• 15.11.: Heute im Heibel-Ticker: Konjunktursorgen keimen erneut auf http://bit.ly/32Sah5G #Börse #Aktien
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15.09.2006:
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H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

1. Jahrgang - Ausgabe 37 (15.09.2006)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: TEUFLISCHER ABWÄRTSSTRUDEL BEI ROHSTOFFEN
02. SO TICKT DIE BÖRSE: TAUSCHE ROHSTOFFE GEGEN TECHNOLOGIE
03. AUSBLICK: ERFOLGSREZEPT VON APPLE & LANGFRISTSTRATEGIE
04. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: JDS Uniphase, Zürich Financial,
Straumann, Stillwater Mining, Nabors
05. LESERFRAGEN: Derivate, Mindestordergröße und Gebühren
06. BEOBACHTETE WERTE
07. CHARTTECHNIK DOW JONES, DAX & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
09. AN-/ABMELDUNG

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01. INFO-KICKER: TEUFLISCHER ABWÄRTSSTRUDEL BEI ROHSTOFFEN
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Liebe Börsenfreunde,

wie berechnet man den Wert der Aktien von Rohstoffunternehmen
und Ölkonzernen, wenn die Rohstoffpreise wie der Ölpreis,
Goldpreis usw. ein Top bilden?

Gar nicht! Laufen Sie weg, so schnell Sie können. Es
interessiert nicht, auf welchem Niveau die Aktien “fair“
bewertet wären, wenn Aktienfonds und ETFs entsprechend ihren
Vorgaben ihren Bestand verkaufen müssen, ohne Rücksicht auf
Verluste, Bewertung oder Vorlieben. Hier ist ein sich selbst
nährender, teuflischer Abwärtsstrudel losgetreten worden, der
uns in den nächsten Wochen noch zu schaffen machen wird. Bitte
lesen Sie aufmerksam das Kapitel 02 – Rückblick, damit Sie
nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Im Kapitel 03 – Ausblick habe ich dann die Dauer dieses
Prozesses abgeschätzt und eine langfristige Anlagestrategie für
Sie ausgearbeitet. Auch in dieser Marktphase können Sie Geld an
der Börse verdienen. Aktuell finden Sie die Lieblinge im
Technologiesektor. Gut, dass wir mit unseren Technologieaktien
ausgeharrt haben. 10 % Wochenplus bei Marvell wären sonst ohne
uns passiert.

Wie immer analysiere ich ein Depot für sie. Heute hat ein Leser
ein mustergültiges Depot eingereicht. Ich bin direkt neidisch.
Mehr dazu im Kapitel 05 – Risikostreuung.

Die Leserfragen drehen sich heute um Derivate und um
Mindestodergrößen. Ich hoffe, diese Fragen helfen auch Ihnen,
sich besser an der Börse zurecht zu finden.

Ein paar Umstellungen habe ich heute im Bereich der
Technologieaktien meiner Beobachtungsliste vorgenommen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief@heibel-ticker.de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: TAUSCHE ROHSTOFFE GEGEN TECHNOLOGIE
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Ihre Reaktion auf meine Ausführungen zum Ölpreis am vergangenen
Freitag war recht heftig. Was ich sehr schätze ist, dass mir
niemand den Vorwurf machte, den Ölpreiseinsturz nicht schon
früher erkannt zu haben. Ich gebe mein Bestes und ich gebe es
zu, wenn ich kurz zuvor noch von einem Ölpreisanstieg auf über
80 US-Dollar ausgegangen bin und nun aufgrund von einigen
Vorfällen diese Einschätzung revidiere. So etwas werden Sie von
den gut bezahlten Analysten der Investmenthäuser niemals hören.
Dort läßt man Sie ins offene Messer laufen und verweist auf die
Fußnote.

Aber dennoch, die Entwicklungen an den Energiemärkten erfordern
ein grundlegendes Umdenken bei Ihnen als Anleger. In dieser
Woche hat die OPEC nun auch noch das ihrige hinzugetan und
beließ die tägliche Fördermenge trotz Rekordreserven und einer
sich abzeichnenden Konjunkturflaute auf hohem Niveau. Kein
Wunder also, daß der Ölpreis noch weiter gefallen ist.

Aber wir sind längst über das Stadium hinaus, da Meldungen die
Richtung der Ölpreisentwicklung beeinflussen. Denn der
Korrekturprozeß, der in den vergangenen Wochen in Gang gesetzt
wurde, ist ein Selbstläufer geworden.

Und genau das ist der Punkt, den die wenigsten Anleger
verstehen: Die Meldungen sind raus. Neue Erkenntnisse wird es
in den kommenden Wochen kaum geben. Also sollte man meinen, daß
der Ölpreis nun die neue Marktlage eingepreist hat und sich
stabilisiert, oder?

Nein, so einfach ist das nicht. Es gibt an der Börse eine
Vielzahl an Prozessen, die sich erst im Laufe der Zeit
entwickeln. Institutionelle Anleger wie Fonds und ETFs haben
nun aufgrund des rückläufigen Ölpreises Anpassungen in ihren
Portfolios durchzuführen, die sich nicht an einem Tag umsetzen
lassen. Immerhin ist der Ölpreis nunmehr für über 5 Jahre
kontinuierlich angestiegen und man hat sich in der Branche
inzwischen an den steigenden Preis gewöhnt.

Beginnen wir mit den Ölkonzernen, deren Gewinne mit steigendem
Ölpreis automatisch ebenfalls ansteigen, da die Förderkosten
kurzfristig relativ stabil sind, aber die Einnahmen
entsprechend dem Ölpreisanstieg steigen. In den vergangenen
Jahren hatte man stets aus Gründen der Vorsicht mit einem etwas
niedrigeren Ölpreis kalkuliert, als dem aktuellen Marktpreis.
Dadurch wurden bei der Vermeldung der Quartalsergebnisse stets
die Prognosen übertroffen, Anleger waren entzückt.

Doch nun fällt der Ölpreis – und nicht nur ein bißchen, sondern
heftig. Schon im laufenden Quartal werden die Gewinne der
Ölkonzerne also schlechter ausfallen, als erwartet. Zumindest
wird es nicht mehr so leicht fallen, die Erwartungen zu
übertreffen. Und wenn sich die Anleger erst einmal an die
positiven “Überraschungen“ gewöhnt haben (ein Widerspruch in
sich :-), werden sie von einem Ergebnis, das nur den
Erwartungen entspricht, enttäuscht sein.

Aber es gibt nicht nur Privatanleger, die wie Sie ein
langfristig ordentliches Einkommen aus ihrem Vermögen
erwirtschaften möchten. An der Börse ist inzwischen eine
Vielzahl von Finanzprodukten notiert, die einem bestimmten Ziel
verpflichtet sind. So gibt es Fonds, die nur Unternehmen mit
einer Mindestwachstumsrate aufnehmen. Wenn Unternehmen diese
Wachstumsrate nicht mehr erfüllen, dann werden sie verkauft.
Ja, sie müssen sogar verkauft werden, denn so steht es im
Fonds-Prospekt. Egal wie günstig die Aktien bewertet sind: sie
müssen raus, weil eine Kennzahl nicht erfüllt wird.

Neben diesen regelgebundenen Fonds gibt es natürlich auch ETFs,
die immer populärer wurden. ETFs sind so etwas wie endlos-
Zertifikate, die einen Index abbilden. Es gibt eine Reihe von
ETFs auf den Ölindex HUI sowie XOI, oder auf den Index der
Öldienstleister OSX. Anleger, die diese ETFs im Depot haben,
verkauften diese in den letzten Tagen. Nun muß das Unternehmen,
dass diesen ETF anbietet, eine Menge Bargeld an die ehemaligen
Anleger ausschütten und verkauft daher entsprechend dem
jeweiligen Anteil im Index die entsprechenden Einzelaktien der
Komponenten. Das generierte Bargeld wird dann an die Anleger
ausgeschüttet, die dieses wiederum in andere Anlagen packen –
beispielsweise nicht-zyklische Aktien oder Anleihen.

Auch bei diesem Vorgang ist es egal, wie gut die einzelnen
Unternehmen innerhalb dieses Indexes bewertet sind oder wie gut
die Wachstumsaussichten sind. Wichtig ist nur, daß alle Aktien
entsprechend ihrer Gewichtung im Index nun verkauft werden –
ohne Rücksicht auf Bewertungsniveau.

Trader pflegen zu sagen “die Börse hat immer Recht“. Als
Anleger jedoch sollten Sie wissen, dass sich die Börse
kurzfristig einmal aufgrund der hier beschriebenen technischen
Zusammenhänge „irren“ kann. Viele Preisstürze sind übertrieben
und werden dem Wert der Gesellschaft nicht gerecht.

Nehmen Sie beispielsweise Devon Energy, das Unternehmen, das
maßgeblich an der Entdeckung des größten Ölvorkommens seit
mehreren Jahrzehnten beteiligt ist. Seit den Ölvorkommen in
Alaska wurden nicht mehr so große Ölvorkommen gefunden, wie
jetzt im Gold von Mexiko.

Am Tag vor der Bekanntgabe des Ölfundes notierten die Aktien
von Devon bei 64,35 USD. Gestern fiel der Kurs der Aktien auf
64,25 USD, also unter den Preis, der VOR der Entdeckung der
Ölvorkommen gezahlt wurde.

Durch die Entdeckung hat Devon Energy seine Ölvorkommen glatt
verdoppelt. Das Unternehmen müßte also doppelt soviel wert
sein, wie vorher. Oder, wenn Sie einen Teil an Spekulation
heraus rechnen, der vor der Gewißheit im Aktienpreis enthalten
war, dann sollte der Kurs aber immer noch deutlich höher
stehen, als vor der Gewißheit. Nicht aber darunter!

Aber solche Berechnungen haben kurzfristig an der Börse keinen
Einfluß. Derzeit gilt nur, daß entsprechend der Anteile an
bestimmten Indizes die entsprechenden Aktien verkauft werden
müssen. Eine ordentliche Bewertung stellen institutionelle
Anleger in diesem Umfeld nicht an.

Auch Sie sollten sich dieses Prozesses bewußt sein. Es ergeben
sich günstige Einstiegsgelegenheiten für Sie. Aber es ist fast
unmöglich zu berechnen, wie weit diese technisch initiierten
Verkäufe die Preise in den Keller prügeln. Denn dieser Vorgang
nährt sich leider selbst: Je tiefer die Kurse purzeln, desto
mehr Anleger verkaufen entnervt ihre Anteile und initiieren
damit weitere Verkäufe und somit weiter fallende Kurse. Erst
wenn die Kurse auf einem lächerlich niedrigen Niveau angelangt
sind, wird dieser Prozeß beendet sein.

Wenn ich mir anschaue, wie lange die Hausse an den
Energiemärkten bereits lief, dann wird diese Korrektur, diese
sich selbst nährende Abwärtsspirale, noch einige Wochen
anhalten, ehe ein Boden gefunden werden kann. In der
technischen Analyse habe ich einen Boden für den Ölpreis bei
56,30 USD ausgemacht, aber auch dieser Preis kann locker nach
unten durchbrochen werden.

Es ist noch nicht zu spät, sich von einigen Energiewerten zu
trennen. Zum Einsteigen ist es noch viel zu früh!

Gleichzeitig wurde in Deutschland vor wenigen Wochen in der
Nähe von Neuss der Bau eines neuen Kohleheizkraftwerks
begonnen, ich berichtete darüber. Allein dieses von RWE gebaute
Kraftwerk soll ab 2010 9 % der in Deutschland benötigten
Heizwärme liefern. Kohle haben wir ja genug in Deutschland.

Also: Der Ölpreis in freiem Fall, nicht zuletzt auch durch die
oben beschriebenen technischen Katalysatoren, gleichzeitig eine
Renaissance der Kohle und weltweit werden mehr Atomkraftwerke
gebaut als je zuvor... da schneiden die regenerativen
Energiequellen wie Wind-, Sonnen- und Wasserenergie sowie
Biomasse recht schlecht ab.

Ich habe mich schon 1991 im Rahmen meines Studiums intensiv mit
den Wirtschaftlichkeitsrechnungen der Solarenergie beschäftigt.
Schon damals galt: Ja, die Solarenergie wird kommen, aber nicht
so schnell, wie wir uns dies wünschen. Und wenn Sie sich die
Wachstumsraten der Solarunternehmen anschauen, 50 %
Umsatzwachstum p.a. ist keine Seltenheit, da kommt tatsächlich
Hoffnung auf.

Jedoch befindet sich dieses Wachstum noch immer auf einem solch
niedrigen Niveau, dass der Anteil am deutschen Energiemix noch
immer im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. In
Deutschland werden noch immer 49 % des Stroms durch die
Verfeuerung von Kohle generiert, weitere 30 % stammen aus
Kernenergie. Allein der Kernenergieausstieg kann nicht schnell
genug durch erneuerbare Energien kompensiert werden.

Also: Neben einem Ölpreis im freien Fall und einer Renaissance
der Kohle werden die erneuerbaren Energien in den kommenden
Monaten von ihrem Hype auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt
werden. Leider.

Und auch bei den Aktien der Unternehmen aus diesem Bereich wird
es einen ähnlichen sich selbst nährenden Abwärtsstrudel geben.
Ich erwarte, dass diese Aktien in den nächsten Monaten stark
fallen werden – egal, ob das jeweilige Bewertungsniveau
vernünftig ist oder nicht.

RALLYE IM TECHNOLOGIESEKTOR

Doch während sich das Hauptaugenmerk auf den Ölpreis richtete,
gab es in anderen Bereichen eine Vielzahl an positiven
Nachrichten. Insbesondere die gesamtwirtschaftliche Lage hat
sich in den vergangenen Wochen aufgehellt. Inflationsängste
wurden zerstreut, der Immobiliensektor ist nicht ganz so
schwach, wie befürchtet und die Wirtschaft wächst weiterhin
robust.

In diese Situation hinein wirkt der fallende Ölpreis gleich
doppelt positiv: Da die Inflation zu einem großen Teil durch
steigende Rohstoffpreise, also auch durch den steigenden
Ölpreis genährt wurde, nimmt der Preisverfall diesen Druck nun
weg. Eine weitere Zinserhöhung wird damit immer weniger
wahrscheinlich. Zum Anderen ist ein niedriger Ölpreis die
Grundlage für geringere Energiekosten der energiehungrigen US-
Wirtschaft. Die Unternehmensgewinne werden also wieder steigen.

So legte der Dow Jones in der abgelaufenen Woche um 1,7 % zu.
Eine weitere Woche mit einem ähnlichen Anstieg würde den Index
auf ein neues Jahreshoch befördern. Beim Nasdaq betrug das
Wochenplus sogar 3,4 %.

Goldman Sachs hat vergangenen Dienstag sein Quartalsergebnis
veröffentlicht. Das Investmenthaus verdient einen großen Teil
durch seine Anleger, für die es Aktien kauft und verkauft. Nun
ist dieses Geschäft im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, die
Frühjahrskorrektur hat das Handelsvolumen an den US-Börsen
stark beschnitten. Wer nun aber glaubte, ein schlechtes
Quartalsergebnis präsentiert zu bekommen, der hatte sich
getäuscht. Denn gleichzeitig sind die Finanzierungstätigkeiten
des Unternehmens sprunghaft angestiegen. Viele Unternehmen
nutzen die günstigen langfristigen Zinsen für
Refinanzierungstätigkeiten wie die Emission von
Unternehmensanleihen. Auch Fusionen und Übernahmen hatten
Hochkonjunktur. Unterm Strich haben die Goldmänner ein
hervorragendes Ergebnis präsentiert, der Aktienkurs sprang
seither um 8 % in die Höhe.

Nur einen Tag später vermeldete auch Lehman Brothers ein
hervorragendes Quartalsergebnis, so dass die Meßlatte für die
Finanzbranche nun ein gutes Stück höher liegt.

Der Einzelhändler Best Buy, bekannt für seinen Verkauf von
elektronischen Geräten wie Flachbildschirmen, PCs über
Musikanlagen bis hin zu Waschmaschinen hat mit seinem
Quartalsergebnis ebenfalls eine positive Überraschung
geliefert. Der Kurs stieg über Nacht um 9 %.

Im Kielwasser von Best Buy legte auch Circuit City zu, aber
auch Kaufhäuser wie Wal Mart, Sears Holding, Urban Outfitters,
Home Depot und JC Penneys konnten mit Kursgewinnen von 5-8 %
aufwarten. Von einem Konjunkturabschwung und einer dadurch
bedingten Zurückhaltung der Konsumenten kann also bislang keine
Rede sein.

Bei soviel Optimismus an den Aktienbörsen kann auch die
Stimmung gegenüber dem US-Dollar nicht zurückbleiben: Entgegen
der seit 15 Jahren bekannten Meinung, dass der US-Dollar
aufgrund der hohen Verschuldungsquote der USA überbewertet sei,
blieb der Wechselkurs gegenüber dem Euro stabil bei 1,275
USD/EUR.

Ein fester US-Dollar, steigendes Vertrauen in die US-Wirtschaft
... kein Wunder, dass da der Goldpreis abstürzt. Von 615 auf
575 US-Dollar je Feinunze Gold betrug der Absturz in der
abgelaufenen Woche satte 6,5 %.

Ist das Ende der Rohstoffhausse da? Ist es an der Zeit, den
weltweiten Pessimismus abzulegen und in die Kraft der
Erneuerung der freien Marktwirtschaft zu vertrauen? Immerhin
ist der Goldpreis von 265 USD über 700 USD gesprungen. Und der
Ölpreis war von 12 USD auf über 70 USD gesprungen. Na, wenn das
mal keine Hausse war. Aber ist sie nun zu Ende? Oder wird nur
eine Verschnaufpause eingelegt?

Mehr zu diesem Thema lesen Sie im nächsten Kapitel.

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03. AUSBLICK: ERFOLGSREZEPT VON APPLE & LANGFRISTSTRATEGIE
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Die Rohstoffhausse in den 70er Jahren hatte durchaus auch
Kurskorrekturen von über 50 %. Sowohl der Goldpreis, als auch
der Ölpreis sind vorübergehend um 50 % eingebrochen, ohne dass
die Hausse dadurch beendet wurde. Das Ende der Rohstoffhausse
wird erst dann erreicht sein, wenn Sie in Ihrem Garten nach Öl
bohren und wenn Sie sich einen Safe in Ihr Haus einbauen
lassen, in dem Sie 10-20 % Ihres Vermögens in Form von
Goldbarren verwahren. Und das wird meiner Einschätzung nach
erst 2013 bis 2017 der Fall sein.

Bis dahin werden Sie sich noch ein goldenes Näschen mit
Rohstoffen verdienen können (das dann aber bitte nicht im Safe
einschließen ;-). Doch wie bei jedem Megatrend wird es auch bei
dieser Rohstoffhausse Phasen geben, in denen auch der letzte
Anleger an der Hausse zweifelt. Meiner Einschätzung nach
könnten wir derzeit am Beginn einer solchen Korrektur stehen.
Ich rate Ihnen daher noch immer, sich von Ihren Rohstoff- und
Energieaktien weitgehend zu trennen. Wir haben unsere
Beobachtungsliste bereits seit diesem Frühjahr stark
ausgedünnt. Wenn Sie keine Nerven aus Stahl haben, dann sollten
Sie sich vor den turbulenten nächsten Monaten schützen, indem
Sie auf andere Aktien umsatteln.

Bitte lesen Sie sich den entsprechenden Abschnitt im Kapitel 07
– Charttechnik durch, denn ich erwarte nun entgegen der
allgemeinen Markterwartung nicht nur einen weiter fallenden
Ölpreis, sondern auch einen festen US-Dollar. Nachdem nun
praktisch die ganze Welt überzeugt davon ist, dass der US-
Dollar fallen muß (genauso, wie die ganze Welt überzeugt war,
das der Ölpreis steigen muß), sollte meiner Einschätzung nach
nun genau das Gegenteil davon eintreffen. Der US-Dollar wird in
den kommenden Monaten überraschenderweise steigen.

Nicht, weil der US-Haushalt plötzlich ausgeglichen ist. Nicht,
weil das Handelsdefizit abnimmt. Nicht weil sich die
fundamentalen Daten zum US-Dollar verbessern. Und auch nicht,
weil der Euro auch nicht viel besser ist. Sondern nur, weil
inzwischen alle Finanzmarktteilnehmer auf der Shortseite des
US-Dollars positioniert sind und schon eine kleine
Gegenbewegung dort den gleichen sich selbst nährenden Strudel
in Gang setzen kann, wie beim Ölpreis.

TECHNOLOGIEHAUSSE

In dieser Woche waren nun die Technologieaktien endlich
gefragt. Erst in der letzten Ausgabe habe ich Ihnen von der
Sonderkonjunktur im Technologiebereich geschrieben. Tatsächlich
ist genau in dieser Woche dann der Durchbruch geschehen. Zu den
lang erwarteten neuen Spielekonsolen von Sony (Playstation II –
PSII) und Nintendo (Wii) wurden in dieser Woche weitere Details
bekannt gegeben. Im November sollen sie endlich auf den Markt
kommen.

Wie angekündigt hat es Sony auch diesmal nicht geschafft, seine
eigenen Pläne einzuhalten. Für mich ein weiteres Indiz dafür,
wie schlimm im Hause Sony die Lage ist. Nicht nur dass die
Markteinführung der PSII für den europäischen Markt statt im
November erst im März nächsten Jahres stattfinden wird, sondern
darüber hinaus wurden die Verkaufsprognosen zur PSII halbiert.
Eine Halbierung ist in meinen Augen so etwas wie ein Todesstoß.
Hätte Sony nicht die Marktführerschaft inne und könnte Sony
nicht durch die Gewinne anderer Bereiche diesen Fauxpas
ausgleichen, so würde ich die PSII als Totgeburt bezeichnen.

Aber dennoch: Die Nachfrage nach Spielen ist da. Ob nun Wii,
PSII oder Microsofts Xbox, es wird durch die Einführung der
neuen Konsolen der Knoten gelöst werden und Spiele werden
wieder gekauft werden.

Electronic Arts konnte daher in der abgelaufenen Woche kräftig
zulegen.

Und dann war da noch die Ankündigung des Apple-Chefs Steve
Jobs, dass iTunes künftig auch Videos, TV-Shows und Kinofilme
vertreibt. Prinzipiell war dies bereits seit langem erwartet
worden. Aber die Art und Weise, wie Steve Jobs diesen Markt
aufarbeitet, verzückt die Anleger eins ums andere Mal.

Es ist ja schließlich nicht so, dass Apple der Erste ist, der
diesen Markt erobern möchte. Eine Vielzahl von Unternehmen hat
bereits Millionenprojekte durchgeführt, um die Pole-Position in
diesem begehrten Markt zu erlangen. Bei uns in Deutschland
versucht die Telekom mit aller kraft und technischer
Anstrengung, diesen Markt zu entwickeln. Doch fragen Sie sich
selbst: haben Sie bereits auf Ihren Fernseher verzichtet?

Es ist einfach zu kompliziert, als dass sich der Aufwand lohnen
würde, um am Feierabend nochmal eben schnell die Lieblingsserie
herunterzuladen.

Steve Jobs hat vorgerechnet, dass mit einer heutigen
Microschrott-Lösung (Freudscher Versprecher?) insgesamt 65
Schritte notwendig sind, bis ein Video aus dem Internet auf dem
heimischen Fernseher landet. Mit Apples iTV-Lösung werden nur
noch sechs Schritte benötigt. Über eine Funkverbindung zwischen
einer am Fernseher angeschlossenen Box und dem PC wird der Film
direkt zum Fernseher geschickt.

Zunächst werden nur 75 Filme aus dem Hause Disney angeboten.
Hier kommt die Aufsichtsratsposition Steve Jobs bei Disney zu
Hilfe. Und diese 75 Filme werden zeigen, dass es nicht um die
große Auswahl beim Angebot geht, sondern um die leichte
Bedienbarkeit!

Apple hatte schon mit dem iPod nichts Neues erfunden. Die
Musikindustrie klagte über die Raubkopien ihrer Musik, die
kostenfrei durch das Internet schwirrten. Erst durch die
leichte Bedienbarkeit des iPods in Verbindung mit iTunes waren
die Menschen plötzlich wieder bereit, Geld für Musik zu zahlen.
Damit hat Apple die Musikindustrie revolutioniert und
gleichzeitig Sony vom Thron gestoßen.

Nun wendet sich Apple dem Fernsehen zu. Und wieder hat Apple
nichts Neues entwickelt, sondern das naheliegende so weit
vereinfacht, dass es für den Laien brauchbar wird. Natürlich
werden auch hier die Menschen wieder bereit sein, Geld für
Filme auszugeben. Die Wachstumsstory von Apple ist also noch
lange nicht zu Ende.

So werden zu diesem Weihnachtsgeschäft iTV Boxen der Renner
sein – natürlich neben dem iPod.

Wie erwartet schlägt sich diese neue Technologieeuphorie,
initiiert durch Apple und die Spieleindustrie, auch auf einige
andere Technologiebranchen nieder. So hat Marvell in dieser
Woche ein Kursplus von 9 % verzeichnet. Die Chips von Marvell
werden in Mobiltelephonen verwendet. Aber Marvell wird ganz
einfach auch in die Chipindustrie gesteckt und dort werden
langsam Meldungen laut, dass Intel einen starken Anstieg an
Auftragseingängen verzeichnet, dass die Produktion von AMD
weiterhin voll ausgelastet ist und dass sich Texas Instruments
über neue Aufträge freut.

Die Chipindustrie ist eines der untersten Glieder bei der
Technologiekette. Wenn die Industrie von mehr PC-Verkäufen in
diesem Weihnachtsgeschäft ausgeht, dann werden heute die
entsprechenden Chips bestellt. Ebenso verhält es sich bei der
Mobiltelephonproduktion sowie bei den
Spielekonsolenherstellern. Es geht also los. Endlich.

Selbst Microsoft löst sich langsam aus seiner jahrelangen
Seitwärtsbewegung und verzeichnet leichte Kurszuwächse.

Es handelt sich meiner Einschätzung nach tatsächlich um eine
“Sonderkonjunktur“ und als vorsichtiger Investor bin ich stets
skeptisch. Mit Qualcomm, Marvell, Microsoft, Electronic Arts,
Yahoo! und Apple haben wir eine ganze Reihe an
Technologiewerten in der Beobachtungsliste. Ich werde diese
Rallye nutzen, um in den nächsten Wochen diese Gruppe etwas zu
verkleinern. Denn, genau wie es im Frühjahr noch keine Gründe
gab, Rohstoffaktien zu verkaufen, insbesondere die Ölkonzerne,
ich dies jedoch trotzdem tat, um Gewinne zu sichern, so werde
ich auch bei den Technologieaktien Kursanstiege für Verkäufe
nutzen. Die Gründe für spätere Kursverluste kenne ich heute
noch nicht, aber es wird sie geben. In Rallyes hinein müssen
Sie als langfristig orientierter Anleger verkaufen.

KONJUNKTURSCHWÄCHE WIRD KOMMEN

Ich habe den Eindruck, als ob in diesen Tagen die Stimmung
wieder einmal zu euphorisch ist an den Börsen. Denn, das
Zinsniveau in den USA ist bei 5,25 %, in China treten langsam
strukturelle Schiefstände zu Tage – keine Volkswirtschaft kann
fünf Jahre in Folge mit 10 % p.a. wachsen, ohne daß irgendwo
Strukturprobleme auftreten – und der Immobiliensektor der USA
ist deutlich abgekühlt, so daß Konsumausgaben zwar derzeit noch
auf hohem Niveau verharren, aber in ein paar Monaten einmal
zurückgehen werden.

Wie Sie wissen wird der aktuelle weltweite Konjunkturaufschwung
durch das große Wachstum in China getragen. Und wenn China
einmal hüstelt, dann wird die Weltkonjunktur darunter leiden.

Viel schlimmer aber ist die Abkühlung am Immobiliensektor in
den USA. Diese Abkühlung ist zwar schon seit gut einem Jahr am
Laufen, aber deren Auswirkungen sind noch nicht zu Tage
getreten. Die amerikanischen Konsumenten haben in den
vergangenen Jahren einen Großteil ihres Konsums durch die
Refinanzierung ihrer immer wertvoller werdenden Immobilien
finanziert. Das dadurch gewonnene Geld geht nun langsam zur
Neige und es wird eine Konjunkturflaute in den USA geben.

Zu diesem Zeitpunkt werden dann zyklische Aktien hohe
Kurverluste erleiden. Wir haben in den vergangenen Wochen schon
den einen oder anderen Vorgeschmack davon bekommen. Ich
empfehle Ihnen nach wie vor, einen guten Anteil Ihres
Portfolios auf nicht-zyklische Aktien umzuschichten. Diese
werden dann nämlich verstärkt nachgefragt werden.

Rechne ich mit einer Konjunkturkatastrophe, einer Rezession
oder vielleicht Stagflation? Nein! Das befürchte ich nicht. Ich
denke, die Amis haben ihre Konjunktur ganz gut im Griff. Aber
das bedeutet nicht, dass die Konjunktur immun ist gegen
Schwankungen. Und eine Verschlechterung der Wachstumsraten
kündigt sich an allen Fronten an – wie oben aufgezählt. Sie
müssen sich also nicht auf schwarze Zeiten vorbereiten, für
Ihren ruhigen Schlaf ist es allerdings förderlich, wenn Sie
auch ein paar Aktien im Depot haben, die konjunkturunabhängig
sind.

Entsprechende Empfehlungen finden Sie wie immer im Kapitel 06
Beobachtete Werte.


TRADINGIDEEN

Foster Wheeler (FWLT, A0DNLG, 31,88 Euro) gekauft zu
durchschnittlich 32 Euro, halten, da die Bohrleistungen des
Unternehmens nun wieder verstärkt nachgefragt werden.


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04. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: JDS Uniphase, Zürich Financial,
Straumann, Stillwater Mining, Nabors

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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Lassen Sie mich Ihre Meinung zu dieser
Analyse wissen und schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen
an Risikostreuung@heibel-ticker.de. Bitte unterschreiben Sie
mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese
Information wird dann veröffentlicht.

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ANALYSE:


Sehr geehrter Herr Heibel,

gerne nutze ich das „Sommerloch“ aus und gebe Ihnen meine fünf
grössten Positionen zur Analyse:

- JDS Uniphase
- Zürich Financial
- Straumann
- Stillwater Mining
- Nabors


Folgende Zusatzfragen interessieren mich brennend:

1. Meine sechste grössere Position besteht aus Applied Micro
Circuits Aktien. Würden Sie Applied Micro gegenüber JDS
Uniphase bevorzugen?

2. Stillwater Mining habe ich v.a. gekauft, um an der
(hoffentlich positiven) Entwicklung des Palladiumpreises
teilzuhaben. Die Aktie hat in den letzten Monaten jedoch
stark enttäuscht. Was soll ich tun? Nachkaufen oder die
Position verkaufen?

Ich freue mich auf Ihre Antworten! Vielen Dank!

Freundliche Grüsse
Dieter
Gebenstorf, Schweiz


ANTWORT:


Ich habe gerade im Lexikon unter „Diversifikation“
nachgeschaut. Dort steht: Nehmen Sie sich ein Beispiel an dem
Portfolio von Dieter aus Gebenstorf :-)

Mit Zürich Financial haben Sie den zweitgrößten Schweizer
Versicherer als Vertreter des Finanzsektors im Depot. Straumann
ist ein führendes schweizerisches Unternehmen im Bereich der
Herstellung von Zahnimplantaten. Nabors ist ein
Ölbohrunternehmen, das von der Suche nach neuen Öl- und
Gasvorkommen profitiert. Stillwater Mining betreibt eine
Platinmine in Montana, USA und JDS Uniphase liefert Testanlagen
für die Installation der Hochgeschwindigkeitsnetze über
Glasfaserleitungen an die Telekom- und Kabelindustrie. Die
Branchenaufteilung ist perfekt, mit drei Schweizer und zwei US-
Unternehmen ist sogar eine geographische Streuung vorhanden.
Mit Straumann aus der Medizintechnik und Stillwater aus dem
Platinsektor sind zwei nicht-zyklische Unternehmen in Ihrem
Portfolio. Ich würde nichts ändern.

Im Einzelnen:

ZÜRICH FINANCIAL (ZURICH)

Zürich Financial ist ein internationaler Versicherer mit einem
KGV von 8 und einer Dividendenrendite von 3 %. Das Unternehmen
ist profitabel und blickt auf ein gesundes Massengeschäft mit
Privatanlegern. Da ist keine sonderliche Phantasie drin, aber
auch kaum ein Risiko und die 3 % Dividendenrendite machen das
Papier zu einem attraktiven Rückgrat eines Depots.

STRAUMANN

Mitte August ist der Kurs von Straumann um 20 % eingebrochen.
Der Grund ist in dem Zugeständnis der Geschäftsleitung, dass
die Entwicklung des Geschäfts in den USA suboptimal verlief, zu
finden. Dort werden nun neue Wege gesucht, der amerikanische
Markt wird neben dem europäischen Markt als Hauptabsatzmarkt
gesehen und verdient daher besondere Aufmerksamkeit.

In meinen Augen hat das Management mit der Veröffentlichung der
Probleme auf dem US-Markt einen ersten Schritt in die richtige
Richtung getan. Der Kurseinbruch brachte den Kurs auf ein
vernünftiges Niveau zurück. Das Unternehmen wächst mit 17 %
p.a. und hat ein KGV von 28. Das ist in Ordnung und langfristig
wird der Kurs meiner Einschätzung nach weiter zulegen.

NABORS

Das Bohrunternehmen sollte meiner Ansicht nach schon längstens
von den Bohrungen in den USA profitiert haben. Der Kurs notiert
derzeit auf einem lächerlich niedrigen Niveau, das KGV beträgt
nur 11, obwohl das Wachstum bei 40 % liegt.

JDS UNIPHASE

Nach fünf Jahren der Konsolidierung ist der Telekomsektor nun
wieder in der Lage, in die Infrastruktur zu investieren. Der
Ausbau der Breitbandinternetzugänge wird forciert, da
inzwischen Videos über das Internet ausgestrahlt werden. Die
Branche hat sich auf einige wenige Teilnehmer reduziert, die
inzwischen auch wieder ausreichend Kapital zum Investieren
haben. JDS Uniphase kommt kaum nach, die Aufträge zu erfüllen.

Das KGV 07e von 35 wird jedoch mit einem Umsatzwachstum von 15
% p.a. kaum gerechtfertigt. Obgleich gerade der Break-even
geschafft wurde, so lässt das Bewertungsniveau nicht mehr viel
Spiel nach oben offen. JDS Uniphase könnte eine
Erfolgsgeschichte werden, nicht jedoch aus fundamentaler Sicht,
sondern für Spekulanten.

Im Vergleich zu AMD zieht JDS Uniphase den Kürzeren. AMD hat
ebenfalls ein Umsatzwachstum von 15 %, das KGV liegt aber nur
bei 26. Schon nächstes Jahr wird es auf 18 fallen und das wird
der hohen Wachstumsgeschwindigkeit nicht gerecht. Langfristig
gesehen wäre also AMD meine erste Wahl.

STILLWATER MINING

Stillwater Mining hatte ein paar schwere Monate. Eine Mine
musste vorübergehend geschlossen werden, die Platin- und
Palladiumpreise sind eingebrochen. Traditionell ziehen die
Preise im September wieder an, die geschlossene Mine soll auch
schon bald wieder geöffnet werden. Kein Grund also, zu verzagen
– eher würde ich nachkaufen.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.


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05. LESERFRAGEN: Derivate, Mindestordergröße und Gebühren
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Ich beantworte gerne alle Leserfragen. Allerdings
veröffentliche ich nur die Fragen, die für Sie interessant sein
könnten. Bitte beachten Sie daher folgendes:

Fragen Sie mich nur zu Unternehmen, deren Marktkapitalisierung
mindestens 100 Mio. Euro oder US-Dollar beträgt. Bei kleineren
Unternehmen ist die Gefahr gegeben, daß allein die Nennung im
Heibel-Ticker eine Kursbeeinflussung nach sich zieht. Ich achte
daher stets auf die Mindestgröße der Unternehmen.

Fragen Sie mich bitte nur zu einem Unternehmen. Ich biete im
Kapitel 04 – Diversifikation die Depotanalyse zu 5 Werten an,
dort können Sie zu einer sinnvollen Depotstruktur Fragen
stellen. In diesem Kapitel jedoch gehe ich gerne auf spezielle
Fragen zu Einzelwerten / Zertifikaten oder Rohstoffen ein. Auch
allgemeine Fragen können Sie mir jederzeit stellen.

Ich freue mich auf Ihre Fragen, denn nur so erhalte ich einen
Einblick in Ihren Wissensstand und in die Probleme, die Sie
bewegen und kann den Heibel-Ticker entsprechend dieser Themen
ausgestalten. Haben Sie aber bitte Verständnis, daß ich auf
Fragen bezüglich einer ganzen Liste von Pennystocks nur ungern
antworte.

Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Vielen Dank.

=================
FRAGE 1: Derivate

Hallo Herr Heibel,

kürzlich schrieben Sie über Derivate:
"Ich habe ein halbes Jahr die SWX Börse Zürich beim Aufbau
einerDerivate-Plattform unterstützt. Glauben Sie mir: Die
meisten Derivate wie Mini-Futures sind nur für einen gut: Den
Emittenten. Lassen Sie sich nicht von dem Marketingrummel
blenden. "

Könnten Sie demnächst mal im Ticker etwas näher darauf
eingehen. Turbos etc. sind doch sehr in Mode gekommen. Wegen
Vernachlässigung von Volatilität und Zeit finde ich diese
Derivate übersichtlicher und unkomplizierter als
Optionsscheine. Sicher würden sich auch noch andere Leser dafür
interessieren.

Gruß, Gerhard aus Söhnstetten


ANTWORT 1:

Zertifikate jeder Art, also Index-, Turbo-, Knock-Out-, usw.-
Zertifikate sind Finanzprodukte, die von findigen
Finanzmathematikern in den Räumen der großen Emissionsbanken
entwickelt werden. Diese Finanzmathematiker treibt nicht der
Gedanke an, wie sie ihren Kunden den größten Kursgewinn
bescheren können, sondern nur ein Ziel: Was lässt sich am
besten verkaufen?

Es klingt zwar schön, wenn Euwax (Stuttgart) und Smart Trading
(Frankfurt) verkünden, dass Zertifikate über ihre Börse mit
einem geringen Spread gehandelt werden können. Doch bei über 90
% aller Transaktionen ist nicht ein anderer Anleger Ihr
Counterpart, sondern der Emittent selber. Die Kurse, die Sie an
den Börsen sehen, und auf deren "geringen" Spread die Börsen
ach so stolz sind, werden von den Emittenten gemacht.

Allein aus diesem Geschäft hat die Börse Stuttgart im
vergangenen Jahr einen "Handelsüberschuss" von 15 Mio. Euro
erwirtschaftet. Moment einmal, sollte die Börse nicht eine
neutrale Handelsplattform zur Verfügung stellen? Wie kommt es,
dass die Euwax da solche Gewinne erzielt? Und das ist kein
Spitzenausgleich, der Gewinn stieg in den vergangenen Jahren
kontinuierlich an.

Diese 15 Mio. Euro stehen eigentlich den Anlegern zu, denn
diese handeln über die Börse, um einen fairen Kurs aus Angebot
und Nachfrage zu erhalten. Dafür zahlen sie Gebühren. Ich zahle
ungern Gebühren an jemanden, der gegen mein Interesse handelt
und sich kontinuierlich bevorteilt.

Bleibt der direkte Weg über den Emittenten wie die ABN Amro
oder die Commerzbank. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, was
die Emittenten für Marketingmaßnahmen durchführen? Von
Hochglanzbroschüren über ganzseitige Anzeigen in der FAZ,
Süddeutschen und in allen Finanzmagazinen bis hin zu Internet-
Werbekampagnen, denen man kaum mehr entkommt, wenn ein neues
Zertifikat "verkauft" werden soll. Möchten die Emittenten Ihnen
rein altruistisch die Informationen zukommen lassen, wie Sie
mit den angebotenen Zertifikaten reich werden können? Nein! Sie
möchten ihre Zertifikate verkaufen, da sie daran gut verdienen.

70 % aller Zertifikate sind bei ihrem ursprünglichen
Fälligkeitstag wertlos. Entweder durch zwischenzeitliches
Unterschreiten der Knock-Out Marke oder durch andere
Bedingungen, die Sie im Kleingedruckten des
Zertifikateprospekts suchen müssen.

Nachdem ich diese Zahlen sah, habe ich mich nicht weiter in die
Zertifikatewelt eingearbeitet. Endloszertifikate haben meiner
Ansicht nach ihre Berechtigung, denn sie ermöglichen eine
Diversifizierung für kleines Geld. Wie jedoch die Volatilität
und auch der Zeitwertverlust eliminiert werden sollen, ohne
dass dabei auf der anderen Seite hohe Verwaltungs- und
Transaktionskosten entstehen, ist mir ein Rätsel. Das geht
nicht. Der Zeitwertverlust wird vielleicht durch eine genau
kalkulierbare Verwaltungsgebühr ersetzt und die Volatilität
wird natürlich durch oben genannte Knock-Outs und vorzeitige
Realisierungen eliminiert.

All dies können Sie selber wesentlich günstiger machen. Wenn
Sie ein Zertifikat mit Sonderbedingungen kaufen, ohne es zu
verstehen, dann können Sie auch in die Spielbank gehen. Auch
dort verliert man nicht immer, aber meistens.

Wenn Sie sinnvoll in Zertifikate investieren wollen, dann
müssen Sie die einzelnen Sonderbedingungen verstehen. Und wenn
sie das Kleingedruckte verstehen, dann können Sie die im
Zertifikat abgebildete Strategie günstiger selber mit
Optionsscheinen umsetzten.


FRAGE 2: Mindestordergröße und Gebühren


Hallo Herr Heibel,

dass Sie einen tollen Börsenbrief haben, hatte ich Ihnen schon
mal mitgeteilt. Eine Frage möchte ich dennoch loswerden. Oft
sprechen Sie von kaufen und von nachkaufen. Mit welchen
Mindestbeträgen pro Order empfehlen Sie zu arbeiten? Zu geringe
Kaufaufträge lohnen sich wegen der entstehenden Kosten sicher
nicht. Für alle ihre Empfehlungen reicht das Kleingeld nicht.

Mit freundlichen Grüßen, Willi aus Karlsruhe


ANTWORT 2:


vielen Dank für das Lob. Ich bin derzeit dabei, die Positionen
meiner Beobachtungsliste auf rund 10 zu reduzieren. Natürlich
werde ich weiterhin weit mehr Aktien im Heibel-Ticker
ansprechen, aber ich kann ja nicht jede Aktie, die mir gefällt,
in die Beobachtungsliste aufnehmen. Mit den dann verbleibenden
10 Positionen werde ich eine gute Diversifizierung anstreben.

Bei herkömmlichen Banken zahlen Sie oft noch bis zu 50 Euro pro
Kauf und Verkauf, also 100 Euro. Wenn Sie nun für 1.000 Euro
Aktien kaufen, dann müssen Sie also schon einmal 10 % Plus
machen, bis Sie die Gebühren raus haben. Ich empfehle daher
stets, Online- oder Direktbanken zu nehmen. Dort betragen die
Gebühren meist 20 Euro, teilweise liegen die Gebühren sogar
unter 15 Euro. Damit brauchen Sie bei einem Einsatz von 1.000
Euro nur 3 % gut machen, um ins Plus zu kommen. So sehe ich
also eine Ordergröße von rund 1.000 Euro also Mindestgröße an.

Dies gilt für Käufe ebenso wie für Nachkäufe. Ich richte mich
stets darauf ein, eine Position in drei Schritten zu kaufen.
Eine erste Position, wenn ich auf die Aktie aufmerksam werde.
Eine zweite Position, wenn diese Aktie dann unter meinen
gewünschten Einstiegspreis fällt. Damit bin ich dann voll
investiert. Wenn dann der Kurs nochmals kräftig abgibt, obwohl
gleichzeitig keine fundamentalen Verschlechterungen zu
entdecken sind, dann kaufe ich auch zu dem dann noch
niedrigeren Preis nochmals nach, verkaufe diesen Anteil der
Position jedoch auch schnell wieder, wenn die Aktie dann eine
Gegenbewegung vollzieht.

Wenn Sie jedoch beispielsweise einen Optionsschein kaufen, der
sich binnen weniger Tage verdoppeln könnte, oder jedoch wertlos
wird, dann fallen die Gebühren kaum ins Gewicht. Hier können
Sie auch einmal mit 500 Euro einsteigen.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank nach den Ordergebühren.
Falls Ihnen Ihre Bank zu teuer ist, sollten Sie sich nach einem
anderen Broker umschauen. Ich habe gute Erfahrungen mit der
Comdirect, der Diraba sowie E*Trade gemacht.

==============================================================
06. BEOBACHTETE WERTE
==============================================================

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

Aufgrund der fehlenden Übersichtlichkeit habe ich die Anzeige
nun etwas verändert. Bitte lesen Sie folgende Angaben:
Name (US-Kürzel, WKN, Kaufkurs, Datum der Empfehlung)

FINANZEN
TECHNOLOGIE
ENERGIE
JAPAN
ROHSTOFFE
NICHT ZYKLISCH
TURNAROUND
FESTVERZINSLICH

==========


TECHNOLOGIE

Qualcomm (QCOM, 883121, 27,50 EUR / 36 USD, 04.08.06)
Kurs aktuell 29,40 EUR / 37,38 USD, Ziel 45,08 USD bis Mai 08.

Marvell Techn. Group (MRVL, 930131, 20 EUR / 25 USD, 17.04.06)
Kurs aktuell 15,54 EUR / 19,97 USD , Ziel 44,10 USD bis Ende 07

Electronic Arts (ERTS, 878372, 38,75 EUR / 47,75 USD, 24.03.06)
Kurs aktuell 41,86 EUR / 55,09 USD

Microsoft (MSFT, 870747, 22,50 EUR / 27,75 USD, 17.03.06)
Kurs 20,70 EUR / 26,85 USD, Warten auf Vista

Apple Computers (AAPL, 865985, 52,33 EUR, 21.01.06)
Kurs aktuell 58,37 EUR / 73,42 USD, Ziel 105,20 USD bis Sept 07

Yahoo! (YHOO, 900103, 20 EUR, 15.01.06, 21.7.06)
Kurs aktuell 22,73 EUR

Über die Technologiewerte habe ich im Kapitel 03 – Ausblick
ausführlich geschrieben. Hier noch ein paar detaillierte
Anmerkungen:

MARVELL

Marvell ist eines von rund 100 Unternehmen, das im Rahmen der
Optionsrückdatierungsvorwürfe von der US-Börsenaufsicht SEC
untersucht wird. Der Kurs ist daher seit einigen Wochen unter
Druck. Diese Woche entlud sich der Druck in einer technischen
Gegenreaktion, der Kurs sprang um 9 % an.

Die vielen Verzögerungen im Technologiebereich haben auch an
den Absatzzahlen von Marvell genagt. Die Wachstumsaussichten
betragen nun nur noch 25 % p.a., das aktuelle KGV liegt bei 37.
Die Bilanz ist nach wie vor sauber, knapp eine Milliarde US-
Dollar Barreserven können schnell investiert werden, wenn die
Nachfrage anzieht. Ein Aktienrückkaufprogramm liefert nun eine
Unterstützung für den Aktienkurs.

Mein Kursziel vermindere ich auf ein KGV von 45 bis Ende 2007.
Das entspricht bei derzeitigen Erwartungen einem Kurs von 44,10
US-Dollar.

APPLE

Die erwartete Wachstumsgeschwindigkeit des Umsatzes von 20 %
p.a. halte ich für konservativ. Das neue iTV sollte diese
Wachstumsrate deutlich nach oben korrigieren. Damit sollte
Apple meiner Erwartung nach bis Herbst nächsten Jahres auf
einem KGV von 40 notieren. Das entspricht einem Aktienkurs von
105,20 US-Dollar.

QUALCOMM

Der Hersteller von UMTS-Chips wächst mit 19 % p.a. Mit der
erwarteten Gewinnentwicklung ergibt sich damit ein Kursziel bis
Anfang 2008 von 45,85 US-Dollar.

Damit hat Qualcomm derzeit die schlechtesten Aussichten. Ich
werde diese Aktie als erste verkaufen, wenn der Kurs nochmals
ein wenig angezogen ist.

==========

ENERGIE

ABB (ABB, 919730, 10 EUR / 13 USD, 04.08.06)
Kurs aktuell 10,417EUR / 13,37 USD, Ziel 20 EUR / 26 USD bis
Sommer 07

Grey Wolf (GW, 866164, 5,75 EUR / 7,50 USD, 28.07.06)
Kurs aktuell 5,42 EUR /6,81 USD, Ziel 11,90 USD bis Frühjahr 07

Cameco (CCJ, 882017, 29 EUR, 03.02.06)
Kurs aktuell 30,40 EUR / 38,79 USD, Stopp Loss bei 26,50 EUR

Headwaters (HW, 909698, 19,20 EUR / 25,85 USD, 12.05.06)
Kurs aktuell 18,25 EUR / 23,36 USD - VERKAUFEN

Solar-Fabrik (661471, 13,20 EUR, 24.02.06)
Kurs aktuell 9,35 EUR, Verkauft zu 9,70 Euro

Nabors Industries (NBR, 662778, 28,25 EUR, 21.01.06)
Kurs aktuell 23,80 EUR, Ziel 50 EUR bis Ende des Jahres

Arch Coal (ACI, 908011, gekauft zu 26 EUR, 33 USD, 25.08.06
Nachgekauft zu 23,50 EUR / 27,60 USD)
Kurs aktuell 21,87 EUR, 33,65 USD, Ziel 33 EUR /50USD bis 12/07


HEADWATERS

Die Aktien von Headwaters sind in der abgelaufenen Woche um
10,5 % angestiegen. Grund war ein Großauftrag eines Kunden, der
erneut die Herstellung von synthetischem Öl aus Kohle in
Auftrag gab.

Für Sie bietet dieser überraschende Kursanstieg nochmals die
Möglichkeit, die Aktien zu verkaufen. Wenngleich die Kohle eine
Renaissance erlebt, so werden doch meiner Einschätzung nach in
den nächsten Monaten die Projekte mit alternativen
Energiequellen eher vernachlässigt werden.


GREY WOLF

Letzte Woche ist mir hier ein Gedankenfehler unterlaufen: Ich
hatte den auf Festlandbohrungen spezialisierten Explorer in die
Tiefsee verbannt. Da Grey Wolf jedoch auf dem Festland nach Öl
sucht, partizipiert dieses Unternehmen wohl nicht von dem nun
beginnenden Run auf den Golf von Mexiko.

Ich warte daher nun auf eine günstige Ausstiegsgelegenheit. Das
Bewertungsniveau dieses Explorers ist noch immer günstig, aber
wie im Rückblick beschrieben, werden auch diese Aktien in den
Keller geprügelt. Nutzen Sie eine Erholung des Kurses zum
Verkauf.


==========

JAPAN

Kyocera (KYO, 860614, 58 EUR, 07.07.06)
Kurs aktuell 67,35 Euro

Matsushita (MC, 853666, 16,03 EUR, 27.01.06)
Kurs aktuell 16,24 EUR / 21,25 USD

Der japanische Yen ist weiterhin schwach. Den Exportunternehmen
Japans kommt dies zugute und Kyocera sowie Matsushita werden
weiterhin gute Umsätze verzeichnen. Kursgewinne werden bislang
kaum erzielt, da die Kursgewinne der Aktien an der japanischen
Börse durch den schwachen Yen wieder ausradiert werden. Halten.

==========

ROHSTOFFE

Southern Copper (PCU, A0HG1Y, 70,51 EUR / 85 USD, 24.03.06)
Kurs aktuell 71,25 EUR/ 89,40 USD, Hälfte verkauft zu 76 EUR/
96 USD, Rest verkaufen beim Erreichen von 80 EUR / 100 USD.

Gold Spot ABN Amro endlos Zertifikat (859341, 49 EUR, 17.02.06)
Kurs aktuell 45,63 EUR. Halten (siehe techn. Analyse zu Gold)

Entsprechend meiner Empfehlung konnten Sie die letzte Rallye
nutzen, um Southern Copper zu Kursen über 95 US-Dollar bzw. 75
Euro zu verkaufen. Wer die Aktien noch hält sollte nun
verkaufen, denn es wird noch schlimmer kommen.

Das Gold-Zertifikat halte ich hier weiterhin, da es für mich
die Position des Goldes im Vermögen repräsentiert. Und wer
Goldbarren und Goldmünzen zu Hause hat, der wird diese
Korrektur nicht nutzen, um sich von dem gelben Metall zu
trennen, sondern wartet auf die Gelegenheit, zu günstigeren
Preisen nachzukaufen. Physisches Gold ist nicht zum Traden
gedacht, sondern eine Langfristanlage für viele Jahre.


==========

NICHT ZYKLISCH

Amgen (AMGN, 867900, 52 EUR / 66 USD, 07.07.06)
Kurs aktuell 54,77 EUR / 69,51 USD,

Whole Foods Market (WFMI, 886391, 49,25 EUR/61,75 USD, 2.6.06)
Kurs aktuell 44,80 EUR / 56,45 USD,

Berentzen Gruppe AG VZ (520163, DE0005201636, 7 EUR, 28.07.06)
Kurs aktuell 6,50 EUR, Ziel 9,50 Euro bis Anfang 07

Mit 11 % Wochenplus ist Whole Food Markets der Wochengewinner.
Grund dafür ist das Quartalsergebnis des Wettbewerbers Kroger.
Das Unternehmen hat mit seiner Billigstrategie gut verdient.
Dies zeigt, dass im Lebensmitteleinzelhandel noch Geld zu
verdienen ist. Die Strategie von Kroger zeigt, dass sich der
Markt zweiteilt: In billige Massenware und teure Qualitäts-
Gesundheitsnahrung.

Diese drei Positionen bilden für die nächsten Monate das
Rückgrat der Beobachtungsliste.

==========

TURNAROUND

General Motors (GM, 850000, 19 EUR / 24 USD, 12.05.06)
Kurs aktuell 25,78 EUR / 32,18 USD, Ziel 40 USD bis 07/07

Die Aktien steigen, ohne zurückzublicken. Derzeit sind wir
bereits mit 36 % im Plus. Als Ziel sehe ich auf Sicht bis Mitte
2007 einen Kurs von 40 US-Dollar. Halten.

==========

FESTVERZINSLICH

GMAC Medium-Term-Notes,
7 Jahre, Nominalzins 5,75 %, Fällig 27.9.2010
WKN 908511, ISIN XS0177329603
Gekauft zu 92 EUR am 24.03.06
Kurs aktuell 99,80 EUR, Rendite aktuell 5,635 %
Halten.



==============================================================
07. CHARTTECHNIK DOW JONES, Dax & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
==============================================================

Die Charts dazu können Sie im Kundenbereich unter
http://heibel-ticker.de/kundenbereich nachschlagen. Sie
benötigen dazu Ihre E-Mail Adresse und Ihr Passwort.


Charttechnik

Für kurzfristige Betrachtungen zur Bestimmung von optimalen
Ein- oder Ausstiegszeitpunkten sowie Marken wird die
Charttechnik zu Rate gezogen. Hier eine kurze Betrachtung
einiger wichtiger Charts:


Dow Jones Industrial 11.527 Punkte

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück – fast unbemerkt ist der
Dow Jones mit dieser Vorgehensweise in Schlagweite seines
Jahreshochs gekommen. Bis zu 11.709 Punkten fehlen ihm nur noch
182 Punkte.

Eine Unterstützung verläuft bei 11.300 Punkten, es ist der
vormalige Widerstand, der Ende August überwunden wurde. Der
200-Tages-Durchschnitt liegt bei 11.093 Punkten.


DAX 5.907 Punkte

Der Dax befindet sich in einem soliden Aufwärtstrend, der sich
nach der W-Formation im Juni/Juli bildete. Konsolidierungen
dauern lediglich zwei bis drei Tage, anschließend wird der
Aufwärtstrend fortgesetzt.

Ähnlich wie beim Dow Jones ist auch der Dax in Schlagweite
neuer Jahreshöchststände. Die Unterstützung bei 5.785 Punkten
hat gehalten, nun ist ein Anstieg auf 6.162 Punkte möglich. Der
200-Tagesdurchschnitt liegt bei 5,692 Punkten.

Gold 584,40 US-Dollar

Wie vergangene Woche beschrieben ist der Goldpreis aus seiner
sich zuspitzenden Dreiecksbewegung bei 615 USD nach unten
ausgebrochen, es folgte in der abgelaufenen Woche ein
Kursrutsch bis unter 575 US-Dollar.

Damit wurde bereits der 200-Tages-Durchschnitt bei 591 USD nach
unten durchbrochen. Das erste Ziel der Korrektur liegt bei 570
USD und dürfte am heutigen Freitag erreicht werden. Der nächste
Rutsch würde dann auf die obere Begrenzung des langfristigen
Aufwärtstrends bei 531 USD führen.

Die untere Begrenzung dieses im Jahr 2001 begonnenen
Aufwärtstrends liegt bei 475 USD. Ein Preissturz bis auf diese
Marke würde das langfristig bullische Szenario des Goldes noch
immer nicht widerlegen, es würde lediglich die Übertreibung der
vergangenen 12 Monate ausgleichen.

Crude Oil 62,11 US-Dollar

Der von mir erwartete Rückschlag auf 60 USD je Fass Crude Oil
ist im vollen Gange. Der 200-Tages-Durchschnitt bei 66,22 USD
hielt erwartungsgemäß nicht. Ein Boden dürfte sich zwischen dem
im Frühjahr getesteten Boden bei 56,30 USD und 60 USD bilden.

Wechselkurs US-Dollar / Euro 1,2750 USD/EUR

Die Unterstützung bei 1,275 USD/EUR wackelt. Im Wochenverlauf
rutschte der Wechselkurs bereits vorübergehend darunter. Rufen
Sie sich einmal einen langfristigen Chart auf (5 Jahre), dann
werden Sie erkennen, dass sich eine Schulter-Kopf-Schulter
Formation gebildet hat. Die linke Schulter wurde zum
Jahresanfang 2003/2004 bei 1,28 USD/EUR gezeichnet, der Kopf
lag zum Jahreswechsel 2004/2005 bei 1,36 USD/EUR und nun folgt
die rechte Schulter mit ihrem Top bei 1,29 USD/EUR.

Scheren Sie sich nicht um das Gerede um den verschuldeten US-
Haushalt, in Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Achten
Sie bitte in den kommenden Wochen auf ein Unterschreiten der
mehrfach getesteten Unterstützung bei 1,25 USD/EUR.

Für einen anhaltend festen Euro (also schwachen US-Dollar) wäre
ein baldiges Überschreiten der 1,29 USD/EUR notwendig. Derzeit
sieht es jedoch eher danach aus, als werde der Wechselkurs
seine Seitwärtsbewegung mit einem Unterschreiten der 1,275
USD/EUR verlassen. Dann wird bei 1,25 USD/EUR die Nagelprobe
gemacht. Hält diese Unterstützung nicht, dann sind schon bald
wieder Kurse von 1,15 USD/ EUR, meiner langfristigen
Kaufkraftparität, möglich.

Wechselkurs Yen / Euro 149,64 YEN/EUR

Der befürchtete Einbruch des Euro gegenüber dem Yen erfolgte
nicht, obwohl der japanische Finanzminister Kuizomi weitere
Zinserhöhungen noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt hat und
damit dem Yen zu Stärke verhalf. Noch ist der Aufwärtstrend des
Euro also intakt. Erst ein Unterschreiten der Marke von 148,2
YEN/EUR würde den Aufwärtstrend beenden.

Nikkei 15.942 Punkte

200-Tages-Durchschnitt bei 15.945 Punkten sowie die mehrfach
getestete Unterstützung bei 16.000 Punkten wurden nach unten
durchbrochen, die nächste Unterstützung liegt nun erst bei
14.804 Punkten. Gelingt es dem Nikkei nicht, in den nächsten
Tagen wieder über 16.000 Punkte zu springen, so ist ein
erneutes Abrutschen auf diese untere Marke wahrscheinlich.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info@heibel-ticker.de

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08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
==============================================================

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.



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