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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 16.01.2026 um 10:52 Uhr

Große KI-IPOs 2026: Warum Mega-Börsengänge Rallyes oft beenden

Für das Jahr 2026 stehen mehrere potenzielle Mega-Börsengänge im Raum: SpaceX, Anthropic und OpenAI. Es geht dabei nicht um die Qualität dieser Unternehmen. Entscheidend ist eine andere, häufig unterschätzte Größe: das Fassungsvermögen der Finanzmärkte.

Die Börse kann nicht unbegrenzt Kapital aufnehmen. Wenn innerhalb kurzer Zeit mehrere Unternehmen mit möglichen Bewertungen von mehreren hundert Milliarden US-Dollar – im Extremfall sogar im Billionenbereich – frisches Kapital einsammeln wollen, entsteht ein Liquiditätssog. Anlegergeld wird gebunden. Für andere Aktien bleibt weniger übrig.

IPO-Ankündigungen wirken oft früher als der Börsengang selbst

Historisch zeigte sich immer wieder: Schon die Ankündigung großer IPOs reicht aus, um Marktbewegungen auszulösen. Institutionelle Investoren beginnen frühzeitig, Cash aufzubauen. Das geschieht nicht aus Skepsis gegenüber dem Markt, sondern aus Vorbereitung. Andere Aktien werden verkauft, um bei den Börsengängen mit hohen Summen teilnehmen zu können.

Genau dieser Prozess hat in der Vergangenheit häufig dazu geführt, dass laufende Rallyes an Dynamik verloren oder ganz endeten. Nicht abrupt, sondern schleichend – durch austrocknende Liquidität.

Ausblick: Frühes Jahr stark, Frühjahr als Übergangsphase

Für die ersten Monate eines neuen Börsenjahres rechne ich traditionell mit steigenden Kursen. Diese Saisonalität ist gut belegt. Im Frühjahr jedoch könnte die Rallye an Kraft verlieren. Sollten die genannten Börsengänge konkret werden, erwarte ich von der KI-Revolution in der zweiten Jahreshälfte keine breiten Marktimpulse mehr wie zuvor.

Das bedeutet nicht, dass der technologische Fortschritt endet. Wohl aber, dass sich die Kapitalströme verändern.

Fokuswechsel: Breite Märkte statt KI-Leitaktien

In einem solchen Umfeld rücken andere Segmente in den Vordergrund: Industriewerte, zyklische Aktien und Versorger.

Genau diesen Bereichen trauen Anleger für das Jahr ohnehin die besten Chancen zu. Während KI strategisch relevant bleibt, entscheidet taktisch die Frage, wo Kapital noch Wirkung entfalten kann.

Die Börse scheitert selten an Ideen – sondern am verfügbaren Kapital.


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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Mitglieder über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Heibel-Ticker Mitglieder schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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