Am Wochenende wurde nun doch das Hilfspaket von US-Finanzminister Hank Paulson mit einigen Modifikationen verabschiedet. Offensichtlich ist es Paulson gelungen, auch den Widersachern klar zu machen, dass dieses Hilfspaket nicht ein Geschenk an die Wallstreet ist, sondern eine Notwendigkeit, um einen weltweiten Crash zu verhindern.
Linkes Bild: links die US-Notenbank, rechts der Hauskreditnehmer: „Diese Immobilienkrise war wirklich ganz schrecklich für Dich. Du musst wirklich Angst haben, alles zu verlieren. Nun, der Schrecken hat ein Ende – jetzt bin ich da und ich vergesse nicht, wer Hilfe braucht!!“
Rechtes Bild: US-Notenbank umarmt Kreditgeber.
Damit sind wir auch schon bei der Bedeutung: Wenngleich der DAX momentan 2,6% im Minus notiert, so ist das noch kein Crash.Das Crash-Szenario habe ich am vergangenen Freitag in meinem Heibel-TickerPLUS ausgeführt, und mit den 700. Mrd. USD sollte es nun ein wenig mehr Zeit geben für die Finanzbranche, diesen zu vermeiden.
Ja, so heftig sieht es aus: Das US-Finanzsystem löst sich derzeit in seine Bestandteile auf. Kredite, nicht nur Hypothekenkredite, sondern nun auch Studentendarlehen, Kreditkartenüberziehungsrahmen, Autofinanzierungen und anderes steht auf der Kippe. Es fehlt Liquidität, denn niemand möchte mehr Geld ausleihen. Stattdessen strömt die Liquidität in die US-Staatsanleihen, die mit 3,82% (10-Jahresanleihe) immer nierdiger verzinst werden brauchen. Diejenigen Anleger, die noch auf dicken Barmitteln sitzen, bevorzugen die niedrigen Zinsen der Staatspapiere, sie halten sich von den privaten Kreditmärkten fern.
Das 700 Mrd. USD Hilfspaket muss nun in der nächsten Zeit das Vertrauen in die private Kreditwirtschaft wieder herstellen. Doch mit Pleiten und Rettungsaktionen nun selbst in Europa (siehe dieses Wochenende Fortis und Hypo Real Estate) wird es schwer, den früheren Zustand mit großen Leverages und geringen Risikoprämien auf den Kreditmärkten zurückzuholen.
Also: Zum Kaufen zu früh, nutzen Sie etwaige Rallye zum Verkauf. {weiter[40|9]}
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