• 15.11.: Heute im Heibel-Ticker: Konjunktursorgen keimen erneut auf http://bit.ly/32Sah5G #Börse #Aktien
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29.09.2006:
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H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

1. Jahrgang - Ausgabe 39 (29.09.2006)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: VERSCHIEDENE ALLZEIT-HOCHS IM DOW JONES
02. SO TICKT DIE BÖRSE: DIE BESTERN AKTIEN DES DOW JONES 2006
03. AUSBLICK: DIE BESTEN BRANCHEN FÜR’S WEIHNACHTSGESCHÄFT
04. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: RAIFFEISEN, RHI AK, TIME WARNER,
SEABIRD EXPL., CARDPOINT
05. LESERFRAGEN: HERBALIFE, GOLDCORP, DURBAN GOLD
06. BEOBACHTETE WERTE
07. CHARTTECHNIK DOW JONES, DAX & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
09. AN-/ABMELDUNG

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01. INFO-KICKER: VERSCHIEDENE ALLZEIT-HOCHS IM DOW JONES
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Liebe Börsenfreunde,

Vorab eines zur Klärung dessen, was Sie in den kommenden Tagen
im Medienrummel verwirren wird: Es wird in den Medien kaum
unterschieden zwischen dem Allzeit-Closing-Hoch und dem
Allzeit-Hoch im Dow Jones. „Closing“ steht für den Schlußkurs.
Es gibt also ein Allzeit-Hoch im Dow Jones auf
Tagesschlußkursbasis. Dies lag am 14. Januar 2000 bei 11.722
Punkten und wir haben heute schon vorübergehend darüber gelugt.

Außerdem gibt es ein Intraday-Allzeit-Hoch, also ein Höchstkurs
im Dow Jones, der innerhalb des Tages einmal kurz erzielt
wurde, anschließend fiel der Index bis zum Tagesschluß jedoch
wieder. Die höchste Ziffer, die Der Dow Jones also jemals
überhaupt kurzzeitig geschrieben hat, liegt bei 11.908 Punkten.

Wundern Sie sich also nicht, wenn wir in den nächsten Tagen
zweimal den Höchstkurs des Dow Jones aus dem Jahr 2000
überbieten – einmal ist es der Tagesschlußkurs, einmal der
Intraday-Kurs.

Aber Sie sehen schon an diesen Worten, daß wir es mit einer
guten Börsenstimmung zu tun haben. Ich habe Ihnen heute im
Rückblick die Gründe aufgezeigt, die zu diesem vermeintlich
fulminanten Aufstieg wie Phoenix aus der Asche führten. Wenn
Sie berücksichtigen, daß Sie heute nur halb soviel Gold für den
Gegenwert des Dow Jones erhalten, wie vor sechs Jahren, dann
relativiert sich dieser Kursanstieg: Alles nur Ziffern auf dem
Monitor!

Im Ausblick habe ich für Sie ausgeführt, wie es in den nächsten
Monaten bis Weihnachten an den Börsen weitergehen könnte. Ich
habe eine recht klare Meinung zu den verschiedenen Branchen –
einzig der Goldpreis bereitet mir derzeit Kopfzerbrechen.

In der Depotanalyse und die Leserfragen beschäftigen sich mit
einer Vielzahl von Einzelaktien. Insbesondere die letzte
Leserfrage zu Durban Gold hat mich wieder auf einen alten
Liebling gestoßen, dessen Aufnahme in die Beobachtungsliste ich
in den kommenden Tagen prüfen werde.

Die Sonne lacht,
mit Ihrer Macht,
macht Sie die Nacht
zum Tage.

Schwarz wie ein Loch
Kommt die Nacht doch,
nur, wie lange noch?
Das ist die Frage.

Es dämmert und diese Zeilen fielen mir gerade ein.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief@heibel-ticker.de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: DIE BESTERN AKTIEN DES DOW JONES 2006
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11.908 Punkte lautet die Marke, die Sie sich merken müssen.
11.908 Punkte war das Allzeit-Hoch im Dow Jones im Frühjahr
2000 – also vor sechseinhalb Jahren. Heute notiert der Dow
Jones mit 11.714 Punkten in greifbarer Nähe dieses Rekordes.

Wie konnte das passieren? Und warum wurden wir nicht schon
früher darauf aufmerksam gemacht?

Nun, im Heibel-Ticker schreibe ich seit einigen Monaten, daß
wir in diesem Jahr ein neues Allzeit-Hoch im Dow Jones sehen
können. Und vor allem, der Index besteht nur aus 30
Einzeltiteln und den Titel mit dem größten Kursanstieg habe ich
Ihnen frühzeitig empfohlen: General Motors.

Allein gestern hat General Motors mit einem Tagesplus von 2,3 %
maßgeblich dazu beigetragen, den Dow Jones wieder ein Stückchen
näher an sein Allzeit-Hoch zu bringen. Der 82 Jahre alte
Großaktionär und Milliardär Kirk Kerkorian hat gestern
verkündet, er werde seinen 9,9 % Anteil an GM durch den Zukauf
von Aktien auf 12 % anheben.

Gleichzeitig hat er erneut bekräftigt, daß GM eine Kooperation
mit Renault und Nissan benötigt. Richard Wagoner, der CEO von
General Motors, ist derzeit auf er Autoshow in Paris und hat
sich gestern erstmalig persönlich mit dem Renaultchef Carlos
Goshn zusammengesetzt. Goshn hatte schon durch die Übernahme
von Nissan für Furore gesorgt. Gleichzeitig hat der Renault
erfolgreich Saniert, Renault schreibt wieder Rekordabsatzzahlen
und Gewinne.

Während Kerkorian keine Gelegenheit ausläßt, für GM die
Notwendigkeit einer Allianz mit Goshn zu betonen, hält sich GM-
Chef Wagoner bedeckt. Aus den Gesprächen sickert hervor, daß
Wagoner die Vorteile einer Allianz hauptsächlich auf Renaults
Seite sehe. Wagoner war ohnehin nicht begeistert von der
Vorgehensweise Kerkorians, der ohne Absprache mit Wagoner eine
mögliche Allianz mit Renault in der Presse lobte. Da die Börse
positiv auf diese Ankündigung reagierte mußte Wagoner nun auch
verhandeln – aber es ist kein Geheimnis, daß Wagoner GM lieber
eigenständig beließe. Er zeigt bei jeder Gelegenheit stolz auf
die bereits durchgeführten Restrukturierungsschritte, die aus
der maroden wieder eine saubere Bilanz gemacht haben.

Kerkorian hat diese eigene Linie von Wagoner wohl bemerkt. Sein
Mann im Aufsichtsrat von GM ist Jerry York. Er ist dafür
verantwortlich, daß die Ideen Kerkorian auch vom Management von
GM, also in erster Linie von Wagoner, aufgegriffen werden. Seit
sich nun Wagoner mit seinen Äußerungen von der Allianz mit
Renault entfernt spricht Kerkorian davon, den Aufsichtsrat
stärker in das operative Tagesgeschäft einzubeziehen.

Sie sehen, auf allerhöchster Ebene gibt es Spielchen um die
Macht, um Durchsetzungsvermögen und um Einfluß. Ich denke, GM
ist in einer sehr komfortablen Situation: die Kosten wurden
gesenkt, die Produktion gedrosselt. Es gibt keine
Überproduktion mehr, keine vollen Lagerhallen, sondern nur noch
Autos, die zu einem vernünftigen Preis verkauft werden können.
Das nächste Quartalsergebnis von GM wird meiner Erwartung nach
erstmalig wieder ein positives Ergebnis sein. Die konservativen
Planzahlen sollten meiner Einschätzung nach weit übertroffen
werden.

Die GM Aktien sind in diesem Jahr um über 60 % gestiegen. Wenn
Sie nun nochmals fragen, wie der Dow Jones so nah an sein
Allzeit-Hoch klettern konnte, dann liegt die Antwort auf der
Hand: Der Anstieg von GM um über 60 % war einer der
wesentlichen, wenn nicht der wesentliche Antriebsfaktor für den
8 %igen Jahresanstieg des Dow Jones Indexes.

Aber General Motors ist nicht die einzige Aktie. Hewlett
Packard hat erfolgreich sein Drucker- und Laptopgeschäft
wiederbelebt. Der Aktienkurs stieg um 25 % seit Jahresbeginn.
Pfizer und McDonalds stehen heute 18 % über ihrem jeweiligen
Aktienkurs vom 1. Januar. Caterpillar, vorübergehend mal um 40
% angestiegen, steht noch immer 15 % höher als zum Jahresbeginn
und J.P. Morgan trägt weitere 17 % Kursanstieg bei.

Schauen Sie sich die breite der Branchen an, aus denen diese
Aktien kommen: Automobilsektor (GM), Technologie (HP), Pharma
(Pfizer) und Lebensmittel (McDoof) sowie Infrastruktur
(Caterpillar) und Finanz (J.P. Morgan) – können Sie da
behaupten, daß dieser Anstieg des Dow Jones getürkt ist? Können
Sie da glauben, daß vielleicht eine Verzerrung im
Immobiliensektor, im Rohstoffsektor oder irgendeinem anderen
Sektor für den Kursanstieg verantwortlich ist?

Nein. Die US-Börse steigt und nimmer alle Branchen mit. Wir
haben es also mit einer breiten Aktienmarktrallye zu tun.
Innerhalb der USA sieht die Welt nun wieder in Ordnung aus.
Aber wie sehen wir Deutschen diese US-Welt?

Nun, seit dem Jahr 2000 hat der US-Dollar gegenüber dem Euro
rund 40 % an Wert verloren. Wer von Ihnen also heute noch US-
Aktien aus der Bubble-Phase im Depot liegen hat, der wird wohl
trotz des Anstiegs des Dow Jones in Euro gerechnet noch immer
im Minus sein.

Oder, mit anderen Worten: Wenn die USA ihren US-Dollar nicht um
40 % gegenüber dem Euro abgewertet hätten, dann stünde der Dow
Jones heute vermutlich irgendwo bei 40 % tiefer – also bei
11.714*0,6= 7.028 Punkten. Wenn also in den nächsten Tagen die
Meldung durch die Nachrichten verbreitet wird, dass die
Amerikaner ihre Aktienbörse wieder auf dem Niveau von 2000
haben, dann können Sie sich still denken, daß die Amerikaner
dafür aber den Preis bezahlen, daß ihre Währung wesentlich
weniger wert ist. Reisen ist für Amerikaner so teuer wie nie
zuvor. Nur wenige können sich Auslandsreisen leisten – trotz
des Dow Jones auf Rekordniveau.

Auch wenn Sie die Erholung des Dow Jones in Gold messen bekommt
der zu erwartende neue Rekord des Allzeit-Hochs einen faden
Geschmack. Der Goldpreis stand im Jahr 2000 unter 300 US-
Dollar. Heute ist der Goldpreis mit 600 US-Dollar um 100 %
höher. Gemessen in Gold steht der Dow Jones heute also bei
5.857 Punkten.

Solche Vergleiche sind zwar recht plakativ, jedoch können Sie
damit nichts anfangen. Was Sie jedoch aus dieser Ausführung mit
nehmen sollten ist die Erkenntnis, daß der in US-Dollarziffern
bemessene US-Konjunkturaufschwung zu einem großen Teil nur
deswegen so schön aussieht, weil die Finanzmärkte mit US-Dollar
überschwemmt wurden: Niedrigstes Zinsniveau der Nachkriegszeit,
Rekordneuverschuldung der Bush-Administration und
Rekordzuflüsse von Finanzinvestitionen aus dem Ausland haben
das Land mit dem grünen Schein überschwemmt, so daß heute
notwendigerweise jeder Amerikaner ein paar mehr dieser grünen
Papiere zu Hause hat. Doch außer Landes bringt ihm das nicht
viel.

Der frühere Notenbanker Alan Greenspan hat dies wohl
absichtlich gemacht. Es ist auch volkswirtschaftlich bekannt,
daß bei einer solch expansiven Geld- und Fiskalpolitik ein
wirtschaftlich positiver Effekt erzielt wird: Die Menschen
reagieren auf den Geldstrom nur mit einer Zeitverzögerung.
Diese Zeitverzögerung sorgt dafür, daß die inländischen
Produktionskosten konstant bleiben, während der US-Dollar als
Währung bereits kräftig fällt. Durch den gefallenen US-Dollar
werden die US-Produkte, die auf den ausländischen Märkten zum
konstanten US-Dollar-Gegenwert angeboten werden, in
ausländischer Währung billiger und somit wettbewerbsfähiger.

Was wir also in den USA haben ist ein Konjunkturaufschwung, der
mit dem Wertverlust des US-Dollar erkauft wurde. Nicht umsonst
sind die Zugpferde des Dow Jones Anstiegs Unternehmen, die über
ein internationales Geschäft verfügen: HP, McDoof, Cat, JPM und
Pfizer sind international aufgestellt.

Doch im Zweifel sind solche Zusammenhänge für die Amerikaner
egal: Sie wollen, das zu Hause alles in Ordnung ist. Und was
kümmert es sie da, wenn der US-Dollar im Ausland fällt. Daß die
USA durch das Abkommen von Bretton Woods ihren US-Dollar als
Rückgrat der Weltfinanz zur Verfügung stellte, kümmert heute
niemanden mehr. Doch genau dadurch ist gewährleistet, daß das
amerikanische System nicht zusammenbricht.

Wie wird es also weitergehen? Werden wir wieder eine Phase
erleben, in der ein Rekordhoch das andere ablöst? Oder sind der
eingebrochene Ölpreis und der schwache US-Dollar die Vorboten
einer schärferen Korrektur an den US-Märkten? Mehr dazu im
nächsten Kapitel.

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03. AUSBLICK: DIE BESTEN BRANCHEN FÜR’S WEIHNACHTSGESCHÄFT
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Kennen Sie den Börsianer, der im Fernsehen auftritt und sagt:
„Ich habe in den vergangenen zwei Jahren ein Vermögen an der
Börse VERLOREN. Deswegen müssen Sie jetzt Aktien kaufen, denn
irgendwann muß die Börse doch mal wieder steigen!“? Nein, den
kennen Sie nicht?

... ich auch nicht. Aber den kennen Sie: „Ich bin an der Börse
zum Millionär geworden und Sie können das auch schaffen. Kaufen
Sie Aktien!“

Genau so wirkt die Meldung: „Dow Jones erklimmt Allzeit-Hoch!“,
sie dürfen erwarten, daß die Börsenrallye gerade erst begonnen
hat. Sie wird in den Winter hinein an Fahr gewinnen und erst
zum Jahresende hin auslaufen. Mir fallen gleich eine ganze
Reihe von Gründen ein. Die hier genannten Zitate, die Sie in
den kommenden Wochen in den Medien hören werden, sind nicht der
Grund für die Rallye, werden sie aber weiter anheizen.

Die Gründe liegen ganz woanders. Schon lange habe ich nicht
mehr so günstige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft gesehen.
Schauen Sie einmal auf Ihre eigene monatliche Rechnung: Die
langfristigen Zinsen befinden sich auf Talfahrt. Sowohl in
Europa, als auch in den USA steigen die kurzfristigen
Leitzinsen, die langfristigen Zinsen jedoch fallen.
Immobilienfinanzierungen werden also günstiger.


Im Vergleich zum Herbst vor einem Jahr können Sie davon
ausgehen, daß die niedrigen Hypothekenkredite den
Immobilieneignern je Haus derzeit rund 100 Euro mehr im
Portemonnaie belassen.

Weitere 200 Euro werden Sie dieses Jahr sparen, wenn Sie Ihre
Ölvorräte für den Winter auffüllen. Und dann zahlen Sie an der
Tankstelle wieder 5 Euro weniger je Tankfüllung, oder? Mit
anderen Worten: Dieses Jahr werden Sie Weihnachten nicht mehr
mit einem zerknirschten Gesicht Geschenke einkaufen, sondern
Sie haben eine Menge mehr Kleingeld in Ihrem Portemonnaie. Und
wenn Sie dann noch die psychologische Wirkung der
bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung berücksichtigen, die uns
lieber heute noch schnell alles kaufen läßt, als nächstes Jahr,
dann werden wir dieses Jahr Weihnachten richtig was zu feiern
haben.

Und es ist nicht nur der Ölpreis, der noch vor einem halben
Jahr um 10 % höher notierte. Auch die industriellen Rohstoffe
sind seit Mai dieses Jahres deutlich zurückgekommen. Die
Industrie produziert derzeit überraschend günstig, nachdem man
sich an ewig steigende Rohstoffpreise gewöhnt und diese in die
Prognosen eingearbeitet hat.

Nicht nur die Nachfrageseite steht plötzlich besser da als
erwartet, auch die Produktion ist günstiger. Von Preissenkungen
will ich gar nicht sprechen – das wäre zuviel verlangt.
Partizipieren Sie lieber mit Hilfe von Aktien an den Gewinnen
der Unternehmen, denn es wird einige positive Überraschungen
geben.

Durch die gesunkenen Rohstoffpreise ist der Inflationsdruck
deutlich gemildert. In den USA hat die Notenbank bereits vor
einigen Monaten ihre letzte Zinserhöhung zur
Inflationsbekämpfung durchgeführt. Die Märkte gehen davon aus,
daß das Inflationsgespenst besiegt ist, denn die Renditen der
langläufigen Anleihen fallen wieder: Seit Anfang Juli ist die
Rendite der 30jährigen US-Staatsanleihe von 5,3 % auf nunmehr
4,7 % gefallen.

Die langfristigen Zinsen bestimmen die Finanzierungskosten für
Investitionen. Nicht nur Hypothekenzinsen sind davon abhängig,
sondern auch die Investitionsentscheidung von Unternehmen: Je
niedriger die Finanzierungskosten, desto eher rentiert sich
eine Investition.

Und noch ein Argument für steigende Aktienkurse: Auch dieses
Argument beruht auf den niedrigen langfristigen Renditen. Diese
sind nämlich der Konkurrent der Aktien. Je besser Ihr Geld mit
einer langfristigen Anleihe verzinst wird, desto eher werden
Sie es in diese Anleihe stecken. Derzeit ist das langfristige
Zinsniveau jedoch recht unattraktiv – und also überlegen viele
Anleger, ihr Geld lieber in Aktien zu stecken.

Die psychologische Meßlatte für diese Entscheidung ist
eigentlich ein Leitzins von 5 %. In den USA ist der Leitzins
nun mit 5,25 % knapp über der Meßlatte und eigentlich sollten
nun Anleger scharenweise ihr Geld in Anleihen stopfen. Doch
untypischer weise sind die kurzfristigen Zinsen, die durch den
Leitzins von 5,25 % repräsentiert werden, höher, als die
langfristigen Zinsen mit 4,7 %. Die langfristigen Zinsen sind
also unterhalb der Meßlatte. Und das führt dazu, das die
Mehrzahl der Anleger sich derzeit eben doch der Aktienbörse
zuwendet.

Neben diesen konjunkturellen Rahmenbedingungen ist mir noch
etwas aufgefallen: Ein Unternehmen, das ein gutes
Quartalsergebnis vorgelegt hat, seine Prognosen anhob und
dessen Aktienkurs daraufhin anstieg wurde in den vergangenen
Wochen von den Investmentbankern oftmals in der Bewertung
herabgestuft. Nur selten gab es eine solche Flut von
Herabstufungen, wie in den vergangenen Wochen. Der Grund: Ein
solches Wachstum könne nicht nachhaltig sein und die Prognosen
seien zu optimistisch.

Dabei müssen Sie betrachten, welche Unternehmen mit positiven
Überraschungen aufwarteten: Wieder einmal General Motors
prescht hier allen voran. Aber auch Intel, Hewlett Packard,
Microsoft und Cisco sorgen erstmals seit Jahren wieder für eine
gute Stimmung. Erstmal seit Jahren. Erstmals seit dem Jahr
2000.

Nehmen wir beispielsweise einmal Cisco: Das Unternehmen
verfolge ich seit 1997 intensiv. Cisco baut
Netzwerkkomponenten, die Ihr Computernetzwerk benötigt. Linksys
kommt beispielsweise aus dem Hause Cisco. John Chambers, CEO
von Cisco, hat schon immer eine sehr klare Sprache gepflegt. Er
war 2000 der erste CEO, der offen ausgesprochen hat, daß der
Aktienkurs vorerst einmal kein weiteres Potential habe. Der
Wert des Unternehmens hat sich anschließend geviertelt.

Cisco ist zurück. Der Umsatz wächst wieder mit 20 % p.a., die
Gewinnmarge stimmt und Cisco ist kein Rohstoffunternehmen. Wenn
Cisco also von steigenden Umsätzen spricht, dann basiert diese
Prognose nicht auf dem Währungschaos der Weltmärkte, nicht auf
dem Rohstoffhunger der BRICs, sondern auf den eigenen
Netzwerkkomponenten, für die Unternehmen derzeit wieder Geld
investieren.

Dies sind Entwicklungen, die gerade erst losgetreten wurden.
Und wenn Sie sich an die eingangs dieses Kapitels beschriebenen
zukünftigen Zitate erinnern dann werden Sie schnell verstehen,
daß dieser Trend nicht in wenigen Tagen ausläuft. Dieser Trend
wird ein paar Monate in Anspruch nehmen, meiner Einschätzung
nach bis Weihnachten. Bis dahin wird das Öl einen Boden bei 60
US-Dollar bilden.

Ich bleibe also bei meiner bullishen Einschätzung zu den
Technologieaktien sowie zum Finanzsektor. Wir haben dort
unseren Schwerpunkt gesetzt und ich sehe derzeit keinen Grund,
davon abzurücken.

Bleibt die Frage nach den Rohstoffunternehmen. Diese hängen
natürlich vom US-Dollar ab. Und der könnte meiner Einschätzung
nach in den kommenden Monaten eine erstaunliche Stärke zeigen.
Erstaunlich, weil außer mir niemand damit rechnet. Dies würde
dann zu weiterhin niedrigen Rohstoffpreisen führen. Beim Öl bin
ich mir ziemlich sicher, da die OPEC entsprechende Maßnahmen
angekündigt hat, um den Ölpreis bei 60 US-Dollar zu
stabilisieren. Beim Gaspreis erwarte ich nunmehr auch eine
weiter rückläufige Tendenz, denn die Kapazitäten der
Gasförderung sind in den vergangenen Jahren weltweit sprunghaft
angestiegen.

Bei den industriellen Rohstoffen werde ich schon eher einmal
einen Blick auf mögliche Einstiegsgelegenheiten werfen.


GOLD

In einem Punkt bin ich jedoch noch unschlüssig: Gold. Ich bin
sicher, daß wir in ein paar Monaten wieder deutlich höhere
Goldpreise haben werden. Doch aktuell kann ich nicht
abschätzen, ob die Korrektur im Goldpreis bei 575 US-Dollar
ihren Tiefpunkt bereits gesehen hat, oder ob nochmals ein
weiterer Abwärtshaken zu erwarten ist.

In Indien steht der Monat Oktober für die Hochzeiten. Zur
indischen Hochzeit werden die Bräute mit Gold behangen, das dem
Paar Sicherheit für’s Leben geben soll. Es ist bekannt, daß der
Goldpreis im Monat Oktober aus diesem Grund häufig zu steigen
beginnt.

Doch kann der Goldpreis steigen, wenn der US-Dollar fest
notiert und während gleichzeitig alle anderen Rohstoffe noch
mit der Bodenbildung beschäftigt sind? In das langfristig
überaus bullishe Goldszenario würde eine solche relative Stärke
hinein passen.

Ganz offen und ehrlich: Ich kann mir zum Gold derzeit keine
eigene Meinung bilden. Entsprechend meiner Empfehlungen sind
Sie ja bereits seit langem in Gold investiert. Sowohl
Goldbarren, als auch das Gold-Zertifikat betrachte ich als
Langfristanlage, mit der nicht auf kurzfristige Schwankungen
spekuliert wird. Langfristig können Sich meiner Ansicht nach
noch immer unter 600 US-Dollar beherzt zugreifen.

Doch ob wir nochmals Preise unter 550 US-Dollar sehen werden,
vielleicht sogar unter 500 US-Dollar, bevor die 800 US-Dollar
geknackt werden, weiß ich nicht. Wenn Sie Informationen haben,
die mir weiterhelfen könnten, bin ich für deren Übersendung
dankbar.

WAS SIE TUN KÖNNEN

Für diejenigen unter Ihnen, die erst neu beim Heibel-Ticker
PLUS dabei sind oder auch diejenigen, die sich bislang noch
kein Herz gegriffen haben: Noch ist es nicht zu spät zum
Einstieg. Ich würde derzeit mit Ausnahme von Qualcomm alle
Titel der Rubriken Finanzen, Technologie und Weihnachtszyklus
erneut zum Kauf empfehlen, wenn wir nicht schon investiert
wären. Suchen Sie sich ein paar Aktien heraus, die Ihnen am
besten gefallen und stehen Sie nicht am Seitenrand, wenn die
Medien voll sind von der Meldung, dass der Dow Jones ein neues
Allzeit-Hoch erzielte.

Halten Sie sich aber noch immer fern vom Energiesektor!

ALT

Foster Wheeler (FWLT, A0DNLG, 30,44 Euro) gekauft zu
durchschnittlich 32 Euro, halten, da die Bohrleistungen des
Unternehmens nun wieder verstärkt nachgefragt werden. Ich werde
diese Position ab nächster Woche in die Rubrik Energie
eingliedern.


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04. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: RAIFFEISEN, RHI AK, TIME WARNER,
SEABIRD EXPL., CARDPOINT
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Lassen Sie mich Ihre Meinung zu dieser
Analyse wissen und schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen
an Risikostreuung@heibel-ticker.de. Bitte unterschreiben Sie
mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese
Information wird dann veröffentlicht.

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Raiffeisen Int. Bank, RHI AK, Time Warner, Seabird Expl.,
Cardpoint PLC

ANALYSE:

Sehr geehrter Herr Heibel,

ich habe folgende Aktien in meinem Depot:
Raiffeisen Int.BK WKN 606306
RHI AK Aktien WKN 676903
Time Warner WKN Us 8873171057
Seabird Explo. WKN A0JKRK
Cardpoint PLC WKN 215568

Welche würden Sie austauschen oder verkaufen?

Schöne Grüße aus Bregenz am Bodensee, Österreich
sendet Karl


ANTWORT:

Raiffeisen Int.BK WKN 606306 (WKN in Dt: A0D9SU)

Umsatzwachstumsraten von über 20 % sind in der Finanzbranche
eine Seltenheit. Die österreichische Raiffeisen Bank jedoch
erzielt dieses traumhafte Wachstum bereits seit einigen Jahren.
Dabei werden insbesondere die neuen Märkte der ehemaligen
Ostblockländer erschlossen. Die österreichische Raiffeisenbank
ist also ein indirektes Investment in das Wachstum der
ehemaligen Ostblockländer.

Dass der Ostblock bei Investoren für Phantasie sorgt, ist
weithin bekannt. So ist nun auch das Bewertungsniveau der
Raiffeisen Bank bereits recht hoch. Auf Basis von 2005 beträgt
das KGV 30, für das laufende Jahr soll es auf 22 sinken. Vor
dem Hintergrund des guten Wachstums ist dieses Bewertungsniveau
gerechtfertigt – aber ebenso wie das Umsatzwachstum so ist auch
dieses hohe Bewertungsniveau bei Banken sehr selten.

Ich kenne nicht den Anteil der Raiffeisen in Ihrem Depot. Da
Sie diese Aktie allerdings als erstes nennen gehe ich davon
aus, daß es Ihre größte Position ist. Nach dem Kursanstieg der
vergangenen Monate würde ich die Position nun etwas verkleiner,
Gewinne sichern.


RHI AK Aktien WKN 676903 (WKN in Dt: 874182)

Weltweit führend im Bereich der keramischen feuerfesten
Materialien ist dieses österreichische Unternehmen. Dieses Jahr
wurde der Bereich der Dämmstoffe unter dem Namen Heraklith
verkauft, das Geschäft mit der keramischen Feuerfestindustrie
läuft bestens und wächst mit knapp 10 % p.a.

Das Unternehmen ist von Konjunkturzyklen abhängig und dürfte
daher weiterhin gute Wachstumsraten ausweisen. Bei dem
niedrigen KGV von 9 ist zu berücksichtigen, dass geplante
Kapitalmaßnahmen die Bilanz im kommenden Jahr verwässern
werden. Trotz Gewinnanstieg wird das KGV auf 10 steigen.

Als Weltmarktführer in einem Geschäft, bei dem es stark auf
Spezialisierung und Kunden-Lieferanten-Beziehungen ankommt,
dürften sich die Umsätze weiterhin stabil entwickeln.


Time Warner ISIN US8873171057 (WKN in Dt: 592629)

Es gibt wohl kaum ein anderes Unternehmen, das ich so genau
beobachte, wie Time Warner. Im Januar 2000 war die Übernahme
von Time Warner durch AOL für mich der Nadelstich, der die
Internetblase zum Zerplatzen brachte. Inzwischen hat Time
Warner wieder das Ruder in der Hand und der Internetzweig steht
im Abseits.

Doch im Management haben sich die Machtverhältnisse geändert.
Der größte Einzelaktionär und AOL-Gründer Steven Case wurde in
den Hintergrund gedrängt, Richard Parsons hat nun das Sagen.
Und Parsons hat in einem ersten Schritt Time Warner wieder auf
die Beine gestellt.

Nun folgt mit der Einführung von Apples iTV endlich die
Verschmelzung von Internet und Fernsehen. An diesem Trend wird
auch Time Warner partizipieren und das vergessene Juwel, AOL,
wieder aufpolieren. Mit einem KGV von 15 und ohne erkennbares
Wachstum ist das Unternehmen nicht gerade eine attraktive
Anlage. Aber ich gehe davon aus, dass die Umsätze bei Time
Warner schon bald wieder anziehen und dass dadurch das aktuelle
Bewertungsniveau als zu niedrig entlarvt wird. Denn kein
anderes Unternehmen besitzt die drei Komponenten, die bei der
nächsten Internetrevolution im Vordergrund stehen werden:
Breitband-Internetzugang (Time Warner Cable), Internetplattform
(AOL) und Fernsehsendungen (Warner Bros. Entertainment, New
Line Cinema).


Seabird Explo. WKN A0JKRK

Ein norwegisches Unternehmen, das im Golf von Mexiko nach Öl
bohrt. Der Umsatz wächst explosionsartig an, das
Bewertungsniveau ist dazu im Verhältnis mit einem KGV von 24
recht niedrig.

Allerdings gibt es weder im deutschsprachigen, noch im
englischsprachigen Internet verlässliche Informationen über das
Unternehmen. Die veröffentlichten Bilanzzahlen sind
unvollständig und Meldungen zum Unternehmen beschränken sich
auf das Handelsvolumen an den deutschen Börsen. Die Tatsache,
dass das norwegische Unternehmen Aktien in den USA emittiert,
diese aber ausschließlich in Deutschland und Norwegen handeln
lässt, ist ebenfalls nicht gerade vertrauenserweckend.

Hier gilt: Entweder Sie haben einen eigenen, verlässlichen
Draht zum Unternehmen, oder Sie sollten diese Spekulation als
Lotteriespiel ansehen.


Cardpoint PLC WKN 215568

Das britische Unternehmen bietet die Installation von
Bargeldautomaten (ATMs) in England, Nordirland, Deutschland und
Holland an. Hauptargument des Unternehmens für eine
Installation ihrer Maschinen in Einzelhandelsgeschäften ist,
dass dadurch der Umsatz des Geschäfts um bis zu 15 % gesteigert
werden kann.

Nach kräftigen Investitionen im vergangenen Jahr soll sich der
Umsatz im laufenden Jahr fast verdoppeln. Im Jahr 2007 soll
dann auch der Gewinn um mehr als 100 % steigen. Das KGV soll
dann von derzeit 16 auf 5 absinken. Der aktuelle Kursverfall,
ja geradezu Kurssturz, zeigt, daß Anleger dieser Aussicht nicht
glauben.


FAZIT

Na, da haben Sie eine ganz gute Mischung zusammengestellt:
Finanzen (Raiffeisen), Industrie (RHI), Multimedia (Time
Warner), Energie (Seabird) und Technologie (Cardpoint) sind
Branchen, die kaum etwas miteinander zu tun haben. Aus
Branchensicht sind Sie perfekt diversifiziert.

Geographisch haben Sie natürlich als Österreicher zwei
heimische Aktien (Raiffeisen, RHI). Weiter haben Sie ein
britisches Unternehmen (Cardpoint), ein US-Unternehmen (Time
Warner) und ein norwegisches Unternehmen (Seabird). Das ist
etwas zu Europalastig, es fehlt mir ein asiatischer Titel.

Aus Risikosicht sind Sie für meinen Geschmack etwas zu forsch.
Ich kenne Ihr Alter nicht, aber ich pflege bei 5 Titeln stets
einen, maximal zwei riskante Titel beizumischen. Wenn Sie jung
sind, können es ruhig einmal zwei Titel sein. Ich halte aber
Cardpoint als junges Unternehmen für risikoreich. Außerdem ist
auch Seabird aufgrund der fehlenden Informationen über das
Unternehmen riskant. Und schließlich sehe ich auch die
Raiffeisen mit ihrer aggressiven Osteuropa-Strategie als ein
risikoreiches Investment an.

Was halten Sie davon, das in meinen Augen unkalkulierbare
Investment in Seabird gegen eine asiatische Aktie
auszutauschen, zumal sich derzeit der Energiemarkt in einer
Korrekturphase befindet? Toyota oder Honda gefällt mir gut,
aber auch der Baumaschinenhersteller Kubota ist attraktiv.

Außerdem würde ich darauf achten, daß die Raiffeisen-Position
trotz des Kursanstiegs nicht zu groß wird.



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05. LESERFRAGEN: HERBALIFE, GOLDCORP, DURBAN GOLD
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Ich beantworte gerne alle Leserfragen. Allerdings
veröffentliche ich nur die Fragen, die für Sie interessant sein
könnten. Bitte beachten Sie daher folgendes:

Fragen Sie mich nur zu Unternehmen, deren Marktkapitalisierung
mindestens 100 Mio. Euro oder US-Dollar beträgt. Bei kleineren
Unternehmen ist die Gefahr gegeben, daß allein die Nennung im
Heibel-Ticker eine Kursbeeinflussung nach sich zieht. Ich achte
daher stets auf die Mindestgröße der Unternehmen.

Fragen Sie mich bitte nur zu einem Unternehmen. Ich biete im
Kapitel 04 – Diversifikation die Depotanalyse zu 5 Werten an,
dort können Sie zu einer sinnvollen Depotstruktur Fragen
stellen. In diesem Kapitel jedoch gehe ich gerne auf spezielle
Fragen zu Einzelwerten / Zertifikaten oder Rohstoffen ein. Auch
allgemeine Fragen können Sie mir jederzeit stellen.

Ich freue mich auf Ihre Fragen, denn nur so erhalte ich einen
Einblick in Ihren Wissensstand und in die Probleme, die Sie
bewegen und kann den Heibel-Ticker entsprechend dieser Themen
ausgestalten. Haben Sie aber bitte Verständnis, daß ich auf
Fragen bezüglich einer ganzen Liste von Pennystocks nur ungern
antworte.

Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Vielen Dank.

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LESERFRAGEN: Herbalife, Patriot Scientific, Goldcorp und DRP

FRAGE 1: Herbalife
FRAGE 2: Goldcorp und DRP


FRAGE 1: Herbalife

Sehr geehrter Herr Heibel,

herzlichen Dank für die Depotanalyse. Nun habe ich noch eine
Frage: Was halten Sie von Herbalife? Bin gerade in dieses
Geschäft eingestiegen!

Viele Grüße, Christel aus Lauterbach, Österreich


ANTWORT 1:

Ich unterscheide zwischen der Aktie von Herbalife und dem
Direktmarketingvertrieb. Für mich und für die meisten meiner
Freunde ist das Direktmarketing nichts, ich halte davon nicht
so viel. Aber die Verkaufsmethode hält sich schon seit vielen
Jahrzehnten und es gibt auch viele Erfolgsgeschichten – es muß
also jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm diese
Vertriebsmethode liegt.

Die Aktien von Herbalife laufen gut. Das Unternehmen wird an
der Börse mit 2,6 Mrd. US-Dollar gehandelt und wächst mit 21 %
p.a. Der Schuldenstand ist mit einer Schuldenquote von 0,87
recht hoch, der Großteil der Unternehmensgewinne geht in die
Zinszahlungen. Dennoch bleibt dank der operativen Marge von 14
% genug übrig, um eine saubere Bilanz auszuweisen. Eine
Dividende wird nicht ausgeschüttet.

Seit dem Börsengang vor anderthalb Jahren hat sich der Kurs
verdoppelt. Für einen Einstieg würde ich einige Wochen abwarten
bis der Kurs gegebenenfalls in Richtung 30 US-Dollar
konsolidiert. Derzeit notiert die Aktie bei 37,63 US-Dollar.
Als Ziel kann ich mir Kurse um 50 US-Dollar bis Mitte nächsten
Jahres vorstellen.


FRAGE 2: Goldcorp und Durban Gold

Hallo Herr Heibel,

1. Gold Corp. (WKN 890493, ISIN: CA3809564097 ) bezog in den
letzten Monaten an der Börse ordentlich Dresche. Der Kurs
stürzte von knapp30 Euro (Mai 2006) auf rund 18 Euro. Sie
hatten den Wert vor einigen Wochen schon mal erwähnt (Da stand
er bei ca. 24 Euro) und rieten von einem Einstieg bis Anfang
2007 ab. Wie sehen Sie die Situation heute? Der Goldpreis wird
sich wohl auch wieder berappeln. Ist die Schwäche von Gold Corp
fundamental gerechtfertigt, oder wurde der Kurs jetzt in den
Keller geprügelt und ist das derzeitige Niveau schon eine
Einstiegsgelegenheit? Oder anders gefragt: Was wäre bei einem
Goldpreis von etwas über 600 Dollar ein fairer Preis für die
Gold Corp. Aktie?

2. DRP (WKN: A0DNZ1, ISIN: US26152H1032) krebst schon seit
etlichen Jahren im Aktien-Keller rum - eine Folge des hohen
Rand-Kurses. Ich hab im Frühjahr einige Stück gekauft für 1,10
Euro. Jetzt pendelt der Kurs knapp darunter. Das Handtuch
werfen oder durchhalten? Sie sagten im Sommer für den Herbst
eine beginnende Rand-Schwäche voraus. Stehen Sie noch zu dieser
Prophezeiung? Das sollte ja DRP und den anderen
südafrikanischen Minenwerten auf die Sprünge helfen.

Wie sehen Sie übrigens die Entwicklung des Goldpreises selbst?
Gold ist ja die Währung der Angst - v.a. der vor einer
Stagflation. der Ölpreis wurde zwar etwas gezähmt. Aber die
inflatorische Wirkung der hohen Preise im Sommer kommt erst mit
mehrmonatiger Verzögerung beim Verbraucher an. Das sagten Sie
auch irgendwann im Heibel-Ticker.. Wenn das zutrifft, kann dann
Bernanke so bald dran denken, in Sachen Zinsen in den
Rückwärtsgang umzuschalten? Ich will keine Stagflation
prophezeien. Aber wir hätten dann eine längere Phase der
Konjunkturschwäche in den USA mit den globalen Folgen für die
Tiger-Mutti und ihre Kinderchen in Asien, bei relativ hoher
Inflation, bis die durch den Ölpreisanstieg verursachte Kaskade
durch das Preisgefüge durch ist. Oder sind andere Faktoren von
Bedeutung?

Ihren Heibel-Ticker find ich seriös und informativ. Ich hab
auch andere Börsenbriefe kennengelernt. Die veränderte
Darstellung der beobachteten Werte hat dem Ticker gut getan.
Denn die historisierende Darstellung, nach Kauftermin der
Papiere, verschaffte nicht die wünschenswerte Gesamtschau.
Mit freundlichen Grüßen
Edgar aus Erbendorf

ANTWORT 3:
Vielen Dank für Ihr Lob und Ihre freundlichen Worte.

GOLDCORP

An Goldcorp haben Sie schon im Mai gesehen, worin die Probleme
der Rohstoffproduzenten liegen: Das Wachstum der vergangenen
Monate fand allein aufgrund des steigenden Rohstoffpreises,
hier Goldpreises, statt. Die Produktion von Goldcorp kann nicht
weiter gesteigert werden, das Wachstum bei Goldcorp findet
entsprechend dem Goldpreisanstieg statt.

Im Umkehrschluss heißt dies, daß die Gewinne von Goldcorp bei
einem fallenden Rohstoffpreis ebenfalls rückläufig sind. Und
wenn eine Aktie als Wachstumswert eingeschätzt wurde und
plötzlich nicht mehr wächst, dann fällt der Kurs.

Die Goldvorräte von Goldcorp wachsen nicht entsprechend dem
restlichen Geschäftsverlauf, sondern nehmen ab. Wenn Goldcorp
weiter seinen Aktienkurs unterstützen will, dann muß es neue
Goldvorkommen finden. Das dauert sehr lang und ist daher heute
nicht mehr machbar. Es ist auch nicht die Kernkompetenz von
Goldcorp, da das Unternehmen sein Wachstum vielmehr geschickten
Zukäufen zu verdanken hat.

Also sollte Goldcorp nun wieder geschickt zukaufen? Nein, auch
das geht nun nicht mehr, denn der Goldpreis ist angestiegen,
Goldminen sind nicht mehr zu Schnäppchenpreisen zu erhalten.

Was wir derzeit am Aktienkurs von Goldcorp sehen, ist der
Wechsel von einer Wachstumsaktie hin zu einer langfristigen
Value-Aktie. Die Anleger (Fonds, Institutionelle, ...), die
Goldcorp als Wachstumsaktie gekauft hatten, verabschieden sich
derzeit von ihren Beständen. Der Kurs ist folglich von 32 Euro
im Mai auf nunmehr 19,25 Euro gefallen.

In den nächsten Wochen werden irgendwann die langfristig
orientierten Anleger einsteigen. Dann wird der Kurs wieder
langsam ansteigen – aber es wird dauern, bis das alte Hoch
wieder erreicht werden kann. Zuvor stehen der Aktie noch einige
turbulente Wochen bevor, eine Bodenbildung sehe ich erst bei 15
Euro.

Ich bin nicht unfehlbar – im Gegenteil, ich weiß um meine
Fehler. Daher würde ich, wenn Sie Goldcorp auf jeden Fall
kaufen wollen, unter 18 Euro bereits eine erste Position
eröffnen und mich dann bereithalten, unter 15,50 Euro nochmals
nachzukaufen. Wenn der Kurs schon jetzt beginnt zu steigen,
dann haben Sie schlimmstenfalls nur eine halbe Position.

DURBAN GOLD (WKN A0DNZ1)

Prophezeiungen überlasse ich Nostradamus und ähnlich spirituell
Angehauchten. Einige Jahre war der Südafrikanische Rand
untypisch fest und ich hatte schon seit längerem eine Rand-
Schwäche erwartet. Diese begann dieses Jahr bei 7,40 ZAR/EUR
und legte im Sommer eine Pause bei 8,65 ZAR/EUR ein. Damals
ging ich von einer Fortsetzung der Rand-Schwäche aus und
tatsächlich müssen Sie heute schon 9,83 ZAR für einen EUR
zahlen, der Rand ist also schwächer geworden.

Gleichzeitig ist das Gold aber heftig gefallen und daher ist
der Goldpreis, gemessen in Südafrikanischem Rand, unverändert.
Um die Auswirkung der Wechselkursschwankungen sowie des
Goldpreises auf die südafrikanischen Goldminen beurteilen zu
können, müssen wir uns anschauen, wie sich der Goldpreis
gemessen in südafrikanischer Währung entwickelt hat.

Seit 2000 ist der Goldpreis in Rand unverändert zwischen 2.500
Rand und 3.500 Rand je Feinunze gependelt. Erst Anfang dieses
Jahres brach der Goldpreis in Rand aus dieser Handelsspanne
nach oben aus und schoß bis zum Sommer auf 4.500 Rand je
Feinunze. Seither hat der Goldpreisverfall und ein Stocken des
Rand –Verfalls zu einer Seitwärtsbewegung im Goldpreis gemessen
in Rand geführt.

Die regelmäßigen Leser des Heibel-Ticker wissen, daß ich
mittelfristig eine US-Dollarstärke erwarte. Dies wird den
südafrikanischen Goldminen zugute kommen, denn dann wird der
Goldpreis in Rand weiter ansteigen. Wenn dann noch der
Goldpreis auf internationaler Ebene zu steigen beginnt und das
erwarte ich zum Ende dieses Jahres, dann hellen sich die
Aussichten für Durban Gold weiter auf.

Zu Ihren zinspolitischen Überlegungen: Ich glaube, daß der
Einfluß des Ölpreises überschätzt wird. Vor einigen Jahren noch
zahlten wir 10 US-Dollar je Faß Crude Oil und jetzt sind es
noch immer 60 US-Dollar. Der Rückfall von 76 US-Dollar auf 60
US-Dollar ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Psychologisch
jedoch ist dieser Rückfall sehr wichtig und die verbesserte
Stimmung wird für bessere Konjunkturaussichten sorgen.
Allerdings erwarte ich noch ein paar Wochen mit Turbulenzen,
bis sich dieses Szenario durchsetzt. Gold wird meiner Ansicht
nach ebenfalls noch einige Wochen benötigen, bis der Kurs
wieder anzieht.

Goldminenaktien nehmen solche Bewegungen üblicherweise vorweg.
Ich kann mir vorstellen, daß auch bei Durban Gold der Zeitpunkt
für einen ersten Kauf schon heute günstig ist. Ich halte daher
Kurse unter 1,10 Euro für einen ersten Einstieg für geeignet
und würde mich bereit halten, unter 0,95 Euro nochmals
nachzukaufen.

Entsprechend meinen Ausführungen im Kapitel 03 – Ausblick werde
ich Durban Gold als Kandidaten für ein Goldaktieninvestment in
die Beobachtung nehmen. Über den genauen Kaufkurs bzw.
Kaufzeitpunkt werde ich mir in der nächsten Ausgabe nähere
Gedanken machen.

==============================================================
06. BEOBACHTETE WERTE
==============================================================

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

Aufgrund der fehlenden Übersichtlichkeit habe ich die Anzeige
nun etwas verändert. Bitte lesen Sie folgende Angaben:
Name (US-Kürzel, WKN, Kaufkurs, Datum der Empfehlung)

FINANZEN
TECHNOLOGIE
ENERGIE
JAPAN
ROHSTOFFE
NICHT ZYKLISCH
TURNAROUND
FESTVERZINSLICH

==========

WEIHNACHTSZYKLUS

FedEx (FDX, 912029, gekauft zu 83 EUR / 106 USD)
Kurs aktuell 81,57 EUR / 109,68 USD, Ziel 130 USD bis 12/06

Genau wie der Technologiesektor wird auch das
Logistikunternehmen FedEx vom Weihnachtsgeschäft profitieren.
Ich werde diese Rubrik kommende Woche neben die
Technologierubrik plazieren.

FedEx hat diese Woche den Kauf von neuen Flugzeugen für 2,6
Mrd. US-Dollar bekannt gegeben. Da dieser Kauf jedoch die
Unterhaltskosten der Flugzeugflotte senken wird und
buchhalterisch auf lange Sicht abgeschrieben wird macht sich
dieser Kauf kaum in der Jahresbilanz bemerkbar. Dieser Schritt
wurde positiv aufgenommen.

==========

FINANZEN

Goldman Sachs (GS, 150 USD, 23.06.06)
Kurs aktuell 170 USD

Mastercard (MA, 47,50 USD, 23.06.06)
Kurs aktuell 68,65 US-Dollar, Ziel 100 US-Dollar bis Mitte 07

UBS AG (UBS, UB0BL6, 44,75 EUR / 53,87 USD, 12.05.06)
Kurs aktuell 46,50 EUR / 59 USD

Mastercard haben wir diese Woche zur Hälfte mit 45 % Gewinn
verkauft. Die andere Hälfte lassen wir weiter laufen und setzen
einen Stopp Loss bei 64 US-Dollar.

==========

TECHNOLOGIE

Qualcomm (QCOM, 883121, 27,50 EUR / 36 USD, 04.08.06)
Kurs aktuell 29,05 EUR / 37,02 USD, Ziel 45,08 USD bis Mai 08.
Nächsten Kursanstieg zum Verkauf nutzen.

Marvell Techn. Group (MRVL, 930131, 20 EUR / 25 USD, 17.04.06)
Kurs aktuell 15,33 EUR / 19,67 USD , Ziel 44,10 USD bis Ende 07

Electronic Arts (ERTS, 878372, 38,75 EUR / 47,75 USD, 24.03.06)
Kurs aktuell 44 EUR / 55,83 USD, Weihnachtsgeschäft mitnehmen

Microsoft (MSFT, 870747, 22,50 EUR / 27,75 USD, 17.03.06)
Kurs 21,52 EUR / 27,40 USD, Warten auf Vista

Apple Computers (AAPL, 865985, 52,33 EUR, 21.01.06)
Kurs aktuell 60,42 EUR / 77,01 USD, Ziel 105,20 USD bis Sept 07

Yahoo! (YHOO, 900103, 20 EUR, 15.01.06, 21.7.06)
Kurs aktuell 19,79 EUR, Stopp Loss unter 19 EUR

Alle hier aufgeführten Technologiewerte scharren mit den Füssen
vor freudiger Erwartung vor dem diesjährigen
Weihnachtsgeschäft. Microsoft bringt ein Produkt nach dem
anderen zu Kampfpreisen auf den Markt.

Die Xbox wurde im Preis gesenkt, um Nintendos Wii Konkurrenz zu
machen. Sonys Playstation II ist mit einem doppelt so hohen
Preisschild versehen und sollte allein dadurch weitere
Marktanteile verlieren.

Je günstiger die Spielkonsolen, desto mehr Geld können die
Spieler für die Spiele selbst ausgeben. Electronic Arts ist der
größte Anbieter von Spielen. Die lange Entwicklungszeit der
neuen Generation der Spielkonsolen kam das Unternehmen teuer zu
stehen, inzwischen könnte ich mir eine Übernahme von Electronic
Arts vorstellen, wenn der Kurs nicht bald kräftig ansteigt.

Auch Marvell profitiert von der Einführung der Spielkonsolen,
da Marvell-Chips die Graphik steuern.

Yahoo! kooperiert mit allen und jedem. Mit Apple und Microsoft
wurde nun ein gemeinsamer Instant Messenger entwickelt. Mit
Nokia und Intel wird eine Musikplattform entwickelt. Durch
diverse Übernahmen stürzt sich Yahoo! ins Online-Video-Geschäft
und nimmt bereits eine führende Position ein. Ich bin seit
kurzem Skeptisch, ob das die richtige Expansionsstrategie ist –
vielleicht sollte Yahoo! mehr auf die Entwicklerfähigkeiten im
eigenen Haus setzen, anstatt durch diverse Kooperationen und
Übernahmen zu wachsen. Der Kurs hat vorerst einen Boden
gefunden.

Apple strebt nun die Dominanz im Wohnzimmer an, ein Bereich,
der seit Jahren von der Computerindustrie erfolglos anvisiert
wurde. Apple scheint jedoch gute Chancen zu haben, denn Musik
und Videos können mit Hilfe von iTunes und iTV komfortabel und
mit guter Qualität ins Wohnzimmer gebracht werden.

Qualcomm entwickelt schon die 4. Generation der
Datenübertragung im Mobilfunknetz. Bislang konnte Qualcomm
durch eigene Lösungen stets einen breiten Markt erobern. Ich
denke, daß auch im Mobilfunkmarkt dieses Weihnachtsgeschäft
wieder für Phantasie sorgen wird, die dem Qualcomm Kurs auf die
Sprünge helfen wird.

==========

ENERGIE

ABB (ABB, 919730, 10 EUR / 13 USD, 04.08.06)
Kurs aktuell 10,41 EUR / 13,33 USD, Ziel 20 EUR / 26 USD bis
Sommer 07

Grey Wolf (GW, 866164, 5,75 EUR / 7,50 USD, 28.07.06)
Kurs aktuell 5,35 EUR /6,71 USD, Ziel 11,90 USD bis Frühjahr
07, Erholung über 7,10 US-Dollar zum Verkauf nutzen

Cameco (CCJ, 882017, 29 EUR, 03.02.06)
Kurs aktuell 29,50 EUR / 37,09 USD, Stopp Loss bei 26,50 EUR

Nabors Industries (NBR, 662778, 28,25 EUR, 21.01.06)
Kurs aktuell 23,25 EUR, Ziel 50 EUR bis Ende des Jahres

Arch Coal (ACI, 908011, gekauft zu 26 EUR, 33 USD, 25.08.06
Nachgekauft zu 23,50 EUR / 28,76 USD)
Kurs aktuell 23,30 EUR, 28,07 USD, Ziel 33 EUR /50USD bis 12/07

Der Ölpreis bestimmt die Entwicklungen der Aktien von
Energieunternehmen. Da der Ölpreis in diesen Tagen meiner
Ansicht nach nur eine kleine Gegenbewegung vollführt, nicht
aber eine Kehrwende des Abwärtstrends vollzogen hat, sollten
Sie die höheren Kurse in diesen Tagen nochmals nutzen, um den
Energieanteil in Ihrem Depot weiter zu vermindern. Wir werden
Grey Wolf zu Kursen über 7,10 US-Dollar aus dem Depot
verkaufen.

MERKPOSITION: Wenn der Ölpreis unter 60 US-Dollar je Faß Crude
Oil durchsackt, dann sollten die folgenden Aktien der
Ölkonzerne günstig zu haben sein: Devon, Statoil und Chevron
werden aufgrund ihrer Ölfunde im Golf von Mexiko im Oktober das
größte Kurspotential haben.

==========

JAPAN VERKAUFT

Kyocera (KYO, 860614, 58 EUR, 07.07.06)
Verkauft zu 67,50 EUR, PLUS 16 % in 10 Wochen

Matsushita (MC, 853666, 16,03 EUR, 27.01.06)
Verkauft zu 16,20, PLUS 1 % in 9 Monaten

==========

ROHSTOFFE

Gold Spot ABN Amro endlos Zertifikat (859341, 49 EUR, 17.02.06)
Kurs aktuell 45,63 EUR. Halten (siehe techn. Analyse zu Gold)

Das Gold-Zertifikat halte ich hier weiterhin, da es für mich
die Position des Goldes im Vermögen repräsentiert. Und wer
Goldbarren und Goldmünzen zu Hause hat, der wird diese
Korrektur nicht nutzen, um sich von dem gelben Metall zu
trennen, sondern wartet auf die Gelegenheit, zu günstigeren
Preisen nachzukaufen. Physisches Gold ist nicht zum Traden
gedacht, sondern eine Langfristanlage für viele Jahre.

MERKPOSTEN: DURBAN GOLD (WKN A0DNZ1) als Spekulation auf einen
Goldpreisboden vormerken.

==========

NICHT ZYKLISCH

Amgen (AMGN, 867900, 52 EUR / 66 USD, 07.07.06)
Kurs aktuell 56,58 EUR / 71,55 USD,

Whole Foods Market (WFMI, 886391, 49,25 EUR/61,75 USD, 2.6.06)
Kurs aktuell 48,22 EUR / 60,43 USD,

Berentzen Gruppe AG VZ (520163, DE0005201636, 7 EUR, 28.07.06)
Kurs aktuell 6,05 EUR, Ziel 9,50 Euro bis Anfang 07

Diese drei Positionen bilden für die nächsten Monate das
Rückgrat der Beobachtungsliste.

==========

TURNAROUND

General Motors (GM, 850000, 19 EUR / 24 USD, 12.05.06)
Kurs aktuell 25,73 EUR / 33,06 USD, Ziel 40 USD bis 07/07

Ford Call (CK2166, 1,90 EUR, 19.9.06)
Laufzeit bis 21.12.07, Hebel 3,35, Vola 61,59 %, Aufgeld 15 %
Ford Basispreis 5,50 EUR, Bezugsverhältnis 1:1
Kurs aktuell 1,82 zu 1,87, Kurs von Ford (502391): 6,11 Euro

Kerkorian, der Großinvestor hinter dem Turnaround bei General
Motors, wird seinen Anteil von 9,9 % auf 12 % anheben. Niemand
anders hat so gute Einblicke in das Geschäft von GM wie er –
und wenn er seinen Anteil erhöht, dann ist das ein bullishes
Zeichen. Entsprechend stieg der GM-Kurs diese Woche gleich um
5,5 % an. Halten.

Unser Optionsschein auf Ford hat gar um 10 % zugelegt. Auch bei
Ford werden nun endlich die richtigen Schritte für eine
Sanierung eingeleitet. Anleger schätzen dies, der Kurs der
Ford-Aktien ist leicht angestiegen.

Randbemerkung: Auch BMW und DaimlerChrysler werden von diesen
Entwicklungen profitieren. Denn die Sanierung der beinahe-
Insolvenzen von Ford und General Motors wurde dadurch
geschafft, daß die Anzahl der produzierten Autos drastisch
gesenkt wurde. GM und Ford, die den Markt in den vergangenen
Jahren mit billigen Autos überschwemmt haben, kürzen nun ihre
Produktion. Ein Umfeld, in dem auch DaimlerChrysler und BMW
wieder mehr Geld für ihre Autos nehmen können – und folglich
verdienen werden.

==========

FESTVERZINSLICH

GMAC Medium-Term-Notes,
7 Jahre, Nominalzins 5,75 %, Fällig 27.9.2010
WKN 908511, ISIN XS0177329603
Gekauft zu 92 EUR am 24.03.06
Kurs aktuell 100 EUR, Rendite aktuell 5,72 %
Halten.


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07. CHARTTECHNIK DOW JONES, Dax & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
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Die Charts dazu können Sie im Kundenbereich unter
http://heibel-ticker.de/kundenbereich nachschlagen. Sie
benötigen dazu Ihre E-Mail Adresse und Ihr Passwort.


Charttechnik

Für kurzfristige Betrachtungen zur Bestimmung von optimalen
Ein- oder Ausstiegszeitpunkten sowie Marken wird die
Charttechnik zu Rate gezogen. Hier eine kurze Betrachtung
einiger wichtiger Charts:


Dow Jones Industrial 11.718 Punkte

11.908 Punkte ist die Marke, die Sie sich merken müssen. Das
war das Allzeit-Hoch des Dow Jones im Frühjahr 2000. Auf diese
Marke nimmt der US-Leitindex derzeit Kurs: Mit einem
Aufwärtskanal, der seit Anfang Juli um 46 Grad ansteigt und
dessen obere Begrenzung bei 11.694 gestern vom Dow Jones
überschritten wurde.

Die untere Begrenzung des Aufwärtskanals verläuft derzeit bei
11.486 Punkten. Eine weitere Unterstützung verläuft bei 11.300
Punkten, es ist der vormalige Widerstand, der Ende August
überwunden wurde. Der 200-Tages-Durchschnitt liegt bei 11.131
Punkten.


DAX 5.989 Punkte

Der Dax befindet sich in einem soliden Aufwärtstrend, der sich
nach der W-Formation im Juni/Juli bildete. Konsolidierungen
dauern lediglich zwei bis drei Tage, anschließend wird der
Aufwärtstrend fortgesetzt.

Ähnlich wie beim Dow Jones ist auch der Dax in Schlagweite
neuer Jahreshöchststände. Die Unterstützung bei 5.855 Punkten
hat gehalten, nun ist ein Anstieg auf 6.051 Punkte möglich. Der
200-Tagesdurchschnitt liegt bei 5,724 Punkten.

Gold 603 US-Dollar

Die Unterstützung bei 575 US-Dollar hat gehalten. Ein
Durchbrechen nach unten hätte dann auf die obere Begrenzung des
langfristigen Aufwärtstrends bei 537 USD geführt. Doch das
überschreiten der 600-US-Dollar Marke läßt dieses Szenario
jetzt unwahrscheinlich erscheinen.

Die untere Begrenzung dieses im Jahr 2001 begonnenen
Aufwärtstrends liegt bei 475 USD. Ein Preissturz bis auf diese
Marke würde das langfristig bullische Szenario des Goldes noch
immer nicht widerlegen, es würde lediglich die Übertreibung der
vergangenen 12 Monate ausgleichen.

Der 200-Tages-Durchschnitt bei 595 US-Dollar wurde wieder nach
oben überschritten. Vorerst können wir also Entwarnung geben.
Wir haben bereits häufig zu Goldkäufen geraten und hatten aus
diesem Grund zu Nachkäufen erst zu Preisen zwischen 530 und 550
US-Dollar geraten. Wer jedoch noch nicht in Gold investiert
ist, der sollte nun Einsteigen, um wenigstens dabei zu sein.


Crude Oil 62,39 US-Dollar

Der von mir erwartete Rückschlag auf 60 USD je Fass Crude Oil
erreichte sein ziel in der abgelaufenen Woche. Ein Boden dürfte
sich zwischen dem im Frühjahr getesteten Boden bei 56,30 USD
und 60 USD bilden.

Auch beim Öl erwarte ich eine länger anhaltende
Konsolidierungsphase. Never catch a falling knife (greif
niemals in ein fallendes Messer) – zum Einsteigen ist es noch
zu früh. Die Gegenbewegung, die wir seit gestern erleben, ist –
um bei amerikanischen Sprichworten zu bleiben – a dead cat
bounce (Aufprall einer toten Katze). Nachdem der Preis von 78
US-Dollar in einer Linie bis auf 60 US-Dollar fiel, ist eine
kleine Gegenbewegung, meiner Ansicht nach bis 65 US-Dollar,
nichts weiter als der Aufprall. Es fehlt noch das Durchrutschen
des Ölpreises bis auf 56,30 US-Dollar.

Der Ölpreisanstieg der vergangenen zwei Tage ist also noch
keine Kehrwende, stellen Sie sich auf erneut fallende Ölpreise
ein.


Wechselkurs US-Dollar / Euro 1,2670 USD/EUR

Die Unterstützung bei 1,275 USD/EUR wackelt. Seit zwei Wochen
notiert der Wechselkurs bereits knapp darunter. Rufen Sie sich
einmal einen langfristigen Chart auf (5 Jahre), dann werden Sie
erkennen, dass sich eine Schulter-Kopf-Schulter Formation
gebildet hat. Die linke Schulter wurde zum Jahresanfang
2003/2004 bei 1,28 USD/EUR gezeichnet, der Kopf lag zum
Jahreswechsel 2004/2005 bei 1,36 USD/EUR und nun folgt die
rechte Schulter mit ihrem Top bei 1,29 USD/EUR.

Scheren Sie sich nicht um das Gerede um den verschuldeten US-
Haushalt, in Deutschland und in der EU sieht es nicht viel
besser aus. Achten Sie bitte in den kommenden Wochen auf ein
Unterschreiten der mehrfach getesteten Unterstützung bei 1,25
USD/EUR.

Für einen anhaltend festen Euro (also schwachen US-Dollar) wäre
ein baldiges Überschreiten der 1,29 USD/EUR notwendig. Derzeit
sieht es jedoch eher danach aus, als werde der Wechselkurs
seine Seitwärtsbewegung mit einem Unterschreiten der 1,275
USD/EUR verlassen. Nun wird bei 1,25 USD/EUR die Nagelprobe
gemacht. Hält diese Unterstützung nicht, dann sind schon bald
wieder Kurse von 1,15 USD/ EUR, meiner langfristigen
Kaufkraftparität der beiden Währungen, möglich.


Wechselkurs Yen / Euro 149,52 YEN/EUR

Der Aufwärtstrend des Euro gegenüber dem Yen ist noch immer
intakt, wenngleich der Wechselkurs ins Straucheln geriet. Der
Regierungswechsel in Japan hat zu Irritationen geführt. Wir
haben aus diesem Grund unsere japanischen Samurais, Matsushita
und Kyocera, verkauft und warten nun darauf, bis sich eine
klare Linie der neuen Regierung abzeichnet.


Nikkei 16,024 Punkte

Auch der Nikkei Index der 225 größten japanischen
aktienunternehmen schwankt seit einigen Wochen unstet umher.
Aktuell notiert der Index nahe seines 200-Tages-Durchschnitts
bei 15.970 Punkten und befindet sich noch komfortabel innerhalb
eines diesen Sommer begonnenen Aufwärtstrends, dessen äussere
Marken zwischen 14.892 und 16.537 Punkten.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info@heibel-ticker.de

==============================================================
08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
==============================================================

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Es tut mir Leid, dass im iWatch nicht die viel versprechenden
neuen Regeln der Rechtschreibreform berücksichtigt werden,
aber ich müßte Kopf stehen, um diese zu verstehen.

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09. AN-/ABMELDUNG
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