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11.05.2007:
______________________________________________

H E I B E L - T I C K E R P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
______________________________________________

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

2. Jahrgang - Ausgabe 19 (11.05.2007)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: KEINE ANGST VOR DER ÜBERFÄLLIGEN KORREKTUR
02. SO TICKT DIE BÖRSE: JAPAN FLUTET FINANZSYSTEM
03. AUSBLICK: ZEIT FÜR ERSTE KÄUFE
04. DEPOT-CHECK: WIE GUT IST IHRE RISIKOSTREUUNG?
SAP, CANON, ZÜRICH FINANCIAL, MEDTRONIC, PFIZER
05. LESERFRAGE: AMAZON
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

Nur für Heibel-Ticker PLUS Kunden: Hier können Sie die PDF-
Datei mit allen beobachteten Werten herunterladen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp-alle-0719-1812.pdf

Hier ist die PDF-Datei mit allen aktualisierten Werten zum
Herunterladen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp-neue-0719-1812.pdf

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01. INFO-KICKER: KEINE ANGST VOR DER ÜBERFÄLLIGEN KORREKTUR
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Liebe Börsenfreunde,

an 25 von den letzten 29 Tagen schloss der Dow Jones Index im
Plus. Einen solchen Lauf hatte er seit 80 Jahren nicht mehr.
Wundern Sie sich da über die Korrektur, die gestern von den
Medien auf die schlechten Einzelhandelsumsätze bezogen wurde?
Nein, die Einzelhandelsumsätze haben mit dieser kleinen
Verschnaufpause nichts am Hut.

Im heutigen Kapitel 02 habe ich einen interessanten
Zusammenhang zwischen der Dow Jones Entwicklung und dem
Wechselkurs des japanischen Yen zum US-Dollar vorgestellt. Der
Carry-Trade ist ein Faktor an den Finanzmärkten, den Sie
inzwischen verstehen sollten, denn er ist für die hohen
Leitzinsen in den Industrienationen mit verantwortlich
(gemeinsam mit dem Wirtschaftswachstum der BRICs und den
dadurch steigenden Rohstoffpreisen).

Im Ausblick stelle ich Ihnen heute ein Minenunternehmen vor,
das Zink, Kupfer und Blei abbaut. Die Preisschwankungen dieser
Industriemetalle waren in den vergangenen Monaten exorbitant
groß, dass sich heute ein guter Einstiegszeitpunkt ergibt.
Aber: Es ist noch keiner der Großen, ich spekuliere hier auch
darauf, dass viele Analysten in den nächsten Monaten auf dieses
günstig bewertete Unternehmen aufspringen.

Der heutige Depotcheck offenbart ein wenig zu viel Pharma.
Nachdem die Demokraten in den USA im Parlament die stärkste
Macht ausmachen, ist im Pharmabereich ohnehin nicht mit großen
Sprüngen zu rechnen. Gleich zwei solcher Aktien unter fünf sind
mir zu viel. Die anderen drei Unternehmen jedoch gefallen mir
sehr gut.

Amazon ist wieder da – und zwar mit bombig guten Zahlen. Der
Kurssprung war in meinen Augen gerechtfertigt, selbst wenn das
KGV nun über 100 notiert. Es ist nun spannend zu beobachten, ob
das Unternehmen in diese Bewertung hinein wächst, also der Kurs
seitwärts notiert bis die Gewinne das Niveau rechfertigen, oder
ob eine Korrektur folgt. Aufgrund der großen Shortquote würde
ich nicht auf eine Korrektur setzen. Mehr dazu in der heutigen
Leserfrage.

Doch nun lassen Sie sich nicht nervös machen vom heutigen
Ausverkauf. Der Mai ist bekannt für solche Kurseskapaden. Wir
haben in den vergangenen Wochen kräftig verkauft und suchen uns
nun wieder ein paar schöne Aktien zum Kaufen aus. Das Wetter
vor dem Fenster Ihres Autors unterstützt die akribische Suche
nach neuen Chancen – es regnet und ich bleibe gerne am Rechner.


Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: JAPAN FLUTET FINANZSYSTEM

Der DAX ist heute Vormittag bereits über 1 % im Minus. Der Dow
Jones hat gestern 1,1 % verloren. Schon am Dienstag
schwächelten die Aktienbörsen, aber erst am gestrigen
Donnerstag kam es zu einem regelrechten Ausverkauf.

Wieder einmal wird von den Medien das augenscheinlich
naheliegendste Argument als Ursache für den Ausverkauf
gebraucht: Schwache Einzelhandelsumsätze. Aber wie so oft
trifft das nicht den Kern, denn wenn Sie sich die größten
Verliererbranchen vom gestrigen Tag anschauen, so werden Sie
den Einzelhandel vermissen. Stattdessen sehen Sie Pharma und
Biotech, Gold und Energie, Halbleiter und Speicherplatten sowie
Finanzen und Broker unter den Hauptverlierern.

Gestern hatten Wal-Mart (WMT), Federated Department Stores (FD)
und Whole Foods Markets (WFMI) schlechte Quartalszahlen
vermeldet. Aber das war vom Markt erwartet worden und die
Branche verzeichnete nur geringe Kursabschläge. Bei Wal-Mart
wissen die regelmäßigen Leser des Heibel-Tickers unter Ihnen,
dass der Laden langsam zerfällt und für Wettbewerber ein
gefundenes Fressen darstellt. Whole Foods Markets haben wir vor
einigen Monaten im richtigen Augenblick verkauft, seither hat
das Unternehmen wie von mir erwartet eine Enttäuschung nach der
anderen präsentiert.

Doch schauen wir uns die Wochenperformance des Gesamtmarktes
einmal an:

INDIZES

10.05.07 Änd.

Dow Jones 13.215 -0,20%
NASDAQ 2.533 -1,25%
S&P 500 1.491 -0,73%
DAX 7.415 -1,08%
Nikkei 17.736 1,97%
Euro/US-Dollar 1,3506 -0,44%
Euro/Yen 161,66 -0,89%
10-Jahre-US-Anleihe 4,65% -0,01
Umlaufrendite Dt 4,26% 0,01
Feinunze Gold USD $666,20 -2,92%
Fass Crude Öl USD $61,81 -2,18%


Im Wochenvergleich hat sich der Dow Jones noch am besten
gehalten. Mit einem Minus von nur 0,2 % schnitt er deutlich
besser ab, als der Nasdaq mit Minus 1,25 % und der S&P 500 mit
Minus 0,73 %.

Von den vergangenen 29 Handelstagen schloss der Dow Jones 25
mal im Plus. Das ist die längste Rallye seit 80 Jahren, also
seit 1927 kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Sie wissen ja, die
Börse steigt immer nur unter Schwankungen und bei 25 Plus-Tagen
von 29 Tagen ist nicht viel von Schwankungen zu sehen. Um so
heftiger könnte nun die überfällige Korrektur ausfallen.

AUSBLEIBEN POSITIVER ÜBERRASCHUNGEN

Überfällig und somit völlig unabhängig von den schlechten
Einzelhandelszahlen. Wenn Sie sich die Tagesmeldungen der
vergangenen Wochen anschauen, dann werden Sie jeden einzelnen
Tag eine positive Überraschungsmeldung finden. Die
Quartalsergebnisse der Unternehmen sollten Analystenschätzungen
zufolge um 3,2 % ansteigen, nachdem sie im vorhergehenden
Quartal um sensationelle 8 % angestiegen waren. Doch zu aller
Überraschung waren die Ergebnisse um durchschnittlich 12 %
angestiegen. Während die Binnenkonjunktur der USA tatsächlich
schwach war, kompensierte das Exportgeschäft diese Schwäche und
sorgte bei international ausgerichteten Unternehmen für
Rekordergebnisse...

...bei international ausgerichteten Unternehmen. Da sind wir
wieder. Der Einzelhandel ist ziemlich national orientiert, die
nationalen Einzelhandelsumsätze sind, wie der Begriff schon
sagt, national. Dort gibt es keine Chance für internationale
Umsätze, die die schwache Binnenkonjunktur unterstützen
könnten. Und somit sind die schwachen Einzelhandelsumsätze
nicht weiter verwunderlich. So ist also zu erklären, dass die
Aktien des Einzelhandels nicht weiter ausverkauft wurden.

Stattdessen wurden die Aktien mit den größten Kursgewinnen der
vergangenen Wochen verkauft. ExxonMobil (XOM), J.P. MorganChase
(JPM), Amgen (AMGN) und Johnson & Johnson (JNJ) waren die
Tagesverlierer.

Also, es waren nicht die schwachen Einzelhandelsumsätze, die
den Ausverkauf auslösten. Vielmehr war es das Ausbleiben einer
erneuten positiven Überraschungsmeldung, die zu den längst
überfälligen Gewinnmitnahmen führte. An solchen Tagen bin ich
froh, dass wir in den vergangenen Wochen verstärkt Positionen
verkauft und aufgelöst, Gewinne gesichert haben. Endlich haben
wir wieder ein wenig Bargeld auf der hohen Kante liegen und in
ein paar Tagen ergeben sich bestimmt einige attraktive
Kaufgelegenheiten. Eine davon habe ich Ihnen heute schon im
Kapitel 03 – Ausblick ausgearbeitet.


FED MACHT NICHTS

Die US-Notenbank hat am Mittwoch ihre Zinsentscheidung bekannt
gegeben. Entgegen meiner ursprünglichen Erwartung von vor
einigen Wochen hat die Fed den Zins unverändert belassen. Ich
hatte meine Erwartung in der vergangenen Ausgabe entsprechend
angepasst. Allerdings halte ich das Vorgehen der Fed für einen
Fehler.

Denn die schwachen Einzelhandelsumsätze haben das Problem der
USA wieder zum Vorschein gebracht: Die Binnenkonjunktur ist
schwach. Die Rekordergebnisse der amerikanischen Unternehmen
beruhen auf den starken Exporten, auf der großen Nachfrage aus
China. Der Inflationsdruck im Land wird zu einem großen Teil
durch die hohen Energiepreise sowie die angestiegenen
Rohstoffkosten verursacht. Diese sind jedoch nicht mit einer
Zinspolitik der USA beeinflussbar, sondern beruhen auf der
robusten Wirtschaft der BRICs (Schwellenländer Brasilien,
Russland, Indien und China). Warum also in Dreiteufelsnamen
lässt die Fed den US-Leitzins bei 5,25 % anstatt durch eine
Zinssenkung der Binnenwirtschaft unter die Arme zu greifen?

Es wird nun versucht, eine US-Dollar Stabilität herbeizuführen,
die der US-Wirtschaft schadet. Vielleicht ist dies allerdings
im internationalen Währungsgefüge ein Segen, denn der US-Dollar
braucht ein wenig Stärke, um seinen weiteren Ausverkauf zu
verhindern.

Allerdings konnte der US-Dollar lediglich gegenüber dem Euro
und dem Gold ansteigen, gegenüber dem Yen verlor er an Boden.
Und ein fester Yen gegenüber dem US-Dollar hat verheerende
Folgen für die offenen Positionen (geschätzt derzeit 1 Billion
US-Dollar) von Carry-Trades. Ein guter Teil dieser Carry-Trades
wird im Dow Jones angelegt. Mit dem niedrigen japanischen
Kreditzins wird dann also auf einen steigenden US-Dollar sowie
steigenden Dow Jones gesetzt.

Wenn der US-Dollar gegenüber dem Yen jedoch fällt, dann wird
die in US-Dollar angelegte Kreditsumme weniger wert, die
zurückzuzahlende Kreditsumme in Yen gerechnet steigt an. In
einem solchen Marktumfeld werden Carry-Trades aufgelöst und
zurückgeführt. Mit anderen Worten: Aktien des Dow Jones werden
verkauft, die Barmittel werden von US-Dollar in Yen umgetauscht
und nach Japan transferiert, dort wird dann der offene Kredit
zurückgezahlt. Dieses Geld ist dann verschwunden, die
Liquidität sinkt.

Die Folge ist ein fallender Dow Jones und ein steigender Yen.
Wenn Sie die Entwicklung des Dow Jones und des Yen-
Wechselkurses übereinander legen, werden Sie einen
überraschenden Gleichlauf der beiden Kursverläufe feststellen.
Ich habe Ihnen die Graphik unter
http://www.heibel-ticker.de/empfehlung.php?id=43
vorbereitet. Es ist schon erstaunlich, wie groß der Einfluss
der Carry-Trades auf den Wechselkurs ist.

Bleibt noch das große Wochenplus im Nikkei zu erklären. Nun, in
der Vorwoche war die „Goldene Woche" in Japan. Drei der fünf
Wochentage waren Feiertage und an den zwei verbleibenden Tagen
wurde kaum gehandelt. Somit hatte der Nikkei nach all den guten
Ereignissen in der Finanzwelt während der Vorwoche in dieser
Woche einfach Nachholbedarf.

Der feste US-Dollar hat sowohl beim Goldpreis, als auch beim
Ölpreis Spuren hinterlassen. Beide Preise fielen um über 2 %.
Beim Gold kam hinzu, dass Gerüchten zufolge Notenbanken,
insbesondere die EZB, große Goldverkäufe getätigt haben sollen.
In Indien steht die Hochzeitssaison vor der Tür, eine
Jahreszeit, in der der Goldpreis erfahrungsgemäß weiter
ansteigt. Denn in Indien werden die Bräute mit Gold behangen um
den Wohlstand zu zeigen.

Die Notenbankverkäufe haben also den Goldanstieg meiner Ansicht
nach ein wenig verzögert und auf dem aktuellen Niveau lohnen
sich Nachkäufe.

A-propos EZB, diese hatte gestern getagt und EZB-Chef Jean-
Claude Trichet verwendete in seinem Statement die magische
Formulierung, dass man künftig den Inflationsrisiken eine „hohe
Wachsamkeit" beimessen werde. Das ist die Formulierung, die
bereits bei den vorangegangenen sieben Zinsschritten verwendet
wurde. Ich gehe also davon aus, dass nächsten Monat eine
Anhebung des europäischen Leitzinses von 3,75 % auf 4 %
erfolgen wird.

Gleichzeitig hat die englische Notenbank eine Zinsanhebung
durchgeführt. In England steht der Leitzins inzwischen bei 5,5
%.

Wenn ich mir die Zusammenhänge zwischen dem Yen und dem Dow
Jones anschaue, dann drängt sich mir noch eine ganz andere
Vermutung auf: Der niedrige Zins in Japan (0,5 %) führt über
die Carry-Trades (1 Billion US-Dollar) in Verbindung mit dem
schwachen Yen (Big Mac in Japan am billigsten) zu einer
Liquiditätsschwemme, die sämtliche Notenbanken der
Industrienationen zu einem höheren Zinsniveau zwingt.

Japan ist auch nach dreizehn Jahren Baisse (1990 bis 2003) die
zweitgrößte Wirtschaftsnation unserer Erde. Den Carry-Trade
habe ich bereits mehrfach erklärt. Unter anderem Hedgefonds
nehmen einen Kredit in Yen auf, zahlen den niedrigen Zins und
transferieren das Geld unter anderem in die USA. Dort werden
dann unter anderem Dow Jones Aktien gekauft. In den vergangenen
Jahren konnten sie sich darauf verlassen, dass sowohl der Dow
Jones an Wert zulegt, als auch der japanische Yen an Wert
verliert. Es wurde also ein doppelter Kursgewinn mit nicht
vorhandenem Geld erzielt.

Aber die Carry-Trade Kredite wurden nicht nur in US-Dollar
getauscht, sondern auch in Euro, in britische Pfund,
australische Dollar und sogar chinesische Renminbi. Das Geld
aus Japan kursiert also in unserem Weltfinanzsystem und sucht
sich Anlagemöglichkeiten. Geld, wohl gemerkt, das eigentlich
gar nicht existiert, denn es wurde ja durch Kredite geschaffen.

Mit einem Volumen von einer Billion US-Dollar, in Zahlen
1.000.000.000.000, kursieren hier also hochspekulative Gelder
umher, die Aktien- und Anleihekurse in die Höhe treiben. Auch
Gold und Öl wird nachgefragt, der Preisdruck auf diese Waren
wird also ebenfalls erhöht. Und natürlich werden die so
geschaffenen Gewinne konsumiert, es entsteht also durch diesen
unproduktiven Prozess sogar noch zusätzliche Nachfrage nach
Wirtschafts- und Konsumgütern. Kurz gesagt: Da wird Liquidität
in das Weltfinanzsystem gepumpt, die sich jeglicher Kontrollen
durch nationale Notenbanken außerhalb Japans entzieht. Eine
zusätzliche Liquiditätsschwemme also.

Ich behaupte, ohne die Carry-Trades hätten wir weltweit
niedrigere Leitzinsen. Aber an der Börse gibt es kein „hätte"
oder „würde", sondern wir können nur feststellen, dass es so
ist. Eine kleine Korrektur im Dow Jones verstärkt sich selbst
durch die folgende Auflösung von Carry-Trades.

Erst dieser Tage habe ich wieder verstärkt die Panik-Briefe
erhalten. „Sichern Sie Ihr Vermögen bevor es zu spät ist" oder
„Das Weltfinanzsystem vor dem Crash" und ähnlich lauten die
reißerischen Überschriften. Meine Empfehlung dazu: Werfen Sie
diese Schriften sofort in den Papierkorb, denn sie sind das
Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

Vielmehr kenne ich diese Hiobsbriefe nun schon seit Jahren und
ich kenne inzwischen sogar die Texte. Das Freche daran: Die
Formulierungen werden kaum noch verändert, lediglich die
Zahlenbeispiele werden aktualisiert. Aber das Ende des
Weltfinanzsystems ist noch immer nicht eingetreten.

Ich werde im nächsten Kapitel detailliert auf die möglichen
Entwicklungen der nächsten Tage und Wochen eingehen. Außerdem
habe ich eine Aktie mit rosigen Aussichten für Sie vorgestellt,
die bislang noch kaum von Analysten aufgegriffen wurde. Ihre
Chance, von Anfang an dabei zu sein.

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03. AUSBLICK: ZEIT FÜR ERSTE KÄUFE
==============================================================

Zunächst noch ein paar Worte zur aktuellen Börsenlage: Jawohl,
wie auch im vergangenen Jahr findet auch in diesem Mai eine
kräftige Korrektur statt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die
oben aufgeführten Zusammenhänge mit dem Carry-Trade zu einer
mehrtägigen Korrektur führen, vielleicht sogar wieder einige
Wochen anhalten.

Allerdings habe ich Ihnen in der Ausgabe vom vergangenen
Freitag detailliert ausgearbeitet, warum die Hausse
anschließend wieder aufgenommen wird. Die Märkte sind voll von
Liquidität, das Bewertungsniveau der Unternehmen ist trotz der
großen Kursanstiege noch immer günstig.

IMMOBILIENKRISE NICHT GEFÄHRLICH

Aber auch die Bären haben Munition und werden diese in den
nächsten Tagen abfeuern. Ein beliebter Punkt ist der
Immobilienmarkt. Nachdem nun das Zinsniveau in den USA bei 5,25
% auf hohem Niveau bleibt, werden Bären schon bald eine
Fortsetzung des Immobiliencrashs ausrufen. Ein leichtes Spiel,
denn viele Anleger fürchten noch immer den Immobilienmarkt als
Auslöser einer Rezession.

Dabei wissen wir, dass diese Angst völlig unbegründet ist.
Fannie Mae und Freddie Mac, die beiden staatlich abgesicherten
Hypothekenrefinanzierer, haben in den vergangenen Wochen ihre
Aktivitäten verstärkt. Geld für Hypothekenkredite ist also
reichlich vorhanden, Refinanzierungen können den einen oder
anderen retten. Allerdings wird es weiterhin ein paar
Zwangsversteigerungen geben. Diese bleiben jedoch auf die
zweitklassigen Kreditschuldner beschränkt.

Für einen Immobiliencrash müssten plötzlich die
Kreditsicherheiten für alle Hypothekenkredite angehoben werden.
Nur dann könnte es zu einer Kettenreaktion kommen. Durch die
aktive Rolle Fannie Maes und Freddie Macs ist diese Gefahr
jedoch nicht gegeben, selbst wenn Sie in den nächsten Tagen
wieder vermehrt Crashpropheten über den Immobilienmarkt
lamentieren hören.


ARBEITSMARKTPROBLEME WURDEN ERWARTET

Neben dem Immobilienmarkt bietet auch der Arbeitsmarkt Munition
für die Bären. Nachdem die Arbeitslosigkeit in den
Wintermonaten erstaunlich niedrig blieb, steigt sie nun doch
etwas an.

Ich habe Ihnen genau das vor einigen Monaten schon
prognostiziert. Der milde Winter hat dazu geführt, dass mehr
gebaut werden konnte. Auch die Zahlen des Einzelhandels sind
von diesem milden Winter begünstigt und fallen daher jetzt,
nach einigen kälteren Wochen in den USA, vergleichsweise
schlecht aus. Es ist dadurch nun aber nicht so, dass sich die
Situation verschlechtert, sondern die jährliche saisonale
Verbesserung fand in diesem Jahr bereits im Winter statt.


An 25 von 29 Handelstagen schloss der Dow Jones im Plus. Eine
solche Rekordserie schreit geradezu nach einer heftigen
Korrektur. Ich möchte Ihnen hier also keine heile Welt
vorgaukeln und ich möchte auch nicht nach nur einem
Korrekturtag zum Sturm blasen. Vielmehr erwarte ich für die
nächsten Wochen unruhige Zeiten an der Börse, wie ich es
bereits in den letzten Ausgaben angekündigt habe.

Ich bin froh, dass wir einige Positionen glatt gestellt haben.
Heute stelle ich Ihnen ein Unternehmen vor, das bereits um 8 %
korrigierte und damit erste Käufe rechtfertigt. Aber auch diese
Aktie könnte noch weiter unter Druck geraten, bevor der
langfristig von mir erwartete Anstieg erfolgt.


LUNDIN MINING

Ende März habe ich in der Ausgabe 07/13 bereits von Lukas
Lundin gesprochen. Damals wurde ich von einem Leser auf die
Aktien von Denison Mines angesprochen, und obwohl ich diesem
Uranproduzenten gute Noten gab, hielt ich die Dominanz des
Milliardärs Lundin an diesem Unternehmen für gefährlich. Ein
Unternehmen, das maßgeblich in der Hand von einer Person oder
einer Gruppe ist, unterliegt dessen Interesse – und bevor ich
in dieses Unternehmen investiere, muss ich dessen Interessen
sehr gut kennen.

Mulitmilliardär Lundin hat aber noch andere Unternehmen,
insbesondere sein Unternehmen Lundin Mining liegt ihm am
Herzen. Hieran hält er jedoch nur einen kleinen Anteil, 85 %
der Aktien befinden sich im Umlauf. Damit ist die Preisbildung
bei dieser Aktie wesentlich fairer, als bei einer Aktie, deren
Kurs maßgeblich von einer Person beeinflusst werden kann.

Aber schauen wir uns doch einmal an, was genau Lundin Mining
macht. Das Unternehmen ist vor einem Jahr aus der Fusion mit
EuroZinc entstanden. Die Zentrale ist in Kanada, wie es sich
für eine Minengesellschaft gehört. Das operative Geschäft wird
jedoch von Stockholm, Schweden aus gesteuert. Lukas Lundin ist
übrigens Russe.

Derzeit verfügt das Unternehmen über vier laufende Minen: Zwei
in Schweden, eine in Irland und eine in Portugal. Ende dieses
Jahres soll eine weitere Mine in Portugal ans Netz gehen.
Darüber hinaus hat das Unternehmen vielversprechende
Explorationsprojekte in Eritrea, Kanada, Russland und in
Spanien. Außerdem sucht Lundin praktisch auf der ganzen Welt
nach lukrativen Minen.

Das Angenehme daran: Lundin verdient schon das Geld, was es in
die Suche und Entwicklung von neuen Minen investiert. Es ist
nicht auf Kredite oder Kapitalerhöhungen angewiesen. Die
langfristigen Schulden betragen 46 Mio. US-Dollar, dem stehen
400 Mio. US-Dollar in der Kasse gegenüber. Hinzu kommt ein
jährlicher freier Cashflow von 154 Mio. US-Dollar.

Das KGV des Unternehmens beträgt 12, die Umsätze sind
allerdings im laufenden Quartal rückläufig gewesen. Schuld
daran war ein Unglück in der Mine in Irland, bei dem am 28.
Februar ein Mitarbeiter ums Leben kam. Diese Mine hat im
vergangenen Quartal in Folge des Unglücks deutlich weniger
produziert, als sonst.

Aber auch die Preise für die Industriemetalle sind nach den
Rekordhöhen im vergangenen Herbst eingebrochen. Umsatz und
Gewinn waren daher rückläufig, der Aktienkurs ist in Folge
dieses enttäuschenden Ergebnisses eingebrochen.

Allerdings hat der CEO Karl-Axel Waplan darauf hingewiesen,
dass aufgrund von Lieferproblemen die Lagerhallen Lundins voll
seien. Die Lieferprobleme kämen nun dem Unternehmen zugute,
denn vor dem Hintergrund anziehender Preise könnten nun die
Lagerbestände zu wesentlich besseren Preisen verkauft werden,
als noch im vergangenen Quartal.

Zu den Industriemetallen Lundins gehören Zink, Blei, Kupfer
sowie auch das Edelmetall Silber. Die Preise für Zink, Bleib
und Kupfer waren im ersten Quartal deutlich niedriger als im
vierten Quartal vergangenen Jahres. Der Preisrückgang betrug 15
bis 25 %. Daher ist das schlechte Quartalsergebnis keine
wirkliche Überraschung. Vielmehr führte in meinen Augen die
allgemeine Korrektur vom gestrigen Donnerstag zu dem Ausverkauf
bei den Aktien von Lundin Mining.

Aber uns soll es recht sein, wir können daher auf niedrigem
Niveau eine erste Position eingehen. Denn das Unternehmen
mausert sich in meinen Augen zu einem erstklassigen
Minenunternehmen, das sowohl aus eigener Kraft lukrativ
arbeiten kann, als auch für einen der Großen ein attraktives
Übernahmeziel darstellt.

Ich spekuliere nicht gerne auf eine Übernahme. Das gleicht
einem Lotteriespiel. Aber wenn ein Unternehmen als
Übernahmeziel taugt, dann spricht dies für einen höheren Wert
des Unternehmens. Bei Lundin sind sowohl die laufenden Minen
als auch die laufenden Minenerschließungen attraktiv. Denn
Unternehmen wie BHP Billiton, Rio Tinto oder auch Anglo
American müssen in einem Marktumfeld wie diesem auf Teufel komm
raus weiter wachsen. Und neue Minen zu erschließen ist für
solche Giganten viel zu aufwendig – da kauft man sich lieber
ein kleines Unternehmen mit großen Minenbeständen. Das spart
vor allem Zeit.

Aber auch wenn Lundin nicht zu einem Übernahmeziel wird,
sondern aufgrund der komfortablen Bargeldausstattung selber
kleinere Minen am Markt aufkauft und so sein Portfolio weiter
ausbaut, ist dieses Unternehmen bestens positioniert.

In Deutschland wird Lundin noch kaum von Analysten behandelt.
Auch in den USA gibt es erst einen Analysten, der das
Unternehmen offiziell verfolgt. Aber seit der Fusion Lundins
mit EuroZinc vor einem Jahr hat das Unternehmen eine
Marktkapitalisierung von 3 Mrd. Euro und sollte allein aufgrund
seiner Größe schon bald von weiteren Analysten in die
Beobachtung aufgenommen werden. Und je mehr Analysten eine
Aktie beobachten, desto mehr Anleger werden darauf aufmerksam
gemacht.

Insbesondere vor dem Hintergrund des aktuell schlechten
Quartalsergebnisses, das aufgrund von einigen Sondereffekten
verdorben wurde (Minenunfall, rückläufige
Industriemetallpreise, Lieferprobleme) ist es nicht
verwunderlich, dass der Kurs erst einmal den Rückwärtsgang
eingelegt hat. Nach Höchstkursen bei 13,78 US-Dollar notiert
die Aktie nun bei 12,70 US-Dollar. Das Rückschlagspotential für
die nächsten Wochen liegt meiner Ansicht nach bei bis zu 11,50
US-Dollar.

Ich würde daher zu Kursen unter 12,75 US-Dollar eine erste
Position eröffnen. Zu Kursen unter 11,80 US-Dollar würde ich
dann nochmals nachkaufen.

Nochmals zu Erinnerung: Meine Vorgehensweise ist stets, in
mehreren Schritten einzukaufen. Lundin Mining halte ich
aufgrund des jungen Alters des Unternehmens für eine
Spekulation, die wir ins US-Depot nehmen. In Deutschland ist
noch kein nennenswerter Handel dieses Papiers vorhanden, obwohl
München die Aktien schon listet.

Wenn Sie nun 100 Aktien von diesem Unternehmen als Spekulation
kaufen möchten, dann sollten Sie zunächst nur 50 Aktien kaufen,
bei einem Rückschlag unter 11,80 US-Dollar können Sie dann die
restlichen 50 Aktien kaufen. Bei Ordergebühren von (je nach
Broker) ca. 20 USD je Transaktion ergibt sich folgende
Rechnung:

Kauf heute: 50*12,75 USD = 637,50 USD zzgl. 20 USD Gebühren.
Kauf später: 50*11,80 USD = 590 USD zzgl. 20 USD Gebühren.

Sie haben also durch den schrittweisen Einstieg 47,50 USD
weniger für die 100 Aktien ausgegeben, zahlen dafür jedoch 20
USD mehr an Gebühren. Es bleibt eine Ersparnis von 27,50 USD.
Sobald Sie mit größeren Beträgen arbeiten wird sich Ihre
Ersparnis aus dieser Vorgehensweise noch vergrößern, da die
Gebühren weitgehend konstant bleiben.

Wenn der Kurs natürlich nun sofort ansteigt, dann fahren wir
eben nur mit einer halben Position mit. Aber ich bin dann damit
auch zufrieden, denn ich möchte nicht so viele Aktien von
Lundin haben, wenn sie nur so knapp unter ihrem Höchststand
notieren.

Sollte der Kurs nochmals in Richtung 10,50 USD fallen, so würde
ich gegebenenfalls erneut zugreifen und die zuvor mit 100
Aktien beabsichtigte Position gegebenenfalls verdoppeln.
Gegebenenfalls heißt in diesem Falle: Nur dann, wenn nicht
irgendwelche Gründe für den Kursverfall verantwortlich sind,
die mich von einem weiteren Kauf der Aktien abhalten.

Als Kursziel bis zu diesem Herbst würde ich 15 US-Dollar sehen.

Hintergrund meiner Spekulation ist diesmal auch ein
Bauchgefühl. Ich sage Ihnen dies sehr offen, da ich bei der
Vorstellung dieser Aktie merke, dass mir die harten Fakten
fehlen. Ich kann Ihnen nicht beweisen, warum diese Aktie in so
und so viel Monaten auf diesen oder jenen Kurs steigen sollte.

Aber ich kann Ihnen sagen, dass ich merke, wie dieses
Unternehmen in einem absolut umworbenen Markt Stück für Stück
sein Portefeuille ausbaut. Die Analystenpräsentation des
Unternehmens ist sehr stark auf die Projekte bezogen, die von
Analysten beliebten Bilanzzahlen sind nur schwer zu finden.

Die Analystenmeinungen über Lundin, die ich finden konnte, sind
durchweg positiv, aber auch ihnen fehlen die Fakten. Ich denke,
dass das junge Unternehmen Lundin diese Fakten schon bald
vorkauen wird (in der Bilanz sind sie heute schon zu finden,
ich habe ja ein paar dieser trockenen Zahlen einfließen
lassen).

Sie kennen das Wachstum Chinas und die Knappheit der
Industriemetalle auf den Weltmärkten. Die Preise werden weiter
steigen, das Preistal vom ersten Quartal dieses Jahres wird
sich schon bald als letzte Einstiegsgelegenheit erweisen.

Die Empfehlung ist als spekulativ einzustufen, da erst ein paar
Katalysatoren eintreten müssen, um dem Kurs Beine zu machen.
Aber es gibt eine solche Vielzahl an möglichen Katalysatoren
(steigende Preise, Auflösung der Lagerbestände, bessere
Auslastung ohne Minenunfälle, positive Analystenstimmen, ...),
dass ich einen Kursanstieg für sehr wahrscheinlich halte. Je
mehr dieser Katalysatoren eintreten, desto größer wird der
Kurssprung ausfallen.

Also: Setzen Sie nicht viel Geld, aber spielen Sie mit ein
wenig Spielgeld bei dieser Spekulation mit. Die Fakten werden
sich erst im Laufe des Kursanstiegs ergeben.

Lundin Mining Corp.
US-Kürzel LMC
Kurs 12,66 USD
Kaufen unter 12,75 USD
Nachkaufen unter 11,80 USD
Ziel 15 USD bis Herbst, wesentlich mehr, falls Katalysatoren
eintreten.


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04. DEPOT-CHECK: WIE GUT IST IHRE RISIKOSTREUUNG?
SAP, CANON, ZÜRICH FINANCIAL, MEDTRONIC, PFIZER
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Risikostreuung/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

==========

FRAGE:

Sehr geehrter Herr Heibel,

danke für Ihren guten und interessanten Börsenbrief. Ihre
Argumente zu dem Verkaufen sind gut, bringen aber
Langfristanleger in "Not". Man will ja eigentlich erst in 20
Jahren verkaufen (ich bin jetzt 45), aber ist man mit den
jetzigen Unternehmen noch richtig aufgestellt.

Die größten Fragezeichen hätte ich bei SAP, Canon, Zürich
Financial, Medtronic und Pfizer.

Mit besten Grüßen, Henrik aus Jena


ANTWORT:

Vielen Dank für Ihr Lob. Ich denke, die Zeiten unserer
Elterngeneration sind vorbei, in denen man eine Aktie kaufte
und bis zur Rente liegen lies. Länger als 18 Monate kann kein
seriöser Analyst die Zukunft einer Aktiengesellschaft
vorhersagen. Es ist also keine Schande, immer wieder einmal
Anpassungen vorzunehmen. Bei den heutzutage niedrigen
Transaktionskosten ist das wohl auch nicht weiter schwer.

Zu Ihrem Portfolio:

SAP

Europas größte Softwareschmiede, derzeit hat der Kurs meiner
Einschätzung nach Nachholbedarf. Die Querelen mit Oracle,
meistens erzeugt durch Vorwürfe von Oracle, haben dem Kurs
zugesetzt. Die heutige Aussage des CEOs Henning Kagermann, dass
SAP weiterhin vorwiegend organisch, also ohne Zukäufe, wachsen
will, flößt Vertrauen ein.


CANON

Der Japaner hat erfolgreich den Markt für Digitalkameras
besetzt. Der Kurs ist in den vergangenen 18 Monaten abgehoben,
das KGV ist mit 18 jedoch noch immer in Ordnung. Die Gewinne
wachsen mit 13 % p.a., das Unternehmen hat einen Sack voll
Bargeld auf der hohen Kante liegen und ist bereit, auf dem
Internationalen Markt mitzuspielen. Voraussetzung dafür: Der
Yen muss sich stabilisieren.


ZÜRICH FINANCIAL

Ein KGV von 10 ist bei Versicherungen nicht außergewöhnlich.
Das Unternehmen wächst mit 7 % p.a. und verfügt über eine
attraktive Dividendenrendite von 3,3 %. Dennoch sind immer
wieder Jahre mit niedrigen Gewinnen verantwortlich für eine
niedrige Bewertung der Aktien. Für einen langfristig
orientierten Anleger ist diese Aktie eine sichere Bank.


MEDTRONIC

Das Unternehmen hat kleine elektromechanische Geräte, die bei
Herz-Rhythmus-Erkankungen angewendet werden. Seit fünf Jahren
bewegt sich der Kurs nicht, denn der Erfolg des Unternehmens
war bereits vor fünf Jahren absehbar und die Aktien hatten dies
vorweg genommen. Inzwischen ist das Unternehmen in seine
Bewertung hinein gewachsen, das KGV von 23 ist für das
Umsatzwachstum von 10 % angemessen.

Ich sehe hier jedoch auch auf Sicht von weiteren 12 Monaten
keinen Katalysator für einen Kursanstieg. Langweilig.


PFIZER

Das Unternehmen verliert bald die Patentrechte auf einige
seiner Kassenschlager, anschließend werden Generika zu einem
Bruchteil des Preises angeboten werden. Neue Blockbuster hat
Pfizer nicht in der Pipeline. Daher ist das KGV von 10 in
meinen Augen mehr als angemessen, denn das Umsatzwachstum von 6
% wird das Unternehmen nicht mehr lange halten können. Ich
würde eher noch weiter fallende Kurse erwarten, Pfizer würde
ich abstoßen.


FAZIT:

Software (SAP), Finanzen (Zürich Financial) und Technologie
(Canon) gefallen mir gut. Auch ein Pharma oder Biotechwert
würde mir gut gefallen, aber weder Pfizer noch Medtronic hauen
mich vom Hocker. Amgen oder Genentech gefallen mir da besser.

Die internationale Streuung gefällt mir gut: Japan (Canon), USA
(Pfizer und Medtronic) sowie Deutschland (SAP) und die Schweiz
(Zürich Financial) bilden die Industrienationen gut ab.

Wenn Sie 45 Jahre alt sind, dann könnte Ihr Depot ruhig ein
wenig mehr Risiko vertragen: Die meisten Ihrer Werte verfügen
über ein etabliertes Geschäft, Sie könnten auch einmal auf ein
junges, aufstrebendes Unternehmen der Pharmabranche setzen.

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05. LESERFRAGE: AMAZON
==============================================================

Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage
veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen
Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens
100 Mio. Euro bzw. USD.

=================

FRAGE:

Hallo Herr Heibel,

nun ist Amazon durchgestartet, was halten Sie von einem Put auf
Sicht von 12 Monaten.

Eine Korrektur wird wohl kommen und dann wären doch ca. 50 %
drin oder?

Beste Grüße, Carsten aus Pinneberg


ANTWORT:

Amazon hat bereits eine Short-Ratio von 9,7, d.h. es braucht
das Handelsvolumen von knapp 10 Tagen, um die offenen Short-
Positionen von Amazon aufzulösen. Mit solchen Kennzahlen
erwarte ich nun eher einen Short Squeeze als einen Rückfall auf
das alte Kursniveau.

Mit einem KGV von 100 ist Amazon sicherlich exorbitant hoch
bewertet - aber die Aktie ist im Aufwärtstrend. Die Gewinne
steigen um 117 %, auch in den kommenden Monaten erwarte ich
solche Zuwachsraten und damit ist das KGV schon in einem Jahr
bei 50 - und das bei einem Umsatzwachstum von 30 %. Das ist
dann in Ordnung.

Wenn Sie einen Put kaufen, dann höchstens weil der Kursanstieg
eine Konsolidierung nach sich ziehen könnte. Diese könnte 1/3
des Kurssprungs ausmachen, also (63 USD - 45 USD) / 3 = 6 USD.
Das Korrekturziel liegt also bei 63 - 6 = 57 USD. Gleichzeitig
ist die Gefahr eines Short Squeeze hoch.

Ich halte so eine Spekulation für keine gute Idee.

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06. BEOBACHTETE WERTE
==============================================================

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst. Selten sind diese
Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie
einmal die Woche dort hinein schauen.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am
oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titel aktuelle
Anmerkungen erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie
angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den
spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen
Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine
Risikostreuung berücksichtigen.

Weiter habe ich in Empfehlungen unterschieden zwischen denen,
die vorwiegend über die deutschen Börsen zu haben sind, und
jenen, die Sie in Ihr US-Depot kaufen sollten.

Insgesamt gibt es nun also vier Kategorien: Deutsches Depot
lang- und kurzfristig sowie US-Depot lang- und kurzfristig.

Unter „Änd" steht die Gesamtveränderung seit Empfehlung. Unter
„Woche" steht die Änderung zur Vorwoche. Unter „Empf." steht
die Empfehlung, ob diese Position zu H - Halten, K - Kaufen,
V - Verkaufen ist oder mit einem SL - Stop Loss versehen werden
sollte.


Firma Kürzel Kauf am 10.5.07 Änd. Woche Empf.

DEUTSCHES DEPOT
LANGFRISTIG
UBS UB0BL6 12.5.06 46,53 € 4% 0% H
Apple Comp. 865985 21.1.06 77,92 € 49% 5% H
Anglo American 922169 29.12.06 42,37 € 14% 5% H
DB Japan ETF DBX1MJ 27.2.07 38,14 € -6% 2% K
Goldbarren 100 gr. 13.10.06 1.574,00 € 2% -2% H
Goldmünze 20 Mk Wi 13.10.06 109,50 € -9% -2% H
GMAC 2010 5,75% 908511 24.3.06 99,70 € 8% 0% SL

SPEKULATIV
ABB 919730 4.8.06 14,56 € 46% -2% SL
Nabors Ind. 662778 21.1.06 24,67 € -13% 7% H
Gold Zert. ABN 859341 2.6.06 50,08 € 2% 1% H
Berentzen AG 520163 28.7.06 5,61 € -20% -2% H
Matsushita 853666 27.2.07 14,87 € -3% 0% K

US-DEPOT
LANGFRISTIG
Goldman Sachs GS 23.6.06 $223,10 49% 1% H
Google GOOG 20.10.06 $461,47 8% -2% H
Sears Holding SHLD 20.10.06 $176,02 1% -7% H
BHP Billiton BHP 26.1.07 $51,46 29% 3% H
Japan ETF EWJ 27.2.07 $14,43 -4% 0% K
Gold&Silberfo CEF 13.10.06 $9,23 14% -3% H

SPEKULATIV
Marvell MRVL 17.4.06 $17,35 -21% 1% K
Gold ETF GLD 13.10.06 $66,00 13% -2% H
Silber ETF SLV 13.10.06 $129,53 13% -3% H
Fannie Mae FNM 10.11.06 $62,06 3% 2% H
DRD Gold A0DNZ1 3.11.06 $0,83 -36% -5% H
Transocean RIG 19.1.07 $87,95 17% -2% H
Annaly Cptl. Mg NLY 23.3.07 $15,72 6% -1% H
Silber ETF SLV 13.10.06 $133,17 16% 0% H
Fannie Mae FNM 10.11.06 $61,10 2% 3% H
DRD Gold A0DNZ1 3.11.06 $0,87 -33% 18% H
Transocean RIG 19.1.07 $89,65 20% 4% H
Annaly Cptl. Mg NLY 23.3.07 $15,89 7% -1% H

SL: GMAC Anleihe bei 98 % zur Absicherung der Gewinne wegen
unsicherer Zukunft GMs
SL: ABB Stop Loss auf 12,67 EUR heraufsetzen

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info@heibel-ticker.de

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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.


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