H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D
F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N
- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
7. Jahrgang - Ausgabe 13 (30.03.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)
I N H A L T
01. INFO-KICKER: KORREKTUREN WERDEN GEKAUFT
02. SO TICKT DIE BÖRSE: SCHATTEN VON FACEBOOK BEREITS AN DER
WALLSTREET
03. AUSBLICK: ZWEI VERKÄUFE, ZWEI KÄUFE
04. DEPOTCHECK: K+S, HTC, KLÖCKNER & CO, LUFTHANSA,
GENERALI DEUTSCHLAND
05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: GILDEMEISTER & PRAKTIKER
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG
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01.INFO-KICKER: KORREKTUREN WERDEN GEKAUFT
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Liebe Börsenfreunde,
hui, es wird wieder spannend an der Börse: Die Volatilität
steigt, die Schwankungen werden heftiger, und die Überzeugung
der Optimisten bröckelt. Zeit zum Handeln, denn es ergeben sich
gute Chancen, wie Sie in Kapitel 03 lesen können: Dort
verkleinere ich zwei unserer Positionen und eröffne zwei neue
Positionen.
Im heutigen Rückblick in Kapitel 02 erkläre ich Ihnen einmal
ausführlich, was Sie beachten müssen, wenn Sie neue Aktien im
Rahmen eines Börsengangs (IPO) zeichnen. Nicht die Bewertung
des Unternehmens ist wichtig, ganz andere Faktoren spielen dort
hinein. Zur Zeit wirft beispielsweise Facebook seinen Schatten
voraus.
Im heutigen Depotcheck in Kapitel 04 besprechen wir eine Reihe
interessanter Unternehmen. HTC beispielsweise wird viele von
Ihnen interessieren, da das Unternehmen neben Samsung und
natürlich Apple der dritte große Anbieter von Smartphones und
Touchpads ist. Aber auch K+S und Klöckner sind Aktien in einer
interessanten Situation.
Das Geschäft von Gildemeister brummt, doch es gibt einige
Probleme, die nichts mit dem Kerngeschäft zu tun haben. Im TV-
Interview gehe ich auf diese Probleme ein. Beim Praktiker gehen
die Aufräumarbeiten voran: Ein Rekordverlust hat die Anleger
verschreckt. In Kapitel 05 lesen Sie, was tatsächlich dahinter
steckt.
Wie immer finden Sie die Updates dieser Woche und einen
Überblick über unsere beobachteten Werte in Kapitel 06.
So, nun ist auch die US-Börse geschlossen. Die heutige Ausgabe
habe ich bereits am Donnerstag geschrieben, da ich am heutigen
Freitag unterwegs sein werde. Sollte etwas Wichtiges an der
Börse passieren, werde ich mich nochmals melden.
Ich denke aber, das Wichtige ist bereits passiert: Die US-Börse
ist zum Handelsende zurückgesprungen. Nachdem weltweit die
Börsenindizes unter Druck waren, kam zum Handelsende die
Hoffnung auf eine Zinssenkung in China auf, was die Kurse
beflügelte. Was genau dahinter steckt, habe ich in Kapitel 03
beschrieben: Korrekturen werden schneller gekauft als wir
reagieren können.
Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts120330.pdf
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,
take share, Ihr
Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker
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02. SO TICKT DIE BÖRSE: SCHATTEN VON FACEBOOK BEREITS AN DER
WALLSTREET
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Heute erkläre ich Ihnen einmal etwas über die Funktionsweise
der Wallstreet, die Mutter der Finanzmärkte aus Übersee. In
diesen Tagen sind merkwürdige Dinge an der Wallstreet zu
beobachten: IPOs schießen plötzlich in die Höhe. Was steckt
dahinter?
Facebook, das Mega-Event für den IPO-Markt 2012. Doch lassen
Sie mich die Zusammenhänge der Reihe nach aufzeigen.
Nehmen wir einmal an, Sie interessieren sich für einen IPO
(Initial Public Offering, Börsengang). Nehmen wir
beispielsweise einmal den IPO von Annie’s, dem Anbieter von
organischen Lebensmitteln wie Pizza, Chips, Salat- und
Grillsaucen bis hin zu Frühstücksmüslis.
Um zu entscheiden, ob Sie Interesse an diesem IPO haben, müssen
Sie sich zunächst einmal das Geschäft des Unternehmens
anschauen. Mit seinen organischen Speisen liegt das Unternehmen
voll im Trend der gesundheitsbewussten Ernährung und könnte
tatsächlich langfristig Erfolg haben. Belassen wir es bei
dieser kurzen Einschätzung zum Geschäft, denn das allein reicht
noch lange nicht.
Als nächstes müssen Sie sich die IPO-Unterlagen anschauen. Wie
hoch haben die Banken, die den Börsengang begleiten (in diesem
Fall Credit Suisse und J.P. Morgan) das Unternehmen bewertet?
Ist der Ausgabepreis je Aktie fair, günstig oder vielleicht
schon zu hoch?
Nun, Annie’s wächst mit 25% p.a. im Umsatz und wurde mit einem
KGV von etwa 30 bewertet. Das ist noch okay, da insbesondere im
laufenden Jahr ein Gewinnsprung in Aussicht gestellt wurde. So
wurde der IPO zu einem Kurs von 14-16 USD angekündigt.
Dann beginnt das Spiel, das ich hasse. Im Stundentakt wird nun
der IPO-Preis durch die Emissionsbanken „angepasst, um Angebot
und Nachfrage in Einklang zu bringen“. So ein Quatsch: Der
Preis wird so lange erhöht, wie alle Interessenten mit einem
Appetitshäppchen versorgt werden können. Die Banken verdienen
schließlich Provisionen in Abhängigkeit vom Verkaufspreis.
So bewegte sich der Preis in den Stunden vor der Erstnotiz dann
von 14-16 USD auf 19 USD. Wer den IPO gezeichnet hatte, der
erhielt nun also Aktien zu 19 USD statt 14 oder 16 USD, es sei
denn, er hatte explizit seine Zeichnung limitiert und damit
riskiert, nicht dabei zu sein.
Nun müssen wir uns anschauen, wie viele Aktien überhaupt in den
Markt gegeben werden. Die Banken haben ausgerechnet, dass
Annie’s rund 250 Mio. USD wert sein könnte, zum IPO-Preis von
19 USD betrug der Unternehmenswert bereits 315 Mio. USD. Es hat
sich jedoch inzwischen eingebürgert, zunächst nur einen sehr
kleinen Anteil der Aktien über den IPO in den Markt zu geben
und weitere Papiere zu einem späteren Zeitpunkt und dann
hoffentlich besserem Kurs nachzuschieben.
So stehen für den IPO 5 Mio. der 15 Mio. Aktien zur Verfügung,
also 33%. Das ist in diesem Fall schon ein ganz schön großer
Batzen, Tranchen unter 20% sind keine Seltenheit. Ziel ist es
sodann auch bei Annie’s, in den kommenden Monaten den
Streubesitz von den aktuellen 33% auf 66% bis 75% zu erhöhen,
bis eben alle Aktien im Streubesitz sind, die kein Insider mehr
behalten möchte.
Dieser Prozess ist wohldefiniert und birgt weitere Provisionen
für die emittierenden Banken Credit Suisse und J.P. Morgan. Das
heißt, je höher der Aktienkurs steigt, desto mehr werden nicht
nur die Verkäufer der Aktien einnehmen, sondern auch die
Banken.
Es ist daher eine bekannte Strategie der Banken, jedem
Interessenten nur einen kleinen Teil der gezeichneten Anzahl an
Aktien zukommen zu lassen. Da es sich vielfach um
institutionelle Anleger handelt, die mit mathematischen
Modellen eine bestimmte Positionsgröße für Annie’s errechnet
haben, kann man darauf warten, dass diese Anleger nach dem IPO
weitere Aktien einkaufen, um die gewünschte Positionsgröße zu
erreichen.
Es ist somit sichergestellt, dass vom ersten Augenblick an
Käufer für die Aktien am Markt aktiv sind.
Hier treffen wir nun auf eine Weggabelung: Ein Teil der
institutionellen Anleger spielt das IPO-Spiel nur für den
schnellen Gewinn. Sie hoffen auf „Zeichnungsgewinne“, also auf
einen höheren Kurs am ersten Handelstag als man über die
Zeichnung gezahlt hat, um die zugeteilte Position, egal in
welcher Größe, sofort mit Gewinn zu verkaufen.
Es ist so etwas wie das Katz und Maus Spiel der Emissionsbanken
mit den institutionellen Anlegern: Haben die Banken den IPO zu
niedrig bepreist? Gibt es also einen Kursanstieg am ersten Tag?
Oder haben die Banken den Kurs bereits zu hoch angesetzt, und
befindet man sich im Minus, wenn die Aktie erstmals frei
gehandelt wird?
Aus Sicht der Banken, die noch einen Sack voll weiterer Aktien
in den nächsten Monaten in den Markt geben wollen, sind diese
Spekulanten unbeliebt. Deren Gewinnmitnahmen am ersten Tag
versauen die ganze Kalkulation. Eigentlich sollten doch die
institutionellen Anleger zusätzlich Aktien einkaufen und
dadurch den Kurs in die Höhe treiben. Wenn nun aber mehr
Spekulanten am Markt sind, dann kann die Nachfrage der
institutionellen Anleger mit ihrer Wunschpositionsgröße locker
befriedigt werden und anschließend sinkt der Kurs.
Sie merken es, wir reden schon lange nicht mehr über den fairen
Wert des Unternehmens. Hier geht es nur noch um das Katz und
Maus Spiel der Wallstreet.
So ist es für einen Privatanleger fast unmöglich, einen IPO im
Vorfeld sinnvoll zu bewerten. Wenn die Banken zudem vielleicht
noch schlechte Provisionen ausgehandelt haben und die
Geschichte einfach nur hinter sich bringen wollen, dann
schütten sie in kurzer Zeitabfolge die weiteren für den
Streubesitz vorgesehenen Aktien in den Markt und verhindern so
jede Kurserholung. Der Kurs kann so mitunter über Monate viel
zu niedrig notieren und dort unten bleiben.
Bei Annie’s war dies nicht der Fall. Im Gegenteil. Die Aktie
eröffnete bei 31,77 USD! Also 67% über dem ohnehin schon hohen
Emissionspreis. Und damit nicht genug, in den beiden folgenden
Tagen stieg die Aktie unaufhaltsam weiter an, inzwischen
notierte sie schon bei 40 USD.
Damit steht das KGV bei 100! Fangen Sie mir also nicht mit
einer fairen Bewertung an. Vielmehr scheint es, als gebe es nur
institutionelle Anleger, die ihre Wunschpositionsgröße
einkaufen. Es scheint kaum Spekulanten geben, die den schnellen
Gewinn einstecken wollen. Woran mag das liegen?
Facebook! Das Mega-Event des Jahres 2012. Ein paar Eckdaten
sind schon bekannt, so will das Unternehmen mit rund 100 Mrd.
USD bewertet werden und Aktien im Wert von rund 5 Mrd. USD über
den IPO an die Börse bringen. Das sind 5% des
Unternehmenswertes. 5% für den seit Jahren erwarteten heißesten
IPO seit langem. Das ist nichts. Da muss man mit seinem Banker
geschlafen haben, um ein paar Aktien über den IPO zugeteilt zu
bekommen...
...oder man hat sich auf andere Art und Weise in der jüngsten
Vergangenheit gefällig gezeigt. Was ist schon der 100 Mio. USD
IPO von Annie’s gegenüber den 5 Mrd. USD bei Facebook?
Wenn der Facebook IPO kommt, ich rechne im Frühjahr damit, dann
werden sich die Emissionsbanken in ihren Datenbanken anschauen,
welche Kunden denn „zuverlässig“ sind und welche nicht. Und als
zuverlässig gelten nicht die Spekulanten, die ihre Zuteilung am
ersten Handelstag auf den Markt schmeißen und den Kurs kaputt
machen. Als zuverlässig gelten die Kunden, die ihre Zuteilung
möglichst lange halten, damit die Banken ungestört die
„Kurspflege“ in die eigene Hand nehmen können und möglichst
hohe Kurse für die weiteren Platzierungen erzielen.
Wenn ich die Absicht hätte, 10 Mio. USD des Facebook IPOs zu
zeichnen, würde ich heute schon jeden IPO meiner Bank mit einer
kleinen Summe zeichnen und die Position mindestens bis nach dem
Facebook IPO halten. So schreibt man sich eine gute
Visitenkarte.
Sie werden also in den nächsten Wochen eine Menge Meldungen
über „erstaunlich gut gelaufene“ IPOs an der Wallstreet hören.
Doch glauben Sie nicht, dass dies mit den jeweiligen
Unternehmen zu tun hat, die an die Börse gegangen sind. Es ist
das Buhlen der institutionellen Anleger um eine gute Position
beim Mega-IPO dieses Jahres, dem IPO von Facebook.
Wer von Ihnen also ein US-Depot hat, der kann in den nächsten
Wochen ruhig etwas mutiger werden, wenn Ihnen Aktien aus einem
IPO angeboten werden.
Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:
WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES:
INDIZES 29.03.12 DIFF
Dow Jones 13.146 0,8%
DAX 6.875 -1,5%
Nikkei 10.115 1,0%
Euro/US-Dollar 1,329 0,2%
Euro/Yen 109,4415 -0,1%
10-Jahres-US-Anleihe 2,17% -0,1
Umlaufrendite Dt 1,53% -0,2
Feinunze Gold USD $1.656,25 0,3%
Fass Brent Öl USD $122,26 -1,4%
Kupfer in US$/to 8.360 -0,4%
Baltic Dry Shipping I 922 2,2%
MERKEL DEUTET BEFRISTETE ERHÖHUNG DES ESM DURCH IGNORIEREN
DER BEREITS GELEISTETEN HILFEN AN – 26.3.12
Merkel kündigt Absicht der Erhöhung des ESM um die bereits
ausgereichten Hilfen (etwa 200 Mrd. Euro) an.
Soeben hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer
Pressekonferenz bekanntgegeben, intern über die Möglichkeit zu
diskutieren, den ESM mit seinem Volumen von 500 Mrd. Euro zur
zweiten Jahreshälfte starten zu lassen, ohne die bisher
ausgereichten Hilfen an Griechenland, Portugal und Irland im
Volumen von rund 200 Mrd. Euro vom ESM übernehmen zu lassen.
Mit anderen Worten: Der ESM wird vorübergehend auf 700 Mrd.
Euro erhöht und vermindert sich im Laufe der nächsten Jahre
automatisch um die Rückzahlungen aus den bisher geleisteten 200
Mrd. Euro, bis dann das Volumen von 500 Mrd. Euro letztlich
übrig bleibt.
Es ist der internationale Druck, der Merkel zu diesem Schritt
veranlasst: Die 500 Mrd. Euro werden als nicht ausreichend
gesehen, um europäische Staaten gegen Spekulanten abzusichern.
Insbesondere wenn gleich zu Beginn 200 Mrd. Euro an den
auslaufenden EFSF gezahlt werden müssten, um die bereits
geleisteten Hilfen zu übernehmen. Christine Lagard, Vorsitzende
des IWF, hat ihre Hilfen an einen höheren Beitrag Europas, und
damit Deutschlands, geknüpft. Im Raum steht die Summe von einer
Billionen Euro. Deutschland geht hier also einen Schritt auf
die Verhandlungspartner zu und erhöht auf 700 Mrd. Euro.
Für die Aktienbörsen ist dieser Schritt zunächst einmal
bullisch, denn mehr Geld für Staatshilfen bedeutet weiterhin
mehr Geld im Umlauf, was den Euro schwächt und die Kurse
treibt. Wir dürfen gespannt sein, welche Summe für den ESM am
Ende der Verhandlungen, die am kommenden Wochenende mit den EU-
Finanzministern stattfinden werden, steht.
Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:
SENTIMENTDATEN:
Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):
Kaufen / Verkaufen
09.03.- 16.03. (171): 43% / 14%
16.03.- 23.03. (233): 53% / 13%
23.03.- 30.03. (229): 46% / 18%
Kaufempfehlungen der Analysten
Gagfah, Unicredit, VTG
Verkaufsempfehlungen der Analysten
Solarworld, Heineken, Enel Green Power
Privatanleger
11. KW: 75% Bullen (132 Stimmen)
12. KW: 62% Bullen (152 Stimmen)
13. KW: 70% Bullen (193 Stimmen)
Kaufempfehlungen der Privatanleger
Total S.A., Natixis S.A., Hecla Mining
Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Praktiker, MAN SE, Nicox S.A.
Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel
Ohh je, die Analysten sind zu Hauf ins Börsenlager
übergesiedelt, nur noch 46% Kaufempfehlungen und ein Sprung auf
18% Verkaufsempfehlungen. Es hat den Anschein, dass einige
Unternehmen inzwischen ihren fairen Wert erreicht haben, die
kolossale Unterbewertung vom Dezember letzten Jahres ist
weitgehend abgebaut.
Nun kommt es auf die weitere Konjunkturentwicklung an. Diese
ist in den USA derzeit recht vielversprechend, Deutschland ist
ein Fels in der Brandung Europas, allerdings hat der Rest
Europas arge Probleme und seitens Chinas wurden in den
vergangenen Tagen ebenfalls wieder schlechtere Konjunkturdaten
vermeldet.
Wie wir uns vor dem Hintergrund dieser veränderten Situation
mit unserem Portfolio positionieren, lesen Sie im nächsten
Kapitel. Doch zunächst schauen wir einmal auf die einzelnen
bullischen Analystenempfehlungen.
TOP ANALYSTENZIELE
Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:
Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
SUESS MICROT. 28.03 7,09€ 13,00€ 83,36%
MEDIGENE 26.03 1,51€ 2,60€ 72,19%
ARQUES IND 26.03 3,09€ 5,30€ 71,52%
IVG IMMOBIL 28.03 2,47€ 4,00€ 61,94%
4SC AG 28.03 2,63€ 4,00€ 52,09%
HOCHTIEF 29.03 47,97€ 70,00€ 45,92%
RHOEN-KLINIKUM29.03 15,12€ 22,00€ 45,50%
TUI AG 29.03 5,68€ 8,20€ 44,37%
CEWE COLOR 26.03 31,71€ 45,50€ 43,49%
Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.
Laufen wir nun in eine heftige Korrektur der exorbitanten
Kursrallye seit vergangenem Dezember oder bleibt es beim
heutigen schnellen Ausverkauf? Meine Gedanken zu diesen Fragen
lesen Sie im nächsten Kapitel.
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03. AUSBLICK: ZWEI VERKÄUFE, ZWEI KÄUFE
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.
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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend
vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte
Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsen-
entwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker
PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-
Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme
dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach.
Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement
folgende Zusätze:
INTERNET: Kundenbereich
- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen
- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen
- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den
offenen
Positionen anzeigen lassen.
- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.
Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.
Kurz nach dem Versand des Heibel-Ticker PLUS wird Online
eine PDF-Version zur Verfügung gestellt, die zusätzlich
Charts von den besprochenen Aktien und Indizes sowie
Rohstoffen
enthält. Darüber hinaus wird die Liste der offenen Positionen
tabellarisch wesentlich übersichtlicher dargestellt als in der
„nur-Text“-Version möglich.
Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der
Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt
und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt.
Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem
Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich
freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.
Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein
Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche
Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen
veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den
Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.
Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den
Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel
Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo.
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04. DEPOTCHECK: K+S, HTC, KLÖCKNER & CO, LUFTHANSA,
GENERALI DEUTSCHLAND
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.
Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.
FRAGE:
Hallo Herr Heibel,
gerne würde ich meine fünf größten Aktienpositionen genauer
betrachten lassen.
Unternehmen (Einstiegskurs)
K+S (35,85€) / HTC (50€) / Klöckner & Co (10,21€) / Lufthansa
(8,94€) / Generali Deutschland (57,43€)
Vielen Dank und viele Grüße, Johannes aus Frankfurt
ANTWORT:
Gerne schaue ich mir Ihre fünf Positionen näher an:
K+S
Kali Dünger und Streusalz sind die Hauptprodukte dieses
Rohstoff- und Agrarunternehmens. Ein milder Winter führt zu
schwachem Streusalzabsatz, wie wir dieses Jahr erleben konnten.
Entsprechend hat sich der Kurs von K+S unterdurchschnittlich
entwickelt. Doch die Wachstumstreiber sind intakt: Aufstrebende
Schwellenländer steigen auf hochwertigere Nahrung um,
gleichzeitig werden Agrarstoffe zunehmend auch für die
Biosprit-Generierung verwendet. Hauptabsatzmarkt für
Düngemittel ist inzwischen Brasilien, wo viele Zuckerrüben im
Tank der dortigen Autos landen.
Das KGV 2012e von 12 ist in meinen Augen fair, die
Dividendenrendite von 3,5% versüßt die Wartezeit. Wartezeit,
weil in Nordamerika ein großes Salzprojekt finanziert werden
muss und dadurch die Ergebnisseite belastet ist. Doch K+S ist
mit diesem Projekt zum weltgrößten Salzproduzenten aufgestiegen
und wird in wenigen Jahren die Früchte ernten dürfen.
HTC
Ich habe HTC aus der Korrelationsanalyse herausgenommen, weil
weder in Deutschland noch in den USA ausreichend Kursdaten
verfügbar sind.
HTC ist der taiwanesische Wettbewerber von Apple, denn das
Unternehmen bietet Smartphones und Touchpads an, die sich bei
ihren Kunden hoher Beliebtheit erfreuen. Ich habe im Heibel-
Ticker zu wenig über HTC geschrieben, weil die Aktie in
Deutschland kaum gehandelt wird. Die Geräte sind, wenn ich dem
Feedback von Heibel-Ticker Kunden glaube, durchaus ein
ernstzunehmender Gegner für das iPhone und iPad: Technologisch
auf dem aktuellen Stand, in vielen Bereichen besser als Apples
Produkte und vor allem eine offene Welt, also Standard-
Schnittstellen wie Micro-USB Smartphone & Touchpad) oder Micro
SD-Card (nur Touchpad) statt der Apple-eigenen
Sonderanschlüsse.
Manko: In meinen Augen sind die meisten Kunden die offene Welt
der unbegrenzten Möglichkeiten leid, weil sie nicht
beherrschbar ist. Apples eingeschränktes aber dann einfach
funktionierendes Ökosystem ist vielen lieber. Ich denke, es
gibt genug Platz im Markt für drei Wettbewerber: Apple, Samsung
und HTC.
KLÖCKNER & CO
Klöckner ist kein Stahlproduzent sondern ein Stahlhändler. Im
Abschwung sitzt das Unternehmen also nicht auf ungenutzten
Kapazitäten sondern höchsten vorübergehend auf einem zu hohen
Lagerbestand. Trotzdem springt der Kurs wie ein Jo-Jo mit den
Konjunkturschwankungen auf und ab. Und zwar heftig. Diese Woche
haben wieder Konjunktursorgen die Oberhand, der Kurs läuft gen
Süden. Sollte am Wochenende eine Zinssenkung in China erfolgen,
dann notiert Klöckner am Montag wieder um 5% höher.
Ich bin der Überzeugung, dass wir aus einer sehr schweren
Finanzkrise, Staatsschuldenkrise etc. herauskommen und erst am
Anfang eines ordentlichen Aufschwungs stehen. Dieser Anfang
wird noch von einigen Rückschlägen durchgerüttelt, doch
mittelfristig erwarte ich einen Konjunkturaufschwung - wie es
immer war. Und dann dürfte Klöckner wieder abheben und in
Richtung 20 Euro laufen. Derzeit kratzt die Aktie an der 10
Euro Marke, Kurse darunter halte ich für Kaufkurse.
LUFTHANSA
Mit 10 Euro notiert der Kurs wieder auf einem Niveau, das die
Aktie schon 1993 erreicht hatte. Ist das nun billig oder lässt
sich mit Fluglinien einfach kein Geld verdienen? Nun, immerhin
zahlt das Unternehmen eine Dividendenrendite von 3,3% aus,
Tendenz steigend. Wenn Sie also einen Dividendentitel suchen,
dann können Sie auf Lufthansa zurückgreifen. Doch vom
Aktienkurs sollten sie nicht viel erwarten. Mag sein, dass
Streiks und Wirtschaftskrisen sowie der hohe Ölpreis den Kurs
derzeit auf ein Tief gedrückt haben. Entsprechend hätte die
Aktie mittelfristig ein Potential von etwa 25%. Doch
langfristig gibt es meiner Beobachtung nach keine
Fluggesellschaft, die überproportional wachsen kann.
Ich würde die Aktie derzeit nicht verkaufen sondern auf höhere
Kurse warten. Als langfristige Dividendenposition kenne ich
jedoch attraktivere Aktien.
GENERALI DEUTSCHLAND
Hoppla, die deutsche Tochter des italienischen
Versicherungsgiganten legte gestern gute Zahlen vor, der Kurs
schoss um 15% nach oben. Grund war eine unerwartete
Steuergutschrift, die den Jahresgewinn auf 416 Mio. Euro
steigerte. Auch die Belastungen durch Abschreibungen auf
Griechenlandanleihen waren mit 78 Mio. Euro wesentlich geringer
als befürchtet, immerhin hat die Versicherung insgesamt 707
Mio. Euro abschreiben müssen. Wenn ich die Meldung richtig
verstanden habe, dann müssen die Lebensversicherungskunden den
Rest der Abschreibung tragen. Dank der guten Ertragslage wird
eine Dividendenrendite von 7,7% vorgeschlagen.
Cosmos Direkt, Central Krankenversicherung, Advocat,
Volksfürsorge und AachenMünchener gehören zum Konzern. Das
Versicherungsgeschäft besteht aus zwei wesentlichen
Komponenten: Zum einen eine ordentliche Risikokalkulation damit
realistische Tarife angeboten werden können. Und zum anderen
eine periodentreue Geldanlage der Prämien, damit zukünftige
Risiken finanziert werden können. Während die erste Komponente
von Versicherungen recht gut gehandhabt wird, Katastrophen
führen zwar zu einer einmalig hohen Ausgabe, aber werden zur
Rechtfertigung nachhaltig höherer Prämien genutzt, hat die
zweite Komponente die Versicherungen in den vergangenen Jahren
vor große Probleme gestellt. Sinkende Zinsen an den
Anleihemärkten stellten die Kalkulation in Frage.
"Wo soll das noch hingehen", fragen viele, denn anhaltend
sinkender Zinsen werden immer mehr Versicherungen vor
finanziellen Problemen stehen. Ich könnte mir durchaus
vorstellen, dass die Zeit sinkender Zinsen nun endlich vorbei
ist und sich damit die Ertragslage für die Versicherungen in
den kommenden Jahren deutlich verbessert. Doch das ist eine
sehr langfristige Betrachtung, und nach über dreißig Jahren
sinkender Zinsen ist diese Erwartung ziemlich mutig.
Generali ist ein verlässlicher Dividendenzahler, damit ist
diese Aktie schon allein dadurch eine sinnvolle Position in
einem diversifizierten Portfolio. Ob sich der Kurs weiter
erholen kann, hängt von der Zinsentwicklung ab. Ich denke, es
ist ein Versuch wert :-)
KORRELATIONSMATRIX
lfr SDF GE1 KCO LHA
SDF 1,00 0,51 0,67 0,68
GE1 0,51 1,00 0,46 0,62
KCO 0,67 0,46 1,00 0,58
LHA 0,68 0,62 0,58 1,00
kfr SDF GE1 KCO LHA
SDF 1,00 0,19 0,69 0,24
GE1 0,19 1,00 0,34 0,59
KCO 0,69 0,34 1,00 0,54
LHA 0,24 0,59 0,54 1,00
Langfristig korrelieren Lufthansa und K+S miteinander, da beide
Unternehmen an der Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten
hängen. Auch Klöckner fällt in diese Gruppe. Das wäre für
meinen Geschmack etwas viel Abhängigkeit vom Rohstoffmarkt, und
ich würde zumindest einen der drei Titel verkaufen. Vielleicht
haben Sie herausgehört, dass ich Fluglinien nicht so doll
finde, ich würde Lufthansa durch ein Pharmaunternehmen
ersetzen.
K+S und Klöckner sind dann zwei ziemlich konjunktursensible
Aktien in Ihrem Portfolio. Generali als Versicherung hängt an
den Finanzmärkten und HTC ist ein Technologieunternehmen mit
Kosumentenprodukten. Das gefällt mir recht gut. HTC wird vom
Aufschwung in China profitieren, K+S erzielt über 50% des
Umsatzes im Ausland. Damit haben Sie sich auch regional ein
wenig diversifiziert. Ich würde allerdings die Gelegenheit
wahrnehmen und ein ausländisches Pharmaunternehmen wählen,
damit die Übergewichtung an deutschen Unternehmen noch ein
wenig reduziert wird.
Im Heibel-Ticker werde ich in den nächsten Wochen ein neues
Pharma-Unternehmen vorstellen. Auch mir fehlt eines, bzw. das
derzeit im Portfolio befindliche soll ausgetauscht werden.
Ich hoffe, ich konnte ein paar Anregungen geben.
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05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: GILDEMEISTER & PRAKTIKER
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NEUE LASTEN VERHAGELN GILDEMEISTER DIE GUTE
GESCHÄFTSENTWICKLUNG
Eigentlich spricht man gerne von „Altlasten“, die eine gute
Geschäftsentwicklung bremsen. Doch bei Gildemeister sind diese
Lasten nicht gerade alt. Der Einstieg ins Solargeschäft
erfolgte 2009 zu einem Zeitpunkt, als die Überhitzung bereits
absehbar war.
Die sich automatisch nach der Sonne ausrichtenden Systeme
werden inklusive Stromspeicher angeboten und sind damit in
einem Markt, der seit einiger Zeit zusätzlich (und wegen) zur
chinesischen Konkurrenz auch noch mit beschleunigten
Fördersenkungen zu kämpfen hat. Eine Planungssicherheit ist
hier nicht gegeben und Gildemeister betreibt diesen Bereich mit
kräftigem Minus.
Ein Umstand, der so manchen Analysten davon überzeugt hat, ein
„Verkaufen“ auf die Aktie zu setzen. Doch seit vergangenem
Dezember ist der Kurs von 9 auf 14,75 Euro angesprungen, und so
spüren die Analysten die Wut ihrer Kunden, diesen Lauf
übersehen zu haben. Die DZ Bank hat diese Woche dem Druck nicht
mehr standgehalten und das Kursziel von 8 auf 18 Euro
angehoben, aus „Verkaufen“ wurde „Kaufen“.
Diesen Meinungswechsel halte ich für überzogen. Klar, die
Geschäftsentwicklung war überaus positiv. Umsatz und
Auftragseingang im Jahr 2011 haben die Erwartungen übertroffen,
Gewinn und Gewinnmarge wurden durch das schlechte Solargeschäft
geschädigt. Doch um ein Kaufen auf die Aktie zu legen müssten
die Probleme im Solarbereich gelöst sein, und das sind sie
meiner Ansicht nach noch nicht. Im Jahr 2012 erwarte ich erneut
einen Verlust von 20 Mio. Euro in diesem Bereich, was bei einem
erwarteten Gewinn von knapp 100 Mio. Euro im Bereich der
Werkzeugmaschinen kräftig ins Gewicht fällt.
Die Deutsche Bank ist vorsichtiger, sie hat ein Kursziel von 10
Euro auf der Aktie und bezeichnet dies als „Halten“. Wir können
uns nun darüber streiten, ob ein Kursziel, das 30% unter dem
aktuellen Kurs liegt eine gute Begründung für ein „Halten“ ist.
Doch die Analystin führt sogar positive zu erwartende Effekte
aus der Kooperation mit dem japanischen
Werkzeugmaschinenanbieter Mori Seiki an. Das kann ich nicht
nachvollziehen.
Mori Seiki wollte Gildemeister ursprünglich übernehmen, doch
die Kartellbehörde legte ein Veto ein. Mehr als 25% dürfen die
Japaner nicht halten. Derzeit halten die Japaner 10%. Warum
sollte in dieser Situation das japanische Unternehmen, das
recht ähnliche Produkte anbietet, lukrative Aufträge mit hoher
Gewinnmarge an den deutschen Partner abgeben? Genau das
erwartet die Analystin der Deutschen Bank. Ich hingegen würde
vermuten, dass man zum Ausgleich von Kapazitätsspitzen etwas
Volumen abdrückt, Aufträge, die man selbst nicht mehr
abarbeiten kann, die aber eine geringe Gewinnmarge haben.
Ich habe den Eindruck, die Analysten verstehen nicht, warum die
Aktie so gestiegen ist. In meinen Augen ist der Kursanstieg der
guten Entwicklung in Deutschland und den Schwellenländern
geschuldet. Ja, insbesondere in Deutschland brummt das
Geschäft, was wir an den Auftragseingängen sehen. Wieder einmal
die Flugzeugindustrie, die ich letzte Woche in meinem
Börsenbrief Heibel-Ticker ausführlich beleuchtet habe, sorgt
hier für eine starke Nachfrage.
Also ja, das Geschäft läuft gut. Doch leider hat sich
Gildemeister mit seinem Solarabenteuer eine Last geschaffen,
die es nun im Rahmen des Niedergangs der Solarbranche zu
finanzieren gilt. Die Kooperation mit Mori Seiki sehe ich
derzeit neutral, mal sehen, wo sich das hin entwickelt. Es ist
in meinen Augen richtig, die Aktie könnte viel höher stehen,
wenn das Solargeschäft nicht wäre. Doch so halte ich das KGV
2012e von 10 und die Dividendenrendite von 2,5% für eine faire
Bewertung. Da muss man nicht kaufen, aber auch nicht verkaufen.
AUFRÄUMARBEITEN BEI PRAKTIKER, ZU FRÜH ZUM KAUFEN
Praktiker hat diese Woche seine endgültigen Zahlen für das Jahr
2011 vorgelegt. Der Verlust betrug 554,7 Mio. Euro, davon sind
473 Mio. Euro durch Neubewertungen und Rückstellungen
entstanden. Sanierer CEO Thomas Fox räumt noch kräftig auf in
dem Baumarkt, der durch seine ewigen Rabatt-Aktionen in
unruhiges Fahrwasser geraten war.
Wir erinnern uns, die Rabatt-Aktionen haben nicht mehr Kunden
in die Baumärkte gelockt. Lagerbestände wuchsen an und im
vergangenen Sommer wurde der CEO durch den Sanierer Fox
ersetzt. Fox verkaufte in einem ersten Schritt erst einmal
alles, was auf Halde lag und erzielte somit im Herbst einen
„überraschenden“ Umsatzanstieg bei schlechter Gewinnmarge.
Den zweiten Schritt würde ich so beschreiben: Das Unternehmen
muss der Realität ins Auge schauen, damit anschließend ein Plan
für ein künftig tragfähiges Geschäftskonzept ausgearbeitet
werden kann. Die Realität war bislang bei Praktiker
offensichtlich um eine halbe Milliarde Euro zu rosig gesehen,
wie wir an den Neubewertungen sehen. Warenvorräte und
Vermögenswerte wurden neu bewertet, für Verpflichtungen aus
laufenden Verträgen, die gegebenenfalls nicht eingehalten
werden können, wurden ebenfalls Rückstellungen gebildet. Auch
der Geschäfts- und Firmenwert wurde mit spitzem Bleistift
nachgerechnet und um 159.5 Mio. Euro vermindert. Schließlich
veranschlagt Fox noch 95,8 Mio. Euro an Kosten für die
Restrukturierung des Unternehmens.
Die bislang veröffentlichten Strategien überzeugen mich nicht:
Einige Filialen werden geschlossen, dadurch würde dann auch die
Mitarbeiterzahl vermindert werden. Die Zentrale von Praktiker
wird nach Hamburg zur Zentrale der Schwestergesellschaft Max
Bahr verlegt. Ich kann hier noch nicht sehen, wie man dadurch
wieder mehr Kunden in die Märkte holen möchte.
Doch das ist gar nicht die Aufgabe von Sanierer Thomas Fox.
Seine Aufgabe ist es, die Realität ungeschönt darzustellen und
vielleicht noch ein wenig Investitionskapital aufzutreiben,
damit man in das künftige Geschäft investieren kann – wie auch
immer dies letztlich aussehen mag.
Der größte Einzelaktionär von Praktiker ist mit 10% die
österreichisch / zyprische Firma Maseltov. Aus dem Hause
Maseltov war zu hören, dass man eine Kapitalmaßnahme,
beispielsweise die Ausgabe einer Wandelanleihe, dem Anteil am
Unternehmen entsprechend mit zeichnen würde. Man sprach hier
von 120 Mio. Euro, die auf diesem Weg generiert werden könnten.
Gleichzeitig müsse Praktiker sich jedoch von seinen Osteuropa-
Märkten trennen, was weitere 50-70 Mio. Euro einbringen könnte.
Zudem hat Maseltov seinen Anspruch auf Mitbestimmung bei der
Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand angemeldet. Das ist in
meinen Augen ein klares Zeichen dafür, dass bereits über die
Nachfolge von Thomas Fox diskutiert wird.
Für mich ist es dennoch zu früh, in den Praktiker zu
investieren. Mit der Hiobsbotschaft dieser Woche sind nun zwar
viele der schlechten Meldungen raus, doch nun würde ich
zunächst abwarten, wie sich die Machtverhältnisse beim
Praktiker in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln. Zum
einen kann die Ausgabe einer Wandelanleihe die Anteile der
Aktionäre verwässern, je nach Anleihekonditionen. Und zum
anderen ist noch kein Nachfolger für Thomas Fox gefunden,
geschweige denn eine neue Strategie für Praktiker bekannt, wie
man sich auf dem harten Wettbewerb der Baumärkte in Deutschland
behaupten möchte.
Die Aktie könnte noch einige Zeit unter Druck bleiben und ich
würde weiter abwarten.
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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.
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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.
Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.
Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird
Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,
Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.
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täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
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setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
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Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte
der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
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