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17.04.2020:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

15. Jahrgang - Ausgabe 16 (17.04.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Zwischen Freude und Enttäuschung
02.So tickt die Börse: Wohin die Reise geht ...
 - Verwirrung um Behandlungserfolge
 - mRNA versus klassischer Impfstoff
 - Tests bald verfügbar
 - Branchen, die Sie meiden sollten
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Abwartende Neutralität
 -
04.Ausblick: Diese Branchen sollten Sie in den kommenden Monaten meiden
05.Update beobachteter Werte
 Pandemie selten versichert
 Produktionsziel trotz Corona-Einschränkung bestätigt, Stopp Loss anheben
 Abwarten, aber Stopp Loss bei 41,50 EUR einziehen
 Taiwan Semi befeuert Chip-Sektor, Mellanox-Übernahme endlich genehmigt
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Zwischen Freude und Enttäuschung

Liebe Börsenfreunde,

Unser Portfolio bewährt sich: Während der DAX diese Woche nur 0,6% ansteigen konnte, hat unser Portfolio um 2,8% zugelegt. Wir sind damit auf gutem Weg, die erlittenen Verluste auszugleichen (aktuell -7%), während der DAX noch auf -20% sitzt.

Im heutigen Kapitel 02 habe ich mich als Medizin-Laie mal mit der medizinischen Beurteilung der Coronakrise befasst. Zumindest eine Meinung brauchen wir als Anleger, wenngleich wir unsere Meinung als "offen" bezeichnen müssen, da wir nicht das Fachwissen haben, um die Aussagen der Fachleute, die nicht einmal die nötigen Daten und Fakten haben, einordnen zu können. Dennoch versuche ich einen Überblick über die Situation zu geben, damit wir in den kommenden Wochen vergleichen können, ob die Entwicklung von diesem Pfad abweicht, oder nicht.

Die Stimmung der Anleger hat sich beruhigt: Neutralität dominiert. Damit ist sentimenttechnisch kein Druck auf den Märkten, weder nach oben, noch nach unten. In Kapitel 03 zeige ich, was die Aktienmärkte aus ihrer Seitwärtsbewegung bringen könnte.

Die Erholungsrallye nach dem schnellsten Ausverkauf der Geschichte läuft langsam aus und wer jetzt noch "Graupen" im Portfolio liegen hat, sollte sich schon bald von Ihnen trennen. In Kapitel 04 habe ich die Branchen und entsprechende Aktien aufgelistet, die meiner Ansicht nach in den kommenden Monaten nicht in Ihrem Depot liegen sollten.

Außerdem habe ich in Kapitel 04 noch die Einkaufsliste der vergangenen Woche aktualisiert, damit Sie im falle eines Ausverkaufs wissen, was ich kaufen würde.

Wie immer gibt es eine Reihe von Updates zu unseren Portfoliowerten in Kapitel 05. Wir haben eine Reihe von Absicherungen vorgenommen für Positionen, die wir nicht mehr unbedingt behalten wollen.

In Kapitel 06 finden Sie sodann eine tabellarische Übersicht über unser Portfolio.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts200419.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Wohin die Reise geht ...

...wurde uns am Mittwoch nicht verraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Landesfürsten haben sich auf eine moderate Lockerung der Kontaktbeschränkungen geeinigt. Das Feedback, das mich zu dieser Entscheidung erreicht, geht in alle Richtungen. Den einen ist es zu wenig Lockerung, den anderen zu viel. Das Problem ist meiner Einschätzung nach, dass unsere Regierung kein Ziel formuliert hat. In meinen Augen gibt es vier mögliche Ziele:

1. Ausrottung des Coronavirus
Praktisch unmöglich, man müsste die gesamte Welt (7-8 Mrd. Menschen) für 6-8 Wochen vollständig unter Quarantäne setzen, bis nirgends mehr ein lebendes Coronavirus festgestellt werden kann. Wird dieses Ziel nur in einem Land, bspw. Deutschland, verfolgt, dann müssten wir uns über einen sehr langen Zeitraum von der Außenwelt abschotten. Für uns als Exportland undenkbar.

In Wuhan hat China diesen Ansatz gewählt, auch Taiwan und Südkorea haben mit ihren Anstrengungen zum Ziel, das Virus vollständig aus der Gesellschaft zu entfernen.

2. Durchseuchung der Bevölkerung
Schweden und die Niederlande lassen das Virus sich verhältnismäßig frei verbreiten. Wenn rund 60% der Bevölkerung infiziert waren und Antikörper haben, also immun sind, so findet das Virus nicht mehr ausreichend neue, ungeschützte (nicht immune) Menschen, um sich zu verbreiten oder auch nur zu halten und es verschwindet. Zurück bleibt eine Gesellschaft, die gegen ein solches Virus weitgehend immun ist.

Der Weg dahin ist steinig und voller Opfer: Während in Deutschland gerechnet auf 1 Mio. Einwohner bislang nur 49 Opfer zu beklagen sind, sind es in Schweden bereits 149 und in den Niederlanden sogar 202.

Mediziner weisen darauf hin, dass ein Großteil der Opfer sehr alt ist und/ oder Vorerkrankungen hatte. Hier beginnt die Diskussion über den Preis, den die Gesellschaft zur Rettung von Menschenleben zu zahlen bereit ist. Doch es gibt einen Ausweg:

3. Durchsuchung der gesunden Bevölkerung
Insbesondere Mediziner befürworten den Schutz der Alten und derer, die entsprechende Vorerkrankungen haben. Man könnte die gesunde Bevölkerung durchseuchen und würde dann nach einigen Wochen, vielleicht wenigen Monaten, die gefährdeten Menschen schon wieder in die Gesellschaft zurückführen. Es wäre der Weg Schwedens und der Niederlande mit besonderen Maßnahmen für die gefährdeten Menschen unserer Bevölkerung.

Die Meinung darüber, ob wir von unserer medizinischen Infrastruktur her für einen solchen Weg vorbereitet wären, gehen auseinander.

4. Durchwurschteln bis zum Impfstoff
Angela Merkel hat begründet, dass es für sie keine Option ist, die gefährdeten Menschen der Bevölkerung für eine bestimmte Zeit zu isolieren, das sei sozial nicht zu rechtfertigen. So werden alle Menschen in Deutschland solidarisch sukzessive, aber sehr langsam, in das normale Leben zurückgeführt. Sie begründet dies mit der Reproduktionsrate des Virus, die bei 1 liegen solle, damit die medizinische Infrastruktur nicht überfordert würde.

Ein Impfstoff wird nach Meinung führender Impfstoffhersteller frühestens zum Herbst 2021 zur Verfügung stehen. So lange müssten wir also mit mal mehr und mal weniger Einschränkungen leben.

In den vergangenen Wochen habe ich mich immer wieder mit Dr. Thomas Heyer, Internist und Hausarzt aus Stuttgart, Vorstand des Hausarztverbandes Baden-Württemberg, unterhalten. Er repräsentiert die überwiegende Meinung der Ärzte in meinem Freundeskreis und findet teilweise sehr klare Worte, mit denen er viele meiner offenen Fragen beantworten konnte. So erklärte er mir beispielsweise die Aufgabe und Funktionsweise des Hausarztes in Deutschland:

Wir haben ein gut funktionierendes Hausarztsystem in Deutschland, wie auch in Österreich (46) und der Schweiz (152). In Klammern gebe ich hier stets die Zahl der Opfer des Landes je 1 Mio. Einwohner an. Obwohl Schweiz und Österreich nah an Italien (367) liegen, konnte ein Überschwappen der dortigen Verhältnisse vermieden werden. Die besonders guten Zahlen in Deutschland liegen seiner Einschätzung nach nicht nur an der guten Intensivmedizin in Deutschland, sondern auch an der guten Vorarbeit der Hausärzte.

In Deutschland geht ein Mensch mit Beschwerden zunächst zu seinem Hausarzt, derzeit sollte er zuvor dort bitte anrufen. Der Hausarzt kann eine Vielzahl von Beschwerden bereits gut einordnen: Zum einen, weil er den Patienten kennt, zum anderen auch, weil vieles schon auf den zweiten Blick nichts mit Corona zu tun hat. Diese Menschen werden dann nicht in die Kliniken geschickt.

In Italien, Spanien, Frankreich und auch dem UK ist das Gesundheitssystem inzwischen so stark zusammengespart, dass es kein vergleichbares Hausarztnetz mehr gibt. Dort geht ein Mensch mit Beschwerden direkt in die Klinik. Wirklich schreckliche Verhältnisse gab es bislang jedoch weltweit erst wenige: Bergamont, Elsass, Madrid, New York. In Deutschland haben wir die Karnevalsparty von Heinsberg im Kopf und das Altersheim aus Würzburg. Das Virus ist schnell, aber insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen tödlich.

Es ist jedoch ein weltweit bekanntes Problem, dass viele Menschen, die wegen eines Leidens in die Klink gehen, häufig wegen anderer Dinge dort sterben: Multiresistente Keime sind ein Problem, dem man nur schwer Herr wird. Solche Probleme verschärfen sich natürlich, wenn Kliniken überlaufen. Zudem könnten die vielen Patienten, die auf dem Flur zwischengelagert werden, die Virusentwicklung erst befördern. Es gibt auch schon Vermutungen, dass eine zu frühe künstliche Beatmung, die zu Beginn der Coronakrise empfohlen wurde, eher einen nachteiligen Verlauf zur Folge haben könnte. Ich bin kein Mediziner und höre mit meinem Laienwissen hier daher besser auf. Doch ich möchte darauf hinweisen, dass wir ein sehr vielschichtiges Problem haben, das vielschichtig Antworten benötigt.

Eine Kontaktsperre für die gesamte Bevölkerung, wie wir sie nun seit drei Wochen erleben, halten ausnahmslos alle Mediziner in meinem Freundeskreis für unverhältnismäßig. Mit einer differenzierten Herangehensweise könnte man bereits viel schneller die Maßnahmen in unserem Land verringern.

Der größte Vorwurf, den ich unserer Regierung machen kann, ist, dass wir völlig unvorbereitet in diese Krise geschlittert sind, obwohl es viele Warnungen gab. Doch selbst dieser Vorwurf verkümmert zu einer populistischen Stammtischaussage, wenn wir uns anschauen, dass sämtliche westlichen Länder völlig unvorbereitet waren. Unser System und unsere Risikowahrnehmung waren auf einen solchen Fall nicht vorbereitet. Und mit "unsere" meine ich uns alle, die wir Regierungen wählen und gewähren lassen, die solche Vorbereitungen (für die es Katastrophenpläne gab) aus Kostengründen hinten anstellen.

Nachdem ich die Vorgehensweise der Regierung bis dato voll unterstützt habe, weil die Datenlage bis dato einfach zu ungewiss war und wir einfach nicht vorbereitet waren (egal, was hätte sein müssen), so werde ich nun langsam ungeduldig: Es ist Mitte April und wir haben es in den vergangenen Monaten nicht geschafft, ausreichend Schutzkleidung zu beschaffen. Doch mit innovativen Ansätzen schaffen es die Ärzte, sich dennoch gut zu schützen. So erzählte mir Dr. Heyer, dass die Hausärzte in Stuttgart sich organisiert haben: Es gibt einige Corona-Zentren, wo Abstriche gemacht würden. Da gibt es dann Zeiten, zu denen die Kandidaten dort erscheinen können, und der Arzt zieht einmal seine Schutzkleidung an und macht einen Abstrich nach dem anderen. Damit können unzählige Schutzkleidungen gespart werden, die andernfalls für einen einzelnen Patienten beim Hausarzt hätten angezogen und hinterher entsorgt werden müssen.

Dadurch, dass unser Hausarztsystem die Kliniken vor einer Überlastung schützt, können die wenigen, wirklich schlimmen Coronafälle die volle Aufmerksamkeit der Kliniken bekommen und gut behandelt werden. Wenn wir die Kontaktsperren für jüngere Menschen lockern, werden anteilig nicht so viele Menschen mit schweren Problemen in den Kliniken landen, wie dann, wenn wir die Kontaktbeschränkungen irgendwann für alle lockern.

Ach, Sie merken es, ich bemühe mich um Sachlichkeit. Doch lassen wir einfach mal Dr. Heyer zu Wort kommen:
"Hallo Stephan,
von meiner Vorhersage, dass nach 6 Wochen der Weg in den normalen Alltag möglich ist, muss ich mich distanzieren. Ich war fest davon ausgegangen, dass nach den Osterferien Schulen und das Berufsleben startet, unter massivem Schutz der Risikogruppen (Rentner/ Kranke).

Die Politik meidet aber die Differenzierung der Bevölkerung. Die zwingend notwendige Durchseuchung außerhalb der Risikogruppen findet nicht statt, so dass sich das Ganze jetzt unabsehbar in die Länge zieht.

Die medizinischen Kapazitäten hätten dafür ausgereicht: In der größten medizinischen Krise stehen 10.000 Intensivbetten leer, derzeit denken Kliniken über Kurzarbeit nach, Facharztpraxen sollen mit 90% des Vorjahresumsatz gestützt werden, in den Hausarztpraxen gibt es keine gehäuften Atemwegsinfekte.

Die Rechnung wird kommen, zuerst die der Labormediziner, dann die der Deutschland AG und anschließend von Europa. Viele Grüße, Thomas"

Soweit Dr. Thomas Heyer.

Der Vollblutpolitiker weiß, dass er in einer Krise niemals über das Ziel hinausschießen kann, wenn es um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit geht. Wer weit über das Ziel hinaus schießt, wird anschließend als "umsichtig" bezeichnet. Wer auch nur in einem Teilaspekt nicht vorsichtig genug war, wird als fahrlässig, in einigen Medien vielleicht sogar als Mörder bezeichnet. Die Tendenz der Politiker, jetzt zu vorsichtig zu sein, ist also systemimmanent. Mangels Fakten ist es unmöglich, der Politik aus dieser Zwickmühle herauszuhelfen. Meine Prognose: Angela Merkel macht noch eine fünfte Amtszeit.

Na, und wenn wir jetzt schon die Faktenlage missachten, erlauben Sie mir noch eine weitere Bemerkung: Man weiß bis heute nicht gesichert, warum das Grippevirus jedes Frühjahr wieder verschwindet. Häufig werden die steigenden Temperaturen dafür verantwortlich gemacht, doch komischerweise verschwindet das Grippevirus auch in einem Frühjahr, wenn die Temperaturen kalt bleiben. Vielleicht haben wir beim Coronavirus in dieser Hinsicht mal ein wenig Glück.

Es würde dann die Gefahr einer zweiten Welle im kommenden Herbst bestehen bleiben, doch bis dahin sollte genügend Schutzkleidung, Handy-Tracking und Differenzierung der Maßnahmen möglich sein, um auch das in den Griff zu bekommen.

VERWIRRUNG UM BEHANDLUNGSERFOLGE
Gilead hatte sein Ebola-Medikament Remdesivir gegen Covid-19 eingesetzt. Erste Beobachtungen waren vielversprechend, also wurden im Februar zwei groß angelegte Tests in China, Region Wuhan, eingeleitet. Diese Tests sind nun vorzeitig beendet worden: Mangels Kandidaten.

Nun hat ein Journalist ein Krankenhaus in Chicago ausfindig gemacht, in dem testweise ebenfalls bereits mit Remdesivir behandelt wird. Fast alle 113 Patienten mit schweren Symptomen seien bereits nach einer Woche wieder entlassen worden, zitiert er einen Krankenhausbericht.

Diese Meldung wurde gestern Abend veröffentlicht und sorgte für Jubelstimmung an den Aktienmärkten. Nach meiner differenzierten Darstellung des Gesundheitssystems (siehe oben) sollte uns jedoch klar sein, dass es gegen Covid-19 nicht die eine Wunderpille geben kann. Dennoch könnte eine deutlich verbesserte Behandlungsmethode die Opferzahlen deutlich reduzieren und damit das Virus in ein wesentlich milderes Licht stellen.

MRNA VERSUS KLASSISCHER IMPFSTOFF
Vor einer Woche hatte ich BioNTech im Rahmen der Wunschanalyse vorgestellt. Deren Ansatz, die Boten-RNA zu produzieren, ist in der Theorie deutlich schneller. Es ist jedoch eine neue Technologie und bis heute fehlen noch die erfolgreichen klinischen Tests, um dieses System für die Massen zulassen zu können. Covid-19 ist so etwas wie ein Entwicklungsbeschleuniger für BioNTech, CureVac und Moderna. Ob auf diesem Pfad in Lichtgeschwindigkeit ein brauchbarer Wirkstoff erfolgreich zugelassen werden kann, steht noch in den Sternen. Hoffen wir das Beste.

Der traditionelle Weg der Impfstoffentwicklung dauert nach wie vor 5-10 Jahre, aufgrund der besonderen Dringlichkeit haben einige Pharmakonzerne die Hoffnung formuliert, bereits in 18 Monaten soweit zu sein. Derzeit werden meines Wissens 20 entsprechende Impfstoffe weltweit parallel entwickelt. Nicht alle werden es bis zur Ziellinie schaffen, daher rate ich weiterhin davon ab, Covid-19 als alleinigen Investmentgrund zu betrachten.

TESTS BALD VERFÜGBAR
In Schweden sei bereits 50% der Bevölkerung "durchimmunisiert", wird in einigen Artikeln bereits vermutet. In Heinsberg haben wir die Ziffer 14% gehört, die jedoch in einem Hotspot liegt, was daher nicht auf die Bevölkerung Deutschlands übertragen werden kann. Es wird derzeit untersucht, warum Kinder, insbesondere Kleinkinder, kaum Symptome zeigen. Haben die vielleicht von Geburt her noch eine passende Immunität? Wir wissen noch immer zu wenig über den status quo des Virus, daher sind Tests, die schnell und unkompliziert sind, erforderlich. Roche hat bekannt gegeben, dass der im März vorgestellte Schnelltest überragend verlässliche Ergebnisse liefere (98% oder sogar 99%), was bei vielen aus China gelieferten Tests nicht der Fall sei. „Bis Ende Juni werden wir Tests in einem hohen zweistelligen Millionenvolumen anbieten können.”, lässt sich Roche zitieren.

Wer den Heibel-Ticker schon etwas länger liest, der weiß, dass sich die Finanzmärkte mit jeder Realität arrangieren können. Gewissheit ist Trumpf. Ungewissheit führt zum Finanzmarktchaos. Wenn ich also meine Finanzbrille aufsetze, dann kann ich Ihnen mitteilen, dass ab Ende Juni die medizinische Komponente von Covid-19 am Finanzmarkt kaum mehr eine Rolle spielen wird. Wir werden uns zu diesem Zeitpunkt mit den wirtschaftlichen Konsequenzen beschäftigen.

BRANCHEN, DIE SIE MEIDEN SOLLTEN
Heute habe ich als Medizin-Laie viele medizinische Themen angesprochen. Das gehört hier eigentlich in dieser Breite nicht in den Börsenbrief, dennoch habe ich heute meinem Bedürfnis Folge geleistet, meine diesbezügliche Meinung einmal darzulegen. Auf die eine oder andere Art könnten diese medizinischen Themen in den kommenden Wochen oder Monaten in den Hintergrund treten. Es werden die wirtschaftlichen Themen dann wieder in den Vordergrund treten. Und dann wird das, was sich derzeit überdurchschnittlich gut erholt hat, wieder in den Keller getrieben.

Daher halte ich es für den richtigen Zeitpunkt, heute vor der einen oder anderen Branche zu warnen. Ich würde die Erholungsrallye nutzen, um das Depot entsprechend auszudünnen. Natürlich springen die am stärksten ausverkauften Aktien vor dem Hintergrund aufkeimender Hoffnung am stärksten wieder an. Ich würde daraus jedoch noch lange nicht ableiten, dass die Probleme damit aus der Welt sind - im Gegenteil, die Rechnung kommt erst noch.

In Kapitel 04 habe ich für Sie heute ausführlich zusammen gestellt, welche Aktien aus dem DAX-Universum meiner Ansicht nach aus Ihrem Depot fliegen sollten.

Schauen wir uns nun einmal die Entwicklung der wichtigsten Indizes im Wochenvergleich an:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES16.4.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones23.929 0,1%-16,5%
DAX10.626 0,6%-19,8%
Nikkei19.897 2,9%-15,9%
Shanghai A 2.975 0,5%-6,6%
Euro/US-Dollar1,09-0,7%-3,0%
Euro/Yen116,91-1,3%-4,4%
10-Jahres-US-Anleihe0,61%-0,11-1,32
Umlaufrendite Dt-0,47%-0,13-0,24
Feinunze Gold$1.688 0,1%11,6%
Fass Brent Öl$28,53 -14,5%-58,5%
Kupfer5.098 0,6%-17,9%
Baltic Dry Shipping726 19,6%-33,4%
Bitcoin7.058 -3,2%-3,2%



Der Ölpreis bleibt unter Druck, obwohl die OPEC+ drastische Förderkürzungen vereinbart hat. Der wirtschaftliche Einbruch ist jedoch noch stärker, daher findet der Ölpreis keinen Boden.

Der Baltic Dry Verschiffungsindex, der maßgeblich von den täglichen Frachtraten Chinas für Schüttgut bestimmt wird, zieht weiter an: die chinesische Wirtschaft kommt mit Vehemenz aus dem Shutdown zurück.

Schauen wir mal, wie sich die das Anlegersentiment entwickelt hat.




03. Sentiment: Abwartende Neutralität

Erleichterung auf der einen Seite, dass Kanzlerin Merkel am Mittwoch die Richtung "Lockerung" eingeschlagen hat, Enttäuschung auf der anderen Seite über die nur moderaten Schritte führen zum einem richtungslosen Handel im DAX. Haben wir das Schlimmste an den Finanzmärkten überstanden? Ist es Zeit, die Aktien aufzusammeln, die am stärksten ausverkauft wurden? Oder sollte die Erholung genutzt werden, um das Portfolio für den nächsten Tiefschlag krisenfest zu machen? Die Meinung schwankt von einem Extrem ins andere, entsprechend unterschiedlich sind die Kursbewegungen einzelner Titel.

Die Stimmung unter den Anlegern hat sich vor diesem Hintergrund auf die neutrale Nulllinie bewegt. Dier Panik der Vorwochen ist verflogen, doch so richtig freuen kann sich auf dem niedrigen Aktienmarktniveau noch keiner.

Entsprechend ist auch die Selbstzufriedenheit noch nicht zurück. Verunsicherung bleibt ein dominierendes Gefühl der Anleger, da seitens der Politik nur ein Fliegen "auf Sicht" ohne konkretes Ziel - zumindest zeitlich betrachtet - ausgegeben wurde. Wie lange noch wird diese Ausnahmesituation bestehen bleiben? Die Ungewissheit über diese Frage führt zu einer weiterhin starken Verunsicherung auf dem Parkett.

Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Maßnahmen wurden zumindest zerstört und entsprechend ist die Zukunftserwartung weiter abgerutscht. Wir werden länger mit der Sondersituation leben müssen, als wir uns dies bislang vorgestellt hatten. Entsprechend wird's nichts aus der bislang als rettender Grashalm betrachteten Theorie des kurzen Shutdowns mit anschließend heftigem Neustart inklusive Nachholbedarf, der in der zweiten Jahreshälfte die Einbußen überkompensierten sollte. Nein, so einfach wird's wohl nicht. Mit einem Wert von -0,3 dominieren nun erstmals seit Februar wieder die Bären über die Bullen.

Daher wird auch nicht investiert. Die Investitionsbereitschaft ist ebenfalls weiter abgesunken. Seit Ende März das historische Hoch von 5,3 ausgegeben wurde (nie zuvor wollten so viele Anleger unmittelbar investieren), ist dieser Wert nun auf nur noch 1,3 gesunken.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf -10 gesunken, Privatanleger kaufen wieder sehr stark Absicherungsprodukte gegen fallende Kurse. Eine zweite Ausverkaufswelle wird befürchtet.

Die Profis, die sich über die Eurex absichern, setzen hingegen auf weiter steigende Kurse. Das Put/Call-Verhälntis ist auf 0,8 gesunken (durchschnitt bei 1,5), zeigt also eine starke Übergewichtung von Spekulationen auf steigende Kurse.

In den USA waren zuvor die Absicherungspositionen ungleich größer als in Deutschland, derzeit entwickelt sich dort das Put/Call-Verhältnis der CBOE zurück auf ein normales Niveau. Das ist jedoch als Gewinnmitnahme der zuvor stark gebildeten bullischen Spekulationen zu betrachten.

Die Investitionsquote in Aktien der US-Fondsmanager ist von 27% unwesentlich auf 29% gestiegen und verbleibt damit auf einem historisch niedrigen Niveau.

US-Privatanleger werden weiterhin von den Börsen dominiert, das Bulle/Bär-Verhältnis liegt bei -8%.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 44% inzwischen wieder eine neutrale Verfassung der Märkte an.

Interpretation



Als abwartend neutral würde ich die aktuelle Stimmungslage bezeichnen. Nach der Panik folgten die Schnäppchenjäger, die nun ihre spekulativen Gewinne mitnehmen. Nun haben wir das Ausverkaufsniveau wieder verlassen, wenn's weiter hoch ginge, würden schon wieder erste Überbewertungen zu Tage treten.

Neutral heißt Seitwärts: Solange die Faktenlage hinsichtlich der künftigen Lockerungsmaßnahmen sowie der wirtschaftlichen Auswirkungen nicht klarer wird, dürften keine großen Ausschläge in die eine oder andere Richtung erfolgen. In meinen Augen droht Abwärtspotential im Rahmen der Berichtssaison, denn Unternehmenszahlen werden in den kommenden Tagen und Wochen das Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden der Quarantänemaßnahmen zeigen.

Doch ohne entsprechend negative Zahlen ist die Tendenz an den Märkten derzeit eher seitwärts.










04. Ausblick: Diese Branchen sollten Sie in den kommenden Monaten meiden

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

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05. Update beobachteter Werte

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

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06. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
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07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



08. An-/Ab-/Ummeldung

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