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Archiv Heibel-Ticker STANDARD

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10.10.2008:
______________________________________________

H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
______________________________________________

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

3. Jahrgang - Ausgabe 40 (10.10.2008)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: AUSVERKAUF UND KEIN ENDE IN SICHT
02. SO TICKT DIE BÖRSE: SHORTSELLER BRAUCHEN REGELN
03. AUSBLICK: 4 DAX-AKTIEN FÜR DIE ZEIT NACH DEM CRASH
04. VORBEREITUNG AUF EINE KRISE: WICHTIGSTE SCHRITTE
05. LESERFRAGE: GOLD, SILBER und LEHMAN BROTHERS
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01. INFO-KICKER: AUSVERKAUF UND KEIN ENDE IN SICHT
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Liebe Börsenfreunde,

jetzt nicht wegschauen, denn jetzt werden die Gewinne gemacht.
Ich weiß, es ist kaum zu ertragen, wenn man ansehen muss, wie
die Kurse um 10% und mehr pro Tag einbrechen. Aber das sind
bereits die ersten Zeichen eines finalen Ausverkaufs, einer
Kapitulation der Anleger. Und danach folgt stets eine heftige
Erholungsrallye.

Im heutigen Ausblick habe ich Ihnen einige Aktien und einen
Optionsschein genannt, mit dem ich ZU GEGEBENER ZEIT auf eine
Gegenreaktion spekulieren würde. Zu gegebener Zeit heißt, dass
Sie bitte nicht jetzt blindlings drauflos kaufen, denn noch
habe ich keinen Boden gesehen. Dem Crash im Oktober 1987 ging
auch eine Woche mit täglich neuen Ausverkäufen voraus. Es kann
noch immer deutlich tiefer gehen in der nächsten Woche.

Im heutigen Kapitel 2 habe ich Ihnen einige Probleme
aufgezeigt, die meiner Ansicht nach mit daran Schuld sind, dass
das Vertrauen in unsere Finanzmärkte kaputt ist. Naked
Shorting, die Streichung der Uptick Rule, unregulierte Swap
Märkte sowie mangelhafte Transparenz und zu allem Überfluss
dann auch noch inkompetente Notenbanker und Börsenaufsichten.
Wie soll man da diesem künstlichen Konstrukt der Finanzmärkte
vertrauen? Es fällt wirklich schwer.

Die Volkswagen Aktie ist am Dienstag vorrübergehend um über 50%
angesprungen - gegen den Trend. Die Medien rätseln, wie das
passieren kann. Im heutigen Heibel-Ticker lesen Sie die
Hintergründe dazu.

Statt des Depotchecks habe ich heute ein Kapitel eingefügt, in
dem ich durchdenke, war passieren würde, wenn wir eine
Weltwirtschaftskrise bekommen, den Euro verlieren oder die
Finanzmärkte kollabieren. Mit ein paar wenigen aber gut
überlegten Schritten können Sie sich gegen das Schlimmste
abgesichern.

Heute gibt es zwei Fragen von Lesern, die natürlich besorgt um
ihre Ersparnisse und um das Emittentenrisiko sind. Näheres dazu
im Kapitel 05.

Noch ein Hinweis: Ich werde immer wieder auf
www.heibel-unplugged.de aktuelle Kommentare zum Markt
veröffentlichen. Schauen Sie dort öfter mal rein.

Ich wünsche eine anregende Lektüre,


take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.

==============================================================
02. SO TICKT DIE BÖRSE: SHORTSELLER BRAUCHEN REGELN
==============================================================


Notenbanker zucken hilflos mit den Achseln, Warren Buffet hat
gemeinsam mit vielen anderen erfolgreichen Investoren viel Geld
in den Sand gesetzt. Es gibt niemanden mehr, der diese Vorgänge
versteht, es sei denn, man malt den Teufel an die Wand.

Das will ich heute tun, damit Sie das Worst-Case Szenario
kennen. Doch zuvor schauen Sie sich einmal die Wochenbewegungen
an:


INDIZES 9/10/08
  
Dow Jones 8,579 -18.2%
NASDAQ 1,645 -16.8%
S&P 500 910 -18.3%
DAX 4,469 -21.1%
Nikkei 8,276 -25.8%
Euro/US-Dollar 1.3625 -1.1%
Euro/Yen 134.76 -7.0%
10-Jahre-US-Anleihe 3.83% 0.2
Umlaufrendite Dt 3.86% -0.2
Feinunze Gold USD $925.40 11.1%
Fass Crude Öl USD $86.59 -7.9%


Seit zwei Wochen schicke ich im zwei-Tages-Rhythmus Updates an
Sie heraus, schreibe täglich neue Warnungen auf meine Seite
www-heibel-unplugged.de, in denen ich zum Verkaufen aufrufe.
Glücklicherweise sind viele meiner Leser diesen Aufrufen
gefolgt und warten nun mit einem guten Cash-Bestand darauf,
wieder einzusteigen. Doch mehr als eine Trading-Rallye würde
ich derzeit noch nicht erwarten.

Jetzt ist der Augenblick gekommen, an dem viele Anleger die
Hände vor die Augen nehmen oder den Kopf in den Sand stecken.
Doch das ist falsch. Jetzt müssen Sie am Ball bleiben. Nach
Kursverlusten von DURCHSCHNITTLICH 20% in den Indizes innerhalb
von nur einer Woche naht der Augenblick, an dem eine
Gegenreaktion fällig ist. Jetzt dürfen Sie nicht mehr
verkaufen, jetzt sollten Sie auf diese Gegenreaktion warten.

Ich will nochmals kurz zusammen fassen, was für den Crash
verantwortlich ist:

1. Naked Shorting wird nicht verfolgt.

Shorting, oder Leerverkäufe, sind die umgekehrten Geschäfte zu
dem, was der normale Anleger tut. Der normale Anleger kauft
Aktien, hofft, dass sie steigen und verkauft sie dann. Der
Leerverkäufer verkauft zuerst Aktien, hofft dass sie fallen,
und kauft sie dann zurück.

Dazu muss sich der Leerverkäufer für diesen Zeitraum die Aktien
ausleihen. Die Bank organisiert dies indem sie die Aktien eines
anderen Anlegers nimmt, der die entsprechenden Aktien in seinem
Depot hält und an den Käufer bzw. die Bank des Käufers
ausliefert. Der Anleger selbst erfährt davon nichts. Derjenige,
der die Aktien von dem Leerverkäufer kauft, erfährt davon
ebenfalls nichts.

Zu einem späteren Zeitpunkt muss der Leerverkäufer die Aktien,
die er bereits verkauft hat und deren Lieferung er dem Anleger
noch schuldet, dessen Aktien an den Käufer geliefert wurden,
kaufen. Muss er dann weniger für die Aktien ausgeben, weil der
Kurs gefallen ist, so ist die Differenz sein Gewinn. Seine Bank
liefert sodann die gekauften Aktien an den Verleiher aus.

Wenn nun Leerverkäufer und Käufer bei derselben Bank sind, dann
braucht man die umständliche Lieferabwicklung doch gar nicht
machen, oder? Dann reicht es, wenn man entsprechende Einträge
in den Depots vornimmt, um zu markieren, welche Aktien
eigentlich leerverkauft sind, also eigentlich schon längst weg
sind.

Wenn nun aber mehr Aktien leerverkauft werden sollen, als im
eigenen Bestand von Kunden vorhanden sind, dann muss man dem
Leerverkäufer sagen, dass man die Aktien nicht ausleihen und
dass er sein Geschäft daher nicht tätigen kann. Doch dann
wechselt der Leerverkäufer ganz schnell die Bank, denn mit
unfähigen Banken möchten Leerverkäufer nicht zusammen arbeiten.
Und wer keine Leerverkäufe sicherstellen kann, der ist in den
Augen dieser Spekulanten unfähig.

Nun, bevor die Bank einen so aktiven Kunden wie einen
Leerverkäufer verliert, wird sie die Aktien irgendwo auftreiben
– oder zumindest so tun, als hätte sie die Aktien aufgetrieben.
Man muss ja den entsprechenden Eintrag der Ausleihung nicht
unbedingt immer machen, denn es kontrolliert ja niemand! Und so
begannen die Banken, mehr Leerverkäufe zuzulassen, als Aktien
ausleihbar waren. Die Leerverkäufe waren also nicht mehr mit
Aktien aus dem Kundenbestand gedeckt, es waren fortan
„ungedeckte" oder „nackte" Leerverkäufe (naked Shorts).

Ja, Sie haben richtig gelesen: Weder BaFin in Deutschland, noch
die SEC in den USA haben Instrumente, um die Plausibilität der
offenen Shortpositionen zu überprüfen. Es war also für die Bank
die Entscheidung, einen Kunden zu verlieren, um eine nicht
kontrollierte Vorschrift zu erfüllen, deren Sinn niemand so
recht verstand (nach diesem Crash sollten es wieder mehr Banker
verstehen!).

Nun konnte der Leerverkäufer also immer weiter leerverkaufen,
selbst wenn es gar keine Aktien mehr leerzuverkaufen gab. Somit
wurden mehr Aktien leerverkauft, als es Aktien zu kaufen gab.
Dadurch wurde ein Angebotsüberhang geschaffen, der den Kurs
nach unten drückte.

Das Schlimme daran: Je weiter der Kurs fällt, desto mehr Geld
haben die Leerverkäufer verdient. Sie wurden also immer
kapitalstärker und konnten immer weiter leerverkaufen und den
Prozess verstärken. Doch dagegen gab es eine Regel:


2. Die Uptick Rule

Mit jedem Tick, den der Kurs einer Aktie nach unten geht, wird
der Leerverkäufer also reicher. Seine Kaufkraft wird größer und
er kann erneut leerverkaufen. Tut er dies schnell genug, also
schneller, als Käufer von dem niedrigen Kurs profitieren
können, dann ist der Kurs einen Moment später schon wieder
weiter nach unten gerutscht und der Käufer, der soeben noch
fast hätte kaufen wollen, schreckt zurück. Man will ja nicht
ins fallende Messer greifen und wartet als Käufer nun lieber
ab, bis die Aktie einen Boden findet.

Doch der Leerverkäufer wird immer mächtiger und verkauft immer
schneller weitere Aktien leer. So fällt der Kurs immer weiter
in den Keller und die potentiellen Käufer beginnen an dem
Gesundheitszustand des Unternehmens zu zweifeln.

Auf diese Weise haben Leerverkäufer die Macht, Kurse von
einzelnen Unternehmen schneller in den Keller zu prügeln, als
potentielle Käufer reagieren können. Bei Banken beispielsweise,
deren Aktienkurs wichtig ist für die Eigenkapitalquote, kann
somit die Bilanz kaputt gemacht werden: In kurzer Zeit ist das
Eigenkapital durch den Kursverfall unter bestimmte Grenzwerte
gerutscht und die Banken werden von ihren Kreditgebern
aufgefordert, weitere Sicherheiten einzubringen. Auf diese
Weise sind die Banken ruck zuck insolvent.

1938, nach der Weltwirtschaftskrise, hatte man diese Taktik der
Leerverkäufer verstanden und schob diesem Treiben einen Riegel
vor. Man schuf die Uptick Rule. Diese besagt, dass man nur
leerverkaufen kann, wenn der entsprechende Aktienkurs zuvor
angestiegen war. Leerverkäufer können demzufolge nicht mehr
schneller leerverkaufen, als Käufer reagieren können, sondern
müssen warten, bis der Kurs wieder einmal nach oben tickt. Erst
dann können sie ihren nächsten Leerverkauf platzieren.

Seit es „moderne Finanzmarktprodukte" gibt, also Zertifikate
und die anderen Finanzmarktderivate, agieren immer mehr
Computermodelle am Markt. Sie bilden bestimmte Regeln ab, die
für das entsprechende Finanzmarktprodukt definiert wurden. Dazu
gehört auch, je nach Marktsituation einige Short-Positionen
einzugehen. Nun laufen diese Computermodelle in Probleme, wenn
sie nicht zu bestimmten Zeitpunkten shorten können, denn dann
befolgen sie die definierten Regeln nicht und betrügen
sozusagen die Anleger in diesen modernen Finanzmarktprodukten.
Die Uptick Rule stellte sich also aus der Sicht der Anbieter
dieser modernen Finanzmarktprodukte als Hindernis heraus.

Präsident Bush und seine Administration hatten Verständnis für
die armen Anbieter der modernen Finanzmarktprodukte und
glaubten ihnen, dass der Marktprozess schon die Preise korrekt
ermitteln würde. Also strichen sie die Uptick Rule. Ersatzlos.

Gepaart mit der Möglichkeit des naked Shortings haben die
Leerverkäufer dadurch wieder ein Instrument in die Hand
bekommen, mit dem sich beliebig Kurse nach unten manipulieren
lassen.

In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Unternehmen
gegeben, die gegen die Praxis solcher Short-Attacken geklagt
haben. Inzwischen ist es in den Finanzmedien weitgehend
bekannt, dass Shorties die Macht haben, Aktienkurse in den
Keller zu prügeln. Wenn also ein Journalist einen Anruf erhält
und eine „geheime" Quelle sagt ihm, er solle sich einmal den
Kursverlauf vom Unternehmen General Motors anschauen, dann
winkt dieser Journalist heute schon ab, denn er weiß, dass dies
nur ein Shortseller sein kann, der einen negativen Bericht ohne
Inhalt anstoßen will. Doch es lässt sich schlecht darüber
berichten, dass eine Aktie fällt, weil viele die Aktie
verkaufen. Also haben sich die Shortseller noch einen neuen
Trick ausgedacht.

Aber wenn Sie glauben, dass dies schon kompliziert genug ist,
dann lesen Sie sich bitte noch meine Erläuterungen zu den
Credit-Default-Swaps durch, die Kreditausfallswaps. Denn diese
sind es, die heute noch exotisch genug klingen, um von den
Medien schnell aufgegriffen zu werden.


3. Credit-Default-Swaps als Fieberthermometer von Unternehmen

Die Geschichte, dass Shortseller Kurse in den Keller prügeln,
ist inzwischen abgedroschen. Außerdem ist dort ja sofort
offensichtlich, dass es dem Unternehmen eigentlich gut geht und
dass der Kurs früher oder später wieder zurück schnellen wird.
Die Medien springen schon seit Monaten nicht mehr auf solche
Geschichten an.

Credit-Default-Swaps enthalten den Begriff „Kredit", und ist
die aktuelle Krise nicht auf die vielen Immobilienkredite
zurückzuführen? Die Immobilienkredite, die kaputt gehen
(englisch default)? Na, da haben wir doch das Instrument, das
von den Medien sicherlich aufgeschnappt wird.

In Wirklichkeit sind Credit-Default-Swaps Versicherungen, die
Kreditgeber auf bestimmte Kreditnehmer abschließen, für den
Fall, dass dieser Kreditnehmer seinen Kredit nicht zurückzahlen
kann. AIG war ganz groß in diesem Geschäft, sie sicherten mit
entsprechenden Swaps verschiedenste Kreditnehmer ab.

Oder anders ausgedrückt: Ein Swap berücksichtigt nicht nur die
Verbindlichkeiten eines Kreditinstitutes, sondern auch die
Forderungen. Der Swap zeigt dann das Verhältnis zwischen diesen
beiden Geschäften an: Wenn der Spread des Swaps gering ist,
dann gilt das Unternehmen als gesund, es wird seinen
Zahlungsverpflichtungen vermutlich ebenso zuverlässig
nachkommen, wie es seine Forderungen eintreiben kann.

Wenn nun die eine Bank mit einer anderen viele Geschäfte macht,
dann ist es nur sinnvoll, sich gegen etwaige Probleme des
Geschäftspartners abzusichern. Man tut dies, indem man einen
entsprechenden Credit-Default-Swap auf dieses Unternehmen
kauft. Und je nach Einschätzung des Gesundheitszustands des
Geschäftspartners wird der Spread kleiner oder größer
ausfallen. Je mehr Marktteilnehmer nach Swaps zu einem
bestimmten Unternehmen fragen, desto größer wird der Spread.

Diese Credit-Default-Swaps werden zwischen den Vertragspartnern
direkt gehandelt. Es gibt keine Börse dazwischen, es gibt keine
Veröffentlichungspflicht über die abgeschlossenen
Transaktionen. Es ist also ein „unregulierter Markt", der sich
hier in den vergangenen Jahren gebildet hat. Josef Ackermann,
Chef der Deutschen Bank, hat sich noch vor einem Jahr vor
laufende Kameras gestellt und machte sich über die Politik
lächerlich, die nach einer Regulierung dieses Marktes forderte.
Er rief dazu auf, dem Markt diese Regulierung zu überlassen.

Ich kann es kaum glauben, dass es gerade Ackermann sein muss,
der in diesen Tagen nach staatlicher Hilfe verlangt. Ob er sich
wohl zu Hause gerne im Spiegel anschaut? Oder ob er wohl denkt,
wie dumm wir hier draußen eigentlich sind, dass wir uns so
leicht ausnehmen lassen? Eine Moral habe ich Ackermann schon
vor Jahren bei seinem Amtsantritt abgesprochen.

Leerverkäufer sind häufig Hedgefonds, und diese agieren häufig
mit hunderten Millionen von Euro oder US-Dollar, teilweise geht
es in die Milliarden. Natürlich haben diese Hedgefonds auch
Zugang zu dem unregulierten Swap-Markt: Ein Anruf bei AIG und
man hat für 25 Mio. Swaps auf Goldman Sachs gekauft. Eine halbe
Stunde macht man dasselbe nochmals und dann ist der Spread der
Goldman Sachs Credit-Default-Swaps schon kräftig auseinander
gegangen – ein Zeichen dafür, dass der Markt erwartet, dass
Goldman Sachs unsicher wird. Das Fieber steigt.

Anschließend kauf sich der Hedgefonds eine Reihe von Puts, denn
Shorten darf man ja in diesen Tagen kaum ... oh doch, seit
gestern ist es wieder erlaubt. Na, noch besser: er leerverkauft
die Aktien und setzt die Einnahmen in Puts. Das kostet sogar
nichts. Und das wiederholt man beliebig häufig, denn es gibt ja
weder ein Verbot der ungedeckten Leerverkäufe, noch gibt es die
Uptick Rule. Und schon beginnt der Kurs zu fallen.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man die Medien anruft.
Man sagt, dass der Spread des Credit-Default-Swaps für Goldman
Sachs größer geworden ist. Die Medien haben keine andere Wahl,
als dies zu glauben, denn die Transaktionen sind nicht
öffentlich. Ein guter Journalist greift noch zum Hörer und ruft
bei AIG an. Dort wird ihm bestätigt, dass der Spread größer
geworden ist. Oh Gott!

Das ist eine Geschichte, die kann man bringen. Und schon
tickert über die Infowege, dass Goldman Sachs von seinen
Geschäftspartnern nicht mehr als sicher angesehen wird, der
Spread weite sich aus und parallel dazu verliere die Aktie an
wert. So wird eine Panik losgetreten. Der Leerverkäufer der
ersten Stunde reibt sich die Hände.


4. Mangelnde Transparenz

Was hat Goldman Sachs falsch gemacht? Nichts. Es weiß nicht
einmal etwas davon. Wenn diese Meldung über den Ticker läuft,
dann rotieren die Mitarbeiter von Goldman Sachs. Einer ruft bei
AIG an und fragt, wieso die Spreads aufgehen. AIG teilt mit,
dass die Nachfrage nach den Swaps auf Goldman Sachs gestiegen
ist, darf aber nicht verraten, wer der Käufer ist. Dieser Markt
ist eben nicht reguliert und daher intransparent. Goldman Sachs
hat keine Chance, sich gegen einen solchen Angriff zu wehren.


FALSCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN SIND DIE URSACHE DES CRASHS

Nun, ich will hier nicht behaupten, dass die Wirtschaft gesund
ist, dass der Finanzsektor gesund ist und dass die gesamte
Krise ein Werk der bösen Leerverkäufer ist. Vielmehr bin ich
eifriger Verfechter des Leerverkaufens, sofern entsprechende
Regeln eingehalten werden. Es hilft, den Markt liquide zu
halten und es hilft ebenfalls, einen fairen Preis zu ermitteln.

Allerdings müssen die oben beschriebenen Machenschaften
korrigiert werden. Denn, wie Sie sehen, damit können
Manipulationen vorgenommen werden. Und diese Manipulationen
haben in den vergangenen Monaten schon häufig zu Bankpleiten
geführt, die nicht notwendig waren.

Wer diese Zusammenhänge auch nur ansatzweise versteht, der wird
schnell erkennen, dass die bisherigen Hilfsaktionen lächerliche
Fehlversuche darstellen. Hilfe kommt nicht, indem man das
Shorten generell verbietet, oder aber für einzelne Titel
verbietet. Dadurch kommt nur Misstrauen auf, ohne dass die hier
beschriebenen gefährlichen Machenschaften aufgedeckt würden.

Für die Lösung unserer Finanzmarktprobleme ist daher meiner
Ansicht nach UNTER ANDEREM folgendes notwendig:

a) Sofortige Durchsetzung des Verbots von ungedeckten
Leerverkäufen (naked Shorting)

b) Wiedereinführung der Uptick-Rule

c) Rahmenbedingungen für das Schreiben von Credit-Default-Swaps
müssen definiert werden, damit die Preise und Spreads
verschiedener Unternehmen vergleichbar werden.

d) MEHR TRANSPARENZ: Die Shortquote zu einer Aktie (wie viele
Aktien aktuell leerverkauft sind im Verhältnis zur Anzahl der
frei verfügbaren Aktien) muss in Realtime veröffentlicht
werden. Die Transaktionen von Credit-Default-Swaps müssen
umgehend veröffentlicht werden.


Solange diese Maßnahmen nicht umgesetzt werden, lachen sich die
Shorties über jedes Hilfsprogramm eins ins Fäustchen. Sie
werden die Milliarden der Hilfsprogramme dankend annehmen, denn
sie werden dadurch ja wieder mehr Kapital durch ihre Short-
Attacken vernichten können. Kapital, das letztlich auf ihren
Konten landet.

Sie hören überall, dass das Vertrauen in die Finanzmärkte
verloren gegangen sei. Das ist richtig und wenn Sie sich diese
Vorgänge anschauen, dann wissen Sie nun auch warum.

Doch Vertrauen stellt man nicht wieder her, indem man sich vor
die laufenden Kameras stellt und behauptet, die Spareinlagen
(Sparbuch, Girokonto, Festgelder) seien sicher. Die Dame ist
aus der gleichen Partei wie Norbert Blüm, der gesagt hat, die
Rente sei sicher. Und auch das stimmte nicht.

Die Spareinlagen sind heute schon hoch versichert, wie ich
Ihnen aufgezeigt habe. Doch wenn alle Sparer ihre Spareinlagen
abheben, dann ist auch die Versicherung
(Einlagensicherungsfonds) irgendwann überfordert. Und wenn dann
die Bundesregierung für diese Spareinlagen gerade steht, dann
wird der Euro so viel an Wert verlieren, dass Sie auf diese
Sicherung letztlich auch verzichten können.

Vertrauen schafft man also nicht mit hohlen Phrasen. Vertrauen
schafft man durch überlegtes Handeln.

Das Verbot des Shortens war lächerlich, denn das Shorten ist
ein wichtiger Bestandteil des Marktes. Viele Geschäfte
benötigen zur deren Funktion die Möglichkeit der Absicherung,
also des Shortens. Auch ein Küchenmesser ist gefährlich. Doch
Küchenmesser sind nicht generell verboten, man muss eben nur
den verantwortungsvollen Umgang damit lernen.

Das Shorten zu verbieten führt zu Verwerfungen an den Märkten.
Gleichzeitig gibt es noch immer die unregulierten Swap-
Geschäfte, die Möglichkeit, Puts zu kaufen und das allein
reicht manchmal auch schon ein wenig, um Kurse nach unten zu
drücken. Zugegeben, das Short-Verbot hat dies etwas erschwert,
aber jeder Leerverkäufer weiß, dass ein generelles Shortverbot
nicht kommen wird und lächelt daher über diesen
vorrübergehenden Versuch.

Solange Marktteilnehmer kein Vertrauen in die Funktionsweise
unseres Finanzmarktes haben, werden die Kurse weiter purzeln.
Solange Politik, Notenbank und Börsenaufsicht durch ihre
Aktionen ihre Inkompetenz unter Beweis stellen, solange immer
wieder an den falschen Stellschrauben gedreht wird, wirkt das
Handeln unbeholfen und wird kein Vertrauen zurück bringen.

Da hilft weder eine Verstaatlichung des Bankensektors, noch
generelle Verbote. Die Rahmenbedingungen müssen verbessert
werden.


SHORT SQUEEZE BEI VOLKSWAGEN

Na, und wenn wir schon einmal beim Shorten sind, dann sollten
wir aus aktuellem Anlass auch die Kursbewegung bei Volkswagen
betrachten, auf die sich die meisten Marktbeobachter keinen
Reim machen können.

Am Dienstag sprang die VW Aktie kurzfristig im Tagesverlauf auf
400 Euro. VW war damit wertvoller als Daimler, BMW und Porsche
zusammen. Mit 93 Mrd. Euro Marktwert ist VW derzeit sogar
wertvoller als der weltgrößte Autobauer Toyota, der nur 73 Mrd.
Euro wert ist.

Dabei war doch offensichtlich, dass die VW Aktien seit zwei
Jahren durch die Porsche Übernahme nach oben gedrückt wurden.
Es war doch offensichtlich, dass Porsche für die letzten, für
die 51% Anteil erforderlichen Aktien jeden Preis zahlen würde,
um das Ziel zu erreichen, Mehrheitseigner zu werden. Diese Ziel
ist nun erreicht. Und was passiert dann?

Nun, wenn der große Käufer Porsche nicht mehr am Markt als
Käufer auftritt, dann sollte der Kurs doch auf ein vernünftiges
Bewertungsniveau zurückfallen, oder? Ganz klar! Da ist es doch
ein leichtes für Leerverkäufer, auf den nun zwangsläufig
folgenden Kursrückgang zu spekulieren und VW Aktien
leerzuverkaufen.

Das haben dann auch sehr viele gemacht. Nun, jetzt, wo Sie die
Zusammenhänge des Leerverkaufens verstehen, können Sie
sicherlich auch einen Short Squeeze verstehen.

In diesem Führjahr haben Leerverkäufer tonnenweise VW Aktien zu
dem exorbitant hohen Kurs von 200 Euro geshortet. Man wartet
nun auf den Kursrückgang. Für eine Shortposition muss der
Leerverkäufer in einem bestimmten Verhältnis Sicherheiten
hinterlegen. Dies kann Bargeld sein, kann aber auch teilweise
durch Aktien geschehen.

In den vergangenen zwei Wochen verlieren die Aktien schneller
an Wert als Sie gucken können. Somit ist bei einigen
Leerverkäufern plötzlich das Aktiendepot nicht mehr groß genug
gewesen, um eine ausreichende Besicherung der Leerposition in
VW darzustellen.

Die Bank ruft nun beim Leerverkäufer an und fordert ihn auf,
doch mehr Sicherheiten zu bringen. Nun, als erstes verkauft er
seine Aktien – das war sicherlich eine kleine Komponente beim
aktuellen Crash. Doch wenn das nicht reicht, dann muss er seine
Leerposition eindecken, also die ausgeliehenen VW Aktien zurück
kaufen. Somit entsteht eine Nachfrage nach VW Aktien, die durch
die Deckungskäufe der Leerverkäufer hervorgerufen wird. Der
Kurs von VW beginnt zu steigen.

Am nächsten Morgen hat der Shortseller, der gestern doch erst
ein paar VW Aktien leerverkauft hat die neue Statistik auf dem
Tisch: Die VW Aktien sind im Kurs gestiegen, seine Leerposition
benötigt daher zusätzliche Sicherheiten. Die Bank ist schon am
Telephon und wird ungeduldig. Wenn er nicht heute ausreichend
Sicherheiten anschafft, droht die Bank selber die Leerposition
einzudecken, unlimitiert und egal zu welchem Preis.

Den ganzen Tag über kauft der Leerverkäufer seine VW Aktien
zurück, doch er ist nicht alleine und andere Leerverkäufer
haben die gleichen Probleme. Es gibt einfach keine Verkäufer
mehr von VW Aktien – denn Sie glauben ja im Traum nicht, dass
sich Porsche auch nur von einer Aktie von seinen 50% trennen
würde. Der Kurs beginnt einen heftigen Anstieg – es ist
inzwischen Montag und der Kurs ist in den vergangenen Tagen von
180 auf 270 Euro gesprungen. Eine völlig überzogene Bewertung.
Kein Anleger mit einem Verstand für einen Pfennig würde diese
Aktien zu diesem Preis kaufen.

Am nächsten Morgen kommt die neue Statistik und der erneute
Anruf der Bank: Bis 12 Uhr bekommt der Shortseller noch Zeit,
und was dann nicht eingedeckt ist wird von der Bank eingedeckt.
Vollständig! Und unlimitiert!

Na, Sie ahnen es, alle Shortpositionen ohne ausreichend Deckung
und derer gab es jede Menge aufgrund des Börsencrashs, die bis
um 12 Uhr nicht eingedeckt waren, wurden dann von der Bank
eingedeckt: Unlimitiert. Und so konnten die vereinzelten
Verkäufer der Aktien utopische Preise durchsetzen: Die VW Aktie
sprang vorübergehend über 400 Euro. 50% an nur einem Tag und
das bei einem Automobilkonzern der Größe von Volkswagen. Das
gab es noch nie.

In der Bank macht man recht früh Feierabend, gegen 15 Uhr
wollen die Bankbeamten mit „sicherer" Rentenzusage, die sich um
die Kreditfähigkeit ihrer Geschäftskunden kümmern, nach Hause
zu ihrer Familie. Na, und ob Sie es glauben oder nicht, nach 15
Uhr ist der Kurs von VW wieder eingebrochen. Am Abend landete
der Kurs von VW wieder auf dem Niveau des Vortags.

Dieses Spiel kann sich noch beliebig häufig wiederholen, bis
alle Leerverkäufer aus dem Markt getrieben wurden. Wie lange
noch? Keine Ahnung, hier folgt wieder meine Forderung nach mehr
Transparenz. Es gibt keine Möglichkeit festzustellen, wie viele
VW Aktien derzeit geshortet sind.


AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

Ich traue es mich kaum mehr zu schreiben: Da beschreibe ich die
Vorgänge dieser Woche, also unter anderem vom vergangenen
Dienstag, als wäre es Geschichte. Ich habe noch nicht einmal
die konzertierte Zinssenkung der EZB, der Fed, der Bank of
England, der Schweizer Nationalbank und einiger weiterer
Notenbanken erwähnt, die für eine Gegenreaktion von einer
halben Stunde gereicht haben. Auch hier hat sich gezeigt:
Solange die Notenbanken nicht zeigen, dass sie die Ursache des
Crashs verstanden haben, können sie die Zinsen senken, wie sie
wollen. Es wird nichts helfen.

Heute notiert der DAX 10% im Minus. Wenn ich schon seit einiger
Zeit von einem Crash spreche, dann weil ich die Dramatik der
Entwicklung erkenne. Offiziell bedarf es eines Tagesverlustes
von über 10%, um den Begriff „Crash" verwenden zu dürfen. Also
befinden wir uns offiziell erst seit heute im Crash. Hmmm, wenn
das hilft?

Heute trifft es auch die „guten" Aktien. Also die Aktien, die
eigentlich in wirtschaftlich schweren Zeiten einen Zufluchtsort
darstellen. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Ausverkauf auf
die Zielgerade einbiegt. Die besten trifft es nämlich immer als
letztes bei einem Crash.

Ich habe ein paar DAX-Aktien ausgewählt, die in meinen Augen
als erstes aufgegriffen werden, wenn es zu einer Gegenreaktion
kommt. Dort erwarte ich dann auch die stärkste Gegenbewegung
und zusätzlich haben diese Aktien den Vorteil, dass Sie sie in
meinen Augen auf lange Zeit im Depot halten können. Sie stellen
also sozusagen eine Optimierung Ihres Depots für die 2009
einzuführende Abgeltungssteuer dar.

Um welche Aktien es sich handelt und wann genau ich einsteigen
würde, können Sie im nächsten Kapitel lesen.


==============================================================
03. AUSBLICK: 4 DAX-AKTIEN FÜR DIE ZEIT NACH DEM CRASH
==============================================================

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
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dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
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04. VORBEREITUNG AUF EINE KRISE: WICHTIGSTE SCHRITTE
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Was wäre wenn ... ?

Diese Frage habe ich diese Woche wohl am häufigsten gestellt
bekommen. Was wäre wenn ... unser Banksystem wirklich zusammen
bricht? Was wäre wenn der Euro tatsächlich zusammen bricht? Was
wäre wenn wir wirklich eine Weltwirtschaftskrise bekommen?

Noch ist es nicht soweit, aber es hilft dennoch, ein solches
Szenario einmal zu durchdenken, damit man die Entwicklungen
entspannter beobachten kann.


KREDITE LANGFRISTIG FESTSCHREIBEN ODER GLEICH ABBEZAHLEN

Banken würden alles tun, um ihre Liquidität zu verbessern. Sie
werden versuchen, irgendwelche Gründe zu finden, um laufende
Kreditvereinbarungen aufzukündigen. Sie werden versuchen, die
Zinsvereinbarungen neu zu verhandeln.

Ich kann derzeit nicht vorhersehen, wie sich die Zinsen
entwickeln werden. Es kann gut sein, dass wir zunächst in einer
deflationären Phase niedrigere Zinsen bekommen. Vor dem
Hintergrund rückläufiger Zinsen wird man Ihnen dann anbieten,
variable Kreditzinsen zu nehmen, damit Sie von den rückläufigen
Zinsen profitieren können. Doch Vorsicht: Dieser Phase wird
eine Phase mit heftiger Inflation folgen, und da steigen die
Zinsen exorbitant an. Wenn Ihr Kredit dann variabel verzinst
ist, dann könnten die steigenden Zinslasten Ihr monatliches
Budget auffressen.

Ich würde also eine sehr lange Zinsbindung wählen, wenn ich
heute einen Kredit neu verhandeln müsste. Wenn für Ihren Kredit
in der nächsten Zeit neue Zinsverhandlungen anstehen, würde ich
das nutzen, um eine möglichst langfristige Festzinsvereinbarung
abzuschließen.

Es ist in Deutschland nicht selten, dass jemand seine 100.000
Euro Erspartes in Aktien nicht anfassen will, wenn er ein Haus
kauft. Stattdessen finanziert er. Wenn Sie auf der einen Seite
Vermögenswerte und auf der anderen Seite Finanzierungen am
Laufen haben, sollten Sie sich gedanklich darauf einstellen,
die beiden Positionen gegeneinander auszugleichen. Egal, ob Ihr
Guthaben eingefroren wird oder ob Ihr Kredit gekündigt wird,
wenn Sie den Kredit zurückführen, können Sie solchen Problemen
gelassen entgegen sehen.


BLEIBEN SIE LIQUIDE

Sollte es zu einer Krise kommen, so könnten einige Banken ihre
Tore schließen. Es ist in meinen Augen daher ratsam, seine
Gelder auf ein paar Banken zu verteilen. Wenn dann eine Ihrer
Banken die Spareinlagen einfriert, auch wenn es nur für die
Zeit ist, bis die Bundesregierung einspringt und ihr
Versprechen wahr macht, dann können Sie in der Zwischenzeit mit
dem Geld von Ihren anderen Bankkonten arbeiten.

Risikostreuung also auch bei der Bankverbindung!

Darüber hinaus halte ich es für sinnvoll, für alle Fälle ein
wenig mehr Bargeld zu Hause unter's Kopfkissen zu legen.


STREICHEN SIE UNNÖTIGE AUSGABEN

Sollte es wirklich hart auf hart kommen, dann werden Sie jedem
Euro hinterher laufen, den Sie bekommen können. Sollten Sie
derzeit eine Yacht finanziert haben oder einen Ferrari
abbezahlen müssen, dann sollten Sie sich dessen bewusst sein,
dass im Falle einer Krise niemand mehr Geld hat, um Ihnen diese
Luxusgegenstände abzukaufen. Ein Ferrari ist nichts wert, wenn
die Straßenlöcher nicht einmal mehr gestopft werden.


VERTEILEN SIE IHR VERMÖGEN AUCH GEOGRAPHISCH

Warum nicht ein Konto in der Schweiz eröffnen. Der Schweizer
Franken ist in den vergangenen Tagen stark angestiegen, es
zeigt mir, dass viele Anleger Ihr Geld in den sicheren Hafen
der Schweiz lenken. Der Franken ist nicht Teil des Euro und
wenn es hart auf hart kommt, wird der Schweizer Franken seiner
Rolle als krisensichere Währung gerecht.

Sie erhalten in der Schweiz zwar kaum Zinsen, vielleicht 0,5%
oder so. Aber das ist in diesem Fall egal: Der Schweizer
Franken sollte in den nächsten Monaten kräftig zulegen können,
so dass der Wechselkursgewinn wesentlich attraktiver ist, als
eine eventuelle Verzinsung.

HALTEN SIE AUCH ETWAS GOLD

Na, meine Vorliebe für Gold ist seit 2001 aktenkundig. Gold
wirft keine Zinsen ab, im Gegenteil: Es kostet Geld, das Gold
einzukaufen. Es kostet Geld, das Gold im Bankschließfach
einzulagern. Und es kostet vielleicht sogar noch extra Geld,
das Gold gegen Verlust zu versichern. Aber auch das ist egal,
Sie sollen ja nicht all Ihr Vermögen in Gold stecken. Aber
einen Teil, derzeit vielleicht 15-30%, können Sie ruhig zur
Vermögensdiversifizierung in Goldbarren und Goldmünzen
anlegen.


...soweit ein paar Gedanken zur sinnvollen Vorbereitung auf
eine eventuelle Krise des Bankensystems, des Euros, der
Weltwirtschaft. Noch ist diese Krise nicht da, aber wenn Sie
heute schon diese Punkte im Hinterkopf behalten und bei
Gelegenheit Ihre persönliche Situation danach ausrichten, dann
schlafen Sie bestimmt ruhiger.


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05. LESERFRAGE: GOLD, SILBER und LEHMAN BROTHERS
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Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage
veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen
Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens
100 Mio. Euro bzw. USD.

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FRAGE 1:

Herr Heibel,

vorab erst mal ein großes Lob. Ich finde, Sie leisten echt
super Arbeit mit Ihrem Ticker und Ihrem Blog, so können Sie ja
sogar Ihren Abonnenten in China mit wertvollen Informationen
weiterhelfen. Und als solcher habe ich jetzt mal eine Frage,
welche an Ihr gestriges Ticker Update anschließt. Nun weiß ich
zwar, dass im Moment ein Ausverkauf der Commodities stattfindet
(Panik auf ganzer Bandbreite), aber mit Spannung habe ich auch
Ihr Ticker Update gelesen, das mir eigentlich bestätigt, was
ich schon lange vermute.

Gold steht kurz vor einer Preisexplosion (da freuen sich auch
die Barren, die ich inzwischen nachgekauft habe). Aber was ist
denn eigentlich mit dem Silber los? Das Silber, das inzwischen
nur noch rund 12 USD kostet. Der Kurs ist ja seit August auch
nur noch am nach unten sacken. Da wir ja aber überzeugt sind,
dass der Goldpreis sich bald nur noch in eine Richtung bewegen
wird, sollte dies doch auch für den Silberpreis gelten und dann
habe ich ja schon mehrfach gelesen, dass dieses mit einem
Hebeleffekt geschehen wird. Warum ist denn das eigentlich so
und was denken Sie über den Silberpreis in naher Zukunft als
Anlage?

Mit freundlichen Grüßen, Thomas aus Guangzhou (China)


ANTWORT:

Ja, da haben Sie Recht: Das Silber ist ebenfalls eine gute
Alternative zum Gold. Und beim Silber gibt es einen Hebeleffekt
gegenüber dem Gold, weil das Silber noch tatsächlich von der
Industrie nachgefragt wird und der Silberabbau derzeit noch
stärker hinter dem Bedarf hinterher hinkt. Die explosive
Mischung ist also beim Silberpreis noch stärker gegeben als
beim Goldpreis.

In Deutschland gilt Gold als Zahlungsmittel und ist daher
märchensteuerfrei. Auf Silberbarren wird die MWSt von 19%
erhoben. Außerdem ist Silber so billig, dass man viel größere
Tresore, Bankschließfächer oder ähnliches bräuchte.

Ich halte derzeit Silver Wheaton für eine gute Spekulation,
denn diese Aktie ist abhängig von der Silberpreisentwicklung,
trägt jedoch kein Minenrisiko und man muss auch keine MWSt.
zahlen. Der Aktienkurs ist in den vergangenen Wochen gemeinsam
mit dem Gesamtmarkt in den Keller geprügelt worden. Wie auch
immer die weltweite Reaktion auf den Crash an diesem Wochenende
aussehen wird, es wird inflationiert und Silber & Gold werden
steigen.


FRAGE 2:

Hallo Herr Heibel,

erst mal herzlichen Dank für Ihre recht prompte Antwort. In
diesen turbulenten Zeiten haben Sie vermutlich eine Menge
Arbeit am Hals, um all die Infos zu verdauen und zu bewerten.

Die Perspektive der Banken, zumindest der großen, hat sich in
den letzten Tagen ja aufgehellt, weil die EU ein
Sicherheitsnetz aufspannt.

Die Zertifikate Situation ist sicher für sehr viele Leser von
Relevanz. Wäre es nicht sinnvoll, zu diesem Thema in Ihrem
Ticker mal Stellung zu nehmen? In Ihrem Musterdepot befand sich
auch ein Zertifikat von Lehman Brs. Ist das mit der Pleite der
Bank nicht auch abgeschmiert?

Viele Grüße, Edgar aus Erbendorf


ANTWORT:

Ja, ich werde heute auf die Zertifikate-Situation, auf das
Emittentenrisiko eingehen. Es ist meiner Ansicht nach nicht zu
vernachlässigen.

Den Lehman Brothers iShares haben wir verkauft - der Handel
fand ununterbrochen statt. iShares sind rechtlich gesehen wie
Fonds, d.h. die enthaltenen Werte gehören zum Sondervermögen
des Emittenten und können also im Falle einer Pleite nicht in
die Insolvenzmasse eingebracht werden. Sie stehen nach wie vor
den Anlegern direkt zu. Somit konnte der Handel in iShares ohne
nennenswerte Unterbrechungen fortgesetzt werden.


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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst. Selten sind diese
Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie
einmal die Woche dort hinein schauen.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am
oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titel aktuelle
Anmerkungen erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie
angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den
spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen
Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine
Risikostreuung berücksichtigen.

Weiter habe ich in Empfehlungen unterschieden zwischen denen,
die vorwiegend über die deutschen Börsen zu haben sind, und
jenen, die Sie in Ihr US-Depot kaufen sollten.

Insgesamt gibt es nun also vier Kategorien: Deutsches Depot
lang- und kurzfristig sowie US-Depot lang- und kurzfristig.

Unter „Änd" steht die Gesamtveränderung seit Empfehlung. Unter
„Woche" steht die Änderung zur Vorwoche. Unter „Empf." steht
die Empfehlung, ob diese Position zu
H - Halten,
K - Kaufen,
NK – Nachkaufen,
V – Verkaufen,
TV - Teilverkaufen ist oder mit einem
SL - Stopp Loss oder
VL - Verkaufslimit versehen werden sollte.

Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die
Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des

Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge
verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
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Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten,
dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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Jahresabonnement sowie sämtliche Sonderanalysen, die in
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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
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werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
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auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
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