Wir haben ein stichfestes Ereignis in der Zukunft, das den Boden der KI-Aktien-Korrektur markieren wird. Warum ich das denke:
Wenn Oracle und/oder OpenAI ihre Investitionspläne zusammenstreichen und die Hyperscaler ihre Investitionsabsichten auf ein vernünftiges Maß stutzen, werden genau deren Aktien wieder in die Höhe schießen.
Die Hyperscaler haben das Geld – sie werden aktuell nur dafür abgestraft, dass der Markt fürchtet, sie könnten sich bei KI-Infrastruktur maßlos übernehmen.
Was wir sehen, ist keine flächendeckend platzende KI-Blase, sondern die Korrektur einer überdrehten Finanzierungs- und Investitionsspirale rund um einzelne Marktteilnehmer:
Aus meiner Sicht gab es die eigentliche KI-Blase vor allem bei Oracle, OpenAI und SoftBank, der Rest wird im Sog mit nach unten gezogen.
Milliardenbeteiligungen, die an die Abnahme von Chips, Infrastruktur oder Lizenzen gekoppelt sind, erinnern eher an Zirkelinvestitionen als an sauberes Wachstum: Amazon–OpenAI–Trainium, die angekündigte Nvidia–OpenAI-Konstruktion oder der Disney–OpenAI-Deal haben alle „Geschmäckle“-Charakter.
OpenAI sammelt Kapital ein, um diese Investitionen überhaupt stemmen zu können – und zwingt gleichzeitig Amazon, Microsoft, Alphabet/Google und Meta zu defensiven Investitionen, damit OpenAI nicht in deren Kernbereiche (Cloud, Business-Anwendungen, Social) eindringt. Nicht, weil die Nachfrage plötzlich explodiert hätte, sondern um mögliche Konkurrenzfelder abzuriegeln.
Genau das ist der Punkt: Die Hyperscaler sind finanziell solide aufgestellt, während OpenAI immer neues Kapital einsammeln muss, um die eigenen Pläne zu finanzieren. Sobald hier Investitionsdisziplin sichtbar wird, kippt die Wahrnehmung:
weg von „Überinvestition“ – hin zu „unterbewertete Qualitätsaktien“.
Anzeichen von Vernunft werden Anleger wieder in diese Titel ziehen, weil die Bewertungen dann nicht nach Hype aussehen, sondern nach Chance.
Micron zeigt mit seinen jüngsten Zahlen, dass die Nachfrage nach Speicherlösungen und KI-Infrastruktur real ist – aber diese „Erholungsrallye“ ist aus meiner Sicht eher ein Strohfeuer als der endgültige Wendepunkt.
Mein Eindruck: Das eigentliche Signal für den Boden dieser Korrektur – Investitionskürzungen und mehr Disziplin – liegt nicht Jahre entfernt, sondern in einem Zeithorizont bis zu wenigen Wochen.
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