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12.01.2007:
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H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

2. Jahrgang - Ausgabe 02 (12.01.2007)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: APPLE ERHÖHT MESSLATTE FÜR HANDYS
02. SO TICKT DIE BÖRSE: DIE RALLEY GEHT WEITER
03. AUSBLICK: 2007 - JAHR DER TECHNOLOGIEAKTIEN
04. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: ARQUES, SILBER BULL-ZERT.,
ELECTRONIC ARTS, KONTRON, INTICOM
05. LESERFRAGE: DEPOTUNTERSCHEIDUNG
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

Nur für Heibel-Ticker PLUS Kunden: Hier können Sie die PDF-Datei mit allen beobachteten Werten herunterladen:



Hier ist die PDF-Datei mit allen aktualisierten Werten zum herunterladen:


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01. INFO-KICKER: APPLE ERHÖHT MESSLATTE FÜR HANDYS
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Liebe Börsenfreunde,

Apple hat sich vom Außenseiter zum Trendsetter entwickelt. Das neue iPhone, das Steve Jobs diese Woche präsentierte, dürfte für die nächsten Jahre die Meßlatte sein, an der sich Nokia, Motorola, Samsung und SonyEricsson messen lassen. Apple ist inzwischen so sehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, daß es mit verantwortlich für den neuen Allzeithöchststand des Dow Jones ist, obwohl Apple gar nicht im Dow Jones enthalten ist.

Bitte entschuldigen Sie, falls die heutige Ausgabe etwas Apple-lastig sein sollte, aber ich habe den Eindruck, daß die Bedeutung von Apple derzeit von der Finanzbranche noch weit unterschätzt wird.

Die Wende kam am Mittwoch durch Apples iPhone, aber auch durch Genentechs überraschend gutes Quartalsergebnis sowie durch Alcoas gute Gewinne, erstmals seit vier Quartalen. Mehr dazu im Rückblick.

Im Ausblick habe ich Ihnen die Bedeutung des Ölpreisverfalls aufgezeigt und eine Spekulation für die nächsten Tage ausgearbeitet.


Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: DIE RALLEY GEHT WEITER
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Da haben Sie es: Die Rallye geht weiter. Am gestrigen Donnerstag hat der Dow Jones erstmals in diesem Jahr auf einem neuen Allzeithoch geschlossen. Und dabei gab es doch in den ersten Handelstagen dieses Jahres einen regelrechten Ausverkauf im Rohstoff- und insbesondere Energiesektor.

An der Börse gibt es die alte Weisheit, dass der Jahresanfang stets symptomatisch für den restlichen Verlauf des Börsenjahres ist. Und nachdem die ersten Tage mit Verlusten begannen sind etliche Hedgefonds short gegangen (haben also mit Leerverkäufen auf weiter fallende Kurse gesetzt). Nun steigen die Kurse und ein „Short squeeze“ steht bevor: Die offenen Shortpositionen müssen eingedeckt werden. Durch die Deckungskäufe werden die Kurssteigerungen noch angeheizt.

Doch langsam, eins nach dem anderen. Wie konnte es dazu kommen? Warum steigen die Kurse, wo doch noch vor drei Tagen Weltuntergangsstimmung auf dem Parkett herrschte?

Nun, ich nenne Ihnen die drei Gründe, die für die plötzliche Rallye verantwortlich sind: 1. Apple, 2. Genentech und 3. Alcoa. Diese drei Unternehmen haben in kurzer Folge überraschend positive Neuigkeiten veröffentlicht. Ach so, und da waren dann noch Google und Sears mit weiteren positiven Nachrichten. Aber die drei Erstgenannten waren die Trendsetter.


APPLE

Besonders die Bombe, die Apple Gründer und Chef Steve Jobs mit der Präsentation seines neuen iPhones gezündet hat, ist in der ganzen Technologiebranche eingeschlagen. Die Apple-Aktie vollzog einen Freudensprung. Der Optionsschein auf Apple, den ich in der letzten Ausgabe vorgestellt hatte, ist um 50 % in die Höhe geschnellt. Doch mehr zu Apple im nächsten Kapitel.

In diesen Tagen gibt es nur noch eine Geschichte: Apples iPhone. Aktien der Unternehmen, die mit Apple zusammenarbeiten, sind angestiegen. Unternehmen, denen das iPhone Konkurrenz machen wird, sind gefallen. So einfach ist das. Aber Apple hat ein solch großes Netzwerk geflochten, daß ein großer Teil der Industrie mit an Bord sein wird.

Eine Neuigkeit des iPhones war der sogenannte weltweit erste „Multi-Touchscreen“. Dieser Touchscreen kann mehrere Finger gleichzeitig erkennen und verarbeiten. Zusätzlich zum Antippen von Knöpfen und zum Ziehen von Objekten kann man nun beispielsweise Ausschnitte vergrößern und verkleinern. Sie berühren dazu mit Ihrem Daumen und Zeigefinger den Bildschirm und bewegen die Finger aufeinander zu, um den Ausschnitt entsprechend zu verkleinern, oder ziehen die Finger auseinander, um den Ausschnitt zwischen den Fingern zu vergrößern.

„Cool“ würde meine Nichte sagen. Aber ich habe ihr noch nichts davon erzählt, denn sonst werde ich die nächsten Monate bearbeitet, ihr dieses iPhone zu schenken. Und das wird immerhin rund 400 Euro kosten.

Wissen Sie, wer den coolen Touchscreen herstellt? Balda (WKN 521510). Ein mittelständisches Unternehmen aus Bad Oeynhausen. Der Kurs ist in den vergangenen drei Tagen vorübergehend um 25 % angesprungen, kam gestern jedoch wieder deutlich zurück.

Nächstes Jahr wird das Unternehmen wieder Gewinne abwerfen, nachdem dieses Jahr Verluste eingefahren wurden. Der Kurs ist nach vier Gewinnwarnungen in Folge kräftig in den Keller gerutscht. Mit einem geschätzten KGV von 19 für das laufende Jahr und einem Umsatzwachstum von 25 % für die nächsten zwei Jahre ist das Bewertungsniveau denkbar günstig.


GENENTECH

Ebenfalls am Mittwoch vermeldete Genentech sein Quartalsergebnis. Drei Produkte hatten bessere Umsätze verzeichnet, als erwartet: Lucentis, das gegen Altersblindheit hilft, sowie Rituxan und Avastin, die beiden führenden onkologischen Medikamente des Hauses. Dies war eine große Überraschung, denn in den vergangenen vier Quartalen hat Genentech jeweils die Erwartungen nicht erfüllen können. Anleger haben sich also auch diesmal bereits auf eine Enttäuschung eingestellt. Um so heftiger fiel die Reaktion auf die positive Überraschung aus.

Der Gewinn von Genentech stieg dadurch von 31 im Vorjahr auf nunmehr 55 Cents je Aktie. Damit wurden die Erwartungen der Analysten weit übertroffen.

Hinter Amgen ist Genentech das zweitgrößte Biotech-Unternehmen der Welt. Die beiden Aktien sind im vergangenen Jahr jeweils um knapp 12 % gefallen, nachdem sie im Jahr 2005 extrem angestiegen waren. Ist die Konsolidierung nun vorbei und folgt im Jahr 2007 eine Fortsetzung des Biotech-Anstiegs?

Nach den Novemberwahlen vergangenen Jahres haben die Demokraten im Senat an Gewicht gewonnen. Die laissez-faire Politik Bushs in dieser Branche hat somit ein Ende. Die Unternehmen wachsen exorbitant schnell, die Bewertungsniveaus sind jedoch bereits exorbitant hoch. Das Geschäft muß nun zunächst in die Bewertung hinein wachsen.

Da ich erwarte, daß im Jahr 2007 Wachstumsunternehmen gefragt sein werden, kann ich mir auch gut vorstellen, daß diese Biotech-Unternehmen kräftig steigen. Aber wir haben andere, aussichtsreichere Kandidaten in unserer Empfehlungsliste, daher lasse ich den Biotech-Sektor vorerst links (also bei den Demokraten) liegen.


ALCOA

Auch bei Alcoa hat man sich an Enttäuschungen gewöhnt. Erschwerend kommt für dieses Unternehmen hinzu, daß es stets als erstes Unternehmen einer Berichtssaison berichtet. Schon am Dienstagabend veröffentlichte Alcoa sein Quartalsergebnis.

Die Situation bei Alcoa vor diesem Quartalsergebnis läßt sich kurz wie folgt zusammenfassen: Schlechtes Management, ausufernde Kosten und falsche Hedging-Strategien haben bislang verhindert, daß das Unternehmen vom Rohstoffboom profitieren konnte. Der steigende Aluminiumpreis hat bei Alcoa gerade einmal dieses Mißmanagement auffangen können.

Im abgelaufenen Quartal kam dann noch ein extrem niedriger Gaspreis zu Hilfe. Gas ist für die energieaufwendige Aluminiumproduktion Alcoas einer der wichtigsten Einsatzfaktoren. So konnte das Unternehmen nunmehr erstmals nach drei Quartalen eine positive Überraschung vermelden: Umsatz und Gewinn waren um 15 % besser als von den Analysten erwartet. Auch die Prognosen wurden deutlich nach oben korrigiert. Der Kurs von Alcoa stieg um 6 % an.


Damit hatten wir drei Schlüsselunternehmen aus drei verschiedenen Branchen, die an einem Tag positive Überraschungen brachten. Apple aus der Technologiebranche, Genentech aus der Biotech/Pharma-Branche und Alcoa aus dem Rohstoffsektor. Dass ein Analyst von Google das Kursziel anhob und Sears-Chef Lampert seine Gewinnprognosen anhob, vervollständigte nur noch die positive Marktstimmung.


ÖLPREIS

Vor diesem Hintergrund spielte der depressive Ölpreis kaum noch eine Rolle. Immer wieder haben wir uns gefragt, wann der Ölpreis hoch genug ist, um eine Auswirkung auf die Konjunktur zu haben. Nichts geschah, selbst beim Ölpreis von 78 US-Dollar je Faß.

Nun sank der Ölpreis unter 54 US-Dollar und die Finanzpresse schreit, die Kursrallye ist auf den niedrigen Ölpreis zurückzuführen. Nein, liebe Leser, der Ölpreis ist nicht verantwortlich für die Rallye. Die Unternehmensgewinne und positiven Ausblicke sind es.

Ich kann mir schon vorstellen, daß mächtige Hedgefonds einen Einfluß auf den Ölpreis haben. Die OPEC hat alles drangesetzt, um den Ölpreis auf 60 US-Dollar festzusetzen. Für einige Monate gelang ihr dies, aber ein weiterer Preisverfall wurde durch Hedgefonds verhindert.

Nun haben sich die Hedgefonds vorerst aus der Energiebranche verabschiedet und der Ölpreis befindet sich nun auf der Suche nach einem neuen Gleichgewichtspreis. Spielt der warme Winter dort mit hinein? Sicherlich! Aber der Effekt der abziehenden Hedgefonds ist für die kurzfristige Schwankung verantwortlich.

So langsam formieren sich kalte Tage in den USA. In New York konnte man vergangene Woche noch in Flipflops und T-Shirt durch die Straßen laufen, wie mir ein Freund berichtete – im Januar! Doch nun halten die ersten kalten Wintertage Einzug an der Wallstreet und die Heizungen dürften hochgedreht werden. In Denver, berichtete mir ein anderer Freund, gab es gestern bereits den fünften Blizzard (Schneesturm) innerhalb weniger Tage.

Eine Kaufoption auf den Ölpreis? Wie weit wird die Technologierallye noch gehen? Oder ist es Zeit, Gewinne einzustreichen? Welche Aktien haben die größten Kurschancen, wenn der Short squeeze beginnt? Und was hat die neue Irakstrategie von Präsident Bush für Auswirkungen?

Nun, zur neuen Irak-Strategie Bushs: Das ist für die Börse völlig irrelevant. Die meisten Unternehmen der Verteidigungsindustrie haben langfristige Rahmenverträge mit der Regierung. Diese langfristigen Aktivitäten sind bereits eingepreist. Die neue Irak-Strategie ist nicht wirklich eine Richtungsänderung, sondern nur eine kleine Verfeinerung. Neue Verträge gibt es dadurch kaum.

Zu den anderen Fragen werde ich im folgenden Kapitel Stellung nehmen.

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03. AUSBLICK: 2007 - JAHR DER TECHNOLOGIEAKTIEN
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Es geht so richtig rund zur Zeit an der Börse. Wie im vorigen Kapitel beschrieben, haben sich einige Hedgefonds in den vergangenen Tagen falsch positioniert: Die Technologierallye wurde von vielen völlig übersehen. Ich rechne daher mit einem Short squeeze im Technologiesektor.

Ob der Ölpreis bereits in den nächsten Tagen ansteigt, oder erst in ein paar Wochen, das ist eigentlich egal. Wenn ich die Wetterinformationen meiner Freunde in den USA zusammenfasse, dann sollte der Ölpreis schon bald einen Boden finden. Aber beim Ölpreis spielen noch so viele andere Faktoren mit hinein, daß ich mich lieber mit anderen Themen beschäftige. Niemand kann genau sagen, wann die OPEC ihre tägliche Fördermenge ändert. Die politischen Verwerfungen in einigen Ölförderländern sind völlig unkalkulierbar. Und das Wetter...

Wenn überhaupt, dann sollten Sie in einzelnen Ölaktien short gehen. Denn nachdem der Ölpreis in den vergangenen Wochen so stark gefallen ist, werden Analysten in den nächsten Tagen einer nach dem anderen die Gewinnprognosen für die Ölkonzerne nach unten revidieren. Klar: Wenn das Öl billiger ist, dann wird damit weniger Umsatz gemacht. Bei gleichbleibenden Förderkosten schmälert das den Gewinn.

Da ist es unwichtig, daß die Aktien des Energiesektors in den vergangenen zwei Wochen bereits 7 % ihres Wertes verloren haben. Jeder „Downgrade“ wird die breiten Anlegerschichten zu einem weiteren Ausverkauf des Energiesektors veranlassen.

Aber zum Jahresbeginn haben sich die Geister der institutionellen Anleger geschieden: Die einen haben den Ausverkauf im Energiesektor als Zeichen für eine anhaltende Baisse gehalten, die anderen haben ihre aus dem Verkauf der Energieaktien gewonnenen Barmittel im Technologiebereich angelegt. Nun muß sich zeigen, wer richtig liegt...

...und meiner Ansicht nach liegen die Anleger richtig, die long gegangen sind. Denn wenn Sie sich die Bewertungsniveaus der Technologieaktien anschauen, dann werden Sie vielfach feststellen, daß Umsatz und Gewinn mit zweistelligen Raten anwachsen, das KGV jedoch unter 20 liegt. Das ist zu niedrig, es gibt noch eine Menge Potential im Technologiesektor.

„Potential“, ein schreckliches Wort, denn es ist keine echte Prognose. Aber es trifft hier doch den Sachverhalt recht gut, denn ich kann Ihnen nicht sagen, wann die Aktien steigen und wie weit der Anstieg geht. Aber die Richtung ist dennoch ziemlich eindeutig: Nach oben. Und genau das meine ich in diesem Fall mit Potential.

Wie bereits letzte Woche beschrieben, haben institutionelle Anleger zu Beginn des Jahres 2007 den Entschluß gefaßt, lieber nicht mehr in den Rohstoffsektor zu investieren. Insbesondere Geldmanager, die Risikokapital anlegen müssen, welches sie im vergangenen Jahr in die Wachstumsbranche der Rohstoffunternehmen steckten, mußten sich zum Jahresbeginn aufgrund der rückläufigen Rohstoffpreise aus dieser Spekulationsecke zurückziehen. Es werden nun neue Wachstumsmärkte gesucht.

Und einer, der in den vergangenen Jahren gesundet ist und durch verschiedene Konsolidierungsphasen lief, ist der Technologiesektor. Dort sind wieder zweistellige Umsatzwachstumsraten zu beobachten und dennoch ist das Bewertungsniveau der Unternehmen vielfach sehr niedrig. Noch im vergangenen Jahr der Rohstoffe waren diese Unternehmen völlig außer Mode.

Einige Geldmanager haben diese Zusammenhänge nicht erkannt und hielten den Ausverkauf in den Rohstoffmärkten zum Jahresbeginn für das Ende der Börsenhausse schlechthin. Sie gingen short, und zwar mit Vorliebe in den Titeln, die auf hohem Bewertungsniveau notieren.

Apple beispielsweise. Glauben Sie, daß der iPhone-Effekt einen Kursanstieg von 12 % in zwei Tagen wert ist? Meiner Berechnung zufolge wird das iPhone 20 % Umsatz und Gewinn addieren, aber erst ab 2008. Damit könnte die Aktie also pro Quartal um 5 % ansteigen, nicht um 12 % in zwei Tagen.

Doch wer short in Apple war, wer also Apple-Aktien leerverkauft hatte, der wurde am Mittwoch auf dem falschen Fuß erwischt. Das iPhone ist einfach „cool“, eine Eigenschaft, die allen anderen Mobiltelephonen fehlt. Was ist „cool“, fragen Sie mich?

Ich weiß es nicht. Ich bin dafür zu alt. Aber ich habe den Vorteil, eine 13 jährige Nichte zu haben. Die sagt mir schon, was cool ist, und was nicht. Der MP3-Player von Creative, der früher als der iPod von Apple auf dem Markt war, der größere Speicherplatten beinhaltete und längere Batterielaufzeiten, der ist „uncool“. Der iPod hingegen ist „cool“. Der MP3-Player von Creative liegt in der Ecke, der iPod wird in der Schule gut sichtbar ausgepackt und neben das Handy gelegt.

Warum das so ist? Nun, ich nenne es den Apple-Effekt. Besser kann ich es nicht erklären.

In den 90er Jahren waren es Intel, Microsoft und vorher vielleicht noch IBM, auf die alle Augen geschaut haben. Zur Jahrtausendwende waren es AOL, Yahoo! und eBay. In der anschließenden Baisse gab es General Mills und Fannie Mae, die für Schlagzeilen sorgten und in den vergangenen vier Jahren nach dem Irakkrieg war es eigentlich nur noch Google. Auf diese Unternehmen hat die breite Anlegergemeinde geschaut und die Quartalsergebnisse dieser Unternehmen haben die Richtung für die ganze Branche, teilweise für die gesamte Börse vorgegeben.

Heute ist Apple in diese Position hineingewachsen. Und neben dem Kurssprung vom vergangenen Mittwoch erwarte ich nun auch noch einen Short squeeze bei Apple, der auch einige andere Aktien des Technologiesektors erfassen kann.

Ein Short squeeze ist ein technischer Effekt, der einen Kursanstieg weiter verstärkt. Um einen Short squeeze zu verstehen, müssen Sie zunächst das Shorten (Leerverkaufen) verstehen. Der Leerverkauf ist praktisch die Umkehrung des Börsengeschäfts zu dem Vorgang, wie Sie ihn kennen. Es werden zuerst die Aktien VERKAUFT, und zu einem späteren Zeitpunkt erst wieder gekauft. Wenn der Kurs im Verlauf dieser Zeit fällt, dann kauft man die Aktien günstiger ein, als man sie verkauft hat.

Wenn der Kurs allerdings steigt, dann muß man irgendwann die Short-Position mit Verlust schließen. Man kann eine Short-Position nicht ewig offen lassen, irgendwann verpflichtet einen die Bank, die schuldigen Aktien einzukaufen. Und dann muß man kaufen, unabhängig davon, ob der Kurs inzwischen höher ist als beim früheren Verkauf. Das, was man bei einem angestiegenen Kurs nun zusätzlich draufzahlen muß, ist der Verlust dieser Spekulation.

Der Moment, wann die Bank einen verpflichtet, die offenen Shortpositionen einzukaufen (einzudecken), ist von der eigenen Bonität abhängig. Je mehr Sicherheiten man bei der Bank hinterlegt hat, desto länger schaut die Bank den verlustreichen Shortpositionen zu. Wenn die Sicherheiten jedoch nicht mehr ausreichen, dann kommt der Anruf der Bank (Margin Call) und danach hat man noch einige Minuten Zeit, selber zu kaufen, ehe die Bank einen Zwangskauf vornimmt.

Diese Zwangskäufe treiben dann die Kurse noch weiter nach oben – weiter, als das eigentliche Kaufinteresse dies tun würde. Dies ist dann der technische Effekt eines Short squeeze.

Apple, ohnehin schon auf einem hohen Bewertungsniveau, wurde kräftig geshortet. Anschließend wurden eine Vielzahl von Gründen ausgerufen, warum der Apple-Kurs bald fallen müsse – dabei ist die Realitätsnähe dieser Gründe nebensächlich. Die iPhone-Präsentation hat nun diese Gründe ad absurdum geführt und der Apple-Aktienkurs ist abgehoben. Viele „Shorties“ müssen nun ihre Positionen unter Verlust eindecken und treiben somit den Kurs noch weiter an.

Ich denke, dieser Short squeeze wird noch einige Tage weiter gehen. Zu gegebener Zeit werde ich Sie über unsere Webseite heibel-ticker.de über den Verkauf der von mir letzte Woche empfohlenen Optionsscheine informieren. Die erste Hälfte sollten Sie, falls noch nicht geschehen, schon auf dem aktuellen Niveau verkaufen.

Bleibt noch die Frage, wie weit der Short squeeze noch gehen wird. Ich denke, nach den depressiven Tagen zum Jahresbeginn werden die Kurse noch ein paar Tage lang steigen. Nicht, weil ein neues Kursniveau gesucht wird, sondern eben aufgrund des technischen Effektes des Short squeezes. Das bedeutet aber auch, daß anschließend eine Gegenbewegung zu erwarten sein wird. Wenn die Zwangskäufe enden, werden erst einmal keine weiteren Käufer vorhanden sein. Die Kurse werden zurückgehen.

Und das wird der Zeitpunkt sein, zu dem die Geldmanager aktiv werden, die mit ihren Short-Positionen noch nicht zu Zwangskäufen gezwungen wurden. Diese Shorties werden sich dann wieder Gründe für fallende Kurse, für ein Ende der Rallye ausdenken. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie Ihre Optionsscheine verkauft haben. Mit Ihren Aktien können Sie diese Phase aussitzen.

Denn anschließend erwarte ich bis zum Frühjahr weitere Kursanstiege im Technologiebereich für dieses Jahr.

Doch nun noch ein paar Worte zu unseren anderen Positionen, die derzeit allesamt gute Kursgewinne verzeichnen. Denn glücklicherweise haben wir uns frühzeitig aus dem Rohstoffsektor verabschiedet, der Sektor, in dem derzeit die größten Verkäufe stattfinden.

Marvell hat Verträge mit Apple über den Einsatz der Speichertechnologie beim iPhone. Und auch die Mobilfunkchips, die Marvell noch unter großer Kritik vor wenigen Monaten von Intel kaufte, werden im iPhone eingesetzt. Die Aktie ist um 5 % angestiegen. Endlich. Nun, da Marvell wieder in den Blickwinkel der Anleger gerückt ist, erwarte ich eine kräftige Kurserholung. Marvell ist in meinen Augen der nächste Titel, der eine Kursexplosion erleben wird.


ROHSTOFFSEKTOR

Vor dem Hintergrund dieses Medienrummels um die Technologiebranche halte ich mich vorerst aus dem Rohstoffsektor zurück. Dort mögen die Kurse schon depressiv sein, aber die gesamte Aufmerksamkeit liegt auf dem Technologiesektor und vorerst werden im Rohstoffsektor noch Verkäufe getätigt werden. Hier gilt insgesamt das gleiche, wie für den Energiesektor beschrieben: Downgrades werden in den kommenden Wochen noch die Stimmung vermiesen.

Bleiben Sie also noch im Technologiesektor investiert.

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04. RISIKOSTREUUNG IM DEPOT: ARQUES, SILBER BULL-ZERT.,
ELECTRONIC ARTS, KONTRON, INTICOM
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen an Risikostreuung/at/heibel-ticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

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FRAGE:

Sehr geehrter Herr Heibel,

die nachfolgenden Werte repräsentieren die zur Zeit fünf größten Positionen in meinem Wertpapierdepot:

Arques 515600 (Unternehmenssanierer und Beteiligungsgesellschaft)
Silber Bull-Zertifikat
Electronic Arts 878372 (Computerspiele, darunter ein in 2007 erscheinendes Spiel, das das Zeug zum Blockbuster hat: eine Simulation der Evolution)
Kontron 605395 (Mini-Computer)
Inticom 587484 (DSL-, VDSL-Geräte und intelligente Auto-Elektronik, 80 Mill. Marktkap.)

Die regionale Diversifizierung meines Depots wird abhängig von der jeweiligen Marktlage durch den Kauf von Bull-Zertifikaten auf Aktien- und Börsenindizes des Heimatlandes und anderer Länder verwirklicht, z. B. Deutschland (DAX), Thailand (SET50), Japan (Nikkei225), China (FTSE Xinhua), Indien (Nifty50), Russland (RDX), Osteuropa (CECE), Chile (Inter10)...usw.

Das Währungsrisiko im US-Dollar oder Yen gegen Euro wird bei Bedarf durch den Kauf von Bull-Zertifikaten auf den Euro gemindert.

Mit freundlichem Gruß, Edgar aus Marburg


ANALYSE:

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben, dadurch habe ich zwei mir bislang völlig unbekannte Perlen entdeckt.


ARQUES

Da haben wir schon die erste Perle. Dieses SDax-Unternehmen kümmert sich um ungelöste Unternehmensprobleme bei Mittelständlern. Sei es die Nachfolgeregelung, ein Turnaround-Versuch bei drohender Insolvenz oder die Aufstellung eines abgespaltenen Konzernbereichs in eine nunmehr eigenständige, mittelständische Gesellschaft, Arques bringt ein eigenes Management und einen Beraterstab vor Ort, um das Unternehmen neu aufzustellen.

Nach einer Firma mit diesem Geschäftsmodell habe ich schon seit langem Ausschau gehalten. Denn es gibt unzählige dieser Probleme in Deutschland. Sei es, daß die Gründergeneration Deutschlands nun bald in Rente geht und der eigene Sohn nicht übernehmen will. Ich selbst habe die fehlende Unterstützung bei meinem ersten Arbeitgeber nach meinem Studium erlebt: Dormann hat Mitte der 90er den Hoechst-Konzern zerschlagen und ich arbeitete für HiServ, der ehemaligen IT-Abteilung, die nun plötzlich als eigenständige, internationale IT-Beratungsgesellschaft agieren sollte. Bemühen ist das eine, aber Können ist etwas anderes – und die alten Farbwerke hatten zwar hervorragende Abteilungsleiter, aber keinen internationalen Geschäftsführer. HiServ wurde irgendwann mit der IT-Abteilung von ThyssenKrupp zusammengeschlossen, die das gleiche Problem hatte. Heute befinden sich die Überreste bei Hewlett Packard.

Was in diesen Jahren an Kapital vernichtet wurde geht auf keine Kuhhaut. Das Unternehmen, das über eine der modernsten internationalen Infrastrukturen der Welt verfügte, war nicht in der Lage ein eigenes Geschäft aufzubauen. Hätte man damals ein gutes Change-Management gehabt, dann würde es heute eine internationale Firma HiServ geben. Aber mit hätte, würde und könnte läßt sich kein Geld verdienen.

Heute gibt es nun eine Firma, die in solchen Fällen professionelle Vorgehensweisen anbietet. Es muß ja nicht gleich die Lösung ins Haus flattern, aber ein systematisches Vorgehen vermeidet doch unnötigen Zeit- und Kapitalverlust. Und allein das wird vielen Unternehmern schon eine Menge wert sein. Für Arques, die nach eigenen Angaben das einzige börsennotierte Unternehmen dieser Art in Deutschland sind, gibt es also viel zu tun.

Das Unternehmen beteiligt sich an seinen Kunden und hält seine Manager an, sich ebenfalls zu beteiligen. So sitzen alle in einem Boot. Allerdings kann man Beteiligungsunternehmen nur schwer bewerten, da deren Erträge je nach Akquisitionen und Verkäufen unregelmäßig anfallen. So gab es im vergangenen Jahr einen erfolgreichen Börsengang und das Unternehmen hat aufgrund des Geldsegens ein KGV von nur 5. Allerdings ist die Dividendenrendite eine feste Größe, und hier stehen derzeit 9 % zu Buche. Eine solche Rendite läßt über eventuelle Geschäftsperiodika hinwegsehen.


SILBER BULL ZERTIFIKAT

Der Silberpreis entwickelt sich stets extremer als der Goldpreis. Langfristig halte ich Silber und Gold für gute Anlagen, ich bin jedoch zum Jahresbeginn 2007 nun etwas vorsichtig, da ich mir eine längere Konsolidierungsphase vorstellen kann.


ELECTRONIC ARTS

Leser des Heibel-Ticker PLUS kennen meine Meinung zum größten Softwareprogrammierer von Spielen: Tolles Unternehmen, aber aus bewertungstechnischer Sicht gibt es bessere. Die Wachstumsprognose steht bei 20 % p.a., wurde in den vergangenen Quartalen jedoch nicht erreicht. Das KGV ist bei 90!, und somit für das zugegeben hohe Wachstumsziel jedoch zu hoch. Die Bilanz ist gesund, das Unternehmen hat eine gute Marktposition und einen guten Ruf. Aber das Bewertungsniveau läßt keinen Spielraum mehr für Fehler – und der Wettbewerb im Spielebereich ist hart.


KONTRON

„Embedded Systems“ nennt Kontron seine Produkte: „eingebettete Systeme“. Also alles, was irgendwo eine Logik braucht und in ein größeres Ganzes eingebettet ist, wird von Kontron geliefert. Sei es die Software für die Beschickung der Anzeigetafeln in öffentlichen Omnibussen, oder auch die Software für Fahrstühle, bis hin zur Einbettung des Navigationssystems in die Bewegungen eines Autos. Kontron ist das Unternehmen, das die Digitalisierung für den Menschen nutzbar macht, ohne dass der Mensch es merkt.

Der Umsatz wächst mit 12 % p.a., die Gewinne steigen noch schneller an. Damit ist aber ein KGV von 28 schon recht hoch. Da ist nicht mehr viel Spielraum für positive Überraschungen, die sind wohl schon eingepreist.

Ich habe 20 Analystenbewertungen zu Kontron gefunden. 19 davon geben eine Kaufempfehlung, einer ist neutral eingestellt. Wer soll da künftig noch auf die Aktien von Kontron aufmerksam gemacht werden? Es scheint mir, als sei das Unternehmen, das mit Nischenprodukten große Erfolge feiert, in der Investmentwelt sehr bekannt. Neue Aktionäre können kaum noch gefunden werden. Wie soll da der Kurs noch steigen?

Tolles Unternehmen, tolle Produkte, tolle Aktie, ... und was kommt als nächstes? Man soll gehen, wenn es am schönsten ist.


INTICOM

Und hier haben wir die zweite Perle. InTiCom entwickelt Elektronikteile auf Basis von analoger Schaltungstechnik, die keinen Strom erfordert. Ihr Autor ist Fan der Nikon FE2, die einzige Kamera, die den Großteil der Meßtechnik von Spiegelreflexkameras selbst ohne Batterie anbietet. Wenn Sie mal in die Antarktis fahren, nehmen Sie die FE2 mit!

InTiCom bastelt an Produkten, die ähnlich robust sind. Dabei werden Geräte für DSL-Technik, RFID (Radio Frequency) und weitere spezielle Bereiche hergestellt. Fast jeder heute ausgelieferte DSL-Splitter der Telekom wird von InTiCom gebaut.

Nach einer Kursvervierfachung im Jahr des Börsengangs 2005 hat sich der Kurs im vergangenen Jahr erst einmal beruhigt. Von 30 Euro ist er nun unter 20 gerutscht. Damit hat das Unternehmen ein KGV von 12, was für die Wachstumsrate von 16 % viel zu günstig ist. Die Gewinne haben sich sogar verdoppelt.

Leider gibt es keine Langfristprognose des Unternehmens die ich auf ihre Realitätsnähe beurteilen könnte. Der große Auftrag für die Lieferung der DSL-Splitter für die Telekom kann ein Einmalerfolg gewesen sein. Es muß sich erst zeigen, ob sich solche Wachstumsraten wiederholen lassen. Derzeit scheint die Abnahme durch die Telekom sogar erst einmal ins Stocken geraten zu sein.

Das Bewertungsniveau ist niedrig, das Produkt hat Zukunft und ich denke, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die Aktie auf ein Bewertungsniveau von einem KGV bei 20 niederläßt. Das würde einem Kursanstieg von 50 % entsprechen.


FAZIT:

Arques würde ich dem Finanzsektor zuschreiben, wenngleich es dort kein typischer Vertreter ist. Aber wenn es einen Zyklus für das Geschäft von Übernahmen und Konzernabspaltungen gibt, dann ist er an den Zyklus des Finanzsektors angelehnt. Electronic Arts ist ein Softwareunternehmen, Kontron ist ebenfalls ein Softwareunternehmen. InTiCom ist ein Hardwareunternehmen. Also neben Arques aus dem Finanzsektor und dem Silber-Zertifikat aus dem Rohstoffbereich haben Sie drei Unternehmen aus dem Technologiesektor.

Ich erwarte für die nächsten Monate eine Hausse im Technologiesektor, aber drei Unternehmen aus diesem Sektor sind mir denn doch etwas zu viele. Von einem würde ich mich trennen.

Bei Ihnen würde sich noch ein Einzelhändler wie Sears Holding beispielsweise gut machen. Oder ein Industriewert wie Toyota.

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05. LESERFRAGE: DEPOTUNTERSCHEIDUNG
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Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens 100 Mio. Euro bzw. USD.

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FRAGE:

Sehr geehrter Herr Heibel,

zunächst ein gutes gesundes neues Jahr für Sie !

In den langen Jahren seit iwatch haben Sie immer wieder gute Ideen gehabt, um den Markt auch für Laien wie mich übersichtlich darzustellen, vielen Dank dafür.

Auch die neue Einteilung in vier Kategorien:

Deutsches Depot lang- und kurzfristig sowie US-Depot lang- und kurzfristig gefällt mir.

Jedoch warum erscheint Apple im langfristigen deutschen Depot, dagegen Aktien wie Goldman Sachs, Google, Sears Holding oder DRD Gold, die ebenfalls an deutschen Börsen zu handeln sind, nicht?

Ähnliches gilt für die spekulativen Kategorien.

Frage: kann ich alle diese Aktien auch als Empfehlung für ein deutsches Depot sehen oder nicht?

Ich danke Ihnen bereits im Voraus und erwarte gespannt Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen, Peter aus Euskirchen


ANTWORT:

Vielen Dank für das freundliche Schreiben. Ich habe die Depots nach deren Standort ausgerichtet. Im US-Depot sind überwiegend Aktien, die an den deutschen Börsen nicht oder nur in geringem Volumen gehandelt werden. Auf der anderen Seite sind in dem deutschen Depot Aktien, die an den deutschen Börsen mit ausreichendem Volumen gehandelt werden. Es ist also eine rein praktische Ausrichtung.

Sie können natürlich auch die US-Empfehlungen in ihr deutsches Depot kaufen. Aber bitte versehen Sie ihre Kaufaufträge mit einem Limit, da Sie sonst über den Tisch gezogen werden.

Hinsichtlich einiger spezieller Finanzprodukte, wie der Gold- und Silber-ETF beispielsweise, gibt es noch weitere Nachteile: In Deutschland werden diese Produkte zwar teilweise gehandelt, sind aber steuerlich nicht korrekt registriert. Somit ist die Bank beim Verkauf dieser Papiere verpflichtet, 30 % des Verkaufserlöses als Steuervorauszahlung einzubehalten – es ist dann an Ihnen, diese über Ihre Steuererklärung zurückzuholen. Für mich ist das ein k.o.-Kriterium, denn ich diskutiere nicht gerne mit dem Finanzamt.


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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfaßt. Selten sind diese Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie einmal die Woche dort hinein schauen.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titel aktuelle Anmerkungen erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine Risikostreuung berücksichtigen.

Weiter habe ich in Empfehlungen unterschieden, die vorwiegend über die deutschen Börsen zu haben sind, und jenen, die Sie in Ihr US-Depot kaufen sollten.

Insgesamt gibt es nun also vier Kategorien: Deutsches Depot lang- und kurzfristig sowie US-Depot lang- und kurzfristig.

Unter „Änd“ steht die Gesamtveränderung seit Empfehlung. Unter „Woche“ steht die Änderung zur Vorwoche. Unter „Empf.“ Steht die Empfehlung, ob diese Position zu H-Halten, K-Kaufen, V-Verkaufen ist oder mit einem SL-Stop Loss versehen werden sollte.


Firma Kürzel Kauf am 11.1.06 Änd. Woche Empf.

DEUTSCHES DEPOT
LANGFRISTIG
UBS UB0BL6 12.05.06 47,03 € 5% 1% H
Apple Comp. 865985 21.01.06 74,74 € 43% 15% H
Anglo American 922169 29.12.06 37,03 € -1% -1% K
Goldbarren 100 gr. 13.10.06 1.524,00 € -1% 2% H
Goldmünze 20 Mk Wil 13.10.06 106,00 € -12% 2% H
GMAC 2010 5,75% 908511 24.03.06 102,20 € 11% H

SPEKULATIV
Yahoo! 900103 21.07.06 22,79 € 14% 16% H
ABB 919730 4.08.06 13,33 € 33% 0% SL
Nabors Ind. 662778 21.01.06 22,20 € -21% 2% H
Gold Zert. ABN 859341 2.06.06 47,07 € -4% -2% H
Berentzen AG 520163 28.07.06 6,14 € -12% 0% H
Apple Call CoBk CK1761 5.01.06 2,46 € 49% 49% TV

US-DEPOT
LANGFRISTIG
Goldman Sachs GS 23.06.06 $211,88 41% 6% H
Google GOOG 20.10.06 $499,72 17% 3% H
Sears Holding SHLD 20.10.06 174,48 0% 5% H
Gold&SilberfondsCEF 13.10.06 $8,76 8% -2% H

SPEKULATIV
Mastercard MA 23.06.06 $105,50 122% 4% SL
QUALCOMM QCOM 4.08.06 $39,48 10% 2% H
Marvell MRVL 17.04.06 $20,70 -17% 7% H
Microsoft MSFT 17.03.06 $30,70 11% 4% H
FedEx FDX 28.09.06 $107,67 2% 0% H
Gold ETF GLD 13.10.06 $60,63 4% 1% H
Silber ETF SLV 13.10.06 $122,90 7% 1% H
Fannie Mae FNM 10.11.06 $58,15 -3% -2% K
DRD Gold A0DNZ1 3.11.06 $0,82 -36% 5% K


SL ABB auf 11,46 EUR
TV Apple call: Hälfte sofort

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
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Stephan Heibel
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Es tut mir Leid, dass im Heibel-Ticker nicht die viel
versprechenden neuen Regeln der Rechtschreibreform
berücksichtigt werden, aber ich müßte Kopf stehen, um
diese zu verstehen.

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