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Heibel-Ticker Plus 07/45 - Heute sollten Sie Einkaufen gehen, an der Boerse

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09.11.2007:
______________________________________________

H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
______________________________________________

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

2. Jahrgang - Ausgabe 45 (09.11.2007)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: ICH WAR DABEI: DER MAUERFALL VOR 18 JAHREN
02. SO TICKT DIE BÖRSE: CISCO SCHOCKT TECHSEKTOR, GPS & FLIEGER
03. AUSBLICK: ZEIT ZUM EINKAUFEN. NEUE EINKAUFSLISTE
04. DEPOT-CHECK: WIE GUT IST IHRE RISIKOSTREUUNG?
SCHÖLLER-BLECKMANN, OMV, CEZ, KONTRON, PULSION
05. LESERFRAGE: INFLATION, GOLD, SILBER, ÖL
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

Nur für Heibel-Ticker PLUS Kunden: Hier können Sie die PDF-
Datei mit allen beobachteten Werten herunterladen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp-alle-0745-1621.pdf

Hier ist die PDF-Datei mit allen aktualisierten Werten zum
Herunterladen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp-alle-0745-1621.pdf

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01. INFO-KICKER: ICH WAR DABEI: DER MAUERFALL VOR 18 JAHREN
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Liebe Börsenfreunde,

„Heute Nacht wird die Mauer geöffnet", sagte ein Freund, als er
gegen 19 Uhr in der Bar auf mich traf. Wir waren schon eine
kleine Gruppe und diskutierten kurz über diesen irrwitzigen
Ausspruch. Statt ins Detail zu gehen, bestellten wir noch eine
Runde Bier.

Kurze Zeit später traf ein weiterer Freund ein und erzählte uns
das gleiche. Da wir immer für Überraschungen gut waren und uns
gerne einmal auf den Arm nahmen, vermuteten wir, dass die
beiden sich abgesprochen haben. Doch die beiden hatten sich
zuvor noch nie gesehen. Hmmm, wir wurden misstrauisch.

Ihr Autor beugte sich zum Nachbartisch und fragte dort nach, ob
sie von der Maueröffnung gehört hätten. „Ja,ja, klar, heute um
Mitternacht" kam die Antwort prompt, als sei es das Normalste
von der Welt.

Ich weiß bis heute nicht, was in den Köpfen meiner Freunde
vorging, aber ich war der Einzige, der umgehend zum
Brandenburger Tor fuhr. Es war nur 10 Minuten entfernt. Dort
sah ich dann die Hunderte von Leuten, Ossis und Wessis,
gemeinsam auf der Mauer tanzen. Helfende Arme hoben Ihren Autor
auf die Mauer und so sah er die Panzer auf der anderen Seite.
Ostberlin hatte Panzer aufgefahren und aus den Kanonenrohren
tropfte das Wasser – Tränengas vermutlich.

Ich erfuhr, dass für einen kurzen Augenblick Ossis und Wessis
über die Mauer konnten und dass somit einige Ossis in
Westberlin und einige Wessis in Ostberlin waren – allerdings
ohne Ausweis, sondern im Affekt, einfach so. Ein anderer Freund
von mir erzählte mir später, dass er zu denen gehörte, die über
die Mauer sprangen und in den Osten rannten, bevor die Panzer
auffuhren. Er hatte keinen Ausweis bei sich und nachdem nun die
Mauer wieder dicht war, wusste er nicht, was er tun sollte. Er
lief die ganze Nacht umher und erfuhr erst am nächsten
Vormittag, dass „vermutlich" der Grenzübergang Friedrichstraße
um 12 Uhr Mittags geöffnet werden soll.

Auch dort wusste vom Grenzpersonal niemand Bescheid, aber die
inzwischen tausende Menschen schoben sich einfach durch.

Ihr Autor verbrachte die ganze Nacht auf der Mauer. In einer
Ecke wurde mit der Spitzhacke auf die Mauer eingehauen: Hau-
Ruck rief die Menge und bei jedem kräftigen Schlag wurde
gejubelt. Nach drei bis fünf Schlägen waren wir Berliner
Stadtkinder meist schon außer Puste und reichten die Spitzhacke
weiter.

Achtzehn Jahre ist das her, Ihr Autor machte damals eine
Banklehre bei einer großen deutschen Bank ;-). Umgehend wurden
Freiwillige gesucht, die am Wochenende im Ostteil der Stadt die
100 DM Begrüßungsgeld auszahlten. Die Schlange ging um den
Häuserblock herum und die Szenen, die sich in dem flugs
aufgestellten Container abspielten, lassen die Schwierigkeiten
der Wiedervereinigung als Nebensache erscheinen.

Zumal Ihr Autor dann auch noch für einen Radiosender Frösche
und rote Rosen an neu eröffneten Grenzübergängen verteilte. Ich
war wohl für viele der erste Wessi, den sie umarmen konnten und
auch hier sorgten die Gefühlsausbrüche für Szenen, die ich nie
vergessen werde.

Es ist schon irre, wie unterschiedliche Systeme Menschen
verändern können. Ich würde gerne sagen, dass dies in der
heutigen Zeit nicht mehr möglich ist. Denn das Internet sorgt
dafür, dass Informationen überall verfügbar sind.

Doch das hat man schon einmal gesagt, als das Fernsehen
erfunden wurde. Und man hat das auch gesagt, als Tageszeitungen
gedruckt wurden. Und man hat es auch schon einmal gesagt, als
Bücher gedruckt und das Wissen vervielfältigt werden konnte.
Wie lange wird das Internet so frei bleiben, wie wir es heute
kennen? Wann wird auch dort die Belanglosigkeit einziehen, die
Sie heute in den privaten TV-Sendern verfolgen können?

Nun, wenn nach Buch, Zeitung, Fernsehen und Internet der
nächste Schritt die Telepathie ist, dann wird sich Ihr Autor
bemühen, diesen Bereich zu erschließen. Damit will ich sagen,
dass man ein wenig abenteuerlustig sein muss, um neue
Informationswege auszutesten. Diese Abenteuerlust habe ich und
ich werde wohl auch in den nächsten Jahren vorne dran bleiben.

Zu Ihrer Beruhigung: Das mit der Telepathie werde ich in diesem
Jahrhundert wohl nicht mehr hin kriegen. Zunächst werde ich
vermutlich kleine Videos für's Internet drehen.

Zur heutigen Ausgabe: Sie können heute Shopping gehen. Ich habe
eine ganze Reihe von Kaufempfehlungen ausgeschrieben, da die
Korrektur der vergangenen Tage nun zu einer Gegenreaktion
ausholt. Ob hier der endgültige Boden erreicht ist oder nur ein
Zwischentief, das untersuche ich für Sie im Kapitel 03.

Im Kapitel 02 habe ich für Sie den Auslöser des gestrigen
Technologieausverkaufs identifiziert: John Chambers, CEO von
Cisco.

Weiterhin habe ich eine Gegenüberstellung von Airbus und Boeing
vorgenommen. Das Ergebnis hat selbst mich überrascht.

Garmin und TomTom kämpfen um Teleatlas, meiner Ansicht nach
werden jedoch völlig andere Ziele verfolgt. Auch dazu habe ich
im nächsten Kapitel ausführlich Stellung genommen.

Der heutige Depotcheck trifft auf eine handvoll
Wachstumsunternehmen, das Portfolio ist zu energielastig und
hat auch kein Sicherheitsnetz. Doch die Einzelwerte sind, wie
so oft, überaus interessant.

In der Leserfrage gehe ich auf meine Erwartungen für eine
langfristige Preisentwicklung beim Gold, Silber und Öl ein.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: CISCO SCHOCKT TECHSEKTOR, GPS & FLIEGER
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Gestern war nun der Technologiesektor dran. Garmin, Research in
Motion, Google, Apple, EMC, Cisco, Intel und Amazon wurden
allesamt ausverkauft. Die Abschläge betrugen 4 bis 7%, bei
Cisco sogar 9,5%.

Die Hiobsbotschaften aus dem Finanzsektor nehmen kein Ende:
Abschreibungen werden nach oben korrigiert, die Banken stufen
sich gegenseitig in ihrer Bewertung herab und vermuten bei
ihren Wettbewerbern stets noch große Bestände an
Immobilienderivaten. Kein Wunder also, dass der Banken-, Broker
und Immobiliensektor auch in der abgelaufenen Woche wieder zu
den Verlieren gehörte. Aber der Technologiesektor? Was steckt
hinter dem dortigen Ausverkauf?

Schauen Sie sich zunächst einmal die folgende Wochenstatistik
der wichtigsten Indizes an:


INDIZES 8.11.07

Dow Jones 13.266 -0,76%
NASDAQ 2.696 -3,51%
S&P 500 1.474 -2,25%
DAX 7.819 -0,77%
Nikkei 15.583 -5,65%
Euro/US-Dollar 1,4634 1,41%
Euro/Yen 165,53 -0,11%
10-Jahre-US-Anleihe 4,27% -0,09
Umlaufrendite Dt 4,14% -0,19
Feinunze Gold USD $835,30 5,92%
Fass Crude Öl USD $95,46 2,11%

Der Ölpreis klopfte diese Woche schon einmal an die Tür mit der
Aufschrift: 100 USD/Fass. Und auch der Goldpreis ist in
Schlagweite von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 1980 bei 850
USD/Oz. Der Grund: Der US-Dollar fällt weiter ins Bodenlose.
Mit 1,4634 USD/EUR ist auch der US-Dollar so wertlos wie nie
zuvor.

CISCO-CHEF CHAMBERS ZÜNDET DIE BOMBE

Doch zurück zum Technologiesektor und zum gestrigen Ausverkauf.
Cisco war der Auslöser des Ausverkaufs. John Chambers, CEO von
Cisco und in der Finanzbranche bekannt als jemand, der über
minutengenaue Analysen zum Marktumfeld auf Knopfdruck verfügt,
hat von Auftragsrückgängen aus dem Finanzsektor gesprochen. Er
sagte, Cisco habe bemerkt, dass die Finanzbranche ihre EDV-
Investitionen zurückschraube.

Die Turbulenzen der vergangenen Wochen haben viele Anleger,
insbesondere auch Hedgefonds und Spekulanten, veranlasst,
vermeintlich sichere Verstecke aufzusuchen. Wie Sie wissen gibt
es Unternehmen im Technologiesektor, deren Wachstumsraten
überdurchschnittlich und deren Bewertungsniveau
unterdurchschnittlich sind. Gleichzeitig verfügen sie über hohe
Barreserven, sind somit von den Liquiditätsengpässen der
Finanzbranche unabhängig. Dort ist eine Menge Risikokapital hin
gesteuert worden.

Doch nun hat Chambers eine Bombe gezündet, mitten im
Technologieversteck. Wie die aufgescheuchten Hühner haben
gestern Spekulanten ihre Technologieaktien auf den Markt
geworfen, ungeachtet der fundamentalen Hintergründe. Die
Börsianer sind nervös und es wird erst geschossen und dann
später nach dem Grund gefragt.

Aber, wenn Sie einmal ehrlich sind, dann sollte Sie die Meldung
nicht überrascht haben. Natürlich gehören die Finanzinstitute
zu den Großkunden der Technologiebranche. Und natürlich werden
die Finanzinstitute nun versuchen, ihre Barmittel zu erhöhen –
und wenn es durch Ausgabenkürzungen ist.

Ist die Technologiebranche damit nun auch verbrannte Erde?
Nein, denn was die zumeist sehr örtlich ausgerichteten
amerikanischen Spekulanten übersehen, ist, dass Cisco seine 35
Mrd. USD Umsatz um jährlich 20% steigert. Und diese 20% kommen
nicht von Finanzinstituten, sondern von Neukunden aus Asien,
aus Europa und aus Südamerika. Dort brummt die Wirtschaft, im
Gegensatz zu der Finanzbranche in den USA. Und wenngleich die
Finanzbranche einen Teil des Umsatzes streicht, so ist das
Gesamtwachstum eines internationalen Konzern wie Cisco noch
immer groß genug, um ein KGV von 35-40 zu rechtfertigen.
Aktuell ist das KGV auf 25 gerutscht, schon im nächsten Jahr
wird es weiter auf 16 fallen.

Der Ausverkauf am gestrigen Donnerstag ist in meinen Augen
völlig überzogen. Von 34 auf 29 USD ist die Aktie gefallen, da
würde ich erste Käufe tätigen. Nachkaufen würde ich, falls der
unlogische Ausverkauf weiter geht, unter 26 USD. In einem Jahr
sollte Cisco meiner Erwartung nach deutlich über 50 USD
notieren.


GARMIN UND TOMTOM KÄMPFEN UM TELEATLAS

Es gibt drei große Anbieter von Navigationssystemen und zwei
Anbieter für das passende Kartenmaterial. Derzeit steht die
GPS-Navigationstechnik kurz vor dem Sprung zum Massenmarkt. Da
Technologie und Software schon bald zu einem billigen
Massenprodukt werden könnten, versuchen sich die derzeit
bargeldgespickten Navigationssystemanbieter die Daten, also das
Kartenmaterial, zu sichern.

Der größte Anbieter von Karten ist Navteq, der zweite ist
Teleatlas. Neben Garmin und TomTom versucht das
Mobilfunkunternehmen Nokia den GPS-Markt zu erobern.

So hat TomTom im Juli dieses Jahres knapp den 7-fachen Umsatz
für Teleatlas geboten. Ein stolzer Preis, üblich sind der ein-
bis zweifache Umsatz. Teleatlas fährt sogar Verluste ein, da
hat TomTom sicherlich eine gute Zukunftsvision vor Augen.

Dieses Angebot rüttelte die Branche wach und im Oktober nahm
sich Nokia Navteq vor. Mit einem Angebot, das knapp dem 12-
fachen Umsatz von Navteq entsprach, setzte Nokia neue
Bewertungsmaßstäbe.

Nun stand Garmin plötzlich allein da und lief Gefahr, mit der
besten Technologie, aber ohne Kartenmaterial zu enden. Also bot
das Unternehmen kurzerhand für Teleatlas einen höheren Preis,
als TomTom geboten hatte: Den 8-fachen Umsatz.

Garmin ist Marktführer in den USA und ist in Europa bislang
vorwiegend mit seinen spezialisierten GPS-Geräten für Wanderer,
Segler und andere Outdooraktivisten bekannt. In Autos spielt
Garmin in Europa bislang kaum eine Rolle.

So ist TomTom zwar in Europa Marktführer, jedoch in den USA
bislang nicht sonderlich vertreten.

Einzig globales Unternehmen ist Nokia, aber deren Hauptgeschäft
sind Handys und die GPS-Ortung ist bei Nokia nur ein
zusätzliches Feature, was wieder einmal viele Handy-
Telephonierer gar nicht wollen.

Teleatlas ist auf den europäischen Markt spezialisiert, Navteq
auf die USA. Warum interessiert sich Garmin aus den USA für den
europäischen Kartenanbieter?

Meine Meinung: Garmin interessiert sich gar nicht für
Teleatlas. Vielmehr möchte Garmin vermeiden, dass TomTom
Teleatlas zum Schnäppchenpreis einsammeln kann. Und das ist
gelungen: TomTom hat gestern sein Angebot auf den 10-fachen
Umsatz von Teleatlas erhöht. Da sind wir doch schon wesentlich
näher am Preis, den Nokia für Navteq zu zahlen bereit ist.

Im Gegensatz zu Teleatlas ist Navteq schon profitabel. Garmin
müsste nun sein Angebot für Teleatlas erhöhen und das würde
dazu führen, dass Garmin mehr für den unprofitablen
europäischen Wettbewerber Teleatlas zahlt, als Nokia für den
profitablen US-Anbieter Navteq zahlt. Ich glaube nicht, dass
dies geschehen wird.

Vielmehr erwarte ich nun, dass Garmin zufrieden ist, dass
TomTom deutlich mehr zahlen musste, als ursprünglich anvisiert.
Und nun kann sich Garmin überlegen, ob es in einen
Übernahmekampf um Navteq eintritt.

Dort ist der Gegner ein ganz anderer. Während TomTom und Garmin
sich im Kampf um Teleatlas vermutlich ihre kompletten
Barreserven aus der Tasche gezogen hätten, wird der Kampf gegen
Nokia auf einer anderen Ebene geführt: Mit 10 Mrd. USD
Barvermögen hat Nokia 15-mal soviel Bargeld wie Garmin. Aber
für Nokia ist GPS nur ein kleines Feature, eine eigene
Kartenfirma wäre nice to have.

Für Garmin steckt eine ganz andere Kalkulation dahinter: Garmin
braucht einen Kartenanbieter, um gegen TomTom nicht ins
Hintertreffen zu geraten.

Ich könnte mir vorstellen, dass Garmin bereits mit Nokia am
verhandeln ist. Da Nokia kein direkter Wettbewerber ist, wird
Garmin zu großen Zugeständnissen bereits sein, wenn Nokia den
Preis für Navteq nicht weiter in die Höhe treibt.

Möglicher Ausgang: TomTom kauft Teleatlas, Garmin kauft Navteq
und Nokia erhält die GPS-Technologie für die Handys künftig von
Garmin zu günstigen Preisen.

Ich hoffe, Sie fanden diese Erklärung interessant genug, denn
keine dieser Aktien sollten Sie kaufen. Vielmehr würde ich mich
aus diesen Aktien zurückziehen. Die Kurse stoßen an die Decke,
Garmin ist sogar schon eingebrochen: Von 125 auf 85 USD seit
dem Angebot für Teleatlas. TomTom ist seither von 67,50 auf 55
Euro eingebrochen. Die Übernahmeziele Teleatlas und Navteq
haben ihre Kurssprünge bereits hinter sich: Teleatlas von 16
auf 32 EUR, Navteq von 45 auf 77 USD. Für Nokia ist dies nur
ein Nebenkriegsschauplatz.

TomTom hat schon verloren: Für einen zweitklassigen
Kartenlieferanten zahlt das Unternehmen einen erstklassigen
Preis, die Barreserven sind damit erst einmal aufgebracht.

Garmin kann noch gewinnen, wenn es zu einem vorteilhaften
Abkommen mit Nokia kommt. Wenn Nokia sich jedoch quer stellt,
dann wird Garmin seine Marktposition über kurz oder lang
einbüßen.

Ich würde also derzeit in keine dieser Aktien investieren,
sondern abwarten, wie diese Übernahmeschlacht ausgeht. Nur wenn
Garmin eine vorteilhafte Lösung mit Nokia findet, würde ich
gegebenenfalls Garmin-Aktien kaufen.


BOEING ODER AIRBUS?

Um ganz ehrlich zu sein: Ich glaube, beide werden einen
mehrjährigen Aufschwung erleben. Da können wir uns über die
Probleme des multinationalen Konzerns EADS, Eigentümer von
Airbus, lustig machen, aber auch bei Boeing haben wir in den
vergangenen Wochen gesehen, dass der Bau eines neuen Flugzeugs
ungeahnte Probleme aufwerfen kann. Auch Boeing kann nun die
gesteckten Zeitziele nicht einhalten.

Da ist es egal, ob das größte Passagierflugzeug, ein neuer
Militärtransporter oder ein spritsparender Langstreckenflieger
gebaut wird, immer wieder treten Probleme auf, die es vorher
noch nie gab.

Und genau das ist der Grund, warum ich beiden Unternehmen gute
Zukunftsaussichten gebe. Wer soll da noch in den Wettbewerb zu
Boeing und Airbus treten, wenn beide Unternehmen nah am Ruin
vorbei schliddern, um technologisches Neuland zu betreten? Es
gibt nur eine Möglichkeit, wie Airbus und Boeing verlieren
können: Wenn sie aufgeben.

Aber das tun sie nicht und so wird in den nächsten Jahren eine
neue Fliegergeneration auf den Markt treffen. Die Preise, die
Airbus und Boeing dann dafür nehmen können, werden in
stratosphärische Höhen schnellen. Denn es gibt praktisch keinen
Wettbewerb, außer dem zwischen Boeing und Airbus. Und diese
beiden Unternehmen haben sich bereits auf unterschiedliche
Strategien geeinigt: Boeing setzt auf Leichtbauweise um Sprit
zu sparen, Airbus setzt auf Kapazitätsausweitungen, um mehr
Personen pro Flieger zu befördern.

Beide Unternehmen werden auf eine emporschnellende Nachfrage
aus China und anderen Schwellenländern stoßen. Ich glaube, in
den nächsten fünf Jahren wird es für beide Unternehmen in
erster Linie das Problem geben, liefern zu können. Der Preis
und der Wettbewerb werden in den Hintergrund treten, es wird
darum gehen, die Nachfrage, egal zu welchem Preis, befriedigen
zu können.

Und das sind goldene Zeiten für eine Branche wie den
Flugzeugbau. Mit diversen Vorwürfen haben sich die beiden
Erzfeinde in den vergangenen Jahren immer wieder vor Gericht
getroffen. Doch nun sind die Karten gemischt und neu verteilt,
es geht nun darum, sich Marktanteile zu sichern. Und wie
schnell man als sicher verbuchte Bestellungen verlieren kann,
haben sowohl Airbus, als auch Boeing zu spüren bekommen, als
sich ihre Liefertermine verzögerten.

Boeing setzt derzeit 45 Mrd. EUR um und wird dafür mit einer
Marktkapitalisierung von 50 Mrd. EUR bewertet. EADS setzt 39
Mrd. EUR um und hat einen Marktwert von nur 18 Mrd. EUR. Der
Grund für diesen Bewertungsunterschied ist tatsächlich in dem
amateurhaften Management von EADS zu finden, denn die
unvorhergesehenen Verzögerungen haben bei Airbus sämtliche
Gewinne aufgezehrt und zehren noch an den Barreserven, bei
Boeing führen die Verzögerungen kaum zu einer bilanziellen
Belastung.

Ich weiß, ich habe noch vor einem halben Jahr von EADS-Aktien
abgeraten. Damals stand der Kurs bei 23 EUR, heute steht er
noch immer dort. Boeing ist in dieser Zeit von 94 auf
vorübergehend 107 USD gestiegen, fiel aber nach Bekannt werden
der Boeing-Probleme wieder auf 96 USD zurück. Ich hatte damals
gedacht, dass Boeing mehr von den Fehlern bei Airbus
profitieren kann.

Inzwischen sehe ich das nicht mehr so, inzwischen denke ich,
dass die beiden Flugzeugbauer gemeinsam goldenen Zeiten
entgegen fliegen. Doch das Bewertungsniveau von der Airbus-
Mutter EADS ist deutlich günstiger und nach dem eingeschlagenen
Restrukturierungskurs ist das Gewinnpotential für die Aktien
deutlich größer als bei Boeing. Ich würde daher heute EADS
bevorzugen.


WOCHENAUSBLICK

Steigt der Ölpreis auf 150 USD/Fass? Schießt der Euro auf 1,50
USD/EUR? Reißt die Finanzbranche den Rest der Börse endgültig
mit in den Keller? Deutet der eingebrochene Kupferpreis auf
eine bevorstehende weltweite Rezession? Und ist der 10%
Einbruch des Shanghai-Börsenindex der Anfang vom Ende Chinas?

Diesen Fragen gehe ich im nächsten Kapitel auf den Grund.


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03. AUSBLICK: ZEIT ZUM EINKAUFEN. NEUE EINKAUFSLISTE
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Nein! Lautet die Antwort auf die obigen Fragen.

ÖL

Der Ölpreis ist vorerst einmal hoch genug und ich erwarte eine
Konsolidierung des Kursanstiegs. Es würde mich nicht wundern,
wenn wir in den nächsten Wochen wieder bei 80 USD/Fass
ankommen.

Mittelfristig jedoch, also nach einer Konsolidierung, wird der
Ölpreis meiner Erwartung nach noch deutlich höher steigen. 150
USD/Fass halte ich für möglich. Die Nachfrage ist zu groß, die
Energieeffizienz des Öl ist zu gut und die Alternativen sind zu
teuer.

Einen langfristigen Preis möchte ich hier nicht
prognostizieren, denn das hängt von der Inflationsentwicklung
ab. Doch habe ich schon mehrfach darauf hingewiesen, dass ich
keine Mondpreise beim Öl erwarte, sondern Preise, die sich
wieder den Förderkosten angleichen, wenn Angebot und Nachfrage
wieder ins Gleichgewicht kommen. Und das sollte meiner
Erwartung nach deutlich unter 100 USD/Fass sein.

WECHSELKURS USD/EUR

Die USA werden um weitere Zinssenkungen nicht umhin kommen. Zum
Jahresende erwarte ich einen US-Leitzins um 4% (derzeit 4,5%).

Gestern noch hat Bernanke in einer Rede jegliche Zinssenkungen
vorerst ausgeschlossen. Das hat die Finanzmärkte nochmals
belastet, es werden weitere Milliardenabschreibungen
befürchtet.

So geisterte gestern plötzlich die Ziffer 17 Mrd. USD im
Zusammenhang mit dem Namen Goldman Sachs umher. Es wurde
spekuliert, dass Goldman Sachs 17 Mrd. USD auf
Immobilienderivate abschreiben werde. Doch gegen Ende des Tages
stellte sich heraus, dass diese Meldung reine Spekulation war.
Es wurde sogar ein Gegengerücht gestreut: Die Goldmänner würden
17 Mrd. USD als Bonus an ihre Mitarbeiter ausschütten.

Hmmm, nun gut. Soviel zum Thema Gerüchte. Aber es zeigt mir,
dass die Finanzbranche noch immer sehr anfällig ist für solche
vermeintlichen Hiobsbotschaften, denn der Kurs von Goldman
Sachs fiel im Tagesverlauf um 3%. Ich bleibe jedoch bei meiner
Einschätzung, dass Goldman Sachs sich sehr frühzeitig aus dem
Geschäft mit Immobilienderivaten zurückgezogen hat.

BHP BILLITON BIETET 140 MRD. USD FÜR RIO TINTO...

...und nun raten Sie einmal, wen BHP Billiton für diesen Deal
als Berater beauftragt hat: Goldman Sachs. Und warum? Weil Sie
bei Goldman Sachs sicher sein können, dass Sie morgen noch mit
den gleichen Managern zu tun haben wie heute.

Bei JPMorgan Chase, bei Citigroup, bei Merrill Lynch, bei
Morgan Stanley, wo das große Köpferollen angesagt ist, da
können Sie sich nicht sicher sein, dass Ihr Gesprächspartner
morgen noch zur Arbeit erscheinen darf. Diese Banken und Broker
suchen händeringend nach Möglichkeiten, die Liquidität
aufzubessern – und dabei werden schon mal Abteilungen
umorganisiert oder geschlossen. Ganz zu schweigen von den drei
CEOs, die bereits gehen mussten.

Während die anderen Banken Dividendenrenditen von 5-8%
ausweisen, stehen bei Goldman Sachs nur 1,4% zur Verfügung. Das
mag zwar auf den ersten Blick abschrecken, aber ich habe eine
andere Sicht der Dinge: Goldman braucht keine Dividendenkürzung
verkünden. Die anderen wahrscheinlich schon. Und die
Dividendenaussichten sind ein ganz wesentlicher Punkt bei der
Kursbildung. Dividendenkürzungen führen stets zu einem
Ausverkauf, wir haben dies bei Citibank letzte Woche erlebt, wo
eine Dividendenkürzung lediglich erwogen wurde.

Nun ist Goldman Sachs ein Finanzinstitut wie alle anderen auch
und ist somit in diversen Finanzderivaten, also ETFs,
Zertifikaten und Fonds, enthalten. Derzeit werden diese
Finanzderivate ohne Rücksicht auf Verluste ausverkauft und die
Kurse rauschen in den Keller. Sie kennen meine Meinung: Bei
vielen Aktien ist dieser Kurssturz gerechtfertigt und wenn wir
auf die Aktien von Immobilienversicherern blicken, dann sehe
ich als Kursziel eine Null. Ich glaube, viele werden noch in
die Insolvenz rutschen.

Mich fragte letzte Woche ein Leser, wer diese
Immobilienversicherer sind: Ambac Financial Group (ABK), MBIA
Inc. (MBI), MGIC Invest Corp. (MTG) und PMI Group (PMI).
Schauen Sie sich deren Kurse einmal an, die haben schon viel
verloren und streben zügig gegen Null. Doch ich würde die
Aktien mangels Verfügbarkeit nicht Shorten, Sie könnten von
einem Shortsqueeze auf dem falschen Fuß erwischt werden und zu
Zwangseindeckungen gezwungen werden.

Doch zurück zu Goldman Sachs: Sie haben inzwischen die Panik
des Finanzsektors zur Genüge mitbekommen und können sich nun
leicht vorstellen, dass Anleger ihre Finanzderivate auf den
Markt schmeißen. Das führt natürlich dazu, dass ALLE Aktien,
die in diesen ETFs, Zertifikaten und Fonds enthalten sind,
ausverkauft werden. Denn die Manager der Derivate verkaufen nun
nach einem zuvor festgelegten Schlüssel und betrachten die
Einzelaktien dabei gar nicht mehr.

Erst wenn dieser Prozess endet, wird sich die Spreu vom Weizen
trennen. Und in meinen Augen ist Goldman Sachs ein Weizenkorn,
das im Laufe der nächsten 12-18 Monate kräftig an Geschäft
zulegen wird. Das depressive KGV von nur noch 8 wird der
Marktposition der Goldmänner nicht mehr gerecht, ich rechne mit
einem Kurssprung von 50% auf ein KGV von mindestens 12, bei
gleichzeitig anwachsenden Gewinnen dann wiederum nur 11.

Wir hatten Goldman Sachs bereits schon einmal in unserer
Beobachtungsliste. Ich würde nun erneut eine Position zu Kursen
unter 205 USD eröffnen und mich bereit halten, unter 190
nochmals nachzukaufen.

Goldman Sachs
US-Kürzel GS
US-Depot langfristig
Kaufen unter 205 USD
Nachkaufen unter 190 USD


RIO TINTO VERKAUFEN, BHP BILLITON ABWARTEN

Nun schauen wir uns noch mal das Übernahmeangebot von BHP
Billiton für Rio Tinto an. Die Australier haben in einem ersten
Wurf einen Aktientausch im Verhältnis von 3:1 vorgeschlagen,
Rio Tinto hat dies umgehend abgelehnt. Der Kurs von Rio Tinto
ist gestern nach Bekanntgabe des Angebots von 350 auf 440 USD
gesprungen. Heute steht der Kurs vorbörslich bei 480 USD. Na,
wenn das kein Weihnachtsgeschenk für die Aktionäre ist.

BHP Billiton hat eine lange Tradition von Übernahmen und
Fusionen und ist auf diesem Gebiet bewandert. Ich rechne also
damit, dass BHP im Falle des Zuschlags Rio Tinto ordentlich
wird integrieren können. Doch eine Integration dieser
Größenordnung wird seine Zeit in Anspruch nehmen. Daher denke
ich, dass der Kurs von BHP durch diese Übernahme auf absehbare
Zeit keine Sprünge machen wird. Da ist nun erst einmal die Luft
raus.

Aus Sicht von Rio Tinto Aktionären muss ich sagen: Was wollen
Sie noch? 37% in zwei Tagen ist ziemlich geil, oder? Nehmen Sie
das Geld und freuen Sie sich. Es gibt nun bessere Chancen,
siehe Goldman Sachs, um das Geld anzulegen.

Wenn Sie nun auf eine Übernahmeschlacht zwischen BHP und einem
eventuellen chinesischen oder russischen Unternehmen
spekulieren, die den Kurs noch weiter in die Höhe treibt, dann
ist das eine von Fundamentaldaten völlig losgelöste
Spekulation. Ja, es könnte im Rahmen der Übernahmeschlacht noch
um 10 oder 20% höhere Preise geben. Aber es kann auch jederzeit
sein, das BHP Billiton die Übernahme abbläst – und dann ist der
Kursgewinn von 37% futsch.

Ich würde nach einem solchen Kurssprung auf die weiteren
Gewinne verzichten, da das Risiko nunmehr kräftig angestiegen
ist.


KONSOLIDIERUNG BEIM USD UND ÖL IN SICHT!

Nach den Kursanstiegen der vergangenen Wochen ist nun eine
Konsolidierung beim Wechselkurs sehr wahrscheinlich. Auch der
Ölpreis, wie oben angemerkt, ist kurzfristig anfällig für
Rückschläge. Ich würde also auf keinen Fall mehr auf weiter
steigende Preise in diesem Bereich setzen.

Auch an der Aktienbörse wird die Luft langsam dünn. Die
Korrektur der vergangenen Tage hat eine große Zahl von neuen
Chancen eröffnet. Gleichzeitig werden aber die Risiken immer
größer.

Den Schlüssel für die nächsten Wochen hat die US-Notenbank, hat
Ben Bernanke in der Hand. Ich rechne fest mit weiteren
Zinssenkungen, mit denen Bernanke einen Crash zu verhindern
versucht. Und meist ist auf die amerikanische Notenbank
verlass, wenn es um kurzfristige, wenn auch verspätete,
Rettungsaktionen geht.

Stellen Sie sich vor, Bernanke senkt nun entgegen allen
Erwartungen den US-Leitzins auf 4,25 oder sogar auf 4%. Was
gebe das für eine Rallye, die vom Finanzsektor auf alle
Branchen übergreifen würde. Eine solche Rallye möchte ich nicht
verpassen.

Zumal die Bewertungsniveaus vieler Unternehmen derzeit extrem
günstig sind. Sie erhalten reihenweise Wachstumsunternehmen aus
dem Technologie- und Rohstoffbereich für KGVs unter 20. Das
Wachstum findet in Europa und in Asien statt und ist von den
Finanzproblemen der USA relativ unbeeindruckt.

Nicht einmal der Ölpreis knapp unter 100 USD/Fass hat irgendein
Unternehmen dazu veranlasst, nach alternativen Energiequellen
zu suchen. Klar, die Solaraktien schießen in diesen Tagen in
den Himmel. Aber meine Analysen haben ergeben, dass auch bei
einem Ölpreis von 100 USD Solarunternehmen noch immer am Tropf
der staatlichen Förderprogramme hängen. Und Sie sehen es: Kaum
ein Industrieunternehmen setzt langfristig auf Solarenergie.
Sie alle sind mit dem Ölpreis um 100 USD einverstanden.

Und das Öl ist deswegen unter anderem auch so hoch gestiegen,
weil der US-Dollar so schwach ist. Dieser jedoch sollte in den
nächsten Wochen einen Boden bilden, denn inzwischen sind die
US-Unternehmen zu Schnäppchenpreisen zu haben. Der Markt der
Übernahmen wird meiner Erwartung nach in den kommenden Wochen
angeheizt werden, denn europäische Unternehmen werden sehen,
wie günstig amerikanische Unternehmen dank des Wechselkurses zu
haben sind. Und dann ist erst einmal Schluss mit dem US-
Dollarverfall.

Übernahmen werden gleichzeitig die Phantasie der Aktienbörse
anregen und zu weiter steigenden Preisen führen. Insbesondere
im Rohstoff- und Technologiebereich erwarte ich daher eine
Jahresendrallye.

Und noch etwas wird die Kurse treiben: Das niedrige Zinsniveau.
Die 10-jährige US-Staatsanleihe hat eine Rendite von 4,27%. In
Deutschland stehen wir bei 4,14%. Sie wissen, dass die
Anleihenrendite der Gegenpol zum KGV der Aktien ist: Wenn Sie
100 Euro mit 4,14% verzinst bekommen, dann entspricht dies
einem KGV von 100/4,14= 24! Das durchschnittliche KGV des DAX
steht bei 14, das des S&P 500 ist bei 18. Aktien sind also
günstiger als Anleihen.

Und je weiter die Anleihenrendite fällt, desto attraktiver
werden die Aktien als Alternative.

Schauen Sie: Die amerikanischen Finanzinstitute sind
kollabiert. Weltuntergangspropheten hatten soweit Recht, dass
sie den Untergang vieler US-Hypothekenbanken vorher sahen. Doch
außer ein paar außerordentlichen Verlusten bei den großen
Brokern und ein paar geschlossenen Hedgefonds, die ohnehin nur
das Geld der Superreichen nehmen dürfen, ist nichts passiert.
Die Wirtschaft außerhalb der USA brummt noch immer.

Ich würde jetzt ein paar spekulative Käufe tätigen. Sie müssen
sich des großen Risikos bewusst sein, dass Ben Bernanke seine
negative Haltung zum Finanzsektor noch einige Zeit beibehalten
wird und dass Liquidierungen von Finanzderivaten weiterhin
Druck auf den Markt ausüben werden. Doch in dem Augenblick, wo
Bernanke einlenkt, wird es eine Rallye geben. Und wie bereits
oben erwähnt, da möchte ich dabei sein. Und das möglichst mit
Aktien, die in der Wartezeit wenig einknicken. Also
Rohstoffaktien und nunmehr, nach dem Ausverkauf im
Technologiesektor auch wieder Techaktien.

Achten Sie daher unten in Kapitel 06 auf meine Empfehlungen zu
den beobachteten Werten.

CHINA

Ach so, und China: Die Kurse an der Shanghai Börse haben sich
in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt und nochmals
verdoppelt. Der Zeitraum, den eine Kursverdopplung in Anspruch
nimmt, wird immer kürzer. 2006 stieg der Index von 1.000 auf
2.500 Punkte, 2007 folgte dann der Run auf 6.100 Punkte. Die
aktuelle Korrektur auf 5.300 Punkte ist zwar heftig, aber vor
dem Hintergrund der vorhergehenden Kursrallye nur ein Tropfen
auf dem heißen Stein. Ich kann mir eine wesentlich heftigere
Korrektur in China vorstellen.

Doch deren Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte
dürften gering bleiben, denn China ist noch immer ein
weitgehend geschlossenes Land, was die Kapitalmärkte angeht.
Eine Öffnung erfolgt nur langsam und kontrolliert, ein Crash in
China würde kaum in den USA oder Europa zu spüren sein.

Lediglich die psychologische Wirkung könnte etwas ausmachen,
doch auch diese wurde nach den Crashs in diesem Sommer und im
Frühjahr, sowie dem im Frühjahr 2006 ausreichend analysiert.
Inzwischen wissen die meisten Anleger, dass ein Ausverkauf in
China nicht schlimm ist für die Aktien in New York oder
Frankfurt.


TURBULENZEN AM ENERGIEMARKT GUT FÜR URANPREIS

Ich habe versucht, mit Aktien von Cameco, dem weltweit größten
Uranproduzent, Geld zu verdienen. Und ich versuche jetzt, mit
Uranium One Geld zu verdienen. Bei Cameco ist damals in der
Cigar-Mine Wasser eingebrochen, was die Inbetriebnahme der Mine
in die Zukunft verschob. Der Uranpreis schoss in die Höhe, die
Cameco-Aktie fiel.

Bei Uranium One gab es vor zwei Wochen die Meldung, dass
Schwefelsäure, die zur Gewinnung des Urans benötigt wird, nicht
verfügbar ist. Der Uranpreis steigt wieder, die Aktien von
Uranium One fallen.

Diese Geschehnisse zeigen mir, dass Investitionen in Uranminen
in einem frühen Stadium sehr gefährlich sind. Von der
Entdeckung neuer Uranvorkommen bis zur Förderung vergehen viele
Jahre, es treten immer wieder unvorhersehbare Ereignisse auf.
Erinnert mich irgendwie in seiner Komplexität an den
Flugzeugbau.

Wie schon beim Gold und Silber werde ich Ihnen daher heute ein
Zertifikat vorstellen, das die Entwicklung des Uranpreises
abbildet. Ein Leser des Heibel-Ticker hat mich auf diesen
Schein aufmerksam gemacht und je mehr ich ihn mir anschaue,
desto besser gefällt er mir.

Es handelt sich um das Kanadische Papier Uranium Partizipation
Corp mit der WKN A0EQYX (es handelt sich um eine Null, nicht um
den Buchstaben O). Dieses Unternehmen tut nichts anderes, als
Uran zu kaufen und zu lagern. Je nach Nachfrage werden neue
Papiere ausgegeben, die Einnahmen werden umgehend wieder in
Uran angelegt.

Es fällt eine Managementgebühr von jährlich rund 2,5% an, die
Sie allerdings nicht sehen. Diese Gebühr wirkt sich lediglich
auf den Kursverlauf des Papiers aus. Der Kurs dieser Aktien
wird also im Laufe der Zeit leicht unter dem Uranpreis
notieren.

China und Indien bauen Atomkraftwerke, da sie nicht davon
ausgehen, ausreichend Strom mit Kohle- und Wasserkraftwerken
herzustellen, um das boomende Wirtschaftswachstum nicht zu
bremsen. Also befinden sich derzeit Atomkraftwerke in Planung
bzw. bereits im Bau.

In den vergangenen Jahren waren Atomkraftwerke Teufelszeug, sie
werden in Deutschland sogar vom Netz genommen. Die Nachfrage
nach Uran war bereits in den 80er und 90er Jahren größer als
die Produktion, die Lücke wurde jedoch nach dem Fall der Mauer
durch die Abrüstung aus aufbereitetem Uran aus Waffen gedeckt.
Dieser Sondereffekt läuft nun aus, und gleichzeitig steigt die
Nachfrage nach Uran aufgrund neuer Kraftwerke an. Der Uranpreis
steigt demzufolge kräftig an. Stand der Uranpreis im Jahr 2003
noch bei 10 USD, so ist er zwischenzeitlich bereits auf 130 USD
empor geschnellt. In diesem Sommer erfolgte eine Konsolidierung
auf 75 USD und nun steigt das Uran gemeinsam mit dem Öl wieder
an. Preis aktuell: 95 USD.

Die Aktien von Uranium Partizipation haben diese Rallye seit
Anfang 2006, seit ihrer Markteinführung, mitgemacht. Aktuell
stehen sie bei 9,10 Euro.

Der Goldpreis, den wir schon auf verschiedene Weise in unserer
Beobachtungsliste enthalten haben, ist eine sehr solide,
langfristige Geschichte, die auf der Angst der Bevölkerung vor
Inflation fußt.

Dieses Uran-Zertifikat ist eine Spekulation auf ein anhaltendes
Bevölkerungswachstum, auf einen wachsenden Energiehunger in den
Schwellenländern und auf die Erkenntnis, dass Energie ihren
Preis hat – auch umwelttechnisch. Denn in der Energiebilanz
schneidet Uran um ein vielfaches besser ab, als Öl. Demzufolge
könnte der Uranpreis noch um ein vielfaches seines heutigen
Preises ansteigen, bevor Atomkraftwerke finanziell unattraktiv
werden.

Also: Eine erste Position würde ich zu Preisen unter 9,20 Euro
eröffnen. Im Falle eines Ausverkaufs würde ich zu Preisen um 8
Euro nachkaufen. Das Zertifikat lege ich ins Deutsche
Langfristdepot.

URANIUM ONE PARTIZIPATION
WKN A0EQYX
Kurs aktuell: 9,10 Euro
Kaufen unter 9,20 Euro
Nachkaufen um 8 Euro
Deutsches Langfristdepot

==============================================================
04. DEPOT-CHECK: WIE GUT IST IHRE RISIKOSTREUUNG?
SCHÖLLER-BLECKMANN, OMV, CEZ, KONTRON, PULSION
==============================================================

Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

==========

FRAGE:

Sehr geehrter Herr Heibel,

als besonders interessierter Leser Ihres Plus-Börsenbriefes
bitte ich Sie um Ihre geschätzte Meinung bzgl. meines Depots.

Es besteht aus folgenden Aktien:

Schöller-Bleckmann
OMV
CEZ
Kontron
Pulsion

Vielen Dank, mit besten Grüssen, Dieter aus Graz


ANTWORT:

Vielen Dank für Ihr Schreiben. Gerne werfe ich einen Blick auf
Ihr Portfolio:

SCHÖLLER-BLECKMANN (dt. WKN 907391)

Es gibt genug Öl, es ist nur immer schwerer zu fördern. Die
Technologien zur Ölförderung werden immer diffiziler, die
Unternehmen werden immer spezialisierter und die guten werden
immer teurer.

Das österreichische Ölbohrunternehmen Schöller-Bleckmann gehört
zu den guten Unternehmen. Es hat sich auf die Herstellung von
Hochpräzisionsteilen für die Richtbohrtechnologie spezialisiert
und ist aufgrund der eifrigen Suche der Ölkonzerne nach neuen
Ölvorkommen voll ausgelastet.

Seit meiner Empfehlung Mitte Juni diesen Jahres ist der Kurs
von 43 auf 70 Euro angesprungen. Doch, obwohl das KGV damals
bei 19 stand, ist es nach der Kursrallye noch immer bei
günstigen 22. Nicht nur der Kurs ist angesprungen, sondern auch
die Gewinne - und damit bleibt das Bewertungsniveau trotz des
Kursanstieges um 63% noch immer günstig.

Denn die Wachstumsrate des Unternehmens beträgt 16%, aber dabei
werden überwiegend höhere Preise für die bestehenden
Technologie eingenommen. Die Kosten bleiben also gleich und
führen somit zu einem überproportionalen Gewinnwachstum von
weit über 20%. Damit ist ein KGV über 30 in meinen Augen
gerechtfertigt, maximal würde ich sogar bis zu einem KGV von 40
gehen.

Und Angst vor einem fallenden Ölpreis hätte ich nicht, denn im
laufenden Quartal schreibt das Öl Rekorde und diese Rekorde
kommen erst verspätet in den Bilanzen der Ölkonzerne an. Diese
werden in den kommenden Monaten viel Bares für neue
Ölbohrprojekte haben, selbst wenn der Ölpreis konsolidieren
sollte.


OMV (dt. WKN 874341)

Der größte österreichische Energiekonzern agiert im Öl- und
Gasmarkt. Im vergangenen Jahr verhagelten Probleme der
Rumänischen Tochter das gute Gesamtergebnis, in diesem Jahr
sieht die Bilanz langsam wieder besser aus. Doch als Ölhändler
profitiert OMV nicht automatisch von höheren Ölpreisen,
vielmehr gehen die Margen dabei in den Keller.

Daher wird für das Quartalsergebnis am 15.11. ein Rückgang des
Gewinns um 1% erwartet. Der Umsatz wächst kaum an und die
Margen werden immer dünner. Kein Wunder, dass das KGV von OMV
bereits nur noch bei 10 steht. Doch in Osteuropa hat OMV einen
guten Stand und das Unternehmen sollte von dem nachhaltigen
Aufschwung der Region profitieren. Daher sehe ich das niedrige
Bewertungsniveau als Einstiegschance an. Allerdings würde ich
nicht gleich alles auf eine Karte setzen, sondern weitere
Weltuntergangspropheten, die in den nächsten Wochen
Hochkonjunktur haben werden, abwarten.


CEZ

Zwei Drittel des Tschechischen Strommarktes werden von diesem
Unternehmen bedient, jeweils ein Drittel in Bulgarien und
Ungarn. In den anderen ehemaligen Ostblockstaaten ist CEZ
aggressiv am Wachsen.

Mit einem Umsatzwachstum von 12% ist das Bewertungsniveau
bereits hoch: Das KGV von 23 lässt nun nicht mehr viel
Kursphantasie zu. Die Dividendenrendite von 1,8% ist in
Ordnung, ist aber auch kein besonderer Kaufgrund. Die Expansion
in den neuen Ostblockstaaten wurde durch Kredite finanziert,
die Schulden sind im laufenden Jahr von 17 auf 57 Mrd. Euro
angewachsen.

Vor einem Jahr hatte ich auch diese Aktie im Rahmen einer
Leserfrage empfohlen, seither ist der Kurs von 30 auf 51 Euro
angestiegen. Ich habe den Eindruck, dass auf diesem Kursniveau
die Risiken größer sind, als die Chancen. Kaufen würde ich die
Aktie derzeit nur zu Kursen unter 43 Euro, auf Sicht von 12
Monaten sind Kurse von maximal 55 Euro drin.


KONTRON

Bei einer Umsatzwachstumsrate von 13% p.a. ist das KGV von 25
in Ordnung. Ich würde bei dem weltgrößten Anbieter von Computer
Embedded Systems, also Kleinstcomputern, die in Autos,
Mobilfunkgeräte und anderes eingebaut werden, keine großen
Kurssteigerungen mehr erwarten, wenn das Unternehmen nicht
schon eine Tradition hätte, positiv zu überraschen.

60% der Produktion wird inzwischen in Malaysia gefertigt. Über
Einkaufskooperationen hat Kontron günstige Beschaffungskosten.
Die Hälfte der 2.400 Mitarbeiter sind in der Forschung und
Entwicklung und so schafft es Kontron immer wieder, mit
attraktiven, neuen Produkten weitere Marktanteile zu erobern.

Auf dem Bankkonto häufen sich die Barreserven, derzeit liegen
dort 67 Mio. Euro. Durch die Expansion in die asiatischen
Märkte bleibt für das Unternehmen eine Wachstumsphantasie
bestehen. Die Auftragsbücher sind voll, die Preise steigen und
so wächst der Gewinn überproportional mit über 30% an.

Ich denke, dieser Autozulieferer wird auch weiterhin mit
positiven Überraschungen aufwarten.


PULSION MEDICAL SYSTEMS

Pulsion hat eine Marktkapitalisierung von nur 53 Mio. Euro. Wie
Sie wissen behandele ich nur Unternehmen mit einer
Marktkapitalisierung von mindestens 100 Mio. Euro, damit ich
nicht mit meiner Meinung den Kurs beeinflusse. Daher nur ein
paar kurze Worte zu Pulsion:

Das Unternehmen bietet ein Herzmonitoringsystem namens Picco
an. Mit der zweiten Generation, Picco 2, wollen die Münchener
nun in die USA expandieren. Bei der Umstellung auf die Geräte
der neuen Generation sind die Umsätze vorübergehend
eingebrochen, der Aktienkurs ebenfalls. Von 7,48 Euro in diesem
Frühjahr ist der Kurs inzwischen auf 5,50 Euro gerutscht.

Die Bilanz sieht sauber aus: Ein Umsatzwachstum von 20%, eine
hohe Eigenkapitalquote von 63% und Barreserven von 3,7 Mio.
Euro geben ein solides Bild ab. Aufgrund der Größe, bzw.
"Kleine", des Unternehmens kann diese Aktie nur eine kleine,
spekulative Position in einem Portfolio darstellen. Zu groß
sind die Unsicherheitsfaktoren bei einem solchen Unternehmen,
die von Einzelpersonen im Management abhängen.

Das Management übrigens glaubt an die Zukunft des Unternehmens,
sie haben sich in den vergangenen Monaten kräftig mit Aktien
eingedeckt.


FAZIT

Sie sind ein wenig übergewichtig im Bereich Energie und Öl.
Schöller-Bleckmann ist ein Explorer und OMV sowie CEZ handeln
mit Öl bzw. Strom. Ich bin ein Fan von Öl- und Energieaktien,
aber maximal zwei aus der Branche haben in einem fünf-
Positionen Portfolio Platz. Meine Präferenz für den
Spezialexplorer Schöller-Bleckmann haben ich oben deutlich
gemacht, ich würde OMV oder CEZ verkaufen.

Kontron hängt überwiegend an der Automobilindustrie und Pulsion
ist als Medizintechnikunternehmen in einer gänzlich anderen
Branche tätig. Dass die Automobilindustrie immer weniger
abhängig von den Energiepreisen ist, haben wir in den
vergangenen Wochen gemerkt: Trotz eines Ölpreises bei fast 100
USD wird weiter Auto gefahren.

Ihre regionale Aufteilung ist sehr eng auf Österreich
(Schöller-Bleckmann, OMV), Tschechien (CEZ) und Deutschland
(Kontron, Pulsion) beschränkt. Über die Expansionspläne von OMV
und CEZ sind Sie noch an Osteuropa beteiligt und über die
Expansionspläne von Kontron und Pulsion haben Sie auch ein Auge
auf Asien bzw. die USA geworfen. Doch das sind erst einmal
Pläne, keine Fakten. Für meinen Geschmack könnten Sie sich eine
Aktie aus den USA und eine aus dem asiatischen Raum in Ihr
Portfolio holen.

Alle Ihre Aktien sind von Wachstumsunternehmen. Ehrgeizige
Expansionspläne werden teils mit Krediten finanziert,
gesicherte hohe Dividenden sind bei Ihren fünf Unternehmen
nicht vorhanden. Vielleicht wäre ein dividendenstarkes
Unternehmen noch eine sinnvolle Ergänzung. Was halten Sie vom
US-Ölkonzern Chevron mit einem KGV von nur 11, einer
Dividendenrendite von 2,5% und Wachstumsraten von 9% p.a.?

===============================================================
05. LESERFRAGE: INFLATION, GOLD, SILBER, ÖL
===============================================================

Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage
veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen
Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens
100 Mio. Euro bzw. USD.

=================

FRAGE:

Hallo Herr Heibel,

vielleicht könnten Sie (jetzt am Freitag oder später?) in Ihrem
Heibel-Ticker Ihre Meinung zu langfristigen Entwicklungen von
Gold- und Silber-Preisen schreiben?

FED hat die Zinsen gesenkt - Inflation wird steigen, kommt eine
Hyperinflation wie in 1929 auf uns zu?

Wird sich Silberpreis besser als Goldpreis entwickeln?

Wenn die Zinsen auch in der Zukunft gesenkt werden, müssten die
Börsen steigen, oder....?

Ihre Einschätzung zu langfristigen Ölpreisen wäre mit
Sicherheit auch seeehr interessant :-)

Viele Grüße, ein "alter" Leser AS


ANTWORT:

Hier in aller Kürze meine Einschätzung:

Gold wird in Richtung 2.000 USD steigen, Silber wird prozentual
gesehen noch heftiger ansteigen, da ein echter Bedarf dahinter
steckt. Zeitrahmen für diese Entwicklung: Bis Ende 2010.

Anschließend werden vielleicht andere Rohstoffe die
Rohstoffhausse prägen.

Hyperinflation hatten wir in Deutschland 1923, weil wir zuviel
Geld gedruckt haben. 1929 drohte ebenfalls eine Inflation, die
Notenbanken weltweit haben dann jedoch die Leitzinsen
angehoben, so dass die Liquidität abebbte, es folgte eine
Rezession und Depression. Die Preise purzelten.

Ein solches Szenario fürchte ich heute nicht, die Notenbanken
sollten gelernt haben. Bernanke hebt den Leitzins nicht an,
obwohl er den Inflationsdruck an den Rohstoffmärkten sieht. Er
senkt und liefert somit die notwendige Liquidität, um eine
Rezession zu verhindern.

Folgt also eine Hyperinflation? Nein, ich glaube nicht. Aber
handfeste Argumente habe ich leider nicht. Ich fürchte, dass
wir eine kräftige Inflation bekommen, daher die steigenden
Rohstoffpreise, aber ich glaube nicht nochmals an eine
Hyperinflation.

Wenn die Zinsen gesenkt werden, dann steigen die Börsen so
lange, wie sie diese Senkung als wirtschaftsstimulierend sehen.
Wenn schließlich die Ohnmacht der Notenbank, die Unmöglichkeit
der Abwendung einer Rezession zu sehen sein sollte, dann würden
die Börsen fallen. Dies würde meiner Erwartung nach von den
BRICs ausgelöst werden.

Der Ölpreis steigt nun nicht mehr weit über 100 USD und
konsolidiert erst einmal in Richtung 80 USD. Anschließend
könnte es nochmals einen kräftigen Aufwärtsschub geben - dieser
würde dann über 150 USD führen. Aber das sollten wir
beurteilen, wenn der Ölpreis bei 80 USD steht.

==============================================================
06. BEOBACHTETE WERTE
==============================================================

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst. Selten sind diese
Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie
einmal die Woche dort hinein schauen.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am
oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titel aktuelle
Anmerkungen erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie
angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den
spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen
Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine
Risikostreuung berücksichtigen.

Weiter habe ich in Empfehlungen unterschieden zwischen denen,
die vorwiegend über die deutschen Börsen zu haben sind, und
jenen, die Sie in Ihr US-Depot kaufen sollten.

Insgesamt gibt es nun also vier Kategorien: Deutsches Depot
lang- und kurzfristig sowie US-Depot lang- und kurzfristig.

Unter „Änd" steht die Gesamtveränderung seit Empfehlung. Unter
„Woche" steht die Änderung zur Vorwoche. Unter „Empf." steht
die Empfehlung, ob diese Position zu
H - Halten,
K - Kaufen,
V – Verkaufen,
TV - Teilverkaufen ist oder mit einem
SL - Stopp Loss oder
VL - Verkaufslimit versehen werden sollte.

Firma Kürzel Kauf am 8.11. Änd.Woche Empf.

DEUTSCHES DEPOT
LANGFRISTIG
NYSE Euronext A0MLCE 16/7/07 60.50 € 6% -7% H
Apple Comp. 865985 21/1/06 129.07 € 147% 0% H
Total S.A. 850727 31/8/07 57.33 € 4% 3% H
DB Japan ETF DBX1MJ 27/2/07 33.40 € -18% -4% H
Goldbarren 100 gr. 13/10/06 1,802.00 € 17% 3% H
Goldmünze 20 Mk Wil 13/10/06 125.00 € 4% 3% H

SPEKULATIV
Nabors Ind. 662778 21/1/06 19.88 € -30% 9% VL
Gold Zert. ABN 859341 2/6/06 57.15 € 19% 5% H
Berentzen AG 520163 28/7/06 4.55 € -30% -1% H
Matsushita 853666 27/2/07 13.82 € -6% 5% H
Yamana 357818 2/7/07 10.52 € 31% 3% H
Norddt. Affiner676650 24/8/07 27.75 € -8% -3% K
Uranium One A0MU9G 21/9/07 7.23 € -12% -9% NK
Google Call OS SBL91A 21/9/07 2.57 € 84% 9% H

US-DEPOT
LANGFRISTIG
Google GOOG 20/10/06 $693.84 62% -1% H
Sears Holding SHLD 13/10/06 $124.24 -20% -6% NK
Bunge BG 31/10/07 $110.06 -3% 7% K
Japan ETF EWJ 27/2/07 $13.58 -9% -4% H
Gold&Silberfond CEF 13/10/06 $10.95 35% 6% H

SPEKULATIV
Gold ETF GLD 13/10/06 $82.23 41% 6% H
Silber ETF SLV 13/10/06 $153.29 34% 9% H
DRD Gold DROOY 3/11/06 $9.07 -30% 6% H
Transocean RIG 19/1/07 $126.51 69% 4% H
Annaly Cptl. Mg NLY 23/3/07 $17.72 19% 4% H
Lundin Mining LMC 12/5/07 $11.98 -2% -6% K
Monster MNST 8/6/07 $37.66 -12% -3% H
Royal Gold RGLD 22/10/07 $30.76 3% -7% K
Freeport McMoRa FCX 21/9/07 $111.60 K unter $100


Quellen: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen
von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.


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08. AN-/ABMELDUNG
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