Leserfragen (Juni 2026)


 Frage vom 29.06.2026

#Atomkraft: Falsches Narrativ in Deutschland

Lieber Stefan Heibel,

Frankreich muss seit längerem jedes Jahr mangels ausreichender Kühlwassermengen Meiler herunterfahren.
Explosiv, im wahren Sinn.

https://f97.be/blog/2025/12/01/frankreich-atomkraft-wassermangel.html

Aktuell:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/atomkraftwerke-hitze-kuehlung-abgeschaltet-100.html

https://www.deutschlandfunk.de/kuehlung-fuer-klimawandel-geruestet-frankreich-setzt-weiter-auf-kernenergie-dlf-d99e634a-100.html

https://www.handelsblatt.com/politik/international/energie-trockenheit-und-fehlende-energie-alternativen-frankreichs-atomkraftwerke-ueberhitzen-fluesse/28588994.html

In Frankreich gibt es bereits massive Differenzen, wer wann wie Wasser verbrauchen darf.

https://meinfrankreich.com/frankreichs-kampf-ums-wasser/

https://www.dw.com/de/frankreichs-kampf-gegen-den-klimawandel/a-66924218

https://abereus.net/artikel-am-dienstag/der-franzoesische-kampf-ums-wasser/

https://www.gtai.de/de/trade/frankreich/specials/frankreich-klimawandel-erzwingt-neue-loesungen-im-wassersektor-1072168

https://www.kivvon.com/de/der-moment/gewalt-von-sainte-soline-konflikt-um-verteilung-von-wasser-in-frankreich

Wissenschaftlich ist (nur seriöse Wissenschaft) unstreitig klar, dass sich das heatimg noch verschlimmern wird.

https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-hitze-100.html

https://www.umweltbundesamt.de/auswirkung-des-klimawandels-auf-die

Atomkraft ist daher tot oder bringt (mangels Kühlung oder weiterer Umweltphänomene) den Tod.

https://www.gamestar.de/artikel/frankreich-atomkraftwerk-quallen-hitze-sommer-klima,3438710.html

https://www.energiezukunft.eu/klimakrise/atomkraftwerke-von-hochwasser-bedroht-endgueltige-abschaltung-gefordert/

https://www.grs.de/de/aktuelles
ah-am-wasser-gebaut-haben-zunehmende-trockenheit-und-hitzeperioden-einfluss-auf

Das ist, ungeachtet der "Über alles Kosten" als teuerste Stromart überhaupt,

https://www.enbw.com/unternehmen/themen/klimaschutz/kernkraft-kosten.html

https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html

https://www.fr.de/politik/die-atomkraft-in-frankreich-ist-ein-finanzielles-desaster-93532284.html

https://www.watson.de
achhaltigkeit/watson-antwortet/888863339-atom-blackout-in-frankreich-wie-stabil-ist-frankreichs-kernenergie

nurmehr immer unkalkulierbareres Risiko und keine Story mehr?

Der Mensch "denkt" oder auch Planung ist die Ersetzung des Zufall duch Irrtum (A. Einstein(?

Liebe Grüße

Peter aus Düsseldorf

 Antwort:

Was Sie irrtümlicherweise tun, kenne ich aus vielen anderen Bereichen. Sie nehmen einen berechtigten Kritikpunkt, überspitzen jedoch dessen Bedeutung - machen aus einer Mücke einen Elefanten - und ziehen voreilig weitreichende Schlüsse daraus. Ich habe versucht, das Thema sachlich aufzuarbeiten.

Zunächst das, worin Sie recht haben. Französische Reaktoren müssen in Hitze- und Dürreperioden tatsächlich gedrosselt oder abgeschaltet werden, weil das aus den Flüssen entnommene Kühlwasser zu warm zurückliefe und die Ökosysteme schädigen würde. Das ist kein Randphänomen vergangener Jahre, das passiert genau in diesen Tagen: In der laufenden Junihitze drosselt EDF Meiler an Rhône und Garonne, betroffen sind unter anderem Saint-Alban, Bugey, Blayais und Golfech. Und Sie haben auch im Trend recht, denn mit dem Klimawandel werden solche Wetterlagen häufiger und intensiver, aus einem Sommerproblem wird ein strukturelles Resilienzthema. Auch das gern gehörte Argument, Kernkraft sei „wetterunabhängige" gesicherte Leistung, stimmt eben nur eingeschränkt: Flusswassergekühlte Reaktoren sind es nicht.

Wo ich Ihnen widerspreche, ist das Ausmaß. „Atomkraft ist tot" bildet die Zahlen nicht ab. Die hitzebedingten Drosselungen kosten Frankreich übers Jahr nur einen sehr kleinen Teil der Erzeugung, im laufenden Sommer bislang nur Bruchteile eines Prozents der Jahresproduktion und selbst in schlimmen Sommern wenige Prozent. Frankreich hat 2025 netto über 90 Terawattstunden Strom exportiert und deckt rund 95 Prozent seiner Stromerzeugung CO2-arm. Das ist kein kollabierendes System, sondern eines mit einem realen, aber bislang beherrschbaren Sommerproblem.

Beim Geld bin ich nah bei Ihnen, aber mit einer wichtigen Unterscheidung. Die jüngsten Neubauten sind tatsächlich ein finanzielles Desaster. Flamanville 3 hat sich preislich vervielfacht und um mehr als ein Jahrzehnt verspätet. Die Fraunhofer-ISE-Studien, die Sie ja verlinken, sind jedoch das Papier nicht weg, auf dem sie gedruckt ist. Die Vergleichsrechnung wurde von Prof. Daniel Stelter durchaus schlüssig kritisiert (https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/atomkraft-das-sind-die-verschwiegenen-kosten-der-energiewende-03/100101121.html). Bereits abgeschriebene, laufende Reaktoren produzieren günstig, und der Vergleich hinkt, weil Atomstrom planbare Grundlast liefert, während die billigen Erneuerbaren für dieselbe Versorgungssicherheit Speicher und Backup brauchen. Kurz gesagt: Die Fraunhofer-Studie rechnete die Kosten für Batteriespeicher und Backup der Atomenergie zu.

Und damit zu Ihrer eigentlichen Frage: „keine Story mehr"? Hier muss ich Ihnen als Börsianer deutlich widersprechen, und zwar empirisch, nicht weltanschaulich. An den Märkten ist Kernkraft seit 2023 nicht etwa tot, sondern eines der heißesten Themen überhaupt. Der Treiber ist der gewaltige Strombedarf der KI-Rechenzentren. Microsoft lässt für sich Three Mile Island wieder hochfahren, Meta hat Anfang 2026 ein Kernkraft-Portfolio über mehrere Gigawatt angekündigt, die US-Regierung hat milliardenschwere Reaktorprogramme aufgelegt, Uranaktien stehen 2026 deutlich im Plus, und einzelne Nuklear-ETFs haben dreistellig zugelegt. Wer in den vergangenen zwei Jahren behauptet hätte, Atomkraft sei „keine Story", hätte eine der stärksten Sektorbewegungen schlicht verpasst.

Sie argumentieren physisch und fundamental (Klima, Wasser, Kosten), der Markt handelt eine Nachfrage-Erzählung (die KI braucht jetzt verlässlichen, CO2-armen Strom). Beides kann gleichzeitig wahr sein. Genau die Risiken, die Sie benennen – Kühlwasserstress, explodierende Neubaukosten, jahrelange Bauzeiten – sind der Bärenfall innerhalb eines heiß gelaufenen Themas. Es sind die Argumente, mit denen man die Story hinterfragt, nicht die, die sie beerdigen.

Liebe Grüße zurück


 Frage vom 29.06.2026

#Vorübergehende Belastungen am Goldmarkt

Hallo Herr Heibel,

Wie immer habe ich mit großem Interesse Ihren Börsenbrief gelesen. Habe versucht, die Sentiment-Indikatoren ins Verhältnis zu den makroökonomischen Entwicklungen zu setzen und konnte mir kein klares Bild machen.

Mal angenommen: Die Zinsen sinken überraschend, und gleichzeitig fällt die Inflation, weil der Ölpreis einbricht. Eigentlich müsste Gold dann ja steigen (=Sentiment). Aber wie passt das genau zusammen? Wenn die Inflation schneller fällt als die Zinsen, steigt ja der Realzins – blockiert das nicht den Goldpreis? Was passiert, wenn sich der Konflikt im Nahen Osten entspannt? Dann fällt doch die Krisen-Prämie bei Gold weg. Und wenn der US-Dollar trotz der sinkenden Zinsen stark bleibt (starke Wirtschaft, KI-Investitionen), macht das Gold ja auch wieder teurer für internationale Käufer.

Kurz gesagt: Macht es vor dem Hintergrund Sinn, jetzt für das nächste halbe Jahr auf Gold zu wetten?

Vielen Dank für Ihre Einschätzung!

Beste Grüße aus Bochum,
Christoph

 Antwort:

Vielen Dank für die ausführliche Frage – Sie haben die richtigen Hebel im Blick, und genau deshalb bekommen Sie derzeit kein klares Bild. Die von Ihnen aufgelisteten Faktoren ziehen derzeit tatsächlich in verschiedene Richtungen.

Fangen wir mit Ihrem stärksten Argument an, dem Realzins. Sie haben völlig recht: Für Gold zählt nicht der Nominalzins, sondern der reale Zins, also Nominalzins minus Inflation. Fällt die Inflation schneller als die Leitzinsen, steigt der Realzins. Ein steigender Realzins erhöht die Opportunitätskosten für das zinslose Gold. Das ist klassischerweise Gift für den Goldpreis. Ihre Intuition, dass „Zinsen runter" eben nicht automatisch „Gold rauf" heißt, ist also goldrichtig.

Aber genau das ist die entscheidende Änderung der vergangenen Jahre: Genau diese enge inverse Beziehung zwischen Gold und Realzins ist seit 2022 weitgehend außer Kraft. Gold ist trotz hoher Realzinsen massiv gestiegen. Der Grund dafür ist meiner Einschätzung nach ein Wechsel des "Grenzkäufers". Den Preis setzt nicht mehr der westliche ETF-Investor, der auf den Realzins schaut, sondern inzwischen die Notenbanken, allen voran China und andere Schwellenländer, die seit dem Einfrieren der russischen Devisenreserven 2022 systematisch aus dem Dollar in Gold diversifizieren. Diese Käufer sind zins- und preisunempfindlich und handeln nach politischem Kalkül, nicht nach dem Realzins. Das Realzins-Modell gilt also weiter, es wird nur derzeit vorübergehend von der aktuell starken Notenbanknachfrage seitens Chinas und der Schwellenländer überlagert.

Zur Krisenprämie und zum Nahost-Konflikt: Auch hier liegen Sie richtig, eine Entspannung nimmt Gold die Sicherheitsprämie. Das passiert gerade. Nach den Schlägen gegen den Iran im Frühjahr laufen inzwischen Friedensbemühungen, der Ölpreis ist auf das Vorkriegsniveau zurückgefallen, und genau das hat in den vergangenen Wochen einen Teil der Goldkorrektur ausgelöst. Eine Krisenprämie ist immer flüchtig. Sie bläht den Preis schnell auf und entweicht anschließend ebenso schnell. Darauf würde ich keine Sechs-Monats-These bauen.

Auch beim US-Dollar haben Sie recht. Gold wird in Dollar gehandelt, ein starker Dollar verteuert es für alle Käufer außerhalb des Dollarraums und wirkt historisch gegenläufig. Und der Dollar-Index ist zuletzt wieder über die Marke von 100 gestiegen.

Und jetzt der eigentliche Knackpunkt, der Ihr ganzes Szenario auf den Kopf stellt: Ihre Annahme über sinkende Zinsen und fallende Inflation ist im Moment das genaue Spiegelbild der Realität. Wir haben es in der Wahrnehmung der Finanzmarktteilnehmer mit dem Gegenteil zu tun, ich berichtete darüber. Die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Warsh gibt sich betont restriktiv, am Markt werden für dieses Jahr eher Zinserhöhungen eingepreist als Senkungen. Die Inflation fällt nicht, sie hat zuletzt wieder angezogen (die PCE-Rate lag im Mai bei rund 4 Prozent), auch befeuert von den Energiepreisen des Konflikts. An den Finanzmärkten rechnet man mit Inflation, steigenden Zinserwartungen, einem starken Dollar und wegbröckelnden Krisenprämien. Das sind vier Gegenwinde gleichzeitig. Kein Wunder, dass Gold von seinen Hochs über 5.500 Dollar bis in den Bereich von 4.000 Dollar korrigiert hat.

Was heißt das für Ihre Frage nach der Sechs-Monats-Wette? Hier müssen wir zwei Dinge sauber trennen, und ich vermute, in genau dieser Vermischung steckt Ihr Unbehagen.

Als taktischer Trade über sechs Monate kämpfen Sie aktuell gegen den Strom. Die makroökonomischen Rückenwinde, die Sie sich in Ihrem Szenario ausmalen, sind im Moment schlicht nicht da – es weht von vorne. Wer jetzt rein tradingorientiert auf einen schnellen Goldanstieg setzt, stellt sich gegen Notenbankpolitik, Inflationsdynamik, Dollar und Technik. Möglich ist das, da ich insbesondere den Inflationsdruck als übertrieben wahrnehme. Ein einfaches Setup ist es aber nicht.

Als strategische Position sieht die Geschichte anders aus. Der strukturelle Treiber – Notenbankkäufe, De-Dollarisierung, die Sorge um die Schuldentragfähigkeit der großen Industrieländer – ist intakt. Genau deshalb hat Gold trotz der vier Gegenwinde „nur" bis 4.000 USD korrigiert (ein Drittel der zuvor erzielten Gewinne) und nicht tiefer, und genau deshalb halten Broker ihre Jahresendziele überwiegend deutlich höher.

Beste Grüße zurück nach Bochum


 Frage vom 09.06.2026

#KI-Rechenzentren im Weltraum

Guten Tag Herr Heibel,
vielen Dank für Ihre Analysen zum Weltgeschehen und den Auswirkungen auf den Anlagemarkt.
Wie schätzen Sie folgende Überlegung ein? Wie von Ihnen beschrieben wird KI und die Fantasien die darin stecken werden sicher
noch einige Zeit laufen und Aktien in die Höhe treiben oder zum Absturz bringen. Diese Woche geht Space X an die Börse und die
Besiedelung anderer Planeten ist eine der Fantasien. Und neben Space X gibt es ja auch noch weiter Unternehmen, die starkes
Interesse am Weltraum haben (z.B. Amazon). Was steckt noch dahinter?
Z.B. der Aufbau von KI-Rechenzentren im All (Sonnenlicht für unbeschränkte Energie 24/7, Temperaturen von Minus 270°C, sprich
einfachere Kühlung usw.)? Ist die Raumfahrt eine neue oder zusätzliche "Sau" die durch die Aktienwelt getrieben wird?
Ich beobachte seit geraumer Zeit auch den Fondsmarkt, habe das ein oder andere umgeschichtet (der Nerven wegen ;)) und bin auf
folgenden Fond gestoßen VanEck Space Innovators ISIN: IE000YU9K6K2 mit einem Plus von weit über 300% in 3 Jahren.
Das ist natürlich auch nichts für meine Nerven ;) , aber trotzdem würde mich Ihre Einschätzung interessieren.
Mit den allerbesten Grüßen aus Gütersloh
Martin aus Gütersloh

 Antwort:

Ja, Raumfahrt ist gerade dabei, sich zur nächsten Sau zu entwickeln, die durchs Aktiendorf getrieben wird. Der SpaceX-IPO ist genau der Katalysator, der dem Thema institutionelle Legitimität und private Aufmerksamkeit gleichzeitig verleihen wird.

Die Idee KI-Rechenzentren im Orbit klingt physikalisch elegant: 24-Stunden-Sonne ohne atmosphärische Verluste, passive Kühlung im kalten Universum. In der Praxis stehen dem aber harte Realitäten gegenüber. Datenübertragung Welt-Boden ist heute der Engpass, kosmische Strahlung degradiert Halbleiter binnen Monaten, jede Reparatur kostet Vermögen und Wartungspersonal gibt es schlicht nicht.

Elon Musk hat die Phantasie für KI-Rechenzentren im Weltall angefacht. Ich würde daher ganz vereinfacht behaupten: Die Idee ist super und in der Zukunft werden wir das auch realisieren. Der Dyson-Swarm ist das erklärte Ziel der kalifornischen Tech-Milliardäre: Maximale Sonnenenergie nutzen. Doch es wird länger dauern und teurer werden, als irgendjemand das heute kalkulieren kann.

Beim VanEck Space Innovators UCITS ETF (Ticker JEDI, ja, der Name allein verrät die Marketinglogik) bekommen Sie das Hype-Maximum dieser Branche konzentriert: Rocket Lab, Planet Labs, AST SpaceMobile, Intuitive Machines, Firefly Aerospace, Globalstar - die Top 10 machen 62% des Fondsvolumens aus. AST SpaceMobile mit dem Satelliten-Handynetz-Traum und Planet Labs habe ich beide bereits als Beispiele für späte Hausse-Spekulation eingeordnet (https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2360). Die +300% auf drei Jahre, die Sie sehen, sind nicht das Ergebnis einer fundamentalen Wachstumsstory, sondern einer reinen Bewertungsausdehnung in einem Bereich, in dem die meisten Unternehmen weiterhin Verluste schreiben. Die 45% Volatilität zeigt die exorbitant große Schwankungsbreite dieses ETFs.

Sie schreiben selbst, Sie hätten der Nerven wegen umgeschichtet. Ein ETF, der 45% Schwankung pro Jahr abliefert und dessen Top-Positionen größtenteils noch keine schwarzen Zahlen schreiben, ist exakt das Gegenteil von dem, was Sie suchen. Was passieren wird, wenn der erste prominente Player aus dieser Branche kollabiert - und das wird passieren, weil die Verbrennungsrate dieser Cash-Burner gigantisch ist - kennen wir. Der Sektor wird dann zwei bis drei Jahre in der Versenkung verschwinden, bevor die wenigen Überlebenden wieder Beachtung finden.

Wenn Sie am Raumfahrt-Thema partizipieren wollen, ohne sich der Pionier-Lotterie auszusetzen, sehen Sie sich diversifizierte Industriewerte wie Airbus, Lockheed Martin oder die Bremer OHB an. Die haben Weltraumgeschäft als Teil ihres Portfolios, echte Cashflows aus Staatsverträgen und ein bewährtes Geschäftsmodell, das Sie nicht zwingt, der Nerven wegen umzuschichten. Auch Amazon - der Konkurrent zu Starlink mit dem Projekt Kuiper - ist für mich der ehrlichere Weg, am Weltraum-Internet-Wachstum mitzuverdienen, ohne die Pioniere zu finanzieren.


 Frage vom 08.06.2026

#Iveco im Übernahmekampf (Tata Motors), Disney mit Wachstumsproblemen

Hallo Herr Heibel,
mich würde ihre Einschätzung zu den Aktien
von Iveco und Disney interessieren.
Vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit
zu einer kurzen Betrachtung.
Mit freundlichen Grüßen
Diedrich aus Haltern am See

 Antwort:

@Iveco: Bei der italienischen Iveco, die viele als Marke auf LKWs und Transportern kennen, handelt es sich um eine reine Übernahmespekulation. Die indische Tata Motors hat im Juli 2025 ein freiwilliges Übernahmeangebot von 14,10 EUR je Aktie vorgelegt, der Hauptaktionär Exor (27% Anteile, 43% Stimmrechte) hat bereits zugestimmt. Zusätzlich wurde aus dem Verkauf des Rüstungsgeschäfts von Iveco an Leonardo (1,7 Mrd. EUR, abgeschlossen im März 2026) am 4.4. eine Sonderdividende von 5,82 EUR je Aktie ausgeschüttet. Insgesamt bringt das einen Aufschlag von rund 41% gegenüber dem Drei-Monats-Durchschnittskurs vor Bekanntgabe.

Aktuell notiert die Aktie bei 13,915 EUR, was ein kleiner Abschlag gegenüber dem Übernahmepreis bedeutet. Wer investiert ist, wartet auf den für Q3 avisierten Abschluss der Übernahme und kassiert die 14,10 EUR. Jetzt einzusteigen lohnt sich jedoch nicht, es wäre nur ein kleines Arbitrage-Geschäft und so etwas ist nicht Bestandteil meiner Anlagestrategie.

@Disney: Disney hatten wir 2024/2025 selbst im Portfolio und im April 2025 mit 33,5% Gewinn verkauft, weil die unter Bob Iger versprochene Wachstumsdynamik einfach nicht eintraf. Die Aktie hat danach den Gewinn vollständig wieder abgegeben, der Verkauf war also richtig. Seitdem hat sich an der Grundlage wenig geändert: Das Direct-to-Consumer-Segment wächst nun profitabel, der ESPN-Streamingdienst wird ausgebaut, die Content-Pipeline mit "Avatar: Fire and Ash" und "Zootopia 2“ lässt für diesen Sommer ordentliche Umsatzbeiträge erwarten.

Aber Iger hat Vertrauen verspielt. Er investierte 1 Mrd. USD in OpenAI für die Nutzung der Disney-Charaktere auf der Video-Plattform Sora. Das hatte mich ehrlich gesagt verwundert, denn normalerweise würde man erwarten, dass OpenAI für die Charakterrechte zahlt und nicht umgekehrt.

Die Bewertung von Disney ist in Ordnung: 10% Gewinnwachstum werden mit einem EV/EBITDA von 9 bewertet. Der Umsatz wächst jedoch unterproportional, daher fehlt derzeit langfristig die Phantasie für diese Aktie.


 Frage vom 08.06.2026

#Kryptosteuer und Gold als IPO-Liquiditätsquelle

Hallo Herr Heibel,

was für eine Ausgabe. 🤩
Wieviele Themen sie diesmal abgedeckt haben - Wahnsinn - und Respekt.

Und trotzdem habe ich Fragen/Anmerkungen. 🙈
Gold als IPO-Liquiditätsquelle
Bitcoin-Besteuerung? Gold bleibt sicher?

Eine potenzielle Liquiditätsquelle für die anstehenden IPOs haben sie scheinbar nicht bewertet - oder ich habe es übersehen.😳
Erwarten sie das auch Gold unter Druck gerät?
Oder wären das auch nur Kaufkurse?

Das für Bitcoin bzw. Kryptowerte die Spekulationsfrist entfallen soll, amüsiert mich nicht, besonders weil dann meist der Grenzsteuersatz (42%+) greift, was Investitionen schnell unattraktiv macht.
Besonders besorgt mich das Kryptowerte als „Wirtschaftsgut“ bisher wie Gold betrachtet werden.
Kommt Gold dann nicht fast automatisch auch ins Visier?

Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen, Daniel aus Essen

 Antwort:

Vielen Dank :-)

@Gold als IPO-Liquiditätsquelle: Ich habe Gold nicht in die Liste einbezogen, da ich nach der Konsolidierung am Goldmarkt davon ausgehe, dass dort nicht mehr so viele Trader / Zocker investiert sind. Im Januar erreichte der Goldpreis bei 5.500 USD/Oz ein neues Allzeithoch, seither ging der Goldpreis auf aktuell 4.290 USD/Oz um 22% zurück. Mag sein, dass der Goldpreis noch ein wenig unter dem IPO-Reigen leidet, aber der Großteil der Konsolidierung sollte meiner Einschätzung nach ausgestanden sein.

@Gold-Besteuerung: Das kann ich Ihnen nicht mit Gewissheit sagen. Ich habe den Eindruck, dass unsere Politik für eine überalterte Bevölkerung gemacht wird. Dort gibt es kein Verständnis für den Bitcoin, wohl aber für das Gold. Daher fürchte ich eine Besteuerung des Goldes weit weniger als die des Bitcoins.


 Frage vom 08.06.2026

#Ertrag statt Kursgewinne und ein interessanter Income-Shares ETP

Lieber Herr Heibel,
seit mittlerweile ein paar Jahren gehört zu meiner samstäglichen Morgenroutine der Kaffee im Bett und dazu der neuste Heibelticker als Lektüre. Großartig! Danke dafür!

Nun lese ich heute einen Leserbrief von Peter aus Düsseldorf (Gruß aus Köln), über den Wunsch, ein Add-on im Ticker für das Team "Ertrag satt Kursgewinne" zu generieren. Eine gute Idee in meinen Augen. Auch ich werde in den nächsten 5, aber spätestens 8 Jahren entnehmen. Uns so habe ich verschienene Depots angelegt: eins mit Dividendentiteln oder ausschüttenden ETFs, ein kleineres zum "Zocken" usw. Aber bei den jeweiligen guten Dividenden-Werten könnte ich auch eine zweite oder dritte Wahl ertragen. Wenn ein Dividendenwert gut ist aber aus Japan kommt und wegen einer bereits vorhandenen japanischen Aktie ausscheidet, wäre das für mich wahrscheinlich trotzdem eine Option. Vielleicht ein Ranking? Auf Platz eins (und damit ins Ticker-Portfolio) Aktie X. Zweiter (und damit immer noch eine sehr gute Wahl) Aktie Y...

Punkt 2
Auf meiner Suche nach ausschüttenden ETFs bin ich auf ETPs von IncomeShares gestoßen (als Beispiel NASDAQ WKN A4A50Q) mit einer Dividendenrendite von 58%. Von diesen ETPs gibt es 19 verschiedene auf Gold, Silber ein paar Tech-Einzelwerte usw. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und habe seit einem halben Jahr einige dieser ETPs im Depot: die Kursentwicklung ist Hahnebüchen, rauf und runter, aber die monatlichen Erträge sind enorm. So bekomme ich in ein paar Tagen die sechste Auszahlung und habe zwischen 5% und 25% der Einzahlung zurück. NETTO! Über alle ETPs 16,4% netto oder 22,3% brutto in einem halben Jahr. Wenn ich es nicht ausgezahlt bekäme, würde ich es nicht glauben und ich habe keine Idee, ob das so weitergehen kann. Mein hoffentlich gesunder Menschenverstand sagt, dass das irgendwann ein Ende haben muss, aber so lange es so läuft, segel ich weiter. Verrückt

Ich danke für Ihre Mühen und bitte um ein nachsichtiges Kopfschütteln für meine Naivität im Punkt 2

VG Markus aus Hürth

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Punkt 1 ließe sich mit einer angezeigten „Auswechselbank“ realisieren: Ich würde dann zusätzlich zu den im Heibel-Ticker Portfolio befindlichen Titeln noch eine Reihe von Alternativen zu einzelnen Positionen auflisten. Habe ich ebenfalls auf meiner ToDo-Liste. Ich muss dazu jedoch zunächst die Unterstützung durch KI etwas besser realisieren, denn sonst verzettle ich mich.

Zu 2.: Überhaupt nicht naiv, sondern abenteuerlustig und in diesem Fall wird der Mut belohnt :-)

Das von Ihnen gehaltene IncomeShares-ETP ist im Kern eine tägliche Put-Schreiber-Strategie auf den Nasdaq 100. Der Emittent verkauft jeden Tag Put-Optionen mit eintägiger Laufzeit, kassiert dafür die Optionsprämie und schüttet diese aus. Solange der Nasdaq stabil bleibt oder steigt, verfallen die Puts wertlos, die Prämie ist verdient.

Bei einem Kurseinbruch werden die Puts hingegen ausgeübt, das ETP muss die Differenz tragen. Sie tauschen also begrenzte Gewinnchancen nach oben gegen volle Verlustteilnahme nach unten - das ist ein hochgradig asymmetrisches Risikoprofil und funktionierte in den vergangenen Rallye-Monaten gut … ist aber im Falle eines turbulenten Sommers, wie ich ihn nicht ausschließen kann, gefährlich.

Wichtig ist nun, was Sie eigentlich auf Ihrem Konto sehen. Die hohen monatlichen Ausschüttungen sind nicht ausschließlich „verdienter Ertrag", sondern zu einem nicht unerheblichen Teil eine Rückzahlung Ihres eigenen Kapitals. Bei Yield-Maximizer-Strategien wie dieser geht der Anteilswert (NAV) des ETP über die Zeit kontinuierlich zurück. Was Sie ausgezahlt bekommen, fehlt im Anteilskurs. Schauen Sie sich deshalb dringend nicht nur die Auszahlungen an, sondern den heutigen Kurs Ihrer ETP-Anteile im Vergleich zum Einstandskurs - und addieren Sie die Auszahlungen erst dann hinzu. Erst diese Gesamtbetrachtung zeigt Ihnen die echte Rendite. Vermutlich ist es das, was Sie bereits getan haben: 22,3% brutto aber nur noch 16,4% nach Einrechnen des gleichzeitig erlittenen Kursverlusts.

Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es in den meisten Fällen auch. Ich würde mich über den Erfolg dieser Position freuen und die Geschichte jetzt beenden. Falls Sie weiterhin mutig dabei bleiben wollen, würde ich einen Stop Loss setzen, damit Sie Ihren erzielten Gewinn nicht wieder verlieren.

RÜCKMELDUNG
Lieber Herr Heibel,

1.000 Dank für die differenzierte Erklärung. In der Tat ist die Gesamtperfomance (Ausschüttung und Kurs Gewinn/Verlust) recht unterschiedlich, so beim Coinbase ETP bei 44% Kursverlust "nur" 25% Ausschüttung. Dagegen AMD +40% Kurs +35% Ausschüttung.

Da sich das alles im Bereich nicht existenzieller Investitionen befindet (in meinen Augen keine Investition, auf der ich meine Altersvorsorge aufbauen will), werde ich das mal beobachten. Noch ist der Fun-Faktor gegeben.

Danke und Gruß aus Hürth
Markus


 Frage vom 04.06.2026

#Bedeutung der Taiwan-Frage für Nvidia

Moin Herr Heibel,


was passiert eigentlich mit der NVIDIA Aktie, wenn sich China Taiwan krallt? Aus meiner Sicht ist dieses Szenario in den nächsten Jahren wahrscheinlicher geworden. Es könnte doch sein, dass Trump mit China bezüglich Iran/Hormus einen Deal hat, bei einer etwaigen Invasion von Taiwan wegzuschauen. China hat einen gewissen wirtschaftlichen und diplomatischen Hebel auf den Iran, den sich Trump nun vielleicht erkauft hat. Zudem betreiben die USA bezüglich Grönland, Cuba, Venezuela etc. auch eine gewisse Aktivität. Wieso "darf" China dann nicht auch, werden sich die Chinesen fragen...

Mit freundlichen Grüßen

Michael aus Mühl Rosin

 Antwort:

das Szenario ist nicht abwegig, aber meiner Einschätzung nach unwahrscheinlicher als Anleger es derzeit einpreisen.

Trump hat zwar die Waffenlieferungen an Taiwan zuletzt verschoben, was zunächst nach einer Aufweichung der US-Position aussieht. Tatsächlich ist es aber eher ein Verhandlungspfand für die laufenden China-Gespräche. Die drei US-Flugzeugträger in der Iran-Region sind aus militärischer Sicht maßlos überzogen, wenn das Ziel allein die Sicherung der Straße von Hormus wäre. Mein Eindruck ist, dass dieses Aufgebot vor allem als Demonstration in Richtung Peking gedacht ist: Schau her, mit welcher Macht wir gegebenenfalls das Südchinesische Meer angehen können. Die Logik ist also eher umgekehrt zu Ihrer These: Trump nutzt die Iran-Krise nicht als Tauschware gegen Taiwan, sondern als Drohkulisse, um China im Pazifik zur Mäßigung zu bewegen. Trump will die Taiwan-Frage in die Zukunft schieben, weil eine Eskalation jetzt die KI-Vorherrschaft der USA gefährden würde. Die KI-Chips sind sein Trumpf gegen China, und die hängen eben an Nvidia, das wiederum an TSMC in Taiwan hängt.

Was passiert mit Nvidia im Ernstfall? Kurzfristig ein Crash von 50% oder mehr, weil TSMC die KI-GPUs fertigt und das gesamte taiwanesische Zulieferer-Netzwerk nicht in zwei oder drei Jahren replizierbar ist. TSMC baut zwar in Arizona und in Dresden, aber die Fertigung in den USA läuft erst ab 2027/28 hoch, und TSMC selbst besteht aus Qualitätsgründen darauf, dass nur taiwanesische Zulieferer ausgewählt werden - sowohl in den USA, als auch in Dresden. Mittelfristig würde Nvidia aufgrund seines Burggrabens bei CUDA-Software und den GPU-Architekturen überleben, aber zu deutlich niedrigeren Margen, weil die Fertigung gestört wäre. Die Aktie würde sich wahrscheinlich auf einem niedrigeren Niveau einpendeln und dort verharren, bis die alternativen Fertigungsstandorte hochgefahren sind.

Selbst die aktuelle Helium-Knappheit durch den Iran-Krieg, weil Helium aus der Golfregion bei TSMC fehlt, hat die Aktie von Nvidia in den vergangenen Wochen bereits einiges an Kursperformance gekostet. Eine echte Taiwan-Eskalation wäre eine andere Dimension.

Ich gehe nach wie vor davon aus, dass sich China irgendwann Taiwan krallen wird … aber in einem Augenblick, wo niemand hinschaut. Und der ist mMn derzeit nicht gegeben, im Gegenteil: Trump posiert vor Xi.


 Frage vom 04.06.2026

#CoreWeave wieder günstig

Hallo Herr Heibel,

Vielen Dank für Ihre hervorragende Arbeit.
Ich bin schon gespannt auf die nächste Ausgabe um eine Einordnung zu den aktuellen Marktentwicklungen zu bekommen.

Mein Portfolio läuft aufgrund ihrer Empfehlungen bereits sehr gut. Der plötzliche Anstieg von Aktie wir ARM oder Dell & Marvell an denen ich leider nicht beteiligt bin, lässt mich dennoch nicht zufrieden sein, und ich habe mich zu einer Spekulation in Coreweave (A413X6) hinreißen lassen. Ich hatte gesehen dass NVIDIA einen großen Anteil hält und zuletzt im Januar noch einmal investiert hat.

Leider scheint sie im Sog der aktuellen Entwicklungen deutlich zu verlieren.

Wo sehen Sie gerade die größten Chancen für einen nächsten Hidden Champion und was halten Sie von Coreweave?

Herzliche Grüße vom Bodensee, Tobias

 Antwort:

CoreWeave gefällt mir gut. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Meldungen von anderen KI-Rechenzentrums-Erbauern darüber, dass der Bau von KI-Rechenzentren mangels Zulieferprodukten (Stromgeneratoren, Chips, Speicher, …) nicht im Zeitplan zu schaffen sei. Einzig CoreWeave hat kürzlich erneut bestätigt, dass es keine Verzögerungen gebe.

Mit einem EV/EBITDA von 10 ist die Aktie fast schon günstig bewertet. Allerdings besteht ein exorbitant hoher Kapitalbedarf. Das Unternehmen muss die Projekte vorfinanzieren und benötigt dafür immer wieder frisches Kapital. Das ist jetzt, wo SpaceX, Anthropic und OpenAI an die Börse gehen, nicht mehr so leicht wie früher.

Mag also sein, dass die Aktie in den kommenden Wochen, vielleicht Monaten, unter Druck gerät. Mittel- und langfristig gehört CoreWeave jedoch zu den qualitativ besten Anbietern von KI-Rechenzentren und dürfte daher seine günstige Bewertung bald schon wieder auflösen. Für das laufende Jahr erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von 146% und ein Gewinnwachstum von 128%. Die Rule of 40 wird von CoreWeave mit einem Wert von 205 um das Fünffache übererfüllt.

Sie suchen einen Hidden Champion: CoreWeave. Allerdings, wie gesagt, würde ich die Finanzierungsrunden der kommenden Wochen abwarten, bevor ich die Aktie für den Heibel-Ticker empfehle. Sie müssen sich über Ihr Nervenkostüm im klaren sein: Können Sie heftige Kursschwankungen verkraften? Oder wollen Sie die anstehende, in meinen Augen turbulente, Zeit lieber abwarten und dann später im Zweifel zu einem höheren Kurs wieder einsteigen?


 Frage vom 04.06.2026

#Allianz scheitert wiederholt an Allzeithoch

Hallo Herr Heibel
Ich habe wie sie auch die Allianz und würde einmal gerne wissen wie sie die Erwartung für die Allianz einschätzen
Siekämpft seit längerer Zeit am Allzeithoch und nimmt immer wieder einmal Anläufe schafft es aber nie
erwarten sie dass das Allzeithoch dass das Allzeithoch geknackt wird und die Allianz dann einen Turbo zündet oder
gehen Sie davon aus dass das aktuell das Ende ist
Herzlichen Dank und grüße Peter aus Welzheim

 Antwort:

Derzeit steigen die Zinsen und die Risiken, da kann die Allianz nicht wirklich Land gewinnen. Die 4,5% Dividendenrendite unseres Dividendentitels (erfüllt alle 5 Kriterien) sind überaus attraktiv, aber vor dem Hintergrund erwarteter Zinsanhebungen kauft niemand Dividendentitel. Dazu müsste die Straße von Hormus geöffnet werden und infolgedessen die Zinsen fallen.

Die Allianz ist eine Langfristposition. Im laufenden Jahr ist sie bereits um 11% angestiegen - zusätzlich zur ausgeschütteten Dividende. Das ist für eine Jahresperformance überdurchschnittlich gut. Was soll ich also sagen: Ruhig, Brauner, Geduld. Das wird schon :-)


 Frage vom 04.06.2026

#Bitcoin-Kenntnisse für Consors

Sehr geehrter Herr Heibel,

bin 85 Jahre alt, habe mit den Kauf von Bitcoin bei Consors ein Problem! Ich soll Fragen über mein Wissen über den Kauf (Risiko) beantworten (staaliche Bevormundung).

Wissens-Check
Frage 1
O Welche zwei Aussagen zu technologischen Risiken sind richtig?
O Softwarefehler können den Wert einer Kryptowährung beeinträchtigen.
O Cyberangriffe betreffen nur Wallets, nicht den Kurs.
O Technisch bedingte Handelsunterbrechungen können die Preisbildung verzerren.
Technologische Risiken bestehen nur bei physischer Lieferung.
Ich kann die Frage nicht beantworten.
Frage 2
Was bedeutet Dezentralität bei Kryptowährungen? Welche Aussage ist richtig?
Es gibt keine zentrale Instanz, die die Kontrolle über Ausgabe und Verwaltung behält.
Es gibt immer eine staatliche Garantie.
Alle Transaktionen werden von einer Bank überwacht.
Es besteht Anspruch auf Ersatz bei Verlust.
Ich kann die Frage nicht beantworten.
Frage 3
Welche der folgenden Aussagen zu Erträgen aus Kryptowährungen ist falsch?
O Erträge können durch Kurssteigerungen entstehen, wenn Kryptowährungen zu höheren Preisen verkauft werden als sie gekauft wurden.
O Erträge können durch das Bereitstellen von Liquidität auf DeFi-Plattformen (Liquidity Mining) erzielt werden.
O Erträge aus Kryptowährungen sind immer garantiert und risikofrei.
O Mining kann Erträge bringen, verursacht aber auch laufende Kosten wie Strom und Hardware.
IO ch kann die Frage nicht beantworten.
Frage 4
Was hat Auswirkungen auf den Preis einer Kryptowährung? Wählen Sie die falsche Aussage aus?
Angebot und Nachfrage: Wenn es viele Käufer und wenig Verkäufer gibt, dann steigt der Preis der Kryptowährung und im umgekehrten Fall fällt der Preis.
Regulierungen und staatliche Entscheidungen: Neue Gesetze, Verbote oder staatliche Unterstützung.
Medienberichte und öffentliche Wahrnehmung: Positive und negative Nachrichten, Social Media Trends und Aussagen bekannter Persönlichkeiten.
Veränderung der Anzahl der Nachkommastellen einer Kryptowährung.
Ich kann die Frage nicht beantworten.
Frage 5
O Welche Aussagen beschreiben den inneren Wert von Kryptowährungen? Wählen Sie die falsche Aussage aus.
OMan kann argumentieren, dass sich der innere Wert einer Kryptowährung aus ihrem praktischen Nutzen ergibt, z. B. für Transaktionen, Smart Contracts oder als Zugang zu einem Netzwerk.
OEs wird angenommen, dass Netzwerkeffekte (viele Nutzer, Entwickler, Anwendungen) den inneren Wert einer Kryptowährung erhöhen können.
ODer innere Wert einer Kryptowährung ist staatlich garantiert und hängt direkt vom Bruttoinlandsprodukt eines Landes ab.
OKnappheit, z. B. eine begrenzte maximale Anzahl von Coins, kann als Faktor für den inneren Wert angesehen werden.
OIch kann die Frage nicht beantworten.
OSie haben diese Frage noch nicht beantwortet.

 Antwort:

Tja, da hat der Gesetzgeber den Broker verpflichtet, die Kenntnisse seines Kunden zu überprüfen. Das tut der Broker nun mit Multipel Schei… und delegiert die Verantwortung entsprechend wieder weiter an den Kunden … wo sie ohnehin schon immer war. Much ado about nothing.

Hier meine Antworten auf die Fragen:
Zu 1.:
O Softwarefehler können den Wert einer Kryptowährung beeinträchtigen.
O Technisch bedingte Handelsunterbrechungen können die Preisbildung verzerren.

Zu 2.:
O Es gibt keine zentrale Instanz, die die Kontrolle über Ausgabe und Verwaltung behält.

Zu 3.:
O Erträge aus Kryptowährungen sind immer garantiert und risikofrei.

Zu 4.:
O Veränderung der Anzahl der Nachkommastellen einer Kryptowährung.

Zu 5.:
O Der innere Wert einer Kryptowährung ist staatlich garantiert und hängt direkt vom Bruttoinlandsprodukt eines Landes ab.


 Frage vom 04.06.2026

#Paypal und Lenzing in schwierigen Gewässern

Hallo Hr. Heibel,

Zunächst danke für die Erweiterung Ihrer Tätigkeit per youtube.

Als mittlerweile langjähriger Abonnent, der mit den Empfehlungen des Tickers überwiegend gut gefahren ist, finde ich das zeitgemäss und wirklich gut,
Ihre ad hoc Analysen zeigen Ihre Fähigkeit, recht spontan fundierte Aussagen treffen zu können. Engagement und Überblick. Gestern konnte ich erst abends zusehen, da möchte ich noch gerne zwei Fragen nachsenden. Ich habe verabsäumt, paypal aus dem Depot zu werfen und frage mich jetzt ob ich es jetzt noch tun sollte mit -70 % oder auf eine Wende hoffen sollte, Zeit hätte ich.

Ähnlich Lenzing, die ich in einem Anfall von Patriotismus erwarb, ebenso -70% seit Kauf. über Ihren Kommentar würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Hermann aus Salzburg
(wir waren mal essen anlässlich Ihres Vortrags dort)

 Antwort:

Ja, das war ein schöner Abend in Salzburg :-)

PayPal ist ein fantastisches Unternehmen, das sich erstaunlich lange gegen übermächtige Wettbewerber wie Visa und Apple gehalten hat. Eine Zeit, in der PayPal den Gewinn überproportional steigern kann, ist nicht in Sicht, weil der Wettbewerb laufend neue Investitionen erzwingt. Daher ist die Aktie zu Recht so billig (EV/EBITDA 6). Hier gilt wohl leider: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende :-(

Bei der österreichischen Lenzing würde ich noch nicht ganz die Geduld verlieren. Lenzing hat im Q1 2026 nach drei Verlustquartalen erstmals wieder einen Gewinn von 24 Mio. EUR ausgewiesen, das Sparprogramm (45 Mio. EUR jährliche Einsparung bis 2027) greift sichtbar. Das ist ein erstes Lebenszeichen. Das Geschäftsmodell als energieintensiver Faserhersteller (Textil) in Europa bleibt strukturell schwierig, der Vorstand traut sich nicht einmal eine Jahresprognose zu. Ich würde hier vielleicht die Halbjahreszahlen am 5. August abwarten. Bestätigt sich die Trendwende dort, bleiben Sie dabei. Bricht der Gewinn wieder weg, würde ich auch Lenzing rauswerfen.


 Frage vom 04.06.2026

#2G Energy mit +100% in 3 Monaten

Moin Herr Heibel,
ich habe mich sehr über Ihren Kommentar zu TJX Corp. gefreut.
Schon länger bin ich der Überzeugung, dass es sich um eine Wachstumsaktie handelt. Der Langzeit-Chart spricht dafür.

Was mich aktuell interessiert, haben Sie 2G Energy noch im Blick?
Die Gesellschaft ist ja wohl mit Kraftwerken für die Energieversorgung von Rechenzentren im Geschäft.
Angekündigt wurde das bereits bei der letzten HV, die ich besuche.
Der Kurs stürmt geradezu nach oben und ich freue mich, dass ich dabei bin.
Wieviel Luft ist da noch nach oben und ist das nicht auch ein Titel für die HT-Abonennten?
Grüße aus Münster
Peter

 Antwort:

Nach Kursverdopplung in 3 Monaten sollten Sie das Glückslos einlösen, das Sie gewonnen haben, die Hälfte der Position verkaufen, um Ihren ursprünglichen Einsatz mehr als zurück zu erhalten. Den Rest können Sie dann entspannt weiterlaufen lassen.

2G Energy ist leider noch immer kein SDAX-Mitglied und ich habe mir auferlegt, nur Titel aus den großen Indizes zu empfehlen, damit wir die Kurse nicht bewegen. Für den Heibel-Ticker ist das daher leider nichts, obwohl ich CFO Friedrich Pehle schon mehrfach im 1-on-1 gesprochen habe. Der Auftritt von CFO Friedrich Pehle auf dem Hamburger Investorentag im Februar 2025 hatte mich bereits sehr überzeugt. Seitdem hat sich die Lage operativ massiv verbessert, die von ihm in Aussicht gestellten Standardisierungen bei den Betriebsabläufen stützen die Marge. Der Energiehunger im KI-Boom wirkt wie ein warmer Sommerregen für das Geschäft.

Ein Großauftrag aus Nordamerika vom 26. Mai 2026 ist der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte - ein US-Kunde nimmt containerisierte Energieversorgungsanlagen im unteren dreistelligen Megawattbereich ab, Auftragswert geschätzt über 100 Mio. USD. Die Auslieferung beginnt im zweiten Halbjahr 2026 und läuft über mehrere Jahre. Bei einem Jahresumsatz 2025 von 414 Mio. EUR ist das ein gigantischer Einzelauftrag.

Damit hat sich die ursprünglich noch vage „Rechenzentren-Story" in einem ganz konkreten Vertrag materialisiert, weitere Aufträge im gleichen Bereich sind angekündigt. Das Management bestätigt für 2026 den Umsatz am oberen Rand mit 490 Mio. EUR und stellt für 2027 ein weiteres Umsatzplus von 20% auf 570-620 Mio. EUR bei einer EBIT-Marge über 11% in Aussicht.

Wie viel Luft ist noch nach oben? Die KI-Phantasie ist im Kurs eingepreist, die Frage ist nicht mehr, ob 2G Energy davon profitiert, sondern wie schnell die neuen Aufträge abgearbeitet werden und welche Marge dabei tatsächlich hängenbleibt. Bislang mussten Analysten ihre Gewinnerwartungen kontinuierlich nach unten korrigieren. Wenn der Gewinn rückläufig ist, während die Aktie steigt, erhöhen sich die Bewertungskennziffern doppelt schnell. Das EV/EBITDA steht inzwischen bei 37. in den vergangenen 5 Jahren stand diese Bewertungskennziffer durchschnittlich bei 14. Da muss nun entweder der Gewinn endlich kräftig anspringen, oder aber die Aktie wird einen Teil des Kursgewinns abgeben.

Wenn weitere Großaufträge eingehen, wie in Aussicht gestellt, kann die Aktie durchaus noch weiter anspringen. Doch in der speziellen Situation von 2G Energy wundert es mich, dass es noch keine Anhebungen seitens der Analystenschätzungen für die Gewinnentwicklung gab. Viele Analystenhäuser (SMC Research, MP Capital Markets, Bankhaus Metzler, First Berlin) haben nach Eingang des Großauftrags ihre Kursziele auf 73-80 EUR angehoben. Die Gewinnschätzungen blieben bislang jedoch unverändert. Daraus resultiert das optisch hohe EV/EBITDA, denn es legt das erwartete EBITDA zugrunde.

Puh, schwer: Ich würde tatsächlich die Hälfte verkaufen und den Rest mit einem Stopp Loss absichern. Da Sie gut im Plus sind und nur einen Teil behalten, könnten Sie einen großzügigen Stopp Loss unter dem Niveau von vor dem Eingang des Großauftrags setzen, also bspw. bei 52 EUR. Damit würden Sie zu erwartende heftige Schwankungen aussitzen und könnten mittelfristig von einem "vielleicht irgendwann doch einmal" anziehenden Gewinn profitieren. Bleibt diese Entwicklung jedoch aus, was nicht auszuschließen ist, denn Wachstum kann manchmal auch die gesamte Marge fressen, dann wären Sie mit dem Stopp Loss abgesichert.


 Frage vom 04.06.2026

#BB Biotech mit +50% in 2 Jahren

Hallo Stephan,

nachdem du letztes Jahr mal BB Biotech im Heibel Ticker besprochen hast, habe ich mir die Aktie ins Depot geholt.
Seither ist der Kurs um fast 50% gestiegen. Die Dividendenrendite beträgt für 2026e immer noch 4,4%. Das ist mir nach diesem Kursanstieg etwas
unheimlich. Könntest du mal eine Blick drauf werden ob es jetzt ratsam wäre Gewinne mitzunehmen?

Danke und beste Grüße.
Henry aus Freiburg

 Antwort:

Das Unwohlsein nach einem 50%-Kursanstieg ist ein gesundes Signal - Gewinnmitnahmen sollten immer dann geprüft werden, wenn man sich mit der Größe einer Position nicht mehr wohl fühlt. Aber es gibt für BB Biotech auch ein paar Argumente, die für das Weitersegeln sprechen.

Die Aktie notiert weiterhin unter ihrem Net Asset Value. Bei einem aktuellen Kurs von rund 45-49 EUR liegt der NAV je Aktie bei rund 49 CHF - es besteht also nach wie vor ein leichter Abschlag auf den eigentlichen Substanzwert. Eine Beteiligungsgesellschaft, die unter NAV notiert und gleichzeitig 4,4% Dividendenrendite abwirft, ist im klassischen Sinne nicht überbewertet, auch nach 50% Kursanstieg nicht. Das Allzeithoch lag vor fünf Jahren übrigens bei 83 EUR - reine Erholungsphantasie wäre da noch reichlich Luft.

Die Beteiligungen (Argenx, Ionis Pharmaceuticals, Neurocrine Biosciences, Vertex, Alnylam und andere) sind keine Pleitekandidaten, sondern etablierte Biotechs mit echten Pipeline-Erfolgen. Der Biotech-Sektor profitiert vom KI-getriebenen Beschleunigen der Wirkstoffsuche, und Argenx als größte Position liefert bei autoimmunen Erkrankungen gute Forschungsergebnisse.

Die Dividende wird zwar nicht jedes Jahr gleich hoch ausfallen - das ist der Deal bei einer Beteiligungsgesellschaft, deren Ausschüttung sich am NAV orientiert - aber das Niveau über 4% ist auch für die Zukunft realistisch.

Was als Risiko bleibt: Trumps Preis-Verhandlungen und die ungelöste Frage, wie stark der neue Vorstandschef Dr. Koch das Portfolio in Richtung nicht-börsennotierter Werte verschiebt. Das macht das Vehikel für uns Anleger weniger transparent. Hier hatte ich vor zwei Jahren bereits Skepsis geäußert, an dieser Skepsis hat sich nichts geändert und für mich ist das ein K.O.-Kriterium, das die anderen positiven Argumente aussticht.

Ich würde also zumindest einen ordentlichen Teilgewinn realisieren und den Rest mit einem Stopp Loss absichern.


 Frage vom 04.06.2026

#Nissan Chemical als japanischer Dividendentitel

Guten Abend Herr Heibel,

mich würde interessieren, welche Dividendenwerte aus Japan (mit Ausnahme von Yamaha) aktuell aus Ihrer Sicht interessant sind.

Vielleicht schauen Sie sich bei der Gelegenheit ja auch einmal die Aktie von Nissan Chemical an, das würde mich freuen.

Vielen Dank und ein schönes Wochenende

Grüße vom Niederrhein
Felix

 Antwort:

Nissan Chemical habe ich im Heibel-Ticker noch nie behandelt, daher hier eine erste Einschätzung. Das japanische Unternehmen ist mit 6 Mrd. EUR Marktkapitalisierung ein klassischer breit aufgestellter Spezialchemiekonzern mit sechs Segmenten: Performance Materials (Display- und Halbleitermaterialien, Polyimide), Basis- und Feinchemie, Agrarchemikalien, Healthcare mit dem Cholesterinsenker LIVALO. Diese Diversifikation ist defensiv gut, erinnert mich an unsere Bayer.

Die für Sie vermutlich interessante Story sitzt im Performance-Materials-Segment mit Halbleitermaterialien und Spezialchemie für die Chipfertigung. Hier hat das Management zum Geschäftsjahr 2026 strategisch nachgelegt und eine neue taiwanesische Tochter in den Konsolidierungskreis aufgenommen, um näher an TSMC und die dortige Lieferkette zu rücken.

Die Story ist an der Börse bekannt, die Aktie legte seit Februar um 50% zu. Das EV/EBITDA liegt bei rund 19, das Gewinnwachstum (EBITDA) bei nur 5-7% p.a., die Dividendenrendite bei 2,8%. Das ist fair, aber kein Schnäppchen mehr.

.img 756-2026-06-NissanChemical

Interessant wird die Aktie natürlich als Dividendentitel, wie Sie richtig erkannt haben: Alle fünf Dividendenkriterien werden erfüllt, wie Sie der Tabelle entnehmen können. Diese solide Ausgangslage verbunden mit der Halbleiterphantasie machen die Aktie tatsächlich attraktiv. Und was mir besonders gut gefällt, ist die Entwicklung der Analystenerwartungen über die Zeit: Die Gewinnerwartungen werden von Analysten kontinuierlich angehoben. Das heißt, das Unternehmen erlebt eine dynamische Entwicklung.

Daher: Vielen Dank für die Idee: Ich nehme die Aktie mal auf unsere Auswechselbank. Wir wollen ja in den kommenden Wochen noch einen japanischen Dividendentitel einwechseln. Nach den +50% der Aktie innerhalb von 4 Monaten würde ich jedoch auf einen Rücksetzer warten.


 Frage vom 04.06.2026

#Bitcoin-Zertifikat mit günstigen Gebühren

Hallo Herr Heibel

Auch von mir vielen Dank für Ihre wertvollen Analysen.

Da der Bitcoin im Moment wieder anzieht, möchte ich gerne meine Investition in diesen etwas erhöhen.
Seit einigen Jahren habe ich den damals von Ihnen empfohlenen DE000A27Z304 im Portfolio der leider mit der sehr hohen Gebühr eine Menge Rendite auffrisst.
Ich weiss, dass sie mittlerweile ein paar günstigere Alternativen aufgezählt haben. Sie legten dabei immer Wert auf die Auslieferung, wegen der Steuer in Deutschland.

Könnten Sie bitte für uns Leser ausserhalb Deutschlands, in Ländern wo Kursgewinne steuerfrei sind, auch ein Produkt vorschlagen, dass nicht zwingend die Auslieferung ermöglicht und dadurch eventuell noch günstiger aus Kostensicht ist?

Vielen Dank und einen Gruss nach Hamburg,
Thomas aus Zürich

 Antwort:

Ich hatte ja mehrfach geschrieben, dass ich ein Tief im Bitcoin erst im Verlauf des Sommers erwarte, vielleicht auch erst im September/Oktober. An diesem Zeitplan halte ich fest. Aktuell sehen wir einen heftigen Rückschlag aus mehreren Gründen, auf die ich im Heibel-Ticker eingehen werde. Meine persönliche Schlussfolgerung: Endlich ist der Bitcoin wieder günstig genug zum Kaufen :-) Aber halten Sie noch Pulver trocken, falls es im Verlauf der kommenden Monate noch günstigere Preise geben sollte.

Wenn die steuerliche Auslieferungsklausel für Sie nicht relevant ist, fällt die Auswahl deutlich günstiger aus. Mein Favorit für Ihre Situation ist der 21Shares Bitcoin Core ETP (A3GZ2Z) mit einer jährlichen Gebühr von 0,1%. Die Bitcoins werden eins zu eins physisch hinterlegt - genau wie beim teureren Bitwise-Papier, das Sie aktuell halten. Der einzige Unterschied ist, dass keine Auslieferung an Privatanleger vorgesehen ist, sondern nur ein finanzieller Ausgleich.


 Frage vom 04.06.2026

#Heibel-Ticker für Pensionäre

Lieber Stefan Heibel,

seit den frühen Tagen von i-shares im Austausch ist es mir, nun dreißig Jahre später, ein Anliegen.

Ich brauche keine Spektakulation mehr.

Ich hatte ja immer, für die Philosophien von i-shares bis Heibel Ticker, viel zu viele Werte, von Aktien über Anleihen, ETC, ETF bis Bitcoin und Rohstoffe (weit über 120 weltweit), in viel zu vielen Märkten (weltweit von Emerging Markets bis Industrienationen.

Für mich hat das gepasst und hat sich als arbeitsintensiv wie erfolgreich (von Fehlinvestitionen bis 1000 Prozentern natürlich) erwiesen; zumal für mich ethisch und nachhaltig vertretbar.

Das ist selbstverständlich etwas anders als der Ansatz des Heibel Tickers, den ich trotzdem ebenso gerne gelesen habe und lese wie persönlich meist anders zu investieren.

Jetzt indes schichte ich systematisch abschwellend von Performance zu Ertrag im Verhältnis 1:3, dann 1:2, dann 1:1 in Dividentitel um. Mit Mitte 60 wird für mich Ertrag eben deutlich relevanter als Performance.

Es wird für meine Kinder gleichwohl erfreulich bleiben, wenn denn weder Gebrechlichkeit noch Demenz und überteure Pflege verzehrend dazu kommen. Auch denn passt's aber.

Das ist zeitgleich der Anlass für die Anregung zu einem Heibel Ticker "2", dem für die dritte Lebenszeitphase.

Ich denke, ein lohnendes Projekt, denn viele Adepten des Heibel Tickers werden wohl über kurz oder lang das gleiche Procedere, die gleichen Überlegungen, wie ich vollziehen?

Es war und ist immer erfreulich und anregend im Austausch zu sein.

Freundlich grüßt Peter aus Düsseldorf

 Antwort:

Zunächst einmal herzlichen Dank für die langjährige Treue :-) Und für die Idee, die Sie mir unterbreiten.

Mit dem Heibel-Ticker versuche ich, die eierlegende Wollmilchsau anzubieten: Gold/Bitcoin/ETF für diejenigen, die sich nicht um ihre Anlage kümmern wollen, Dividendentitel für das Alter, disruptive Titel für langfristige Wertsteigerung und der Trading-Bereich für Zocker. Die einfache Antwort auf Ihre Idee ist also: Ja, dann nehmen Sie halt nur noch die beiden erstgenannten Bereiche ;-)

… aber Sie haben sicherlich mehr im Kopf, wenn Sie mir einen solchen Vorschlag machen: Was würden Sie denn wie ändern?

RÜCKANTWORT

Ja, die eierlegende Wollmilchsau, tatsächlich.

Vielleicht reicht ja auch schon, zwei verschiedene Ticker wären sicher mindestens doppelt aufwändig, ein Annex in Kapitel 4 oder 5?

"Abweichende Allokation im Depot bei nahender Entnahme oder zunehmender Wichtigkeit zur Einkommensergänzung im Alter" (kurz ADE - nur ein Scherz 🥴).
Oder "Einkommensorientierung als Zubrot?"

Inhaltlich mit drei erläuternden Sätzen zu abweichender Gewichtung der Verteilung im Depot, ggf. dann mit einem Dividenden- und einem Anleihetitel, zu lasten der Spekulationsseite (nur noch best of five) mehr?

Ja, das muss dann leider erst mal für die Gesamtperformance durchgerechnet werden, doch grundständig nur einmal.

Die LeserInnen dürften sich je nach Alter selbst für mehr Performance (noch gierig) oder den Spatz in der Hand (ständiges Zubrot) entscheiden?

Vielleicht reicht ja vorerst eine Anfrage in Kapitel 6 zur Idee an sich und Auswertung der Rückmeldungen dazu?

Lassen Sie es sich und Ihren Lieben gut gehen, gerade in Zeiten wie den Gegenwärtigen.

Peter

RÜCKRÜCKANTWORT :-)

Tatsächlich hatte ich eine ähnliche Idee vor vielen Jahren schon mal umzusetzen versucht: Damals ermöglichte ich es jedem Mitglied, die ihn interessierenden Aktien zu aktivieren bzw. die nicht interessierenden abzuwählen. Updates sollten dann nur zu den jeweiligen Aktien zugeschickt werden, die das jeweilige Mitglied aktiviert hat.

Das erwies sich sehr schnell als unbrauchbar, da ich meine Marktsicht mitteile, und dies dann häufig auch im Rahmen der Besprechung einer bestimmten Aktie etwas umfassender tue. Wer diese Aktie dann nicht aktiviert hat, dem fehlt dann eine generelle Einschätzung zum Markt, die ich im entsprechenden Update formulierte.

Es ist also komplizierter, als man sich das vorstellt. Schuld daran ist mein Anspruch, meine Leistung vollständig in den Dienst der Kunden zu stellen … im Unterschied zu anderen Produkten, die einen genau umrissenen Umfang haben und deren Autor dann auch nicht aus dieser Box heraus schaut.

Also: Die Idee ist platziert. Vielleicht lässt sich das ja in der Zukunft mit Hilfe der KI individueller umsetzen.