Künstliche Intelligenz übernimmt Vorurteile aus ihren Trainingsdaten – unkontrolliert und nicht zurückverfolgbar. Im Heibel-Ticker trainiere ich meinen KI-Agenten Kai deshalb nach einem anderen Prinzip. In der heutigen Ausgabe gehe ich erstmals detailliert darauf ein.
Algorithmen diskriminieren nicht, würde man meinen. Doch bei der KI ist das nicht so. Künstliche Intelligenz wird mit verfügbaren Daten trainiert – und wenn dafür das Internet gescannt wird, übernimmt das Modell alle dort vorhandenen Vorlieben, Abneigungen und Wertungen gleich mit. TikTok, Instagram, Foren: alles fließt ein. Kein Mensch kann im Nachhinein noch sagen, woher eine bestimmte Antwort oder Einschätzung des Modells stammt. Die Grenze zwischen Korrelation und Kausalität verschwimmt.
Genau diese Korrelation ermöglicht es der KI, vermeintlich intelligent zu wirken – sie kann Antworten neu generieren, sie kann „kreativ“ sein. Was mitunter zu Halluzinationen führt, zu Falschaussagen, oder zu Wertungen, die überzeugend klingen, aber nicht mit unseren Grundwerten vereinbar sind. Für Privatanleger bedeutet das: Wer KI-gestützte Analysen nutzt, ohne die Methodik dahinter zu kennen, kann die Qualität dieser Aussagen nicht einschätzen.
Die EU hat mit dem AI Act das weltweit erste KI-Regelwerk geschaffen. Anwendungen mit unannehmbarem Risiko – etwa Social Scoring oder verhaltensbezogene Manipulation – sind darin strikt verboten. Hochrisiko-Systeme wie KI in kritischer Infrastruktur unterliegen strengen Transparenzpflichten und menschlicher Aufsicht. Die meisten Alltagsanwendungen bleiben dagegen unreguliert.
Bei Kai verfolge ich einen anderen Ansatz: Transparenz von Anfang an, und belegbare Methoden vor Korrelation. Kai soll für alles, wofür es wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse gibt, genau diese Methoden anwenden – deterministisch, nachvollziehbar. Eigene Ableitungen kommen erst ganz am Schluss und werden klar als solche gekennzeichnet. Mehr zur Grundidee hinter Kai: Kai – der KI-Agent im Heibel-Ticker und Kai als Auszubildender.
Der erste konkrete Schritt ist der Aufbau einer umfangreichen Bilanzdatenbank, die mit gängigen Analysemethoden verknüpft wird. Das Spannende folgt danach: diese Analysen mit Marktdaten, Konjunkturdaten und aktuellen Meldungen zu kombinieren. Wie das im Detail aussieht – und was Post-Training dabei bedeutet – lesen Sie in der heutigen Ausgabe. In den kommenden Ausgaben gehen wir noch tiefer in die Materie. Noch kein Mitglied? Unter heibel-ticker.de können Sie sich anmelden und die Ausgabe direkt per Mail erhalten.
Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Mitglieder über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Heibel-Ticker Mitglieder schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.
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