H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D
F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N
- Einfach einen Tick besser -
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
8. Jahrgang - Ausgabe 18 (03.05.2013)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
I N H A L T
| 01. | Info-Kicker: Club-Med Verhältnisse in Europa |
| 02. | So tickt die Börse: Deutschland kapituliert, Schleusen auf! |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 03. | Sentiment: Profis wechseln ins Bärenlager |
| - Top Analystenziele | |
| 04. | Ausblick: Zwei mögliche Szenarien |
| 05. | Monatsbetrachtung: DAX, Dow Jones Industrial, Nikkei 225, US-Dollar / Euro, Yen / Euro, Gold in US-Dollar, Crude Oil, Umlaufrendite |
| - DAX: 7.795 | |
| - Dow Jones Industrial: 14.839 | |
| - Nikkei 225: 13.861 | |
| - US-Dollar / Euro: 1,32 | |
| - Yen / Euro: 128,23 | |
| - Gold in US-Dollar: 1.474 USD/Oz | |
| - Crude Oil: 101,74 USD/Fass | |
| - Umlaufrendite: 0,99% | |
| 06. | Kolumne: Solarworld |
| - Solarworld: | |
| - Solarworld: Schuldenschnitt gut für Anleiheeigner | |
| 07. | Update beobachteter Werte |
| Zahlen am Mittwoch | |
| Mobiles Internet auf dem Vormarsch... | |
| Aufhellung der Konjunkturaussichten steht an, nachkaufen | |
| 08. | Übersicht HT-Portfolio |
| 09. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 10. | An-/Ab-/Ummeldung |
01. Info-Kicker: Club-Med Verhältnisse in Europa
Liebe Börsenfreunde,
EZB Chef Super Mario hat nun tatsächlich den Zins gesenkt. Frankreich und Spanien bekommen mehr Zeit, um die Maastricht-Kriterien wieder zu erfüllen. Italiens neue Regierung fordert lautstark Wachstumsimpulse statt weiterer Strukturreformen. Und auch außerhalb Europas ist man der ewigen Krisenstimmung überdrüssig und sehnt sich nach Optimismus. Dieser wird geliefert, die Börsen steigen überall nahe an oder über ihre Allzeithochs. Die Einzelheiten zur abgelaufenen Woche lesen Sie in Kapitel 02.
Kapitel 03 zeigt, dass selbst die Stimmung unter institutionellen Anlegern so pessimistisch ist, dass eine explosive Mischung für weiter steigende Kurse sorgen könnte.
Meine Einschätzung für die kommenden Wochen finden Sie in Kapitel 04. Ich habe dort auch eine Liste der Aktien erstellt, die ich in dieser Marktsituation vorzugsweise kaufen würde.
Wie immer habe ich eine charttechnische Monatsbetrachtung der wichtigsten Indizes für Sie erstellt. Auch der Blick aus der Vogelperspektive liefert ähnliche Hinweise auf eine künftige Börsenrichtung wie der Blick ins Detail. Mehr dazu in Kapitel 05.
Die Solarworld hat sich nach eigenen Angaben mit einem Teil ihrer Gläubiger geeinigt. Nun muss diese Einigung noch weiteren Gläubigern schmackhaft gemacht werden, um dem einstigen deutschen Vorzeigeunternehmen eine Zukunft zu eröffnen. Die Hintergrunde dazu habe ich in Kapitel 06 für Sie ausgearbeitet.
Wie immer finden Sie die Updates zu unseren offenen Positionen aus dieser Woche in Kapitel 07 und in Kapitel 08 eine Übersicht über unser Portfolio.
Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts130503.pdf
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,
take share, Ihr
Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker
02. So tickt die Börse: Deutschland kapituliert, Schleusen auf!
"Deutschland kapituliert", so die Schlussfolgerung der Medien nach den jüngst schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland. Mehrere Jahre konnte Deutschland "trotz" der Konjunkturschwäche der Club-Med Länder ein ordentliches Konjunkturwachstum aufrechterhalten. Doch nun werden auch die Erwartungen in Deutschland nach unten korrigiert, das erwartete Wachstum für das laufende Jahr von 2,7% auf 2,2% reduziert, und entsprechend werden die erwarteten Steuereinnahmen um 5-6 Mrd. Euro verringert.
"Wir haben es doch schon immer gewusst", rufen die Amerikaner, die sich noch niemals aus einer Krise herausgespart haben. Nein, wenn die Schulden zu hoch sind, dann muss mehr Geld gedruckt werden. Und das wollte Super Mario von Anfang an mit der EZB ebenfalls tun, wurde jedoch von den Deutschen immer wieder aufgehalten. Nun, wo selbst in Deutschland die Konjunktur zu schwächeln droht, nun hat er freie Hand.
Und so senkte er diese Woche den Leitzins für die Eurozone von 0,75% auf 0,5%. In meinen Augen ein eher symbolischer Schritt, da diese Zinssenkung bei den Club-Med Ländern ohnehin keine Veränderung herbeiführen wird. Dort existiert ohnehin kein natürliches Zinsniveau mehr, sondern die EZB sorgt durch direkte Aufkäufe von Anleihen für ein künstlich niedriges Zinsniveau.
Und wenn dieser Zinsschritt eine Reaktion auf die derzeit schwachen Konjunkturdaten sein soll, so ist es der falsche Schritt. Eine konjunkturbelebende Wirkung wird ein solcher Schritt nach Aussage der Deutschen Bundesbank ohnehin erst ein bis zwei Jahre später haben (ich war bisher stets von einer Verzögerung von 6-9 Monaten ausgegangen). Doch schon heute berichten eine Reihe von US-Unternehmen von einer sich bessernden Nachfragesituation in Europa. Wozu also noch dieser Zinsschritt?
Gerade in dieser Berichtssaison haben wir von einer Reihe von Unternehmen gehört, dass sie für das zweite Halbjahr mit einer deutlichen Konjunkturverbesserung rechnen. Kaffeeröster Starbucks CEO Howard Schulz spricht von einer Bodenbildung in Europa. Auch Zahnpastahersteller Colgates CEO Ian Cook sieht ein Ende des Nachfragerückgangs. Sandy Cuttler von Siemens-Wettbewerber Eaton und Chuck Bunch vom Farbhersteller PPG (Autolacke) gaben sich überzeugt, dass es einen weiteren Umsatzrückgang in Europa nicht geben werde. Das Geschäft habe sich stabilisiert.
Das Spardiktat wird den Deutschen zugesprochen und so passt es ganz gut, dass bei den ersten Schwächeanzeichen Deutschlands eine Reihe von zuvor unwahrscheinlich erscheinenden Entscheidungen durchgedrückt werden: Nicht nur die Zinssenkung der EZB, auch die kulante Haltung gegenüber Frankreich und Spanien, denen heute zwei zusätzliche Jahre zur Einhaltung der Maastricht-Kriterien gegeben wurde, wird umgehend dieser Schwäche zugeschrieben.
Italiens neuer Regierungschef Enrico Letta war vor 10 Tagen der erste, der die neue Parole ausrief: Genug gespart, jetzt muss das Wachstum gefördert werden!
Gleichzeitig meldet sich die US-Notenbank Fed diese Woche mit einem weitaus moderateren Tonfall zu Wort als noch vor einem Monat. Im offiziellen Statement wird nicht mehr wie vor einem Monat lediglich die Möglichkeit der Reduzierung der Liquiditätsflutung besprochen sondern diesmal nun explizit auch die Möglichkeit der weiteren Ausweitung der Liquiditätsflutung erwähnt, sollten die Rahmenbedingungen dies erfordern. Gleichzeitig wird auf die Handlungsunfähigkeit Washingtons, sprich der Fiskalpolitik, verwiesen, was gegebenenfalls durch die Fed kompensiert werden müsse.
Heute Mittag wurden nun Arbeitsmarktdaten der USA veröffentlicht, die in allen Bereichen für eine positive Überraschung sorgten: Nicht nur wurden im April wesentlich mehr Jobs geschaffen als erwartet, sondern im Nachgang hat man auch die Zahlen für März und Februar nach oben korrigiert. Korrekturen sind üblich, da die Zahlen stets auf Schätzungen beruhen, die im Laufe der Zeit konkretisiert werden können. Heute haben wir aber drei sehr positive Zahlen gesehen. Zusätzlich stammen die neuen Jobs überwiegend aus dem Privaten Sektor, die Stellenstreichungen der Regierung (Zwangsreduktion des Haushaltsbudgets!) werden also mehr als kompensiert. Die Börsen reagieren derzeit mit kräftigen Aufschlägen auf diese Meldung.
Auch aus den Schwellenländern kommen ermutigende Zeichen: Indien hat letzte Nacht den Leitzins gesenkt (-0,25% auf 7,25%). Und aus China ist inzwischen zu hören, dass die dortigen Zinssenkungen ihre Wirkung entfaltet (zuletzt -0.31% auf 6% im Juli 2012).
Ich muss Sie nicht an die Notenbankpolitik der Japaner erinnern, oder? Für das was dort läuft ist der Begriff "Liquiditätsflutung" eher eine Verniedlichung.
Sell in May and go away? Na, bei dieser Liquiditätsflutung weltweit fällt es schwer, an ein Ende der Rallye zu glauben. Aber man soll ja immer dann die Party verlassen, wenn es am schönsten ist, oder? Nun ich werde im Kapitel 04 meine Erwartung konkretisieren. Schauen wir uns zunächst einmal die Entwicklung der wichtigsten Indizes an:
WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES
| INDIZES | 2.5.13 | Woche Δ |
| Dow Jones | 14.832 | 0,9% |
| DAX | 7.962 | 1,6% |
| Nikkei | 13.694 | -1,4% |
| Euro/US-Dollar | 1,31 | 0,5% |
| Euro/Yen | 128,73 | 0,0% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 1,63% | -0,08 |
| Umlaufrendite Dt | 1,00% | -0,02 |
| Feinunze Gold | $1.477 | 0,7% |
| Fass Brent Öl | $102,72 | 0,0% |
| Kupfer | 7.026 | -1,8% |
| Baltic Dry Shipping | 873 | 0,1% |
Der DAX ist dieses Mal der Wochengewinner mit einem Plus von 1,6%. Doch bis zum Allzeithoch sind es noch knapp 200 Punkte, während der Dow Jones schon wieder neue Rekorde schreibt, ebenso der S&P 500 und nun sogar aufgrund der neu aufkeimenden Europa-Euphorie auch der Euro-Stoxx 50.
Die lockere Zinspolitik drückt auch das Zinsniveau für Staatsanleihen, sowohl in Deutschland (1%) als auch in den USA (1,63%). Der sichere Hafen des Goldes wird nur zögerlich gesucht, zu stark steckt noch der Schrecken des Ausverkaufs von vor zwei Wochen in den Gliedern der Anleger.
Der Preisunterschied zwischen dem Nordseeöl und dem Western-Texas Öl ist gesunken. Ich werte dies als ein Zeichen dafür, dass die US-Wirtschaft unserer Konjunktur bereits einen Schritt voraus ist.
Auf den Preisverfall beim Kupfer kann ich mir derzeit keinen Reim machen, der Kupferpreis sollte meiner Erwartung nach in der kommenden Woche ansteigen.
Schauen wir uns nun die Entwicklung der Stimmung unter den Anlegern einmal näher an.
03. Sentiment: Profis wechseln ins Bärenlager
Insbesondere bei den institutionellen Anlegern ist derzeit eine widersprüchliche Wahrnehmung zu erkennen: Wurde die Abwärtsbewegung der Vorwochen noch als erwartet hingenommen, so ist man von der nun folgenden Gegenbewegung überrascht. Ein Überspringen der 8.000er-Marke hat kaum einer erwartet, man war sich einer weiteren Konsolidierung oder zumindest Seitwärtsbewegung sicher.
Entsprechend stark sind nun die Schwankungen der Stimmungsindikatoren. Von bullisch für die Erholung ist die Stimmung nun stark ins Bärenlager umgeschlagen. Bei unserer animusX-Stimmungserhebung ist auffällig, dass inzwischen auch der bislang stoisch bullische mittelfristige Ausblick einen kräftigen Dämpfer erhielt. Mit 18% haben die Institutionellen die höchste Shortquote seit über einem Jahr. Gleichzeitig ist die Investitionsquote in Aktien auf ein Jahrestief gesunken.
Mit der heutigen Meldung ist der DAX über 8.000 Punkte gestiegen, das Allzeithoch bei 8.148 Punkten ist in Reichweite. Ein weiterer Anstieg würde insbesondere institutionelle Anleger zwingen, dem Markt hinterher zu laufen: zunächst die Leerpositionen einzudecken und anschließend noch long zu gehen, um ein wenig der Rallye mitzunehmen.
Es ist ein explosives Gemisch, das für eine kräftige Fortsetzung der Rallye sorgen könnte, sofern keine negativen Meldungen auf den Markt treffen.
Sentimentdaten
Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):
Kaufen / Verkaufen
12.04.- 19.04. (341): 39% / 21%
19.04.- 26.04. (222): 41% / 14%
26.04.- 03.05. (167): 39% / 15%
Kaufempfehlungen der Analysten
BASF, Volkswagen VZ, Fresenius SE
Verkaufsempfehlungen der Analysten
Beiersdorf, Wacker Chemie, MAN
Privatanleger
16. KW: 54% Bullen (192 Stimmen)
17. KW: 59% Bullen (190 Stimmen)
18. KW: 65% Bullen (165 Stimmen)
Kaufempfehlungen der Privatanleger
Barrick Gold, Commerzbank, Asian Bamboo
Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Cassona SE, Solarworld, IntercontinentalExchange (ICE)
Auch die Sentimenterhebung bei Sharewise zeigt einen großen Pessimismus bei den Profis. Nur 39% der Analystenempfehlungen sind Kaufempfehlungen, meist liegt diese Quote deutlich über 50%.
Es scheint, dass Analysten eher eine relative Abwägung vornehmen und kaum eine Branche bevorzugen. So steht BASF auf der Kaufseite, während Wacker Chemie zum Verkauf empfohlen wird. Und Volkswagen wird empfohlen, während vor MAN gewarnt wird. Mit Fresenius wird ein defensiver Titel empfohlen, jedoch vor dem defensiven Beiersdorf wird gewarnt. Nachhaltig steigende Kurse erwartet hier wohl kein Analyst.
Es scheint fast, als hätte sich die Intelligenzia selbst reingelegt, während der Privatanleger unbeeindruckt an die Geldflutung glaubt und long bleibt. 65% Bullen bei Sharewise sind schon eine recht hohe Quote.
Der Risikoappetit der Privatanleger ist hoch, wie wir an der Commerzbank, an Barrick Gold und an Asian Bamboo sehen.
Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien
TOP ANALYSTENZIELE
| Unternehmen | Analyse v. | Kurs | Kursziel | Upside |
| 2.5 | 38,92 € | 60,00 € | 54,16% | |
| Evotec | 30.4 | 2,66 € | 4,10 € | 54,14% |
| Balda | 30.4 | 4,36 € | 6,50 € | 49,08% |
| Volkswagen VZ | 30.4 | 154,10 € | 215,00 € | 39,52% |
| PSI | 30.4 | 15,50 € | 21,50 € | 38,71% |
| Infineon Tech. | 3.5 | 6,59 € | 9,00 € | 36,57% |
| Tom Tailor | 30.4 | 16,27 € | 22,00 € | 35,22% |
| BMW | 2.5 | 70,62 € | 95,00 € | 34,52% |
| Deutsche Bank | 2.5 | 35,96 € | 47,00 € | 30,70% |
| United Internet | 30.4 | 20,97 € | 27,00 € | 28,76% |
Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.
Bei Xing hat sich die Analystin der Commerzbank so kurz vor den Quartalszahlen nicht getraut, das Kursziel zu senken, obwohl sie schon von einem vermutlich enttäuschenden Wachstum spricht. Hier handelt es sich offensichtlich um ein viel zu hohes Kursziel für dessen Absenkung die Analystin noch auf Fakten wartet.
Beim Kursziel der Commerzbank zu Evotec spricht der Analyst von der Schwierigkeit, das Geschäftsmodell zu bewerten, sodass ich das hohe Kursziel als aus der Luft gegriffen betrachte.
Die VW-Empfehlung durch Warburg ist eine "echte" Empfehlung. Zum einen habe VW die Kosten unter Kontrolle, sodass auch in Europa trotz Marktschwäche gut verdient werde. Zum anderen läuft das Chinageschäft nach Einschätzung des Analysten besonders gut.
Die Autoaktien haben ein schweres Quartal hinter sich, Volkswagen ist am besten für weiteres Wachstum aufgestellt, hat aber auch schon das höchste Bewertungsniveau. Wer einen turbulenten Börsensommer erwartet, sollte sich an eine dividendenstarke Daimler Aktie halten. Wer neues Wachstum dank der Liquiditätsflutung erwartet, kann VW vorziehen.
Bei der BMW-Empfehlung durch JPMorgan spricht der Analyst lediglich von der guten Kostenstruktur des Unternehmens, die trotz der Preisrückgänge zu hohen Gewinnmargen führte. Von Wachstum oder einer Besserung des Automarktes ist hier keine Rede.
Mit Infineon und der Deutschen Bank befinden sich dann noch zwei Unternehmen auf der Liste, die diese Woche mit guten Meldungen überraschten. Infineon sprach von einer Besserung der Geschäftslage, was im zweiten Halbjahr zu deutlich besseren Gewinnmargen führen könne. Der Technologiesektor wurde über Jahre vernachlässigt, die Aktie könnte tatsächlich eine kräftige Rallye lostreten, wenn sich diese Erwartung als richtig erweist.
Die Deutsche Bank wird entgegen ihrer eigenen Behauptung nun doch eine Kapitalerhöhung durchführen. Damit adressiert sie endlich den Hauptvorwurf angelsächsischer Anleger, dass ihre Bilanz noch lange nicht gestärkt genug aus der Krise hervorgehe. Die Kernkapitalquote wird erhöht und erreicht ein Niveau, das auch bei den Angelsachsen als komfortabel angesehen wird. Dadurch die die Deutsche Bank nun wieder für viele Anleger "investiertbar".
Sie sehen, da sind eine Menge Sonderfaktoren für die optimistischen Empfehlungen verantwortlich. Eine breite Konjunkturerholung wird noch nirgends erwartet, es wäre eine positive Überraschung. Im nächsten Kapitel werde ich untersuchen, ob wir mit so einer Konjunkturerholung rechnen dürfen.
04. Ausblick: Zwei mögliche Szenarien
Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.
*************** WERBUNG ***********
Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:
INTERNET: Kundenbereich
- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen
- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen
- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.
- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.
Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.
Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 5 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.
Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.
Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.
Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16€ für 6 Wochen.
Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter
https://www.heibel-ticker.de/customer/new
************ ENDE WERBUNG ***********
05. Monatsbetrachtung: DAX, Dow Jones Industrial, Nikkei 225, US-Dollar / Euro, Yen / Euro, Gold in US-Dollar, Crude Oil, Umlaufrendite
Der April brachte nicht nur wechselhaftes Wetter, sondern auch unruhige Börsentage. Erst erreichte der S&P-500 (der wichtigste US-Index) ein neues Allzeithoch, dann brach der DAX kräftig ein. Der Goldpreis brach eine langfristige Unterstützung und löste damit eine kräftige Verkaufswelle aus, ebenso der Silberpreis. Auch einige andere Rohstoffe kamen unter Druck.
Zwar beginnen mit dem Mai die häufig durchwachsenen Börsenmonate, aber noch stehen viele Aktienkurse in der Nähe ihrer Jahreshochs oder gar Allzeithochs, und so bleibt offen, ob es auch dieses Jahr dazu kommen wird. Negative Vorzeichen gibt es genug, aber auch positive Faktoren wie die niedrigen Zinsen, Konjunkturaufhellung in den USA und angesichts niedriger Zinsen die "Alternativlosigkeit" der Aktien (nein, das ist kein Zitat von Frau Merkel!). Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Bedenklich stimmt auch die große Skepsis vieler Anleger. Nachdem viele Anleger ihre Positionen abbauen, könnte ein Anstieg sie auf dem falschen Fuß erwischen und somit bei geeigneter Nachrichtenlage eine starke Aufwärtsbewegung begünstigen.
DAX
7.795
Fr, 03. Mai um 11:38 Uhr
Fakten April:
28.03.2013: 7.795,3
30.04.2013: 7.913,7 (Unterschied: 118,4 bzw. 1,5%)
30.04.2013: Hoch bei 7.965,9
19.04.2013: Tief bei 7.418,4 (Schwankung: 547,5 bzw. 7,0%)
Unterstützungen: 7.550 / 6.950
Widerstände: 8.000 / 8.150

Abbildung 1: DAX 6-Monate
Der DAX setzte Anfang April den nach dem 15. März mit dem Hoch bei 8.074 Punkten begonnenen Abwärtstrend fort und fiel bis an einen wichtigen Kreuzwiderstand, der durch den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal (blau im Chart), den kurzfristigen Abwärtstrendkanal (rot im Chart) und einer weiteren horizontalen Unterstützung gebildet wird. Mittlerweile ist auch der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage in den Bereich dieses Tiefs gestiegen. Die anschließende Erholung machte innerhalb weniger Tage den größten Teil der Kursverluste wieder wett und führte am letzten Tag des Aprils mit einer Kurslücke zwischen 7.874 und 7.893 Punkten zu einem Monatsschlusskurs über 7.900 Punkten und damit sogar auf ein bescheidenes Monatsplus von 1,5%. Nun ist ein Anstieg bis auf das Jahreshoch oder gar Allzeithochs nicht mehr auszuschließen.
Der MDAX erreichte am 3. April mit 13.586 Punkten ein neues Allzeithoch und hat sich nun nach der zwischenzeitlichen Korrektur wieder bis knapp unter diese Marke herangetastet. Schwächer sieht der SDAX aus, der auch als Indikator für die Stimmung der Kleinanleger gewertet wird.
Die Stärke des Euro STOXX 50 (er befindet sich bereits in der Nähe des Jahreshochs) zeigt an, dass zuletzt das Vertrauen in die Eurozone wieder zugenommen hat. Diese Entwicklung hat bereits vor der Senkung des Leitzinses der EZB eingesetzt, ist also primär politisch begründet.
Dow Jones Industrial
14.839
Fr, 03. Mai um 11:40 Uhr
Fakten April:
28.03.2013: 14.578,5
30.04.2013: 14.839,8 (Unterschied: 261,3 bzw. 1,8%)
11.04.2013: Hoch bei 14.887,5
05.04.2013: Tief bei 14.434,4 (Schwankung: 453,1 bzw. 3,1%)
Unterstützungen: 14.000 / 12.500
Widerstände: 15.000
Der Dow Jones erreichte Anfang April mit 14.887,51 Punkten ein neues Allzeithoch und hat sich nach einer kleinen Korrektur wieder in die Nähe dieses Hochs herangetastet. Der Index hat zwar nach der Korrektur Mitte April den steilen Aufwärtstrendkanal verlassen, bewegt sich nun aber parallel dazu aufwärts. Nur wenig über dem aktuellen Kursniveau befindet sich die psychologisch wichtige 15.000-Punkte-Marke. Erst einen Anstieg über diese Marke sollte man als nachhaltigen Ausbruch werten.
Am 10. April gelang dem S&P 500 der Ausbruch auf ein neues Allzeithoch und hat sich zuletzt wieder bis knapp an die 1.600-Punkte-Marke herangearbeitet. Ein Überschreiten dieser Marke wird als sehr bullisch gewertet werden, aber noch besteht die Möglichkeit, dass der Index (eventuell nach einem Fehlausbruch) an dieser Marke scheitert.
Anfang Mai gelang dem NASDAQ-100 der Sprung über das Hoch vom September 2012. Dabei wurde auch die 2.900-Punkte-Marke überschritten. Dieser Anstieg ist sehr bullisch zu werten und ist sicherlich auch durch die Erholung der Apple-Aktie bedingt.
Nikkei 225
13.861
Fr, 03. Mai um 11:41 Uhr
Fakten April:
29.03.2013: 12.398
30.04.2013: 13.861 (Unterschied: 1.463 bzw. 11,8%)
26.04.2013: Hoch bei 13.984
02.04.2013: Tief bei 11.806 (Schwankung: 2.178 bzw. 17,6%)
Unterstützungen: 12.630 / 11.000
Widerstände: 14.000 / 17.500
Der Nikkei-225 näherte sich Ende April der 14.000-Punkte-Marke und setzte damit den seit Mitte November bestehenden Aufwärtstrend weiter fort. In der Zwischenzeit ist der Index um über 62% gestiegen. Der Euro brachte es gegenüber dem Yen nur auf einen Anstieg von 30,7%. Somit kommt ein Großteil des Anstiegs vor allem seit Anfang Februar auch bei den Anlegern im Euro-Raum an und gleicht nicht nur den Wertverlust des Yen aus.
US-Dollar / Euro
1,32
Fr, 03. Mai um 11:43 Uhr
Fakten April:
29.03.2013: 1,282
30.04.2013: 1,317 (Unterschied: 0,035 bzw. 2,7%)
16.04.2013: Hoch bei 1,320
04.04.2013: Tief bei 1,275 (Schwankung: 0,045 bzw. 3,5%)
Unterstützungen: 1,295 / 1,265
Widerstände: 1,33 / 1,37
Der Euro hat Anfang April den seit Anfang Februar bestehenden Abwärtstrend dynamisch gebrochen und ist bis Mitte April von unter 1,275 bis über 1,32 Dollar je Euro gestiegen. Dabei hat er sowohl den gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage als auch den der letzten 38 Tage überschritten und steht damit auch aus dieser Sicht technisch besser da. In der zweiten Aprilhälfte ist der Euro jedoch wieder bis auf 1,2956 Dollar je Euro zurückgefallen, konnte zum Monatswechsel nochmals über 1,32 Dollar ansteigen, um dann erneut einzubrechen. Damit ergibt sich ein Seitwärtstrend, der im Wesentlichen zwischen 1,30 und 1,32 Dollar je Euro verläuft und sich je nach Nachrichtenlage eher an der Oberseite oder an der Unterseite dieser Zone bewegt.
Yen / Euro
128,23
Fr, 03. Mai um 11:44 Uhr
Fakten April:
29.03.2013: 120,79
30.04.2013: 128,23 (Unterschied: 7,44 bzw. 6,2%)
11.04.2013: Hoch bei 131,11
03.04.2013: Tief bei 119,12 (Schwankung: 12,00 bzw. 9,9%)
Unterstützungen: 119 / 111
Widerstände: 131 / 138
Der Euro ist Anfang April nochmals unter 120 Yen eingebrochen, ist dann innerhalb weniger Tage wieder über 131,11 Yen gestiegen und konsolidiert seither in einer immer kleiner werdenden Handelsspanne um 128 Punkte. Es lässt sich auch ein dazu passendes symmetrisches Dreieck konstruieren. Der Kurs wird aus diesem Dreieck sicherlich bald ausbrechen, dann aber vielleicht auch in einen Seitwärtstrend mit einer größeren Handelsspanne übergehen. Ein Ausbruch hätte eigentlich früher erfolgen müssen.
Gegenüber dem Dollar hat der Yen auch im April weiter an Wert verloren, stößt jetzt aber unterhalb von 100 Yen je Dollar auf erbitterten Widerstand. Erst bei einem Ausbruch über diese Marke wird sich dieser Trend weiter fortsetzen, scheitert er daran, könnte eine stärkere Erholungsphase anstehen.
Gold in US-Dollar
1.474 USD/Oz
Fr, 03. Mai um 11:48 Uhr
Fakten April:
29.03.2013: 1.597,5
30.04.2013: 1.474,7 (Unterschied: -122,8 bzw. -7,7%)
02.04.2013: Hoch bei 1.603,9
16.04.2013: Tief bei 1.321,2 (Schwankung: 282,7 bzw. 17,7%)
Unterstützungen: 1.400 / 1.320
Widerstände: 1.485 / 1.530

Abbildung 2: Gold 6-Monate
Der Goldpreis hat am 12. April die Unterstützungszone um 1530 Dollar/Oz nachhaltig unterschritten und hat damit eine Verkaufswelle ausgelöst, die den Kurs bis auf fast 1321 fallen ließ. Er erreichte damit ein Niveau, das sich im Herbst 2010 und Januar 2011 als Unterstützungszone bewährt hatte, bevor der Goldpreis dann bis Anfang September 2011 eine fulminante Rallye hinlegte.
Inzwischen ist der Goldpreis wieder bis auf 1485,4 Dollar gestiegen und hat damit ein Niveau erreicht, das im April 2011 als Widerstand und im Mai/Juni 2011 dann als Unterstützung fungierte. Zuletzt pendelte der Goldpreis überwiegend im Bereich zwischen 1450 und 1480 Dollar. Sollte der Goldpreis weiter steigen, so wird er im Bereich von 1530 Dollar auf Widerstand stoßen, bricht er ein, dann kann er erneut bis 1420 Dollar fallen. Auch ein erneuter Einbruch auf 1320 Dollar wäre möglich, da es nach starken Kurseinbrüchen selten direkt wieder aufwärts geht (man nennt das eine V-Umkehr). Zudem war das Volumen während des Einbruchs sehr hoch und ließ während der Aufwärtsbewegung wieder nach. Eine gesunde Bodenbildung braucht mehr Zeit.
Aus Sicht des Sentiments ist die Einschätzung der Lage schwierig, da die Meinungen stark auseinandergehen. Die eine Hälfte rechnet mit einer weiteren Schwäche des Goldpreises, die andere mit steigenden Preisen und sieht aktuell daher gute Kaufgelegenheiten. Die Folge kann ein abhängig von der aktuellen Nachrichtenlage stark schwankender (volatiler) Goldpreis sein.
Natürlich ist der Goldpreis auch in Euro kräftig gefallen und war im Tief mit 1.012 Euro/Uz nicht mehr weit von der psychologisch wichtigen 1000-Euro-Marke entfernt. Mittlerweile pendelt sich der Goldpreis zwischen 1.100 und 1.140 Euro ein. In diesem Bereich hat der Goldpreis im Juli 2011 konsolidiert, bevor er in Richtung Allzeithochs angestiegen ist.
Crude Oil
101,74 USD/Fass
Fr, 03. Mai um 11:51 Uhr
Fakten April:
28.03.2013: 109,77
30.04.2013: 101,74 (Unterschied: -8,03 bzw. -7,3%)
02.04.2013: Hoch bei 111,79
18.04.2013: Tief bei 96,75 (Schwankung: 15,04 bzw. 13,7%)
Unterstützungen: 97 / 89
Widerstände: 104 / 112
Der Preis vom Nordseeöl hat den seit Mitte Februar bestehenden Abwärtstrend auch in der ersten Aprilhälfte fortgesetzt und ist dabei im Tief vom 18. April bis unter 97 Dollar, also deutlich unter 100 Dollar gefallen. Die nachfolgende Aufwärtsbewegung führte den Ölpreis wieder bis auf 104 Dollar und brach dann erneut ein. Sollte er sich auf dem aktuellen Niveau halten, wird er bald aus dem aktuellen Abwärtstrendkanal ausbrechen. Eventuell pendelt er sich dann um die 100-Dollar-Marke ein. Bei einem weiteren Einbruch läge das Ziel bei etwa 90 Euro.
Zwar ist der Preis vom Texasöl im Laufe des Aprils auch deutlich eingebrochen, er hat sich aber dennoch besser entwickelt als der Preis vom Nordseeöl, und somit ist die Preisdifferenz zwischen beiden Ölsorten mittlerweile auf unter 10 Euro gefallen. Das Nordseeöl ist damit zwar immer noch deutlich teurer, aber die Preisdifferenz war in den letzten Monaten stets deutlich größer. Es ist ein Zeichen dafür, dass man dem US-Markt derzeit in besserem Zustand sieht als den europäischen Markt.
Umlaufrendite
0,99%
Fr, 03. Mai um 11:52 Uhr
Fakten April:
28.03.2013: 0,99
30.04.2013: 0,99 (Unterschied: 0,00 bzw. 0,0%)
03.04.2013: Hoch bei 1,08
08.04.2013: Tief bei 0,99 (Schwankung: 0,09 bzw. 9,1%)
Unterstützungen: 0,99 / 0,92
Widerstände: 1,34 / 1,70
Die Bundesbank-Umlaufrendite ist im März mehrfach auf 0,99% und damit knapp unter die 1%-Marke gefallen. Die Reaktion auf die Senkung des Leitzinses der EZB spiegelt sich darin noch nicht wider. Das kann damit zusammenhängen, dass dieser Wert nur einmal täglich bestimmt wird. Beim Bund-Future ergab sich im Laufe des gestrigen Tages ein neues Allzeithoch.
10-Jährige US Treasury Notes (CBOE Interest Rate 10-Year T-No) – 1,67
Fakten April:
28.03.2013: 1,85
30.04.2013: 1,67 (Unterschied: -0,18 bzw. -9,7%)
01.04.2013: Hoch bei 1,89
23.04.2013: Tief bei 1,64 (Schwankung: 0,25 bzw. 13,5%)
Unterstützungen: 1,55 / 1,39
Widerstände: 2,08 / 2,4
Das Zinsniveau in den USA reagierte kaum auf die Zinsentscheidung der EZB. Es wurde zwar zuletzt ein neues Jahrestief erreicht, aber am 24. Juli 2012 stand der Zinssatz im Tief bei 1,39 Dollar je Euro und somit deutlich unter dem aktuellen Kurs.
06. Kolumne: Solarworld
Solarworld
Do, 02. Mai um 14:09 Uhr
SOLARWORLD: SCHULDENSCHNITT GUT FÜR ANLEIHEEIGNER
Es geht ums Überleben der Solarbranche in Deutschland. Unser Vorzeigeunternehmen Solarworld kämpft seit einiger Zeit im ruinösen Wettbewerb gegen chinesische Staatsbetriebe, ein profitables Geschäft ist da schon lange nicht mehr möglich. Der Umsatz bröckelt, und im vergangenen November wurden einige Bedingungen (Convenants) gerissen, die eine vorzeitige Kündigung insbesondere von Schuldscheinen in Höhe von 356 Mio. Euro ermöglichte.
Die Gläubiger hielten sich mit einer Kündigung zurück und ermöglichten es der Solarworld, Alternativen auszuarbeiten. Am Dienstag einigte sich die Solarworld nun mit dem Großteil dieser Gläubiger. Der Inhalt dieses Einigungsvorschlags wird meiner Recherche zufolge bislang in den Medien nur unzureichend oder sogar falsch dargestellt. Hier die Fakten:
Zunächst soll aus dem Verlustvortrag eine nominelle Kapitalherabsetzung um 95% erfolgen. Es handelt sich um einen buchhalterischen Schritt, der für den Aktienkurs zunächst keine Auswirkung haben sollte.
Sodann würden, wenn der Vorschlag von der Mehrheit der Gläubiger angenommen wird, die ausstehenden Anleihen zu 60% in Aktien gewandelt werden, die verbleibenden 40% bleiben als Darlehen bei den Gläubigern. Gläubiger der beiden Anleihen (XS0478864225: 400 Mio. € & XS0641270045: 150 Mio.€) sowie Gläubiger des Schuldscheindarlehens (356 Mio. €) werden also insgesamt Aktien im Wert von (400+150+356)*60%= 906 Mio. € * 60% = 543,6 Mio. € erhalten.
Heute stehen Aktien im Wert von 70 Mio. € aus. Eigentlich spricht man bei einem solchen Schritt von einer Verwässerung, da dem Altaktionär künftig wesentlich weniger Anteil am Unternehmensgewinn zusteht. Doch da die Solarworld schon lange keinen Gewinn mehr erzielt und die Bewertung des Unternehmens bereits die Angst vor einer Insolvenz widerspiegelt, dürfte die Sicherung der Zukunft durch diesen Schritt auch für die Altaktionäre vorteilhaft sein.
Die Bilanz der Solarworld würde durch diesen Schritt entlastet, das Unternehmen wird weniger Zinsen zu zahlen haben und könnte durch die Erhöhung des Eigenkapitals wieder leichter Zugang zu frischem Investitionskapital haben. Das wird benötigt, um am schnelllebigen Solarmarkt weiterhin aktuelle Produkte anbieten zu können.
In den vergangenen 18 Monaten haben Centrotherm, Solon, Q-Cells, Bosch und Siemens ihr Solargeschäft aufgegeben oder haben durch ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Man könnte sagen, der Markt hat sich ordentlich bereinigt. Die „Energiewende” lässt nun schon so lange auf sich warten, dass Unternehmen Konzepte entwickeln, die darauf nicht mehr angewiesen sind. Ich könnte mir vorstellen, dass die Unternehmen, die heute noch am Markt existieren, in den kommenden Monaten einen Aufschwung erleben. Das Angebot ist deutlich reduziert, die Überkapazitäten sind weitgehend abgebaut und seitens Chinas lässt in den vergangenen Monaten der Preisdruck nach.
Wer nun auf die Wiederauferstehung der Solarbranche setzen möchte, der sollte sich die Schuldverschreibungen der Solarworld einmal näher ansehen. Diesen traue ich mehr Kurspotential zu als der Aktie. Wenn nämlich der nunmehr im Raum stehende Vorschlag von den Anleihegläubigern angenommen wird, dann sollte meiner Recherche zufolge das Überleben der Solarworld zunächst einmal bis zur Fälligkeit der nächsten Anleihe im Juli 2016 gesichert sein.
Die Anleihe erhalten Sie derzeit zu 22%, Sie erhalten dafür einen Nominalwert von 40% und zusätzlich Aktien im Wert von 60% des ursprünglichen Nominalwerts. Geht die Rechnung auf, dann verdoppeln Sie Ihre Anleihe in den nächsten drei Jahren und erhalten zusätzlich noch eine Anzahl an Aktien.
Natürlich steht die Solarworld mit dem Rücken zur Wand. Der Vorschlag könnte von den Gläubigern abgelehnt werden, dann dürfte eine Insolvenz des Unternehmens nur noch schwer abwendbar sein. Es ist also eine hochriskante Spekulation.
07. Update beobachteter Werte
Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.
==========
Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.
Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
| K | – | bei Gelegenheit Kaufen, |
| NK | – | Nachkaufen |
| H | – | Halten, |
| V | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
| TV | – | Teilverkauf, also nicht die ganze Position |
| VL | – | Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden |
| SL | – | Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden |
| TS | – | Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird |
Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,
Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.
***************** WERBUNG ***************
In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.
Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.
Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.
Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16€ für 6 Wochen.
Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter
https://www.heibel-ticker.de/customer/new
************** ENDE WERBUNG ***************
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
https://www.heibel-ticker.de
mailto:info/at/heibel-ticker/./de
08. Übersicht HT-Portfolio
Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.
==========
Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.
***************** WERBUNG ***************
In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.
Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.
Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.
Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16€ für 6 Wochen.
Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter
https://www.heibel-ticker.de/bestellung.php
************** ENDE WERBUNG ***************
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
www.heibel-ticker.de
mailto:info/at/heibel-ticker/./de
09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
10. An-/Ab-/Ummeldung
Wenn Sie sich von diesem Dienst abmelden möchten, dann gehen Sie bitte auf die Seite https://www.heibel-ticker.de und „stornieren“ Sie Ihre E-Mail Adresse im rechten Bereich „Newsletter Abo“.
Sie können sich über diese Seite gerne jederzeit wieder anmelden.
Sollte sich Ihre E-Mail Adresse geändert haben, so stornieren Sie bitte zunächst die alte Adresse und melden sich anschließend mit der neuen E-Mail Adresse wieder an.
Gerne können Sie den Heibel-Ticker Ihren Freunden empfehlen. Sie können den Heibel-Ticker STANDARD beliebig weiterleiten. Wenn Sie Inhalte davon auf anderen Internetseiten verwenden möchten, bitten wir um eine korrekte Quellenangabe sowie um eine kurze Information darüber.
