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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 25.08.2026 um 09:55 Uhr  - Bei Google Discover als bevorzugte Quelle hinzufügen

US-Anleihe-Rückkäufe: Darum sprangen Gold und Bitcoin an

Hier erfahren Sie, warum Gold und der Bitcoin als Alternative zum Fiat-Geld plötzlich ansprangen.

Der Auslöser dafür liegt nicht im Kryptomarkt, sondern in einer Ankündigung des US-Finanzministeriums vom [DATUM], die in der Berichterstattung kaum hinterfragt wurde: Ab dem 9. September verdoppelt das Ministerium die Rückkäufe lang laufender Staatsanleihen von 2 auf 4 Mrd. USD je Transaktion – befristet bis zum 4. November, rein zufällig genau bis zu den Midterm-Wahlen. Ich, Stephan Heibel, habe die Meldung in rund 20 Finanzpublikationen verfolgt. Auffällig: Keine einzige davon stellte die naheliegendste Frage – woher das Geld für diese Rückkäufe eigentlich kommt.

Woher kommt das Geld für die Rückkäufe?

Die Antwort ist unspektakulär: aus kurz laufenden Anleihen. Deren Verzinsung liegt niedriger, die Zinslast der US-Regierung sinkt dadurch kurzfristig. Schön, oder?

Der Preis dafür fällt später an: Jede kurz laufende Anleihe muss erneut refinanziert werden. Je größer dieser Anteil am Schuldenberg wird, desto abhängiger wird die US-Regierung von den Zinsen am kurzen Ende – und desto genauer schauen Anleger auf ihre Solvenz. Mittelfristig untergräbt das die Reputation der US-Staatsschulden. Genau in diesem Moment suchen Anleger nach Werten außerhalb des Fiat-Systems – und das erklärt, warum Gold und Bitcoin ansprangen.

Warum brachen KI-Aktien trotz sinkender Zinsen ein?

Weil Anleger durchschauen, dass hinter den gedrückten Zinsen keine solide Wirtschaft steht, sondern ein kosmetischer Eingriff der US-Regierung. Die Bewertungsmechanik dahinter folgt einer einfachen Logik: Sinken die Zinsen am langen Ende, sinkt der Risikoabschlag beim Bewertungsmultipel (Kurs-Gewinn-Verhältnis oder EV/EBITDA). Künftige Gewinne bekommen heute ein höheres Preisschild. Rechnerisch müssten die Kurse von Wachstumsaktien – allen voran KI-Aktien – dadurch steigen.

Sie stiegen nicht. KI-Aktien brachen in der vergangenen Woche ein. Wer eine Neubewertung auf Basis einer echten Verbesserung der Zinslage erwartet hätte, wird enttäuscht – die Verbesserung ist buchhalterisch, nicht wirtschaftlich.

Zusätzlichen Gegenwind bekamen KI-Aktien durch das Interesse eines Private-Equity-Fonds an Workday, einem Softwareunternehmen, das zuvor als vermeintliches KI-Opfer ausverkauft worden war. Diese Meldung verhalf Softwareaktien in der vergangenen Woche zu einer kräftigen Gegenbewegung – ein weiteres Indiz dafür, dass Anleger derzeit selektiv umschichten, statt pauschal auf KI zu setzen.

Was haben Gold und Bitcoin gemeinsam?

Beide sind für Anleger die Alternative zum Fiat-Geld, sobald das Vertrauen in die Staatsfinanzierung bröckelt – unabhängig davon, ob der Auslöser eine Zollankündigung, ein Zinsentscheid oder, wie hier, ein Refinanzierungstrick ist. Für Halter von Wachstumsaktien bedeutet das: Der Risikoabschlag bei KI-Titeln bleibt hoch, solange die Zinssenkung als kosmetisch erkannt wird. Für Halter von Gold und Bitcoin bedeutet es das Gegenteil – beide profitierten in der vergangenen Woche, der Bitcoin zusätzlich durch einen Short-Squeeze, der ihn um 22 % nach oben katapultierte.

Wie ich diese Entwicklung für mein eigenes Depot einordne, habe ich in einem früheren Beitrag zur Gold-Strategie für Privatanleger beschrieben. Warum ich den Bitcoin dabei nicht als Spekulation, sondern als eigenständiges alternatives Geldsystem neben Gold einordne, habe ich hier ausführlicher dargelegt: Bitcoins enormes Aufholpotenzial gegenüber Gold.

Kurz zusammengefasst: Nicht der Kryptomarkt hat Gold und Bitcoin angetrieben, sondern ein Refinanzierungstrick der US-Regierung, den Anleger durchschaut haben. Wie sich diese Gemengelage – zusammen mit den gestiegenen Energiepreisen und einem möglichen Fed-Kurswechsel unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh – in den wichtigsten Indizes im Wochenvergleich niederschlägt, ordne ich in der aktuellen Heibel-Ticker-Ausgabe 2026/34 ausführlich ein.


Ich schreibe seit 1998 wöchentlich für mehr als 25.000 Leser über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen – mehr über mich unter heibel-ticker.de/autor.

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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Mitglieder über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Heibel-Ticker Mitglieder schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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