Kevin Warsh: Markt fürchtet Zinserhöhung – Heibel nicht
Kevin Warsh hat auf seiner ersten Pressekonferenz als neuer Fed-Chef die dot-plots abgelehnt und damit das wichtigste Signalinstrument der Notenbank außer Kraft gesetzt. Der Markt reagierte mit steigenden Zinserhöhungserwartungen – ein bis zwei Erhöhungen bis Jahresende werden inzwischen eingepreist, ein bärisches Signal für Anleihen und Wachstumsaktien. Heibel teilt diese Einschätzung nicht. Der Inflationsdruck geht seiner Analyse zufolge vor allem auf erhöhte Energiepreise zurück, angetrieben durch die geopolitische Lage am Persischen Golf und die Bedrohung der Straße von Hormus. Ein Angebotsschock dieser Art ist reversibel: Öffnet sich die Meeresenge wieder, fällt der Ölpreis, und der Inflationsdruck löst sich auf. Warsh hätte in diesem Szenario keinen Grund zur Zinserhöhung – im Gegenteil wäre der Weg zu Senkungen frei.
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