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06.12.2006:
______________________________________________

H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
______________________________________________

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

1. Jahrgang - Ausgabe 48 (06.12.2006)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: DIE KÜR
02. SO TICKT DIE BÖRSE: WAS DER NIKOLAUS LEHRT
03. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: BOEING, SAP AG, CHOCOLADE LINDT &
SPRÜNGLI, BWI-FDSPORTF. Rohst.,
GAZPROM

04. LESERFRAGE: CDC CORP,TELEFONICA, CICSO SYSTEMS,
KON. KPN N.V.

05. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
06. AN-/ABMELDUNG

==============================================================
01. INFO-KICKER: DIE KÜR
==============================================================

Liebe Börsenfreunde,

seit 1998 schreibt Ihr Autor über 50 Wochenberichte pro Jahr.
Einmal im Jahr nimmt er eine Auszeit und schreibt das, was ihm
gefällt: Sozusagen die Kür. Dieses eine Mal ist heute.

Wie angekündigt weilt Ihr Autor derzeit in Argentinien. Neben
Walen vor der Peninsula Valdez habe ich auch den Perito Moreno
Gletscher in El Calafate gesehen. Das ist der sich am
schnellsten bewegende Gletscher der Welt. Bis zu 1,50 Meter
schiebt das Eis aus den Anden an einem Tag nach unten in den
Lagos Argentinos See. Beim Wandern durch den Gletscher habe ich
den Anschluß zu meiner Wandergruppe verloren und stand
plötzlich inmitten der Eislandschaft einem freundlich
aussehenden, in Bischofs-Kutte gekleideten Mann gegenüber: Dem
Nikolaus.

Falls Sie es noch nicht wußten, der Nikolaus kommt ursprünglich
aus Anatolien und war dort in einem kleinen Dorf ein überaus
wohlhabender Mann, der mit seinem Vermögen Gutes tat. So half
er einigen verzweifelten Dorfbewohnern über finanzielle
Engpässe hinweg, indem er ihnen heimlich Goldstücke zusteckte.

Jemand, der so gut mit Geld umgehen kann und der schon den
besonderen Wert des Goldes erkannt hat, den mußte ich über
seine Einschätzung der allgemeinen Finanzlage der Börsen
ausfragen. Der Nikolaus führte mich in seine Eisbehausung und
bot mir einen Mate-Tee an (argentinisches Nationalgetränk, wird
mit einem Metall-Strohhalm getrunken). Ich habe das Gespräch,
das sich beim gemütlichen Teetrinken ergab, für Sie
wiedergegeben. Der Nikolaus überraschte mich mit seinen
detaillierten Kenntnissen über meine Börsenempfehlungen – es
stellte sich heraus, daß auch er regelmäßiger Leser des Heibel-
Tickers ist.

Eventuelle Schüttelreime bitte ich zu verzeihen, ich erinnere
mich teilweise nicht mehr genau an die Worte des Nikolaus und
mußte den Inhalt aus dem Gedächtnis niederschreiben.


Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief@heibel-ticker.de.


==============================================================
02. SO TICKT DIE BÖRSE: WAS DER NIKOLAUS LEHRT
==============================================================

Zur besseren Unterscheidung habe ich die Worte des Nikolaus in
„Anführungszeichen" gesetzt.

Lieber, guter Nikolaus,
Du wohnst in einem schönen Haus.
Doch wie konntest Du hier oben in den Anden
landen?

„Lieber Stephan, ich mußte Finnland verlassen,
weil man dort versuchte, mich zu fassen.
Ganze Expeditionen suchten dort nach mir,
drum packte ich meine Sachen und kam nach hier.

Hier im drittgrößten Gletscher unserer Erde
kam noch keiner auf meine Fährte.
Und obwohl die Sonne hier viel länger scheint
ist das Eis viel kälter als man meint.

Hier oben geht es mir sehr gut,
denn weißt Du, wenn man Gutes tut,
dann ist es wichtig, Ruhe zu haben,
während der Zubereitung all der guten Gaben.

Doch nun zu Dir, wie in allen Jahren
möchte ich wissen, wie gut Deine Aktientipps waren.
Denn, unter uns gesagt, neben FAZ und Kicker
lese ich auch Deinen Heibel-Ticker."

Nun, lieber Nikolaus, dann wirst Du wissen,
im Frühjahr lief es echt besch...
Die Korrektur hatte ich zwar richtig erkannt
und alle Rohstoffaktien aus meinem Depot verbannt.

Doch daß Marvell und Nabors so kräftig Federn ließen,
könnte meine Jahresperformance vermiesen.
Beide Unternehmen, günstiger bewertet als erlaubt,
haben sich eine rosige Zukunft aufgebaut.

Schau: Marvell zum Beispiel verstehe ich nicht,
die haben dieses Jahr jeden Auftrag gekriegt
und bauen ihre Chips in Spielkonsolen und Handys
was im nächsten Jahr der größte Trend ist.

„Na na na, Stephan, das sieht Dir ähnlich,
von 26 Empfehlungen verliefen nur zweie dämlich,..."
Nein, drei waren es, Du vergißt Berentzen.
„Na gut, also drei von 26 Empfehlungen

Das ist eine super Quote, damit solltest Du prahlen
Deinen Kunden sollten die Augen strahlen.
Denn an der Börse gibt es keinen Hauptgewinn,
nur viele kleine Gewinne machen Sinn.

Wer den 26 Aktientipps von Dir
folgte mit kleinen Beträgen da und hier,
der kann sich unterm Strich über Gewinne freuen,
die von -17 % bis +117 % um durchschnittliche 12 % streuen.

Marvell wird nächstes Jahr noch steigen,
und eine gute Performance zeigen.
Die Spielkonsolen werden dieses Weihnachten ein Renner,
durch das Packen der Geschenke bin ich darin ein Kenner.

Was allerdings Nabors anbelangt mußt Du Dich schämen.
Glaubst Du, daß die Gewinne vom letzten Jahr wiederkämen?
Nein, beim Gas und Öl spielen gigantische Spekulanten
mit Beträgen, die wir vor kurzem noch gar nicht kannten.

Da werden Summen für oder gegen die Preise gesetzt,
so daß der gesunde Menschenverstand verletzt
und getreten wird mit den Füßen.
Nun, die Manager insolventer Hedgefonds müssen dafür nun büßen.

Doch Stephan Du weißt, ich bin ein fairer Nikolaus.
Ich sehe nicht nur die Mißerfolge, sondern gebe auch Applaus
für die Sachen, die Du gut gemacht,
bei denen Du die Herzen anderer zum Lachen gebracht.

Da ist zum Beispiel Mastercard.
117 % Gewinn ist ganz schön smart.
Oder mit 35 % bei Goldman Sachs
Hast Du ..." Lieber Nikolaus, ich mag's

Nicht so, über das zu sprechen, was gelungen ist.
Beschäftigen tut mich viel mehr all der Mist,
der nach hinten losgeht, um zu vermeiden,
daß meine Kunden noch mehr leiden.

An der Börse sagen wir: Es wird sich lohnen,
wenn Du achtest auf die Positionen,
mit denen Du auf die Nase fällst.
Die Gewinner achten auf sich selbst.

Doch lieber Nikolaus, Du hast doch bestimmt
eine Idee, wie sich die Börse im nächsten Jahr benimmt.
Was wird Deiner Meinung nach passieren?
Welche Themen werden die Finanzmedien drapieren?

„Nun Stephan, das ist ganz einfach.
Doch zuvor sage ich Dir, worüber ich mir Sorgen mach:
Du hast in diesem Jahr fast alles richtig prognostiziert:
Die Frühjahrsbaisse, die Rohstoffkorrektur, das hast Du
kapiert.

Andere würden mit solchen Erfolgen viel mehr Werbung machen.
Doch Du kümmerst Dich nur um andere Sachen:
Baust' Dein Angebot aus, recherchierst intensiver,
damit der Heibel-Ticker für die Kunden wird intuitiver.

Sei nicht so bescheiden mit Deinem Börsendienst!
Es gibt so viele Scharlatane, wenn Du um Dich siehst,
die ihre Kunden bewußt hinter's Licht führen.
Da kannst Du ruhig die Werbetrommel etwas kräftiger rühren. „

Danke, lieber Nikolaus, aber mir ist es lieb,
wenn jemand anders solches Lob von sich gibt.
Doch nun sage mir, was glaubst denn Du,
kommt im nächsten Jahr der US-Dollar zur Ruh?

„Nein, lieber Stephan, das glaube ich nicht.
Der US-Dollar kriegt weiterhin eins ausgewischt.
Zu ungezügelt wurde die Währung vermehrt,
als das der Außenwert könnte bleiben unversehrt."

Aber Nikolaus, kannst Du das glauben,
daß sich alle Nationen der Erde um ihre Währungsreserven
berauben?
Überall liegen tonnenweise US-Dollar herum,
und wäre der wertlos, dann wäre das dumm.

Und außerdem würde das ja bedeuten,
daß die Währungen von anderen Leuten
besser betraut werden, als der Dollar.
Das, mit Verlaub, glaube ich ist nicht wahr.

Vielmehr werden auch der Euro, der Yen und der Yuan
gezogen werden in den Abwärtsbann.
Einzig das Gold wird der rettende Anker.
Die Goldjolle wird zu einem Goldtanker.

„Da, lieber Stephan, gebe ich Dir wiederum Recht:
Eine Anlage in Gold wäre im nächsten Jahr nicht schlecht.
Aber mit dem US-Dollar, da mach Dir nochmals Gedanken.
Deine Kunden werden es Dir danken."

In Ordnung, ich verspreche, daß ich bis zum Jahresende
eine Meinung über die Währungen aussende.
„Und was den Rest der Börse angeht,
so mußt Du Dir nur anschauen, wo das Bewertungsniveau steht.

Das KGV von Japan, Deutschland und den USA
Ist so günstig, wie es noch nie war.
Ein Crash ist vorerst nicht zu erwarten.
Dazu haben die Industrieländer zu gute Karten.

Denn mag auch das Wachstum aus den Schwellenländern kommen,
haben dennoch auch die Industrieländer gewonnen.
Sie exportieren Technologie und Know-how und verdienen,
am Wirtschaftswachstum von China, Rußland, Indien und
Brasilien."

Soll ich also chinesische Aktien empfehlen?
„Nein, laß die Finger von solchen Unternehmen.
Auf das Finanzsystem der Schwellenländer würde ich nicht
zählen.
Ich würde lieber die Aktien der entsprechenden Zulieferer
wählen."

Aha, da fällt mir Argentinien ein,
von hier kommt nicht nur guter Wein,
sondern auch Wolle, Getreide, Steaks und Soja.
Chinesen kauften bereits die Produktion vom nächsten Jahr.

„Ja, Stephan, Argentinien ist stark im Agrarbereich.
Doch Wirtschaft und Politik laufen hier nicht gleich.
Die Politik ist gerade mal seit vier Jahren stabil,
die Wirtschaft wird dominiert von alten Familien, das ist
diffizil.

Um hier zu investieren solltest Du die Familien kennen,
solltest Du Wirtschaft und Beziehungen nicht trennen."
Na gut, dann werde ich hier vorsichtig sein.
Nächste Woche schaue ich in ein solches Unternehmen rein.

Zum Abschluß, lieber Nikolaus, erlaube mir noch eine Frage:
Wie kommt es, daß Du alle Jahre
zu mir kommst, obwohl ich schon lange erwachsen bin?
Du kommst doch nur zu Kindern. Das macht doch keinen Sinn...

„Lieber Stephan, das siehst Du nicht ganz richtig.
Ich komme zu den Menschen, denen ich wichtig.
Egal ob alt oder jung, ohne oder mit Zöpfen,
kurzum: Ich komme zu allen Kindern und Kindsköpfen!"


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03. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: BOEING, SAP AG, CHOCOLADE LINDT &
SPRÜNGLI, BWI-FDSPORTF. Rohst.,
GAZPROM
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Risikostreuung/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

==========
Sehr geehrter Herr Heibel,
als alter und nunmehr auch wieder neuer Abonnent Ihres
hervorragenden Börsenberichtes möchte ich Ihnen meine 5
stärksten Positionen vorstellen und höflich um Ihre Beurteilung
bitten:
BOEING US0970231058
SAP AG DE 0007164600
CHOCOLADE LINDT & SPRÜNGLI CH0010570767
BWI-FDSPORTF. Rohst. + Res. DE0005326482
OAO GAZP.ADR REG.S 4/RL 10 US3682872078
Ich freue mich auf Ihre Antwort und danke dafür schon im
voraus.
Mit freundlichen Grüßen, Hugo aus Schwaben

ANALYSE:
Vielen Dank für das Lob, gerne komme ich Ihrem Wunsch nach.


BOEING

Die richtige Aktie zum richtigen Zeitpunkt. Fluggesellschaften
investieren zyklisch in ihre Fliegerflotte. Diese Zyklen dauern
8 – 12 Jahre. Das letzte mal, als kräftig investiert wurde,
stapelten sich die Flieger auf den Flughäfen und die
Fluggesellschaften waren nicht flexibel genug, um ausreichend
Passagiere für eine Auslastung anzulocken. Die Folge war die
Geburt der Billigflieger. Diese Billigflieger haben sich auf
die nationalen bis hin zu innereuropäischen Strecken
konzentriert. In den USA fand gleichzeitig ein ganz ähnlicher
Prozeß statt.

Inzwischen gab es auch unter den Billigfliegern eine
Konsolidierung und der Markt ist wieder aufgeteilt. Gewinne
werden erwirtschaftet und die Fluggesellschaften fühlen sich
wieder sicher genug, um neue Langfristpläne zu schmieden.
Bestandteil dieser Pläne sind natürlich neue Strecken, neue
Passagiere, die natürlich mit neuen Fliegern befördert werden.
Es werden also wieder Kalkulationen für die Anschaffung neuer
Flieger gemacht.

Boeing und Airbus kennen diesen Zyklus und haben sich darauf
vorbereitet. Der eine besser, der andere schlechter. Das
Theater um den Airbus 380 brauche ich Ihnen hier nicht
vorzubeten. Zuviel staatliche Einflußnahme, zuviel
demokratische Unternehmensführung, niemand, der letztlich den
Kopf für Fehler hinhalten muß. So führt man kein Unternehmen
zum Erfolg.

Boeing hat sich schon früh aus dem Wettlauf um den „größten
Flieger der Welt“ verabschiedet und bietet mit vorhandenem
Wissen spritsparende Langstreckenflieger an. Diese können
pünktlich geliefert werden, die Kalkulation ist bekannt und
bewährt. Das Abenteuer A380 ist nach hinten losgegangen.

FedEx war in der vergangenen Woche das erste Unternehmen, das
seine Bestellungen von 3 A380 aufgrund der Lieferverzögerung
storniert hat und sich stattdessen an Boeing wandte. Weitere
werden folgen.

Boeing ist meiner Einschätzung gerade am Anfang eines neuen,
langfristigen Aufwärtstrends, an dessen Ende eine große Zahl
von Langstreckenfliegern unsere Erde umkreisen, die dann
mangels Passagiere die Expansion der heutigen nationalen
Billigairlines nach sich ziehen werden. Dauer dieser
Entwicklung: na, der Kursanstieg von Boeing sollte noch
mindestens drei Jahre anhalten.


SAP AG

Meine Diplomarbeit habe ich über SAP geschrieben, 1995 bis 1999
war ich als SAP-Berater mit dem Hoechst Konzern neben
Deutschland auch in England und den USA. Ich habe also einen
ziemlich guten Einblick, warum SAP der unangefochtene
Marktführer im Bereich der Unternehmenssoftware ist. Die
Software ist flexibel genug, um für verschiedenste Branchen
eingesetzt werden zu können. Jedes Unternehmen steckt dann
Millionen in diese Software, die die internen Abläufe abbildet
und transparent machen soll, damit das Management anschließend
fundierter Entscheidungen treffen kann. Dadurch hat sich eine
große Wissensdatenbank, so viele ausgebildete Mitarbeiter und
auch an diese Software gewöhnte Manager gebildet, daß SAP-
Software aus der Unternehmenslandschaft in Deutschland und
Europa nicht mehr wegzudenken ist.

In den USA schießt Larry Ellison mit seiner Oracle-Datenbank
immer mal wieder quer. Und die hemdsärmeligen Amerikaner
bevorzugen auch die viel flexiblere US-Datenbank, die alles
verbucht, was man will – egal ob dies sinnvoll ist oder nicht.
Bei SAP werden nicht sinnvolle Geschäftsprozesse nicht
zugelassen. Und daß eine Software einem Amerikaner vorschreibt,
was sinnvoll ist, das muß erst noch das erste mal passieren.

Aber inzwischen ist SAP auch in den USA erfolgreich und nicht
einmal die amerikanischen Investmenthäuser zweifeln noch an der
Vormachtstellung SAPs.

Andere Standardsoftwareunternehmen können eine Software einmal
entwickeln und dann unzählige Male verkaufen. Bei SAP geht das
nicht, denn jede SAP-Installation muß auf den Kunden angepaßt
werden. Und diese Anpassung dauert lange und kostet, wie oben
erwähnt, viel Geld. Leider kann also die SAP Software nicht
exponentiell häufig verkauft werden, sondern immer nur so oft,
wie die SAP-Berater mit dem Konfigurieren beim Kunden
nachkommen.

Als SAP zum Jahrtausendwechsel seine Internetstrategie
ausarbeitete, träumten viele Anleger davon, daß die steigenden
Skalenerträge nun für SAP den riesen Reibach bedeuten würden.
Aber der riesen Reibach blieb aus, für jeden Kunden mußte die
Installation einzeln und individuell angepaßt werden. Der Kurs,
der vor Euphorie zum Jahrtausendwechsel schon mal bei 286 Euro
stand, fiel anschließend bis Ende 2002 unter 50 Euro. Seither
erfolgt eine Renaissance der Softwareaktien: mit 160 Euro steht
der Kurs inzwischen wieder auf einem angemessenen Niveau.

Denn das Unternehmen wächst mit 12-15 % p.a. und hat ein KGV
von 26. Die Lizenzeinnahmen entwickeln sich stetig. Nach der
Vermeldung des Quartalsergebnisses Ende Oktober brach der Kurs
ein, einen Grund dafür konnte ich aber nicht entdecken.
Vielmehr halte ich die Kursanstiege der Vormonate für die
Ursache dieser Gewinnmitnahmen.


CHOCOLADE LINDT & SPRÜNGLI

Ja, die Lindt-Schokolade schmeckt mir - sehr zum Leidwesen
meiner Freundin. Und da bin ich nicht alleine, denn das
Unternehmen erobert die Herzen – äh, die Münder von immer mehr
Schokoladenliebhabern.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, daß der Umsatz mit 14 %
p.a. schneller ansteigt, als bei allen Wettbewerbern. Lindt &
Sprüngli erobern sich also immer größere Markt- und
Mundanteile. Gleichzeitig ist die Gewinnmarge des Unternehmens
mit 5 % noch relativ schlecht, da lassen sich
Gewinnsteigerungen erzielen, die noch deutlich über dem
Umsatzwachstum liegen.

Aber mit einem KGV von 27 ist das Unternehmen schon nicht mehr
günstig bewertet. In den vergangenen vier Jahren hat sich der
Kurs von 450 Euro auf 1.736 Euro fast vervierfacht! Da gibt es
derzeit keinen Analysten, der auf diesen Aktien eine
Kaufempfehlung hat. Das durchschnittliche KGV der
Konsumgüterindustrie liegt bei 15, Lindt & Sprüngli haben sogar
mit Abstand das höchste KGV.

Meiner Einschätzung nach ist noch Platz für den Kurs. Kaufen
würde ich diese Aktien nun nicht mehr, denn dazu ist das KGV
wirklich schon fast ausgereizt. Ich kann mir aber gut
vorstellen, daß diese hohe Wachstumsgeschwindigkeit bei
überproportional steigendem Gewinn noch zu weiteren
Kurssprüngen führen kann. Diese Aktie würde ich gedanklich mit
einem Trailing Stopp Loss versehen – wenn der Kurs einmal kehrt
macht, dann sollten Sie verkaufen.


BWI-FDSPORTF. Rohst. + Res

Hierbei handelt es sich um einen Fonds – ich betrachte Fonds
nicht, sondern höchstens Märkte. Inhalt dieses Fonds sind
wiederum Fonds. Dieser Fonds investiert in eine breite Palette
von anderen Fonds und legt einen Großteil seines Vermögens (17
%) in bar an. Hmmm, entweder Sie beschäftigen sich etwas mit
der Börse, dann können Sie das besser als dieser Gebühren
verschlingende Dachfonds. Oder Sie kehren der Börse den Rücken
und geben Ihr Geld in diesen Fonds. Dann zahlen Sie die
Gebühren dafür, daß Sie mehr Freizeit haben.


GAZPROM

Gazprom ist ein russischer Gaslieferant, der sich gerade in den
deutschen Markt einkaufen möchte. Ich halte mich von
Investitionen in russische Unternehmen fern, da ich die dortige
Rechtslage für nicht geeignet halte, meine Gelder
vertrauenswürdig zu behandeln. In Rußland werden Kurse durch
Politik gemacht, nicht durch Wirtschaften. Und wenn Putin
einmal zuviel Gas inhaliert, dann könnte Gazprom schon einige
Stunden später Geschichte sein (siehe Yukos).

Wenn Sie in ein Energieunternehmen investieren wollen, das
durch den Aufschwung in den Schwellenländern profitiert, dann
schauen Sie sich lieber ein Unternehmen an, das aus einem Land
mit gesicherter Rechtlage kommt, jedoch die Schwellenländer mit
Energie beliefert. Der australische Rohstoffgigant BHP Billiton
fällt mir da einmal mehr ein, oder die österreichische OMV mit
starker Expansion in den Ostblock.

FAZIT
Mit Boeing (Flugzeuge, USA), SAP (Software, Deutschland) Lindt
& Sprüngli Schokolade (Konsumgüter, Schweiz) und vielleicht BHP
oder OMV (Energie, Schwellenlandnutznießer) haben Sie schon
eine sehr gute Diversifizierung. Mir würde noch ein Finanztitel
fehlen, der insbesondere vom Börsenaufschwung profitiert, wie
E*Trade beispielsweise.


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04. LESERFRAGE: CDC CORP,TELEFONICA, CICSO SYSTEMS,
KON. KPN N.V.
==============================================================

Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage
veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen
Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens
100 Mio. Euro bzw. USD.

=================

Sehr geehrter Herr Heibel,

Ihren Börsenbrief zu lesen, wirkt immer wie eine Erfrischung
neben den trockenen und rein technischen Analysen vieler
anderer "Experten", denen meist Ihre Phantasie fehlt. Dafür
einmal danke. Mein Depot ist sehr stark diversifiziert und ich
verstehe, was ich da halte. Kürzlich kam es jedoch durch eine
Erbschaft zu einer Übertragung von 4 Werten, die wohl noch vor
dem letzten Crash im Jahr 2000 angeschafft wurden.

Wahrscheinlich stehen sie deshalb alle noch im Minus? Es sind:

CDC CORP. (KYG2022L1068)
Telefonica (ES0178430E18)
Cisco Systems (US17275R1023)
KON. KPN N.V. (NL0000009082)

Sollte man den aktuellen Aufwärtstrend dieser Werte noch etwas
mitgehen, gar langfristig halten oder besser schnell abstoßen?
Über eine Bewertung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße, Heiko aus Bremen


ANTWORT:

vielen Dank für das Lob. Sie haben Recht: In Sachen
Diversifizierung sträuben sich mir bei den vier Werten
natürlich die Haare. Aber der Kommunikationssektor brummt
derzeit, bei einzelnen Aktien können Sie die Kursanstiege zum
Realisieren nutzen.

CDC Corp.

Hinter diesem neuen Kürzel versteckt sich China.com
(ChinaDotCom). Die Aktie war zur Jahrtausendwende mal bei 70
US-Dollar, heute steht sie nach einer fulminanten Rallye wieder
bei 7 US-Dollar. Ich weiß nicht, wie viele deutsche Anleger
sich schon an dieser Aktie die Finger verbrannt haben. Ich habe
diese Aktie sporadisch seit dem Jahr 1999 immer wieder mal
analysiert und bin bis heute nicht an zufriedenstellende
Informationen gekommen.

"No man with blue eyes and blond hair ever made a dime in
China" - "Kein Mann mit blauen Augen und blondem Haar hat
jemals einen Groschen in China verdient". Dieses Sprichwort der
Wallstreet sollten Sie sich vor Augen führen, wenn Sie mit
dieser Aktie spekulieren.

Klar, seit August hat sich der Kurs verdoppelt. Hintergrund
sind die gerade veröffentlichten herausragenden Quartalszahlen.
Der Gewinn hat sich verfünffacht, der Umsatz zieht kräftig an.
Aber glauben Sie nicht, daß in China etwas ohne Vater Staat
läuft - und daher kann sich dieser Erfolg von heute auf morgen
umkehren. Wir hier in Deutschland werden die letzten sein, die
davon erfahren.

Also freuen Sie sich über die Kursverdopplung der vergangenen
vier Monate und verkaufen Sie diese Lottoscheine.


TELEFONICA

Der Telefongigant aus Spanien hat eine Marktkapitalisierung von
77 Mrd. Euro. Damit ist das Unternehmen etwas größer als die
Deutsche Telekom (58 Mrd. Euro). Bewertungsniveau (KGV = 15)
und Dividendenrendite (Telefonica 4,3 %, Dt. Telekom 5,6 %)
sind bei beiden Unternehmen ähnlich. Telefonica wächst aber
deutlich schneller, als die unter Kundenschwund leidende
Deutsche Telekom.

Telefonica hat schon früh in das Internetgeschäft investiert
und kümmerte sich dabei, im Gegensatz zur Deutschen Telekom, um
Inhalte. Dadurch ist die spanische Telefonica heute besser
aufgestellt als die Deutsche Telekom. Telefonicas Service
funktioniert, die Kunden bleiben.

Erst heute war ich wieder einige Zeit in Warteschleifen, um
einen Telekom-Fehler beim Anschluß meiner Mutter beheben zu
lassen. Bei der Deutschen Telekom weiß die Linke nicht, was die
Rechte tut. Der neue Vorstandschef hat eine Menge Arbeit vor
sich.

Der Unterschied zwischen Telefonica und der Deutschen Telekom
ist einzig und allein der, daß Telefonica die angebotene
Technik beherrscht, die Deutsche Telekom nicht. Telefonica ist
daher in der Lage, von dem nächsten Boom zu profitieren. Dieser
wird die Vereinigung von Telephon, Internet und TV / Video
sein. Genau dort lassen sich künftig wieder Millionen verdienen
– aber eben nur mit einfachen Produkten.

Wenn Sie also an der von mir erwarteten Telekom-Renaissance
teilhaben möchten, dann ist Telefonica mit einer
Dividendenrendite von 4,3 % und einem Umsatzwachstum von 8 %
der Kandidat meiner Wahl.


CISCO

Meine Meinung zu Cisco kennen Sie: Bis zur Jahrtausendwende war
es das bestgeführte Unternehmen der Welt. John Chamber war der
erste CEO, der die Zahlen seines Unternehmens auf Knopfdruck
abrufen konnte und bereits wenige Tage nach Quartalsende sein
Quartalsergebnis vorlegen konnte. Genauso schnell reagierte er
auf Marktentwicklungen mit Übernahmen und Forschungsbudgets.

In den vergangenen sechs Jahren haben viele Unternehmen Cisco
das Wasser abgraben wollen: Nortel, Lucent, Siemens, Alcatel
usw. Alle haben diese Geschäftsbereiche inzwischen geschlossen,
oder sind gar Pleite gegangen. Natürlich hatte Cisco in diesem
ruinösen Wettbewerb nichts zu Lachen. Inzwischen ist diese
Phase jedoch ausgestanden und es werden keine Produkte mehr
unterm Preis auf den Markt geworfen. Cisco kann also wieder
Geld verdienen.

Und das tut das Unternehmen. Die beiden letzten
Quartalsergebnisse haben die Anleger begeistert, der Kurs hat
gerade erst begonnen, abzuheben. Cisco würde ich an Ihrer
Stelle noch ein paar Monate halten. Denn Cisco spielt bei der
nun anstehenden Welle, TV/Video, Telephon und Daten über das
Internet, an oberster Stelle als Hardwarelieferant mit.


KON. KPN N.V. Aandelen aan toonder

Hierbei handelt es sich um den holländischen Telekomgiganten.
Auch hier haben Sie, wie bei der Dt. Telekom und bei
Telefonica, ein KGV von 15 und eine hohe Dividendenrendite (4,8
%). Auch die Holländer wachsen schneller als die Deutschen -
aber langsamer als die Spanier.

Der europäische Telekommarkt wird in den kommenden Jahren
weiter konsolidieren. KPN ist halb so groß wie die Dt. Telekom.
Meiner Einschätzung nach wird die KPN alleine nicht lange
überleben können. Die gute Dividendenrendite gibt dem Kurs nach
unten Halt, aber nach der guten Kursrallye der vergangenen Zeit
schadet es hier nicht, die Aktien zu verkaufen.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info@heibel-ticker.de

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05. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach
unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der
Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider.
Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen
dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden.
Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse
besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die
eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf
eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das
Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des
eingesetzten Kapitals.

Es tut mir Leid, dass im Heibel-Ticker nicht die viel
versprechenden neuen Regeln der Rechtschreibreform
berücksichtigt werden, aber ich müßte Kopf stehen, um diese zu
verstehen.

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06. AN-/ABMELDUNG
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bestehenden eMail Adresse und Ihrem Passwort unter
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oder senden Sie uns einfach eine entsprechende eMail an

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