Heibel-Ticker 13/16 - Verunsicherung

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H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

8. Jahrgang - Ausgabe 16 (19.04.2013)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Verunsicherung
02.So tickt die Börse: DAX auf dem Weg nach Europa
 - Goldpreiseinbruch: Nichts ist passiert
 - DAX-Einbruch auf Europa begrenzt
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
 - Internationale Sorgen unbegründet
 - Quartalszahlen durchwachsen, schwache Ausblicke
 - Rohstoffmärkte unter Finanzdruck
03.Sentiment: Angst, die Jahresgewinne zu verspielen
 - Top Analystenziele
04.Ausblick: Alle rechnen mit Korrektur, dann Erholung
05.Depotcheck: Münchener Rück, Deutsche Post, E.On, Evotec, BB Biotech
 - Münchener Rück:
 - Deutsche Post:
 - E.On:
 - Evotec:
 - BB Biotech:
 - :
 - Korrelationsmatrix
06.Doppelschlag gegen Dialog Semiconductor: Dialog Semiconductor
 - Dialog Semiconductor:
07.Update beobachteter Werte
 Spekulation aufgegangen, Kurs nicht
 Teilverkauf über 115 Euro, Limit beachten!
 Erneut Nachkaufen nach guten Produktionszahlen
 10% Plus sichern, verkaufen über 31,30 EUR
08.Übersicht HT-Portfolio
09.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
10.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Verunsicherung

Liebe Börsenfreunde,

Verunsicherung! So kann man die Situation am besten beschreiben. Der Goldpreis ist um 10% eingebrochen, der Grund dafür ist unbekannt. Der DAX ist um 5% eingebrochen, der Grund dafür ist unbekannt. Selten kursierten so viele Gerüchte wie in dieser Woche. Ich habe in Kapitel 02 einen roten Faden durch die Ereignisse gelegt.

In Kapitel 03 lesen Sie von der dramatischen Verschlechterung der Stimmung unter den Anlegern, was schon wieder einen Kontraindikator darstellen könnte.

Doch die Stimmung kann lange schlecht bleiben, bevor es wieder aufwärts geht. Über das Timing und die langfristigen Folgen schreibe ich in Kapitel 04.

Am Mittwoch hat Cirrus Logic eine Hiobsbotschaft für den Apple-Markt veröffentlicht. Viele Apple-Zulieferer gerieten dadurch unter Druck, auch Dialog Semiconductor. Die Einzelheiten dazu finden Sie in Kapitel 05.

Einen interessanten Depotcheck gibt's in Kapitel 06. Der Kunde hat eine Reihe von Unternehmen im Portfolio, die auch Sie interessieren könnten: Münchener Rück, Deutsche Post, Ecotec, BB Biotech und E.On.

Wie immer gibt es wichtige Updates zu unseren offenen Positionen in Kapitel 07 und eine Übersicht in Kapitel 08.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts130419.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: DAX auf dem Weg nach Europa

Die Ereignisse haben sich diese Woche überschlagen, entsprechend schwer ist es für mich, einen roten Faden zu legen. Ich setze hier im Heibel-Ticker die Finanzbrille auf, auch wenn viele Ereignisse deutlich weitreichender sind.

GOLDPREISEINBRUCH: NICHTS IST PASSIERT

Am Montag brach der Goldpreis um 8% ein. Die fundamentalen Begründungen sind vielfältig, letztlich waren Anleger verunsichert, ob das hohe Niveau des Goldpreises der vergangenen drei Jahre nach wie vor gerechtfertigt ist. Diese Verunsicherung reichte aus, um Anleger von Nachkäufen abzuhalten, was zu dem massiven Einbruch führte.

Hier kurz die einzelnen Gründe bzw. Vermutungen, die diskutiert wurden: Die wichtige Unterstützung bei 1.530 USD/Oz wurde unterschritten und aktivierte automatische Verkaufsorders. Der zypriotische Goldschatz, der im Rahmen der Rettungsaktion an die EZB abgegeben werden musste, wurde verkauft. In Indien wurde zum Jahreswechsel die Umsatzsteuer auf Goldkäufe von 2% auf 6% erhöht. Indien ist einer der wichtigsten Goldabnehmer der Welt.

Meine Einschätzung: Die Welt und insbesondere Euroland steht nun seit drei Jahren täglich unmittelbar vor dem Abgrund. Wie oft haben wir gehört, dass der Euro auseinanderbricht. Wie oft haben wir gehört, dass die Stabilität Europas an einem seidenen Faden, nämlich der Hilfsbereitschaft Deutschlands, hängt und wie oft haben wir gehört, dass die Hilfsbereitschaft Deutschlands irgendwann das Hilfsvermögen übersteigen könnte. So ist der Preis für das glänzende Edelmetall bis nahe an 2.000 USD/Oz gestiegen.

Doch Euroland steht noch, der Euro hat gehalten, und für das zweite Halbjahr 2013 wurde bereits eine wirtschaftliche Erholung in Aussicht gestellt. Klar, auf Kosten von Inflationsgefahr, und genau dagegen kann Gold Sie schützen. Doch der Goldpreis stand inzwischen weit höher als die pure Inflationsgefahr rechtfertigen konnte. Der Goldpreis hatte die oben genannten Katastrophen eingepreist. Und das seit nunmehr drei Jahren. Irgendwann gehen auch dem letzten Weltuntergangspropheten die Texte aus.

Zudem hat sich der Goldmarkt in den vergangenen Jahren verändert: Nicht mehr Angebot und Nachfrage bestimmen den Goldpreis, sondern nur noch die Erwartungen der Finanzinvestoren und die Mittelzuflüsse der großen Goldfonds und Gold-ETFs. Die Finanzindustrie hat mit einigen Federstrichen Finanzprodukte für den Goldmarkt geschaffen, die in kürzester Zeit mehr Geld aufnehmen konnten als Zentralbanken und Privatanleger in Matratzen nähen können.

Nicht mehr langfristig orientierte Sicherheitsfanatiker legten sich die Goldbarren in ihre millionen Schließfächer bei ihren jeweiligen lokalen Banken, sondern Hedgefonds und Spekulanten wetteten auf den Untergang des Euros, auf die katastrophalen Folgen der automatischen US-Haushaltsbudgetkürzungen oder auf Unruhen beim Regierungswechsel in China. Und was passierte? Nichts.

Doch, eines ist in den vergangenen Tagen passiert: In den USA haben die Notenbanker begonnen darüber zu diskutieren, wann die Liquiditätsflutung zurückgefahren werden könnte. Für paranoide Spekulanten ist das eine dramatische Wendung: Bislang wurden immer mehr und mehr Liquiditätsmaßnahmen notwendig, um das Land vor dem Untergang zu bewahren. Das Zinsniveau ist bei 0%, das Spekulieren auf den Untergang mit geliehenem Geld war in den vergangenen drei Jahren nahezu kostenfrei. Eine nahezu kostenlose Versicherung gegen Chaos mit Geld, das man nicht hat, während man mit dem Vermögen der Kunden Aktien kaufen konnte.

Doch nun droht diese Versicherung bald Geld zu kosten, denn nichts anderes bedeutet eine sukzessive Rückführung der Liquiditätsflutung. Es dauert zwar noch eine Weile, bis die außergewöhnlichen Maßnahmen zurückgefahren sind und bevor dann irgendwann eine erste Zinserhöhung erfolgen könnte. Doch die Richtung der Notenbankpolitik hat sich verändert, und das ist für viele Spekulanten und Hedgefonds Alarmsignal genug.

Der Verkauf zypriotischen Goldes mag der Auslöser gewesen sein. Der Grund ist die Stabilisierung der Situation in den USA, in Euroland und in China.


DAX-EINBRUCH AUF EUROPA BEGRENZT

Am Montagabend detonierten in Boston am Ziel des Marathons zwei Bomben und rissen drei Passanten in den Tod, es gab viele Verletzte. Bis zur Stunde ist nicht klar, ob es sich um einen terroristischen Akt handelte mit Unterstützung einer internationalen Terrororganisation oder aber um die Einzeltat zweier junger Männer.

Die Unsicherheit hinsichtlich des Hintergrunds dieser Tat schlägt sich auch auf die Entscheidungsfreude an den Finanzmärkten nieder. Am Montagabend gab der Dow Jones nochmals kräftig ab.

Nach dem Goldpreiseinbruch am Montag beobachteten wir gespannt, ob es am Dienstag bereits zu einer Gegenbewegung kommen würde. Dies geschah nicht. Auch die Aktienindizes, die am Montag im Rahmen der allgemeinen Unsicherheit ins Minus drehten, konnten sich am Dienstag kaum nennenswert erholen. Wir waren nun in der Phase in der sich Anleger fragten, warum man Gold kaufen müsse und warum man Aktien kaufen müsse. Die Gründe sind bekannt: Gold ist die Versicherung gegen das Chaos und Aktien sind die einzigen Anlageorte für Ihr Vermögen, mit dem Sie sich gegen die Entwertung Ihres Vermögens durch Inflation absichern können. Doch die Argumente kennen wir ebenfalls seit vielen Jahren, und Anleger wurden unsicher, ob das denn nun auch wirklich stimme.

So blieb die Gegenbewegung aus, die Unsicherheit blieb im Markt.

Am Mittwoch früh gegen halb zehn brach sodann plötzlich der DAX ein. Binnen acht Minuten gab er über 2% ab. Man sprach davon, dass das AAA - Rating Deutschlands in Gefahr sei, die Rettungsaktionen hätten Deutschlands Finanzen überstrapaziert. Es gab schnell die Erklärung des "Flash-Crashs", das Unterschreiten einer bestimmten Unterstützung zog automatisch erzeugte Verkaufsorders nach sich, sodass sich der Abwärtssog beschleunigte. Auch der berühmte dicke Finger wurde als Begründung bemüht. Der dicke Finger beschreibt einen ungeschickten Händler, der bei einer nennenswerten Verkaufsorder versehentlich drei Nullen zuviel dranhängt und damit den Markt in den Abgrund reißt.

Im vergangenen Jahr hat sich der DAX als Hort der Stabilität Europas profiliert, er legte um 30% zu. In den ersten dreieinhalb Monaten diesen Jahres stieg der Dow Jones von Allzeithoch zu Allzeithoch, der DAX konnte sein Niveau halten. Hintergrund ist die sich verbessernde Konjunktur in den USA, in Deutschland hingegen verschlechterte sich die Situation im gleichen Zeitraum. So kamen Zweifel auf, was einen DAX nahe seiner Allzeithochs rechtfertige, wenngleich er sie auch nicht übersprang, während sich Europa gleichzeitig kaputtspart und inzwischen erste schwache Konjunkturdaten auch aus Deutschland gemeldet werden? Reicht es aus, dass Europa nicht in den Abgrund stürzt, dass Euroland zusammen hält, um den DAX auf neue Rekordhochs zu schicken?

In meinen Augen ja, aber die meisten Anleger waren sich da nicht so sicher. Und so blieb bislang auch nach dem plötzlichen Einbruch im DAX das Kaufinteresse bei den Anlegern gering, eine Gegenbewegung fand auch hier nicht statt, die Abwärtsbewegung beschleunigte sich im weiteren Tagesverlauf.

Schauen wir uns also einmal das ganze Ausmaß des Chaos anhand der wichtigsten Indizes im Wochenvergleich an:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES18.4.13Woche Δ
Dow Jones14.537 -2,2%
DAX7.474 -5,1%
Nikkei13.316 -1,1%
Euro/US-Dollar1,31-0,2%
Euro/Yen129,77-0,4%
10-Jahres-US-Anleihe1,69%-0,10
Umlaufrendite Dt1,06%-0,02
Feinunze Gold$1.414 -9,4%
Fass Brent Öl$99,62 -4,5%
Kupfer7.011 -7,9%
Baltic Dry Shipping885 2,3%



Der DAX hat zwar Dow Jones und Nikkei beeinträchtigt. Den heftigen Ausverkauf haben die Amerikaner und Japaner jedoch nicht mitgemacht. Ein Indiz dafür, dass die Sorge insbesondere Deutschland und Europa betrifft.

Diesbezüglich gab es am Donnerstag zwei Meldungen: Eine kleine, mir bislang unbekannte Agentur hat das Rating für Deutschland tatsächlich herabgesetzt. Moodys hingegen reagierte prompt und bestätigte das AAA - Rating für Deutschland und lobte die Haushaltskonsolidierung. Der bereits zuvor bestehende negative Ausblick Moodys für Deutschland beruhe auf den Entwicklungen in Europa.


INTERNATIONALE SORGEN UNBEGRÜNDET

Eine andere Begründung für den Ausverkauf bezieht China ein: 7,7% betrug das Wirtschaftswachstum Chinas im Jahr 2012 wurde am Wochenende bekanntgegeben, erwartet wurden 7,9%. China braucht ein Wachstum von deutlich über 6% um allein den Zustrom der Landbevölkerung in die Städte ohne ausufernde soziale Spannungen zu bewältigen.

Wenn schon China das erwartete Wachstum von 7,9% nicht erreicht, dann bedeutet dies, dass China trotz der großen Finanzreserven nicht in der Lage ist, sein Land in die gewünschte Richtung zu lenken. Und was könnte der Grund dafür sein? Nun, Europa, speziell Deutschland. Der Binnenmarkt Chinas wurde von Marktbeobachtern kurzerhand ignoriert und mit einem Mal wurde ein Bild verbreitet in dem China nur wachsen kann, wenn all die mit deutschen Maschinen produzierten Güter auch von deutschen Konsumenten gekauft würden.

Eine schwächelnde Wirtschaft in Deutschland, vielleicht sogar eine drohende Rezession könne, so die Befürchtung, jegliche Wachstumsanstrengungen Chinas vereiteln. China könne doch nicht Spielsachen und iPhones auf Halde produzieren, oder?

Anschließend wurde nicht etwa die Nachfrage nach chinesischen Produkten aus den USA als rettender Anker angeführt, nein, es wurde die Abhängigkeit der USA von Europa in den Vordergrund gestellt. Genau wie China seien auch die USA eng mit der deutschen Wirtschaft verknüpft, und eine Rezession in Deutschland würde sofort auch das zarte Wachstumspflänzchen in den USA absterben lassen.

Nun, weder der chinesische Aktienmarkt noch der amerikanische folgten dieser Erklärung, das Minus blieb begrenzt. Bären werden nun sagen "noch", Bullen werden sagen "dann wird auch der DAX bald wieder aufholen".

Was sage ich? Nun, ich werde mir in Kapitel 04 meine Gedanken zu dieser Frage machen. Schauen wir uns zunächst ein paar Unternehmensmeldungen an, denn diese Woche gab es mehr Quartalszahlen als in irgendeiner anderen Woche.


QUARTALSZAHLEN DURCHWACHSEN, SCHWACHE AUSBLICKE

Beginnen wir mit den US-Banken, die allesamt durchwachsene Zahlen meldeten und einen sehr verhaltenen Ausblick gaben. Insbesondere der verhaltene Ausblick verstörte die Anleger, doch ich halte das für ein Resultat der Finanzkrisen. Noch immer stehen die Banken unter Beschuss, Dividenden dürfen nur in Ausnahmefällen ausgeschüttet werden, und Managergehälter sind immer wieder Anlass für öffentliches Ärgernis. Da traut sich kein CEO, einen rosigen Ausblick zu geben.

JPMorgan berichtete herausragende Zahlen für die Sparte der Vermögensverwaltung. Die Kernkapitalquote hat sich vorteilhaft entwickelt. Das internationale Geschäft ist stark. Doch aus dem Geschäft mit den US-Immobilienfinanzierungen hält sich das Unternehmen raus, das wurde als Schwäche ausgelegt.

Wells Fargo hat ebenfalls Zahlen abgeliefert, die im Rahmen der Erwartungen ausfielen. Allerdings ist das Geschäft mit Immobilienkrediten "nur" um 13% angestiegen, das war Anlegern nicht genug.

In den USA kommt Kritik an den Behörden auf, von einer Überregulierung ist die Rede. Inzwischen sind eine Reihe schwerreicher Amerikaner vor die Kamera gegangen und haben ausgesagt, dass sie nicht die Anforderungen für einen Immobilienkredit erfüllen würden, die von den Behörden inzwischen vorgegeben wurden. Der Immobilienmarkt erholt sich, Finanzierungen sind aber nicht zu haben. Eine Kritik, die in den kommenden Wochen noch häufiger zu hören sein dürfte.

Citigroup hat in allen Bereichen die Erwartungen übertroffen, insbesondere der Zinsgewinn war überproportional angestiegen. Dieses gute Ergebnis reichte gerade einmal dafür, dass die Aktie unverändert aus dem Handelstag ging.

Goldman Sachs ist, wie sollte es anders sein, in Zypern involviert. Alle anderen Geschäftsbereiche haben herausragende Zahlen gemeldet, das internationale Geschäft wurde jedoch von Zypern beeinträchtigt. Die Aktie wurde kräftig ausverkauft.

Fast überall ist also ein Haar zu finden, wenn man nur genau genug sucht. Da wird kein CEO auch nur einen verhalten optimistischen Ausblick geben. Und diese Zurückhaltung verunsichert die Anleger, denn niemand kann die Verfassung der Wirtschaft besser einschätzen als die Banken.

Apple war wieder einmal unter Beschuss. Das Unternehmen werde weniger iPhones verkaufen als geplant, zudem hielten sich die Kunden beim Kauf des iPad Mini zurück, um die Einführung des Nachfolgemodells abzuwarten. Cirrus Logic, Anbieter von High-End Soundchips, gab eine Meldung aus, die diese Befürchtung zu bestätigen scheint (mehr dazu in Kapitel 05). Entsprechend sind alle mit Apple assoziierten Aktien in den Keller gerauscht. Angefangen in Deutschland mit Dialog Semiconductor, über Broadcom, Qualcomm, Lam Research bis hin zu Applied Materials.

IBM hat heute überraschend schwache Zahlen vermeldet. Dienstleistungen waren wie erwartet, aber Soft- und Hardware blieben hinter den Erwartungen zurück. IBM notiert heute mit 8% im Minus und reißt Hewlett Packard mit in den Abgrund.

Intel reduziert seine Investitionen. Das ist gut für die Kostenstruktur, derzeit wird es aber negativ für die Innovationskraft ausgelegt.

General Electric hat ebenfalls in einzelnen Geschäftsbereichen nicht die Erwartungen erfüllt, wenngleich insgesamt die Zahlen gut aussahen. Energie und Wasserversorgung blieben hinter den Umsatzerwartungen zurück (Umsatzrückgang von 26%), auch der Öl- und Gasbereich war schwach, der Umsatz blieb "nur" stabil.

Auch McDonalds konnte die Erwartungen nicht erfüllen, überall ließ sich ein Haar in der Suppe finden.

Tja, bei einem Dow Jones auf Allzeithoch sind Anleger offensichtlich darauf aus, Haare in der Suppe zu finden - und das mit Erfolg.


ROHSTOFFMÄRKTE UNTER FINANZDRUCK

Wie eingangs schon zum Goldpreiseinbruch angedeutet, möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass sich der gesamte Rohstoffmarkt schon lange von der Realwirtschaft gelöst hat. Irgendwann nach der Internetblase haben Anleger beschlossen, dass Rohstoffe wahre Werte sind, da hat man was in der Hand, und somit gehören Rohstoffe in jedes konservative Portfolio. Die Finanzbranche ist da erfinderisch und kreiert Fonds und ETFs im Akkord, Anleger kaufen alles, wo Rohstoff draufsteht, ohne über den wirklichen Inhalt Bescheid zu wissen.

Doch es sind nicht nur Zahlen, die da durch die Datennetze sausen, es sind auch beispielsweise Öltanker, die vor den Küsten mit vollen Tanks kreuzen. Anleger haben ihr Kapital gebündelt und zusammen Tanker gemietet, die voll beladen mit Öl auf einen Preisanstieg des Öls warteten. Es gab eine Zeit, in der Öltanker reichlich vorhanden waren. 2009 waren Reeder froh, wenn sie nur einen Auftrag bekamen, der die Verluste zumindest ein wenig eingrenzte.

Heute ist es üblich, Schiffe mit Rohstoffen zu beladen und so lange kreuzen zu lassen, bis der Rohstoff einen besseren Preis erzielt. Diese Praxis verzerrt natürlich die Preisfindung in der Wirtschaft, wo Angebot und Nachfrage über den Preis stets in ein Gleichgewicht kommen. Diese Praxis führt dazu, dass aufgrund von Finanzmarktereignissen plötzlich die Rohstoffmärkte mit Rohstoffen überschüttet werden.

Der Ölpreis ist diese Woche um 4,5% eingebrochen, der Kupferpreis um 7,9%. Steht die Wirtschaft still? Fehlt das Geld für Finanzierungen? Nein, die Finanzindustrie benötigt Geld und hat daher ein paar Rohstoffschiffe gelöscht.

Ist dies nun eine intelligente Erklärung eines unverbesserlichen Optimisten? Oder sind die Preiseinbrüche tatsächlich nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Einklang zu bringen? Wie gesagt, ich gehe dieser Frage in Kapitel 04 nach.

Schauen wir uns nun einmal die Stimmung unter Privatanlegern und Institutionellen an.




03. Sentiment: Angst, die Jahresgewinne zu verspielen

Das Sentiment ist im Wochenverlauf starken Schwankungen ausgesetzt gewesen, daher schaue ich heute nur auf die aktuellsten Werte. Trotz des Preiseinbruchs gibt es nunmehr weniger Optimisten, die Bären haben ordentlich Zulauf bekommen. Es ist wieder angesagt, Bedenken zu formulieren. Von Chancen will derzeit niemand etwas hören. Oder anders gesagt: Viele Investoren bekommen es mit der Angst zu tun.

Sentimentdaten

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
29.03.- 05.04. (155): 45% / 15%
05.04.- 12.04. (272): 47% / 14%
12.04.- 19.04. (341): 39% / 21%

Kaufempfehlungen der Analysten
Rio Tinto, Volkswagen VZ, EADS

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Peugeot, RWE, Solarworld

Privatanleger
14. KW: 70% Bullen (182 Stimmen)
15. KW: 62% Bullen (192 Stimmen)
16. KW: 54% Bullen (192 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
BNP Paribas, Barrick Gold, Bouygues S.A.

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Solarworld, Linde, Microsoft

An den Analysten sieht man es besonders deutlich: Nur selten haben wir Extremwerte wie nur 39% Kaufempfehlungen und 21% Verkaufsempfehlungen gesehen. Das spricht schon für einen starken Pessimismus unter den Analysten.

Die Privatanleger, die sich in solchen Zeiten gerne mit Aussagen flüchten, mittelfristig werde es schon alles gut gehen, haben ebenfalls Federn gelassen.

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie eine Übersicht der Analysen mit den höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am meisten über dem aktuellen Kurs liegt. Die Details zu den einzelnen Empfehlungen finden Sie unter
http://www.aktien-meldungen.de/Aktienresearch/Top-Aktien

TOP ANALYSTENZIELE

UnternehmenAnalyse v.KursKurszielUpside
Dialog Semi15.49,11 €19,50 €114,05%
Elmos Semi16.47,60 €14,50 €90,79%
ThyssenKrupp19.413,34 €25,00 €87,41%
Adler Mode16.46,68 €12,00 €79,64%
Tipp2416.442,05 €69,00 €64,09%
Volkswagen VZ17.4140,85 €220,00 €56,19%
Daimler18.438,89 €60,00 €54,28%
Infineon17.45,56 €8,50 €52,88%
Volkswagen17.4135,35 €195,00 €44,07%
Aixtron18.49,83 €14,00 €42,42%

Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell optimistischer ausfallen, als es die Realität anschließend erlauben würde (Sellside-Analysen). Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber, wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall individuell zu beurteilen.

Ganz besonders auffällig sind die zwei Sparten Halbleiter und Auto, denen das größte Kurspotential zugesprochen wird. Dialog Semi, Elmos Semi, Infineon und auch vielleicht Aixtron sind unter den Unternehmen mit den höchsten Kurszielen. Die Aktien sind jedoch in den vergangenen Wochen so schnell gefallen, dass hier Analysten wohl kaum mit dem Absenken ihrer Kursziele auf das neue Niveau nachkommen. Ist das bullisch? Nein, kurzfristig ist hier kaum mit einer Rallye zu rechnen.

Der zweite Bereich sind die Autos mit VW, Daimler und Karosseriezulieferer ThyssenKrupp. Auch hier hat sich die Aussicht zuletzt stark eingetrübt, die Kurse sind stark eingebrochen, sodass die Kursziele seitens der Analysten kaum schnell genug zurückgeholt werden können.




04. Ausblick: Alle rechnen mit Korrektur, dann Erholung

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

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Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 5 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

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05. Depotcheck: Münchener Rück, Deutsche Post, E.On, Evotec, BB Biotech

Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.


Sehr geehrter Herr Heibel,

vor sechs Jahren haben Sie schon einmal einen Auszug (fünf Werte) aus meinem Aktiendepot bewertet, und ich konnte Ihre Ratschläge meist gewinnbringend umsetzen. Seitdem hat sich wahrlich viel im Börsenumfeld getan. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir noch einmal Ihre Einschätzung zu einem Teil meiner aktuellen Werte schreiben könnten. Da ich derzeit keine Nischenplayer in meinem Depot habe, könnte Ihre Einschätzung auch einige andere Ihrer Fans interessieren.

Ich hoffe, Sie bleiben noch lange am Ball und erfreuen uns weiter mit Ihren Analysen!

Hier fünf meiner Werte:

Münchener Rück
Deutsche Post
E.On
Evotec
BB Biotech

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen, Dieter aus Wuppertal


Antwort:

Vielen Dank für die langjährige Treue :-) Gerne schaue ich mir Ihre fünf Werte näher an.

Münchener Rück

Fr, 19. April um 20:21 Uhr

Eine Dividendenrendite von 4,6% und ein KGV von nur 9 sind überaus attraktiv. Das Versicherungsgeschäft ist überaus attraktiv, jede Katastrophe kann zur Erhöhung der Versicherungsprämie genutzt werden und führt somit mittelfristig zu höheren Einnahmen. Doch die Anlagepolitik der Versicherungen steht nach wie vor in der Kritik. Zu undurchsichtig sind die Vermögenswerte im Portfolio. Zu groß ist die Angst vor Staatsanleihen der Club-Med Länder im Portfolio der Versicherung. Und immer wieder kommen Geschichten an die Öffentlichkeit, die fragwürdige Bilanzierungsmethoden in der Finanzbranche im Allgemeinen anklagen.

Solange keine neuen Krisen auftreten, ist ein Investment hier sicher eine lukrative Sache. Sollten sich noch fragwürdige Papiere im Bestand befinden, so hat das Unternehmen Dank der Liquiditätsflutung durch die EZB reichlich Zeit, diese zu beseitigen - wenn auch zu Lasten der Rendite, doch mit dem Vorteil einer weiteren Gesundung der Bilanz. Das heißt: Die Zeit spielt für die Münchener Rück.


Deutsche Post

Fr, 19. April um 20:22 Uhr

Mit 4,3% Dividendenrendite - steuerfrei! - ist diese Aktie der Dividendenstar in jedem Portfolio. Das blieb auch an der Börse nicht unentdeckt, und so ist der Kurs der Aktie in den vergangenen anderthalb Jahren um 100% angesprungen. Aber auch das Geschäft hat Dank der guten Konjunktur insbesondere in Deutschland zulegen können, der Umsatz ist inzwischen wieder über das Rekordniveau von 2008 gestiegen. Gleichzeitig hat die Deutsche Post ihre internationale Logistik-Tochter DHL ausgebaut, sodass auch am Wachstum der Schwellenländer partizipiert wird.

In den vergangenen Wochen ist der Ölpreis zurückgekommen, ein Umstand der sich für die Deutsche Post extrem stark in sinkenden Kosten niederschlägt. Für den weiteren Geschäftsverlauf im laufenden Jahr kommt somit derzeit die Phantasie der überproportionalen Gewinnsteigerung auf. Das KGV steht inzwischen bei 12, in meinen Augen ist das vor dem Hintergrund des Umsatzwachstums von 5% p.a. angemessen. Der Kurs ist zuletzt auch aufgrund der hohen Dividendenrendite weiter angestiegen, da Anleger nach gerade dieser Sicherheit suchten.

Als Risiko für den Aktienkurs sehe ich, dass sowohl eine Verbesserung der Konjunkturaussichten den Fokus der Anleger zu stärker wachstumsorientierten Titeln lenken würde, als auch eine Verschlechterung der Konjunktur die Geschäftsbasis der Deutschen Post in Frage stellen würde. Besser als zur Zeit kann es kaum noch werden für die Deutsche Post, und es würde mich nicht wundern, wenn die Aktie ihren Höhenflug bald beendet. Wer die sichere Dividendenrendite schätzt, kann jedoch dabei bleiben.


E.On

Fr, 19. April um 20:24 Uhr
Die vermeintlich hohe Dividendenrendite bei den Versorgern ist in meinen Augen nicht sicher. Seit der Energiewende warne ich davor, dass den vermeintlichen Atomsündern (RWE & E.On) kein Gewinn und keine hohe Dividende gegönnt werden, nicht von der Bevölkerung und auch nicht vom Staat. So werden immer neue Steine in den Weg gerollt, was inzwischen zu einer Dividendenkürzung bei E.On führte (wie von mir in Aussicht gestellt). Der öffentliche Auftrag an die Versorger wird meiner Ansicht nach in Zukunft härter ausgelegt werden, die Versorger müssen sich auf größere Investitionen einstellen. Wenngleich das Bewertungsniveau günstig und die Dividende hoch aussehen, würde ich diese Aktie nicht langfristig in mein Portfolio holen, zu negativ ist die Stimmung gegen die Versorger.


Evotec

Fr, 19. April um 20:24 Uhr

Ein überaus interessantes Biotech-Unternehmen, das hier in Hamburg nach neuen Wirkstoffen forscht, die sodann zu Medikamenten führen könnten. Die Forschung findet überwiegend in Form von Allianzen mit internationalen Universitäten für internationale Unternehmen statt. Das Unternehmen profitiert davon, dass teure Forschung zunehmend ausgelagert wird und kann somit für verschiedene Pharma-Konzerne (derzeit über 20) die Forschungsarbeiten bündeln.

Das Angebot wird angenommen, der Umsatz wächst mit 12% p.a., hohe Anfangsinvestitionen zahlen sich nunmehr aus. Das KGV 13e liegt bei 29, was im Verhältnis zur Wachstumsgeschwindigkeit hoch ist. Eine Dividende wird noch nicht gezahlt. In der Bilanz schlummert jedoch eine Nettoliquidität von 45 Mio. Euro, sodass wir ein cashbereinigtes KGV von 22 haben. Das geht dann schon wieder.

Günstig ist diese Aktie dennoch nicht. Sie spekulieren hier auf einen zunehmenden Erfolg dieser ausgelagerten Forschung. Ich kann diese Spekulation gut nachvollziehen.


BB Biotech

Fr, 19. April um 20:25 Uhr
Nach meinem Plädoyer für Biotech-Aktien vor zwei Wochen können Sie also sicher sein, dass ich auch BB Biotech gut finde. Das Unternehmen beteiligt sich an aussichtsreichen und erfolgreichen Biotech-Unternehmen, darunter derzeit Celgene, Gilad und Vertex Pharma. Mit einem KGV von 10 und einer Dividendenrendite von 4,5% ist BB Biotech noch sehr günstig. Denn der Biotech-Bereich wächst mit zweistelligen Wachstumsraten, und selten finden Sie solche Wachstumswerte, die bereits eine hohe Dividende ausschütten. Die Aktie wird mit einem kräftigen Abschlag (über 20%) zum Wert der enthaltenen Unternehmen gehandelt. Trotz der turbulenten Börsenwoche notiert BB Biotech auf einem Allzeithoch. Mit Recht.




Fr, 19. April um 20:27 Uhr
KORRELATIONSMATRIX

tgl.MUV2DPWEOANEVTBBZA
MUV21,000,540,720,210,17
DPW0,541,000,390,330,20
EOAN0,720,391,000,060,31
EVT0,210,330,061,000,19
BBZA0,170,200,310,191,00






wtl.MUV2DPWEOANEVTBBZA
MUV21,000,700,780,310,15
DPW0,701,000,540,270,16
EOAN0,780,541,000,300,22
EVT0,310,270,301,000,54
BBZA0,150,160,220,541,00



MUV2DPWEOANEVTBBZA
Gewichtung für optimales Portfolio:

25%23%25%4%24%
Gewichtung für minimum Risiko Portfolio:

25%25%19%6%25%



erwartete RenditeVolatilitätSharpe ratio
Optimal7,1%12,6%0,40
Minimum risk6,9%12,5%0,40



Die einzig zu hohe Korrelation im Portfolio gibt es zwischen der Münchener Rück und E.On. Ich nehme an, dass dies insbesondere auf internationale Anleger zurückzuführen ist, die diese DAX-Titel nach Rasenmähermethode je nach Stimmung im Euroland kaufen oder verkaufen. Inhaltlich haben die Beiden nichts miteinander zu tun.

Somit haben Sie eine Versicherung (Münchener Rück), einen Logistiker (Dt. Post), einen Versorger (E.On), einen Biotech-Dienstleister (Evotec) und eine Biotech-Holding (BB Biotech). Zu viel Biotech? Nun, eigentlich schon. Doch ich denke, Biotech ist derzeit ein guter Ort für Ihre Anlage, und es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Unternehmen der Branche. Ich würde meinen, dass Sie im Bereich Biotech ein besonderes Wissen haben, sonst hätten Sie sich nicht diese beiden Titel geholt. Meine Alarmglocken zittern also zwar ein wenig, ich würde dies jedoch in diesem besonderen Fall durchgehen lassen und das Portfolio als gut diversifiziert bezeichnen.

Sie haben jedoch vier Deutsche und einen Schweizer Titel (BB Biotech, könnte man durch die Beteiligungen auch als international bezeichnen). Die Münchener Rück ist weltweit aufgestellt, die Dt. Post baut das internationale Geschäft stark aus. Evotec hat internationale Kunden und Kooperationspartner. Lediglich E.On würde ich als überwiegend am deutschen Markt hängend bezeichnen. Also haben Sie hier mit diesen fünf Titeln indirekt sogar eine international vertretbare Streuung erzielt.

Jede Menge Dividendentitel, ein Wachstumstitel und ein spekulativer Titel sind eine gute Risikomischung. Auch hier kann ich keine Verbesserung vorschlagen.

Bleibt lediglich meine Abneigung gegen E.On. Diesen Titel würde ich vielleicht mit einem Telekommunikationsanbieter mit ordentlicher Dividendenrendite austauschen, was halten Sie von Freenet oder Vodafone?

Ich hoffe, ich konnte ein paar Denkanstöße geben.



06. Doppelschlag gegen Dialog Semiconductor: Dialog Semiconductor


Dialog Semiconductor

Fr, 19. April um 20:29 Uhr
Analysten schätzen, dass Dialog Semi im Jahr 2013 ungefähr 60% seines Umsatzes mit Apple-Produkten gemacht hat. Der zweite Großkunde, Samsung, ist den Schätzungen zufolge für nur etwa 6% des Umsatzes verantwortlich. Kein Wunder also, dass die Aktie von Dialog Semi eng mit den Umsatzzahlen der Smartphones und Touchpads von Apple verknüpft ist.

Am Mittwoch früh hat die taiwanesische Zeitschrift „DigiTimes” gemeldet, dass Apple von einem Absatzrückgang von 20-30% beim iPad Mini im zweiten Quartal ausgeht (siehe DigiTimes: http://www.digitimes.com/news/a20130417PD212.html%22targe ). Als Grund wurde eine Käuferzurückhaltung vor der Einführung der neuen Generation des iPad Minis angegeben. Nur als Fußnote wurde vermerkt, dass Apple nach wie vor mit dem Absatz von 55 Mio. iPad Minis im Jahr 2013 rechne.

Ich habe mich an solche Hiobsbotschaften inzwischen gewöhnt. iPad und iPhone sind Modeartikel, man kauft sie sich bald wie die iPods in verschiedenen Farben, passend zur Kleidung. Natürlich gehört dann dazu, dass man ganz früh bereits das neueste Modell hat, daher sind die quartalsweisen Absatzschwankungen extrem groß.

Eine Absatzschwäche wird von Anlegern in Deutschland umgehend in Verkäufe des Zulieferers Dialog Semi umgemünzt. Heute gibt es noch eine zweite Meldung, die Dialog Semi belastet: Cirrus Logic hat vorläufige Quartalszahlen vermeldet und dabei berichtet, dass der Lagerbestand von 20,7 Mio. USD auf 23,3 Mio. USD höher ausfällt, weil ein Kunde früher auf ein neues Produkt gewechselt habe (siehe CirrusLogic-Preliminary: http://finance.yahoo.com/news/cirrus-logic-announces-preliminary-q4-224700456.html ).

Cirrus liefert High-End Soundchips (berührungsempfindliche Bildschirme) an Apple. Einer der großen Kunden von Cirrus, Analysten vermuten natürlich, dass es sich um Apple handelt, hat wohl ein Smartphone oder Touchpad schneller aus dem Programm genommen und durch eine neuere Version ersetzt als zunächst angenommen. Der „alte” Soundchip liegt nun auf Lager und kann nur noch billig an Smartphoneanbieter der zweiten Reihe verscherbelt werden, die Gewinnmarge ist dadurch von 50% auf 40% eingebrochen. Natürlich betrifft diese Meldung auch direkt Dialog Semi, da auch deren Stromversorgungschips davon betroffen sein könnten und Dialog Semi somit ebenfalls explosive Lagerbestände und schwindende Gewinnmargen beklagen könnte.

Dialog Semi notiert mit 8% im Minus. Meinen Informationen zufolge gibt es kaum einen ernstzunehmenden Wettbewerber für die Audio-Powerchips, die Dialog Semi an Apple liefert. Meinen Informationen zufolge hat Apple einen guten Marktanteil. Nein, Apple wird nicht als einziges Unternehmen den Smartphonemarkt und Touchpadmarkt beglücken, da gibt es noch Samsung, HTC und eine Reihe weiterer Anbieter. Doch Apple ist mit seinen Stückzahlprognosen stets konservativ und dürfte die Zahlen erreichen, was Dialog Semi ein gutes Geschäftsjahr sichert.



07. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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08. Übersicht HT-Portfolio

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09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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