Heibel-Ticker PLUS 13/8 - Goldpreisentwicklung der kommenden zwei Jahre

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H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

8. Jahrgang - Ausgabe 08 (22.02.2013)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Spannungsgeladener Handel
02.So tickt die Börse: Wechselbad der Gefühle
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Zwischen Kaufzwang und Crashangst
 - Top Analystenziele
04.Ausblick: Goldpreisentwicklung der kommenden Jahre
 - Marktkommentar
05.Depotcheck: Apple, ProSiebenSat.1 Media, Sky Deutschland, Verbio, Whole Foods Market
 - Apple, ProSiebenSat.1 Media, Sky Deutschland, Verbio, Whole Foods Market: Mediaaktien und Agrarmärkte
 - Apple:
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 - ProSiebenSat.1 Media
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 - Sky Deutschland
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 - Verbio
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 - Whole Foods Market
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 - Korrelationsmatrix
06.Update beobachteter Werte: Verbio Vereinigte BioEnergie, Boeing, Sto AG
 - Verbio Vereinigte BioEnergie: Strafzölle für Bioethanol aus den USA verhängt
 - Boeing: Problemlösung für brennende Akkus in Sicht
 - Sto AG: Teilverkauf über 119 Euro, später wieder einsteigen
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Spannungsgeladener Handel

Liebe Börsenfreunde,

nach zwei recht langweiligen Wochen hat sich diese Woche ein Wechselbad der Gefühle entladen. Spannungen haben sich aufgebaut und werden auch in den kommenden Tagen für heftige Kursbewegungen sorgen. Die Einzelheiten dazu lesen Sie in Kapitel 02.

Wie stark die Spannungen sind, lässt sich am besten an den Sentimentindikatoren ablesen, wie ich in Kapitel 03 zeigen werde.

Der Goldpreiseinbruch dieser Woche scheidet die Geister. Ist die Goldhausse zu Ende oder sollten Sie nun nachkaufen? Ich habe die Situation auf dem Goldmarkt ausführlich unter die Lupe genommen und eine Handlungsanleitung für die nächsten ca. zwei Jahre erarbeitet. Alles Weitere dazu in Kapitel 04.

Der heutige Depotcheck befasst sich mit interessanten Titeln wie Sky Deutschland und ProSiebenSat.1 Media und auch Whole Foods und Verbio. Und natürlich befindet sich mal wieder Apple im Portfolio eines Kunden. Wie ich für dieses Portfolio die Diversifikation verbessern würde, lesen Sie in Kapitel 05.

Wie immer gibt es eine Reihe von Updates und Portfoliotransaktionen, ich habe sie ins Kapitel 06 kopiert.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/htp130222.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Wechselbad der Gefühle

7% hat der Dow Jones allein im Januar zugelegt. Normalerweise bezeichnet man ein Jahr, in dem der Index um 7% zulegen konnte, als ein gutes Jahr. Diesmal hat er es in nur einem Monat geschafft. Nach einem so fulminanten Start, liegt die Messlatte nun extrem hoch für die kommenden Meldungen.

Und so werden positive Meldungen inzwischen gerade mal als Bestätigung des bereits erfolgten Kursanstiegs interpretiert. Negative Meldungen hingegen sorgen umgehend für einen Ausverkauf. Schauen wir uns mal die Ereignisse dieser Woche im Einzelnen an.

Unternehmensmeldungen waren überwiegend positiv. Insbesondere hier in Deutschland warteten viele Unternehmen mit guten Zahlen und optimistischem Ausblick auf. Diese Woche meldeten sich Bertrandt, Dürr, die Allianz und Fuchs Petrolub mit guten Quartalszahlen zu Wort. Die Deutsche Bank äußerte sich (zu) positiv über Air Berlin. Auf der anderen Seite brachte die Comdirect durchwachsene Zahlen, Pfeiffer Vacuum bricht der Umsatz in Asien ein und Lufthansa streicht die Dividende.

Hüben und drüben regen Mega-Deals die Phantasie der Anleger an. Warren Buffet kauft Heinz Ketchup. Dell wird von Gründer und CEO, gemeinsam mit einem Venture Capitalist, privatisiert und Vodafone hat Interesse an KabelDeutschland. Wenn Warren Buffet, Michael Dell und Vittorio Colao (CEO von Vodafone) die heutigen Preise als günstig ansehen, warum sollten dann wir Anleger verkaufen?

Vielleicht, weil die Rohstoffpreise einbrechen? Brechen die Rohstoffpreise ein, weil die US-Notenbank Fed in ihrem gestern veröffentlichten Protokoll von möglichen Anpassungen des QE3 sprach (QE3 - Quantitative Easing, die dritte Liquiditätsspritze seit der Finanzmarktkrise)? Was ist Henne? Was ist Ei?

Die Fed hat eindeutig definiert, ein Inflationsziel von 2,5% und eine Arbeitslosenquote von 6,5% für erstrebenswert zu halten, und sie werde bis zum Erreichen dieser Ziele den Leitzins niedrig lassen. Zusätzlich zum niedrigen Zinsniveau läuft die Liquiditätsschwemme (QE3), die Fed kauft jeden Monat Immobilienkredite auf, sodass die Bankbilanzen entlastet werden. Dieses Programm kann jederzeit reduziert oder aufgestockt werden, auch wenn die Ziele noch nicht erreicht sind.

Im gestern veröffentlichten Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung steht ein Kommentar, dass einige Mitglieder bei der nächsten Sitzung gerne über mögliche Anpassungen in diesem Programm sprechen möchten. Dieser Kommentar wird nach den 7% Kursgewinn im Januar nun erst einmal negativ interpretiert: Die Liquiditätsschwemme könnte abebben, die Börsen würden austrocknen und die Kurse fallen.

Nicht bedacht wird bei dieser Interpretation, dass QE3 nur dann reduziert würde, wenn die Konjunkturverfassung dies zulässt. Es wäre also ein Zeichen, dass QE3 nicht mehr so stark benötigt wird wie zuvor. Die Wirtschaft ist gesundet!

Es ist schon extrem, wie Fed-gläubig die US-Investoren sind. Unternehmensmeldungen oder Konjunkturdaten werden kaum mehr zur Kenntnis genommen, die Möglichkeit einer Konjunkturbelebung durch gut wirtschaftende Unternehmen wird völlig verdrängt. Einzig der Fed wird die Fähigkeit zugesprochen, einen Konjunkturaufschwung herbeizuführen.

Warum aber sind die Rohstoffpreise eingebrochen? Gold -3,3%, Öl -3,2% und Kupfer gar -4,6%! Nun, aus China bekommen wir inzwischen gemischte Daten. Der Immobiliensektor in China war Anlass für die restriktivere Geldpolitik Chinas vor zwei Jahren, das Wirtschaftswachstum wurde in Folge dessen von 12% p.a. auf 7% p.a. gedrosselt. Nun zeigt sich dennoch ein recht robuster Immobilienmarkt, und in den vergangenen Tagen kamen Befürchtungen auf, China müsse erneut restriktive Maßnahmen für den Immobilienmarkt umsetzen. Der chinesische Aktienindex hat seinen größten Kursverlust seit zwei Jahren erlitten.

China, das eigentlich die Weltkonjunktur aus dem Sumpf ziehen soll, hat also selber Probleme. Gleichzeitig waren auch die Konjunkturdaten aus Deutschland nicht so gut wie erhofft. Niemand erwartet derzeit gute Zahlen aus den Club-Med Ländern, aber Deutschland ist die Lokomotive Europas und darf sich keine Schwäche erlauben. So war der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2012 um 0,6% zwar befürchtet worden, aber letztlich die Gewissheit, dass auch Deutschland in eine Rezession schliddert.

Mitten in diese spannungsgeladene Atmosphäre kommt nun ein US-Investor und schreibt einen offenen Brief an die Franzosen: "Ihr seid faul", ist der pauschale Vorwurf des Investors, der kurz zuvor abgelehnt hatte, eine Goodyear-Produktion zu kaufen. Die Franzosen arbeiten seiner Behauptung zufolge nur drei Stunden am Tag, den Rest trinken sie Kaffee und plauschen mit Kollegen.

Der Vorwurf stimmt so natürlich nicht, aber ein wenig Wahres mag da schon dran sein. Und dieser Vorwurf schmerzt in einer Zeit, in der Deutschland seinen EU-Partnern vorwirft, doch endlich die Hausaufgaben zu machen. Vielleicht hat der US-Investor bei Thilo Sarrazin abgeschrieben :-) Es bleibt jedoch für internationale Anleger der fade Nachgeschmack, dass Investitionen in Frankreich nicht so ertragsstark sein könnten, wie in Ländern mit besserer Arbeitsmoral.

Frankreich unter Beschuss, schauen wir mal nach Italien. Dort wird an diesem Wochenende gewählt, und der 75-jährige el Cavaliere steht wieder mal zur Wahl. Er muss nicht einmal gewinnen, allein seine Präsenz sorgt für Unruhe und für die Angst, dass er ein paar für die Fortsetzung des Reformkurses notwendige Stimmen klauen könnte. Gerät der Reformkurs des Mario Monti in Italien ins Stocken, so befinden wir uns ganz schnell wieder in der Euro-Schuldenkrise.

Danach sieht es derzeit nicht aus, doch als vorsichtiger Anleger wartet man lieber bis nach diesem Wochenende, bevor man in Europa investiert, um Gewissheit zu haben.

Und dann ist da noch Japan, die sich verhalten wie in der Endphase eines Währungskrieges. Klar, auf dem G20-Treffen hat man sich gegenseitig zugesichert, keine Währungsabwertungen vorzunehmen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen unfair zu verbessern. Nein, aus diesem Grund macht man das also nicht. Man macht das einfach nur aus dem Grund, um die eigene Wirtschaft anzukurbeln, um aus der Deflationsspirale herauszukommen und flutet daher die Märkte mit Liquidität. Abwertungen der Währungen werden in dieser Interpretation dann als Kollateralschäden hingenommen. Das Kind hat nun also einen anderen Namen.

Schauen wir also einmal, wie sich die wichtigsten Indizes in dieser sich langsam zuspitzenden Situation verhalten haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES21.2.13Woche Δ
Dow Jones13.881 -0,7%
DAX7.584 -0,6%
Nikkei11.386 1,9%
Euro/US-Dollar1,32-1,2%
Euro/Yen123,20-0,4%
10-Jahres-US-Anleihe1,98%-0,02
Umlaufrendite Dt1,34%-0,01
Feinunze Gold$1.580 -3,3%
Fass Brent Öl$114,17 -3,2%
Kupfer7.872 -4,6%
Baltic Dry Shipping737 -1,5%



DAX und Dow Jones kommen mit einem moderaten Minus über die Runden, während der japanische Nikkei, dank der Liquiditätsschwemme, kräftig ansteigen kann. Scheint als hätte Japan im Währungskrieg die Nase vorn. Immerhin ist der Yen erstmals nicht stärker abgewertet, als der Nikkei angestiegen ist.

Die Anleihen gewinnen in dieser Situation wieder etwas an Wert, die Rendite sinkt. Auch hier zeigt sich, dass die gemischten Konjunkturdaten aus China und Deutschland Anleger wieder zu mehr Vorsicht mahnen. Gewinne aus dem Aktienmarkt wurden realisiert und das Geld im Anleihemarkt geparkt.

Erschreckend ist tatsächlich der starke Einbruch von Gold, Öl und Kupfer. Öl und Kupfer zeigen den nachlassenden Konjunkturoptimismus korrekt an. Der Goldpreiseinbruch hingegen, passt nicht zur aktuellen Stimmung. Ich werde im Kapitel 04 näher auf den Goldpreis eingehen.




03. Sentiment: Zwischen Kaufzwang und Crashangst

Auch bei der Entwicklung der Stimmungsindikatoren ist die Zunahme der Spannung bei den Anlegern zu spüren. Die steigenden Kurse beim DAX zum Wochenbeginn - China war die gesamte Vorwoche geschlossen, die USA hatten am Montag einen Feiertag - versetzten viele institutionelle Anleger in einen Handlungszwang. Wenn nunmehr die Korrektur des fulminanten Jahresauftaktes beendet würde, dann muss man die Investitionsquote hochfahren. Sie liefen den Kursen hinterher. Gleichzeitig herrscht noch die Erwartung im Markt vor, dass noch eine heftigere Korrektur aussteht.

Und so ging es denn Montag langsam gen Norden, beschleunigte sich am Dienstag, und der DAX erreichte am Mittwoch das Wochenhoch. Dann wurde das Fed-Protokoll veröffentlicht, und binnen weniger Minuten war der gesamte Wochengewinn ausradiert. Also doch noch eine Korrektur, war die Befürchtung.

Unsere durch animusX ermittelte Cashquote war im Januar kontinuierlich in die steigenden Kurse hinein gesunken. Im Februar wurden Gewinne mitgenommen, und erst in dieser Woche kündigte sich wieder ein Wechsel hin zu abnehmenden Cashquoten an. Die mittelfristige (strategische) Zuversicht unserer animusX-Umfrage ist nach wie vor auf einem hohen Niveau, allerdings war die kurzfristige Korrekturerwartung stark angestiegen. Auch diese Entwicklung deutet darauf hin, dass viele Anleger vom Kursanstieg des Wochenbeginns auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Sie mussten plötzlich kaufen, um die Rallye nicht zu verpassen.

Der nun erfolgte Rückschlag ist aus Sentiment-Sicht gefährlich, denn die Kaufinteressenten haben bereits ihr Pulver zum Wochenbeginn verschossen und können die fallenden Kurse nicht mehr abfangen. Und verkauft wird, wie im Kapitel 02 gezeigt, aufgrund der plötzlich aufgekommenen Sorgen um die Konjunkturentwicklung in China und Deutschland. Da könnte es noch eine ganze Reihe weiterer Anleger geben, die bei diesen ersten Schwächeanzeichen nunmehr als gebrannte Kinder der jüngsten Börsencrashs lieber noch schnell ihre Gewinne sichern, als die Korrektur auszusitzen...

... es könnte also kurzfristig noch weiter bergab gehen.

Sentimentdaten

Privatanleger
6. KW: 62% Bullen (218 Stimmen)
7. KW: 67% Bullen (202 Stimmen)
8. KW: 59% Bullen (175 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
France Telecom, Natixis S.A., Sony

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Solarworld, Metabolic Explorer, 3D Systems

59% Bullen ist nun kein überschäumender Optimismus. Von Pessimismus, der einen Ausverkauf stoppen könnte, ist jedoch auch noch nicht viel zu sehen. Die Zockeraktien der vergangenen Wochen, Solarworld und 3D Systems, werden zum Verkauf empfohlen.

In dieser ungewissen Marktsituation lassen sich Zockeraktien natürlich wesentlich schwerer nach oben peitschen, daher die vorsichtige Haltung der Teilnehmer. Zum Kauf werden defensive Werte wie die Telecom empfohlen oder aber auch eine Turnaround-Aktie wie Sony.

TOP ANALYSTENZIELE

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien

UnternehmenAnalyse v.KursKurszielUpside
Epigenomics19.20,97 €4,00 €312,37%
Adidas22.246,80 €83,00 €77,35%
Seven Principles20.24,60 €7,50 €63,04%
Balda21.24,15 €6,50 €56,63%
Kontron20.24,60 €7,00 €52,17%
K+S18.234,69 €52,00 €49,90%
Aareal Bank21.217,74 €25,00 €40,92%
Air Berlin18.22,53 €3,50 €38,34%
Dialog Semi21.214,52 €20,00 €37,74%
Dt. Telekom20.28,06 €11,00 €36,48%


Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.

Die Top-Analystenempfehlungen dieser Woche gehen durch alle Branchen. Biotech, Konsumartikel, Autozulieferer, Rohstoffunternehmen, Technologieunternehmen bis hin zur Fluggesellschaft und Telefongesellschaft. Konjunktursensible Unternehmen, Turnaround-Stories bis zu defensiven Dividendentiteln, alles ist dabei.

Ich finde diese Übersicht gesund. Analysten springen nicht auf einen fahrenden Zug auf, sondern analysieren Einzeltitel im Detail und kommen zu individuellen Einschätzungen. So kann die Spreu vom Weizen getrennt werden, überschäumende Kursträume werden vermieden, und ein moderater Kursanstieg ist in meinen Augen nachhaltig.





04. Ausblick: Goldpreisentwicklung der kommenden Jahre


Ich habe Sie seit 2001 konsequent in das Gold gejagt, nun obliegt mir die Verantwortung, sie da schonend wieder rauszuholen. Schonend, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich in der Lage sein werde, den absoluten Höchststand der Goldhausse zu erkennen.

Es gibt Stimmen, die das Goldhoch bereits hinter uns wähnen. Am 6.9.2011 wurde das bisherige Allzeithoch bei 1.920 USD/Oz erreicht, und seither verläuft der Goldpreis in einer Seitwärtsbewegung zwischen 1.530 & 1.800 USD/Oz. Am Mittwoch dieser Woche ging es wieder bis auf 1.555 USD/Oz runter und Goldbären weisen darauf hin, dass ein Unterschreiten der 1.530 USD/Oz Marke zu einer weiteren Verkaufswelle führen würde. Die Seitwärtsbewegung wäre nach unten verlassen, es würde eine Abwärtsdynamik folgen, und das Erreichen des alten Hoch stünde in weiter Ferne.

Ich halte die Entwicklung im Goldpreis für sehr technisch bedingt. Es sieht für mich so aus, als hätten Trader die Oberhand über Investoren. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass nach dem Unterschreiten des "Dead Cross" bei 1.600 USD/Oz eine charttechnische Formation, der ein Ausverkauf folgt, der Kursrutsch des Goldes auf 1.555 USD/Oz nur wenige Stunden in Anspruch nahm.

In meinen Augen müssen wir zwei unterschiedliche Entwicklungen betrachten. Zum einen Gold als Sicheren Hafen gegen Finanzmarktchaos. Und zum anderen Gold als Inflationsschutz.

Als Schutz gegen Finanzmarktchaos hat uns das Gold zwölf Jahre gute Dienste geleistet. Wie oft haben wir darüber diskutiert, ob der Euro überleben werde, ob der "Global" kommen werde, ob die D-Mark wieder eingeführt werde, ... und wie froh waren wir stets, mit Gold einen Notgroschen zu haben, dem solche Dinge nichts ausmachen.

Heute gibt es kaum noch jemanden, der an der Zukunftsfähigkeit des Euros zweifelt. Fragen Sie mal diejenigen, die Ihnen noch vor einem Jahr erklärten, der Euro werde nicht überleben. Deren Argumente klingen heute recht dünn, wenn sie überhaupt noch welche haben.

Die Rolle des Goldes als Schutz gegen Finanzmarktchaos ist also, wenn auch nicht hinfällig, so doch zumindest wesentlich weniger gefragt.

Wie sieht es aus mit der Rolle als Inflationsschutz? Sie kennen meine Erklärung dafür, warum wir in absehbarer Zeit keine Inflation haben werden. Und ich meine damit die offizielle Inflation. Über die inoffiziell gemessene Inflationsrate können wir beliebig diskutieren, es hilft uns aber nicht weiter. Die maßgebliche Inflationsrate ist seit Jahrzehnten extrem niedrig. Gold als Inflationsschutz hatte also in den vergangenen Jahren keine Bedeutung.

Die nunmehr sechs Jahre anhaltende Liquiditätsflutung der Märkte hingegen, führt zu einer hohen InflationsERWARTUNG. Die Erwartung vom ersten Tag des QE1 an, war eine steigende Inflation, mit einer Zeitverzögerung von 6-9 Monaten. Sechs Jahre danach ist noch immer keine Inflation in Sicht. Wie konnte das passieren?

Nun, meine Erklärung beruht auf der volkswirtschaftlichen Formel: Geldwert ist gleich Geldmenge multipliziert mit der Umlaufgeschwindigkeit. Eine steigende Geldmenge führt also nicht automatisch zu einer Abwertung des Geldes, zu einer Inflation, sondern nur dann, wenn die Umlaufgeschwindigkeit konstant bleibt.

Umlaufgeschwindigkeit: Wie lange bleibt ein hundert Euro-Schein in Ihrem Portemonnaie, bevor Sie ihn wieder ausgeben. Je häufiger der hundert Euro-Schein für Käufe verwendet wird, desto mehr Waren wechseln den Eigentümer, desto höher ist also die Wirtschaftsleistung des Landes.

Seit der Finanzkrise 2007 / 2008 ist jedoch die Umlaufgeschwindigkeit stark zurückgegangen. Das beginnt schon mit dem Geld, das die EZB druckt und den Banken zur Verfügung stellt. Die Banken geben keine Kredite aus, sie nehmen das Geld und stecken es in ihr Eigenkapital zur Aufbesserung der Bilanz. "Deleveraging" heißt es auf Englisch, den Hebel zurückfahren, mit dem Eigenkapital für die Kreditvergabe verwendet wird. Mit anderen Worten: Das Geld kommt gar nicht in der Wirtschaft an.

Die Milliarden, die von der EZB ins System gepumpt werden, selbiges gilt in den USA, landen in den Bilanzen der Banken. Und was die Wirtschaft erreicht, wird von Unternehmen aufgesogen und ebenfalls als Barreserve für schlechte Zeiten in der Bilanz versteckt. Schauen Sie sich mal die Barreserven in den Bilanzen der Unternehmen an, nie zuvor waren sie so hoch.

Die weltweite Liquiditätsflutung hat bislang also noch nicht zu einer Inflation geführt, und es ist alles andere als bewiesen, dass dies noch folgen muss. Denn genauso wie die EZB das Geld ins System pumpt, kann sie es auch wieder abziehen. Sollte die EZB feststellen, dass die Umlaufgeschwindigkeit wieder zunimmt, dann wird sie (hoffentlich) das Geld wieder einziehen.

Hoffentlich! Und genau hier scheiden sich die Geister. Die einen sagen, das habe die EZB oder andere Notenbanken noch nie geschafft. Die anderen sagen, dass die EZB über entsprechende Instrumente verfügt und diesmal sei alles anders.

Soll ich mich auf die eine oder andere Seite schlagen? Das bringt uns nicht weiter. Ich bin zwar nicht als Skeptiker bekannt, aber hier habe ich große Zweifel. Doch Stand heute ist: Es gibt noch kein Inflationsproblem. Und daher kann ich den Ausverkauf des Goldes nachvollziehen. Wir haben ja rechtzeitig einen Teil unserer Goldposition verkauft.

Wird das Gold nun nach unten durchbrechen und wieder in die Bedeutungslosigkeit verschwinden, wie es nach 1980 für zwanzig Jahre der Fall war?

Nein, noch nicht, denn die Inflationsgefahr ist noch nicht gebannt. Es muss sich tatsächlich erst noch zeigen, ob es der EZB gelingen wird, die liquiditätsüberschwemmten Märkte rechtzeitig trocken zu legen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.

Solange diese Gefahr droht, würde ich weiterhin mit einem Goldpreis zwischen 1.500 & 1.800 USD/Oz rechnen. Erst wenn die EZB unter Beweis stellt, dass sie nicht nur die Instrumente, sondern auch den politischen Willen zur Austrocknung der Märkte hat, dann kann der Goldpreis nachhaltig fallen.

Sollte die Mission jedoch fehlschlagen, dann ist auch die Marke von 2.000 USD/Oz nur ein Zwischenstopp zu weit höheren Kursen.

Für die EZB und die US-Fed steht diese Mission noch bevor. In Japan hatte man mit der vorletzten Wahl das Ruder herumgerissen und die über Jahrzehnte inflationär agierende Politik durch eine sparsame abgelöst. Dann kam der Tsunami mit anschließender Atomkatastrophe und schwups wurde nun die alte, inflationär agierende Partei wieder an die Macht gespült. Dort, würde ich sagen, ist die Mission gescheitert, Japan befindet sich im Endstadium.

Weil ich die Chance als größer ansehe, dass auch die EZB und die US-Fed an dieser Mission scheitern werden, würde ich bei einem Annähern des Goldpreises an 1.500 USD/Oz unsere erst kürzlich reduzierte Goldposition wieder aufstocken.

Bei einem Unterschreiten der 1.500 USD/Oz, ich würde vielleicht ein wenig Puffer für Fehlsignale einräumen und daher 1.480 USD/Oz als Marke nutzen, würde ich den Goldbestand wieder reduzieren, weil sodann meine Theorie falsch aussieht und ich weitere Verluste vermeiden möchte.

Ich erwarte auch in den nächsten zwei Jahren nicht, dass die Liquiditätsschwemme plötzlich auf die Wirtschaft durchschlägt und zur Inflation führt. Somit würde ich zu Kursen über 1.750 USD/Oz die Goldposition auch wieder verkleinern. Für einen Ausbruch nach oben fehlt noch ein Ereignis, das die EZB und / oder US-Fed in ihrer Mission behindert.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch eine weitere Theorie kommentieren, die derzeit in der Finanzwelt herumgeistert. Wie werden die überschuldeten Länder ihre Schulden los?

Nun, das niedrige Zinsniveau ist ja schon lange künstlich. Es gibt kein Gleichgewicht mehr an den Märkten für diesen niedrigen Zins, d.h., die Staaten werden ihre Papiere zu dem niedrigen Zins nicht los. Wer kauft? Die Notenbanken. In Japan hält die Bank of Japan bereits über 20% der ausstehenden Staatsanleihen. In England und den USA ist die Quote irgendwo um die 10% und in Europa noch bei "nur" 2%. Wir erinnern uns, es war der EZB mal verboten, Staatsanleihen zu kaufen.

Mit jedem Ereignis, das unsere Märkte aus dem Gleichgewicht zu bringen droht, wird es wieder Argumente für weitere Staatsanleihenkäufe durch die jeweiligen Notenbanken geben. Irgendwann werden 50% oder gar 80% der Staatsschulden bei den Notenbanken liegen.

Die Notenbanken führen ihre Jahresüberschüsse übrigens an ihre jeweiligen Regierungen ab. Ist es da so weit hergeholt, dass die eine oder andere Notenbank sagt, wir verzichten auf die Zinszahlungen? Und mit einem Schlag sind die Staaten 50% oder 80% ihrer Zinslast los - je nachdem, wie viel die eigene Notenbank eben gerade an eigenen Staatsanleihen im Bestand hat.

Wie bitte? Nicht erlaubt? Ach ja, aber das hat ja bei den Maastricht-Kriterien, beim Kauf von Staatsanleihen, beim Bail-Out, ... auch nicht gezogen. Der Staat ist ein Souverän, wir sind der Staat und wenn wir uns Politiker wählen, die uns auf diesem Weg von der Zinslast befreien, dann wird es so sein.

Und noch was: Können Sie sich vorstellen, dass die EZB nicht nur Geld aus dem Nichts schaffen kann, sie kann es auch ins Nichts verschwinden lassen. Beispielsweise die Staatsschulden: Wer hindert sie daran, die Forderung an ihren eigenen Staat einfach auszubuchen? Der Staat selbst? Nein, der wird "Danke" sagen, denn von heute auf morgen ist seine Schuld um 50% oder 80% gesunken.

Was passiert mit den Brücken, der Infrastruktur, die mit dem von der EZB gepumpten Geld gebaut wurden und deren Rückzahlung nun nicht mehr erforderlich ist? Nun, die bleiben stehen. Der Wert ist geschaffen.

Irgendwas tief in mir drin sagt mir, dass die Währung als Reaktion auf solche Schritte drastisch ausverkauft werden müsste. Doch die Währung, als Bewertung des BIP des jeweiligen Landes, leidet durch das Ausbuchen der Schuld des Staates ja nicht. Das BIP bleibt wie es ist, auch wenn es durch nicht existierendes Geld in die Höhe geschraubt wurde. Für die Währung wäre dieser Schritt am Ende sogar deflationär, es würde der Eindämmung der Inflation helfen!

Nun, diese Überlegung ist pervers. Ich werde dieses Thema beobachten, und vielleicht finde ich ja noch den Haken an dieser Lösung. Sollte sich kein Haken finden lassen, so hieße dies, Japan macht alles richtig, die USA und England beeilen sich zu folgen und Europa gerät ins Hintertreffen.


MARKTKOMMENTAR

Heute ging's schon wieder rauf mit DAX und Dow Jones. Hat die heftige Korrektur vom gestrigen Donnerstag alle "schwachen" Hände am Markt hinausgedrängt? Oder erleben wir am Wochenende durch einen Überraschungserfolg Berlusconis die Rückkehr der Euro-Krise? Nun, wie eingangs gezeigt, sind die Spannungen am Markt extrem groß, und ich würde lieber auf den Ausgang der Wahlen warten, bevor ich mich positioniere.



05. Depotcheck: Apple, ProSiebenSat.1 Media, Sky Deutschland, Verbio, Whole Foods Market

Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

Depotcheck
Abbildung 1: Depotcheck


Apple, ProSiebenSat.1 Media, Sky Deutschland, Verbio, Whole Foods Market
Mediaaktien und Agrarmärkte

Fr, 22. Februar um 18:04 Uhr

Hallo Herr Heibel,

nachdem ich in den letzten Wochen in meinem Depot ca. 20% verloren habe (unter anderem mit dem Apple Turbe Call), habe ich innerhalb der letzten Tage mein Depot komplett neu aufgestellt und sende Ihnen hier meine aktuellen Positionen:

Apple KO L 327,0.
Cabot Oil & Gas
Facebook
Lenovo Group
P7S1 - ProSiebenS.
Sky Deutschland
Verbio Vereinigte .
Whole Foods Mark.

Die Verhältnisse sind im groben sehr ähnlich.
Die fünf größten Positionen sind:

Apple KO L 327,0.
P7S1 - ProSiebenS.
Sky Deutschland
Verbio Vereinigte .
Whole Foods Mark.

Cabot Oil & Gas und Facebook folgen mit identischem Wert.

Ich würde mich über Ihre Einschätzung zu meinem neuen Depot freuen.

Freundlichen Gruß und einen schönen Tag, Sven aus Stuttgart


Apple

Fr, 22. Februar um 18:07 Uhr

Die Aktie befindet sich im Heibel-Ticker Portfolio und so sind Sie über die wesentlichen Entwicklungen bestens informiert. Aktuell sehe ich die Aktie nahe an ihrem Boden, es wird jedoch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, bis die Aktie wieder deutlich ansteigen kann. Grund dafür ist sicherlich nicht zuletzt die Performance der vergangenen Monate. In unzähligen Portfolios ist diese Aktie noch immer zu stark gewichtet und wird daher, im Falle von Kursanstiegen, vermutlich sehr früh wieder verkauft werden, was einen nachhaltigen Kursanstieg erst einmal vereiteln dürfte. Mittel- und langfristig ist Apple nach wie vor eine solide und günstige Aktie, die ein wesentlich höheres Kursniveau verdient.




Fr, 22. Februar um 18:09 Uhr
PROSIEBENSAT.1 MEDIA

2,5 Mrd. Euro Jahresumsatz werden mit 2,6 Mrd. Euro Marktkapitalisierung bewertet. Doch in der Bilanz schlummern Schulden von 1,3 Mrd. Euro, deren Zinsen zunächst bedient werden müssen. Danach wird Anlegern eine überaus attraktive Dividendenrendite von 5,9% geboten. Von der hohen Verschuldung kommt man mit einer solchen Dividendenpolitik nicht runter, stattdessen trennt sich ProSiebenSat.1 von Geschäftsbereichen, die nicht zum Kerngebiet gehören (Skandinavien & Osteuropa). Doch statt die Schulden zurückzuführen, werden die Verkaufserlöse in Form von einer Sonderdividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Komisch, da muss ich wohl etwas tiefer in das Unternehmen schauen. Durch den Verkauf der Geschäftsbereiche vermindert sich der Jahresumsatz von knapp 3 auf ca. 2,5 Mrd. Euro. Es bleibt das ertragstarke Heimatgeschäft, aus dem die hohen Schulden locker bedient werden können. Der Verkauf spült also nicht nur Bargeld in die Kasse, er verbessert auch noch die Ertragskraft des Unternehmens. Kein Wunder also, dass die Aktie kräftig angestiegen ist.

Das KGV 2013e beträgt nunmehr 13, der Umsatz dürfte auf der verminderten Basis ein organisches Wachstum von 4-5% aufweisen. Nach Ausschüttung der Sonderdividende, wird sich die Marktkapitalisierung nochmals vermindern und die Dividendenrendite dadurch kräftig erhöhen. Dies spricht für die Ertragskraft des Kerngeschäfts und sollte der Aktie weiter Auftrieb geben.

Großaktionäre KKR und Permira haben angekündigt ihre Anteile zu verkaufen. Gleichzeitig plant das Unternehmen Vorzugsaktien in Stammaktien zu wandeln. Hier gibt es große Verschiebungen bei den Eigentumsverhältnissen, an deren Ende ein sehr breiter Streubesitz steht. Das macht die Aktie dann zwar volatil und anfällig für Gerüchte, aber insgesamt sehe ich diese Entwicklungen positiv.




Fr, 22. Februar um 18:10 Uhr
SKY DEUTSCHLAND

Der Deutsche Bezahlsender gehört mehrheitlich zu Rupert Murdochs News Corp. Im Weihnachtsquartal wird stets kräftig die Werbetrommel gerührt, was immer wieder zu hohen Verlusten in diesem Quartal führt. Anschließend müssen die neuen Kunden gehalten werden und das gelingt dem Unternehmen immer besser. Der Umsatz wächst derzeit mit 15-17% p.a. bei relativ hohen Skalenerträgen. Das heißt, Sky Deutschland hat kaum Kosten je Kunde, der Hauptkostenblock ist die Werbung. Sodann wird gemolken.

Jahrelang schon schreibt das Unternehmen Miese, doch der Break-Even ist für 2014 in Aussicht gestellt. Sollte dies gelingen, so ist das Geschäftsmodell mit Abo-Kunden überaus stabil (fragen Sie mich mal :-) und weiterhin gut skalierbar, wenn da nicht …

…wenn da nicht die Lizenzgebühren wären. Sky braucht attraktive Sendungen, um seine Kunden zu halten. die Fußball Bundesliga ist ein Paradebeispiel dafür. Doch gerade hier tobt jedes Jahr erneut ein Preiskrieg, und immer mehr Interessenten treiben die Lizenzgebühren weiter in die Höhe. Zuletzt hat die Deutsche Telekom den Preis angetrieben, um die Bundesliga für ihr Internet TV (IPTV) zu gewinnen.

Der Kurs ist im vergangenen Jahr von 1,70 auf 4,90 Euro angesprungen. 1,5 Mrd. Euro Umsatz werden mit 4,3 Mrd. Euro Marktkapitalisierung belegt. Das bedarf einer hohen Gewinnmarge, die ohne Berücksichtigung der Lizenzgebühren sicherlich möglich ist. Doch die Entwicklung von Lizenzgebühren sehe ich kritisch, daher würde ich dieser Aktie nicht mehr viel Kurspotential zutrauen.




Fr, 22. Februar um 18:11 Uhr
VERBIO

Auch diese Aktie befindet sich aktuell in unserem Heibel-Ticker Portfolio. Billige Biodiesel- und Bioethanolimporte machen dem Unternehmen das Leben schwer, doch das Management hat jüngst bewiesen, dass es über eine kleine Trickkiste verfügt: Auf dem Weg zu einem durch und durch grünen Unternehmen, ist das Management aufgrund des harten Preiswettbewerbs jüngst vorübergehend einen Kompromiss eingegangen, um ebenfalls günstigen Biodiesel anzubieten. Auf EU-Ebene wird an einer Lösung des Wettbewerbproblems gearbeitet, und je nach Ausgestaltung dürfte Verbio davon dann profitieren. So ist Verbio derzeit nicht mehr als eine Spekulation. Sollte sich die gesetzliche Lage in der EU ändern, so können wir eine Neubewertung vornehmen.




Fr, 22. Februar um 18:12 Uhr
WHOLE FOODS MARKET

Und auch diese Aktie kommt aus unserem Portfolio. Der US-Konsument hat in den vergangenen Monaten sein Portemonnaie nicht mehr so locker in der Tasche sitzen, das bekommt der hochpreisige Bio-Supermarkt sofort zu spüren. Doch ich halte den Kursverlust der Aktie für übertrieben und gehe davon aus, dass sie bald zu einer Gegenbewegung ansetzt.




Fr, 22. Februar um 12:37 Uhr
KORRELATIONSMATRIX

tgl.APCPSMSKYDVBKWFM
APC1,00-0,230,03-0,18-0,03
PSM-0,231,000,300,200,35
SKYD0,030,301,000,17-0,23
VBK-0,180,200,171,000,26
WFM-0,030,35-0,230,261,00






wtl.APCPSMSKYDVBKWFM
APC1,00-0,060,15-0,140,17
PSM-0,061,000,340,220,17
SKYD0,150,341,000,120,00
VBK-0,140,220,121,00-0,11
WFM0,170,170,00-0,111,00


Eine kurze Erläuterung der Funktionsweise der Korrelationsmatrix finden Sie im HT-Rüstzeug, das Sie auf meiner Webseite unter "Grundlagen" herunterladen können. Ich will heute ein wenig detaillierter auf die Funktionsweise eingehen.

Die Korrelation wird zwischen zwei Aktien berechnet. Sie sagt aus, ob die beiden Aktien sich parallel oder gegenläufig bewegen. Verdoppelt sich beispielsweise der Kurs von Apple, während sich der Kurs von ProSiebenSat.1 halbiert, so beträgt die Korrelation -1. Die Aktien bewegen sich gegenläufig. Das ist Quatsch, denn sie werden mit diesen beiden Aktien weder Geld verdienen noch verlieren. Sie könnten besser gleich das Bargeld behalten.

Verdoppeln sich beide Aktien im betrachteten Zeitraum, so betrüge die Korrelation 1. Es ist Quatsch, beide Aktien im Portfolio zu haben, denn sie müssen sich für zwei Aktien auf dem Laufenden halten. Es reicht eine von beiden zu haben.

Wünschenswert ist es Aktien im Portfolio zu haben, die möglichst wenig miteinander zu tun haben. Die Korrelation sollte also möglichst nahe Null sein. Innerhalb des DAX werden Sie kein solches Aktienpaar finden, weil alle 30 DAX-Titel immer, in Abhängigkeit von Konjunktur und Börsenstimmung, in eine ähnliche Richtung laufen. Daher ist es sinnvoll, dass Sie Ihr Vermögen auch auf andere Anlageklassen wie Anleihen, Gold, Immobilien und ähnliches verteilen, die nichts mit der Aktienbörse zu tun haben.

Innerhalb des Aktienportfolios versuchen wir also, eine möglichst niedrige Korrelation zu erzielen (negative Korrelationen sind sehr selten). Aktien, die zu stark korrelieren (parallel laufen), sollten daraufhin überprüft werden, ob nicht eine Aktie reicht. Das erleichtert Ihnen als Anleger die Arbeit, über Ihr Depot auf dem Laufenden zu bleiben, und es zwingt Sie, sich für einen Titel - hoffentlich den besseren - zu entscheiden.

Ein Portfolio mit niedrigen Korrelationen seiner enthaltenen Aktien, gilt sodann als gut diversifiziert. An der Börse wird Ihnen nichts geschenkt außer der Diversifikation. Mit einem gut diversifizierten Portfolio werden Sie langfristig gesehen besser fahren, als der beste Glücksritter, der stets alles auf eine Karte setzt.

Bei diesem Portfolio springt die niedrige Korrelation aller Werte zueinander ins Auge. Die Korrelationsmatrix gibt einen Anhaltspunkt, ersetzt aber das Denken nicht. Ich halte dieses Ergebnis für trügerisch, denn Sky und ProSiebenSat.1 sind in der gleichen Branche tätig. Während Sky seine Einnahmen aus Abogebühren bezieht, erwirtschaftet ProSiebenSat.1 Werbeeinnahmen. Ist das Unterschied genug? In meinen Augen nicht, denn beide sind davon abhängig, ob die Sendeinhalte den Zuschauern gefallen, also viel Ferngesehen wird, oder nicht. Für beide sehe ich das aufkommende Fernsehen über's Internet als Gefahr, die Zuschauer werden immer anspruchsvoller was die Zeit und die Werbeunterbrechungen angeht. Ich würde mich für einen der beiden entscheiden, und aus obiger Analyse wissen Sie auch für wen.

Im Unterhaltungsmarkt ist auch Apple aktiv, sodass auch hier noch eine Überschneidung besteht. Diese ist jedoch gering, da Apple in erster Linie nach wie vor ein Technologie- und Modeunternehmen ist.

Sie haben also einen Technologiekonzern aus den USA (Apple), zwei Medienunternehmen aus Deutschland (Sky, Pro7), einen Biosprithersteller aus Deutschland (Verbio) und einen Bio-Nahrungsmittelanbieter aus den USA (Whole Foods). Es fehlt mir etwas Asien (Lenovo), somit würde ich das Portfolio um Sky verkleinern und das Geld auf die bestehenden Positionen aufteilen.



06. Update beobachteter Werte: Verbio Vereinigte BioEnergie, Boeing, Sto AG

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


Verbio Vereinigte BioEnergie
Strafzölle für Bioethanol aus den USA verhängt

Di, 19. Februar um 10:12 Uhr
Die EU hat nun, wie erwartet, Strafzölle für US-Bioethanol verhängt. Dies führt zu einem Preisaufschlag von etwa 10% für die Importe und dürfte der heimischen Produktion ein wenig Entlastung im Preiskampf geben. Gleichzeitig sind jedoch zwei große Bioethanolwerke in England ans Netz gegangen, sodass es sicher auch nicht zu einer Knappheit kommen wird.

Diese Entscheidung war absehbar, unterstreicht jedoch nochmals den Willen der Brüsseler, die heimische Industrie zu schützen. Es ist also ein Hinweis dafür, dass auch die billigen Importe aus Argentinien und Indonesien im Mai ebenfalls einen entsprechenden Strafzoll erfahren dürften.

Verbio ist kräftig angestiegen. Sollte die Aktie frühzeitig unser Ziel von 1,80 Euro erreichen, so werden wir den Gewinn frühzeitig mitnehmen.


Boeing
Problemlösung für brennende Akkus in Sicht

Mi, 20. Februar um 17:04 Uhr
Heute früh berichtet Reuters, dass Boeing-Techniker eine Lösung für die brennenden Akkus "identifiziert" hätten. Was genau das bedeutet, wird nicht gesagt. Es zeigt jedoch, dass Boeing auch ohne das Problem selbst genau identifiziert zu haben, nach Wegen sucht, die erforderliche Sicherheit wiederherzustellen. Und offensichtlich ist man guter Dinge, die entstandenen Probleme um die brennenden Akkus umgehen zu können.

Die Produktion des Dreamliners hat bislang noch nicht unter den Untersuchungen gelitten, die Flieger werden weiter nach Plan produziert, aber eben nicht ausgeliefert. Sollte es eine Problemlösung geben, so wird diese auf alle 50 verkauften Dreamliner sowie die in weiterem Produktionsfortschritt befindlichen Maschinen angewendet.

Die Kosten, wie gesagt, sind ein Einmalaufwand, der das Quartalsergebnis belasten wird. Die Bewertung der Aktie richtet sich aber nach den Verdienstmöglichkeiten in der Zukunft, und da spielt eine solche Einmalbelastung nur eine untergeordnete Rolle. Solange das Problem zeitnah gelöst wird, sollte die Aktie nicht zu stark leiden.

Heute notiert die Aktie mit 1,8% im Plus und damit nur 7% unter dem Allzeithoch. Sollte das Problem tatsächlich erfolgreich gelöst werden, so ist es meiner Einschätzung nach nur eine Frage der Zeit, bis ein neues Allzeithoch erreicht wird. Wir bleiben also dabei.


Sto AG
Teilverkauf über 119 Euro, später wieder einsteigen

Fr, 22. Februar um 11:34 Uhr
Es wäre das erste Mal, wenn es Ende März einen positiven Ausblick auf das Jahr geben würde. Wir kennen inzwischen CEO Stotmeister als Meister des Tiefstapelns. Gestern ist mir zudem eine neue Ausgabe der Zeitschrift Capital in die Hände gekommen, mit dem Titel "Die Dämm-Falle: ein Skandal hinter der Fassade".

Gleichzeitig notiert die Sto Aktie wieder an ihrem oberen Widerstand bei 120 Euro, eine Marke, an der sie schon unzählige male gescheitert ist.

Ich würde also unsere Position in Sto zu Kursen um 119 Euro ein wenig verkleinern und darauf setzen, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu Kursen um 110 Euro nachkaufen können. Nach wie vor ist das Unternehmen in meinen Augen extrem günstig bewertet, aber aufgrund der negativen Presse und schwachen IR-Arbeit des Unternehmens, sehe ich kurzfristig keine Chance, die Hürde von 120 Euro zu nehmen.



07. Übersicht HT-Portfolio

Value (≈50%) = 40,4%WKN21.2.13Woche ΔΣ ΔAnteil!
Apple865985336,95 €-4%-13%6,9%B
Sto AG727413119,60 €1%7%7,5%C
Boeing85047156,50 €0%-1%7,2%B
Bechtle51587037,40 €3%22%6,3%C
Leoni54088831,97 €-1%12%9,9%B
iShares China 25A0DPMY82,50 €-4%-3%2,4%A







Alternativ (≈25%) =16,2%WKN21.2.13Woche ΔΣ ΔAnteil!
Goldbarren 100 gr.3.796,00 €-2%-5%4,8%C
Südzucker AnleiheA0E6FU103,71%0%-1%2,0%A
Renault AnleiheA1ANEW105,98%0%-1%3,9%B
HeidelbergCement AnleiheA1A6PH125,08%-1%0%5,4%B







Spekulativ (≈20%) =11,3%WKN21.2.13Woche ΔΣ ΔAnteil!
Villeroy & Boch7657237,86 €-1%19%3,8%B
Vale89799813,58 €-5%-11%3,7%B
Whole Foods Markets88639164,93 €-5%-5%1,8%B
Banco Santander8588725,74 €-4%-4%2,0%A







Tradingidee (≈5%) =3,9%WKN21.2.13Woche ΔΣ ΔAnteil!
bet-at-homeA0DNAY20,50 €-7%-8%1,7%C
VerbioA0JL9W1,49 €4%0%2,1%A
Adler ModemärkteA1H8MU6,00 €-1%0%0,0%D







Cash



28,3%
Σ Ergebnis 2013

-0,8%2%



Wir haben diese Woche Adler verkauft, weil sich die Übernahmespekulation als haltlos erwies. Zudem haben wir die Sto-Position reduziert, weil der Kurs an seinen oberen Widerstand gelaufen ist und ich tendenziell eher negative Meldungen in den kommenden Wochen erwarte.

Heibel-TickerGewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioSollIstSollIst
Value50%40,4%5610%
Alternativ25%16,2%545%
Spekulativ20%11,3%544%
Tradingidee5%3,9%222,5%
Summe100%71,7%1716


Anmerkungen:
Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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