H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D
F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N
- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
7. Jahrgang - Ausgabe 12 (23.03.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)
I N H A L T
01. INFO-KICKER: JAGD AUF MUPPETS
02. SO TICKT DIE BÖRSE: RISC ON – RISC OFF
03. AUSBLICK: MEIN FAVORIT DER FLUGZEUGBAUER
04. WUNSCHANALYSE: EADS
05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: TOM TAILOR UND RHEINMETALL
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG
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01.INFO-KICKER: JAGD AUF MUPPETS
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Liebe Nicht-Muppets,
Goldman Sachs geht auf Muppet-Jagd. Zumindest hat das
Unternehmen angekündigt, alle E-Mails im Unternehmen nach
diesem Begriff zu durchsuchen und entsprechende Mitarbeiter,
die von Kunden abschätzig als „Muppets“ geschrieben haben, wie
von einem Ex-Goldman Manager aufgedeckt wurde, zur Rechenschaft
zu ziehen (sprich: zu entlassen).
Ein Aufschrei ging durch die US-Finanzwelt, als bekanntwurde,
dass die hochgeschätzten Kunden von Goldman Sachs intern
mitunter als Muppets bezeichnet wurden, an denen in erster
Linie Goldman Sachs verdienen wolle – nicht das Kundeninteresse
stünde im Vordergrund der Geschäftsbeziehung.
Also, liebe Kunden des Heibel-Ticker, oder auch liebe „Nicht-
Muppets“, wie ich aus Überzeugung sagen kann: Diese Woche hat
sich der Vorteil unseres diversifizierten Ansatzes gezeigt.
Während der DAX um 2,3% eingebrochen ist, hat unser Portfolio
nur 0,5% nachgegeben. Das lag zum einen an den defensiven
Komponenten, die wir trotz der wenigen Positionen aufgenommen
haben und zum anderen am Erfolg der Sondersituationen, auf die
wir derzeit setzen. Tradingideen und die spekulativen
Positionen haben sich ordentlich entwickelt.
Im heutigen Rückblick zeige ich Ihnen, dass die „Risc On – Risc
Off“ Diskussion ins Jahr 2011 gehört, nicht ins Jahr 2012. Dass
Sie diese Begriffe noch immer in der Finanzpresse finden zeigt,
wie ahnungslos viele Kommentatoren sind.
Zudem hat ein Jochen Steffens in seinem Steffens Daily den
Werdegang der entstandenen Rohstoffpanik dieser Woche genau
recherchiert: Es wurden bullische Worte aus dem Kontext
genommen und als Argument für Panikmache verwendet. Daran ist
schön zu sehen, wie oftmals nicht die Meldung wichtig ist,
sondern das Marktumfeld, in dem die Meldung veröffentlicht
wird.
Im heutigen Ausblick stelle ich Ihnen meinen Lieblings-
Flugzeugbauer vor. Ja, wenn ich auch in der Wunschanalyse zu
EADS in Kapitel 04 die Aktie dieses europäischen Unternehmens
als kaufenswert bezeichne, so gibt es noch eine andere Aktie,
die mir noch viel besser gefällt. Die Details dazu finden Sie
in Kapitel 03.
Im Fernsehen wurde ich diese Woche nach Tom Tailor und nach
Rheinmetall gefragt. Rheinmetall steht vielleicht vor einer
Sondersituation, der möglichen Ausgliederung der
Automobilsparte, was dem Aktienkurs Beine machen sollte. Bei
Tom Tailor habe ich die Zahlen selbst betrachtet und kam zu
einem durchwachsenen Meinungsbild.
Doch wenn man sich die Geschäftspolitik betrachtet, dann fällt
auf, dass Tom Tailor insbesondere im vierten Quartal 2011 viele
neue Shops eröffnet hat. Ich habe den Eindruck, dass hier einen
Gang hochgeschaltet wurde, ohne dass die Profitabilität
gehalten werden kann. Zudem dümpelt der Internetauftritt, der
noch 2010 als Kernbereich definiert wurde (damals +31%), mit
einem mageren Wachstum von nur noch 13% vor sich hin. Ich hatte
schon vor einiger Zeit auf die fehlende Strategie für diesen
Bereich hingewiesen.
Nun, also sind die Zahlen auf den zweiten Blick wesentlich
kritischer zu sehen als ich zunächst vermutete.
Wie immer werden einige wichtige Updates von dieser Woche in
Kapitel 06 abgedruckt.
Nicht vergessen, dieses Wochenende wird uns eine Stunde
geklaut. Montag also früh aufstehen! Ich wünsche ein schönes
Wochenende.
Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts120323.pdf
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,
take share, Ihr
Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker
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02. SO TICKT DIE BÖRSE: RISC ON – RISC OFF
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Manchmal sind die Märkte einfach heiß gelaufen, und die nächste
Meldung wird zum Anlass für einen Ausverkauf genommen. Diese
Woche waren es Bemerkungen eines BHP-Managers im Rahmen einer
australischen Rohstoffkonferenz, der betonte, dass die
nachlassende Nachfrage nach Eisenerz seitens Chinas nicht das
aggressive Investitionsprogramm des Unternehmens
beeinträchtige. Veröffentlicht wurde das
Informationsmosaik, dass die Nachfrage nach Eisenerz seitens
Chinas nachlässt.
So haben die Marktteilnehmer diese Woche in diesem Jahr
erstmals ihre rosaroten Brillen abgenommen und schauten sich
sämtliche Meldungen wesentlich skeptischer an als in diesem
Jahr bislang üblich. Doch wer nun Erinnerungen an 2011 hat, der
liegt falsch.
Im Jahr 2011 wurde ein Ausverkauf wie diese Woche als Beginn
eines längeren Abwärtstrends gesehen, und sehr schnell wurde
alles auf den Markt geworfen, was nicht niet- und nagelfest
war. Kleine Ausverkäufe wurden so verstärkt, Vertrauen in den
Markt gab es so gut wie gar nicht. Und wichtiger noch, wer
kleine Korrekturen zum Kaufen nutzte, musste kurze Zeit später
feststellen, dass seine Position im Minus lag.
2012 ist das anders. Kleine Korrekturen werden tatsächlich zum
Einstieg genutzt, und bislang lag man damit meist richtig. Die
Korrektur in dieser Woche hatte jedoch eine Besonderheit: Nicht
alle Titel gaben nach, Aktien in Sondersituationen konnten
steigen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum vergangenen
Jahr, als einfach nur alles verkauft wurde.
Ich hatte schon vor einigen Wochen auf den Unterschied
hingewiesen, dass im Jahr 2012 gute und schlechte Aktien
unterschiedlich laufen. Anders als zu Zeiten, als
„Finanzmarktprodukte“ die Richtung ganzer Branchen und Märkte
bestimmten, schauen die Anleger nun auf Einzelaktien.
Erinnern Sie sich: Hatte früher jemand im Autohaus „Feuer“
gerufen, dann rannten alle Autoanleger zu den Ausgängen, egal
ob Daimler, BMW, VW oder Toyota, General Motors oder Renault.
Ganz ähnlich lief es in der Bankenbranche oder auch im
Immobiliensektor. Und gleichermaßen wurden ganze Länder
ausverkauft, wenn jemand die Bonität des Landes in Frage
stellte.
2012 müssen diese Finanzmarktprodukte an Relevanz abgenommen
haben, denn diese Gruppendynamik gibt es nicht mehr. In unserer
Beobachtungsliste gibt es einige Aktien, die gegen den
Markttrend kräftig zulegen konnten. Und das beste Beispiel ist
die Aktie von MAN, die in dieser Woche um 1,6% zulegen konnte,
während die anderen drei deutschen Automobilaktien mit 7,5-9%
im Minus stehen. Anleger unterscheiden wieder.
Unternehmensentwicklungen sind wieder relevant. Zum Glück. Und
so geht die Diskussion über „Risc On – Risc Off“ (Risiko an
oder aus) völlig an den neuen Entwicklungen des Jahres 2012
vorbei. Spekulanten hatten im vergangenen Jahr diese
Formulierung immer wieder über den Äther gerufen, um
Ausverkäufe ganzer Länder zu kommentieren. Doch in diesem Jahr
können sie ihren Satz noch nicht einmal zu Ende formulieren, und
schon laufen einzelne Werte entgegen ihrer Aussage.
Ich würde für dieses Jahr eine andere Formulierung wählen:
Deutschland und die USA oder der Rest der Welt.
Sämtliche Analysen der wirtschaftlichen Situation in Europa
sprechen von einer Liste von Problemen, Geldnot,
Investitionszurückhaltung, Sparzwang, ... doch stets mit der
Fußnote „außer in Deutschland“. Deutschland profitiert
tatsächlich vom verhältnismäßig günstigen Euro-Wechselkurs und
erzielt Exporterfolge. Für Deutschland könnte das Zinsniveau
der EZB deutlich höher stehen, doch das geht natürlich nicht,
weil sonst die anderen Länder zu stark leiden würden.
Also wird in Deutschland kräftig investiert, Pläne über
finanzierte Übernahmen ausländischer Wettbewerber sprießen aus
dem Boden und deutsche Produkte finden reißenden Absatz in den
Schwellenländern und in Osteuropa.
Und auch die USA erleben einen Aufschwung, wenngleich deren
Notenbankchef Ben Bernanke vorerst lieber noch in Bereitschaft
bleibt. Doch die Arbeitslosigkeit geht zurück, der Export der
USA ist kräftig angestiegen und, ohh Wunder, nach fünf Jahren
Crash und Depression am Immobilienmarkt steigen die
Immobilienpreise endlich wieder langsam an. Man spricht von
einer Erholung am Immobilienmarkt der USA, die auf die
Konjunktur des Landes Auswirkungen hat.
Auch für Japan könnte ich mir eine Rückkehr zum Wachstum
vorstellen, doch dazu ist der Yen noch zu stark und die
strukturellen Probleme nach der Katastrophe vor einem Jahr zu
groß. Doch Japan werde ich im Auge behalten.
China hingegen sollten wir differenziert betrachten: Das Land
hat sein Wachstum von 12 auf 7,5% gebremst. Dazu waren
drastische Schritte notwendig, und diese Schritte wurden in der
Finanzwelt mit Besorgnis aufgenommen. Doch die 12% Wachstum,
die noch vor zwei Jahren erzielt wurden, hatten ebenfalls
überall Sorgenfalten auf die Stirn der Anleger gejagt: Von
Überhitzung und fehlenden Strukturen war die Rede.
Nun hat China die Wachstumsgeschwindigkeit erfolgreich
reduziert, und diese Schritte werden auch in China einiges
durcheinander würfeln. Chinesische Aktien sind in meinen Augen
noch immer kein Ort, wo Sie Ihr Geld anlegen können. Zu
politisch beeinflusst ist der dortige Finanzmarkt, und zu jung
ist deren Öffnung für den Westen.
Aber bei all diesen Entwicklungen übersehen viele, dass China
nun noch immer mit 7,5% wächst. Davon träumen so ziemlich alle
Industrieländer. Und dieses Wachstum führt noch immer zu einer
steigenden Nachfrage nach Rohstoffen, wenngleich aufgrund der
Bremsspuren vorübergehend einmal Wachstumspausen eintreten
können.
Und so halte ich den Ausverkauf vieler Rohstoffkonzerne in
dieser Woche für eine Kaufgelegenheit. Wir haben einen
Rohstoffkonzern bereits als volle Position zu diesen Preisen in
unserem Portfolio. Wer noch keinen Rohstoffkonzern im Portfolio
hat, der erhält nun die Gelegenheit, einzusteigen.
Die Zinsen sind weltweit niedrig. Wir kommen aus einer
mehrjährigen Krisenpolitik, und in meinen Augen sind derzeit
alle Probleme bekannt. Klar, eine Überraschung ist genau das:
eine Überraschung. Doch derzeit wüsste ich nicht, was die
Finanzmärkte nun noch überraschen könnte.
Besonders Deutschland und die USA sind gestärkt aus den Krisen
hervorgegangen. Deswegen halte ich Aktien von deutschen und US-
Unternehmen derzeit für besonders attraktiv.
Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
INDIZES 22.03.12 DIFF
Dow Jones 13.046 -1,6%
DAX 6.981 -2,3%
Nikkei 10.011 -1,2%
Euro/US-Dollar 1,326 1,4%
Euro/Yen 109,5636 0,3%
10-Jahres-US-Anleihe 2,28% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,72% 0,2
Feinunze Gold USD $1.651,00 -0,3%
Fass Brent Öl USD $123,94 0,7%
Kupfer in US$/to 8.396 -1,8%
Baltic Dry Shipping I 902 4,2%
Der Goldpreis rutscht weiter ab, und ich möchte Sie nochmals
darauf hinweisen, dass ich einen Depotanteil von 10-20% für
Gold für angemessen halte. Wenngleich die Aktienbörsen derzeit
eine Renaissance erleben mögen, so sind die Staatsschulden
dennoch auf Rekordhöhen, und die Notenbankpressen laufen 24
Stunden am Tag. Die Probleme sind zwar in meinen Augen nicht
mehr erdrückend, doch wird das Gold als sicherer Hafen noch
einige Zeit gefragt bleiben.
Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:
Sentimentdaten
Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):
Kaufen / Verkaufen
02.03.- 09.03. (178): 54% / 11%
09.03.- 16.03. (171): 43% / 14%
16.03.- 23.03. (233): 53% / 13%
Kaufempfehlungen der Analysten
Apple, Dt. Post, K+S
Verkaufsempfehlungen der Analysten
Solarworld, Krones, Metro
Privatanleger
10. KW: 58% Bullen (147 Stimmen)
11. KW: 75% Bullen (132 Stimmen)
12. KW: 62% Bullen (152 Stimmen)
Kaufempfehlungen der Privatanleger
Daimler, Euromicron, Société Générale
Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Krones, Artprice S.A., Douglas Hldg.
Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel
Wie eingangs angekündigt, hier der Artikel eines befreundeten
Wettbewerbers, oder wie soll ich ihn nennen, Jochen Steffens,
der sehr schön veranschaulicht, wie aus einer bullischen
Begründung durch Bären ein Alarmsignal gemacht wird.
Das Haar in der Suppe seltsamer
Rohstoff-Nachrichten
von Jochen Steffens
http://www.stockstreet.de/
Dieses Mal ist nicht der Ölpreis schuld. Nein, dieses Mal soll
es eine Aussage von Ian Ashby gewesen sein, welche zunächst
australische Rohstoffaktien in den Keller schickte, denen dann
auf dem Fuße die asiatischen und schließlich auch die
europäischen Aktienmärkte folgten. Ian Ashby ist der Leiter der
Eisenerzsparte des australisch-britischen Rohstoffkonzerns BHP-
Billiton, neben Vale und Rio Tinto eines der drei größten
Rohstoffunternehmen der Welt.
Auswüchse der Nachrichtenübermittlung?
Es geht dabei um Aussagen, die am Rande einer in Perth
stattfindenden Erz-Konferenz australischer Minenbetreiber
getätigt wurden. Aussagen, die im Zusammenhang mit der Prognose
des chinesischen Premierministers Wen Jiabao beim 11.
Volkskongress stehen, dass sich das chinesische
Wirtschaftswachstum auf 7,5 Prozent abschwächen wird (wie auch
schon berichtet).
Und hier fangen die Auswüchse der Nachrichtenübermittlung an.
Die Nachricht, die um die Welt ging, war, dass Ian Ashby davon
ausgehe, die Eisenerznachfrage in China werde sich „stark
abschwächen“. Hört sich doch gefährlich an. Aber es ist schon
eine Dramatisierung. Bei genauerem Recherchieren findet man
etwas frühere Nachrichten, die schreiben, dass Ian Ashby
erwarte, dass das chinesische Nachfragewachstum in den
einstelligen Prozentbereich absacken werde oder schon auf
dieses Niveau zurückgegangen sei.
Das war geschehen
Schaut man sich die australischen Originalnachrichten an, hört
sich das alles schon wieder ganz anders an: Danach ist Ian
Ashby bei dieser Konferenz Spekulationen entgegengetreten,
konkrete Expansionspläne von BHP-Billiton seien aufgrund der
niedrigeren Wachstumsprognose in China in Frage gestellt. Laut
Ashby werden diese ganz im Gegenteil mit (Zitat) „Volldampf“
vorangetrieben. (Anm. d. Red.: Das allein hört sich schon kaum
noch pessimistisch an). Zudem weist er darauf hin, dass sich
die chinesische Stahlerzeugung in diesem Jahr im Bereich von 1
bis 1,1 Mrd. Tonnen bewegen werde. 2011 wurden hingegen „nur“
700 Mio. Tonnen Stahl produziert, nach 620 bzw. 672 im Jahr
2010 (je nach Veröffentlichung) – auch das ein deutlicher
Anstieg. Doch im weiteren Verlauf folgten die Aussagen, um die
es geht.
Die Originalzitate
Dazu die Originalzitate von Ian Ashby:
„The really high double-digit numbers of the last seven or
eight years…clearly, we don’t have those anymore," - Die
wirklich hohen zweistelligen Werte der vergangenen sieben oder
acht Jahre, die haben wir eindeutig nicht mehr.
"So you are getting into steel growth that is less than pure
GDP growth." - So gehen wir in ein Stahl-Wachstum über, das
geringer ist als das reine BIP-Wachstum.
"But the thing for us is that the size of the steel pie has
gotten so big, which translates into the iron ore demand, and
there is still plenty of opportunity to grow in that." - Aber
die Sache für uns ist doch die, dass der Stahlanteil so groß
geworden ist und dieser direkt die Eisenerznachfrage bedingt,
dass da noch sehr viel Platz für weiteres Wachstum ist.
Das klingt doch eigentlich sehr optimistisch. Vor allem, wenn
man sich zudem bewusst macht, dass ein jährlich zweistelliges
Wachstum einer Stahlproduktion rein mathematisch schon auf
Dauer nicht durchzuhalten ist.
Für Ian Ashby sind die Wachstumsraten Chinas im Stahl- und
damit im Eisenerzsektor zudem inzwischen eher zweitrangig.
China produziert mittlerweile rund 50 % der weltweiten
Stahlmenge. Dieser Anteil ist damit derart unvorstellbar groß,
dass allein mit der Befriedigung des dadurch bedingten
Eisenerzbedarfs die drei Großen (BHP Billiton, Vale, Rio Tinto)
genug Wachstumspotenzial sehen.
So wurde bei dieser „Stillen Post“ der Nachrichtenübermittlung
ganz nebenbei auch völlig ignoriert, dass sich zum Beispiel
David Joyce, zuständig für Expansionsprojekte bei Rio Tinto,
auf der gleichen Konferenz ebenfalls sehr optimistisch zeigte,
genauso wie die Teilnehmer dieser Konferenz insgesamt.
Das Haar in der Suppe
Ja, hier haben Anleger offensichtlich das Haar in der Suppe
gesucht und gefunden. Aber es ist ein schönes Beispiel dafür,
wie sich Nachrichten an den Börsen entwickeln. Es ist eines der
Probleme des Internetzeitalters, dass sich Nachrichten rasend
schnell verbreiten, ohne dass noch eine wirkliche Recherche
betrieben wird. Jeder schreibt von jedem ab und so entsteht
schnell dieses Stille-Post-Phänomen.
___Ende des Artikels von Jochen Steffens___
Vielen Dank an Jochen Steffens für die zur Verfügung Stellung
dieses Artikels.
Top Analystenziele
Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:
Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
EPIGENOMICS 19.03 0,97€ 5,50€ 467,01%
SKY Dt. AG 21.03 2,14€ 4,25€ 98,60%
VW AG VZ 19.03 131€ 237€ 80,78%
ADIDAS AG 22.03 46,80€ 80,00€ 70,94%
BMW AG 19.03 67,41€ 115,0€ 70,60%
DEUTZ AG 19.03 4,96€ 8,00€ 61,29%
EUROMICRON 19.03 18,19€ 28,00€ 53,93%
TUI AG 22.03 5,43€ 8,30€ 52,85%
Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.
Wenngleich die Wunschanalyse zu EADS im übernächsten Kapitel
die Aktien als kaufenswert herausstellt so gibt es doch eine
andere Aktie der Flugzeugindustrie, die ich der Aktie von EADS
vorziehen würde. Mehr dazu im nächsten Kapitel.
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03. AUSBLICK: MEIN FAVORIT DER FLUGZEUGBAUER
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.
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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend
vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte
Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsen-
entwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker
PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-
Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme
dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach.
Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement
folgende Zusätze:
INTERNET: Kundenbereich
- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen
- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen
- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den
offenen
Positionen anzeigen lassen.
- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.
Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.
Kurz nach dem Versand des Heibel-Ticker PLUS wird Online
eine PDF-Version zur Verfügung gestellt, die zusätzlich
Charts von den besprochenen Aktien und Indizes sowie
Rohstoffen
enthält. Darüber hinaus wird die Liste der offenen Positionen
tabellarisch wesentlich übersichtlicher dargestellt als in der
„nur-Text“-Version möglich.
Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der
Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt
und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt.
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Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein
Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche
Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen
veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den
Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.
Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den
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04. WUNSCHANALYSE: EADS
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Für die EADS (European Aeronautic Defence and Space Company)
N.V. beginnt die Erntezeit, das wurde auch letzte Woche durch
den Vorschlag einer wesentlichen Dividendenerhöhung kundgetan.
Nach der schwierigen Entwicklungszeit des Airbus A380 folgt nun
ein Aufschwung in der Flugzeugindustrie, der im Allgemeinen
rund sieben Jahre dauert. Sieben fette Jahre!
RÜSTUNGSSPARTE CASSIDIAN EXPANDIERT INS AUSLAND
Der paneuropäische EADS-Konzern besteht im Wesentlichen aus
vier Geschäftsbereichen: dem Flugzeugbauer Airbus, dem
Rüstungskonzern Cassidian, dem Helikopteranbieter Eurocopter
sowie dem Weltraumtechnikanbieter Astrium. In einer Bewertung
der vier Unternehmensteile nimmt Airbus jedoch allein rund 80%
des Unternehmenswertes ein, so dass wir unsere Analyse auf den
Flugzeugbauer konzentrieren können.
Zum Glück, denn der größte Geschäftsbereich läuft derzeit am
besten. In der Umfrage zur Wunschanalyse habe ich Ihnen fünf
Unternehmen mit Rüstungssparten vorgeschlagen, um die
Auswirkungen eines eventuellen Israel-Iran-Konflikts
abzuschätzen. Nachdem fast alle Industriestaaten der Erde
hoffnungslos überschuldet sind und insbesondere bei den
Rüstungsausgaben sparen müssen, hatten es pure
Rüstungsunternehmen in den vergangenen Jahren schwer. Die EADS
N.V. konnte die rückläufigen Umsätze in diesem Bereich durch
die gute Auftragslage bei Airbus mehr als kompensieren.
Israel rasselt mit den Waffen und lässt jeden wissen, dass man
keine Atommacht in unmittelbarer Nähe (Iran!) dulden werde. Der
Iran hingegen lässt keine Gelegenheit aus, um sich über Israel
als Fremdkörper in der arabischen Welt zu beschweren, der
"entfernt" werden müsse. Das Atomprogramm, so der Iran, diene
jedoch nur friedlichen Zwecken.
Der israelische Premierminister war inzwischen bei Präsident
Obama in den USA und hat über die verfahrene Situation
gesprochen. Meiner Einschätzung nach trennten sich die Beiden
ohne eine wirkliche Übereinstimmung, jedoch in dem Wissen, dass
die Geduld Netanjahus hinsichtlich der Sanktionspolitik gegen
den Iran am Ende ist und umgekehrt, dass Obama Israel gewähren
lassen würde, sollten die Israelis Luftangriffe auf iranische
Atomstandorte fliegen.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Israelis alleine gar nicht
die Waffen haben, die zur Zerstörung der Atomanlagen im Iran
erforderlich seien. Es ist also nicht nur auf eine neutrale
Haltung der USA angewiesen, sondern sogar auf deren
Unterstützung. Oder aber Israel investiert weiter in
Waffensysteme.
Fragen Sie mich nicht, wie dieser Konflikt ausgehen könnte, ich
habe hier nur versucht, die maßgeblichen Standpunkte kurz
darzulegen. Daraus wird jedoch ersichtlich, dass anders als der
Sparzwang der Industriestaaten vermuten lässt, die
Rüstungsausgaben weltweit nicht etwa zurückgehen werden,
sondern meiner Einschätzung nach eher weiter steigen dürften.
Es gibt genügend Schwellenländer, die derzeit eine Armee auf-
oder ausbauen. Und so sucht die EADS N.V. mit ihrer
Rüstungssparte Cassidian das Geschäft im Ausland und möchte
dorthin expandieren.
Weltweit ist Cassidian der siebtgrößte Rüstungskonzern, und mit
dem Eurofighter nimmt man sogar die Position drei unter den
Anbietern von Militärjets ein. Das Rüstungsgeschäft ist extrem
langfristig und lockt mit einer großen Gewinnmarge.
EU-RAUMFAHRTPROGRAMM NUTZT ASTRIUM-SATELLITEN
In Europa ist Astrium die unbestrittene Nummer eins in der
Satellitentechnik, weltweit sind nur Lockheed Martin und
Erzfeind Boeing größer. Auch das Geschäft mit den Satelliten
ist extrem langfristig und daher gut planbar. Aufgrund der
hohen Forschungsaufwendungen bleibt die Ertragskraft dieser
Sparte jedoch mäßig. 2011 erlitt Astrium daher letztendlich
sogar einen leichten Umsatz- und Ergebnisrückgang.
EUROCOPTER WELTWEIT GRÖßTER HELIKOPTER-ANBIETER
Der Weltmarktanteil von Eurocopter am zivilen Hubschraubermarkt
beträgt 49%. Im militärischen Bereich ist nur Sikosky (39%)
größer als Eurocopter (20%). Mit einem Umsatzplus von 12% und
einem Gewinnsprung um +42% gehörte Eurocopter 2011 zu den
Wachstumsträgern des EADS-Konzerns.
MEHRJÄHRIGE ERNTEZEIT BEI AIRBUS
Es war ein Gewaltakt, die Entwicklung des A380! Boeing hat die
Entwicklung eines supergroßen Flugzeugs schon in einer frühen
Phase aufgegeben und sich auf das spritgünstige
Langstreckenflugzeug Dreamliner konzentriert. Mit dem A380 hat
Airbus einen Flieger im Programm, den kein anderes Unternehmen
der Welt nachbauen kann.
Der Landeanflug der Testmaschinen hier in Hamburg Finkenwerder
führt direkt über das Haus Ihres Autors (zum Glück noch in
ausreichender Höhe), und glauben Sie mir, diese Giganten in der
Luft machen eine ziemlich gute Figur. Wenn bislang der Jumbo
von Boeing ob seiner Größe weltweit für Aufsehen sorgte, so
fällt diese Rolle nun dem A380 zu. Airbus sollte sich endlich
einen eingängigen Spitznamen für das fliegende Hochhaus
ausdenken.
25 dieser Flieger sollen im laufenden Jahr ausgeliefert werden,
30 dann im Jahr 2013. So wird die Produktion über die nächsten
Jahre langsam hochgefahren. Und mit dem Hochfahren der
Produktion wird die Profitabilität je Flieger steigen. Sie
werden sich sicherlich noch an die unzähligen Hiobsbotschaften
der letzten Jahre erinnern, die im Laufe der Entwicklung und
während der Testflüge in den Medien zu finden waren: Probleme
mit dem Antrieb bis hin zu Verkabelungsproblemen.
Während Anleger beim Begriff "Problem" auf den Verkaufsknopf
drücken, sehen die Ingenieure der EADS N.V. darin stets nur
"Herausforderungen", die gelöst werden. Klar, das kostet Geld,
und so war es ein ewiges Auf und Ab mit der EADS-Aktie zwischen
Hoffnung auf eine baldige Marktreife des A380 und den
auftretenden Problemen. Abgesehen von dem kurzen Höhenflug der
Aktie im Jahr 2006 läuft der Kurs daher seit etwa zehn Jahren
seitwärts.
Insgesamt bietet Airbus im Wesentlichen drei verschiedene
Flieger an: Den A380 als Superflieger, den A330 als
verlässlichen Langstreckenflieger und den A320 als
Kurzstreckenarbeitstier.
Der A330 hat durch die kürzlich begonnene Auslieferung des
Boeing Dreamliners Konkurrenz bekommen, doch nach Aussage von
Airbus hat sich diese neue Konkurrenz bisher noch nicht in den
Auftragsbüchern widergespiegelt. Erst 2014 soll der A330 durch
seinen Nachfolger, den A350 abgelöst werden. Hier hat Boeing
also die Nase vorn, insbesondere vor dem Hintergrund der
steigenden Spritpreise dürfte sich der spritsparende Dreamliner
immer besser verkaufen lassen. Boeing fährt hier die Produktion
sukzessive hoch.
Beim A320 hat Airbus kürzlich nachjustiert und mit dem A320neo
einen spritsparenden Kurzstreckenflieger angeboten. Hier werden
derzeit monatlich 42 solcher Flieger gebaut, Tendenz steigend.
Während also beim A330 in zwei Jahren ein Generationswechsel
ansteht, der jedoch technologisch nicht so anspruchsvoll
ausfällt wie der Schritt zum A380, stellen die Flieger A320 und
A380 immer mehr Cashcows dar, also Produkte, mit denen sich
einfach nur noch viel Geld verdienen lässt.
IM KREUZFEUER DER POLITIK
Es wird Sie nicht wundern, dass die Politik ein mächtiges Wort
bei den Unternehmensentscheidungen der EADS N.V. mitsprechen
möchte. Und "die Politik" bezieht sich bei der EADS N.V. nun
einmal - leider - nicht auf eine Regierung, sondern auf
mehrere. Angefangen von Deutschland über Frankreich bis hin zu
Spanien gibt es auf nationaler sowie auf Landesebene jede Menge
Politiker, die etwas zu sagen haben (wollen) ;). Zudem ist der
Sitz des Unternehmens in den Niederlanden.
So ist die Bestellung eines neuen CEOs derzeit ein Politikum,
das immer wieder merkwürdige Schlagzeilen erzeugt. Tom Enders
ist als Nachfolger des aktuellen CEOs Louis Gallois im
laufenden Jahr vorgesehen - von den Deutschen. Doch die
Franzosen wollen Enders zunächst noch besser kennen lernen, wie
das "Handelsblatt" Mitte Januar berichtete.
Und so ist auch der Verkauf des knapp 15%igen Aktienpakets an
der EADS N.V. durch Daimler nicht so einfach möglich, denn dank
der Rüstungssparte möchte die deutsche Politik hier
sicherstellen, dass die Technologie nicht in die falschen
Eigentümerhände gerät. Nicht also wer am meisten bietet bekommt
diese 15% des Aktienkapitals, sondern wer der deutschen
Regierung genehm ist. Na, das wird sicher noch ein paar Monate
brauchen, bis hier eine Lösung gefunden wird.
ERFREULICHER AUFTRAGSEINGANG NUR DER ANFANG
Im Jahr 2011 gehörte Airbus zu den Leistungsträgern im EADS-
Konzern. Insgesamt konnten mit 534 ausgelieferten Fliegern 5%
mehr ausgeliefert werden als im Vorjahr. Gepaart mit den
durchgesetzten Preiserhöhungen ergab sich so ein Umsatzplus von
10%. Der Gewinn sprang gar um +91% an. Doch das ist nur der
Anfang. Der Auftragseingang von Airbus im Jahr 2011 umfasste
1.419 Flieger, "schlappe" 147% mehr als ein Jahr zuvor. Somit
stehen insgesamt derzeit 4.444 Flieger im Auftragsbuch. Dies
zeigt, dass sich der Zyklus der Flugzeugbranche noch in einem
sehr frühen Stadium des Aufschwungs befindet.
Flugzeuge kann man nicht mal eben schnell bauen und
anschließend die Leiharbeiter nach Hause schicken. Um die
Produktion hochzufahren, muss das KnowHow aufgebaut werden, und
es muss sichergestellt sein, dass die höhere Produktion auch
langfristig aufrecht erhalten bleiben kann, sonst lohnen sich
die hohen Investitionen in den Ausbau der
Produktionskapazitäten nicht. Seit einigen Quartalen beobachte
ich nun kontinuierlich den Ausbau der Produktionskapazitäten
bei Airbus wie auch bei Boeing. Und wie der Auftragseingang
sowohl bei Airbus als auch bei Boeing zeigt, hat hier gerade
ein langfristiger Wachstumszyklus begonnen.
BEWERTUNGSNIVEAU GÜNSTIG WEGEN GUTER PLANBARKEIT
Ein aktuelles KGV von 18 ist für ein Unternehmen mit einem
Umsatzwachstum von zuletzt +10% schon recht hoch. Doch dürfen
wir nicht das nunmehr zu erwartende überproportionale
Gewinnwachstum übersehen, schon für das Jahr 2012 ergibt sich
auf Basis der Analystenschätzungen nur noch ein KGV von 13.
Zudem hat die EADS N.V. ihre Aktionäre vor einer Woche mit
einem überraschend hohen Dividendenvorschlag erfreut: 0,45 Euro
je Aktie statt der bis dahin erwarteten 0,26 Euro je Aktie sind
mehr als eine positive Überraschung. Es ist das klare Zeichen
des Unternehmens, dass man in den kommenden Jahren die
Erntezeit für gekommen sieht, denn sonst könnte man nicht so
viel vom Gewinn an die Aktionäre ausschütten. Die
Dividendenrendite beträgt damit nun knapp 2%, und weitere
Dividendenerhöhungen wurden in Aussicht gestellt.
Die Aktie ist in den vergangenen vier Monaten bereits um +50%
angesprungen, und so manchem Anleger wird es bei solchen
Kursentwicklungen schwindelig. Doch ich kann bei der EADS N.V.
beim besten Willen keine Überbewertung geschweige denn Blase
erkennen, im Gegenteil: Die Geschäftsentwicklung deutet darauf
hin, dass dieses heute als fair betrachtete Bewertungsniveau
schon in ein oder zwei Quartalen wieder sehr günstig aussehen
könnte.
FAZIT
Auf ein bis zwei Quartale darf man sich als Anleger bei der
Aktie der EADS N.V. nicht stützen, die Zyklen in der
Flugzeugindustrie dauern in der Regel etwa sieben Jahre. Und am
Ende eines solchen Zyklusses steht die Aktie auf einem neuen
Niveau. Ich würde die EADS Aktie daher als Langfristkomponente
in ein diversifiziertes Portfolio aufnehmen.
Nachdem die Aktie nun in den vergangenen Monaten so stark
angestiegen ist, sollte ein kurzfristiger Rückschlag nicht
überraschen, sondern zum Kauf oder Nachkauf genutzt werden. In
meinem Heibel-Ticker.de Börsenbrief gehe ich stets schrittweise
vor: Eine erste kleine Position würde ich zum aktuellen Kurs
eröffnen, auch wenn die Aktie nur knapp unter ihrem Jahreshoch
notiert. Im Falle eines Rückschlags um ca. -7% bis -8% würde
ich noch mal soviel nachkaufen. Und sollte die Aktie sodann
nochmals als Sonderangebot zu haben sein, also vielleicht
weitere -7% bis -8% tiefer, dann würde ich nochmals die gesamte
Positionsgröße verdoppeln.
Mit dieser Strategie stellen Sie sicher, bei EADS Aktie dabei
zu sein. Entweder nur mit einer kleinen Position, wenn die
Aktie sofort weiter ansteigt, oder aber mit einer größeren
Position, wenn die Aktie nochmals im Ausverkauf zu haben sein
sollte. Der langfristige Zyklus in der Flugzeugindustrie hängt
an den aufstrebenden Schwellenländern und nicht an den ziemlich
kurzfristigen Konjunkturzyklen unserer Industrienationen. Daher
sollten Sie sich auch nicht verunsichern lassen!
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05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: TOM TAILOR UND RHEINMETALL
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Tom Tailor mit erfolgreicher Retail-Strategie
22.03.2012 | 09:56
Erfolgreiche Retail-Strategie macht Tom Tailor zu einem
Wachstumsunternehmen der Modebranche
Tom Tailor hat diese Woche die Jahreszahlen für das Jahr 2011
vorgelegt. Der Umsatz konnte um 18% auf 411 Mio. Euro
gesteigert werden, die Gewinnmarge stieg um 3% auf 49%. Der
Erfolg ist im Wesentlichen auf den Ausbau eigener Shops
zurückzuführen.
Drei Vertriebslinien gibt es bei Tom Tailer: Wholesale,
Internet und Retail. Unter Wholesale versteht man Shops in
Shops von großen Einkaufshäusern sowie auch Franchisenehmer.
Dieser Bereich ist im Jahr 2011 um 6,6% gewachsen und steuerte
mit 247 Mio. Euro den Löwenanteil zum Umsatz bei. Das Internet
fristet ein kleines Dasein, der Umsatz wuchs um 13,5% auf 24,7
Mio. Euro.
Die Musik spielt bei Tom Tailor im Retail-Bereich, also im
Ausbau der eigenen Verkaufsläden bundesweit und im Ausland.
Hier wurde der Umsatz um 44,9% auf 129,9 Mio. Euro gesteigert,
ein klares Bekenntnis des Unternehmens zu dieser Strategie.
Besonders interessant für uns Analysten ist die Entwicklung der
„Same Store Sales“ also der Umsätze in bestehenden Läden. Hier
wurde ein Plus von 6,8% erzielt, das liegt über dem
Branchendurchschnitt. Tom Tailor expandiert also und erzielt
gleichzeitig auch mit den bestehenden Geschäften steigende
Umsätze.
Die Expansion wird auch im Jahr 2012 vor allem im Retail-
Bereich stattfinden: 60-70 neue Läden sollen eröffnet werden,
der Umsatz soll insgesamt auf 470 Mio. Euro steigen. Zusätzlich
hat das Unternehmen angekündigt, eine neue Produktlinie in den
Markt zu geben: Tom Tailor Polo Team soll das hochpreisige
Textilsegment abdecken.
Die Aktie ist seit vergangenem Oktober um 50% angesprungen, und
so ist es wenig verwunderlich, dass der Kurs nach den Zahlen,
die im Rahmen der Erwartungen lagen, etwas nachgab. Zusätzlich
hat auch der Dividendenvorschlag von 0,17 Euro je Aktie
enttäuscht, erwartet waren 0,20 Euro je Aktie worden.
Mit einem KGV 12e von 13 ist die Aktie in meinen Augen fair
bewertet. Das Umsatzwachstum soll im laufenden Jahr 14%
betragen, aufgrund der Entspannung an den Rohstoffmärkten
erwarte ich einen überproportionalen Gewinnanstieg. Aufgrund
der 60-70 geplanten neuen Shops dürfte das angestrebte
Umsatzwachstum meiner Einschätzung nach übertroffen werden.
Doch wie wir an der enttäuschenden Dividende gesehen haben wird
dieser Umsatzanstieg teuer erkauft. Auch drängt sich der
Eindruck auf, dass mit der beschleunigten Eröffnung neuer Filialen
(die meisten wurden erst im vierten Quartal eröffnet), den
gesteckten Wachstumszielen Rechnung getragen wird, die
Profitabilität jedoch nicht auf dem hohen Niveau gehalten
werden kann.
Wer in Tom Tailor investieren will, der investiert nicht in ein
günstig bewertetes Unternehmen, sondern vertraut auf den
anhaltenden Erfolg der Investitionsstrategie – und das ist
fraglich.
Verhaltene Prognose von Rheinmetall bietet Einstiegsgelegenheit
23.03.2012 | 10:20
Endgültige Zahlen für 2011 im Rahmen der Erwartungen, Prognose
2012 sowie Auftragseingang enttäuschen, Analysten werden
Schätzungen anpassen, was den Kurs unter Druck setzen dürfte.
Mitte dieser Woche hat Rheinmetall seine Zahlen für das Jahr
2011 veröffentlicht. Bereits im November wurde die
unternehmenseigene Prognose reduziert, da der Rüstungsbereich
unter dem Sparzwang der überschuldeten Industriestaaten litt.
Ende Februar wurden sodann vorläufige Zahlen veröffentlicht,
die der reduzierten Prognose vom November weitgehend
entsprachen. Und somit waren die endgültigen Zahlen selbst, die
in dieser Woche veröffentlicht wurden, nicht besonders
spannend.
Spannend hingegen war die Prognose sowie gegebenenfalls neue
Informationen zur möglichen Ausgliederung der Automobilsparte.
Beides war enttäuschend. Für das Jahr 2012 geht das Unternehmen
von weiterem Umsatzwachstum (von 4,45 auf 4,9 Mrd. EUR) aus,
jedoch solle der Gewinn auf dem aktuellen Niveau verharren
(EBIT 354 Mio. EUR). Über eine mögliche Ausgliederung der
Automobilsprache wurde nicht gesprochen.
Rheinmetall hat im Wesentlichen zwei Geschäftsbereiche: Den
margenstarken Rüstungsbereich sowie das wachstumsstarke
Automobilgeschäft.
Der Rüstungsbereich besticht durch die hohe Gewinnmarge (10,4%)
sowie die gute Planbarkeit. Langfristige Aufträge bieten eine
stabile Planungsgrundlage. Daher waren Anleger enttäuscht über
den rückläufigen Auftragseingang (-7%) von 1,8 Mrd. Euro. Noch
im November ging man von 2,1 Mrd. Euro Auftragseingang aus.
Im Automobilbereich hat man sich auf die Schadstoff- und CO2-
Reduktion konzentriert. Der Umsatz wuchs 2011 um 17% auf 2,313
Mrd. Euro. Insbesondere in den Schwellenländern und Osteuropa
(+51%) ist Rheinmetall gewachsen. Dabei konnte die Gewinnmarge
verbessert werden (von 4,1% auf 6,5%). Dank dieser
Wachstumsdynamik ließe sich derzeit der Automobilbereich zu
einem guten Preis an die Börse bringen.
Rheinmetall ist für sein Rüstungsgeschäft bekannt, und wenn
Analysten das Unternehmen bewerten, dann werden
Bewertungsmaßstäbe herangezogen, die der langen Planbarkeit und
der guten Gewinnmarge Rechnung tragen. Wachstumskomponenten
werden in den Modellen vernachlässigt, und daher wird der
Automobilbereich in meinen Augen nicht so hoch bewertet, wie er
bewertet würde, wenn man ihn alleine betrachtete. So kommt es,
dass eine Ausgliederung des Automobilbereichs Unternehmenswerte
„heben“ würde.
Insgesamt wird es schwer für Rheinmetall, den EBIT-Gewinn zu
steigern, insbesondere da das Rüstungsgeschäft wie wir aus den
aktuellen Auftragseingängen sehen, stärker leidet als bislang
angenommen. So dürften einige Analysten ihre Schätzungen in den
nächsten Tagen senken, was wiederum Druck auf die Aktie ausübt.
Doch das Rüstungsgeschäft ist höchstens in Europa unter Druck,
weltweit geben die Schwellenländer immer mehr für ihre
Verteidigungssysteme aus. Und Rheinmetall will sein
Auslandsgeschäft von derzeit 36% durch Zukäufe auf 50%
vergrößern. Ich kann mir also vorstellen, dass die rückläufigen
Zahlen in diesem Bereich nicht mehr lange anhalten werden.
Eine Dividendenrendite von knapp 4% und das KGV von 8 sind in
meinen Augen günstig genug für diese Aktie. Ich würde noch ein
wenig abwarten, bis die meisten Analysten ihre Schätzungen
reduziert haben, dann dürfte diese Aktie eine stabile
Dividendenkomponente im Portfolio darstellen.
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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.
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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.
Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.
Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird
Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,
Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.
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Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des
Heibel-Tickers Stephan Heibel.
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verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
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