Beste Dividendenaktien finden gelingt mit festen Prüfregeln. Der Heibel-Ticker nutzt fünf Dividendenkriterien: Rendite, keine Kürzung, mehrfache Anhebungen, Auszahlungsquote sowie Gewinnwachstum plus Cashflow-Rendite. Sie trennen Unternehmen mit belastbarer Ausschüttung von Titeln, deren hohe Rendite ein Warnsignal ist. Der Beitrag zeigt die fünf Kriterien mit den Schwellen vom Oktober 2026, den Vorfilter und die Kandidaten aus der aktuellen Suche in den USA.

Eine hohe Dividendenrendite sagt nichts über die Sicherheit der Zahlung. UPS bietet im Oktober 2026 rund 7 % Rendite und hat die Dividende eingefroren, weil sie praktisch den gesamten freien Cashflow verschlingt. Ohne feste Kriterien entscheidet die höchste Zahl in der Tabelle statt der Qualität der Ausschüttung.
Für Anleger bedeutet das konkret:
Ein Titel qualifiziert sich nur, wenn er alle fünf Kriterien gleichzeitig erfüllt.
Die Dividendenrendite teilt die Dividende je Aktie durch den Aktienkurs. Die ursprüngliche Schwelle liegt bei 2,5 %. Im Oktober 2026 steigt sie auf 3 %, weil das Zinsniveau gestiegen ist: Eine zweijährige Bundesobligation bringt über 3 %. Eine Aktie mit geringerer Rendite trägt das Aktienrisiko ohne Gegenleistung gegenüber der Anleihe.
Entscheidend ist die Nettorendite. Medtronic bringt 3,3 % brutto, doch Irland behält 25 % Quellensteuer ein, die in Deutschland nicht angerechnet wird. Ohne Rückholantrag bleiben rund 1,6 %, mit Antrag rund 2,4 %.
In den vergangenen zehn Jahren darf keine Dividendenkürzung vorkommen, und die Dividende muss mindestens dreimal steigen. Der Verzicht auf Kürzungen zeigt Kontinuität und Resilienz, die Anhebungen zeigen Wachstum. Die ausbleibende Anhebung ist das Frühwarnsignal: Pfizer erhöhte die Dividende im Dezember 2025 erstmals seit 2009 nicht, und 2025 reichte der freie Cashflow nicht aus, um sie vollständig zu bezahlen. Verizon erhöhte sie im Januar zum 20. Mal in Folge.
Die Auszahlungsquote zeigt, welchen Anteil des Gewinns je Aktie ein Unternehmen ausschüttet. Der Korridor von 20 bis 90 % stellt sicher, dass nicht mehr ausgeschüttet wird, als sich das Unternehmen leisten kann. Unter 20 % ist die Dividende für das Unternehmen offensichtlich nicht wichtig genug.
Gewinnwachstum und Free-Cashflow-Yield (freier Cashflow im Verhältnis zum Börsenwert) müssen zusammen über 5 % liegen. Die Summe zeigt, dass auch das Geschäft wächst.
Vor den fünf Kriterien gelten die Bedingungen für alle Titel, die im Heibel-Ticker besprochen werden:
Die Analyse von 2022 filterte so aus 534 deutschen, 524 US-, 48 österreichischen und 212 Schweizer Aktien gut 25 Dividendenaktien heraus.
In der Suche nach einem US-Dividendentitel für das Heibel-Ticker Portfolio erfüllen über 30 Aktien alle fünf Kriterien. Die Kriterien bilden die Vorauswahl. Danach beginnt die eigentliche Analyse, und sie sortiert fast alle Kandidaten aus (Stand Ausgabe 26/41 vom 9. Oktober 2026):
| Aktie | Dividendenrendite | Ergebnis der Prüfung |
|---|---|---|
| Medtronic | 3,3 % | Favorit: Die irische Quellensteuer schmälert die Nettorendite. |
| Southern Company | 3,6 % | Beobachtung: Einstieg erst, wenn der Zinsanstieg endet. |
| Verizon | 6,1 % | Beobachtung: Satelliten-Anbieter greifen den Mobilfunkmarkt an. |
| ONEOK | 4,9 % | Eignet sich weniger: Ein neuer Geldgeber engt den Spielraum für die Dividende ein. |
| CVS Health | 3,0 % | Ausgeschieden: Die Dividende ist seit Anfang 2024 eingefroren. |
| Pfizer | 6,1 % | Vorerst nicht: Bis 2028 läuft bei mehreren Medikamenten der Patentschutz aus. |
| UPS | 7,0 % | Ausgeschieden: Die eingefrorene Dividende verbraucht den freien Cashflow nahezu vollständig. |
| Enbridge (Kanada) | 5,7 % | Ausgeschieden: 141 % der verfügbaren Mittel wurden ausgezahlt. |
Aus Portfolio-Gründen entfallen außerdem Home Depot (zinssensibel), zehn Finanztitel (Branchenstreuung), McDonald’s und Nike (Konsum ist mit Cewe abgedeckt) sowie Accenture und Skyworks (bereits viele IT-Titel im Portfolio). Hauptursache der schwierigen Suche ist das hohe Zinsniveau. Als Alternative zeigt das Anleihen-Screening, wie Sie Unternehmensanleihen mit fester Mindestrendite finden. Die gleichen Kriterien kommen in anderen Märkten zum Einsatz: Schweizer Dividendentitel und Eine Dividendenperle aus Japan.
Dividendenkriterien sind ein Filter und kein Kaufsignal. Wer Dividendenaktien auswählen will, geht in drei Schritten vor:
Wer die Kriterien kennt, erkennt, warum eine Rendite von 7 % kein Qualitätsmerkmal ist.
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