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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 28.04.2026 um 10:38 Uhr

Intel springt 25 % – ARM Holdings ist die andere Wette

Intel und ARM Holdings stehen beide mitten in der KI-Revolution. Wer sie in einen Topf wirft, übersieht das Entscheidende: Es sind zwei grundverschiedene Wetten auf denselben Megatrend.

Was alle übersehen – die CPU ist zurück

Bisher galt die GPU als alleinige KI-Hardware. Seit DeepSeek wissen wir: Moderne KI-Modelle reflektieren über ihre eigenen Antworten – das nennt man Reasoning. Dabei werden Teilaufgaben auf verschiedene spezialisierte KI-Modelle aufgeteilt, und genau diese Verteilung übernimmt wieder die CPU. Was vor zwei Jahren als Auslaufmodell galt, ist plötzlich Engpass. Das macht Intel und ARM Holdings investmentrelevant – und zwar aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Intel – der Turnaround ist geschafft, die Luft wird dünner

Wenn der Turnaround geschafft ist – warum jetzt noch einsteigen? Nach dem Kurssprung von 25 % auf 70 € (Stand: 24.04.2026) steht das EV/EBITDA bei 23. Das ist eine faire Bewertung, kein Schnäppchen mehr. Weiteres Potenzial entsteht nur, wenn die CPU-Nachfrage die Analystenerwartungen für 2026 und 2027 übertrifft. Für das kommende Jahr wird ein Gewinnsprung von 61 % erwartet, danach nochmals 26 % – doch diese Zahlen waren nach dem Kurssprung vom vergangenen Freitag bereits eingepreist. Dazu kommt ein politischer Rückenwind: Intel produziert in den USA, und der Trend zur heimischen Fertigung stärkt die Position des Unternehmens strukturell. Wer den Turnaround-Abschluss mitnehmen will, bekommt ein berechenbares Restpotenzial auf Sicht von 12 bis 18 Monaten – aber kein exponentielles Upside mehr.

ARM Holdings – EV/EBITDA 95, und trotzdem kein Fehler

Ein EV/EBITDA von 95 (Stand: 24.04.2026) lässt viele Anleger zurückschrecken. Zu Recht? Nicht unbedingt. ARM Holdings erfüllt die sogenannte Rule-of-40 so deutlich, dass man besser von einer Rule-of-60 sprechen sollte: Umsatzwachstum von über 20 % p.a. auf Sicht der nächsten drei Jahre, Gewinnsprung von 119 % im laufenden Jahr. Die Kennziffer liegt damit über 60 – ARM gehört damit zu den am stärksten und gleichzeitig am profitabelsten wachsenden Unternehmen weltweit. Das Geschäftsmodell erklärt warum: ARM konzipiert Chip-Architekturen und verkauft Lizenzen. Jeder weltweit produzierte Chip, der auf einer ARM-Architektur basiert, zahlt Lizenzgebühren – unabhängig davon, wer ihn fertigt. Steigt die globale CPU-Nachfrage, steigt der Gewinn von ARM automatisch mit.

Das Risiko ist klar benennbar: Sollte das GPU-CPU-Verhältnis in den Rechenzentren wieder Richtung 8:1 drehen – also weniger CPU-Bedarf pro KI-GPU als derzeit angenommen – bricht die These. Auch ein einziges verfehltes Quartal erzeugt bei einem EV/EBITDA von 95 einen schmerzhaften Kursrückschlag. Wer dieses Bewertungsrisiko bewusst trägt, bekommt dafür den strukturellen Hebel auf den gesamten globalen Chip-Markt.

Zwei Aktien, zwei Wetten – nicht eine gemeinsame Rallye

Der Markt feierte vergangene Woche beide Titel als KI-Gewinner. Das ist zu einfach. Intel ist eine Turnaround-Spekulation mit überschaubarem Restpotenzial und klarem Risikorahmen – das Hauptrisiko ist abgewendet, der Kurs spiegelt das bereits wider. ARM Holdings ist ein strukturelles Wachstumsmodell mit Bewertungsrisiko – der Hebel ist real, aber er funktioniert nur, solange die Wachstumserwartungen erfüllt werden. Wer berechenbares Restpotenzial mit klarem Risikorahmen sucht, findet das bei Intel. Wer den strukturellen KI-Hebel will und Bewertungsrisiko tragen kann, ist bei ARM besser aufgehoben. Das sind keine gleichwertigen Alternativen – das sind zwei verschiedene Entscheidungen.


Mein eigentlicher Favorit ist ARM Holdings – als weiterer Optionsschein auf die KI-Revolution. Die Aktie läuft derzeit täglich 4–5 % weiter nach oben. Ich laufe Kursen ungern hinterher. Sollte es zu einem Rücksetzer kommen, der inhaltlich nicht begründet ist, wäre das der Moment zum Handeln. PLUS-Mitglieder erhalten dieses Update direkt – per E-Mail und SMS. Wer dabei sein möchte: Zur PLUS-Mitgliedschaft.


Stephan Heibel ist Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs. Alle Bewertungsdaten und Kurse beziehen sich auf Stand Freitag, 24.04.2026 (Vorwoche).

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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Mitglieder über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Heibel-Ticker Mitglieder schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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