Heibel-Ticker 12/16 - Spekulanten kreischen "Olé"

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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

7. Jahrgang - Ausgabe 16 (20.04.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: KRISE? WELCHE KRISE?
02. SO TICKT DIE BÖRSE: SPEKULANTEN KREISCHEN „OLE“
03. AUSBLICK: MEGATREND DATENSPEICHER
WAHLEN IN FRANKREICH: VERLUST DES VERLÄSSLICHEN PARTNERS
SARKOZY BEFÜRCHTET
04. WUNSCHANALYSE: VMWARE
05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: SKY & AXEL SPRINGER
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01.INFO-KICKER: KRISE? WELCHE KRISE?
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Liebe Börsenfreunde,

wie in einer spanischen Stierkampfarena kommt mir das Chaos um
die Finanzen dieses EU-Landes vor, doch außerhalb der Arena
bekommt man außer dem lauten Geschrei nicht viel mit. Mit
Sicherheit ein großer Unterschied zu den bisherigen Euro-
Krisen, die wir erlebt haben. Mehr dazu in Kapitel 02.

Dort bespreche ich auch die Quartalszahlen von Ebay, die
jegliche Erwartungen übertroffen haben. Ebay geht von der
Defensive in die Offensive, sagt der CEO Donahoe. Nach Jahren
der Entwicklung kommt nun die Erntezeit.

In Kapitel 03 liste ich die Beteiligten des Megatrends der
Datenspeicherung auf, fast alle Dauermieter auf der Liste der
Aktien mit 52-Wochen-Hochs sind. Für uns Privatanleger ist es
schwer nachzuvollziehen, was sich in dieser Branche abspielt.
Ich habe Versucht, ein wenig Licht in diese Branche zu bringen.

Zudem gebe ich meine Einschätzung zu den Präsidentschaftswahlen
in Frankreich. Sarkozy liegt in Umfragen hinten. Ein Wechsel
zum Guten oder zum Schlechten? Meine finanzwirtschaftliche
Meinung dazu ebenfalls in Kapitel 03.

VMware ist einer der Teilnehmer des Megatrends
Datenspeicherung. Die Wunschanalyse in Kapitel 04 zeigt das
Unternehmen, das zu 80% dem EMC-Konzern gehört.

Im Fernsehen wurde ich diese Woche nach meiner Meinung zum
Fußball gefragt - natürlich zu den Lizenzrechten für die
Bundesliga, die diese Woche an Sky und Axel Springer vergeben
wurden. Der Gewinner ist ... der DFL, der seine Einnahmen um
50% steigern konnte. Wenn wir uns Sky und Axel Springer näher
anschauen, dann bekommen wir eine Idee, wie wir in den nächsten
vier Jahren Fußball schauen werden. Spannend! Die Details dazu
lesen Sie in Kapitel 05.

Wie immer gibt es einige wichtige Updates in Kapitel 06 zu
unseren offenen Positionen, die Sie nicht verpassen dürfen.

Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts120420.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker


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02. SO TICKT DIE BÖRSE: SPEKULANTEN KREISCHEN „OLE“
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„Olé“ rufen die internationalen Hedgefondsmanager und Daytrader
dem spanischen Finanzminister Cristóbal Montoro zu. Die Arena
ist voll von Spekulanten. Geschickt hatte der Torero gestern
nach dem erfolgreichen Platzieren der 10-Jahre laufenden
Staatsanleihe Spaniens eine Banderilla (Spieß) platziert: Die
ganze Arena kann und wird nun jede spanische Auktion von
Staatspapiere verfolgen.

Drei solcher Banderillas werden Spekulanten Spanien anheften,
bevor der Matador die Arena betritt, der Stiertöter. Die zweite
Banderilla wird den Titel „spanische Banken“ tragen und die
dritte könnte dann „Arbeitslosigkeit“ oder „anhaltender
Immobiliencrash“ heißen. So angeschlagen wird sodann der
Matador in Frage stellen, ob der EFSF oder dann der ESM
überhaupt in der Lage ist, Spanien aufzufangen.

Ein böses Spiel, bei dem man kaum weiß, ob man Mitleid mit dem
armen Stier oder Angst vor dem moralischen Verfall bei den
Toreros haben soll. Doch bei keinem Berufsstand darf man auf
die Einsicht der Beteiligten setzen, sie haben eine harte
Ausbildung durchlaufen und wollen ihr Können nun unter Beweis
stellen.

Ich will mal hoffen, dass sich Spanien ein Beispiel an den
Stierkämpfen in Portugal nimmt – dort werden seit vielen
Jahrzehnten keine Stiere mehr getötet, es wird nur „gespielt“.

Sie und ich wissen, dass anders als im vergangenen August heute
ein Arsenal an Mitteln bereitsteht, um Spanien zu helfen: Die
EZB könnte weiter Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt
aufkaufen und damit spanischen Banken indirekt den Druck
nehmen, Spanien selbst kann Irland und Italien zum Vorbild
nehmen um zu sehen, wie man notwendige Reformen durchsetzt. Der
EFSF, später der ESM stehen bereit, und der IWF ist inzwischen
auch auf der Seite der Europäer. So leicht wird es der Matador
nicht haben.

Doch darum geht es ja auch gar nicht. Griechenland wurde
letztlich auch gerettet, und Spekulanten haben an der ganzen
Geschichte prächtig verdient. Es geht darum, nun ein paar
Wochen, vielleicht Monate, für Chaos zu sorgen, für
Verunsicherung, um in dieser Zeit mit kurzfristigen
Spekulationen gut zu verdienen und sich mittel- und langfristig
gut zu positionieren.

Die Rhetorik der Finanzpresse ist schon ziemlich harsch
geworden. Nachdem ich in englischsprachigen Finanzmedien in der
Vorwoche schon Artikel gelesen habe, in denen nicht mehr über
den Kollaps Spaniens spekuliert wurde, sondern dieser als
unausweichlich vorausgesetzt wurde, habe ich diese Woche auch
schon Artikel gelesen, die ähnliches über den Euro selbst
schrieben.

Außerhalb Spaniens hat man sich an den Druck der Finanzmärkte
gewöhnt, der Euro verharrt über der 1,30 USD/EUR Marke. Und
auch der DAX gibt sich diesmal offensichtlich mit einer 10%-
Korrektur zufrieden. Während Spanien also wutschnaubend durch
die Arena prescht, vertrauen Anleger auf die oben
angesprochenen Abwehrmittel, die ein Übergreifen auf Europa
verhindern sollen. Welch ein Unterschied zum vergangenen
August, als der DAX wegen Griechenland um 20% einbrach!

Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:


WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES 12.04.12 DIFF
Dow Jones 12.964 -0,2%
DAX 6.671 -1,1%
Nikkei 9.561 -0,8%
Euro/US-Dollar 1,313 0,4%
Euro/Yen 107,1905 1,3%
10-Jahres-US-Anleihe 1,95% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,41% 0,0
Feinunze Gold USD $1.642,75 -1,5%
Fass Brent Öl USD $118,23 -2,7%
Kupfer in US$/to 8.057 0,8%
Baltic Dry Shipping I 1.028 7,1%

Auch der Goldpreis spricht mit einem leichten Rückgang eher
dafür, dass Anleger nicht in Panik verfallen, sondern die
Turbulenzen der Arena als Spiel in einer abgeschirmten Arena
wahrnehmen.

Optimistisch stimmen mich die Preisentwicklungen des Öls
(rückläufig), des Kupfers und des Verschiffungsindexes Baltic
Dry (Anstieg). Der Ölpreis notiert auf einem so hohen Niveau,
dass dadurch die Wirtschaft und Konjunktur geschädigt wird. Ein
Preisrückgang ist hier nicht als Zeichen für eine schwächere
Konjunktur zu deuten, sondern als Erleichterung für die
Wirtschaft.

Der Kupferpreis steigt an, und auch die Verschiffungsraten
steigen an, was von einer anziehenden wirtschaftlichen
Aktivität kündet. Ich habe hier insbesondere China im Auge, da
von dort neue Wachstumsimpulse erwartet werden.


Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:


SENTIMENTDATEN ÜBERRASCHEND BULLISCH

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
30.03.- 05.04. (153): 47% / 12%
05.04.- 13.04. (159): 49% / 15%
13.04.- 20.04. ( 94): 52% / 6%

Kaufempfehlungen der Analysten
SAP, Rio Tinto, Danone

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Carrefour S.A., Nokia, Infosys

Privatanleger
14. KW: 65% Bullen (177 Stimmen)
15. KW: 66% Bullen (183 Stimmen)
16. KW: 63% Bullen (192 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Société Générale, BNP Paribas, Archos

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Conergy, eBay

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel


EBAY: 1, 2, 3, MEINS – ZAHLUNGSABWICKLUNG PAYPAL

Im Juni 2009 hatte ich die gewagte Behauptung aufgestellt, dass
Ebay mit Paypal ein Juwel im Portfolio hält und dass die Aktie,
damals bei 17 Euro, durchaus auf 30 Euro steigen könnte. Raten
Sie mal, wo die Aktie heute steht: bei 31 Euro. Okay, es hat
fast drei Jahre gedauert, doch dafür sehen die Chancen heute
wesentlich besser aus als damals.

Heute verfügt Ebay über ein wachsendes Auktionsgeschäft und
gleichzeitig mit Paypal über die Pole-Position bei Online-
Bezahlsystemen. Und gerade bei Paypal spielt die Musik.

Der Umsatz wuchs um 29%, der Gewinn wuchs um 20% an. Paypal
erzielt inzwischen 40% des Umsatzes von Ebay und wächst mit 32%
p.a., deutlich also schneller als das Auktionsgeschäft. Doch
das KGV 12e von Ebay steht aktuell nur bei 16.

In der Analystenkonferenz sprach CEO John Donahoe von dem
Schwenk seines Unternehmens von der Defensive in die Offensive.
Er habe viel Arbeit in die Verfeinerung der Online-Shops auf
Ebay gesteckt, damit sowohl Kunden als auch Geschäftspartner
ein reibungsloses und intuitives Shopping-Erlebnis haben. Die
Überarbeitung sei nun abgeschlossen, und nun mache Ebay wieder
Werbung, was sich sofort auszahle.

Mit anderen Worten: Es handelte sich nicht nur um einen
einmaligen Sondereffekt bei Auktionen und den Ebay
Marktplätzen, sondern um einen von langer Hand vorbereiteten
Sturm auf Amazon – und derzeit mit Erfolg.

Gleichzeitig hat Paypal Versuche in Baumärkten unternommen,
Kunden dort mit Paypal zahlen zu lassen. Hierbei handelt es
sich um einen ersten Schritt weg vom Internet, während
Mastercard und Visa vehement aus der Offline-Welt ins Internet
streben.

Ich denke, es wird künftig drei wesentliche Zahlungssysteme
geben: Paypal, Mastercard und Visa. Die beiden
Kreditkartenunternehmen nehmen höhere Gebühren und sind noch
lange nicht so unkompliziert bei der Einbindung ihres Dienstes
in Webseiten. Das Wachstum des Einzelhandels über das Internet
landet zu einem großen Teil bei Paypal.

Gestern ist die Aktie von Ebay um 14% angesprungen. Ich denke,
dass ein solcher Kurssprung eine Konsolidierungsphase nach sich
ziehen wird. Doch aus Sicht der Bewertung ist noch viel Luft
nach oben für Ebay, und ich kann mir gut vorstellen, dass die
jüngsten Quartalzahlen erst der Startschuss für eine wesentlich
aggressivere Gangart bei Ebay waren.


TOP ANALYSTENZIELE

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:

Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
SKY Dtl. 12.04. 2,01€ 4,25€ 111,44%
RHÖN-KLINIK 13.04. 13,95€ 22,00€ 57,71%
PORSCHE 10.04. 42,70€ 66,00€ 54,57%
BAUER AG 13.04. 19,80€ 28,00€ 41,41%
LUFTHANSA 13.04. 9,96€ 14,00€ 40,56%
Gigaset 10.04. 2,28€ 3,20€ 40,35%
CELESIO AG 13.04. 12,83€ 18,00€ 40,30%
VOLKSWAGEN 13.04.129,06€180,00€ 39,47%
KLOECKNER 12.04. 10,14€ 14,00€ 38,07%
LANXESS AG 11.04. 58,61€ 80,00€ 36,50%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.

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03. AUSBLICK: MEGATREND DATENSPEICHER
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
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entwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker
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Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme
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unsere offenen Positionen betreffen

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Positionen anzeigen lassen.

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04. WUNSCHANALYSE: VMWARE
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VMware bietet Virtualisierungssoftware an, mit der Server
effizienter genutzt und gewartet werden können. Dank der
Technologie und unter Anbindung an Clouds amortisiert sich die
Investition häufig noch im Jahr der Anschaffung, was das
Produkt zu einem Verkaufsschlager in der Wirtschaft macht. Die
Aktie ist schon hoch bewertet und daher nur etwas für
spekulativ eingestellte Anleger.


ERWARTUNGSGEMÄß BESSER ALS ERWARTET

Gestern Abend hat VMware Quartalszahlen zum ersten Quartal 2012
veröffentlicht. Die Zahlen waren wie erwartet besser als
erwartet. Nein, das ist kein deutsch, also will ich es anders
ausdrücken: Das Geschäft läuft so gut, dass ich mich inzwischen
daran gewöhnt habe, dass die Erwartungen der Analysten stets zu
niedrig sind. In den vergangenen vier Quartalen wurden die
Erwartungen um 3,3%, 6%, 17% und 14% übertroffen. Das gestrige
Ergebnis von 0,66 USD je Aktie liegt um 10% über den
Erwartungen der Analysten.

„ARG“ ist so etwas wie der Heilige Gral in der Investmentwelt:
„Accelerated Revenue Growth“ – „beschleunigendes
Umsatzwachstum“. Damit Spekulanten die Aktien eines
Unternehmens als „Wachstumsaktie“ bezeichnen, muss das
Umsatzwachstum nicht nur zweistellig sein, es muss sich auch
beschleunigen. Bei VMware ist das Umsatzwachstum von 22% im
vorigen Quartal auf 25% gesprungen.

Schauen wir uns einmal die Produkte von VMware an, um den
Erfolg besser nachvollziehen zu können.


VIRTUALISIERUNG FÜR SERVER IN DER CLOUD

VMware Fusion kennt vielleicht der eine oder andere Apple-
Nutzer von Ihnen, der nach dem Umstieg in die Apple-Welt auf
ein paar Windows-Applikationen nicht verzichten wollte. Es gibt
Fusion und Parallels, mit denen man gleichzeitig sowohl MacOS
als auch Windows auf seinem Computer laufen lassen kann. So hat
Ihr Autor nicht selten zwei Excel-Versionen gleichzeitig offen,
die eine in der Mac-Umgebung, in der alle aktuellen Daten
verarbeitet werden und die andere in der Windows-Umgebung, die
über Add-Ins verfügt, die eine direkte Kursabfrage ermöglichen.

Unternehmen verfügen über komplexe EDV-Landschaften. Nicht
genug damit, dass der eine MacOS nutzen will, während der
andere Windows schätzt, nein, die Server laufen heute
überwiegend unter Linux. Und damit beginnt gerade erst einmal
die Komplexität, da es viele verschiedene Linux-Versionen gibt,
die gleichzeitig laufen sollen. Zudem gibt es häufig mehrere
identische Linux-Installationen, die gleichzeitig laufen
sollen, damit unterschiedliche Applikationen unabhängig
voneinander bedient werden können.

Früher hätte man für jede Betriebssystemversion einen neuen
Server anschaffen müssen, ausgestattet mit der Performance für
die maximale Beanspruchung. Doch die maximale Beanspruchung
kommt je nach Anwendung nur sporadisch und häufig sehr selten
vor. Die Hardware, also der Server, langweilt sich die meiste
Zeit.

Dank der virtualisierten Server kann sich das Unternehmen nun
ein paar wenige Hochleistungsrechner kaufen und darauf alle
Betriebssysteme gleichzeitig installieren. Die Performance für
die jeweiligen Anwendungen wird dynamisch verwaltet, und so hat
jeder stets genau die Leistung, die er braucht. Es kommt
eigentlich niemals vor, dass alle unterschiedlichen Anwendungen
gleichzeitig die maximale Performance beanspruchen.

Der Vorteil: Kosteneinsparungen bei der Hardware und noch viel
wichtiger bei der Instandhaltung der Hardware. Nicht mehr 50
Server müssen gewartet werden sondern beispielsweise nur noch
sieben.

VMware verkauft seine Virtualisierungssoftware mit dem
Argument, dass sich die Investition häufig noch im gleichen
Jahr oder spätestens im Folgejahr amortisiert. Die Investition
trägt sich durch die Kosteneinsparungen von selbst.

Der nächste Schritt in dieser Entwicklung ist die Nutzung der
öffentlichen Clouds zur besseren Auslastung der
Serverperformance. Dazu hat VMware letzte Woche eine Initiative
gestartet, mit der das Unternehmen in die Fußstapfen von Linux
treten will – doch mehr dazu am Ende der Analyse.


PLÖTZLICHER ABGANG DES FINANZCHEFS

VMware wurde 2007 von der Konzernmutter EMC ausgegliedert. CFO
(Finanzchef) Mark Peer begleitete den erfolgreichen Weg an die
Börse und galt seither als Garant für saubere Bilanzzahlen und
verlässlich konservative Unternehmensprognosen.

Letzte Woche gab Peer überraschend seinen Wechsel zum Start-Up
Workday bekannt, ein Cloud-Spezialist, der Salesforce.com als
direkten Konkurrenten betrachtet. Es ist nun absehbar, dass
Workday an die Börse strebt und dazu Mark Peer geholt wurde.
Doch Anleger sind verunsichert darüber, was einen gestandenen
Finanzchef dazu bewegen kann, die gut bezahlte und sichere
Heimat eines Wachstumsunternehmens wie VMware zu verlassen und
zu einer kleinen Start-Up Bude zu wechseln. Der Kurs von VMware
fiel in Folge dieser Meldung vorübergehend um 8%.

Für Börsenneulinge: CEO (Vorstandsvorsitzender) und CFO
(Finanzchef) eines Unternehmens sind für Analysten häufig
wichtiger als Quartalszahlen. Wenn Analysten dem Management
vertrauen, dann bleiben sie auch einige Verlustquartale bei der
Stange, denn das Management wird schon wissen was es tut.
Dieser menschliche Vertrauensbonus wird in den Finanzmedien nur
selten erwähnt.

Und so überschlugen sich die Spekulationen darüber, was Mark
Peer zu seinem Wechsel bewogen haben könnte. Natürlich haben
VMWare und Peer selbst von einer Neuorientierung gesprochen und
keine weiteren Gründe angegeben. Letztlich ist man nun zu der
Überzeugung gekommen, dass es tatsächlich die neue
Herausforderung für Mark Peer ist, die ihn zu dem Schritt
bewogen hat. Wären Unstimmigkeiten vorgekommen, so hätte man
Peer sofort vor die Tür gesetzt. Doch er bleibt bis Ende Juni
Finanzchef bei VMware und geht seiner geregelten Arbeit nach.

So erholte sich der Kurs nach dem Ausverkauf schnell wieder und
notierte gestern vor den Zahlen wieder auf dem Niveau von vor
der Bekanntgabe des Wechsels von Mark Peer.

INNOVATIVER ARM EINER STARKEN MUTTER

Die Konzernmutter, EMC, ist einer der großen Anbieter von
Unternehmenssoftware. Der Schwerpunkt liegt bei der
Datenspeicherung, einem elementaren Bestandteil der Cloud-
Infrastruktur. An VMware hält die Konzernmutter heute noch 80%,
damit drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass VMware auch
heute noch nicht viel eigenständiger ist als eine Abteilung von
EMC.

Doch das ist ein Vorteil für VMware, erhält es dadurch doch
direkten Zugang zu den größten Kunden der Wirtschaft. EMC misst
sich mit Hewlett Packard, Oracle, IBM und SAP und hat spezielle
Angebote in Sachen Sicherheit (RSA Security), mit denen es sich
von der Konkurrenz abhebt.

In meinem Börsenbrief Heibel-Ticker habe ich ausführlich
dargelegt, warum die heutige Cloud vielfach dicke Dateien
verwalten muss und dazu ganz andere infrastrukturelle
Voraussetzungen benötigt als die Verwaltung von komplexen
Unternehmensvorgängen wie von SAP abgebildet. So hat jedes
Unternehmen seine Stärken, doch für VMware ist es ein großer
Vorteil, durch die guten Kontakte der Konzernmutter bereits bei
den großen Unternehmen einen Fuß in der Tür zu haben.


BEWERTUNGSNIVEAU MACHT SCHWINDELIG

Ein KGV von 66 lässt sich auch mit einem Umsatzwachstum von 25%
kaum rechtfertigen. Höchstens mit dem überproportionalen
Gewinnwachstum von 38% lässt sich die PEG-Ratio (KGV im
Verhältnis zur Wachstumsrate) von 1,7 erklären. VMware hat
Anfangsaufwendungen für Neukunden, doch wenn das Geschäft
läuft, dann wird der Betreuungsaufwand gering und die
Gewinnmarge steigt. So ist das nachhaltig höhere Gewinnwachstum
im Verhältnis zum Umsatzwachstum zu erklären.

Doch wenn wir uns die Marktkapitalisierung im Verhältnis zum
Umsatz anschauen, dann wird unsere Vorstellungskraft auf eine
besondere Probe gestellt: 4,6 Mrd. USD sollen im laufenden Jahr
umgesetzt werden, dafür wird eine Marktkapitalisierung von 47
Mrd. USD veranschlagt. Das Zehnfache! Wenn man also die
heutigen Kennziffern anschaut, dann findet sich keine
hinreichende Begründung für den hohen Börsenkurs. Wir müssen
schon mit einer Bewertungsmethode vorlieb nehmen, die das
zukünftig erwartete Wachstum einbezieht, und das ist die
Discounted Cashflow Methode (DCF).

Die DCF-Methode wird immer dann angewendet, wenn ein
Unternehmen überwiegend nach seinen Zukunftschancen bewertet
werden soll. Damit lässt sich das aktuelle Bewertungsniveau
problemlos erklären. Problem dabei ist natürlich, dass die
Annahme der anhaltend hohen Wachstumsgeschwindigkeit nichts
weiter ist als eben dies: eine Annahme. Gibt es einmal
Anzeichen für ein sich abschwächendes Umsatzwachstum oder
schrumpfende Gewinnmargen, dann stürzt der Kurs sofort auf ein
Niveau ab, das eben mit anderen Bewertungsmodellen
gerechtfertigt werden kann – ein viel niedrigeres Niveau.

Solange der Erfolgskurs von VMware anhält, dürfte die Aktie
kräftig weiter steigen. Doch wehe, ein Wettbewerber erscheint
auf der Bildfläche.


WETTBEWERB ODER STANDARD?

Das hat natürlich auch VMware erkannt, und so möchte man den
heutigen Vorsprung, kein anderes Unternehmen ist mit seinen
Virtualisierungsangeboten so weit wie VMware, nutzen, um die
eigene Lösung zum Branchenstandard zu machen. Wir kennen das
von Microsoft (gegen MacOS), von Unix (gegen Linux), ... bis
zurück zum Streit um VHS oder Betamax bei Videokassetten.
Manchmal gewinnt der Bessere (Linux), manchmal gewinnt der
Schnellere (Windows, VHS).

VMware hat nun also eine führende Stellung bei der
Virtualisierung von Servern inne und weitet diese Stellung
insbesondere in den Cloud-Bereich aus. Hier sitzt RedHat an
vergleichbaren Lösungen auf Linux-Basis. RedHat ist in den
vergangenen Jahren mit seinen Linux-Versionen groß geworden:
Eine offene und kostenfreie Lösung für den Server-Betrieb, bei
dem Sie nur den Support zahlen. Bevor nun RedHat eigene Cloud-
Virtualisierungen und dynamische Anbindungen in mehrere Clouds
anbieten kann, will VMware seine funktionierende Lösung zum
Standard machen, indem der Code offengelegt und die
Entwicklergemeinde zum Weiterentwickeln aufgerufen wird.

Pfiffig, da die VMware-Lösung nicht auf den RedHat-System
aufbaut, sondern eigene, proprietäre VMware- und EMC-Software
nutzt. Pfiffig, wenn es klappt. Doch das ist noch nicht raus.

Wir kennen Entwickler als eine sehr besondere Spezie. Besonders
im Sinne von, sie haben ihre eigene Vorstellung der Tools, der
Entwicklungsumgebung, die sie nutzen möchten. Apple hat es
geschafft, die eigene Entwicklungsumgebung für iOS in den Markt
zu drücken. Doch die Kritik an den Einschrängungen, die von
Apple vorgenommen werden, hört nicht auf. Kritik seitens der
Entwickler! Nicht seitens der Kunden.

Und so dürfte es in meinen Augen schwer werden für EMC, die
Virtualisierung der öffentlichen Clouds über die eigene
„Platform-as-a-Service“ (PaaS) im Markt zu etablieren. Es ist
ein Versuch der Zementierung der eigenen Führungsposition, und
das führt bei mir zu einer gewissen Skepsis.


FAZIT: HOHE CHANCE, HOHES RISIKO

VMware sitzt an der Spitze in einer Wachstumsbranche. Ohne
Zweifel verdient dieses Unternehmen einen Bewertungsaufschlag –
doch den hat die Aktie bereits. Wer in VMware investieren will,
muss die gute Chance mit dem hohen Risiko abwiegen. Ein Haar in
der Suppe, und die Aktie rauscht in den Keller. Ich sehe für
die nächsten Quartale kaum ein Haar, denn die Virualisierung,
der Trend zur Cloud bei Unternehmen stecken noch in den
Kinderschuhen, na sagen wir lieber Teenagerschuhen.

Für ein konservativ geführtes Portfolio halte ich die Aktie von
EMC für besser. Ich habe sie Anfang 2011 ins Porftolio meines
Heibel-Ticker Börsenbriefes aufgenommen.

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05. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: SKY & AXEL SPRINGER
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FUßBALL-BUNDESLIGA PER IPTV ÜBER SKY LIVE IM INTERNET,
AXEL SPRINGER MIT BILD.DE MIT ONLINE-INITIATIVE

Sky hat sich für 2013 bis 2017 die Übertragungsrechte für die
Fußball-Bundesliga gesichert. Dafür zahlt Sky jährlich 485,7
Mio. Euro an den DFL, fast doppelt so viel wie bisher. An dem
Deal sind neben Sky die Deutsche Telekom, Axel Springer sowie
ARD und ZDF beteiligt. Der Gewinner des Deals ist der DFL!

Das Bundesverfassungsgericht hat es vor vielen Jahren
klargestellt: Fußball ist ein Volkssport und darf dem Volk
nicht aus Preisgründen vorenthalten werden. Daher darf ein
jeder bis zu 90-Sekunden lange Zusammenfassungen über
Bundesligaspiele bringen – etwas zeitversetzt und gegen einen
kleinen Obolus. Wenn also um die Übertragungsrechte verhandelt
wird, dann verhandelt man über Live-Übertragungen sowie über
Zusammenfassungen, die 90 Sekunden bis sechs Minuten lang sind.

Es war ein heißer Bieterstreit, da verschiedene Konzepte
aufeinander stießen. Die Deutsche Telekom bot sich mit Sky
Deutschland ein heißes Rennen um die Live-Übertragungsrechte.
Bislang hatte die Deutsche Telekom die Rechte für IPTV, also
für die Übertragung per Internet. Diese Übertragungsrechte sind
nunmehr ebenfalls an Sky gegangen, neben den Kabel- und
Satellitenwegen. Damit ist Sky nun der alleinige Anbieter von
Live-Übertragungen.

Das ist ein extrem wichtiger Wettbewerbsvorteil, denn bislang
zerrieben sich die Deutsche Telekom mit ihrem Liga Total
Angebot mit Skys Kabel- und Satellitenangebot. Nun braucht sich
der Fußballfan nicht mehr entscheiden, es gibt nur noch Sky.
Von den 180.000 Telekom-Kunden werden sicherlich einige zu Sky
wechseln und deren Kundenzahl von derzeit 3 Mio. ein wenig nach
oben bringen.

Doch ist dieser Wettbewerbsvorteil den Aufpreis wert? Sky ist
seit Jahren defizitär, alle Anstrengungen reichen nicht aus, um
das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zu bringen. Dank des
Großaktionärs News Corp., der 49,9% der Anteile hält, ist das
Unternehmen zumindest liquide und kann auch ambitionierte
Investitionen tätigen. Dabei braucht News Corp. gar nicht mal
selbst in die Tasche greifen, meist reicht schon aus, dass sie
es tun würden, wenn es nötig wäre. Im laufenden Jahr will Sky
somit 300 Mio. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen, um die
Bundesligarechte zu finanzieren.

Diese 300 Mio. Euro können über neue Aktien, über
Wandelanleihen oder über direkte Unternehmenskredite
aufgenommen werden. Eine erste Finanzierungsrunde fand bereits
im Februar statt, eine weitere soll es im September geben.
Aller Voraussicht nach wird, über neue Aktie direkt oder
Wandelanleihen zu einem späteren Zeitpunkt, das Eigentum der
Altaktionäre verwässert, daher ist die Aktie derzeit stark
unter Druck.

Mit den IPTV-Rechten hat Sky jedoch nicht nur das Monopol auf
die Live-Bundesligaübertragung, sondern auch die Möglichkeit,
ganz neue Vertriebswege zu nutzen. Über iTunes könnten Sie dann
einzelne Spiele abrufen und separat bezahlen, denken Sie nur an
die vielen zahlungskräftigen iPhone- und iPad-Nutzer sowie die
vergleichbaren Möglichkeiten auf den Android-Systemen.

Nach einem kurzen Freudensprung der Sky Aktie von 2 auf 2,50
Euro fiel der Kurs heute nun auf 1,88 Euro zurück. Auf diesem
Niveau brauchen Sie nicht mehr zu verkaufen. Sprudelnde Gewinne
dürfen Sie jedoch kaum vor 2014 erwarten, und daher wird es
auch noch eine Weile dauern, bis sich die Aktie deutlich nach
oben bewegt. Zudem steht im September die zweite
Finanzierungsrunde an, die zu einer weiteren Verwässerung
führen könnte.

Sky hat nun die Chance, das IPTV zu einem wesentlichen
Bestandteil des Live-Angebots der Fußball Bundesliga zu machen.
Übertragungen On-the-Go für Sky-Kunden, gezielter
kostenpflichtiger Content, hier gibt es eine Reihe neuer
Möglichkeiten, die in den USA bereits erfolgreich genutzt
werden. Ich will mal hoffen, dass Sky schnell genug diese
Möglichkeit erkennt und, wichtiger noch, umsetzen kann, damit
sich die exorbitant hohe Investition in die Rechte lohnt. Denn
allein um den Bestand zu bewahren, kann diese Investition nicht
gerechtfertigt werden, Verlusten muss man nicht noch gutes Geld
hinterher werfen.

ARD & ZDF

ARD und ZDF zahlen 200 Mio. Euro für die Erlaubnis,
Samstagabends bzw. nachts Zusammenfassungen von bis zu sechs
Minuten Länge zu bringen. 90 Sekunden wären fast kostenfrei,
und so fragt es sich, wie die ARD 4 Mio. Euro pro Samstag
einspielen will.

AXEL SPRINGER - BILD.DE

Bleibt der vierte im Bunde. Axel Springer. Für einen nicht
genannten Preis hat das Unternehmen die Online-
Vermarktungsrechte erworben. Damit sollen über Bild.de einzelne
Spielzusammenfassungen schon eine Stunde nach Spielende
angeboten werden, gegen eine Gebühr natürlich. Bild.de ist
somit bei vielen Spielen, insbesondere den Freitagsspielen,
deutlich früher dran als die Sportschau, und darüber hinaus
können dort gezielt die Spiele abgerufen werden, die einen
interessieren.

Viele Fans werden es zu schätzen wissen, gleich das Spiel ihrer
Lieblingsmannschaft aufzurufen und nicht erst all die anderen
Spielzusammenfassungen abwarten zu müssen, wie im Fernsehen.
Hier beschreitet Axel Springer Neuland, und was oben für Live-
Übertragungen beim IPTV von Sky gilt, kann nun auch für die
Zusammenfassungen bei Bild.de gelten: Bezahlte
Zusammenfassungen werden sicherlich ein starkes Kundeninteresse
haben und gleichzeitig wird Bild.de auch die Werbebanner über
die Internetseiten jagen, die Axel Springers Werbeeinnahmen
seit fünf Jahren um durchschnittlich 43% p.a. steigen lassen.

Axel Springer setzt seit einigen Jahren konsequent auf das
Online-Geschäft und baut dort im Wesentlichen auf zwei Säulen:
Paid Content (also bezahlte Inhalte) und Werbung (hauptsächlich
Bannerwerbung). Das zweistellige Umsatzwachstum im
Onlinegeschäft soll den rückläufigen Umsatz beim Printgeschäft
auffangen – und tut es zunehmend. Der Gewinn kommt inzwischen
schon fast zur Hälfte aus dem Online-Bereich.

Axel Springer ist in meinen Augen zunehmend ein Online-
Unternehmen, ja ein Internetunternehmen, das sich besser als
viele andere Print-Verlage auf die neue Welt eingestellt hat.
So wird die attraktive Dividendenrendite von 4,9% aufrecht
erhalten, das KGV ist mit 12 angemessen. Die Verschuldung ist
gering, der hohe freie Cashflow ermöglicht (über die
Dividendenausschüttung hinaus) auch weitere Investitionen und
Übernahmen im Bereich des Internetgeschäfts.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Axel Springer über die Zeit
ein gutes Internetgeschäft aufbaut. Neben Immonet, und SeLoger
am Immobilienmarkt ist das Unternehmen auch stark über
StepStone und TotalJobs im Personalvermittlungsmarkt. Nun kommt
mit der Fußball Bundesliga ein weiterer attraktiver Online-
Bereich bei Bild.de hinzu. Es wird sich lohnen, die Entwicklung
im Auge zu behalten.

Wer schon sehr früh investieren will, der wird mit der hohen
Dividendenrendite bei Laune gehalten. Ich denke jedoch, dass
zunächst noch kräftige Investitionen ins Online-Marketing sowie
einige Übernahmen zum Ausbau des Internetportfolios notwendig
werden, was die Gewinne des Unternehmens kurzfristig belastet.
Ich würde noch ein wenig mit einem Einstieg warten.

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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.

Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird

Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.



Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
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dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
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Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte
der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

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