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08.01.2010: Heibel-Ticker 10/01 - Jahresbilanz 2009 uns Ausblick auf 2010
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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D
F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N
- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
5. Jahrgang - Ausgabe 01 (08.01.2010)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)
I N H A L T
01. INFO-KICKER: ALLERLEI INFOS RUND UM DEN HEIBEL-TICKER
02. SO TICKT DIE BÖRSE: JAHRESBILANZ & KONJUNKTUREINSCHÄTZUNG
03. AUSBLICK: MONATSBETRACHTUNG DOW JONES, DAX, NIKKEI,
US-DOLLAR, YEN, ÖL, GOLD
04. KOLUMNEN-TICKER: ROTH & RAU, K+S, ASIAN BAMBOO, METRO
05. LESERFRAGE: APOTHEKER- UND ÄRZTEBANK
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG
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01. INFO-KICKER: ALLERLEI INFOS RUND UM DEN HEIBEL-TICKER
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Liebe Börsenfreunde,
ich wünsche Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.
Hoffentlich konnten Sie die dieses mal sehr günstig liegenden
Feiertage nutzen um ausgiebig auszuspannen und sich zu erholen.
An Weihnachten erhielt ich das schönste Geschenk von meinem
Filius: 13 Stunden am Stück hat er in der Weihnachtsnacht
geschlafen :-) Entsprechend gut gelaunt war er an den
Feiertagen.
Das Private mit dem Geschäftlichen zu vermischen ist
„unprofessionell“ sagen mir immer wieder insbesondere Kollegen
aus dem Bankensektor. Für den Heibel-Ticker gilt das jedoch
nicht, denn meine Einschätzungen greifen in das Privatleben von
meinen Kunden und Lesern. Die Vermögensanlage ist eine der
persönlichsten Angelegenheiten und Ihr Vertrauen in meinen
Heibel-Ticker werte ich als Aufforderung, nicht nur
professionelle Analysen für Sie auszuarbeiten, sondern auch
Hintergrundinformationen über mich selbst zu geben.
Wenn der Banker Sie falsch beraten hat, dann kann er in der
Regel beweisen, dass ihn keine Schuld trifft. Hier im Heibel-
Ticker ist das anders: Meine Fehler wachsen alleine auf meinem
Mist und es ist nicht selten, dass Sie, liebe Leser und Kunden,
mir für meine Fehler die Ohren lang ziehen. Nicht selten
spreche ich solche Kritik offen hier im Heibel-Ticker an. Oh
Gott, wie unprofessionell ;-)
Doch so wissen Sie, dass nicht jede meiner Empfehlungen ins
Schwarze trifft und es zeigt Ihnen auch, dass Sie mir bitte
nicht blind vertrauen sollen. Sie sollen den Heibel-Ticker als
Hilfsmittel nutzen, als Arbeitsunterlage und als Lehrmaterial,
um sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich denke, so
tiefgreifend und gleichzeitig gut verständlich wie im Heibel-
Ticker finden Sie selten Analysen und Empfehlungen. Zumindest
ist das das häufigste Lob, das ich erhalte.
Bitte setzen Sie also nicht alles auf eine Karte sondern bilden
Sie sich Ihre eigene, ihrem Risikoprofil und Ihrer persönlichen
Situation entsprechende Diversifikation in Ihrem Portfolio.
Mein größter Reinfall im abgelaufenen Jahr war die Empfehlung
der Deutschen Post mit einem Minus von 19,8%. Da hatte ich auf
die hohe und steuerfreie Dividendenrendite gewettet, doch diese
löste sich plötzlich in Luft auf. Das war aber auch
gleichzeitig die einzige Empfehlung, die zweistellig nach
hinten losging. Kein vergleich zum Jahr 2008, als ich den
Bluechip der US-Jumbo-Hypothekenkredite Thornburg Mortgage
empfahl und diesem vier Wochen später die Zahlungsunfähigkeit
drohte.
Meinen Vorsatz für das Jahr 2009, solche groben Schnitzer zu
vermeiden, konnte ich umsetzen. Nicht zuletzt dadurch, das ich
im Zweifel lieber Index-ETFs oder andere Titel mit verteiltem
Risikoprofil empfahl wurden böse Überraschungen vermieden. Denn
trotz Börsenrallye gingen im Jahr 2009 noch viele Unternehmen
unter.
Für das Jahr 2010 sieht es nun besser aus und ich werde wieder
etwas aggressivere Anlageideen ausarbeiten. Doch weitere
Details zu meiner Einschätzung für das Jahr 2010 sowie eine
Bilanz des Heibel-Ticker Jahres 2009 finden Sie im Kapitel 02
dieser Ausgabe.
Im Kapitel 03 finden Sie einen Überblick über die Jahres- und
Monatsentwicklung der wichtigsten Indizes wie ich sie monatlich
erstelle. Ich habe mich heute kurz gefasst, da in meinen Augen
der allgemeine Trend eindeutig ist und die Auswahl einzelner
Aktien zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Und schon wieder schweift der Heibel ab: Auf der Suche nach
neuen Kunden für den Heibel-Ticker nehme ich Gelegenheiten
wahr, Artikel für andere Internetseiten zu schreiben. Dies
geschieht im Wochenverlauf mehrmals und ich kann dadurch neue
Anleger auf den Heibel-Ticker aufmerksam machen. Ich könnte
Ihnen jeweils den Artikel zukommen lassen, doch ich möchte Sie
nicht täglich mit Informationen belasten. Im Heibel-Ticker am
Wochenende finden Sie alles, was Sie für einen guten Überblick
benötigen. So werde ich Artikel, von denen ich denke, dass Sie
auch für Sie von Interesse sind, in den Heibel-Ticker
aufnehmen.
Es kann also sein, dass die Artikel schon ein paar Tage alt
sind, da ich sie im Wochenverlauf verfasst habe. Aber ich halte
das für die beste Lösung, denn es sind selten Informationen,
aufgrund derer Sie ad hoc in wilden Aktionismus verfallen
müssten. Diese Artikel finden Sie in Kapitel 04. Heute sind es
gleich vier Artikel, ich habe die Aktien Roth & Rau, K+S, Asian
Bamboo und Metro besprochen.
In den Weihnachtstagen finden selbst alte Freunde die Zeit,
sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen und so fragte mich ein
Freund zu den Genossenschaftsanteilen an der Apotheker und
Ärzte Bank. Ich habe mir die Situation dieser Bank in Kapitel
05 angeschaut.
Zum Start ins neue Jahr habe ich heute sämtliche Positionen
unserer beobachteten Werte in Kapitel 06 besprochen. Dabei habe
ich auch einige Änderungen vorgenommen, um meiner nunmehr etwas
aggressiveren Einstellung gerecht zu werden. Anhand der
Einschätzungen zu den Einzelaktien können Sie recht gut
abschätzen, für welche Trends ich mich begeistere. In den
nächsten Wochen werde ich noch einige weiteren Trends
vorstellen und entsprechende Aktien dazu besprechen.
Ich werde diese umfangreiche Ausgabe als Pilot-Ausgabe in eine
PDF-Version umwandeln, einige Charts einfügen und für Sie zum
Herunterladen auf meinen Server legen. Geben Sie mir bitte dazu
noch ein paar Stunden nach dem Versand dieser Text-Version Zeit,
ab morgen früh können Sie die Datei über folgenden Link
herunterladen:
http://www.heibel-ticker.de/empfehlung.php?id=69.
So, nun wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre dieser
Ausgabe,
take share, Ihr
Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker
P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.
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02. SO TICKT DIE BÖRSE: JAHRESBILANZ & KONJUNKTUREINSCHÄTZUNG
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BILD ÜBER KONJUNKTURELLE VERFASSUNG
Stellen Sie sich einmal vor, ein Containerschiff verlässt hier
in Hamburg den Hafen, nimmt nach dem Ärmelkanal so richtig
Fahrt auf und rauscht dann um Europa herum an der afrikanischen
Küste Richtung Südafrika. Mensch, was der für ein Tempo kriegt!
Und dann, am Kap der Wilden Stürme, heute heißt es Kap der
Guten Hoffnung, dreht der Kapitän hart nach Backbord und kratzt
die Kurve ... etwas zu eng. Das Containerschiff läuft auf Grund
und schlägt Leck. Die Fahrt stoppt abrupt.
Das war die Situation der Weltfinanzmärkte im September 2008.
Lehman Brothers war Pleite gegangen während Immobilienderivate
mit höchster Geschwindigkeit die Eigentümer wechselten. Das
Weltfinanzsystem war Leck geschlagen.
Umgehend wurden Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Das Leck wurde
geflickt, einige Großbanken und der weltgrößte Versicherer AIG
wurden gerettet. Anschließend wurde das Containerschiff durch
eine extrem aufwendige Hilfsaktion wieder flott gemacht, neu
betankt, die Schiffsschraube wurde repariert und das Schiff
wurde wieder in tiefere Gewässer gezogen. TARP-Hilfen,
Generalgarantien und Leitzinssenkungen waren willkommene Hilfen
für die Finanzmärkte. Wenngleich die Konjunktur noch still
stand so halfen diese Hilfen doch, wenigstens das Finanzsystem
am Laufen zu halten.
Und schließlich wurde in einem dritten Schritt das
Containerschiff durch eine konzertierte Aktion vieler kleiner
Schiffe angeschoben, damit es schneller wieder an Fahrt gewann
als aus eigener Kraft möglich. Hier kommen die Konjunkturhilfen
ins Spiel. Alle Industriestaaten der Erde haben ihre
Staatsverschuldung nach oben geschraubt und eine künstliche
Nachfrage geschaffen, die zu einem Konjunkturaufschwung führte.
(Ich habe gestern auf meiner Blog-Seite einen Artikel zur
Staatsverschuldung geschrieben:
http://www.heibel-unplugged.de/1290,marktkommentar-deutsche-
fiskaldisziplin-besser-als-ihr-ruf/)
Nun kommen die Bären wieder zu Wort: „Um Gottes Willen, eine
künstlich geschaffene Nachfrage kann niemals nachhaltig sein!“
wird da gerufen und man bereitet die Anleger auf den nächsten
Crash vor, der genau dann auftreten soll, wenn die
Konjunkturprogramme auslaufen.
Ich kann diese unverbesserlichen Pessimisten nur auf’s
schärfste Kritisieren: Der Crash liegt HINTER uns, nicht VOR
uns! Das Containerschiff hat wieder Fahrt aufgenommen und wenn
die Schlepper sich abnabeln, dann wird es relativ normal bis an
seinen Zielhafen weiterfahren. Und es wird mit dem flicken am
Schiffsrumpf noch einige male hin und her fahren können, bevor
es außer Dienst gestellt werden muss, weil der Flicken
vielleicht nicht mehr instand zu halten ist.
Und so hat auch die Konjunktur an Fahrt gewonnen und wird nicht
zum Stillstand kommen, wenn die Konjunkturprogramme, die
übrigens auf einige Jahre ausgelegt sind, auslaufen. Die
Privatwirtschaft wird nahtlos in solche Programme einsteigen
und sie fortführen. Die Konjunktur ist viel abhängiger von der
Stimmung der Privatwirtschaft als dies Statistiker zeigen
können. Und ein angelaufener Aufschwung schafft sich seine
Nachfrage, nährt sich selbst, bis wieder ein Zenit erreicht
ist. Und bis dahin ist es noch eine Weile hin.
Viele Unternehmen haben die Krise nutzen können und haben sich
von überflüssigem Bauchspeck getrennt. Diese Unternehmen sind
nun in der Lage, mit wesentlich weniger Umsatz schon Gewinne
einzufahren als dies vor der Krise der Fall war. Und diese
Unternehmen werden noch immer auf einem niedrigen Niveau
bewertet, weil sie ja heute viel weniger „Umsatz“ machen als
vor der Krise. Doch Umsatz macht Arbeit, Gewinn macht Freude
heißt eine Unternehmerweisheit und im Jahr 2010 werden
Analysten überrascht feststellen, dass viele Unternehmen mit
wesentlich weniger Umsatz den gleichen Gewinn erzielen können
wie vor der Krise.
Und für die Bewertung einer Aktie ist der Gewinn maßgeblich,
nicht der Umsatz. Im Jahr 2010 werden wir also erleben, wie
Aktienkurse überproportional zur Konjunkturentwicklung
ansteigen.
Im Jahr 2009 hatte ich noch den einen oder anderen ETF im
Portfolio, denn das Risiko von Pleiten bei Einzelwerten war
groß. Im Jahr 2010 werde ich nunmehr nur noch auf Einzeltitel
setzen, denn gerade dort sind immer wieder eklatante
Unterbewertungen zu finden, die sich im Laufe der nächsten
Monate durch Kursanstiege aufheben sollten. Das Risiko von
Pleiten hingegen ist nunmehr sehr gering.
Wir befinden uns in einem Bullenmarkt und je heißer die
Spekulation, desto größer die Kurschancen bei vergleichsweise
geringem Risiko. Es lohnt sich also, wieder etwas spekulativer
vorzugehen.
Ich widerspreche hier übrigens William Gross, dem Manager des
weltweit größten Anleihenfonds, der im weiteren Jahresverlauf
ein böses Erwachen fürchtet. Seiner Einschätzung nach wird das
Auslaufen der Staatshilfen, der Konjunkturprogramme und der
Notenbanksubventionen nicht von der Privatwirtschaft
aufgefangen werden können. Sie können seine Einschätzung (auf
Englisch) hier lesen:
http://www.pimco.com/LeftNav/Featured+Market+Commentary/IO/2010
/Let%E2%80%99s+Get+Fisical+January+2010.htm
Ich habe mich aber bewusst für das Bild des Containerschiffs
entschieden, denn immer wieder hat die Privatwirtschaft mit
ihrer Kreativität überrascht. Und meine Analyse diverser
Einzeltitel zeigt mir einfach, wie gesund diese Unternehmen
dastehen und wie leicht es ihnen im Jahr 2010 fallen wird, die
Gewinnerwartungen zu übertreffen.
Ein wenig meiner Euphorie war bereits in den ersten Tagen
dieses Jahres an den Börsen zu sehen. Schauen Sie sich einmal
die Entwicklung der wichtigsten Börsenindizes seit Weihnachten
an:
INDIZES 7.1.10
Dow Jones 10.606 1,3%
DAX 6.019 1,0%
Nikkei 10.681 2,9%
Euro/US-Dollar 1,431 -0,2%
Euro/Yen 133,46 1,6%
10-Jahre-US-Anleihe 3,82% 0,1%
Umlaufrendite Dt 3,09% 0,2%
Feinunze Gold USD $1.131,00 4,1%
Fass Crude Öl USD $82,65 7,8%
Baltic Dry Shipping I 3.259 6,4%
Bei schwachem Handelsvolumen war die Stimmung überwiegend
bullisch, die Kurse sind weiter leicht angestiegen. Auch die
Sentimentdaten spiegeln diese Entwicklung wieder, wobei in der
ersten Handelswoche des neuen Jahres sehr schnell wieder ein
hohes Handelsvolumen erreicht wurde.
SENTIMENTDATEN
ANALYSTEN:
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):
Kaufen / Verkaufen
11.-18. Dez (280): 82% / 18%
18.-25. Dez ( 83): 82% / 18%
25.12.-1.1. ( 16): 44% / 56%
01.-08. Jan (189): 77% / 23%
ANALYSTEN KAUF
Novartis, Dt. Euroshop, Telefonica
ANALYSTEN VERKAUF
Dt. Telekom, Krones, Klöckner
PRIVATANLEGER:
Woche vor Weihnachten: 73% Bullen
Zwischen den Jahren: 72% Bullen
Aktuell 62% Bullen (-9%, 90 Stimmen)
Durchschnittlich erwarteter DAX-Endstand für heute: 6.008
PRIVATANLEGER KAUF
Commerzbarnk, Citigroup, Solarworld
PRIVATANLEGER VERKAUF
Hewlett Packard
Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt: http://www.sharewise.com?heibel
JAHRESBILANZ 2009 DES HEIBEL-TICKERS
Wie jeder gute Börsendienst werde auch ich eine Jahresbilanz
ziehen. Wie immer weise ich jedoch darauf hin, dass ich von den
absoluten Performance-Zahlen nicht viel halte. Viel wichtiger
war es im abgelaufenen Jahr, Sie zur richtigen Zeit zum
Aktienkauf zu motivieren und da hatten Sie mit dem Heibel-
Ticker gegenüber allen anderen Börsendiensten die Nase vorn.
Hier die Statistik: 25 verschiedene Aktien wurden von mir im
vergangenen Jahr empfohlen, über meine Strategie des
schrittweisen Kaufens und Verkaufens ergaben sich 43 Kauf- und
45 Verkaufsempfehlungen. Durchschnittlich befanden sich 10
Titel in der Beobachtungsliste, fünf langfristige und fünf
spekulative.
Sämtliche Ergebnisse aufsummiert ergibt sich eine
Jahresperformance von 235,4%, da sich aber stets rund 10
Positionen im Portfolio befanden müssen wir diese Ziffer durch
10 teilen: Hätten Sie stets gleich hohe Beträge in meine
Empfehlungen gesteckt, dann hätten Sie ein Jahresergebnis von
23,5% erzielt.
Damit haben wir zwar den Dow Jones (18,8%), aber nicht den DAX
(23,8%) geschlagen. 33 Verkäufe fanden mit einem Gewinn statt,
12 mit einem Verlust.
Ich habe Ihnen die Liste der Transaktionen ins Internet
gestellt, Sie können die Liste einsehen unter
http://www.heibel-ticker.de/Perf2009.htm
Wie eingangs erläutert ist die Zeit vorbei, in der Sie auf
einen Index setzen konnten, der dann, wie der DAX, um 23,8%
ansteigt. Im Jahr 2010 wird es viel wichtiger sein, die guten
Unternehmen einer Branche herauszukristallisieren.
Es gibt einige Trends, wie beispielsweise die ansteigende
Nachfrage nach Smartphones (Research in Motion, Apple, Palm,
Google), die ansteigende Nachfrage nach Energie (steigender
Ölpreis, Chevron, Statoil, BP, Transocean) und die weitere
Gesundung des Finanzsektors (Citigroup, Goldman Sachs, Deutsche
Bank) wie auch ein weiteres Anziehen der chinesischen
Konjunktur (China Mobile, China Telekom, China Unicom) und ich
werde für jedes Thema, das ich erkenne, den meiner Ansicht nach
besten Kandidaten für Ihre Aktienanlage herausfiltern.
Aus diesem Grund halte ich die heutige Monatsbetrachtung der
Indizes (siehe nächstes Kapitel) recht kurz. Viel mehr Sorgfalt
habe ich in die Betrachtung der Einzelwerte im Kapitel 06
gesteckt. Dort sollten Sie sich heute ein wenig Zeit für
nehmen.
Zu einem generellen Jahresausblick mit konkreten Prognosen
lasse ich mich nicht überreden. Ich denke, dass wir mit
gezielten Aktieninvestments in die sich aufzeigenden Trends
wesentlich besser liegen werden als wenn ich heute versuche,
die Welt von morgen zu beschreiben.
AKTUELLE MELDUNG: SCHLECHTE ARBEITSMARKTDATEN IN DEN USA
Heute Mittag wurden in den USA schlechte Arbeitsmarktdaten
veröffentlicht. Obwohl die allwissenden Volkswirte mit einer
positiven Zahl gerechnet hatten gingen 85.000 Arbeitsplätze
verloren. Oh Schreck. Wenn Sie sich jedoch die Entwicklung der
vergangenen Monate betrachten dann werden Sie feststellen, dass
es sich hierbei nur um eine unbedeutende Rundungsungenauigkeit
handelt. Die USA ist weit entfernt von den 700.000
Arbeitsplätzen, die noch Anfang 2009 verloren gingen. Und ob
nun eine schwarze oder rote Null, oder aber eine kleine
negative Zahl geschrieben wird, ändert nichts an der
Entwicklung: Die Konjunktur erholt sich und der Crash liegt
hinter uns.
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03. AUSBLICK: MONATSBETRACHTUNG DOW JONES, DAX, NIKKEI,
US-DOLLAR, YEN, ÖL, GOLD
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.
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In den vergangenen Monaten habe ich das Angebot insbesondere
für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS deutlich
verbessert. Im Kundenbereich im Internet gibt es nun
- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen
- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen
- die Möglichkeit, sämtliche Kommentare und Analysen zu den
einzelnen Empfehlungen sowie zu den Indizes, Währungen und
Rohstoffen Gold & Öl als PDF Datei herunterzuladen
- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen
Positionen anzeigen lassen.
- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.
Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.
Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, daß ich mit
diesen Änderungen einen echten Mehrwert geschaffen habe.
Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem
Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich
freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.
Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein
Jahresabonnement sowie eine Vergünstigung auf sämtliche
Sonderanalysen, die während Ihrer Abolaufzeit von mir
veröffentlicht werden.
Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den
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04. KOLUMNEN-TICKER: ROTH & RAU, K+S, ASIAN BAMBOO, METRO
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VORBEMERKUNG: Immer mehr Internetseiten werden auf den Heibel-
Ticker aufmerksam und ich werde immer wieder gebeten, kolumnen
auf anderen Seiten zu schreiben. Ich möchte Sie, liebe Leser
und Kunden des Heibel-Tickers, nicht mit täglichen E-Mails voll
schütten, sondern stelle Ihnen einmal pro Woche das wichtigste
zusammen. So ist der eine oder andere Artikel aus diesem
Kapitel schon ein paar Tage alt, dafür aber bleiben Sie rundum
über meine Markt- und Aktieneinschätzungen informiert. Ich
hoffe, Sie sind mit der Vorgehensweise einverstanden.
ROTH & RAU:
Roth & Rau hat diese Woche bekannt gegeben, dass die Landesbank
Baden-Württemberg (LBBW) ihren Stimmrechtsanteil an dem
Unternehmen unter die meldepflichtige Schwelle von 3% gesenkt
hat. Sofort schellen bei vielen Anlegern die Alarmglocken:
Warum trennt sich die LBBW von ihrem Anteil? Sollte die Bank
etwa von der Zukunftsfähigkeit von Roth & Rau nicht mehr
überzeugt sein? Und das Ganze so kurz nach dem gescheiterten
Klimagipfeln von Kopenhagen ...
...nein, da kann ich Sie beruhigen: Der Verkauf der Anteile
durch die LBBW ist meiner Einschätzung nach eher auf die
hausinternen Probleme der LBBW zurückzuführen als auf die
Geschäftsaussichten von Roth & Rau. Die Landesbanken mussten in
den vergangenen Monaten ihre Beteiligungen deutlich
herunterfahren.
Aber dennoch: Der gescheiterte Klimagipfel von Kopenhagen hat
ein deutliches Signal an die Solarbranche geschickt: Lernt
möglichst schnell für euch alleine zu sorgen! Die Netzparität,
also die Bereitstellung von Solarstrom zu einem
wettbewerbsfähigen Preis, kann in einigen speziellen Fällen
bald erreicht werden, so dass die politische Förderung der
Solarenergie künftig weniger kriegsentscheidend sein wird.
Vielmehr rüsten sich die großen Solarunternehmen, die
Skalenerträge (günstigere Stückkosten durch Massenfertigung)
noch stärker auszunutzen.
Die Preise für Solarmodule sind in den vergangenen Monaten
kräftig gepurzelt und die Solarbranche steht auf der Schwelle
von einem forschungsgetriebenen Markt zu einem Massenmarkt.
Immer größere Fertigungsanlagen mit moderneren Maschinen werden
gebaut und Roth & Rau wird von diesem Trend profitieren.
Die Branche ist also trotz, oder gerade durch die gescheiterte
Klimakonferenz in Kopenhagen an einem Scheidepunkt: Kleine
Solarunternehmen werden in den nächsten zwei bis drei Jahren zu
Übernahmekandidaten. Große Unternehmen müssen in größere
Fertigungsanlagen investieren, um die Stückkosten weiter zu
senken. „Eine steigende Flut hebt alle Boote“ könnte man zu
Roth & Rau sagen.
Doch ein Blick in die Geschäftslage zeigt mir, dass es bessere
Unternehmen gibt, die von der von mir erwarteten
Investitionswut in der Solarbranche profitieren werden. Der
Umsatz wird im abgelaufenen Jahr um ca. 26% auf etwa 200 Mio.
Euro zurückgegangen sein. Der Auftragseingang ist sehr gering,
Mitte November betrug der Auftragsbestand 134 Mio. Euro. Ich
erwarte für das Jahr 2009 ein KGV von 28 und für das gerade
begonnene Jahr 2010 nur wenig Besserung. Der von mir erwartete
starke Auftragseingang sollte erst in der zweiten Jahreshälfte
beginnen, so dass bei den langen Projektlaufzeiten nur wenig
Umsatzpotential für das laufende Jahr besteht. Lagen die
Wachstumsraten 2007 und 2008 noch bei über 80% und 100% resp.
ist nach dem jüngsten Umsatzeinbruch also gerade einmal mit
einer kleinen Erholung um ca. 10% zu rechnen. Das reicht nicht,
um das KGV von 28 zu rechtfertigen.
Fazit:
Mit Roth & Rau machen Sie nichts verkehrt, denn das Unternehmen
wirtschaftet profitabel, hat eine gesunde Bilanz (70 Mio. Euro
Nettocash) und eine gute Marktposition. Doch es gibt meiner
Einschätzung nach besser positionierte Solaranlagenbauer – und
vielleicht war das auch der Hintergrund der Entscheidung der
LBBW, ihren Anteil zu verringern.
KALI UND SALZ:
Gestern „Untergewichten“, heute „Kaufen“ für K+S, sagt Merrill
Lynch-Analyst
Die Aktien von K+S notierten bereits am Dienstag mit 7,5% im
Plus und waren damit die DAX-Gewinner des Tages. Grund ist der
Sinneswandel eines amerikanischen Analysten, der sein
Weltuntergangsszenario vor dem Hintergrund einer
Wirtschaftskrise in eine Lobeshymne wandelte, da er nunmehr
einen Konjunkturaufschwung erwartet.
Kali und Salz (K+S) bietet das Unternehmen an. Der Begriff Kali
kommt aus dem Arabischen und steht für Pflanzenasche. Vor
zweihundert Jahren wurde erstmals Kalium gewonnen,
witzigerweise nannte es der englische Entdecker nach dem
deutschen Begriff „Pottasche“ dann „Potassium“. Kali, bzw.
Potash eignet sich ausgezeichnet als Düngemittel und so
konkurriert K+S auf diesem Gebiet weltweit mit US-
amerikanischen Düngemittelanbietern wie Potash, Agrium und
Mosaic.
Zu Salz brauche ich keine weitere Erklärung bringen, denke ich.
Es steht bei Ihnen zu Hause auf dem Esstisch. K+S ist im
vergangenen Jahr durch die Übernahme des amerikanischen
Salzherstellers Morton Salt zum weltweit größten Salzanbieter
avanciert.
Noch im Oktober habe ich im Rahmen meines Heibel-Ticker
Tradingmonats K+S erfolgreich als Short-Idee empfohlen. Die
Agrarmärkte dümpelten vor sich hin, ein nachhaltiger
wirtschaftlicher Aufschwung wurde von den meisten
Marktteilnehmern in Frage gestellt und der Kali-Markt saß auf
Überkapazitäten. Da ist K+S als Premium-Anbieter mit zwar einem
hochqualitativen Produkt, jedoch auch hohen Preisen, der erste,
der den Sparzwang der Bauern zu spüren bekommt. Zusätzlich
befand sich das Unternehmen in Verhandlung mit dem Großkunden
China und wenn die Chinesen eines können, dann ist es Preise
drücken. Kurz vor dem Jahreswechsel schloss K+S schließlich
einen langfristigen Liefervertrag mit China ab. Der Preis von
350 US$ je Tonne Kali lag jedoch weit unter den schlimmsten
Befürchtungen der Analysten und der Kurs von K+S gab weiter
nach.
Neues Spiel, neues Glück, ruft der Mann auf dem Rummelplatz:
Das Neue Jahr sieht für K+S ganz anders aus. Die 350 US$ je to
dienen nun als kalkulatorische Untergrenze für das Kali-
Geschäft. Weiter kann der Preis selbst im schlimmsten Fall
nicht fallen. Und die ersten Konjunkturdaten des jungen Jahres
lassen auf eine Wiederbelebung der Agrarmärkte schließen, so
dass der zuvor besonders stark betroffene Premium-Anbieter nun
besonders stark profitieren dürfte.
K+S hat also in der Krise kräftig Kosten eingespart. Die
zurückgefahrenen Produktionskapazitäten können zu geringen
Kosten wieder aktiviert werden, so dass eine ansteigende
Nachfrage im Potash / Kali-Markt unmittelbar zu
überproportional steigenden Gewinnen führt. Der Analyst von
Merrill Lynch (inzwischen eine Tochter der Bank of America) hat
sein Votum daher von „Untergewichten“ auf „Kaufen“ geändert und
setzt die Aktie gleich noch auf die Liste der Top-Europa-Aktien
(Europe 1).
Meine persönliche Einschätzung: Mit einem KGV 2010e von 22 ist
das Unternehmen schon ambitioniert bewertet. Ich würde nicht
alles auf eine Karte setzen, sondern höchstens eine kleine
Spekulation auf K+S spielen und vor einem weiteren Engagement
abwarten, ob die Entwicklung auf den Agrarmärkten nachhaltig
ist.
ASIAN BAMBOO:
Rasantes Wachstum bei Asian Bamboo: Bambus wächst 1,5 Meter pro
Woche.
Sie suchen ein solides chinesisches Unternehmen, für das Sie
nicht über den wenig entwickelten chinesischen Kapitalmarkt
gehen müssen? Dann sollten Sie sich Asian Bamboo etwas näher
anschauen. Mit einer Eigenkapitalquote von über 80%, einer
Nettoliquidität von über 20 Mio. Euro und einem Umsatzwachstum
von 30% p.a. gehört dieses Unternehmen zu den absoluten
Wachstumsunternehmen.
Doch hinter dem Geschäftsmodell stecken nicht innovative
Technologien oder pfiffige Patente, sondern das ganz
langweilige Geschäft des Bambus-Anbaus. Bambus ist ein Stoff,
den ich mir vor einigen Monaten bereits einmal näher angesehen
habe. Er eignet sich für den Gerüstbau, für die Möbelindustrie
und findet immer mehr Anwendungen auch als Rohmaterial für
Papier, Bodenbeläge und sogar Textilien.
Das chinesische Agrarsystem ist sehr zerklüftet: Alles Land
gehört dem Staat, der es an die Bauern für 20 Jahre verpachtet.
Die Pacht ist vorab zu zahlen. Das kostet ungefähr 5.000 Euro
je Hektar Land. Für viele Bauern wird es zunehmend schwerer,
diesen Betrag aufzubringen. Asian Bamboo springt hier ein,
pachtet das Land und stellt die Bauern auf freiberuflicher
Basis an.
Anschließend wird der Bambus auf dem chinesischen Markt
verkauft. Da Asian Bamboo das bislang einzige Unternehmen ist,
das diesen zerklüfteten Markt bearbeitet, gibt es eine Menge
Einsparpotential in der Abwicklung und noch viel mehr
Entwicklungspotential bei den Anwendungen. Der Preis von Holz
steigt, die Anbauflächen sind begrenzt und das bislang beste
Substitut, technische Kunststoffe, wird durch den steigenden
Ölpreis immer teurer. So wird es meiner Einschätzung nach
weiterhin leicht sein, weitere Absatzmärkte für Bambus zu
erschließen.
Mitte Dezember gab das Unternehmen bekannt, seine Anbauflächen
um 10% vergrößert zu haben, die neu gepachtete Fläche werde ab
Mitte diesen Jahres Erträge bringen. Und die Erträge können
sich sehen lassen: Die Bruttorendite liegt bei 47%. Das KGV
2010e liegt bei 9, in meinen Augen ist das viel zu niedrig für
ein profitables Umsatzwachstum von 30%.
Seit ich die Aktie im Juni meinen Kunden empfahl, wenn auch
damals nur als Tradingidee, hat sich der Kurs verdoppelt.
Inzwischen hat das Unternehmen gezeigt, dass es einen stabilen
Markt bearbeitet und dass die exorbitanten Wachstumsraten der
Vergangenheit auf absehbare Zeit wohl beibehalten werden
können.
Einziger Hasenfuß: Die Aktie ist in Deutschland gelistet. Auf
den ersten Blick ist das für uns natürlich ein Vorteil, doch
ich habe zu viele kanadische Minengesellschaften an der
Deutschen Börse notieren sehen, die mit einem Papierzauber die
Kurse trieben und am Ende kein wirkliches Geschäft hatten. So
bin ich auch bei Asian Bamboo sehr vorsichtig an die Analyse
herangegangen: Warum listet sich das Unternehmen nicht einfach
in Peking oder Shanghai? Aber die Antwort ist schnell gefunden:
Die dortigen Kapitalmärkte sind noch nicht so entwickelt wie
unserer und für ein solides Unternehmen hält die Notierung an
der Deutschen Börse viele Vorteile bereit, nicht zuletzt den
Zugang zu mehr Investoren.
Fazit:
Bambus wächst schnell und so schnell wächst auch Asian Bamboo.
Die Geschäftsentwicklung ist gut prognostizierbar, da die
Wachstumsgeschwindigkeit von Bambus eben bekannt ist und der
Markt über sehr stabile Preise verfügt. Auch die langfristigen
Pachtverträge, die im Voraus bezahlt werden, tragen zum guten
Bild des Unternehmens bei. Wenn Sie also am chinesischen
Wachstum teilnehmen möchten, dann können Sie sich meiner
Ansicht nach eine Investition in Asian Bamboo überlegen.
METRO UND MEDIA MARKT:
Metro Tochter Media Markt fragt: Sind die Chinesen blöd?
Ca. 1,5 Mrd. Euro soll Schätzungen zufolge die geplante
Eröffnung von rund 100 Media Markt Filialen in China in den
nächsten fünf Jahren kosten. Bei einem erwarteten Konzerngewinn
(EBIT) von 2 Mrd. Euro im Jahr 2009 ist es erstaunlich, wie
groß die Investition des Konzerns in die Elektroniksparte ist,
die nicht einmal ein Drittel des Konzernumsatzes beisteuert.
Es handelt sich in meinen Augen um die Flucht nach vorne. Und
ich gebe dem Konzern gute Chancen, denn wie kein anderes
Unternehmen hat der Media Markt es verstanden, die Hersteller
mit ins Boot zu holen. Lassen Sie mich ein wenig ausholen:
Wann haben Sie das letzte Mal ein elektronisches Gerät aus
einem Elektronikgeschäft getragen? Wo haben Sie Ihren
Flachbild-TV gekauft? Wo den DVD-Player? Und wo haben Sie Ihre
Digitalkamera her? Ich kann Ihnen sagen, wo ich diese Dinge
gekauft habe: Online. Die Informationen im Internet sind
einfach viel qualifizierter, viel detaillierter, als sie von
irgendwelchen Verkäufern, die einige hundert im Sortiment
befindliche und ständig wechselnde Produkte im Kopf haben
müssen, sein können. Ganz abgesehen vom Preis, der bei
Internetshops meist günstiger ist als beim Media Markt:
Internetshops müssen keine Ladenmiete auf die Verkaufspreise
umschlagen.
Warum also sterben die Elektronikgeschäfte in unseren Städten
nicht aus? Nun, ich mag zu den Vorreitern gehören, wenn ich
kaum noch in Geschäften kaufe. Doch die Pleite von Karstadt hat
gezeigt, dass das Geschäftsmodell einer breiten Produktpalette
auf teurem Grund mit gut ausgebildeten Fachverkäufern ein
Auslaufmodell ist.
Metro hat sich andere Einnahmequellen erschlossen: Es nimmt
Miete von den Herstellern der Geräte. Wenn also Samsung
Flachbild-TVs verkaufen möchte, dann muss es dem Media Markt
nicht nur einen guten Einkaufspreis bieten, sondern verhandelt
gleichzeitig noch über die Quadratmeterzahl der Ladenfläche,
auf denen die Samsung-Geräte ausgestellt werden.
Der Media Markt geht noch weiter: Warum das eigene
Verkaufspersonal auf die verschiedenen Produkte schulen, wenn
Samsung doch auch das eigene, fachlich qualifizierte Personal
in die Verkaufsfilialen schicken kann? So laufen in der
Abteilung für Flachbild-TVs einige Samsung-Experten herum, die
Ihnen genau erklären können, warum die Samsung-Geräte besser
sind als die von Sony oder Sharp. Und zum anderen laufen dort
Media Markt Angestellte herum, die über die Details der Geräte
kaum etwas wissen, aber die Kasse perfekt bedienen können und
sogar das korrekte Verbuchen von Prozenten und Sonderaktionen
beherrschen.
Der Media Markt hat eines erkannt: Neutrale Informationen holt
man sich heute im Internet. Wer in den Elektromarkt geht, der
möchte nur einen Überblick über die verfügbaren Geräte haben
und diese einmal anschauen / anfassen. Das geht nämlich im
Internet nicht.
Vor zehn Jahren, als ich in den USA lebte, habe ich mich über
dieses Geschäftsmodell aufgeregt und lobte die Karstadt-
Fachverkäufer. Allerdings habe ich damals schon mit Wehmut in
Aussicht gestellt, dass das Modell Karstadt ein Auslaufmodell
ist. So wird es in weiteren zehn Jahren auch in China aussehen:
Heute ist der Elektrohandel dort zerklüftet, die Marktführer
haben nicht über 6% Marktanteil. Mit dem Media Markt Konzept
lässt sich der chinesische Markt vielleicht aufrollen.
Für die Metro Aktie ist das natürlich eine Belastung, ein
Risiko. Das Geschäft im Hauptsegment Cash & Carry macht
Probleme und CEO Cordes hat händeringend nach einer neuen
Strategie gesucht. Das KGV 09e liegt bei 18 und ist damit schon
für das geringmargige Geschäft angemessen. Mit Wachstumsraten
von rund 15% p.a. und einer Dividendenrendite von 2,8% ist das
Unternehmen in meinen Augen fair bewertet. Es wird dauern, bis
das Abenteuer China einen positiven Ergebnisbeitrag liefern
wird. In meinen Augen ist die heutige Meldung also positiv zu
werten, reicht aber nicht aus, dem Kurs Beine zu machen. Im
Gegenteil, es wird offensichtlich, wie schwer und teuer es ist,
das Geschäft auszubauen. Und das zeigt sich im derzeitigen
Kursminus.
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05. LESERFRAGE: APOTHEKER-UND ÄRZTEBANK
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Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage
veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen
Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens
100 Mio. Euro bzw. USD.
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FRAGE:
Lieber Stephan,
mit großer Freude lese ich Deinen Börsenbrief… und habe nun
folgende Frage:
Ich besitze bei der deutschen Apotheker- und Ärztebank einige
Geschäftsanteile. Die Genossenschaftsbank teilte mir mit, dass
ich bei Konkurs alle Anteile verlieren würde und den Betrag
nochmals zuschießen müsste.
Laut Medien ist die Bank in einer Schieflage. Daher überlege
ich, alle Geschäftsanteile zu kündigen – laut Satzung wäre dies
aber erst zum 31.12.2011 möglich.
Was würdest Du raten?
Danke und Gruß, Bene aus Luzern
ANTWORT:
Ich habe mir nun einiges über die jüngsten Probleme der Apo-
Bank durchgelesen, aber so richtig schlau bin ich dadurch nicht
geworden. Provisionseinnahmen sind um 35 Mio. Euro im ersten
Halbjahr 2009 gesunken. Die Risikovorsorge für Kredite ist um
22 Mio. Euro gestiegen. Das beides sind Schritte aus denen ich
erkennen, dass die Bank nun vorsichtiger vorgeht, weniger
strukturierte Finanzprodukte verkauft und ihre
Kreditbetrachtung überarbeitet hat. Vor dem Hintergrund, dass
bereits im vergangenen Jahr Abschreibungen auf die
Strukturierten Finanzprodukte vorgenommen wurden, die laut
Unternehmensangaben mehr als ausreichend gewesen sein sollen,
könnte die Apo-Bank nun, wenn man den Unternehmensangaben
glaubt, eine solide Bilanz haben.
Doch die Frage ist, ob nochmals Probleme aus der Vergangenheit
auftauchen, die heute nicht bekannt sind: Der
Vorstandsvorsitzende sowie der Finanz- und Risikomanagementchef
haben das Unternehmen verlassen. Ihnen wird vorgeworfen, die
Situation beschönigt zu haben. Der neue Chef Herbert Pfennig
hat nun sein bestes getan, die Apo-Bank wieder auf das alte
Geschäft zu trimmen: Einlagen- und Kreditgeschäft. Er möchte
das Geschäft mit den Strukturierten Finanzprodukten bis 2014
halbieren.
Über Herbert Pfennig weiß ich leider nichts, daher kann ich
nicht abschätzen, ob sein Vorhaben erfolgsversprechend ist. Die
Richtung, die er ausgerufen hat, stimmt zumindest.
Ungeachtet dieser Entwicklungen würde ich mir überlegen, ob
eine Beteiligung in Form von Genossenschaftsanteilen, die man
nur mit einer so langen Kündigungsfrist versilbern kann, Dir
die nötige Flexibilität gibt, mit Deinem Geld zu tun und zu
lassen, was Du willst. Mir wäre das zu lange.
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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.
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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst. Selten sind diese
Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie
einmal die Woche dort hinein schauen.
Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am
oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titel aktuelle
Anmerkungen erstellt wurden.
Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie
angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den
spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen
Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine
Risikostreuung berücksichtigen.
Unter „Änd“ steht die Gesamtveränderung seit Empfehlung. Unter
„Woche“ steht die Änderung zur Vorwoche. Unter „Empf.“ steht
die Empfehlung, ob diese Position zu
H - Halten,
K - Kaufen,
NK – Nachkaufen,
V – Verkaufen,
TV - Teilverkaufen ist oder mit einem
SL - Stopp Loss
KL - Kauflimit oder
VL - Verkaufslimit versehen werden sollte.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.
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Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des
Heibel-Tickers Stephan Heibel.
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verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine
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Stephan Heibel
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
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Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
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