Leserfragen (Januar 2026)


 Frage vom 20.01.2026

#Zukunftschancen des XRP Ripple

Sehr geehrter Heibel,

ich bin schon lange Leserin des Heibel-Ticker und schätze Ihre fundierten Analysen sehr. Nun hätte ich eine Frage an Sie, in der Hoffnung Sie können mir einen Rat erteilen.

Vor ein paar Monaten habe ich mich dazu verleiten lassen 400 XRP Token von Ripple in mein Depot bei Flatex zu holen. Gekauft habe ich diese für 2,93 € pro Stück , inzwiscehn sind sie jedoch immer weiter abgesackt auf 1,78 €. Ich weiß nicht ob es noch Sinn macht, wie z.B. bei Nvidia eine Korrektur auszusitzen, oder ob es besser ist die Token mit Verlust zu verkaufen bevor sie noch weiter nach unten gehen im Wert.

Ich lese zum Teil ganz unterschiedliche Bewertungen zu XRP, von Verkaufen bis Einkaufen ist alles enthalten an Ratschlägen. Ich hoffe Sie haben einen besseren Durchblick als ich welche Aussichten XRP für die Zukunft tatsächlich hat.

Mit freundlichen Grüßen

Monika aus Tecklenburg

 Antwort:

Der Ripple wird bei Geldtransfers über Landesgrenzen hinweg genutzt. Ich habe da eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal finden können. Stablecoins können das inzwischen auch umsetzen.

Grundsätzlich beschäftige ich mich aber nicht mit „anderen“ Krypto-Angeboten neben dem Bitcoin, sondern betone stets, dass es für mich nur eine Kryptowährung gibt, und das ist der Bitcoin. Alle anderen Krypto-Angebote sind Geschäftsmodelle, die ich wie Startups einstufe: Kann sein, dass das eine oder andere Startup da erfolgreich ist, die meisten werden jedoch wieder verschwinden, genau wie die Internetbuden, die zur Jahrtausendwende die Internetblase aufpusteten.


 Frage vom 20.01.2026

#Stablecoin USDC von Circle statt Bitcoin? OpenAI vs. Applovin

Hallo Herr Heibel,
noch ist es möglich, Ihnen und Ihrer Familie ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2026 zu wünschen. Auch ich möchte mich für Ihre interessanten und aufschlussreichen Analysen jedes Jahr neu bedanken.
Bezüglich des ETC Insurance A27Z30 habe ich folgende Frage: Nachdem sowohl dieser als auch Stablecoins im Dezember 2025 ausverkauft wurden und sich seither etwas erholt haben möchte ich gerne von Ihnen wissen, ob der Kauf von Stablecoins eine Alternative zu dem Kauf von weiteren A27Z30 ETCs wäre?
Kann der Absturz der AppLovin- Aktie damit zusammenhängen, dass ChatGPT am Freitag mitgeteilt hatte, in den Werbemarkt einzutreten?
Ich freue mich auf Ihre Antworten.

Viele Grüße
Ortrun aus Bad Homburg

 Antwort:

Vielen Dank für die netten Wünsche :-)

Wenn Sie einen Stablecoin wie bspw. den USDC von Circle direkt kaufen, dann gilt dort ebenfalls die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer. Er ist also vergleichbar mit Gold und dem Bitcoin, wenn es um die Spekulationsfrist geht.

Allerdings ist der USDC ja nicht als Langfristanlage gedacht, sondern eher als kurzzeitiger Parkplatz für jemanden, der mit anderen Kryptowährungen traden möchte. Der Weg raus aus der Kryptowelt ist langwierig, umständlich und stets mit Risiken verbunden, denn die Anbieter solcher Transaktionen sind meist kleine Startups und selten etablierte Unternehmen. Daher kann man sich den Weg nach draußen sparen, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin wieder in die Kryptowelt einsteigen möchte. In der Zwischenzeit parkt man im USDC. Dieser entwickelt sich 1:1 zum USD.

Also: Als Alternative zum Bitcoin ETC ist das nicht sinnvoll, denn es ist etwas völlig anderes. Ich würde höchstens überlegen, die Aktie von Circle, dem Anbieter des USDC, ins Depot zu holen. Denn je stärker die von mir oben beschriebene Parkplatz-Funktion genutzt wird, desto besser läuft das Geschäft von Circle. Dort fällt dann allerdings wieder die normale Kapitalertragssteuer auf die Gewinne an.

Applovin: OpenAI sucht händeringend nach neuen Geschäftsfeldern und versucht sich in so ziemlich allem, was ihnen über den Weg läuft. Da sind wir noch weit entfernt von einer wirklichen Konkurrenz. Mag sein, dass die Schlagzeile den einen oder anderen Trader in die Flucht geschlagen hat, doch Applovin nutzt ebenfalls KI und hat schon eine ganze reihe von Wettbewerbern ausgestochen. Der Weg für OpenAI, hier eine ernstzunehmende Konkurrenz zu werden, ist weit.


 Frage vom 20.01.2026

#SAP: Macht KI Softwareunternehmen überflüssig?

Moin Herr Heibel,

ihr Börsenbrief ist immer wieder eine wertvolle Lektüre über Wirtschaft, Finanzen und Aktien insbesondere!!

Eine kurze Frage habe ich an den Ex-SAPler: Die Aktie ist in den letzten Wochen heftig unter die Räder gekommen. Wie ist ihre Einschätzung für die Zukunft? Profitiert SAP von der KI oder wird das eigene Geschäft kannibalisiert? Sollte man eventuell jetzt einsteigen oder warten?

Vielen Dank und sonnige Grüße nach Hamburg!

Bernd aus Stade

 Antwort:

Vielen Dank für das Lob :-)

SAP würde ich in die Software-Ecke stellen, gemeinsam mit Salesforce, ServiceNow und Adobe. In der Finanzwelt geht man derzeit davon aus, dass alles, was aus Bits und Bytes besteht, schon bald durch KI-Agenten übernommen werden kann. Wenn SAP-Software deshalb so teuer ist, weil hunderttausende Entwicklungsstunden in die Softwareerstellung eingingen, so könnte man mit Hilfe von KI vergleichbare Software mit einem Bruchteil des Aufwands erstellen. Wie soll SAP da die hohen Nutzungsgebühren rechtfertigen?

Auf der anderen Seite steht die intelligente Nutzung des SAP-Systems durch KI-Angebote, die SAP anbietet und verkauft. Doch immer mehr Zweifel kommen auf, ob dadurch der zuvor beschriebene Umsatzrückgang aufgefangen werden kann.

Ich persönlich gehe davon aus, dass es genau so kommen wird, aber langsamer. Die KI-Revolution wird schon bald nicht mehr durch begrenzte Rechenkapazitäten gebremst, sondern durch den Menschen, der neue Möglichkeiten nicht annimmt. Das ist vermutlich auch gut so, denn unsere Gesellschaft wird einen Wandel durchlaufen, während uns die KI immer mehr Arbeit abnimmt. Dieser Wandel kann nicht über Nacht erfolgen, das wird Zeit brauchen. Und in dieser Zeit wird man die Software von SAP & Co. noch stark nutzen.

Doch mir kommen immer mehr Zweifel daran auf, ob ein dem Untergang geweihtes Geschäftsmodell (Softwareentwicklung) überhaupt in unserem Heibel-Ticker Portfolio einen Platz haben darf. Daher halte ich mich bei SAP zurück und überlege, Salesforce mit Verlust zu verkaufen.

Zu den Zahlen: Der Umsatz von SAP wächst mit 10% p.a., Tendenz steigend. Der Gewinn legt überproportional mit knapp unter 20% zu. Die Rule-of-40 wird erfüllt (43) und das EV/EBITDA im Verhältnis zum Gewinnwachstum (vergleichbar mit PEG) liegt mit 1,2 auf einem vernünftigen Niveau. Fundamental betrachtet machen Sie nichts falsch mit dem größten deutschen börsennotierten Unternehmen. Aber ich denke, es gibt bessere Aktien :-).


 Frage vom 20.01.2026

#Verlustverrechnungstöpfe

Hallo Herr Heibel,

kurze Anmerkung zur Leserfrage von Roy aus Lützen aus dem letzten Heibel-Ticker.

Es macht schon einen steuerlichen Unterschied, welche Verluste anfallen: In den Verlustverrechungstöpfen "Aktien" und "Allgemein" werden "Einkünfte aus Kapitalvermögen" (§20 EStG) verrechnet.
Gewinne oder Verluste aus Bitcoin bzw. einigen damit verbundenen ETP fallen unter "Sonstige Einkünfte" (§ 23 EStG). Eine Verrechnung von diesen Verlusten über die Veranlagung mit positiven Kapitaleinkünften ist damit ausgeschlossen. Bitcoin-Verluste können somit nur über die Veranlagung mit anderen Krypto- /Gold-/ sonstigen privaten Veräußerungsgeschäften innerhalb der jeweiligen Fristen verrechnet werden. Die Verrechnung kann auch in den Folgejahren vorgenommen werden, das Finanzamt führt einen entsprechenden Verlustvortrag fort.

Ansonsten vielen Dank für den informativen Newsletter!

Viele Grüße
Wolfgang aus Rittershausen

 Antwort:

Vielen Dank für die verständliche Erläuterung. Ich reiche das gerne weiter.


 Frage vom 14.01.2026

#Seagate als Mitglied der Speicher-Oligarchen

Guten Tag Herr Heibel,

Sie haben in dieser Info die Speicher-Oligarchen erwähnt. Danke für Ihren Hinweis.

Wie würden Sie in diesem Zusammenhang die aktuelle Bewertung von Seagate Technology Holdings sehen?

Beste Grüße, Peter aus München

 Antwort:

Ja, Seagate gehört auch zu den Speicher-Oligarchen :-). Das hatte ich bei meinem Update zu Nvidia vergessen, in die Liste von Western Digital, Micron und SanDisk aufzunehmen.

Seagate bietet keinen besonders schnellen Speicher an, wie für die KI eigentlich erforderlich, und durch die anderen Anbieter realisiert, sondern liefert die großen Speicherplatten, die Daten aufnehmen, die aktuell nicht benötigt werden: Massenspeicher in Rechenzentren. Und hier hat Seagate einen Temperaturvorteil gegenüber den anderen Anbietern: Eine eigens entwickelte Technologie, die spezielle Schreib/Leseköpfe erfordert, kann die erforderliche Hitze fürs Beschreiben von Festplatten viel gezielter, und damit effizienter, erzeugen. Die Technologie heißt HAMR (Heat-Assisted Magnetic Recording). Nicht nur Geschwindigkeit ist derzeit ein Thema bei KI-Rechenzentren, sondern auch Temperatur. Die Kühlung frisst viel Strom und Festplatten von Seagate benötigen aufgrund der effizienteren Hitzeverwendung weniger Kühlung und damit weniger Strom.

Der Umsatz von Seagate soll im Geschäftsjahr 2026 (endet im Sommer) auf 11 Mrd. USD steigen, +21%. Danach nochmals um 15%. Für den Gewinn wird ein überproportionales Wachstum aufgrund der Knappheit erwartet, die Speicherpreise gehen derzeit durch die Decke. Somit wird ein Gewinnwachstum je Aktie von 61% für das laufende Geschäftsjahr und 32% für das nächste erwartet. Doch die fulminante Entwicklung fand schon in der Vergangenheit statt: Im Geschäftsjahr 2025 war der Gewinn um 900% angesprungen, also von 0,72 USD/Aktie auf 7,18 USD/Aktie. Dies war der Grund für die Aktienrallye von 64 USD im April letzten Jahres (Liberation Day) auf ein Hoch bei 332 USD zum Jahresbeginn, eine Verfünffachung.

Das EV/EBITDA steht trotz dieser Rallye nur bei 20 und gibt der Aktie damit weiterhin Luft nach oben, wenn man davon ausgeht, dass diese Entwicklung nachhaltig ist. Sprich: Wenn Seagate ein Geschäftsmodell haben sollte, das auf viele Jahre ein Gewinnwachstum von über 30% in Aussicht stellen würde, dann könnte die Aktie sich vom aktuellen Niveau aus nochmals verdoppeln. Doch ob tatsächlich der Gewinn nachhaltig so stark ansteigen kann, ist fraglich. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Speicheranbieter stärker als viele andere Branchen dem Boom und Bust unterliegen: In Boom-Phasen werden die Speicher plötzlich in großen Mengen nachgefragt und zu jedem Preis gekauft. In der Vergangenheit weiteten die Anbieter dann ihre Fertigungskapazitäten aus, jeder wollte die zusätzliche Nachfrage voll bedienen. Das führte dann regelmäßig zu einem Überangebot, dass die Preise in den Keller stürzen ließ und einige Wettbewerber in die Insolvenz trieb.

Dies sehen wir in diesem Zyklus nicht, daher ist der Preisanstieg aktuell um so stärker und die Kursgewinne um so größer. Doch Speicher sind keine Raketentechnologie, sondern können auch von neuen Anbietern angeboten werden. In China gibt es bereits eine Reihe von Unternehmen, deren Angebote qualitativ langsam aufschließen.

Ich weiß nicht, wann diese Rallye endet. Dazu fehlt mir der Einblick in diese Branche. Doch wenn (zeitlich, nicht fakultativ,) es konkurrierende Angebote gibt, werden die Preise erneut einbrechen, und die Aktien mit ihnen. Wenn Sie also eines dieser Speicherunternehmen ins Depot holen, dann bitte mit einem Trailing Stopp Loss, den Sie regelmäßig nachziehen.


 Frage vom 13.01.2026

#Bewertung von Vonovia, Steuerliche Behandlung von Bitcoin-Verlusten

Hallo Herr Heibel,

ich wünsche Ihnen noch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2026!

Ich habe 2 Anliegen.

Das eine betrifft eine Investmentidee. Ich habe mir letztes Jahr voller Überzeugung Vonovia ins Depot geholt. Trotz guter Quartalsergebnisse und Bewertung wurde die Aktie nun bis auf unter 24€ gedrückt. Das lag wahrscheinlich an den Zinserhöhungsfantasien in Europa. Mit der kommenden Neubesetzung des FED- Chefs und den aktuellen Inflationsdaten in Europa sind Zinssenkungen jenseits des Atlantiks und stabile Zinsen in Europa sehr wahrscheinlich. In meinen Augen ist bei Vonovia alles eingepreist und die Rahmenbedingungen könnten Grundlage für Kurse jenseits der 30€ sein.
Wie ist Ihre Meinung zur Vonovia?

Der 2. Punkt betrifft mal wieder das Bitcoin- Zertifikat A27Z30. Ich habe mit den letzten Zukäufen ein aktuelles Minus zu Buche stehen gehabt. Aus dem Grund habe ich die betreffenden Anteile Ende Dezember veräußert, um die Verluste geltend zu machen und habe die Anteile neu gekauft. Nur wurden die Verluste nicht in den Verlusttopf übertragen. Die Verluste können nur mit der Steuererklärung geltend gemacht werden. Vielleicht ist das auch für andere Heibel- Ticker- Leser von Interesse. Wir haben den ETC bisher immer nur auf steuerfreie Gewinne betrachtet. Konkret schrieb mir mein Broker hierzu:

"Das Produkt wird von der Abrechnungsstelle nicht als abgeltungssteuerrelevant sondern nach § 23 persönliches Veräußerungsgeschäft bewertet. Es erfolgte daher keine Befüllung in den
VVT Allgemein.
....
Wird die ISIN als privates Veräußerungsgeschäft gem. §23 bewertet, sind bei einer Haltedauer Länger als ein Jahr Kryptos/Krypto ETP steuerfrei. Bei einer kürzeren Haltezeit gibt es einen Steuerfreibetrag von 1.000 EUR, alles darüber ist über die Einkommensteuer mit Deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Bei Kryptogewinnen nach §23 erhältst Du somit zunächst den Gesamtbetrag, musst Du die Besteuerung dann selbständig über Deine Einkommenssteuer veranlassen.
Bei Gewinnen §23 EstG erhältst Du zunächst den Gesamtbetrag, musst die Besteuerung dann selbständig über Deine Einkommenssteuer veranlassen. Es erfolgt keine automatische Versteuerung. Bitte kläre in diesem Falle mit einem Steuerberater, ob die über den Verkauf von 1.064 € realisierten Verluste §23 über Deine Einkommenssteuererklärung angegeben und ggf. mit Gewinnen verrechnet werden können.
"

Ich möchte die Gelegeheit nutzen, mich bei Ihnen für die immer wieder unterhaltsame Lektüre und den tollen Investment- Tipps incl. der dazu gehörenden Recherche zu bedanken. Man spürt es beim Lesen, wie sehr Sie Ihren Job lieben und mit Begeisterung ausführen. Es "menschelt" neben all den Informationen über Wirtschaft und Politik.

Sie schaffen den Spagat, Ihre eigene Meinung bei sensiblen Themen gewählt offen zu äußern und nicht allen Mainstream- Unsinn nachzuplappern. Das wird nicht jedem Heibel- Ticker- Leser so gefallen. Aber ich denke die Mehrheit sieht das wie ich. Danke sehr und bitte weiter so!

Beeindruckend finde ich, wie Sie den Heibel- Ticker Jahr für Jahr weiterententwickeln, immer wieder neue Ideen einbringen. Das ist für mich beruflich und privat sehr inspirierend. Ich selbst arbeite noch ohne KI. Für dieses Jahr habe ich das fest auf dem Schirm.

Viel Erfolg und viele Grüße, Roy aus Lützen

 Antwort:

Ich interessiere mich nicht besonders für Immobilienaktien, daher ist meine Meinung zu Vonovia vielleicht oberflächlich. Grundsätzlich ist eine Immobilienaktie in meinen Augen eine Alternative zum Eigenheim und daher sollte man sich insbesondere den Wert der Immobilien im Portfolio des Unternehmens anschauen. Dazu fehlt mir jedoch das Fachwissen, daher halte ich mich mit einer Meinung meist zurück.

Aus Aktiensicht: Der Unternehmenswert (EV) liegt bei 67 Mrd. EUR, jährlich werden 6,7 Mrd. EUR umgesetzt, Tendenz fallend. Daraus wird ein operativer Gewinn von 2,4 Mrd. EUR erwirtschaftet. 3,5% Gewinn auf mein eingelegtes Kapital ist nicht unbedingt viel, finde ich. Da suche ich mir lieber eine Anleihe.

Die Dividendenrendite beträgt jedoch 5,2%. Das Unternehmen schüttet mehr an seine Aktionäre aus, als es Gewinn erwirtschaftet. Genau hier setzt die Kritik von Donald Trump an, der eine Bevorzugung der Aktionäre auf dem Rücken der Mieter nicht sehen möchte, denn die ausgeschüttete Dividende sollte seiner Ansicht nach besser in die Instandhaltung / Modernisierung der Immobilien gesteckt werden. Privateigentümer haben ein großes Interesse, den Wert der Immobilie zu erhalten. Konzerne hingegen werden mitunter von CEOs geführt, die kurzfristig erfolgreiche Zahlen präsentieren wollen und dabei hoffen, wenn wir beim Beispiel Vonovia bleiben, dass der Wertverfall der Immobilien, der durch die ausbleibenden Modernisierungen zu erwarten ist, von der allgemeinen Preissteigerung am Immobilienmarkt kaschiert wird.

Ungeachtet dessen erfüllt Vonovia nur drei unserer fünf Kriterien für Dividendenaktien. Die Dividende wurde 2023 gesenkt und die Auszahlungsquote (siehe oben) ist negativ, es wird also über mehrere Jahre hinweg mehr ausgeschüttet als Gewinn erwirtschaftet wird. Für ein Wachstumsunternehmen gibt es zu wenig Wachstum und als unterbewertet würde ich Vonovia bei solchen Zahlen mit einem EV/EBITDA von 24 nicht bezeichnen.

Ach, Sie merken es, ich lasse kein gutes Haar an Vonovia. Dabei schreibe ich doch viel lieber über aussichtsreiche Unternehmen und Aktien :-).

Danke für den Hinweis der steuerlichen Behandlung von Verlusten beim Bitcoin-ETP. Ich habe mich tatsächlich bislang sehr wenig um steuerliche Belange gekümmert. Ist es nicht egal, ob der Verlusttopf von der Bank gefüllt wird oder ob die Abrechnung später mit der Steuererklärung erfolgt, einmal abgesehen vom Zeitverlust?

Vielen Dank für Ihr Lob. Für jemanden mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein wie mich ist Lob ein wesentlicher Bestandteil meiner Entlohnung :-).

RÜCKMELDUNG

Hallo Herr Heibel,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und Analyse.

Da war ich mir nun zu 1.000% sicher, dass Sie ein Loblied auf Vonovia singen. Mmh, das war wirklich nicht das, was ich hören/ lesen wollte. ;-) :-) Sie belechten das Unternehmen aus einem anderen Blickwinkel. Genau das macht Ihre Analysen immer wieder so spannend. Da werde ich etwas vorsichter bei Vonovia zu Werke gehen.

Und genau so sehe ich im Allgemeinen Ihre Lektüre. Wenn ich Ihren Gedanken und Schlussfolgerungen folgen und zustimmen kann(wie leider in diesem Fall auch), investiere ich gern in die gleichen Titel oder eben auch nicht. Mal verkaufe ich eher, mal später. Bei bestimmten Titeln wäre es besser gewesen, Ihren Rat nicht zu folgen(bspw. Novo), bei anderen haben Sie mich ermutigt, bei der Stange zu bleiben bzw. nachzukaufen(bspw. Nvidia).
In jedem Fall ist es immer wieder eine Freude Ihre Gedanken mit den meinigen abzugleichen und daraufhin Investmententscheidungen zu treffen.

Ihre Eigen- Kritik zu Fehlkäufen kann ich nachvollziehen. Ich frage mich selbst immer mal im Nachhinein "wie konntest Du?". Wenn man sich dann aber die Kauf- Argumente vor Augen führt, die es zu der Zeit gab, dann muss man die Entscheidung zu mindestens relativieren. Man kann nicht alle verborgenen Details kennen und demzufolge auch nicht immer "richtige" Entscheidungen treffen. Es ehrt Sie sehr, dass Sie die Mißerfolge nicht nur erwähnen, sondern auch die getroffene Entscheidung des Kaufs hinterfragen und sich selbst an den Pranger stellen. Das ist ein Punkt, der Ihren Börsenbrief von anderen unterscheidet.

Ich habe da eine Idee, wie man die Leser noch mehr ins Boot holen könnte. Grundsätzlich treffen Sie ja die Kauf- Entscheidung. Häufig stellen Sie im Vorfeld eines Kaufs mehrere Aktien vor und entscheiden sich dann für eine. Was wäre, wenn Sie die Leser mitentscheiden lassen würden? Wenn Sie beispielsweise 2 gleich gute Dividenden- Titel zur Auswahl haben und stellen. Es könnte eine Verlinkung im Ticker geben, wo man abstimmen kann. Im Idealfall mit einem Bemerkungsfeld, wo Motive/ Gründe eingetragen werden können. Es gibt sicherlich einige unter Ihren Lesern mit sehr viel Börsenerfahrung(vielleicht auch zum Thema Charttechnik), die mit Ihrer Rückmeldung interessante Aspekte aufzeigen können. Da im Heibel- Ticker die Titel in der Regel für ein längerfristiges Invest ausgesucht werden, wäre die Zeit kein Hinderungsgrund. Betreff Verkauf könnte man dann natürlich auch interaktieren. Meines Erachtens gibt es sowas auch noch nicht.
Na ja, ist nur so eine Idee. Auch hier Halbwissen(wie bei Vonovia), wahrscheinlich wird das schon technisch nicht umzusetzen gehen. :-)

Sie erwähnten vor geraumer Zeit, die Chart- Technik bei Käufen und Verkäufen einzubeziehen. Ich bin da sehr gespannt drauf. Ich selbst schaue da schon immer etwas mit drauf. Wäre dann nochmal interessant, auch hier einen Abgleich zu haben.

Bei den anfallenden Verlusten haben Sie natürlich recht. Es ist egal, ob es gleich verrechnet wird oder später. Man muss es aber wissen, um es geltend machen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, dass der ein oder andere Aktionär seine Abrechnungen nicht gründlich prüft, weil sie immer stimmen. Dann geht das unter, weil der Broker nicht darauf hinweist. In der besagten Abrechnung von mir war das auch. Erst auf Nachfrage kam Licht ins dunkel.
Und klar, Sie sind kein Steuerberater. ;-)

Viele Grüße

Roy

RÜCKANTWORT

Ganz herzlichen Dank für diese ausführliche und nette Rückmeldung.

Ihren Vorschlag finde ich super, ich werde mich diese Tage mit meinem Marketing und der IT zusammensetzen und überlegen, wie wir das umsetzen können. Mein Ziel ist es stets, im Heibel-Ticker auf die Bedürfnisse der Mitglieder einzugehen, ohne das eingebrachte Wissen der Mitglieder ungefiltert weiterzugeben. Das ist aufwendig, da ich mir zu allen Themen ein eigenes Bild machen muss. Häufig genug haben mich Mitglieder jedoch schon auf Details aufmerksam gemacht, die ich nicht kannte, und häufig genug folgen neue Aktienempfehlungen im Heibel-Ticker den Ideen der Mitglieder.


 Frage vom 13.01.2026

#Sumitomo Corp.: Interessantes Industriekonglomerat aus Japan

Hallo Herr Heibel,

ich lese jetzt seit einiger Zeit Ihren Ticker und fühle mich häufig mit meiner optimistischen Einstellung von Ihnen bestätigt. Das tut gut in Zeiten, in denen sehr viele Schwarzmaler in den Medien die Oberhand halten.

Ihre stets informativen Ausführungen und das Vermitteln von umfangreiche Hintergrundwissen gefallen mir bei Ihnen sehr gut. Also bitte weiter so.
Nun aber zu meiner Frage. Ich würde gern mein etwas USA-lastigen Portfolio etwas umschichten. Mein Blick viel auf diverse stabile Aktien aus Japan. Ich habe bereits Mitsubishi Electric (WKN 856532) und Marubeni (WKN 860414). Nun habe ich Sumitomo (WKN 860364) ins Auge gefasst.

Können Sie diese Aktie für eine langfristige Anlage empfehlen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe. Gruß
Beate aus Edewecht

PS: Es würde mich interessieren wie viel (wenig) Prozent Ihrer Abonnenten weiblich sind, da sehr selten Nachfragen von Frauen im Ticker erscheinen, oder sind die Frauen nicht so beratungswillig? 😉

 Antwort:

Vor einigen Jahren habe ich das mal unter den zahlenden Mitgliedern ausgewertet. Da waren es gerade einmal 7% Frauen :-(. Und dieser Anteil deckt sich mit Erfahrungswerten von anderen Betreibern von Börsendiensten. Irgendwie ist die Darbietung der Finanzwelt und auch des Heibel-Tickers offensichtlich leider nicht geeignet, viele Frauen zu begeistern. Dabei bemühe ich mich, alle anzusprechen.

Sumitomo Corp. ist eine japanische Handels- und Beteiligungsgruppe. Sie organisiert weltweite Wertschöpfungsketten, finanziert und entwickelt Projekte, hält Beteiligungen, betreibt Handel/Distribution und übernimmt oft auch den operativen Betrieb von Rohstoffen bis Konsum. Der Gewinn kommt damit aus sehr unterschiedlichen Quellen: aus laufendem Geschäft (Handel, Dienstleistungen, Betrieb), aus Beteiligungserträgen und manchmal auch aus Projektverkäufen. Man könnte sagen, Sumitomo kann alles, was die Industrie braucht.

Im Geschäftsjahr 2025 (endete bereits im März 2025) erzielte das Unternehmen durch Beteiligungsverkäufe einen Rekordgewinn (+30%). Dies setzt sich auch im bisherigen Geschäftsjahr fort und das Unternehmen gibt sich selbstbewusst, das neue Gewinnniveau auch in den kommenden Jahren zu halten. Halten heißt aber auch: Vorerst kein weiteres Wachstum.

Die Corona-Pandemie sorgte leider für ein Jahr mit rückläufiger Dividende. Doch davon abgesehen erfüllt Sumitomo alle unsere 5 Kriterien eines Dividendenunternehmens. Die Dividendenrendite liegt bei 2,6%. Das EV/EBITDA von 15 ist für eine solide Dividendenaktie in meinen Augen angemessen. Dennoch würde ich das Unternehmen nicht ins Heibel-Ticker Portfolio holen, da mir das Geschäftsmodell zu „flexibel“ ist. Flexibilität ist im Zweifel vorteilhaft, doch wenn ich einen erfolgreichen Geschäftsverlauf suche, finde ich bei Sumitomo so viele Einzelteile mit teils gegenläufigen Entwicklungen, dass sich mir kein Gesamtbild erschließt. Oder anders ausgedrückt: Mag sein, dass diese große Flexibilität das eine oder andere Jahr dafür sorgt, dass zwischenzeitliche Schwächen in einzelnen Geschäftsbereichen durch stark laufende andere Geschäftsbereiche ausgeglichen werden. Doch eigentlich möchte ich, dass Schwachstellen „repariert“ werden.

Vielen Dank für Ihr Lob. Für jemanden mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein wie mich ist Lob ein wesentlicher Bestandteil meiner Entlohnung :-).


 Frage vom 06.01.2026

#Aurubis, Barrick Mining, Seltene Erden als Absicherung

Sehr geehrter Herr Heibel,

Zuerst wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und ganz viel Gesundheit für das kommende Jahr!! Ich bin schon sehr lange bei Ihnen Kunde, das glaube ich sagt alles.

Die Frage, welchen Sie sich in ihrem letzten Rundschreiben bezüglich Gold stellen würde ich mit Kupfer oder Seltene Erden beantworten. Sie haben selber beschrieben wie Barrick Gold zu Barrick Mining umfirmiert hat Und unter anderem nun auch Kupfer in größerem Stil fördert und verkauft. Bei Kupfer wird in den nächsten zehn Jahren nur die Hälfte von dem gefördert, was die Produktion benötigt. Kreislaufwirtschaft ist sicher auch ein Thema, wird das Defizit aber nicht saldieren können.

Die Seltene Erden waren so oft in den Medien. Unsere Abhängigkeit muss hier nicht beschrieben werden. Ich war neulich in Berlin und habe mich mit einen Herrn getroffen, der mit Herrn Wadepuhl in China war. Deren Thema sind Seltene Erden. Ich könnte noch mehrere Beispiele aus meinem Kundenbereich zitieren, aber im wesentlichen Läuft es alles auf meine Frage hinaus, befinden wir uns am Anfang einer Rohstoffhausse?

Bei Kupfer habe ich selber noch kein passendes Investitions Vehikel gefunden, vielleicht können Sie mir dabei behilflich sein? Gleiches gilt für das Thema der Seltene Erden.

Viele Grüße aus Mallorca/München, Uwe

 Antwort:

Danke für die guten Wünsche, ebenso :-)

Als erstes fällt mir da unsere Hamburger Kupferhütte Aurubis ein. Weltweit führend und mit Prozess-Know-how ausgestattet, das in vergleichbarer Skalierung weltweit seinesgleichen sucht. Daher wird derzeit in den USA eine Recycling-Anlage gebaut, die neue Standards bei ökologischen Anforderungen setzt. Doch für unsere Ansprüche ist das nicht die richtige Aktie, denn Aurubis ist ein "Kupfer-Verarbeiter“ und kein Minenbetreiber. Das zu verarbeitende Kupfer wird zuvor eingekauft, als Schrott oder von Kupferminen, um dann gegen einen Verarbeitungspreisaufschlag weiterverkauft zu werden. Meinen Recherchen zufolge gibt es weltweit keinen Mangel an Kupferverarbeitern, sondern nur an Kupfer. Die Kupferförderung bleibt niedrig und die vorhandenen Verarbeitungskapazitäten müssen sich um das verfügbare Kupfer streiten. Das heißt, die Verarbeitungspreise sind sogar oftmals rückläufig, um die vorhandenen Produktionskapazitäten überhaupt auszulasten.

Barrick Mining, eine ehemalige Spekulation von uns, hat sich allein im Jahr 2025 verdreifacht. Ja, hier wirkt sich der Preisanstieg von Gold und Kupfer voll aus: Umsatzanstieg um 24% und ein überproportionaler Gewinnsprung (EBITDA) von 70%. Im laufenden Jahr 2026 soll sich diese Entwicklung sogar noch leicht beschleunigen. Das EV/EBITDA von 8 ist optisch sehr niedrig. Doch Rohstoffunternehmen werden anders bewertet, bei ihnen schaut man auf die Entwicklung der Fördermengen, und die wachsen nur mit 3-5% p.a. Außerdem schaut man auf die Förderkosten je Einheit (Gold oder Kupfer). Damit werden preisbedingte Erfolge nicht als nachhaltiges Wachstum eingeordnet. Barrick Gold, wie auch Freeport McMoRan oder Antofagasta, eignen sich daher hervorragend für eine Spekulation, sind aber in meinen Augen keine Absicherung.

Seltene Erden sind ein politisches Thema, daher möchte ich auch dort nicht investieren. Stellen Sie sich vor, China schnappt sich als Reaktion auf Trumps Venezuela-Coup nun Taiwan. Xi und Trump treten vor die Kameras und betonen ihre gute Freundschaft und umgehend beliefert China die Welt mit mehr „Seltenen“ Erden, als nachgefragt wird. Die Seltenen Erden sind nämlich nicht „selten“, sondern lediglich schwer abzubauen. Sie haben natürlich Recht, als geopolitische Absicherung hätten Seltene Erden durchaus argumentativ ihren Platz im Bereich der Absicherung. Doch wir müssten dazu in chinesische Unternehmen investieren, die jedoch im Falle zunehmender politischer Spannungen dann für uns Westler nicht unbedingt leicht im Zugriff sind.

Also: Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass die Rohstoffhausse weitergeht, und entsprechend werden wir auch einen passenden Titel für unser spekulatives Portfolio heraussuchen. Doch als Absicherung eignen sich diese Themen meiner Ansicht nach nicht so gut.


 Frage vom 06.01.2026

#Geld parken auf Amundi Smart Overnight Return ETF

Guten Tag Herr Heibel,

zunächst vielen Dank für Ihre ebenso informativen wie unterhaltsamen Börsenbriefe.

Ich suche nach einer sicheren! Möglichkeit, meine Bargeldreserven so „zu parken“, dass ich einerseits jederzeit darüber verfügen kann und andererseits einen Zins möglichst nicht unterhalb der Inflation erhalte.
Ich ziehe dafür einen Euro Short Term Rate in Betracht. Z.B. den Amundi LU1190417599.
Wie schätzen Sie die Risiken dieser Anlageklasse ein? Kann ich meinen Notgroschen dort getrost einzahlen?
Und wenn ja, gibt es bessere Alternativen als den oben erwähnten Amundi?

Vielen Dank für Ihre Zeit und Mühen!

Freundliche Grüße
Andre aus Dinslaken

 Antwort:

Ja, Ihr Papier gefällt mir für diesen Zweck: Der ETF wird passiv verwaltet und trägt mit 0,1% Gebühren wenig Kosten mit sich, läuft endlos und erzielte im vergangenen Jahr mit 2,6% Rendite etwas mehr als die Inflationsrate. Der ETF-Betreiber berechnet keinen Ausgabe- oder Rücknahmeaufschlag, Sie müssen sich aber bitte bei Ihrer Bank/ Ihrem Broker erkundigen, welche Kosten für Transaktionen in diesem Papier dort erhoben werden.

Sie erhalten mit diesem ETF ein Recht gegenüber Amundi auf einen dem ETF-Ziel entsprechenden Gegenwert. Das heißt, Sie besitzen keine Papiere, die gegebenenfalls in diesem ETF gehalten werden, vielmehr bildet Amundi die Zinslandschaft auch mit Hilfe von Swaps ab. Wenn Amundi also Zahlungsprobleme bekommt, könnte Ihr Geld verloren gehen. Da Sie dieses Papier aber nicht als Absicherung gegen Turbulenzen nutzen wollen, sondern zeitnah reagieren wollen, können Sie es gerne nutzen. Sollte sich die Marktsituation zuspitzen, würde ich das Geld allerdings abziehen.


 Frage vom 06.01.2026

#Nextpower und Qualität von CEOs

Guten Tag Herr Heibel,

ein frohes neues gesundes Jahr!!

Bin mit dem letzten Börsenbrief noch nicht ganz durch, aber man (also Sie) in diesem sollten sich nicht zu viele Vorwürfe bezüglich Novo und Nextpower (Nexttracker) machen. Irren ist menschlich und man daraus lernen und ausserdem denke ich gehört wohl an der Börse einfach dazu.

Ich habe bezüglich Nextpower und der allgemeinen Bewertung eine Frage.

Ich bin damals bei Nextpower nocht komplett ausgestiegen, hatte nur 50% verkauft. Könnte sich für mich daher ein Nachkauf Ihrer Meinung nach lohnen? Die Geschäftsperspektiven schein ja immernoch gut zu sein...

Hinsichlich CEOs im allgemeinen einfach aus reinem Interesse (Bin Ingenieur und kein BWLer oder VWLer, daher die Frage). Geht die Person des CEOs in eine allgemeine Bewertung für eine Aktie ein? Gibt es diesbezüglich eine mathematische Formel/Ansatz mit der man z.B. CEOs untereinander vergleichen könnte? Sowas könnte man ggf. auch auf sen Vorstand erweitern?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Haaris aus Schlieren, Schweiz

 Antwort:

@Nextracker
Nextracker (inzwischen umbenannt in Nextpower) wird mit einem EV/EBITDA von 15 bewertet und wächst mit durchschnittlich 13% p.a. im Umsatz und im Gewinn. Ich würde sagen, das ist gesund und die Aktie könnte noch ein bisschen weiter steigen. Im Herbst schockte CEO Dan Shugar die Anleger mit einem sehr konservativen Ausblick bis ins Jahr 2030, die Aktie fiel von ihrem Allzeithoch bei 112 USD zurück auf inzwischen 89 USD. Das war ein Reset der Erwartungen, die zuvor in den Himmel gestiegen waren. Nextpower übertraf in allen acht Quartalen der vergagnenen zwei Jahre mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn.

Also: Nicht das Geschäft war verantwortlich für die Konsolidierung. Entsprechend würde ich erwarten, dass nach dem Reset der Erwartungen nun wieder der Grundstein für künftiges Aktienwachstum gelegt ist.

@CEO
Nein, meines Wissens gibt es noch keine „Kennziffer“ für die Qualität von CEOs. Das wäre auch zu kurz gesprungen, denn ein CEO kann für die eine Aufgabe geeignet, und für die andere ungeeignet sein. Befindet sich ein Unternehmen in einer Phase, in der es durch Zukäufe oder Unternehmensteil-Verkäufe strategisch neu ausgerichtet werden soll, ist ein finanzaffiger CEO sicherlich die erste Wahl. Muss die Entwicklung neuer Produkte vorangetrieben werden, ist ein fachkundiger CEO (Ingenieur, Mediziner, …) besser geeignet. Um also die „Qualität“ eines CEOs zu beurteilen gibt es keine standardisierte Kennziffer, vielmehr muss man sich stets ein Bild über die dringendsten Aufgaben eines Unternehmens machen, bevor man den CEO auf die gefragten Qualitäten abklopft.