir
stets Tage, an denen der Markt konsolidieren kann. Denn nur so
werden die Kursanstiege auf einem gesunden Nährboden
stattfinden. Steigt die Börse zu schnell an, so folgt dann
schon bald wieder ein Ausverkauf derjenigen, die während des
Anstiegs verpasst haben, zu verkaufen.

Ich habe nun keine Meinung dazu, ob Bernanke am 8. August
nochmals an der Zinsschraube drehen wird, oder nicht. Wenn er
es tut, dann steht uns wohl doch noch eine erneute Korrektur
bevor. Das sollte dann aber die letzte und auch kurze Korrektur
sein, denn spätestens ab der darauf folgenden Fed-Sitzung am
20. September wird es offiziell sein, dass keine weiteren
Zinserhöhungen mehr anstehen.

Es kann also sein, dass die Rallye nun direkt durchzieht und
dass die Fed bereits keine weitere Zinserhöhung mehr vornimmt.
Es kann aber auch sein, dass es nochmals zu einer letzten
Sommerkorrektur kommt. Wie auch immer die Entwicklung der
nächsten (heißen) Sommermonate sein wird, im Herbst werden die
Kurse deutlich höher stehen.

Es ist meiner Einschätzung nach daher ratsam, weiter investiert
zu bleiben. Warten Sie mit dem vollen Einstieg noch ein wenig
ab, so dass Sie im Falle einer weiteren Korrektur noch etwas
Pulver trocken haben. Aber stellen Sie sicher, dass Sie dabei
sind, wenn es jetzt schon losgeht. Eines wird nicht passieren:
Eine mehrmonatige Korrektur mit neuen Jahrestiefs. Das erwarte
ich nicht. Dazu waren die Quartalsberichte zu gut!


ÄNDERUNGEN IN DER EMPFEHLUNGSLISTE

Ich habe heute erneut kräftig umstrukturiert in unserer
Beobachtungsliste. Insbesondere die großen Rohstoffkonzerne
habe ich zum Verkauf gestellt.

Diese Aktien haben in den vergangenen Jahren Kursgewinne von
mehreren hundert Prozent eingefahren. Sie müssen sich
vorstellen, dass jede Menge Anleger auf diesen Buchgewinnen
sitzen und nun darauf warten, dass ihr Rohstoffunternehmen
verkündet, wie es in den kommenden Jahren erneut so positiv
überraschen wird.

Doch nach den Preiskorrekturen im Rohstoffmarkt ist ein
anhaltendes Wachstum der Gewinnmargen vorerst nicht mehr zu
erwarten. Außerdem haben Analysten inzwischen die hohen
Preisniveaus in ihre Prognosen einberechnet und somit die
Gewinn- und Umsatzprognosen in die Höhe geschraubt.

Wenn unsere Rohstoffgiganten (Rio Tinto, BHP Billiton und
Freeport McMoRan) weiterhin positiv überraschen wollen, dann
müssen sie Umsatz zukaufen, sprich andere Unternehmen
aufkaufen. In einem heiß umworbenem Markt wie dem
Rohstoffsektor sind aber keine Schnäppchen mehr zu erzielen,
Übernahmen werden ihren stolzen Preis haben. Sie haben dies an
dem Übernahmepoker von Mittal um Arcelor miterleben können.

Ich erwarte daher aus dieser Branche für die nächsten Monate in
erster Linie Umsätze und Gewinne, die den hohen Erwartungen
entsprechen. Gleichzeitig wird es die eine oder andere
Übernahme geben, die für die Rohstoffgiganten jedoch teuer sein
wird.

Kurz gesagt: Ich sehe keinen Katalysator für weitere
überproportionale Kursgewinne mehr. Verkaufen Sie in die
aktuelle Rallye hinein und warten Sie mit dem Rückkauf dieser
Aktien ein paar Monate.


HITZE MACHT DURST

Erinnern Sie sich noch an den Sommer 2003? Ihr Autor saß damals
in seinem nicht klimatisierten Büro in Köln (linksrheinisch) in
Badehose vor seinem Schreibtisch und hatte zur Prozessorkühlung
ein nasses Handtuch um seinen Kopf gewickelt.

Berentzen Apfelkorn kennt wohl jeder. Aber auch Bommerlunder,
Puschkin Vodka oder Doornkaat kommen aus dem Haus Berentzen mit
Sitz in Haselünne (genannt Fuseltowncity).

Was aber die wenigsten wissen ist, dass Berentzen inzwischen
einen ernstzunehmenden Zweig alkoholfreier Getränke aufgebaut
hat. Unter dem Namen Vivaris werden verschiedene Mineralwasser,
Gesundheitsgetränke bis hin zu Pepsi in Lizenz vertrieben.

Der Berentzen Konzern durchläuft seit einigen Jahren bereits
kräftige Restrukturierungsmaßnahmen. Der Bereich der
alkoholfreien Getränke ist bereits seit dem letzten Jahr
profitabel.

Die Marktkapitalisierung beträgt 33 Mio. Euro, damit liegt das
Unternehmen klar unter meinen Kriterien. Dennoch, es werden nur
Vorzugsaktien angeboten, so dass spekulative
Kursbeeinflussungen relativ unwahrscheinlich sind. Der Umsatz
liegt bei 190 Mio. Euro, und das läßt aufhorchen. Das ist ein
Kurs/Umsatz-Verhältnis, das eine Aktie nur kurz vor der
Insolvenz erreicht. Aber von Insolvenz ist bei Berentzen keine
Rede. Allein die Eigenkapitalquote von 44 % ist schon eine
ausreichende Absicherung.

Doch jetzt kommt das Bonbon: Im Jahr 2003 hat Berentzen
überraschend gut abgeschnitten. Entgegen der Prognosen wurden
insbesondere im alkoholfreien Bereich kräftige Gewinne
eingefahren.

Ihr Autor mag keine Klimaanlagen, denn davon bekommt er schnell
eine Erkältung. Raten Sie einmal, wie ich heute am Schreibtisch
sitze...

...ich erwarte auch in diesem Jahr ein überraschend gutes
Ergebnis bei Berentzen. Noch vor wenigen Monaten habe ich mit
dem Geschäftsführer von Vivaris gesprochen. Er meinte, die
Restrukturierungsmaßnahmen würden konsequent umgesetzt werden,
denn man könne nicht auf einen so heißen Sommer wie 2003
setzen.

Nun ist der heiße Sommer da. Legen Sie noch die Feierlaune der
Deutschen während der Fußball WM drauf und Sie haben Zutaten
für eine positive Überraschung.

Aktuell notiert die Aktie bei 6,91 Euro. Kurse unter 7 Euro
sind meiner Einschätzung nach Kaufkurse. Im Winter werden dann
die ersten Umsatzzahlen an die Öffentlichkeit kommen. Zu diesem
Zeitpunkt werden wir die Aktien dann wieder verkaufen. Mein
Kursziel liegt bei 9,50 Euro.

Berentzen Gruppe AG Vorzugsaktien
WKN 520163
ISIN DE0005201636
Kurs aktuell 6,91 EUR
Kaufen unter 6 Euro
Ziel 9,50 Euro bis Anfang nächsten Jahres.


TRADINGIDEEN


Statoil (STO, 675213, 23,37 Euro) gekauft zu 23 Euro. Die
Aufholjagd geht weiter: Gute Quartalsergebnisse im Ölbereich
heizen den Kursanstieg an. Halten.

Nabors (NBR, 662778, 26,16 Euro) kaufen unter 26,50 Euro, über
28 Euro verkaufen (diese Spekulation nicht verwechseln mit der
Nabors-Position in der Empfehlungsliste).

Chesapeake (CHK, 31,84 USD) gekauft zu 30 US-Dollar, verkaufen
zu 33 US-Dollar. Das Quartalsergebnis fiel positiv aus, der
Gewinn stieg um 85 %. Die Prognosen wurden angehoben. Mein
Kursziel von 33 USD sollte bald erreicht werden.

Foster Wheeler (FWLT, A0DNLG, 29,35 Euro) kaufen unter 34 Euro,
verkaufen zu 38 Euro. Foster Wheeler ist Opfer von
Optionsspekulanten. Der Kurs wird derzeit gnadenlos in den
Keller geprügelt, obwohl das KGV bereits bei 16 angelangt ist,
bei einem Umsatzwachstum von 12 % p.a. Nachkaufen.


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04. GREY WOLF: GASEXPLORER MIT SANSATIONELL NIEDRIGER BEWERTUNG
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Während Ölkonzerne immer neue Rekordgewinne vermelden werden
die Aktien von Unternehmen, die alternativen zum Öl anbieten,
ungerechtfertigt in den Keller geprügelt. Nabors, Chesapeak und
Foster Wheeler habe ich Ihnen bereits mehrfach vorgestellt.
Heute kommt noch Grey Wolf hinzu.

Grey Wolf betreibt 127 Bohrtürme auf dem Festland der USA. Dort
wird im Auftrag der großen Ölkonzerne nach neuen Gasvorkommen
gesucht. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach der
Bohrausrüstung von Grey Wolf stieg der Mietpreis für einen
solchen Turm von 40.000 US-Dollar pro Tag im letzten Jahr auf
120.000 US-Dollar in diesem Jahr.

Solche Preiserhöhungen lassen sich nicht durchsetzen, wenn die
Kapazitäten von Grey Wolf und aller anderen Bohrunternehmen
nicht absolut ausgelastet wären. Der Umsatz ist zuletzt um 48 %
angestiegen, der Gewinn um 135 %. Das Unternehmen kann jeden
Preis verlangen, den es will. Ölkonzerne suchen auf Teufel komm
raus nach neuen Gasvorkommen.

Dennoch pendelt der Aktienkurs von Grey Wolf seit einem Jahr
nahezu unverändert zwischen 7 und 8 US-Dollar. Wie kommt es,
dass ein solches Wachstum nicht zu steigenden Aktienkursen
führt?

Nun, Anleger haben Angst, dass dieses Wachstum nicht nachhaltig
sein könnte. Der Gaspreis stand im vergangenen Herbst nach den
Hurrikans und den daraus resultierenden Förderausfällen bei 15
US-Dollar, inzwischen steht der Gaspreis wieder bei 7,07 US-
Dollar. Das ist mehr als eine Halbierung des Gaspreises und
Anleger befürchten, dass das Interesse am Gas nachlasen könnte.

Doch wenn Sie eine etwas längerfristige Preisentwicklung des
Gaspreises in den USA anschauen dann werden Sie schnell sehen,
dass bereits bei 7 US-Dollar ein ordentlich hoher Gaspreis
erreicht wurde. Wenn man den unnatürlichen Preisanstieg des
vergangenen Herbstes einmal außer acht lässt, dann ist schon
ein Preisanstieg auf 10 US-Dollar wieder ein neuer Rekordpreis.

Und es gibt einen Grund, warum der Gaspreis solch starken
Schwankungen unterliegt: Man kann Gas kaum lagern. 60 % der
amerikanischen Haushalte heizen im Winter mit Gas. Im Sommer
werden Klimaanlagen angeschmissen, die mit Strom aus der
Steckdose (sprich Kraftwerke irgendwo im Lande) betrieben
werden. Gas wird im Sommer also kaum gebraucht.

Wenn Sie nun die Produktionskapazität von Gas auf den
Winterbedarf ausgelegt haben, dann müssen Sie das im Sommer
produzierte Gas entweder lagern oder zu Ramschpreisen auf den
Markt werfen. Oder Sie stoppen die Produktion, und auch das ist
teuer.

Die Lagerung von Gas funktioniert nur über eine Verflüssigung
des Gases unter extrem niedrigen Temperaturen. Derzeit gibt es
weltweit nur einig handvoll Anlagen, die dazu in der Lage sind.
Es folgt noch der teure Transport bzw. Lagerung, bei dem die
niedrige Temperatur zu jeder Zeit gehalten werden muss.

Somit ist das Gas überwiegend von nationalen Einflüssen
abhängig. Es gibt keinen weltweiten Gaspreis, sondern viele
unterschiedliche lokale Gaspreise. Diese lokalen Gaspreise
fallen nun stets im Sommer, da die Nachfrage abebbt.

Nun haben im vergangenen Herbst nach den Hurrikans erstmals
Hedgefonds den Gasmarkt entdeckt – und insbesondere die
Unternehmen, die darin tätig sind. So auch Grey Wolf. Von den
Besonderheiten des Gasmarktes verstehen Hedgefonds jedoch sehr
wenig. Sie sind momentumorientiert, kaufen also, wenn die Kurse
steigen und verkaufen, wenn die Kurse fallen. Fundamentale
Zusammenhänge sind ihnen fremd und somit hat sich bei Grey Wolf
eine Abwärtsspirale entwickelt, die den Kurs auf ein
übertrieben niedriges Niveau gedrückt hat.

769 Mio. US-Dollar Umsatz werden mit einer Marktkapitalisierung
von 1,4 Mrd. bewertet. Die Bilanz ist sauber, die langfristigen
Schulden von 275 Mio. US-Dollar sind durch Barreserven von 214
Mio. US-Dollar nahezu gedeckt. Die Zinslast kann locker aus dem
freien Cashflow von 65 Mio. US-Dollar getragen werden.

Schon im kommenden Jahr wird das KGV auf nur noch 7 fallen.
Wenn anschließend keine Bohrungen mehr erforderlich wären, weil
das Energieproblem gelöst wurde, dann könnte ich ein solches
Bewertungsniveau nachvollziehen. Aber in einer Zeit, in der das
dominante Öl durch eine Vielzahl alternativer Energieträger
ersetzt wird ist eher mit einer anhaltend starken Nachfrage
nach der Bohrausrüstung von Grey Wolf zu rechnen.

Unter 7,50 US-Dollar ist die Aktie für mich ein Kauf. Bis zum
nächsten Frühjahr sollte der Kurs meiner Ansicht nach in
Richtung eines KGVs von 17 ansteigen, das entspricht einem Kurs
von 11,90 US-Dollar.

Grey Wolf
US-Kürzel GW
WKN 866164
Handelsplatz München
Kurs aktuell 5,67 EUR / 7,27 USD
Kaufen unter 5,75 EUR / 7,50 USD

Ziel 11,90 USD bis zum Frühjahr 2007.

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05. LESERFRAGE: DEUTSCHNLAND / USA? – WAS IST SOLIDE?,
STOPP LOSS, EXZESSIVE VERGÜTUNG BEI MARVELL & NABORS
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FRAGE 1: Deutschland / USA? – Was ist solide ?

Sehr geehrter Herr Heibel,

mit großem Interesse lese ich seit kurzem Ihren Ticker. Dabei
ergeben sich bei mir zwei Fragen, die Sie vielleicht schon
mehrere Male beantwortet haben - aber da bin ich dann noch
nicht Ihr Leser gewesen:

1. Mir fällt auf, dass Sie - auch schon vor dem Rückgang des
Dax - in erster Linie ausländische/amerikanische Werte anführen
und empfehlen. Haben Sie so wenig Vertrauen in die Entwicklung
der Unternehmen in Deutschland? Die (Wirtschafts)-Daten in den
USA z.B. lassen auch nicht nur positive Schlüsse zu.

2. In Ihrem letzten Ticker führen Sie - wie viele andere
Börsendienste auch - an, dass nur mit einem kleinen Teil des
Vermögens spekuliert werden sollte. Der Rest sollte auf
"solide Füße" gestellt werden. Was sind aus Ihrer Sicht solide
Füße? Ich meine mich zu erinnern, dass Sie Gold empfohlen haben
- u.a., weil es nicht nur Papier ist. Was für "solidere Füße"
als Papier gibt es aus Ihrer Sicht sonst noch? Immobilien z.B.?
Ich weiß, es gibt keine 100%ige Garantie, aber auch Immobilien
waren in den letzten Jahren z.T. stark rückläufig.

Für Ihre Antwort vielen Dank im voraus.

Wolfgang aus Koblenz


ANTWORT 1:

vielen Dank für Ihre Fragen. Ich bleibe dadurch darüber im
Bilde, wie verständlich mein Heibel-Ticker ist.

zu 1.: In Deutschland gibt es unzählige versierte
Schreiberlinge, die den Dax und seine Unternehmen unter die
Lupe nehmen. Auch ich lande manchmal bei Dax-Unternehmen oder
auch bei anderen deutschen Unternehmen, ich lege aber keinen
Schwerpunkt darauf.

Mein Schwerpunkt ist die USA, denn was in den USA geschieht
bestimmt die Richtung an den Börsen der Welt. Täglich hören Sie
Meldungen wie "Der Dax stieg aufgrund der guten Vorgaben aus
den USA an" oder "Der Dax brach in Folge des Kursrutsches in
den USA ein".

Ich bestimme zunächst die Verfassung der US-Finanzmärkte und
leite daraus meine Schlussfolgerungen ab. Daher habe ich so
viele US-Titel in meiner Beobachtungsliste.

Sie haben Recht, wenn Sie auf die guten Aussichten der
deutschen Aktien hinweisen. Auch ich sehe das so und werde
schon bald einige deutsche Titel vorstellen. Die Begründung für
meine Empfehlungen hängen jedoch mit den Entwicklungen in den
USA und daraus folgend auch in China, Japan, auf den
Rohstoffmärkten usw. zusammen.

zu 2.: "Solide Füße" sind natürlich Gold und andere Edelmetalle
sowie Immobilien. Aber auch Aktien von Unternehmen, die ein
langfristig gutes Wachstum aufweisen gehören dazu. BHP Billiton
beispielsweise oder Rio Tinto, aber auch Cameco bis hin zu
Yahoo! sehe ich als solide Investments an. Dabei steht
insbesondere die Wachstumserwartung im Verhältnis zum
Bewertungsniveau im Vordergrund. Wenn dieses Verhältnis günstig
ist, dann sehe ich ein Investment als solide an.

Spekulativ ist jedoch in meinen Augen beispielsweise die Aktie
von General Motors, denn hier werden keine Gewinne geschrieben,
die künftige Entwicklung hängt von dem Erfolg oder Misserfolg
der aktuellen Restrukturierung ab.

Solide ist also ein Investment, dass sich weiter positiv
entwickelt, wenn sich nichts ändert. Spekulativ ist ein
Investment, bei dem sich etwas ändern muss, damit es sich
positiv entwickeln kann.

Vielen Dank nochmals für Ihre Fragen. Ich falle mit meiner
Definition von "solide" sicherlich aus dem Rahmen, denn kaum
ein anderer Analyst würde Yahoo! als solide bezeichnen. Aber
auch der Heibel-Ticker fällt aus dem Rahmen und ich bin
überzeugt davon, dass der kleine Unterschied den Erfolg
ausmachen wird.


FRAGE 2: STOPP LOSS

Ich bin noch etwas unerfahren mit dem Nutzen von Stopp Loss
Marken.

Sie haben in der letzten Ausgabe eine gute Entwicklung auch für
den Solarbereich prognostiziert. Wenn auch vielleicht vorher
eine Korrektur zu erwarten ist.

Die Solar-Fabrik ging vor einer Woche steil nach unten.
Eigentlich ist die Stopp Loss Marke unterschritten. Macht es
Sinn an so einer Marke festzuhalten, auch wenn man eigentlich
eine Wende nach oben erwartet?

Oder hat sich bei dieser Firma etwas neues ergeben, das wir
noch nicht wissen?

Oder haben nur einige Stopp Loss Limits gegriffen?

Mit freundlichen Grüßen

Thomas aus Bruchsal

ANTWORT 2:

ich habe in der letzten Ausgabe bereits darauf hingewiesen: für
Stopp Loss Marken gelten nur die Tagesschlusskurse. Wenn der
Kurs also im Tagesverlauf einmal unter die Marke rutscht,
jedoch am Ende wieder darüber notiert, dann zieht die Stopp
Loss Order noch nicht!

Den Grund dafür habe ich schon mehrmals beschrieben: Ein
Aktienkurs lässt sich im Tagesverlauf leicht manipulieren. Es
ist für einen Großinvestor möglich, den Kurs zum Tagesbeginn
etwas in den Keller zu drücken. Es ist bekannt, dass viele
Solar-Fabrik Investoren ihre Position mit einem automatischen
Stopp Loss bei 10 Euro abgesichert haben. Werden dann die 10
Euro unterschritten, so werden automatisch viele unlimitierte
Verkauforders generiert. Durch diese Flut von Verkauforders
sackt der Kurs weiter ab.

Der Großinvestor kann nun zu günstigen Kursen einkaufen gehen.
Kurse, die im Normalfall nicht eingetreten wären, wenn es nicht
diese vielen automatischen Stopp Loss Orders im System gegeben
hätte. Bei diesem Vorgang kann der Kurs kräftig in den Keller
rutschen - wie bei der Solar-Fabrik am 17.7. geschehen. Das
Tagestief lag bei 9,04 Euro.

Dann jedoch waren alle automatischen Verkauforders ausgeführt
und es kamen keine neuen Verkauforders mehr hinzu, die den
niedrigen Kurs hätten halten können. Somit schnellte
anschließend der Kurs genauso schnell wieder hoch, wie er zuvor
abgerutscht war. Zum Tagesschluss notierte der Kurs wieder bei
9,98 Euro.

Da ich diese Vorgänge zu den manipulierenden Vorgängen an der
Börse zähle empfehle ich stets, Stopp Loss Kurse nur manuell
und auf Tagessschlussbasis zu kontrollieren. Damit wird
vermieden, dass man einer solchen Manipulation auf den Leim
geht.


FRAGE 3: Exzessive Vergütung bei Marvell & Nabors

Hallo Herr Heibel

Zwei Ihrer Empfehlungen haben in Ihrer Bewertungsliste das
Potential sich zu verdoppeln, Nabors und Marvell. Leider
entwickeln sich aber beide Titel geradezu konträr zu Ihrer
Analyse. Aber wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zu
letzt.

Nun aber zu meiner Frage: Yahoo! Finance entnehme ich, dass der
CEO von Marvell 75 Mio. USD in Entschädigungen im 2005 erhalten
hat, der Co-Founder 45 Mio. USD und bei Nabors der CEO sogar
solche von gegen 200 Mio. USD erhalten hat.

Fairerweise muss ich sagen, dass ich nicht im Detail weiß um
was es sich bei diesen Entschädigungen handelt. Aber als Laie
habe ich den Eindruck, dass sich hier das Topmanagement aus der
Firmenkasse bedient in einer Größenordnung die auch andere
Manager in Topfirmen vor Neid erblassen lässt. Was halten Sie
davon und kann es sein, dass die dümpelnden Aktienkurse in
einen Zusammenhang zu den exzessiven Boni stehen?

Gruss von ihrem Leser Heiko

ANTWORT 3:

Sie meinen die hohen Aktienoptionen, die dem Management
zugestanden wurden:
Nabors CEO Isenberg: 193,3 Mio. USD,
Mavell CEO Sutardja 74,8 Mio. USD,
Mavell Co-Founder Dai 44,9 Mio. USD.

Die Kurse von Nabors und Marvell haben sich in den vergangenen
drei Jahren jeweils vervierfacht. Eine solche Kursentwicklung
ist nicht normal und wird schon gar nicht bei
Vergütungsverhandlungen zugrunde gelegt. Wenn dem Management
ein solch guter Geschäftsverlauf gelingt, dass die Aktien so
exorbitant steigen, dann fallen auch die Aktienoptionen, die
als Bonus auf die Gehälter gelegt werden, entsprechend hoch
aus.

Über die Verhältnismäßigkeit solcher Boni lässt sich streiten.
Auch ich denke, dass kein Manager 200 Mio. US-Dollar "wert"
ist. Aber in diesem Fall hat Eugene Isenberg wohl einfach Glück
gehabt.

Wenn Sie die Zahlen von Yahoo! Finance, der "Profile"-Seite
haben, dann wissen Sie ja noch gar nicht, ob diese Optionen
überhaupt Teil der Bezahlung waren, oder vielleicht vom
Management selbst gekauft wurde. Der CEO von Nabors, Isenberg,
hat erst am 28. Februar 100.000 Aktien (6,5 Mio. US-Dollar)
gekauft. Präsident und einige Direktoren haben zu diesem
Zeitpunkt ebenfalls gekauft. Das ist für mich ein Zeichen, dass
das Management merkt, wie gut das Geschäft läuft und daher
Aktien in das private Portfolio zukauft.

Bei Marvell sieht es nicht ganz so positiv aus, hier werden von
Insidern überwiegend Aktien verkauft.

Also: Die Einlösung von Optionsscheinen bei Nabors und Marvell
sind nichts außergewöhnliches. Die hohen Beträge lassen uns
erblassen vor Neid, sind aber auf die besonders gute
Geschäftsentwicklung der beiden Firmen zurückzuführen. Bei
Nabors deutet der massive Kauf von Aktien durch Insider darauf
hin, dass dem Management bewusst ist, wie günstig die
Unternehmensbewertung derzeit ist.

Insbesondere bei Nabors bin ich daher überzeugt, dass der Kurs
schon bald wieder steigen wird. Bei Marvell kann es noch ein
wenig dauern. Grund zur Sorge wegen dieser hohen Summen gibt es
meines Erachtens nicht.

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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.


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Ausgabe 15.01.06: Gesundes Wachstumsunternehmen

Yahoo!
US-Kürzel YHOO
WKN 900103
ISIN US9843321061
Börsenplatz Berlin
Gekauft zu 20 EUR
Kurs aktuell 21,03 EUR

Vergangenen Freitag konnten Sie Yahoo! Aktien unter 20 Euro
bekommen, inzwischen ist der Kurs wieder leicht angestiegen.
Unser Nachkauflimit liegt bei 17 Euro.

Es herrscht etwas Ratlosigkeit im Internetsektor: Google ist
das einzige Internetunternehmen, dass noch immer alle
Wachstumserwartungen übertreffen kann. Der Online-Buchhändler
Amazon.com oder auch das Auktionshaus eBay suchen derzeit
akribisch nach neuen Einnahmequellen. Auch Yahoo! ist nun von
Google in die Defensive gedrängt worden.

Ich erwarte insbesondere bei Yahoo! schon in wenigen Wochen
durch eine neue Werbeplattform wieder zunehmenden Optimismus
hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten. Also gilt nach wie
vor: Einsteigen unter 20 Euro, Nachkaufen unter 17 Euro.

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Ausgabe 07.07.06: Japans Samurais wieder attraktiv

Kyocera
WKN 860614
Börse Berlin
Kurs aktuell 62,75 Euro
Gekauft zu 58 EUR

Mitsubishi UFJ
WKN A0HF5M
Börsenplatz Frankfurt
Kurs aktuell 10,43 Euro
Kauflimit vom Januar 06: 10 Euro

Honda Motor
WKN 853226
Börsenplatz Frankfurt
Kurs aktuell 25,90 Euro (splittbereinigt)
Kauflimit 23,25 Euro (splittbereinigt)

Mit einem Wochentief bei 23,60 wurde unser Einstiegsniveau nur
knapp verfehlt. Nun hat Honda ein herausragendes
Quartalsergebnis vermeldet und der Kurs ist abgehoben. Ein
Umsatzwachstum von 15 % hat zu einem Gewinnanstieg von 30 %
geführt. Damit hat Honda die Erwartungen der Analysten deutlich
übertroffen.

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Ausgabe 27.01.06: Japan

Matsushita
US-Kürzel MC
WKN 853666
ISIN JP3866800000
Börsenplatz Frankfurt
Kurs aktuell 16 EUR / 20,35 USD
Gekauft zu durchschnittlich 16,65 EUR,
Der japanische Elektronikkonzern Matsushita wird mit seinen
Marken wie JVC und Panasonic weiter vom anziehenden
Exportgeschäft profitieren.

Am Mittwoch vermeldete Matsushita sein Quartalsergebnis. Mit
einem Umsatzwachstum von 4,5 % und einem Gewinnwachstum von 7 %
wurden die Erwartungen erfüllt. Die Prognosen für das laufende
Jahr wurden unverändert belassen.

Die Musik dieses Elektronikkonzerns spielt derzeit im Plasma-
TV-Bereich. Sony, Sharp und Panasonic (Matsushita) haben im
ersten Halbjahr 2006 Rekordergebnisse mit Plasma-TVs
erwirtschaftet. Nicht nur die Absatzmenge wurde deutlich
gesteigert (+41 % bei Panasonic), sondern auch die
Produktionseffizienz. So sind Entwicklungs- und
Markteinführungszeiten bei den Japanern deutlich gesunken.

Probleme mit dieser Entwicklung haben Samsung und LG Phillips
aus Korea. Diese beiden Unternehmen haben im ersten Halbjahr
einen Verlust mit den Flachbildschirmen eingefahren. Dennoch
wird bei allen hier genannten Unternehmen kräftig in den
weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten investiert. Die
Plasma-Schwemme und damit günstige Preise werden uns
Konsumenten also auch im kommenden Jahr noch beglücken.

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Ausgabe 07.07.06: Günstige Einstiegsgelegenheiten für den
Sommer

Paychex
US-Kürzel PAYX
WKN 868284
ISIN US7043261079
Kurs aktuell 26,90 EUR / 33,81 USD
Gekauft zu 29 EUR / 37 USD
Nachkaufen unter 26,50 EUR / 33,50 USD
Spekulation auf gute Zinsgewinne dank hohem Zinsniveau

Tja, der Erwartung der guten Zinsgewinne steht die Befürchtung
einer schwachen Konjunktur und damit eines rückläufigen
Arbeitsmarktes gegenüber. Weniger Arbeitsplätze bedeuten
weniger Umsatz für Paychex.

Auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie noch immer ein Kauf für
mich. Zu Kursen unter 26,50 EUR / 33,50 USD würde ich
nachkaufen.

Amgen
US-Kürzel AMGN
WKN 867900
ISIN US0311621009
Kurs aktuell 54,40 EUR / 69,28 USD
Gekauft zu 52 EUR / 66 USD
Nicht-Zyklische Aktie auf niedrigem Bewertungsniveau

In meinen Augen bietet keine andere Pharma- oder Biotechaktie
diese solide Absicherung gegen steigende Zinsen und eine
schwache Konjunktur wie Amgen. Halten.

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Ausgabe 30.06.06: Steigen Sie frühzeitig in Finanztitel ein

US-Kürzel GS
Kurs aktuell 148,26 USD
Gekauft zu 150 USD
Warten auf das Ende der Zinsanhebungen, dann steht Kursrallye
bevor


Mastercard
US-Kürzel MA
Kurs aktuell 46,52 US-Dollar
Gekauft zu 47,50 US-Dollar
Ziel 100 US-Dollar bis Mitte 2007
Expansion in Asien und anhaltende Ertragskraft

Das Ende der Zinserhöhungen nähert sich und die beiden
Finanztitel beginnen bereits zu steigen. Warten Sie ab, wie die
beiden Titel ansteigen, wenn erst einmal das Ende der
Leitzinserhöhungen verkündet wird. Noch können Sie beide Titel
günstig kaufen.

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Ausgabe 12.05.06: Finanzbeimischung für unsere Empfehlungsliste

UBS AG
US-Kürzel UBS
WKN 914830
ISIN CH0012032030
Kurs aktuell 85,81 EUR / 53,15 USD nach Aktiensplitt 2:1
Gekauft zu durchschnittlich 89,50 EUR / 53,87 USD

Finanzbeimischung für unsere Empfehlungsliste, UBS profitiert
von guten Anlageerfolgen und der Schaffung von Finanzprodukten

Kaufen.

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Ausgabe 02.06.06: Nicht-Zyklische Aktien zur Risikostreuung

Whole Foods Market
US-Kürzel WFMI
WKN 886391
ISIN US9668371068
Kurs aktuell 46,60 EUR / 56,06 USD
Gekauft zu durchschnittlich 49,25 EUR / 61,75 USD

Nicht-zyklischer Bioladen, abhängig von Binnennachfrage,
unabhängig von Wechselkursschwankungen

Warten auf Ende der Zinsanhebungen. Kaufen.

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Ausgabe 12.05.06: Risikostreuung als Nervennahrung für Sie

General Motors
US-Kürzel GM
WKN 850000
ISIN US3704421052
Kurs aktuell 25,15 EUR / 32,11 USD
Gekauft zu 19 EUR / 24 USD
Spekulation auf Wechsel von "katastrophal" auf "nicht mehr ganz
so schlecht"

Am Mittwoch hat GM sein Quartalsergebnis vermeldet. Der Verlust
von 3,2 Mrd. US-Dollar ist zwar heftig, war aber aufgrund der
teuren Umstrukturierung und vielen Entlassungen mit Abfindungen
erwartet worden.

Rechnet man diesen Sondereffekt heraus, so hat GM 1,2 Mrd. US-
Dollar verdient. Analysten hatten hier nur 250 Mio. US-Dollar
erwartet, das Ergebnis war also um ein Vierfaches besser als
erwartet. Der Kurs stieg daraufhin deutlich an. Halten.


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Headwaters
US-Kürzel HW
WKN 909698
ISIN US42210P1021
Kurs aktuell 16,90 EUR / 21,42 USD
Gekauft zu durchschnittlich 19,20 EUR / 25,85 USD

Eigner des Prozesses zur Herstellung flüssigen Brennstoffs aus
Kohle

In Folge des gestrigen Quartalsergebnisses ist die Aktie ein
wenig angestiegen. Nutzen Sie diesen Kursanstieg um Ihre
Position zu verkaufen.

Headwaters hat seine Technologie, die Produktion von Ethanol
aus Kohle, weitgehend aus bestehenden staatlichen Subventionen
finanziert. Diese Subventionen wurden gestrichen und damit sind
die meisten dieser Projekte unrentabel geworden.

Da wir genau auf diesen Geschäftszweig von Headwaters gebaut
hatten ist damit unsere Investitionsgrundlage nicht mehr
vorhanden. Das Unternehmen hat die Produktion bei 33 von 45
entsprechenden Produktionsstätten zurückgefahren oder ganz
gestoppt. Auch die Abnehmer, für die sich der Einsatz des
Ethanols nur aufgrund staatlicher Subventionen lohnte, halten
sich nun zurück.

Das Bewertungsniveau ist mit einem KGV von 7 äußerst niedrig.
Da aber aufgrund dieser Vorfälle in den nächsten Quartalen
weiterhin ein rückläufiger Umsatz zu erwarten ist wird sich
dieses KGV auch ohne Kursanstieg ganz von alleine wieder auf
ein höheres Niveau schrauben – nämlich aufgrund der
wegbrechenden Gewinne.

Da hilft auch nicht, dass Headwaters gerade ein Joint Venture
für den Bau eines Kohlekraftwerks in Deutschland mit Degussa
eingegangen ist. Verkaufen Sie die Aktien, um Schlimmeres zu
vermeiden.

Tut mir leid, ich habe den Bemerkungen Bushs entnommen, dass er
die Produktion von Ethanol stärken wolle. Dass dies nun im
speziellen Fall des Ethanols aus Kohle nicht der Fall ist habe
ich nicht erkannt.

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Ausgabe 24.02.06: Solarunternehmen

Solar-Fabrik
WKN 661471
ISIN DE0006614712
Kurs aktuell 10,79 EUR
Gekauft zu 13,20 EUR
Ziel 20 EUR bis Herbst 2006

Die Meldungen der Solar-Fabrik sind schon niedlich: Mit der
schwäbischen Zurückhaltung wird das Ergebnis vom ersten
Halbjahrvermeldet: Nach einem Verlust von 4 Mio. Eur im ersten
Halbjahr 2005 wurde nun ein Gewinn von 1,6 Mio. EUR
eingefahren. Der Umsatz stieg um 46 % auf 30 Mio. EUR. Das ist
doch mal ein Wort, oder?

Gleichzeitig nimmt das Unternehmen Stellung zu der im Markt
vorherrschenden Meinung, dass die Umsätze im Solarbereich
rückläufig sein müssten. Dies sei falsch, so das Unternehmen,
vielmehr gehe man davon aus die Prognose für das laufende Jahr
deutlich zu übertreffen.

Ein anderes Unternehmen hätte aus dieser Meldung eine
Schlagzeile für die Titelseiten sämtlicher
Finanzschmuddelblätter gemacht. Die Solar-Fabrik jedoch bleibt
sachlich und liefert weitere Argumente: der Export sei für die
erfreuliche Entwicklung verantwortlich.

Der Kurs ist heute aufgrund dieser Meldung um 5 % angesprungen.
Noch immer können Sie die Solar-Fabrik unter 12 Euro erhalten.
Zur Sicherheit beachten Sie bitte das Stopp Loss bei 9,70 Euro.


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Ausgabe 21.01.06: Ölbohrunternehmen

Nabors Industries
US-Kürzel NBR
WKN 662778
ISIN BMG6359F1032
Börsenplatz München
Kurs aktuell 26,22 EUR
Gekauft zu durchschnittlich 28,25 EUR,

Die Hurrikane-Saison steht unmittelbar bevor, weitere
Kursrückschläge erwarte ich nun nicht mehr.

60 % der Ölbohrungen von Nabors finden auf dem Festland, nur 40
% finden an abgelegenen Hochseeorten statt. Auf dem Festland
wird derzeit hauptsächlich Gas gefunden, und das Gas ist nach
seinem Rekordhoch von 15 US-Dollar vom vergangenen Herbst mit
seinen 7 US-Dollar nunmehr sehr günstig.

Wenn Sie jedoch bedenken, dass Gas noch vor drei Jahren bei 2
US-Dollar stand, dann ist auch der heutige Preis schon sehr
hoch. Aber das sehen die meisten Investoren nicht.

Vergangenen Dienstag hat Nabors sein Quartalsergebnis
vermeldet: Der Gewinn stieg um 77 % auf 233 Mio. US-Dollar an,
der Umsatz sprang um 31 % auf 1,14 Mrd. US-Dollar. CEO Isenberg
spricht von vollen Auftragsbüchern für die nächsten JAHRE!
Nabors kann aufgrund von langfristigen Verträgen nur sukzessive
die gestiegenen Preise umsetzen und wird daher unter
Vollauslastung in den nächsten Jahren weiter gute
Gewinnsteigerungen erzielen.

Bei diesem Wachstum halte ich ein KGV von aktuell 12, für einen
Witz. Kaufen Sie, solange Sie noch können.

Nabors ist nach wie vor mein Favorit für die kommende
Erholungsphase. Auf Sicht bis Ende des Jahres sollte der Kurs
in Richtung 50 Euro marschieren.

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Ausgabe 17.04.06: Mobilfunktechnologie & Quartalsergebnisse

Marvell Technology Group
US-Kürzel MRVL
WKN 930131
ISIN BMG5876H1051
Kurs aktuell 14,14 EUR / 17,88 USD (splittbereinigt 2:1)
Gekauft zu durchschnittlich 20 EUR / 25 USD (splittbereinigt)
Ziel 56,10 USD bis Ende 2006
Funkchips für Handys, Spielekonsolen, Laptops und
Digitalkameras, einer der wenigen Wachstumsmärkte der
Technologiebranche.

Marvell scheint von Shortsellern entdeckt zu sein. Das hohe KGV
von 33 dient als Grund für einen anhaltenden Ausverkauf. Da
spielt es auch keine Rolle, dass das Wachstum weiterhin bei 30
% p.a. bleiben soll. Diese Technologieaktie strapaziert unsere
Nerven – zum Verkaufen halte ich es aber für zu spät, denn die
Aktie notiert nun schon 50 % unter ihrem Höchstkurs vom Januar
dieses Jahres.

Die Übernahme der Intelsparte Handychips muss erst verdaut
werden. Neuigkeiten zur Untersuchung über die Rückdatierung von
Optionen gibt es nicht. Halten.


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Ausgabe 24.03.06: GMAC-Ausgliederung & Werbung in Spielen

Electronic Arts
US-Kürzel ERTS
WKN 878372
ISIN US2855121099
Kurs aktuell 37,10 EUR / 46,84 USD
Gekauft zu 38,75 EUR / 47,75 USD

Neue Umsätze durch 3. Spielegeneration (Xbox 360, PS2, Wii)
sowie zusätzliche Werbeeinnahmen – jedoch erst ab Jahresende.

Der Kurs stabilisiert sich. Sind das schon die ersten Vorboten
der Herbst-Rallye? Halten.


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Ausgabe 17.03.06: Technologieentwicklungen

Microsoft
US-Kürzel MSFT
WKN 870747
ISIN US5949181045
Kurs 18,80 EUR / 23,87 USD
Gekauft zu 22,50 EUR / 27,75 USD

Xbox 360, Vista und Mobilfunkgeräte sorgen für Wachstum, das
neue Betriebssystem Vista jedoch lässt auf sich warten

Am gestrigen Donnerstag hat das Management von Microsoft den
Starttermin für Vista bestätigt: Im November dieses Jahres
werde Vista für Geschäftskunden freigegeben, im Januar dann für
Privatkunden...

...aber das sei nur der augenblickliche Projektstand. Sollten
sich neue Probleme ergeben, so werde man lieber den
Produktstart erneut verschieben, als ein unfertiges Produkt in
den Markt zu geben. „It ships when it's ready" heißt das in
Kurzform – es wird geliefert, wenn es fertig ist.

Es ist schon ungewöhnlich, aus dem Hause Microsoft solche
Qualitätsstandards zu hören, lässt aber hoffen, dass Vista
diesmal von Anfang an funktioniert. Für die Aktie ist jedoch
eine solche Unsicherheit belastend, der Kursanstieg dieser
Woche ist gestern erst einmal wieder abgegeben worden. Halten.

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Ausgabe 24.03.06: GMAC-Ausgliederung & Werbung in Spielen

General Motors Acceptance 10 Jahre
Laufzeit noch bis 27.9.2010
WKN 908511
ISIN XS0177329603
Nominalzins: 5,75 %
Kurs aktuell 99,50 EUR
Gekauft zu 92 EUR

Hochverzinsliche Euro-Anleihe mit Kurschance. Unsere Rendite um
7,75 % p.a. bis Endfälligkeit, auf aktuellem Kursniveau beträgt
die Rendite noch 5,883 %.

So, das war's nun! Die Anleihe notiert nun wieder auf einem
Niveau, das nicht mehr dem Junkbondniveau entspricht. Es gibt
für Sie keinen Grund, die Anleihe vor Endfälligkeit zu
verkaufen, denn für Sie sind es sichere 7,75 % Zinsen p.a. Zum
Kaufen ist es nun aber zu spät. Halten.


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Ausgabe 30.03.06: Süd- und mittelamerikanische Marktführer

Southern Copper
US-Kürzel PCU
WKN A0HG1Y
ISIN US84265V1052
Kurs aktuell 72,29 EUR / 91,93 USD
Gekauft zu 70,51 EUR / 85 USD
Kupferproduzenten aus Peru mit weltweit günstigsten
Produktionskosten, konservative Regierung in Peru gibt
Rechtssicherheit

Auf Sicht bis zum Frühjahr 2007 sollte der Kurs wieder deutlich
über 80 Euro / 100 US-Dollar steigen.

Mittwoch hat das Unternehmen sein Quartalsergebnis
veröffentlicht. Der Gewinn stieg um 41 % auf 439 Mio. US-
Dollar, der Umsatz um 34 % auf 1,28 Mrd. US-Dollar an. Southern
Copper produziert Kupfer, Zink und Silber. Die Absatzmenge ist
aufgrund von Streiks um 13 % zurück gegangen, aber der
angestiegene Kupferpreis hat diesen Produktionsausfall mehr als
kompensiert.

Die bestreikten Minen sollen schnell wieder ans Netz gehen,
aber einen genauen Zeitplan hat das Management nicht vorgelegt.
Für mich ist dies gute Ergebnis Grund genug, um erste Teile der
Position zu verkaufen. Verkaufen Sie also die Hälfte Ihrer
Position zu Kursen über 72,50 EUR / 92 USD. Den Rest verkaufen
wir beim Erreichen unseres Kursziels von 80 EUR / 100 USD.

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Ausgabe 10.03.06: Rohstoffunternehmen

Freeport McMoRan
US-Kürzel: FCX
WKN: 896476
ISIN: US35671D8570
Kurs aktuell 41,05 EUR / 51,46 USD
Gekauft zu 42 EUR / 50 USD
Langfristanlage

Entsprechend meiner Empfehlung von der Vorwoche konnten Sie die
Position mit kleinem Gewinn verkaufen. Wer es noch nicht getan
hat, dem lege ich dies nun ans Herz. Für diesen großen Gold-
und Kupferproduzenten gilt, dass viele Managementsünden durch
die angestiegenen Rohstoffpreise kaschiert wurden. Wenngleich
Umsatz und Gewinn um 58 % bzw. 72 % resp. Angestiegen sind, so
ist doch die Produktionsmenge um 22 % beim Kupfer und sogar um
48 % beim Gold zurück gegangen.

Das sind Vorboten für ein schlechtes Management. Ich halte es
daher für ratsam, diese Aktie vorerst zu meiden.

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Alte Position: Rohstoffunternehmen

BHP Billiton
US-Kürzel BHP
WKN 2878993
Kurs aktuell 42,48 USD
Gekauft zu 18 USD

Auch BHP Billton sollten Sie vorerst einmal verkaufen. Die
Rohstoffpreise befinden sich in einer Konsolidierungsphase, das
Wachstum von BHP kann derzeit nur durch Unternehmensübernahmen
geschehen. Und in einem umkämpften Markt wie den
Rohstoffmärkten ist der Käufer stets in der schlechteren
Position.

Ich erwarte also, dass BHP, wie auch Freeport McMoRan und Rio
Tinto in den nächsten Monaten eher auf der Käuferseite zu
finden sind. Und diese Seite ist bei dem aktuellen Hype im
Rohstoffsektor die schlechtere.

In den kommenden Wochen werde ich kleine, gesunde
Rohstoffunternehmen für Sie heraussuchen, die als
Übernahmekandidaten in Frage kommen. In diesem Bereich sehe ich
größere Kurschancen als bei den Giganten der Branche.

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Rio Tinto
US-Kürzel RTP
WKN 852147
ISIN GB0007188757
Kurs aktuell 40,70 EUR / 204,26 USD
Gekauft zu 38,90 Euro
Langfristanlage

Das nächste Quartalsergebnis von RTP wird am Donnerstag, den 3.
August veröffentlicht. Entsprechend meiner Ausführung zu BHP
Billiton sollten Sie sich auch von Rio Tinto trennen.

Allerdings können Sie hier einen schrittweisen Ausstieg wählen,
da das Unternehmen nach dem Quartalsergebnis eventuell nochmals
einen Kurssprung erleben könnte. Verkaufen Sie also die Hälfte
nun zu Kursen über 40 EUR / 204 USD und merken Sie sich für den
Rest einen Verkaufskurs von 43 EUR / 220 USD vor.

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Ausgabe 17.02.06: Gold ETF

Gold Spot
ABN Amro endlos Zertifikat
(Vormals US-Kürzel GLD)
WKN 859341
ISIN DE0008593419
Kurs aktuell 49,88 EUR
Gekauft zu 49 EUR

Halten. Beachten Sie die technische Analyse zu Gold im
folgenden Kapitel.

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Ausgabe 03.02.06: Atomenergie

Cameco
US-Kürzel CCJ
WKN 882017
ISIN CA13321L1085
Börsenplatz Frankfurt
Kurs aktuell 30,42 EUR / 38,24 USD
Gekauft zu durchschnittlich 29 EUR
Stopp Loss bei 26,50 EUR
Trendsurfer, Cameco ist der weltgrößte Uran-Produzent und
profitiert insbesondere von den geplanten Atomkraftwerken in
China

Halten.


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Ausgabe 21.01.06: Steve Jobs bei Walt Disney

Apple Computers
US-Kürzel AAPL
WKN 865985
ISIN US0378331005
Börsenplatz Frankfurt
Kurs aktuell: 49,62 EUR / 63,40 USD
Gekauft zu durchschnittlich 52,33 EUR,

Die Hälfte Ihrer Position konnten Sie verkaufen. Mit dem Rest
fahren wir die aktuelle Rallye noch ein wenig mit, doch
beobachte ich kritisch die folgenden Entwicklungen:

1. Der Umsatzanstieg des abgelaufenen Quartals erfolgte aus
Vorsicht von den neuen Intel-MacIntoshs, deren Auslieferung in
diesen Tagen beginnt. Im dritten Quartal sollte der Umsatz also
zurück gehen.

2. Für das nächste Weihnachtsgeschäft werden neue Produkte um
den iPod erwartet, beispielsweise ein iPod mit Telephon. Dies
wird erneut zu Umsatzphantasie führen.


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07. CHARTTECHNIK DOW JONES, Dax & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
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Die Charts dazu können Sie im Kundenbereich unter
http://heibel-ticker.de/kundenbereich nachschlagen. Sie
benötigen dazu Ihre E-Mail Adresse und Ihr Passwort.


Charttechnik

Für kurzfristige Betrachtungen zur Bestimmung von optimalen
Ein- oder Ausstiegszeitpunkten sowie Marken wird die
Charttechnik zu Rate gezogen. Hier eine kurze Betrachtung
einiger wichtiger Charts:


Dow Jones Industrial 11.100 Punkte

Nach den vier Tagen Kursrallye das Ende der Korrektur zu
verkünden halte ich für verfrüht. Der Dow Jones ist in den
vergangenen vier Tagen lediglich von seiner unteren
Korrekturunterstützung an die obere Korrekturgrenze gelaufen.
Erst die nun folgende Konsolidierung wird zeigen, ob wir die
Tiefstkurse dieses Sommers bereits gesehen haben.

Dennoch, der zweite Test der unteren Unterstützung führte den
Dow Jones nicht ganz auf das alte Tief hinunter, es hat sich
also eine W-Formation mit steigender Tendenz gebildet. All dies
sind bullishe Zeichen, die eine baldige Überwindung des oberen
Widerstandes bei 11.247 Punkten erwarten lassen.

Ich erwarte daher eine Konsolidierung bis auf die 200-Tages-
Durchschnittslinie bei 10.959 Punkten und einen anschließenden
Ausbruch Ende nächster Woche über den Widerstand bei 11.247
Punkten.

DAX 5.659 Punkte

Für den Dax sieht es ganz ähnlich aus, denn auch er hat eine W-
Formation mit steigender Tendenz gebildet. Die zu erwartende
Konsolidierung sollte bei der 200-Tages-Durchschnittslinie bei
5.563 Punkten halt machen und anschließend genug Kraft für
einen Anstieg über den Widerstand bei 5.729 Punkten
ermöglichen.

Gold 631 US-Dollar

Der Goldpreis befindet sich seit 2001 in einem langfristigen
Aufwärtstrend. Dieser wurde Anfang dieses Jahres durch eine
Kaufpanik nach oben verlassen und gipfelte beim Höchstpreis für
Gold von 725 US-Dollar am 10. Mai. Anschließend folgte eine
Korrektur, die den Goldpreis gerade einmal auf seine 200-Tages-
Durchschnittslinie bei 543 US-Dollar zurückführte, die
Obergrenze des langfristigen Aufwärtstrends bei 520 US-Dollar
wurde jedoch nicht erreicht.

Nun steigt der Preis wieder und es scheint, dass die Kaufpanik
weiter anhält. In einer solchen Phase sollten Sie nicht mehr
kaufen, warten Sie lieber auf die nächste Korrektur, die den
Preis vielleicht wieder deutlich unter 600 US-Dollar drücken
könnte.

Crude Oil 74,70 US-Dollar

Mein Kursziel bei 85 US-Dollar hängt zunehmend von den
Entwicklungen im Nahen Osten ab. Sollte der Konflikt zwischen
Israel und dem Libanon auf diese beiden Länder beschränkt
bleiben, so wird der Ölpreis nicht weiter angetrieben, da diese
beiden Länder keine ölexportierenden Nationen sind.

Sowohl der langfristige Aufwärtstrend, als auch die 200-Tages-
Durchschnittlinie verlaufen aktuell bei 63,86 US-Dollar. Die
Handelsspanne ist mit 63,86 bis 85 sehr groß. Derzeit notiert
der Kurs in der Mitte, so dass vorerst keine Prognose abgegeben
werden kann.

Wechselkurs US-Dollar / Euro 1,2686 USD/EUR

Unter starken Schwankungen bestätigt der Wechselkurs die
Handelsspanne zwischen 1,250 und 1,276 USD/EUR. Mein Kursziel
für Anfang August liegt bei 1,294 USD/EUR, die Unterstützung
dieses Aufwärtstrends liegt derzeit bei 1,2636 USD/EUR.

Wechselkurs Yen / Euro 147,07 YEN/EUR

Unbeirrt erklimmt der Euro gegenüber dem Yen neue Höchstkurse.
Die untere Unterstützung des Aufwärtstrends des Euro verläuft
bei 143,8 YEN/EUR, die 200-Tages-Durchschnittslinie bei 142,12
YEN/EUR.

Damit notiert der Wechselkurs nun am oberen Ende seines
Aufwärtskanals, eine Konsolidierung in Richtung 145,22 YEN/EUR,
sein ursprünglicher Widerstand, ist wahrscheinlich.

Nikkei 15.179 Punkte

Trotz der YEN-Schwäche kann sich der Nikkei nicht nachhaltig
über seiner 200-Tages-Durchschnittslinie bei 15.555 Punkten
halten. Ähnlich dem Dax hat der Nikkei eine W-Formation mit
steigender Tendenz beschrieben. Allerdings notiert der Index
noch immer deutlich unterhalb seiner 200-Tages-
Durchschnittslinie. Ein Überspringen dieser Marke ist
notwendig, um den positiven Trend zu bestätigen. Andernfalls
ist ein Absacken auf die Unterstützung durch den langfristigen
Aufwärtstrend bei 13.600 Punkten möglich.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
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Stephan Heibel
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