In der aktuellen Heibel-Ticker-Ausgabe habe ich auf ein sensibles Gerücht hingewiesen: EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnte ihr Amt vor Oktober 2027 niederlegen .
Der Hintergrund ist politisch – und konkret.
2027 wird in Frankreich gewählt. Präsident Emmanuel Macron könnte seine Mehrheit verlieren. Der Rassemblement National würde im Falle eines Wahlsiegs bei der Neubesetzung der EZB-Spitze mitreden. Genau das scheint im aktuellen Machtgefüge vermieden werden zu wollen.
Zur Erinnerung:
2019 gab es einen politischen Deal zwischen Deutschland und Frankreich.
Beide Positionen wurden nicht direkt gewählt, sondern politisch ausgehandelt.
Wenn Lagarde nun vorzeitig abtritt, könnten Macron und Friedrich Merz noch vor einer möglichen Machtverschiebung in Paris einen Nachfolger nominieren – also bevor anti-europäische Kräfte Einfluss nehmen.
Das ist mehr als Personalpolitik.
Die EZB hat gerade erst entschieden, den Euro weltweit Zentralbanken bis zu 50 Mrd. Euro bereitzustellen – ein strategischer Schritt im globalen Währungswettbewerb gegenüber den USA .
Eine solche geopolitische Positionierung verlangt institutionelle Stabilität an der Spitze.
Für Anleger stellt sich daher nicht nur die Frage nach Zinsen und Inflation, sondern nach politischer Einflussnahme auf die Geldpolitik.
Ein vorzeitiger Abgang würde zeigen:
Auch die EZB ist nicht frei von Machtlogik.
Wie schätzen Sie das ein – wäre ein strategisch vorbereiteter Wechsel stabilisierend oder würde er neues Vertrauen kosten?
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