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04.01.2006:
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H E I B E L – T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 9999-9999

Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. Info-Kicker: Volkswirt kann das Denken nicht lassen
02. Jahresrückblick, Positionsbestimmung und -prognose
03. Einzelwertbetrachtung
04. CHARTTECHNIK DOW JONES, Dax & GOLD, Öl, Dollar, Euro,
Yen, Nikkei
05. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
06. AN-/ABMELDUNG


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01. Info-Kicker: Volkswirt kann das Denken nicht lassen
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Liebe Börsenfreunde,

ich habe nicht angefangen Fragen zu stellen, als ich
Volkswirtschaft (VWL) studierte, sondern ich fand zuvor keine
Antworten auf meine Fragen und entschied mich daher bewusst
für die VWL.

Nun bilde ich mir nicht ein, mit der VWL die Antworten auf die
uns bewegenden Fragen zu finden. Aber die VWL bietet gegenüber
den meisten anderen Studienfächern einen wesentlichen Vorteil:
Man weiß von Anfang an, dass man das erlernte Wissen nicht zum
Geldverdienen gebrauchen kann, es sei denn, man wird
Chefvolkswirt der Deutschen Bank – und da gibt es nur einen
Posten in Deutschland.

Aber die VWL hat mich gelehrt, die falschen Antworten auf die
uns drückenden Fragen zu erkennen und systematisch nach den
richtigen Antworten zu suchen.

So habe ich nach meinem Ausscheiden im November 2004 als
Vorstand der ekip.de AG und Chefredakteur des iWatch darauf
gefiebert, diesen Heibel-Ticker ins Leben zu rufen, um wieder
mit Ihnen, liebe Börsenfreunde, meinen Gedankenaustausch zu
pflegen.

Inzwischen habe ich durch einige Projekte wie beispielsweise
die Konzeption eines neuen Börsenplatzes für den
deutschsprachigen Raum, sowie als Chefredakteur eines
langfristig orientierten Anlegerbriefes neue Denkanstöße
erhalten und brenne darauf, diese bei der Erstellung neuer
Anlageideen anzuwenden.

Also: Willkommen zum Heibel-Ticker, meinem
Finanzinformationsdienst mit aktuellen Ansichten zum Geschehen
rund um die Finanzmärkte unserer Erde.

Hier geht es nicht darum, Ihnen den letzten heißen Tipp
durch's Netz zu schicken, sondern hier geht es um vernünftige
Anlagestrategien, die Sie in Ihre jeweilige Lebenssituation
eingliedern können. Ich werde dazu ein recht konservativ
ausgestattetes Portfolio ausarbeiten, um aufbauend auf dessen
Sicherheit auch Tradingideen für den aggressiver eingestellten
Anleger vorzustellen. Seien Sie also nicht überrascht, wenn
Sie in meinen Empfehlungen Goldbarren und -münzen als
wesentlichen Bestandteil vorfinden. Lassen Sie sich aber auch
nicht abschrecken von kleinen, unbekannten
Aktiengesellschaften oder gar auch einmal Optionsscheinen. Nur
im Kontext einer gesunden Portfoliostruktur machen solche
Einzelempfehlungen Sinn.

Doch nun geht's los mit einer Betrachtung der allgemeinen
Finanzmarktsituation, sowie einer Abgrenzung dessen, was ich
weiß - zu dem, was ich nicht weiß. Wenn wir das einmal
festgelegt haben, dann lassen sich daraus ganz leicht
grundlegende strategische Handlungsanleitungen ableiten, und
diese werde ich dann in den kommenden Ausgaben für Sie Schritt
für Schritt in Anlageideen verwandeln.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr

Stephan Heibel

- Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker -

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief@heibel-ticker.de.

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02. Jahresrückblick, Positionsbestimmung und -prognose
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Friedrich Schiller schrieb einmal in einem Brief: „Ich hatte
keine Zeit, einen kurzen Brief zu schreiben, drum schrieb ich
einen langen".

Seit einigen Monaten mache ich mir schon Gedanken über den
Inhalt meiner ersten Ausgabe des Heibel-Ticker. Für mich gilt
also heute das Gegenteil: Ich kann die wesentlichen Punkte
kurz abhandeln. Wie Sie es von mir kennen, beginne ich mit den
USA als Führungsnation unserer Erde und komme dann auch auf
die anderen Regionen inklusiv Deutschland zu sprechen.

Meinem Weltbild liegt die Annahme zugrunde, dass der viel
bejubelte Wirtschaftsaufschwung der USA, der in den letzten
Monaten Europa alt aussehen ließ, nicht mehr als ein
statistisches Medienwerk ist. „Glaube keiner Statistik, die Du
nicht selbst gefälscht hast" ist die Direktive für jeden
Volkswirt, die wir dankbar von Winston Churchill übernommen
haben.

Die ach so niedrige Arbeitslosenquote in den USA wird durch
Umfragen ermittelt, wobei nur diejenigen zählen, die
tatsächlich arbeitssuchend sind. Mit einer solchen
Vorgehensweise könnten wir in Deutschland unsere Statistik
ziemlich schnell um ein paar Millionen verschönern. In die
Berechnung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) werden
kalkulatorische Mieten von Eigenheimbewohnern einberechnet, so
dass das US-BIP nicht mit den BIPs anderer Länder vergleichbar
ist. Die niedrige Inflationsrate der USA wird durch die
überproportionale Berücksichtigung von chinesischen
Billigprodukten, die keiner braucht, sowie einer fraglichen
Berücksichtigung von PC-Preisen im Verhältnis zu ihrer
Leistung (gemessen in MHz) erzielt.

„Hoppla", sagen zu diesem Zeitpunkt der Diskussion meine
Gesprächspartner stets, „da ist aber einer sarkastisch und
übersieht den Wohlstand, sowie die weltweite Überlegenheit,
die die USA mit dieser Augenwischerei erreichen..."

Nein, das übersehe ich nicht. Es ist eine Sache, die Dinge zu
erkennen, wie sie sind und dagegen abzugrenzen, wie sie sein
sollten. Es ist eine andere Sache, im Rahmen solcher
Entwicklungen Strömungen zu erkennen und sich entsprechend zu
positionieren. Langfristige Positionen müssen die Dinge
berücksichtigen, wie sie sein sollten. Kurzfristige
Spekulationen können schon einmal auf vorrübergehende
Strömungen aufspringen. Sie werden in den kommenden Ausgaben
eine detailliertere Begründung zu diesen Annahmen finden, wenn
es darum geht, bestimmte Anlageideen zu begründen. Heute
belassen wir es bei der allgemeinen Positionsbestimmung.

Es kann also sein, dass die USA mit ihrer Augenwischerei noch
einige Jahre weiter Erfolg haben werden. Ich weiß also nicht,
ob die Frucht der Erkenntnis schon im Jahr 2006 reift, oder
erst 2007 oder später. Das ist mir auch egal. Ich weiß nur,
dass die Tage der weltweiten US-Dollar-Dominanz gezählt sind.
„Der Untergang des Römischen Reiches hat immerhin über 1.000
Jahre gedauert". Oder „Tote leben länger"... Ich ziehe aus
dieser Erkenntnis nicht die Vermessenheit, das Ende der USA
terminieren zu können. Aber: Der Aufstieg ist beendet.

Für Sie als Anleger bedeutet dies: Der US-Dollar hat seine
besten Zeiten hinter sich. Nachdem er im Jahr 2004 im freien
Fall war, konnte eine historisch einmalige Zinsanhebungsrallye
die Währung wieder etwas attraktiver machen. Vor einem Jahr
mussten noch 1,34 US-Dollar für einen Euro gezahlt werden,
heute sind es nur noch 1,18 $ je Euro. Wird der US-Dollar nun
weiter steigen, oder kehrt sich der Trend um und fällt der US-
Dollar?

Um ehrlich zu sein, die Antwort auf diese Frage ist gar nicht
so wichtig. Ich glaube nicht, dass der US-Dollar über 1,08 $
je Euro steigen wird. Aber auch ein Absturz des US-Dollars
gegenüber dem Euro wird kaum erfolgen, würde dies doch
bedeuten, dass der Euro weitaus überlegen sei. Wichtig für Sie
ist nur, dass Sie mit dem US-Dollar künftig nicht mehr
wesentlich besser verdienen werden, als mit dem Euro. Der US-
Dollar taugt als Währungsabsicherung nicht mehr viel.

Lassen Sie mich zwei kleine Beispiele anführen, um meine Sicht
der Dinge, fern von Statistiken, zu begründen. 1998 und 1999
habe ich in den USA gelebt. Das „Land der unbegrenzten
Möglichkeiten" hat mir das Selbstbewusstsein gegeben, mich
selbstständig zu machen. Oben im World Trade Center gab es
eine Bar „Windows on the World", in der ich bei einem Long
Island Icetea den Mut fasste, meine gesicherte Festanstellung
als SAP-Berater zu kündigen und es auf eigene Faust zu
versuchen. Bis heute habe ich diese Entscheidung in keiner
Sekunde bereut.

Anschließend stürzte ich mich in die Weihnachtseinkäufe. In
den Straßen von Manhattan ging es zu wie im Krieg: Um ein heiß
begehrtes Weihnachtsgeschenk für meine Freundin zu ergattern
(einen Palm Handheld) musste ich mich gegen all die anderen
Käufer durchsetzen. An den Verkaufstresen überreichten die
Verkäufer nur die Pakete und wiesen einen zur Kasse. Für
Fachfragen gab es keinen Gesprächspartner. Auf der Suche nach
dem geeigneten Gerät erhielt ich Rippenstöße und böse Blicke
für meine unangenehmen Fachfragen, und ich erlag schließlich
dem Rummel und kaufte ein Gerät, das meine Freundin bis heute
nicht nutzte.

Vor vier Wochen wagte ich einen erneuten Besuch dieser
verrückten Stadt. Ich reiste für vier Tage mit dicken
Wanderstiefeln und Lendenschurz an den Nabel der Welt,
wohlwissend, welche Gefahren auf mich lauern würden.

Doch die Überraschung war groß, als ich in den Geschäften
plötzlich nach meinen Wünschen gefragt wurde. Verkäufer nahmen
sich Zeit für meine Fragen und riefen sogar Kollegen hinzu,
wenn sie selbst überfragt waren. Was war geschehen?
Statistiken zufolge ist der Einzelhandelsumsatz in diesem
Weihnachtsgeschäft erneut angestiegen. Aber die Geschäfte
waren leer, es gab keine Kriegsschauplätze vor Produkten wie
dem Apple iPod oder dem Motorola RAZR.

Nun, ich kann aus vier Tagen New York keinen
Wirtschaftsindikator für die USA machen. Aber einen
Wirtschaftsboom, wie er in den US-Medien vorgetäuscht wird,
konnte ich beim besten Willen nicht erkennen.

Ach so, und der Holland Tunnel – ich wohnte außerhalb – war in
meiner Zeit niemals so leer wie in diesen vier Tagen. Glauben
Sie also auch nicht die unzähligen Meldungen, die Ihnen
glauben machen wollen, dass die hohen Energiepreise keinen
Einfluss auf das Verhalten der Autofahrer hätten. Die Straßen
waren leer wie nie. Ich hatte keine Probleme, im Theatre
District einen Parkplatz zu finden.

Letztlich habe ich ein Laptop gekauft, das es in Deutschland
noch nicht gibt, und dessen Vorgängermodell in Deutschland um
20 % teurer ist, als mein in den USA gekauftes Modell. Okay,
ich weiß, es werden wieder einige fragen, um welches Laptop es
sich handelt: das Panasonic CF-T4 mit rotem Deckel.

1999 habe ich mir das Sony Vaio VN 505 gekauft. Auch damals
gab es das entsprechende Modell noch nicht in Deutschland und
als es dann ein halbes Jahr später in Deutschland verfügbar
war, betrug der Preis satte 45 % mehr, als was ich ein halbes
Jahr zuvor in den USA gezahlt hatte.

Ich erkenne an, dass der englischsprachige Markt um ein
Vielfaches größer ist, als der deutschsprachige Markt. Laptops
werden also stets zuerst in ihrer englischen Version auf den
Markt kommen. Aufgrund der größeren Stückzahlen werden die
Preise auch in der Zukunft ca. 10 bis 20 % unter denen in
Deutschland liegen.

Aus diesem Vergleich aber schließe ich, dass es keine extreme
Unter- oder Überbewertung des US-Dollars mehr gibt. Diese
Beobachtung deckt sich mit der langfristigen Berechnung eines
Warenkorbes, dessen fairer Wechselkurs bei 1,15 US-Dollar je
Euro liegt. Schwankungen von 10 bis 15 % um diese
Kaufkraftparität stellen keine wesentlichen Trends dar, die
man berücksichtigen müsste.

Wenn Sie sich schon gegen Währungsturbulenzen absichern
wollen, dann sollten Sie sich Gold einmal etwas näher
anschauen. Der Goldpreis hat sich in den letzten vier Jahren
von 260 $ auf 520 $ verdoppelt. Und in dieser Bewegung steckt
die eigentliche Crux der heutigen Finanzwelt: Weder US-Dollar
noch Euro stellen einen wirklich sicheren Hafen mit ihren
Anleihen dar. Anleger, die sich Gold in den Familientresor
legten, erfreuten sich wesentlich höherer Renditen als
Anleihen- oder Aktienanleger, oder auch Währungsspekulanten.

In den USA wird am dem 31. Januar ein neuer Notenbankchef die
Geldmenge des US-Dollars steuern. Ben Bernanke, genannt
Helikopter-Ben, aufgrund seiner Aussage, dass er notfalls US-
Dollar aus Helikoptern über die Bevölkerung verteilen würde,
um eine Deflation zu vermeiden, wird Alan Greenspan ablösen.
Trauen Sie diesem Mann zu, den US-Dollar zu stabilisieren?

Ich nicht. Sie werden in den nächsten Jahren akademische
Diskussionen um die unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklungen
in Europa und den USA verfolgen können. Diese Diskussionen
werden jedoch eines verkennen: Wirtschaftswachstum, gemessen
in der Papiergeldwährung US-Dollar oder in der
Papiergeldwährung Euro kann durch das vermehrte Drucken von
Papiergeld beliebig gesteuert werden. Dies wird jedoch über
die Entwicklung des wahren Geldwertes hinwegtäuschen.

Wir befinden uns schon mitten in diesem Täuschungsmanöver:
Auch in Deutschland wird uns weis gemacht, dass keine
Inflation existiert. Schauen Sie sich jedoch einmal Ihre
Restaurant-Rechnung an oder bestellen Sie einmal einen
Heizungsinstallateur nach Hause. Auch in Deutschland sind die
Preise für Dienstleistungen drastisch gestiegen. Ausgeglichen
werden diese Entwicklungen durch die gesunkenen China-Produkte
wie Möbel, Fernseher oder DVD-Player und ähnliches.

Wir haben also in Deutschland genau wie in den USA eine
steigende Inflation, die über das steigende
Außenhandelsdefizit vertuscht wird.

Im Jahr 2006 wird meiner Erwartung zufolge der US-Dollar NICHT
MEHR STEIGEN. Ich weiß nicht, ob er fallen wird oder einfach
nur gegenüber dem Euro seitwärts tendiert. Gegenüber dem Gold
jedoch wird er genau wie der Euro weiter fallen.

Die US-Wirtschaft hat zu einem guten Teil von dem steigenden
US-Dollar profitiert und wird im Jahr 2006 nach Beendigung des
US-Dollaranstiegs nicht mehr so günstig importieren können.
Der Konsum, das Rückrat der US-Wirtschaft, wird abnehmen.
Dadurch werden die USA ein langsameres Wirtschaftswachstum
hinnehmen müssen.

Wenn die US-Wirtschaft hüstelt, dann kriegt Europa eine
Grippe. So wird auch diesmal Europa unter den Problemen der
USA leiden. Die exorbitanten Aktienkursgewinne des DAX aus dem
Jahr 2005 sind also vorbei. Es wird nur noch einige
Spezialfälle geben, die im Dax ordentliche Kurszuwächse
verzeichnen werden.

Die Leitzinsen werden in den USA von derzeit 4,25 % auf 4,75
bis 5 % ansteigen, um die Inflationsneigung im Griff zu
halten. Auch in der EU wird der Leitzins von derzeit 2,25 %
auf bis zu 3 % angehoben werden, da wir mit den gleichen
Problemen zu kämpfen haben, wie die USA. Deutschland und
Frankreich erfüllen die Stabilitätskriterien von Maastricht
nicht und riskieren empfindliche Strafen durch die EU, können
aber gleichzeitig ihre Spendierfreude nicht einschränken, da
sonst das zaghafte Wirtschaftswachstum im Keim erstickt würde.

Chancen sehe ich in Japan. Premierminister Koizumi hat
unpopuläre Maßnahmen gegen die Opposition und auch gegen den
Widerstand in der eigenen Partei durchsetzen können, so dass
nunmehr die japanische Wirtschaft nach 13 Problemjahren vor
einem Aufschwung steht.

Schwellenländer wie Brasilien oder Südafrika werden unter den
Wirtschaftsproblemen der USA sowie Europas leiden. Auch China
und Indien werden sich diesem Effekt nicht entziehen können.
Noch nie war der Aufschlag auf Anleihen von Schwellenländern
so gering, wie in diesen Wochen. Normalerweise zahlen
Schwellenländer aufgrund ihrer noch unreifen Finanzsysteme
einen Zinsaufschlag von 7 % auf den Zins von vergleichbaren
Anleihen in den Industrienationen. Derzeit beträgt der
Aufschlag nur 3 %. Seien Sie also vorsichtig bei Anlagen in
Schwellenländern.

Rohstoffe werden bei schwächelnder Wirtschaft auch mit in den
Abwärtssog gezogen. Ausgenommen sind davon allerdings
Währungsalternativen wie Edelmetalle Gold, Silber und
Palladium (Platin ist bereits zu hoch gestiegen).

Der Energiesektor wird weiterhin zu den Profiteuren der
aktuellen Wirtschaftssituation gehören. Es dauert einfach
einige Jahre, bis aufgrund eines gestiegenen Ölpreises
alternative Energiequellen erschlossen sind. Ja, es gibt schon
Wind- Wasser, und Solarenergie. Auch fahren Autos schon mit
Brennstoffzellen und Häuser werden mit Erdwärme erhitzt. Aber
all diese Entwicklungen sind noch zu teuer und der Energiewert
von Öl ist einfach noch zu hoch. Es werden in den nächsten
Jahren eine Vielzahl kleiner Ölvorkommen erschlossen werden,
so dass der Ölpreis auf absehbare Zeit über 40 US-Dollar
notieren, aber niemals deutlich über 100 US-Dollar steigen
wird.

Ölkonzerne, Bohrunternehmen und Raffinerien haben vor diesem
Hintergrund noch einige rosige Jahre vor sich.

Soweit die kurze Positionsbestimmung. Wie gesagt. Im Rahmen
der einzelnen Analysen der nächsten Ausgaben werde ich dann
detaillierter zu den jeweiligen Marktsegmenten Stellung
nehmen. Aber eines kann ich Ihnen heute schon versichern: Es
gibt eine Menge von Anlagemöglichkeiten, mit denen Sie auch in
den kommenden Monaten ordentliche Profite einfahren können.
Seien Sie geduldig und überlegen Sie Ihre Anlageentscheidungen
gut. In der derzeitigen Situation ist es besser, Bargeld zu
halten, als die falsche Entscheidung zu treffen.

Lassen Sie sich also nicht von Ihrem Anlageberater nervös
machen, wenn er Ihnen einreden will, dass Ihr Kapital „tot"
herumliegt. Er will nur die Umsatzprovision kassieren.

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03. Einzelwertbetrachtung
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Als ich im November 2004 meine letzte Ausgabe des iWatch
schrieb, gab ich Ihnen noch einige Handlungsanleitungen an die
Hand, wie Sie sich bei den einzelnen offenen Empfehlungen
verhalten sollten. Lassen Sie uns einmal schauen, wie dies
heute aussieht:

American Physicians (ACAP, $46,22) gekauft zu $33,30. Diese
Spekulation bezog sich auf eine Reformierung des US-
Gesundheitssystems. Ich erwartete einen Kurs von 45 US-Dollar
bis April 2005 – es dauerte jedoch bis zum September, bis das
Kursziel mit 35 % Plus erreicht wurde. Das Unternehmen hat
einen Börsenwert von knapp 400 Mio. US-Dollar, hält aber 230
Mio. US-Dollar in bar. Die Bilanz ist gesund, ich werde diese
Aktie in einer der nächsten Ausgaben genauer analysieren.

Patterson UTI Energy (PTEN, $34,24) gekauft zu $19 mit Ziel
von 23 US-Dollar bis April 2005.Das Ziel wurde bereits im
Februar erreicht, die Position konnte also mit Plus 21 %
geschlossen werden.


SCM MICROSYSTEMS (WKN: 909247; SCMM; $3,69) gekauft zu $2,80,
Ziel $5, stieg bereits im Dezember 2004 über das Kursziel von
5 US-Dollar für 78 % Kursgewinn.


Lucent (WKN: 899868; LU; $2,69) gekauft zu $3,30 wurde zu
3,75 zum Teil verkauft, der Rest sollte zum Jahresende
verkauft werden. Da stand der Kurs genau bei 3,76 US-Dollar,
es konnte also ein Gewinn von 13 % realisiert werden.

E*Trade (ET; WKN: 902447; $20,94) Gekauft zu $12, Ziel bis
Jahresende 2005 war $15 und wurde auch ziemlich genau
erreicht. Bis heute notiert die Position mit 74 % im Plus. Dem
Finanzsektor der USA stehen jedoch nunmehr schwere Zeiten
bevor, die Aktien sollten abgestoßen werden.


Russland-Zertifikat der Raiffeisen Centrobank (WKN 609409,
14,22 Euro) gekauft zu 7 Euro. Dies Zertifikat sollte als
Spekualtion auf eine schnelle Erholung nach dem Yukos-Debakel
gehalten werden. Bis heute notiert das Papier mit über 100 %
im Plus.


Nokia (WKN: 870737; NOK, $18,71) gekauft zu $11,80. Gedacht
als Langfristanlage hat diese Position bis heute 58 % Gewinn
erwirtschaftet. Laufen lassen.


Goldminen, USA

Newmont Mining (WKN: 853823; NEM; $57,14) gekauft zu 38,50
US-Dollar, konnte als Langfristposition bislang 49 % zulegen.


Royal Gold (WKN:885652; RGLD; $36,88) gekauft zu $18,50, das
Anlageziel von 27 US-Dollar wurde im letzten September
erzielt. Damit konnten 46 % Kursgewinn realisiert werden.


Goldminen, nicht USA


Compania de Minas Buenaventura SA (WKN:900844; BVN, $29,56 -
Peru) gekauft zu durchschnittlich $23,15. Das Kursziel von 30
US-Dollar bis Februar 2005 konnte nicht erreicht werden,
stattdessen wurde die Position zu 23,50 US-Dollar entsprechend
des von mir ausgegebenen Sicherheitsnetzes ausgestoppt. Somit
ergab sich nur ein leichter Gewinn von 1,5 %.


Durban Roordepoort Deep (WKN 865260, DROOY, $1,69 -
Suedafrika) zu durchschnittlich $2,59 gekauft. Noch im
November 2004 zog das Stopp Loss bei $1,60 und die Position
wurde mit einem Verlust von 38 % aufgelöst.


Wheaton River (WKN: 889191; WHT; $3,70 - Kanada) gekauft zu
$1,80. Sie sind knapp an dem von mir ausgegebenen Stopp Loss
Kurs von 3,07 US-Dollar ausgestoppt worden und konnten somit
70 % Kursgewinn realisieren.


ROHSTOFFE

BHP Billiton (WKN 850524; BHP; $35) gekauft zu $18. An diesem
weltweit größten Rohstoffunternehmen können Sie sehen, dass
man auch mit Giganten 100 % Kursgewinn einfahren kann. Die
Aktien von BHP Billiton gelten als Thermometer des
Rohstoffmarktes.

Phelps Dodge (WKN: 854909; PD, $149,33) gekauft zu
durchschnittlich $67,5. Langfristposition, die bis heute 121 %
im Plus notieren.


Kerr-McGee (WKN: 851470, KMG, $94,28) gekauft zu $52,
Zwischengewinne sollten zu $61 realisiert werden. Dies war
bereits im November 2004 der Fall, der Rest notiert heute mit
81 % im Plus.


Houston Exploration (WKN: 902921; THX, $53,83) gekauft unter
$49, Trailing Stopp von 15 % bei $52,53. Auch hier wurden
Teile mit plus 15 % realisiert. Rest wurde zum Trailing Stopp
mit Plus 7 % aufgelöst.


Technologie langfristig:

Charter Communication (WKN : 929140 ; CHTR; $1,21)
durchschnittlicher Einstieg bei $3,20, das Stopp Loss zog bei
2,10 US-Dollar und die Position wurde mit einem Minus von 34 %
aufgelöst.


J2 Global (WKN: 626300; JCOM, $43,79) gekauft zu
durchschnittlich $23,50. Ziel bis Ende 2004 war 45 US-Dollar,
dies wurde aber erst Ende 2005 erreicht. Somit dauerte es ein
wenig länger, um 91 % Kursgewinn sicherzustellen.


Fazit:

Die von mir analysierten Werte konnten Sie mit Hilfe der von
mir gegebenen Handlungsanleitungen höchst profitabel nutzen.
Wer sich danach richtete, konnte mit den 18 Positionen
durchschnittlich 44 % Gewinn einfahren. Von den 18 Positionen
wurden nur zwei mit einem Minus aufgelöst, der Rest brachte
Gewinne.

Natürlich können aktive Trader, die täglich ihr Depot
umschlagen, größere Gewinne einfahren – aber beurteilen Sie
selbst: Dafür, dass diese Werte von mir über ein Jahr lang
nicht mehr besprochen wurden, Sie also kaum mehr Arbeit in
Ihre Depotverwaltung stecken mussten, ist das Ergebnis von 44
% doch nicht schlecht, oder?

Wenn wir nun mit dem Heibel-Ticker wieder aktiv die Börse
beobachten und auf Änderungen reagieren, dann sollten wir
wieder gute Ergebnisse erzielen können.

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04. CHARTTECHNIK DOW JONES, Dax & GOLD, Öl, Dollar, Euro,
Yen, Nikkei
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Die Charts dazu können Sie im Kundenbereich unter
http://heibel-ticker.de/kundenbereich nachschlagen. Sie
benötigen dazu Ihre E-Mail Adresse und Ihr Passwort.

Charttechnik

Für kurzfristige Betrachtungen zur Bestimmung von optimalen
Ein- oder Ausstiegszeitpunkten sowie Marken wird die
Charttechnik zu Rate gezogen. Hier eine kurze Betrachtung
einiger wichtiger Charts:


Dow Jones Industrial 10.847 Punkte

Der im Jahr 2000 begonnene Abwärtstrend wurde Ende 2004 nach
oben durchbrochen. Seither bewegt sich der Dow Jones zwischen
10.000 und 11.000 Punkten seitwärts, wobei in dieser Phase
verschiedene Abwärtstrends allein durch die Zeit erfolgreich
überwunden wurden.

Eine neue Richtung wird der Dow Jones erst bekommen, wenn er
über 11.000 Punkte springt oder unter 10.400 Punkte sackt. Den
Schwankungen der letzten Monate zufolge und aufgrund des
aktuellen wirtschaftlichen Umfeldes erwarte ich für die
nächsten Wochen eher ein Abrutschen in Richtung 10.400 Punkte.
US-Aktien in meinem Depot würde ich darauf prüfen, ob sie
nicht besser verkauft werden sollten.


DAX 5.498 Punkte

Der Dax hat seit März 2003 über 125 % zugelegt. Das ist ein
Aufwärtstrend, der bislang noch voll intakt ist. Die obere
Begrenzung verläuft derzeit bei 5.500 Punkten, die untere bei
4.850 Punkten. Solange der Dax also nicht unter 4.850 Punkte
abrutscht, können Sie Ihre Dax-Positionen getrost weiterlaufen
lassen.


Gold 534 US-Dollar

In den letzten Wochen ist der Goldpreis abgehoben. In wenigen
Tagen schoss der Preis für die Feinunze Gold von 460 US-Dollar
auf 536 US-Dollar, um anschließend wieder auf 490 US-Dollar
zurückzufallen. Inzwischen wird ein neuer Anlauf für neue
Höchstkurse genommen. All dies spielte sich in nur acht Wochen
ab. Solche Kursschwankungen erinnern mich an die
Internetaktien im Jahr 1999 / 2000. Wer also behauptet, das
Anlegen in Gold sei ihm zu langweilig, der weiß nicht, wovon
er spricht.

Der Aufwärtstrend des Goldes hat seine Untergrenze bei 445 US-
Dollar. Die obere Begrenzung wurde durchbrochen, ein typisches
Verhalten bei Bullenmärkten. Warten Sie mit Goldkäufen auf die
nächste Konsolidierung von 5-8 %.


Crude Oil 61,04 US-Dollar

1999 konnten Sie das Fass Öl noch für unter 10 US-Dollar
erwerben. Inzwischen hat sich der Preis versechsfacht. Die
untere Begrenzung des Aufwärtstrends verläuft bei 56 US-
Dollar, nach oben ist Luft bis 73 US-Dollar. Auch hier gilt:
Erst ein Ausbrechen aus diesem Handelskanal bedeutet das Ende
des Aufwärtstrends.

Wussten Sie, dass die meisten Gewinnprognosen mit veralteten
Durchschnittspreisen für das Öl erstellt werden?
Analystenhäuser kommen kaum nach, den gestiegenen Ölpreis in
ihre Prognosen einzuarbeiten und hinken so der Realität stets
ein wenig hinterher. Der Energiesektor bleibt damit ein
Bereich, in dem noch weitere positive Ertragsüberraschungen
von Unternehmen zu erwarten sind.


Wechselkurs US-Dollar / Euro 1,1977 $/Euro

Während des „immerwährenden Wirtschaftsbooms" im Jahr 2000
stieg der US-Dollar auf 0,83 $ je Euro an. Die anschließende
Gegenbewegung endete zum Jahreswechsel 2004/2005 bei 1,36 $ je
Euro. Inzwischen notiert die Weltwährung wieder nahe der
Kaufkraftparität zum Euro, die meiner eigenen Rechnung zufolge
bei 1,15 $ je Euro liegt. Sollte sich der Kurs noch ein paar
Tage auf dem aktuellen Niveau halten, so ist der Aufwärtstrend
des US-Dollars von 2005 gebrochen. Es würde eine neue
Richtungssuche folgen.


Wechselkurs Yen / Euro 139,73 Y/Euro

Die heftigen Kursschwankungen des japanischen Yen, der im Jahr
1998 noch bei 165 Y/Euro notierte, anschließend jedoch bis 2000
auf 88 Y/Euro stieg, sind vorerst vorbei. Die japanische
Wirtschaft stabilisiert sich und der Wechselkurs pendelt seit
2003 zwischen 125 und 145 Y/Euro. Auch hier warten wir auf einen
Ausbruch aus dieser Handelsspanne, um eine neue Richtung zu
bestimmen.


Nikkei 16.111 Punkte

13 Jahre Baisse wurden 2003 mit einer Kursrallye von 60 %
beendet. 2004 bis Mitte 2005 folgte eine
Seitwärtskonsolidierung, seither schoss der Nikkei 46 % in die
Höhe. Zu spät, um jetzt noch einzusteigen! Warten Sie auf eine
Korrektur von mindestens 35 % des jüngsten Kursanstiegs. Dies
würde derzeit ein Korrekturpotential von 0,35 x (16.111-
11.000) = 1.789 Punkten bedeuten, also ein Korrekturziel von
16.111-1.789= 14.322 Punkten.

Ich werde Ihnen zu gegebener Zeit Anlagen aus Japan empfehlen,
jetzt aber noch nicht.


Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info@heibel-ticker.de



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05. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.


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