Erfahrungen & Bewertungen zu Heibel-Ticker

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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 25.03.2026 um 10:45 Uhr

Kaufsignal trotz Iran-Risiko: Was Privatanleger jetzt wissen müssen

Das Sentiment sendet derzeit ein selten klares Kaufsignal. Für Privatanleger ist das wichtig, weil solche Phasen oft genau dann entstehen, wenn Angst, Panik und Unsicherheit bereits so weit eskaliert sind, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Noch ist das kein risikofreies Signal, denn der Iran-Konflikt bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Doch genau jetzt beginnt ein Zeitfenster, in dem sich eine Bodenbildung an den Märkten entwickeln kann. Stephan Heibel ordnet diese Lage in der aktuellen Heibel-Ticker-Ausgabe und im Videocall für Privatanleger ein.

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Chance für Privatanleger? Sentiment signalisiert Wendepunkt - Heibel-Ticker Live-Stream

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Warum das Sentiment jetzt ein Kaufsignal liefert

  • Dritte Panikphase in Folge an den Märkten
  • Angst und Panik sind extrem
  • Jetzt bricht zusätzlich auch die Zuversicht ein
  • Genau diese Kombination spricht laut Sentiment-Theorie für Bodenbildung
  • Schwache Hände werden aus dem Markt gespült
  • Schon kleine Kaufimpulse können dann steigende Kurse auslösen

Aus Sicht der Sentiment-Theorie sehen wir derzeit eine mustergültige Entwicklung. Zum dritten Mal in Folge herrscht Panik an den Märkten. Das allein wäre noch kein ausreichendes Signal. Entscheidend ist, dass nun parallel zur Angst auch die Zuversicht zurückgeht. Genau diese Kombination braucht es am Ende eines Ausverkaufs, damit sich ein belastbarer Boden bilden kann.

Solange Anleger zwar nervös sind, aber innerlich noch auf eine schnelle Wende hoffen, bleibt der Markt anfällig. Erst wenn auch diese letzte Hoffnung verschwindet, sind die meisten Verkaufsentscheidungen bereits getroffen. Dann sind die schwachen Hände weitgehend aus dem Markt gespült. Ohne neue, dramatisch negative Entwicklungen fehlt anschließend oft der zusätzliche Verkaufsdruck, der Kurse noch deutlich tiefer treiben könnte.

Genau darin liegt die eigentliche Stärke des aktuellen Signals. Wenn kaum noch jemand verkaufen will, reicht im nächsten Schritt oft schon ein kleiner Kaufimpuls, um die Kurse wieder nach oben zu bewegen. Während ein Ausverkauf meist unter hohem Handelsvolumen stattfindet, ist das Abebben dieses Drucks häufig das erste ernstzunehmende Zeichen einer Bodenbildung.

Die aktuelle Panik ist historisch selten

  • Vergleichbar schlechte Stimmung gab es nur rund 30 Mal in 20 Jahren
  • Solche Extremwerte treten statistisch nur an ein bis zwei Wochen pro Jahr auf
  • Nach ähnlichen DAX-Stimmungswerten stieg der DAX in sechs Monaten im Schnitt um 8,9 Prozent
  • Das ist keine Garantie, aber ein statistischer Wahrscheinlichkeitsvorteil
  • Finanzkrise und Corona bleiben Sonderfälle mit begrenzter Modellkraft

Die Stimmung ist derzeit so schlecht wie nur rund 30 Mal in den vergangenen 20 Jahren. Vergleichbar viel Angst und Panik sehen wir statistisch also nur an ein oder zwei Wochen pro Jahr. Das macht die Situation außergewöhnlich und genau deshalb ist sie für Privatanleger so relevant.

Die historische Auswertung zeigt: In den sechs Monaten nach ähnlich schlechten DAX-Stimmungswerten stieg der DAX im Durchschnitt um 8,9 Prozent. Das ist kein Versprechen und keine Garantie. Aber es ist ein klarer Wahrscheinlichkeitsvorteil gegenüber einem beliebigen Einstieg in einer normalen Marktphase.

Wichtig ist dabei die richtige Einordnung. Solche Modelle liefern keine Gewissheiten, sondern statistische Hinweise. Extremereignisse wie die große Finanzkrise 2008 oder der Corona-Crash treten zu selten auf, um in einem solchen Modell vollständig und verlässlich abgebildet zu werden. Genau deshalb muss auch ein starkes Sentiment-Signal immer mit Vorsicht betrachtet werden.

Warum die Dauer der schlechten Stimmung zusätzlich wichtig ist

  • Nicht nur das Ausmaß, auch die Dauer der Panik ist relevant
  • Der 5-Wochendurchschnitt zeigt in 12 Jahren nur 11 ähnlich schlechte Werte
  • Länger anhaltende negative Stimmung spricht für Erschöpfung des Verkaufsdrucks
  • Genau das stärkt die These einer Bodenbildung zusätzlich

Zusätzlich spricht noch ein weiterer Punkt für die These einer Bodenbildung: Die negative Stimmung ist nicht nur extrem, sondern hält bereits ungewöhnlich lange an. Der 5-Wochendurchschnitt zeigt in den vergangenen 12 Jahren nur 11 vergleichbar negative Werte.

Das ist wichtig, weil nicht nur der Ausschlag nach unten zählt, sondern auch die Dauer des psychologischen Drucks. Wenn Anleger über mehrere Wochen hinweg unter hoher Unsicherheit stehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Großteil der emotionalen Verkäufe bereits erfolgt ist. Genau diese Erschöpfung des Marktes ist ein typisches Merkmal von Bodenbildungsphasen.

Der Vorbehalt bleibt geopolitisch

  • Der Iran-Konflikt bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor
  • Die Märkte preisen derzeit eher eine schwere, aber beherrschbare Krise ein
  • Hoffnung auf Verhandlungen hat bereits für eine erste Erholung gereicht
  • Diese Hoffnung trägt aber nicht unbegrenzt
  • Ohne greifbare Fortschritte kann die Erholung wieder brüchig werden
  • Eine unkontrollierte Eskalation würde das Kaufsignal deutlich schwächen

So klar das Sentiment-Signal derzeit ist, so klar bleibt auch der zentrale Risikofaktor: die geopolitische Entwicklung rund um den Iran-Konflikt. Aus heutiger Sicht spricht vieles dafür, dass die Märkte eine schwere, aber noch beherrschbare Krise einpreisen. Genau deshalb hat schon die Hoffnung auf Verhandlungen gereicht, um die Aktienmärkte kurzfristig deutlich zu stabilisieren.

Das bedeutet aber auch: Diese Hoffnung allein trägt nicht unbegrenzt. Im Videocall macht Stephan Heibel deutlich, dass jetzt ein Zeitfenster von etwa ein bis zwei Wochen entscheidend sein dürfte. In dieser Phase kann sich die aufgestaute Angst an der Börse abbauen, auch ohne dass sofort eine große positive Lösung vorliegt. Je länger allerdings greifbare Fortschritte ausbleiben, desto brüchiger wird diese Erholung.

Für die Börse zählt damit kurzfristig weniger die Schlagzeile als die Frage, ob aus Hoffnung belastbare Entwicklung wird. Sollte sich der Iran-Konflikt unkontrolliert ausweiten, würde sich das Bild deutlich verschlechtern. Bleibt eine solche Eskalation aus, dann spricht vieles dafür, dass wir bereits in einer reifen Phase der Bodenbildung angekommen sind.

Was das Kaufsignal für Privatanleger bedeutet

  • Kein blindes All-in-Signal
  • Aber ein ernstzunehmender Hinweis auf bessere Einstiegsbedingungen
  • Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich verbessert
  • Langfristige Anleger finden in solchen Phasen oft attraktivere Einstiege
  • Kurzfristige Anleger müssen die politische Nachrichtenlage eng beobachten

Für Privatanleger ist das aktuelle Signal weder ein Grund für blinden Aktionismus noch ein Anlass zum Abwarten um jeden Preis. Es ist vielmehr ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass sich das Chance-Risiko-Verhältnis spürbar verbessert hat.

Genau das ist der entscheidende Punkt: Ein Kaufsignal bedeutet nicht, dass von hier aus alles nur noch steigt. Es bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für bessere Kurse in den kommenden Monaten zunimmt, weil die Marktverfassung extrem negativ und damit aus Sicht der Sentiment-Theorie reif für eine Gegenbewegung ist.

Wer langfristig denkt, findet in solchen Phasen oft bessere Einstiegsbedingungen als in ruhigen, euphorischen Marktumfeldern. Wer kurzfristig agiert, muss dagegen enger auf die geopolitische Nachrichtenlage achten. Denn wenn sich die politische Lage nicht stabilisiert, kann auch ein starkes Sentiment-Signal noch einmal überlagert werden.

  • Kaufsignal ernst nehmen, aber nicht unkritisch umsetzen
  • Eigenen Zeithorizont klar mitdenken
  • Nicht nur auf Schlagzeilen reagieren
  • Marktverfassung, Risiko und politische Entwicklung gemeinsam bewerten
  • Jetzt entsteht eher ein mögliches Zeitfenster als eine sichere Trendwende

Für Anleger kommt es jetzt darauf an, das Signal ernst zu nehmen, ohne es unkritisch umzusetzen. Die aktuelle Marktphase verlangt keine reflexhaften Entscheidungen, sondern saubere Einordnung. Entscheidend ist der eigene Zeithorizont.

Wer strategisch investiert, sollte jetzt vor allem darauf achten, ob sich aus der aktuellen Panik tatsächlich ein tragfähiger Boden entwickelt. Wer eher taktisch oder kurzfristig handelt, muss akzeptieren, dass die kommenden Tage stark von politischen Schlagzeilen geprägt bleiben können. Gerade deshalb sollten Entscheidungen nicht allein aus Nachrichtenmeldungen abgeleitet werden, sondern aus der Kombination von Marktverfassung, Risiko und Anlagehorizont.

Für Privatanleger ist das die eigentliche Botschaft dieses Signals: Nicht die Unsicherheit ist verschwunden, sondern die Bewertung der Unsicherheit hat sich verändert. Genau dadurch entsteht ein mögliches Zeitfenster.

Was der Heibel-Ticker dazu aktuell liefert

Der Heibel-Ticker verbindet in dieser Marktphase methodische Einordnung und aktuelle Bewertung.

  • Die Ausgabe liefert die methodische Einordnung des Sentiment-Signals
  • Das Video ergänzt die aktuelle Marktbewertung und die geopolitische Einordnung
  • Mitgliederfragen werden im Videocall zusätzlich beantwortet
  • Behandelt werden unter anderem Gold, Energieaktien, Siemens Energy, Enbridge, K+S und Gerresheimer

In der Ausgabe lesen Sie

In der aktuellen Ausgabe Heibel-Ticker PLUS 26/12 – Märkte crashen wird im Detail erklärt, warum die Sentiment-Analyse jetzt ein selten klares Kaufsignal liefert. Dort wird aufgezeigt, weshalb die Kombination aus Angst, Panik und sinkender Zuversicht für eine typische Bodenbildung spricht, wie die historische DAX-Auswertung einzuordnen ist, wo die Grenzen des Modells liegen und welche Handlungsableitung sich daraus für Privatanleger ergibt.

Im Video sehen und hören Sie

Im aktuellen Videocall Chance für Privatanleger? Sentiment signalisiert Wendepunkt ordnet Stephan Heibel die Lage zusätzlich aus der unmittelbaren Marktperspektive ein. Dort geht es um die Rolle des Iran-Konflikts für die Börsen, um die Frage, warum Hoffnung kurzfristig bereits für steigende Kurse gereicht hat, und um das Zeitfenster, das nun für die weitere Entwicklung entscheidend sein könnte. Zusätzlich beantwortet Stephan Heibel Mitgliederfragen aus der Heibel-Ticker-Gemeinschaft und geht unter anderem auf Gold, Energieaktien, Siemens Energy, Enbridge, K+S und Gerresheimer ein.

Das Sentiment sendet derzeit ein starkes Kaufsignal. Angst und Panik sind extrem, die Zuversicht bricht ein, und genau diese Konstellation spricht historisch oft für eine Bodenbildung. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage der Unsicherheitsfaktor, der dieses Signal bestätigen oder kippen kann.

Für Privatanleger ist das keine Phase für blinden Optimismus, aber sehr wohl eine Phase, in der sich Chancen eröffnen. Gerade weil die Unsicherheit so hoch ist, lohnt der genaue Blick. Entscheidend ist jetzt weniger die einzelne Schlagzeile als die Frage, ob sich aus Hoffnung eine belastbare Stabilisierung entwickelt.

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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Mitglieder über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Heibel-Ticker Mitglieder schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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