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28.07.2017:



H E I B E L - T I C K E R    P L U S

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

12. Jahrgang - Ausgabe 30 (28.07.2017)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Fester Euro und Autoschummelei lastet auf DAX
02.So tickt die Börse: Starker Euro und Kartellvorwürfe der Autobauer belasten DAX
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Panik bietet zumindest kurzfristig spekulative Chance
 -
04.Ausblick: DAX 11.300 als schlimmstes Korrekturziel, aber auch Rallye möglich
05.Wunschanalyse: Tesla Motors
 - Tesla Motors:
06.Update beobachteter Werte: Alphabet, Facebook, Call 16.03.18 DAX 12800, Cameco, Call 16.03.18 DAX 12800, DEAG Deutsche Entertainment
 - Alphabet: Langfristig top, kurzfristig flop
 - Facebook: Startup-Wachstum
 - Call 16.03.18 DAX 12800: Fed überraschend defensiv, Sentiment im Keller, jetzt endlich einsteigen
 - Cameco: Gesunde Bilanz durch Kosteneinsparungen
 - Call 16.03.18 DAX 12800: Fed-Entscheidung könnte Kaufgelegenheit erzeugen
 - DEAG Deutsche Entertainment: Warten auf Godot
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Fester Euro und Autoschummelei lastet auf DAX

Liebe Börsenfreunde,

Janet Yellen hat meinen Wunsch nach Details über den Ausstieg aus der Liquiditätsflutung nicht erfüllt, entsprechend ist der Euro in die Höhe geschnellt und der DAX unter Druck. Die Kartellvorwürfe der Automobilindustrie belasten zusätzlich. Da treten gute Q-Zahlen der Unternehmen in den Hintergrund, wie ich Ihnen in Kapitel 02 aufzeige.

Die Stimmung ist in Panik umgeschwenkt, nachdem viele Anleger noch lange an der Rallye festhielten. Panik kann ein guter Zeitpunkt für eine Long-Spekulation sein, wie ich Ihnen in Kapitel 03 zeige.

Der heutige Ausblick beschäftigt sich mit dem möglichen maximalen Korrekturziel. Wie wahrscheinlich dessen Erreichen ist und wie ich mich positioniere, erfahren Sie in Kapitel 04.

Die heutige Wunschanalyse betrachtet Tesla Motors. Dabei hole ich ein wenig weiter aus und stelle den Batterieantrieb dem Verbrennungsmotor gegenüber. Befinden sich unsere Autobauer auf dem Holzweg oder unterliegen wir alle einer Wahrnehmungsverzerrung? In Kapitel 05 erfahren Sie meine Meinung zu diesem Thema.

Wie immer gibt es einige wichtige Updates zu unseren offenen Portfoliopositionen in Kapitel 06. Diese Woche erreicht die Berichtssaison ihren Zenit, es gibt viele Zahlen auszuwerten.

Eine Übersicht über unser Portfolio finden Sie in Kapitel 07.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/htp170730.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Starker Euro und Kartellvorwürfe der Autobauer belasten DAX

Diese Woche hat die US-Notenbank getagt. Fed-Chefin Janet Yellen hat im Anschluss ein überaus gemäßigtes Statement veröffentlicht. Gemäßigt, weil viele von ihr bereits konkrete Hinweise auf die anstehende Rückführung der ausgeuferten Fed-Bilanz erwartet hatten. Die Fed hat so viele Unternehmensanleihen gekauft, dass ihre Bilanz in den vergangenen Jahren auf 4,5 Billionen USD angewachsen ist. Diese Papiere muss die Fed im Rahmen der Normalisierung auf den Finanzmärkten nun auslaufen lassen, betroffene Unternehmen müssen sich über den freien Markt refinanzieren. Das wird das Zinsniveau in den USA nach oben drücken, auch ohne dass die Fed den Leitzins erhöht.

Ich hatte für diese Woche mit konkreten Hinweisen darauf gerechnet, wie diese Rückführung nun vonstatten gehen soll. Diese Informationen blieb uns Janet Yellen allerdings schuldig, stattdessen verwies sie mit allgemeinen Aussagen darauf, dass erst im September Konkreteres zu erwarten sei. So ist das Fed-Statement fast dem vom Juni identisch.

Die Haltung, die Straffung der Geldpolitik in die Zukunft zu verschieben, wird mit einer lockeren Geldpolitik gleichgesetzt, der Politik der Tauben (Friedenstaube sorgt für viel Liquidität, im Gegensatz dazu sorgt ein Falke für eine Verknappung der Liquidität). Ich bin in einem heutigen Update zu unserem DAX-Call näher auf die Auswirkung dieser Entscheidung - und nicht-Entscheidung - eingegangen.

Diese Woche haben die meisten der US-Unternehmen Quartalszahlen veröffentlicht. Die Zahlen sind überwiegend positiv ausgefallen, entsprechend stürmten die US-Aktienindizes von einem Allzeithoch zum nächsten, bevor nun zum Ende der Woche eine Verschnaufpause erfolgt.

Hier in aller Kürze ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind:

AMD lieferte überraschend gute Quartalszahlen, wobei doch Nvidia dem Wettbewerber vermeintlich die Butter vom Brot nehmen soll. Das ist nicht der Fall, der Markt für Graphikchips ist groß genug für zwei Anbieter. Nvidia hat die besten Chips für künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und High-End Spiele. AMD hingegen hat sich nun im Bereich der ökonomischen Graphikchips für Spiele einen Platz gesichert und bietet seine Chips zum Schürfen von Bitcoins an.

Ja, Sie haben richtig gehört, Bitcoins werden im Internet durch Rechnerleistung geschürft, wie man in einer Mine nach Gold schürft. Je mehr Bitcoins im Umlauf sind, desto aufwendiger wird das Schürfen neuer Bitcoins. Inzwischen ist ein Niveau erreicht, dass neue Bitcoins kaum noch geschürft werden können, ganze Rechenzentren sind für diese Tätigkeit abgestellt und dort wird jede verfügbare Rechenkapazität genutzt. AMD hat einen Weg gefunden, die Prozessorleistung der Graphikchips in diesen Prozess einzubinden.

Die Aktie ist infolge der Quartalszahlen um 10% angesprungen. Im Anschluss ist die Aktie jedoch wieder auf das Niveau von vor den Q-Zahlen zurückgekommen. In meinen Augen zu Unrecht, da die Nachfrage nach Graphikchips, seien es die von Nvidia, oder die von AMD, ungebremst ist und die beiden Anbieter die Preise setzen können.

AT&T hat ebenfalls Q-Zahlen veröffentlicht, die Begeisterung bei den Anlegern auslösten. Die Aktie ist um 8% angesprungen, für einen 200 Mrd. USD-Konzern nicht schlecht. AT&T hat Time Warner übernommen und in das Portfolio von DirectTV eingegliedert. Lange blieb unklar, was AT&T an Time Warner so schätzt, doch in der anschließenden Analystenkonferenz hat CEO Stephenson über den Erfolg der HBO-Serie Game of Thrones geschwärmt, HBO gehört zu Time Warner. Also: Auch AT&T hat sich auf die Contenterstellung für TV-Serien gestürzt.

McDonalds hat ebenfalls Zahlen veröffentlicht, die Aktie sprang um 4% an. CEO Steve Easterbrook wird nun das Problem der Warteschlagen konsequenter angehen, er möchte sich an Wettbewerbern wie Starbucks orientieren, um mobile Bestellungen im Laden bereits fertigzustellen, bevor der Kunde eintrudelt. Der Brite Easterbrook wurde mit Skepsis als CEO von McDonald empfangen, doch er bringt einen Bereich nach dem anderen in Ordnung. Die Aktie ist seit seinem Amtsantritt im Jahr 2015 um 50% angesprungen.

Die größte Überraschung lieferte Boeing, insbesondere vor dem Hintergrund der gleichzeitig enttäuschenden Ergebnisse des europäischen Rivalen Airbus. Boeing CEO Dennis Muilenburg gab bekannt, dass man in den kommenden 20 Jahren von einer stabilen Fliegernachfrage ausgehe, insgesamt würden 41.000 Flieger im Wert von 6,1 Billionen USD nachgefragt werden. Das wirke sich insbesondere auf die Gewinnentwicklung positiv aus, so Muilenburg, der sowohl einen höheren Gewinn für das abgelaufene Quartal verkündete, als auch die Gewinnprognose für das laufende Jahr anhob. Die Probleme bei der Auslieferung von gleich drei Flugzeugtypen aus dem Vorjahr seien behoben, damit könne man sich nun auf die profitable Auslieferung der exorbitant langen Bestellliste konzentrieren.

Ganz anders sieht es bei Airbus aus, dort sind die Probleme noch immer nicht behoben. Die Streitigkeiten über die Mehrkosten der Entwicklung des Militärtransporters A400M scheinen schwer lösbar, Airbus streitet sich mit mehreren Regierungen über die Übernahme der Mehrkosten.

Der neue Kurzsstreckenflieger A320 hat Probleme mit neuen Triebwerken. Die Triebwerkhersteller liefern nicht, was Airbus bestellt hat, auch hier gibt es Streit über die Schuldzuweisung. Ungeachtet dessen hält Airbus an seiner Jahresprognose fest, wobei dazu natürlich die Triebwerkhersteller ihre Verpflichtungen erfüllen müssten, so Airbus. Es ist absehbar, dass dieser Satz schon jetzt die Schuld weiter in Richtung Pratt & Whittney bzw. Rolls Royce dirigiert.

Und schließlich ist das fliegende Hochhaus, der A380, zum Ladenhüter geworden. Die Produktionskapazität wird gedrosselt, im laufenden Jahr auf 15, nächstes Jahr auf 12 und ab 2019 auf nur noch 8 Flieger im Jahr. Das sieht mir nach einem geordneten Rückzug aus.

Boeings Dreamliner hat das Rennen gemacht, Boeing hatte sich auf Spritsparen konzentriert, während Airbus mit dem A380 Kapazität und Reichweite maximierte. Unterschiedlicher könnten die beiden Quartalszahlen nicht ausfallen: Boeing steigert die Produktion und freut sich, die Probleme der vergangenen Jahre ad acta zu legen. Airbus drosselt die Produktion und kriegt die Altlasten nicht vom Bein.

Schauen wir einmal, wie sich die wichtigsten Indizes in der abgelaufenen Woche entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES27.7.17Woche ΔΣ '17 Δ
Dow Jones21.769 0,6%10,2%
DAX12.212 -1,9%6,4%
Nikkei20.080 -0,3%5,0%
Shanghai A 3.404 0,2%4,7%
Euro/US-Dollar1,170,4%10,9%
Euro/Yen129,84-0,3%5,6%
10-Jahres-US-Anleihe2,31%0,04-0,14
Umlaufrendite Dt0,28%-0,040,29
Feinunze Gold$1.259 1,3%9,4%
Fass Brent Öl$51,49 4,1%-9,2%
Kupfer6.324 6,2%16,6%
Baltic Dry Shipping942 -2,3%1,5%



Erneut ist der DAX kräftig eingebrochen (-1,9%), während Dow Jones (+0,6%) und Nikkei (-0,3%) moderat seitwärts liefen. Die Ursache sehe ich im starken Euro (+0,4%), der den DAX belastet.

Das Geld, das aus dem DAX abgezogen wird, findet teilweise eine neue Heimat in Anleihen, die Rendite ist um 0,04%punkte gesunken während in den USA die Rendite um 0,04%punkte gestiegen ist.

Der Goldpreis, gemessen in US-Dollar, erholt sich weiter (+1,3%). Dank des starken Euros ist der Goldpreis bei uns um 2% abgesunken. Der Ölpreis erholt sich weiter, mit einem Plus von 4,1% wurden die 50 USD/Fass Brent Nordseeöl Marke übersprungen. Ich denke, die Ölpreiserholung nähert sich damit ihrem Ende.

Mal schauen, wie sich die Anlegerstimmung in dieser turbulenten Woche entwickelt hat.




03. Sentiment: Panik bietet zumindest kurzfristig spekulative Chance

Es sei schwer abzuschätzen, wie weit der DAX noch sinken werde, bevor internationale Anleger mit ihren Verkäufen aufhören. Schlimmstenfalls könnten Anleger dem DAX für diesen Sommer den Rücken kehren, schrieb ich vor einer Woche. Tatsächlich ist der DAX nochmals deutlich gefallen. Der starke Euro sowie die Kartellvorwürfe in unserer Automobilbranche haben den DAX belastet.

Entsprechend attestieren inzwischen 57% (+19%) unserer Umfrageteilnehmer dem DAX einen Abwärtsimpuls, weitere 38% (-1%) gehen von einer übergeordneten Seitwärtsbewegung aus. Andere Meinungen gibt es nicht mehr, so einig waren sich Anleger selten. Die Stimmung unter den Anlegern ist somit auf das tiefste Niveau seit dem Brexit gefallen, also tiefer als nach dem Wahlsieg Donald Trumps.

Ein paar Wenige haben auf den fortwährenden DAX-Einbruch spekuliert (+5% auf 12%). Jeder Dritte (+3%) wurde jedoch von der DAX-Entwicklung überrascht, weitere 24% (+4%) wurden sogar auf dem falschen Fuß erwischt. Nur noch jeder Dritte (-12%) hat diese Entwicklung zum größten Teil so erwartet. Damit ist die Selbstzufriedenheit der Anleger auf einem sehr tiefen Niveau, wenngleich diese Unzufriedenheit vor wenigen Wochen noch größer war.

Der Optimismus hingegen springt weiter an, 37% (+1%) erwarten für den DAX in drei Monaten steigende Kurse, während nur noch 16% (-2%) einen Abwärtsimpuls fürchten. Von einer Bodenbildung gehen ebenfalls 16% aus (+5%), eine Seitwärtsbewegung erwartet jeder Dritte (-1%). Damit steigt der Zukunftsoptimismus weiter an und erreicht erneut das höchste Niveau des laufenden Jahres.

Und Anleger wollen ihrer Überzeugung Taten folgen lassen: jeder Vierte (+5%) möchte in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen, nur noch 14% (-2%) wollen sich von Aktien trennen. Weiterhin abwarten möchten 63% (-3%). Die Investitionsbereitschaft war seit dem Wahlsieg Trumps nicht mehr so groß.

Das Euwax-Sentiment bricht ein. Privatanleger, die über die Euwax auf einen steigenden oder fallenden DAX spekulieren, haben ihre Long-Positionen der Vorwochen aufgelöst und sind nun überwiegend neutral positioniert. Doch sie warten gespannt auf einen Zeitpunkt, zu dem sie wieder einsteigen können. Das Google-Sentiment für den Suchbegriff DAX ist auf ein neues Jahreshoch gesprungen, Interesse am DAX ist also vorhanden. Doch das durch Google gemessene Interesse kann auch auf Angst beruhen, Anleger, die sich von ihren Positionen verabschieden.

Institutionelle Anleger, die sich über die Eurex absichern, sind weiterhin stark short abgesichert, es werden überdurchschnittlich viele Puts gekauft.

Der technische Angst und Gier Index des S&P 500 zeigt mit 73% schon fast extreme Gier an (ab 75%). In den USA ist eine Korrektur also fällig. Auch Institutionelle Anleger haben ihre Investitionsquote um 10% auf 94% erhöht und spiegeln damit ebenfalls die große Gier wider. Der Bulle/Bär-Index der US-Privatanleger steht mit 10,14% ebenfalls so hoch wie seit Ende Januar nicht mehr.

Sentimentdaten

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Daimler, Adva Optical Netw, Nordex, Johnson & Johnson

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Brenntag, NVIDIA, Royal Dutch Shell, iRobot, SolarWorld

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel

In Deutschland sind wir dem Boden der Korrektur nah. Einmal abgesehen davon, dass wir derzeit unsere wichtigste Industrie selber demontieren, waren die überwiegenden Q-Zahlen bislang sehr gut.

In den USA hingegen ist die Korrektur an den Aktienmärkten überfällig. Ob die zwei Tage Korrektur reichen, wird sich zeigen. Auch in den USA sind die Q-Zahlen überwiegend positiv gewesen. Doch wir befinden uns mitten im Sommerloch und es wäre nicht überraschend, wenn die aktuelle Korrektur irgendwann einfach endet und eine Gegenbewegung in den USA einige Wochen auf sich warten lässt.

Doch zurück zum DAX: Die Stimmung unter den Anlegern kann man mit "Panik" beschreiben. Das ist in der Regel zumindest kurzfristig eine gute Gelegenheit für eine Long-Spekulation. Erst später wird sich zeigen, ob wir bereits den Boden der Korrektur getroffen haben, oder ob die Korrektur in ein paar Tagen nochmals Fahrt aufnimmt.







04. Ausblick: DAX 11.300 als schlimmstes Korrekturziel, aber auch Rallye möglich

Okay, in den vergangenen vier Wochen ist der DAX um 6% gefallen. Das ist nicht unbedingt viel, wenn wir uns die vorangegangene Performance von sechs Monaten anschauen: +23%. Wenn der DAX zwei Drittel dieses Kursanstiegs nunmehr konsolidiert, und das wäre noch immer im Rahmen einer übergeordneten Rallye möglich, dann könnte der DAX in den kommenden Sommerwochen noch in Richtung 11.300 absacken. Unser DAX-Call würde dann auch im vierten Versuch scheitern, danach würde ich diese Korrektur abwarten.

Doch nachdem ich heute die Panik in dem Umfrageergebnis unserer Sentiment-Plattform gesehen habe, bin ich durchaus guter Dinge, dass wir Anfang nächster Woche zumindest eine kleine Gegenbewegung sehen werden.

Grundsätzlich sind die Q-Zahlen von fast allen Unternehmen bislang positiv ausgefallen. Auch die Konjunkturdaten in Europa sowie die Frühindikatoren sind positiv: Der Ifo-Geschäftsklimaindex erreicht mit 116 das höchste Niveau seit zig Jahren. Auch das GfK-Konsumklima notiert auf Rekordniveau. Entsprechend werde ich die Meldungslage in den kommenden Tagen beobachten und im Verlauf der Woche beurteilen, ob wir unseren DAX-Call frühzeitig auflösen, oder aber ob wir unsere Positionen im Depot aufstocken.

Heute will ich es bei dieser kurzen Einschätzung belassen, auch bei mir kehrt so langsam Sommerlaune ein. Die wesentlichen Einschätzungen habe ich ohnehin bereits in den Updates eingebaut.



05. Wunschanalyse: Tesla Motors

Mit herkömmlichen Bewertungsmaßstäben lässt sich der Aktienkurs von Tesla nicht rechtfertigen. Ich habe mich in dieser Wunschanalyse daher ein wenig tiefer mit den Rahmenbedingungen beschäftigt, die CEO Elon Musk zu seinen visionären Konzepten geführt haben. Erst dann lässt sich erahnen, wohin die Reise mit und für Tesla geht.

Tesla Motors

Do, 27. Juli um 16:46 Uhr

Erfolgreich trotz Widerstand

Mitte 2014 habe ich Tesla zuletzt im Rahmen der Wunschanalyse eingehend analysiert. Mein Urteil damals: Für langfristig orientierte Investoren ist die Aktie zu hoch bewertet, für Spekulanten jedoch ein Versuch wert (siehe http://www.heibel-unplugged.de/?p=2062 ).

Die Aktie hat anschließend zweieinhalb Jahre auf der Stelle getreten, um im vergangenen halben Jahr in der Spitze um 100% anzuspringen. Aktuell konsolidiert die Aktie 15% unter ihrem Allzeithoch und ich werde in dieser Wunschanalyse untersuchen, wohin die Reise als nächstes geht.


Klimaschutz ist nicht gleich Umweltschutz

Zu Beginn meiner Analyse möchte ich den Kern der öffentlichen Kontroverse aufgreifen, die es um die Elektromobilität versus Verbrennungsmotor gibt. Seit dem Pariser Klimaabkommen heißt es nicht mehr Umweltschutz, wenn die Schadstoffemissionen von Autos reduziert werden sollen, sondern Klimaschutz. Dem Begriff liegt die Überzeugung zugrunde, dass der menschgemachte CO2-Ausstoß maßgeblich an der weltweiten Klimaerwärmung beteiligt ist.

Diese Überzeugung wurde vom IPCC, dem Weltklimarat, wissenschaftlich hergeleitet (http://www.de-ipcc.de/media/content/2001-synthese.pdf ). Mit dem Pariser Klimaabkommen (http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/paris_abkommen_bf.pdf) fand diese Erkenntnis Ende 2015 Eingang in die internationale Politik. Nun setzen alle Länder der Welt – außer den USA – alles daran, die Emissionen von Schadstoffen und von CO2 zu vermindern, um die Erderwärmung zu stoppen.

Kritiker unterscheiden zwischen Schadstoffemissionen und der CO2-Emission. CO2 ist ein natürliches Gas, das zu etwa 0,038% in der Luft vorkommt. Unsere Luft besteht im Wesentlichen aus Stickstoff (78,08%) und Sauerstoff (20,94%). CO2 wird von Pflanzen für die Photosynthese benötigt, um bei Sonneneinstrahlung Sauerstoff zu produzieren.

Ich habe mich nun intensiv mit dem CO2 als der vermeintlichen Ursache für die Erderwärmung beschäftigt und kann diese wissenschaftliche Erkenntnis nicht nachvollziehen. Zu einleuchtend sind die Argumente der Kritiker, die bislang jeden Beweis wiederlegen konnten. Sei es, dass die Erderwärmung bereits mit dem Bau der ersten Fabrik in England vor über 150 Jahren begann, sei es, dass die Biomasse in den vergangenen 10 Jahren um 8% gestiegen ist (trotz Urwalabholzung). Sei es durch die Einführung der Sonnenaktivität als maßgeblichen Beeinflussungsfaktor für das Erdklima, seien es auch Zyklen der Meere, die sich alle 50 Jahre ein wenig erwärmen und danach wieder etwas abkühlen.

Für mich sind die bisherigen Modelle noch kein ausreichender Beweis, um CO2 als Klimakiller zu brandmarken...

...dessen ungeachtet ist CO2 meiner Ansicht nach umweltschädlich. Und als Umwelt bezeichne ich meine Umwelt, also die Luft, die mich umgibt. In einer Stadt mit vielen Autos ist die Luft schlecht, weil zu viel CO2 emittiert wird. Das Ziel, die Innenstädte frei von dem Abgas der Autos mit Verbrennungsmotoren zu machen, halte ich für gut. Die Idee, damit die Erderwärmung aufzuhalten, halte ich für Größenwahn.

Derzeit fahren die Elektroautos, die den Verbrennungsmotor ersetzen sollen, noch mit Lithium-Batterien. Für die Gewinnung des Lithiums für eine Batterie des Tesla Model S wird so viel Energie benötigt, wie eine Mercedes S-Klasse durchschnittlich an Benzin verbraucht. Okay, dieser Vergleich ist populistisch und ich habe die Berechnung nicht kontrolliert, aber es verdeutlicht, dass unsere derzeitige Batterietechnik nicht unbedingt umweltfreundlicher ist, wenn wir die ganze Erde betrachten. Die Energie wird beim Elektroauto eben nur woanders eingesetzt, überwiegend bei der Gewinnung von Lithium.


Entwicklungsperspektiven der Antriebstechnologien

So ist es wenig verwunderlich, dass eines der heißesten Forschungsgebiete unserer heutigen Zeit die Batterieforschung ist. Dort testet man jegliche alternativen Energieträger, um die heute dominierenden Lithium-Ionen abzulösen. Denn die heutige Technologie verliert über die Zeit schnell an Kapazität und ist entzündlich, wie wir an verschiedenen brennenden Teslas schon gesehen haben.

So hat Swatch-Gründer Nick Hayek Lithium durch Vanadium ersetzt und spricht von einer um 30% größeren Reichweite seiner Autos, die mit Vanadium-Akkus betrieben werden. Hayek arbeitet mit dem chinesischen Autobauer Geely zusammen, zu dem inzwischen auch Volvo gehört.

In Österreich hat ein kleines Start-Up Lithium-Batterien mit einer Kühlflüssigkeit umgeben und so Kühlung und Feuerschutz optimiert. In Pilotautos wurde das Batteriegewicht deutlich reduziert, die Energiedichte erhöht und somit die Reichweite deutlich vergrößert – je nach Konfiguration um bis zu 100%.

In den USA wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem statt des flüssigen Lithiums festes Aluminium eingesetzt werden kann. Die Speicherkapazität solle sich dadurch verdreifachen, die Akkus lassen sich schneller laden und sind länger haltbar. Zudem können sie auch bei hohen Minusgraden eingesetzt werden, wo Lithium-Ionen ihre Grenzen haben.

Also: Höhere Energiedichte, andere Materialien, neue Bauformen für die Batteriemodule, ... es gibt viele Stellschrauben, an denen derzeit geforscht wird, um die Akku-Technologie zu verbessern. Wenn wir uns vor Augen halten, dass die Diesel-Technologie bereits seit vielen Jahrzehnten optimiert wird, sehen die Entwicklungsmöglichkeiten für Batterien deutlich besser aus. Doch auch für den Verbrennungsmotor gibt es eine alternative Sichtweise, wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass CO2 die Erde erwärmt.

Ein Ingenieur aus der Automobilbranche hat mir vor einiger Zeit, lange vor dem Diesel-Skandal, erklärt, dass es schon lange möglich ist, Diesel- und Ottomotoren völlig frei von Schadstoffemissionen zu betreiben. Es gibt Technologien, die auch die letzten Rußpartikel, das letzte Schwefeldioxidmolekül und sämtliche Benzole und Aldehyde aus dem Abgas herausfiltern. Doch diese Technologien sind nicht nur teuer, sondern verbrauchen auch viel Energie (sprich: Sprit). Deren Einsatz erhöht also den Spritverbrauch der Autos und erhöht dadurch wiederum den CO2-Ausstoß.

Lassen Sie uns nun mit diesem Wissen die Aktie von Tesla näher anschauen: Wie schnell werden Elektroautos den Verbrennungsmotor verdrängen? Oder wird es vielleicht für viele Jahrzehnte eine Koexistenz beider Antriebstechnologien geben, wobei der Verbrennungsmotor aus Langstrecken eingesetzt wird und das Elektroauto in der Stadt dominiert?


Erstes Serienmodell 3 läuft heute vom Band

Tesla hat mit dem Elektro-Roadster, basierend auf dem Modell Elise, bis 2010 Erfahrungen mit der Elektromobilität gewonnen, ging seit 2014 mit dem Model S in den Wettbewerb gegen die S-Klasse von Mercedes und den 7er BMW und legte 2016 das Model X als Herausforderung für die SUV-Branche nach.

Ende Juni ist nun die Serienfertigung des Model 3 angelaufen, der für den Massenmarkt gedacht ist. Für Ende dieser Woche ist die erste Auslieferung an einige Kunden geplant. Für die Modelle S & X legen Sie gerne mal 100.000 Euro auf den Tisch, das Model 3 kostet nur 35.000 USD. Mal sehen, wie viel das Auto dann ab 2018 in Deutschland kosten wird – ich fürchte, die 35.000 Euro wird Elon Musk hier nicht einhalten können.

Interessant wird es, wenn wir uns die Produktionszahlen von Tesla anschauen. Im Jahr 2016 wurden 84.000 Teslas gebaut, etwa 60% Model S und 40% Model X. Das waren 64% mehr als im Vorjahr. Für das laufende Jahr 2017 werden 116.000 Model S&X erwartet, ein Plus von 38%.

Zusätzlich kommen dieses Jahr bereits einige Model 3 Autos hinzu: Im Juli erst mal 30, im August dann 100, im September schon 1.500 und bis Dezember soll die Produktion auf 20.000 Autos im Monat hochgefahren werden. Es handelt sich um eine sehr sportliche Startphase, immerhin vervierfacht Tesla monatlich die Produktionsmenge. Wenn wir diese Zahlen zusammen addieren, dürfte Tesla in diesem Jahr die Anzahl der produzierten Autos um 70% steigern.

Mit einem Ziel von 500.000 Autos für das Jahr 2018 und sogar eine Millionen für 2020 behält Tesla ein atemberaubendes Wachstum bei.


Bewertung mit anderem Maßstab

Ich brauche Ihnen hier nicht vorzurechnen, dass ein KGV von -437 nicht vernünftig ist. Auch wenn ich Ihnen erzähle, dass 8,5 Mrd. USD Jahresumsatz mit 56,8 Mrd. USD Marktkapitalisierung bewertet werden, also einem Kurs/Umsatz-Verhältnis von 6,7, kann ich Sie nicht davon überzeugen, dass die Aktie günstig ist.

Immerhin konnte CEO Elon Musk vor einigen Monaten die Befürchtungen seiner Kritiker widerlegen, die eine baldige Pleite des Unternehmens vorhersahen. Das Wachstum müsse finanziert werden, so die Kritiker, und Kapitalerhöhungen würden den Anteil der bestehenden Anleger so weit verwässern, dass irgendwann keiner mehr bereit ist, die Aktien zu behalten. Das Gegenteil war der Fall, nach der Kapitalerhöhung gewann die Aktie von Tesla erst richtig an Fahrt. Denn die Kapitalerhöhung ließ sich problemlos platzieren, Tesla hat nun 4 Mrd. USD in Cash zur Verfügung und es hat sich gezeigt, dass Tesla auch jederzeit wieder mehr Geld einsammeln kann, wenn nötig.

Rechnen wir also einfach mal aus wie Tesla im Jahr 2020 aussehen könnte, wenn die Pläne aufgehen.

Tesla würde dann 1 Mio. Autos bauen, davon schätzungsweise 150.000 Model S & X zu je 100.000 und 850.000 Model 3 zu je 35.000 USD produzieren. Das ergibt einen Jahresumsatz von knapp 45 Mrd. USD.

Bei einer Gewinnmarge von 5%, ich denke, Tesla wird mangels Altlasten eine höhere Gewinnmarge haben als die etablierten Autobauer, würde Tesla im Jahr 2020 also 2,25 Mrd. USD Gewinn einfahren. Das KGV zum heutigen Kurs betrüge dann 56,8/2,25= 25. Für ein Unternehmen mit explosivem Wachstum wäre das im Jahr 2019 nicht zu viel. Im Jahr 2017 ist das jedoch ziemlich ambitioniert.

Doch ganz nebenbei plant CEO Elon Musk übrigens noch eine Revolution im LKW-Markt. Schon im September soll ein E-Laster präsentiert werden, der emissionsfrei durch die Städte rollen kann. Gerade DHL und UPS werden sich für diese Präsentation interessieren.

Zudem baut Tesla mit der Giga-Factory die größte Batteriefabrik der Welt, die weltweite Batterieproduktion wird allein durch die Giga-Factory verdoppelt. Tesla wird günstige Beschaffungskosten für Batterien haben, was sich vorteilhaft auf die Gewinnmarge auswirkt.

Und zu guter Letzt stattet Tesla die Giga-Factory mit Solarmodulen von SolarCity aus, sein Solarunternehmen, das Tesla kürzlich gekauft hat. Wenn das erfolgreich aufgesetzt wird, freut sich Tesla künftig auch noch über günstige Energiekosten – zumindest tagsüber, wenn die Sonne scheint. Nachts kann dann Energie aus den Batterien gezogen werden, die ja vor Ort produziert wurden und auf ihren Einsatz in die Autos warten.

Wenn ich mir diese Projekte von Elon Musk vor Augen führe, dann sind die 5% Gewinnmarge vielleicht zu konservativ gerechnet. Musk hat bereits mehrfach bewiesen, dass er visionäre Ziele konsequent umsetzen kann. Und für ein Unternehmen mit einem Visionär an der Spitze, der sich mit Werner von Siemens, Henry Ford oder Steve Jobs vergleichen lässt, ist ein KGV 2020e von 25 vielleicht doch nicht zu viel.


Ladestation Innenstadt: Hindernis der Elektromobilität

Ob der Begriff Hindernis, Hürde oder Herausforderung zutreffend ist, wird die Zukunft zeigen. Während es für Besitzer von Häusern meist problemlos möglich ist, eine Ladestation für das E-Auto auf dem Gelände unterzubringen, stellen sich für Bewohner von Wohnungen große Aufgaben. Die meisten Häuserbesitzer wohnen außerhalb von Städten, das widerspricht aber meiner obigen Schlussfolgerung, dass die E-Mobilität gerade in den Städten aus Umweltschutzgründen wünschenswert ist. Wie kann man Straßenzüge mit Ladestationen versehen, die ein Vielfaches der Stromkapazität haben müssen als sämtliche Wohnungen des Straßenzugs zusammen genommen? Da gibt es große Herausforderungen für die Energiekonzerne.

Doch wenn ich mir die Infrastruktur anschaue, die für Verbrennungsmotoren geschaffen wurde, dann wird es auch für Ladestationen Lösungen geben. Fraglich ist lediglich, wie lange es dauern wird.


FAZIT
Mein Fazit heute lautet ähnlich wie vor drei Jahren: Tesla ist sehr hoch bewertet, fundamental lässt sich der Aktienkurs kaum rechtfertigen. Doch Gründer und CEO Elon Musk verdient einen Vertrauensvorschuss für seine neuen Projekte, mit denen er die Mobilität der Zukunft definiert. Wussten Sie übrigens, dass Sie beim Model 3 neben der Farbe keinerlei Ausstattungsoptionen haben? Musk macht das Auto austauschbar und geht damit den Stolz des deutschen Autofahrers (über 50) an. Die Jugend, die ohnehin nur möglichst stressfrei von A nach B gelangen möchte, unterstützt die Idee von Musk.

Wer also seine Altersversorgung anlegen möchte, der muss sich dessen bewusst sein, dass nur ein kleiner Teil der Visionen von Elon Musk Probleme bekommen muss, um die Aktie deutlich einbrechen zu lassen. Ich würde meine Altersversogung nicht in Tesla anlegen.

Wer jedoch Geld anlegen möchte, das er in den kommenden Jahren nicht benötigt, der kann auf der Tesla-Welle schwimmen. Mag sein, dass die Aktie zwischenzeitlich kräftig Federn lässt, doch die Elektromobilität wird in der Welt von Morgen ein wesentlicher Bestandteil im Verkehrskonzept sein. Und Tesla wird richtungsweisend und führend neue Technologien und Konzepte auf den Markt bringen und damit seinen Marktanteil sukzessive vergrößern. Ans Geldverdienen wird ein so visionär geführtes Unternehmen ähnlich wie Amazon erst in ferner Zukunft denken.



06. Update beobachteter Werte: Alphabet, Facebook, Call 16.03.18 DAX 12800, Cameco, Call 16.03.18 DAX 12800, DEAG Deutsche Entertainment

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.


Alphabet
Langfristig top, kurzfristig flop

Fr, 28. Juli um 13:16 Uhr
Google hat gestern Abend Quartalszahlen veröffentlicht. Die Aktie ist im Anschluss um 3% ins Minus gerutscht. Ich wäre vorsichtig, aufgrund der Kursbewegung die Qualität der Q-Zahlen schlecht zu machen.

Denn zum einen berichten in dieser Woche in den USA allein 200 der 500 Unternehmen aus dem S&P 500. Es gibt so viele neue Informationen, dass Anleger kaum in der Lage sind, alles sofort richtig einzuschätzen.

Im Wesentlichen werden derzeit drei mögliche Gründe für den Ausverkauf diskutiert: Zum einen sind die TACs (Traffic Acquisition Costs, also die Kosten für Google, um Nutzer auf die eigenen Seiten zu lenken) überraschend stark angestiegen. Der Anstieg beträgt 71,6% zum Vorjahr während der Traffic, gemessen in Klicks auf AdWords Werbung, nur um 52% anwuchs.

Zum Zweiten sind die Einnahmen per Klick (CPC - Costs per Click) um -23% gefallen. Analysten waren von einem Rückgang von -15% ausgegangen, nachdem der Rückgang im Vorquartal bereits bei -19% lag.

Es wird also immer teurer für Google, Nutzer auf die eigenen Seiten zu bringen und diese dann dazu zu bringen, Werbung anzuklicken. Gleichzeitig sinken die Einnahmen pro Klick. Die operative Marge ist entsprechend um 2,1% auf 60,1% gefallen.

Der Grund für diese Entwicklung ist jedoch schnell gefunden: Immer mehr menschen surfen über Mobilgeräte. Dort klickt man nicht so häufig auf Werbung und dort ist es auch schwerer, Menschen direkt für neue Produkte zu gewinnen. Ich habe Ihnen bereits im Rahmen der Facebook-Entwicklung von diesem Umstand berichtet, das war vor etwa zwei bis drei Jahren. Von einer überraschenden Entwicklung kann ich hier also nicht sprechen.

Es gibt noch einen dritten Grund, der diskutiert wird: Die Aktie der Google-Mutter Alphabet ist in den vergangenen Wochen kräftig angesprungen und Anleger nehmen nun einfach nur Gewinne mit. Zudem ist das Bewertungsniveau derzeit eher hoch. Das KGV 2018e liegt bei 24, so hoch war es in den vergangenen zwölf Monaten nicht.

Schauen wir uns nun also die Zahlen an, die Alphabet präsentiert hat: Der Umsatz ist um 21% auf 26 Mrd. USD gestiegen, mehr als von Analysten erwartet. der Gewinn ist um 20,3% auf 8,42 USD/Aktie gesprungen und liegt damit um 0,51 USD/Aktie über den Erwartungen der Analysten. Allerdings hat Alphabet 2,7 Mrd. USD Rückstellungen für die EU-Kartellstrafe beiseite gelegt (siehe mein Update vom 7.7.17), wodurch sich der Gewinn auf 5,01 USD/Aktie vermindert hat. Diese einmalige Belastung ist jedoch nicht der Grund für den Ausverkauf, da Einmalbelastungen bei Aktienbewertungen kaum eine Rolle spielen, selbst wenn sie so hoch sind.

Für das nächste Jahr wird ein Gewinn von 50 USD/Aktie erwartet, das Unternehmen hat mit den gestrigen Zahlen unterstrichen, dass es sich auf Kurs befindet. Der Umsatz wächst stärker an als erwartet, noch stärker wächst der Umsatz auf mobilen Endgeräten an, was die Margen drückt. Das ist eine Entwicklung, die wir von Facebook kennen. Der Wechsel auf mobile Endgeräte findet schneller statt als erwartet, Google ist aber vorne dran, sich dort ein großes Stück des Werbekuchens zu sichern. Damit sind diese steigenden Kosten als Eroberungskosten zu betrachten, damit Google morgen eine gute Position im mobilen Markt hat. Ich finde das okay.

Ungeachtet dessen ist Googel nach wie vor günstig bewertet. Der Gewinn wächst Analystenerwartungen zufolge in den kommenden fünf Jahren um jährlich durchschnittlich 20%. Das KGV 2018e liegt bei 24. Da ich, wie Sie wissen, bereit bin, bis zum dem zweifachen des Gewinnwachstums für das KGV auszugeben, hat diese Aktie noch reichlich Luft nach oben.

Ich betrachte den Rücksetzer also eher als Nachkaufgelegenheit, wer noch nicht voll investiert ist.


Facebook
Startup-Wachstum

Fr, 28. Juli um 13:18 Uhr
Diese Art von explosivem Wachstum gibt es nur bei jungen Startup Unternehmen, sollte man meinen. Nicht jedoch bei einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Dennoch hat Facebook gestern Abend mit seinen Quartalszahlen einmal mehr sämtliche Analystenerwartungen pulverisiert.

Der Umsatz ist um 45% auf 9,3 Mrd. USD gesprungen, erwartet wurden nur 9,2 Mrd. USD. Der Gewinn sprang um 69% auf 1,32 USD/Aktie, erwartet wurden nur 1,13 USD/Aktie. Die operative Gewinnmarge stieg von 42% im Vorjahr auf nunmehr 47%. DAUs (täglich aktive Nutzer) sind um 17% auf 1,32 Mrd. gewachsen, MAUs (monatliche Nutzer) um ebenfalls 17% auf 2,01 Mrd.

Der monatliche Umsatz je Nutzer stieg um 24% auf 4,73 USD. In den USA und Kanada liegt dieser Betrag bereits bei 19,38 USD je Nutzer, in Europa bei 6,28 USD/Nutzer. Das Nutzerwachstum findet jedoch inzwischen überwiegend in Asien und dem Rest der Welt statt, wo der monatliche Umsatz bei nur 2,13 bzw. 1,46 USD/Nutzer resp. liegt. 87% des Konzernumsatzes wird mit Werbung auf mobilen Endgeräten generiert (zuvor 84%).

Also: 69% Gewinnwachstum! Da laufen gleich mehrere Dinge zugunsten von Facebook:
1. die Nutzerzahl wächst (+17%),
2. der Umsatz je Nutzer wächst (+24%)
3. die Kosten wachsen unterproportional, die Gewinnmarge steigt (+12%)

Ds KGV 2018e steht bei nur 27. Okay, die 69% Gewinnwachstum werden nicht ewig gehalten werden können, das gebietet allein das Gesetz der großen Zahlen. Irgendwann ist der gesamte Planet auf Facebook unterwegs. Bei der aktuellen Wachstumsgeschwindigkeit von 17% wäre schon im Jahr 2026 jedes Baby und jeder Greis auf Facebook unterwegs. Daher gehen Analysten derzeit für die kommenden fünf Jahre von einem durchschnittlichen Wachstum p.a. von 27% aus. Ein KGV, das der doppelten Wachstumsgeschwindigkeit im Gewinn entspricht, läge bei 54, der Kurs könnte sich also noch verdoppeln.

Doch bis heute hat Facebook noch nicht ernsthaft begonnen, Geld über die beiden anderen großen Plattformen Instagram und WhatsApp zu verdienen. Da wird gerade erstmal herum experimentiert. Ich sehe also noch reichlich Chancen für Facebook, auch in den kommenden Jahren die Erwartungen der Analysten zu übertreffen.

Wenn das alles so klar positiv ist, dann müssen wir uns die Frage stellen, warum die Aktie nicht schon längst deutlich höher notiert. Was könnte Anleger davon abhalten, Facebook schon heute in den Himmel zu jagen?

Nun, Kritiker gibt es genügend. Da wird zum einen immer wieder der Unterschied von Facebook zu Google oder Microsoft genannt, denn während jeder die Google-Suchfunktion braucht und auch das Microsoft Office-Paket auf jedem Rechner Pflicht ist, gibt es keinen zwingenden Grund, Facebook zu nutzen. Aber Ihre Kinder werden es Ihnen schon erklären, warum sie ihre Freundschaften auch über Facebook pflegen "müssen".

Zum anderen wird eine Verlangsamung des Wachstums der ARPU (Umsatz je Nutzer) prognostiziert. Das ist durchaus möglich, aber in meinen Augen noch lange nicht in Sicht, wenn ich mir die Entwicklung des Wohlstands in den Schwellenländern anschaue, die zu den großen Wachstumsregionen Facebooks gehören. Zudem sollten auch, wie schon oben erwähnt, Instagram und WhatsApp dazu beitragen, die ARPU weiter zu steigern.

Hmm, also ich weiß nicht, so richtig überzeugende Argumente für das in meinen Augen niedrige Bewertungsniveau finde ich nicht. Mit +32% ist Facebook unser bestes Pferd im Stall und mit 8,6% Portfolioanteil gleichzeitig unsere größte Einzelposition. Ich sehe aber keinen Grund, die Position zu stutzen, sondern bleibe dabei.


Call 16.03.18 DAX 12800
Fed überraschend defensiv, Sentiment im Keller, jetzt endlich einsteigen

Fr, 28. Juli um 13:21 Uhr
Die Fed-Entscheidung vom vergangenen Mittwoch war in meinen Augen eine Überraschung. Trotz des schwachen US-Dollars nahm die Fed nicht die Gelegenheit wahr, die Rückführung ihrer aufgeblähten Bilanz im Detail anzusprechen. vielmehr verwies man auf die September-Sitzung für weitere Details. Damit ist die Fed vom zwischenzeitlichen Falken wieder zurück zu einer Taube mutiert, Janet Yellen hat wohl Angst um ihren Posten.

Denn in meinen Augen knickt die Fed-Chefin mit diesem Verhalten vor Präsident Trump ein. Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, er möchte niedrige Zinsen beibehalten und er mag Janet Yellen. Zwei Dinge, die nicht miteinander kombinierbar sind, es sei denn Yellen knickt ein und belässt das Zinsniveau auf dem niedrigen Stand. Nun, genau das hat sie diese Woche getan.

Der Euro ist umgehend über 1,17 USD/EUR gesprungen, der DAX ging weiter in die Knie. So hat der DAX derzeit mit einem Doppelschlag zu kämpfen: Zum einen belastet der starke Euro den bei internationalen Anlegern als Exportindex beliebten DAX, zum anderen zerfleischen wir in Deutschland gerade unsere Automobilindustrie.

Nachdem der US-Aktienmarkt gleichzeitig ein Allzeithoch nach dem anderen schrieb folgte gestern Abend dann endlich auch auf der anderen Seite des Atlantiks eine Korrektur. die Korrektur war kurz und heftig und hat insbesondere die Aktien getroffen, die in den vorhergegangenen Tagen die größten Zuwächse hatten. auf der anderen Seite flüchtete das Kapitel in Aktien, die eher auf der Verliererstraße unterwegs sind, Pioneer hat bspw. überraschend zulegen können.

Eine solche Korrektur dauert in der Regel drei Tage: Am ersten Tag werden die Highflyer gegen die Graupen getauscht. Am zweiten Tag beenden die Graupen ihre überraschenden Kursgewinne während die ehemaligen Highflyer sich langsam stabilisieren. Ausverkauft werden nun Aktien, die hohe Wachstumsraten haben und dadurch werden die Indizes noch ein wenig tiefer gedrückt. Am dritten Tag beginnen sich dann als erstes die ehemaligen Highflyer zu erholen, der Index stabilisiert sich während die Graupen nun wieder ihre Gewinne abgeben.

Wir befinden uns heute also an Tag zwei und ich würde hier nun unseren DAX-Call erneuern. Ich hatte mit ein Korrekturtief bei maximal 12.100 Punkten ausgerechnet - wollte das lange nicht glauben und bin daher bereits dreimal zu früh rein - doch nun würde ich hier die Möglichkeit einer Bodenbildung hoch genug ansetzen, um unsere DAX-Call Spekulation erneut zu eröffnen.

Zudem habe ich mir gerade das vorläufige Ergebnis unserer Sentimentumfrage angeschaut: Panik! Bei gleichzeitig großem Kaufinteresse. Ich gehe daher davon aus, dass wir bei und um 12.100 Punkten im DAX ein Niveau erreicht haben, bei dem viele Anleger nun zugreifen werden.

Unser Call notiert aktuell bei 2,67 EUR (LT Commerzbank 13:20 Uhr). Ich würde auf diesem Niveau nun erneut eine Position eröffnen. Auf der Unterseite sehe ich ein Unterschreiten der 12.100 Punkte als Warnsignal, dass meine Einschätzung erneut nicht stimmt, und würde den Call verkaufen. Ein wenig Puffer würde ich dieser Entscheidung einräumen. Bei einem DAX-Stand von 12.050 Punkten dürfte der DAX-Call meinen Berechnungen zufolge bei 2,30 EUR stehen. Das würde ich als Stopp Loss eingeben, und bitte geben Sie diesen Stopp Loss Auftrag ein, da die Börse manchmal schneller abrutscht, als Sie reagieren können.


Cameco
Gesunde Bilanz durch Kosteneinsparungen

Fr, 28. Juli um 13:06 Uhr
Gestern hat Cameco Q-Zahlen veröffentlicht. Der Umsatz ist um 0,9% auf 470 Mio. USD gestiegen, stolze 86,2 Mio. USD mehr als von Analysten erwartet. Doch der nach wie vor extrem niedrige Uranpreis hat einen Gewinn vereitelt, das Unternehmen hat einen Verlust von 10 Cents je Aktie erwirtschaftet, 7 Cents schlechter als von Analysten erwartet. Diese Entwicklung ist auch in dem abgesetzten Volumen zu sehen: Cameco hat mit 6,1 Mio. Pfund um 33% mehr Uran verkauft als im Quartal vor einem Jahr. Trotz der höheren Absatzmenge stieg der Umsatz kaum an. Schuld ist der niedrige Uranpreis.

Die positive Meldung kam von der US-Steuerbehörde: In einem Streit um erhobene Steuerforderungen in Höhe von 122 Mio. USD hat man sich mit der Behörde auf eine Zahlung von 122.000 USD geeinigt. Sprich: Die Steuerbehörde hat ihre Forderung fast vollständig fallen lassen und war wohl dankbar, dass Cameco mit dem symbolisch überwiesenen Betrag zumindest die Kosten dieses Verfahrens trägt. Ein ähnlicher Streitfall läuft noch mit den kanadischen Behörden, die Forderung dort beträgt allerdings 1,92 Mrd. USD. Cameco ist zuversichtlich, dass auch in Kanada eine Lösung gefunden wird, mit der die bestehende Geschäftspraxis von Cameco bestätigt wird.

Dem weiterhin niedrigen Uranpreis trägt das Unternehmen Rechnung, indem die Produktionskosten weiter gesenkt werden. Cameco konzentriert sich auf die profitabelsten Minen und sorgt mit geplanten Stilllegungen, bspw. einer Sommerpause, in der alle Mitarbeiter Urlaub nehmen müssen, für weitere Kosteneinsparungen. So wurden die durchschnittlichen Produktionskosten allein in den vergangenen 12 Monaten um 26% gesenkt. Ursprünglich geplante Investitionen wurden auf Eis gelegt, der CAPEX-Plan ist um 60% niedriger als noch im Jahr 2012.

Die Urannachfrage kommt nur langsam in Schwung. CEO Tim Gitzel merkte an, dass Präsident Macron in Frankreich eine Reduzierung der Abhängigkeit von Atomenergie plane. In Südkorea habe der neue Präsident Moon Jae-in mit der Ankündigung des Atomausstiegs seines Landes die Wahlen gewonnen. Die Situation in Deutschland kennen wir, bis 2022 wird bei uns der letzte Atommeiler abgeschaltet.

Gitzel stellt in der Analystenkonferenz die rhetorische Frage, wie die Strategie des Atomausstiegs mit dem Pariser Klimaabkommen zu vereinen sei, denn Atomenergie sei wesentlicher Bestandteil der Planung einer emissionsfreien Energieversorgung in der Zukunft. Ihrem Autor fällt dazu ein, dass Polen, Tschechien, Österreich und Frankreich derzeit laut Unmut darüber äußern, dass Deutschland seinen Energiehunger gerade dann aus dem Ausland stillt, wenn dort ebenfalls viel Energie benötigt wird. Und andersherum schaufelt Deutschland kostenfrei überschüssige Windenergie nach Polen (mangels Speichermöglichkeiten) und verzerrt damit dort das wirtschaftliche Preisgefüge.

In Japan, dem Land, wo vor sechs Jahren die Fukushima-Katastrophe stattfand, befinden sich inzwischen 5 der abgeschalteten 54 Atommeiler wieder am Netz, bei weiteren 21 läuft das Verfahren zur erneuten Inbetriebnahme. Weder Hiroshima, Nagasaki, noch Fukushima haben die Japaner davon überzeugt, dass die Atomkraft unkalkulierbare Gefahren mit sich bringt.

Weltweit befinden sich laut Gitzel 57 Atomkraftwerke im Bau, die innerhalb der kommenden drei Jahren ans Netz gehen werden. Das werde die Nachfragesituation sukzessive für Cameco verbessern. Gleichzeitig seien viele Wettbewerber finanziell so stark gebeutelt, dass nennenswerte Investitionen in den Kapazitätsausbau der Uranproduktion derzeit kaum erfolgen.

Im anschließenden Q&A (Frage & Antwort) der Telefonkonferenz führte das Management mehrfach aus, wie wichtig ihm Preisdisziplin ist. Es würden zum derzeitig niedrigen Uranpreis nur kurzfristige Verträge eingegangen, um im Falle eines Preisanstiegs davon profitieren zu können. Gleichzeitig gebe es immer wieder Vertragspartner, die für eine langfristige Vereinbarung deutlich höhere Preise zu zahlen bereit sind, als derzeit auf dem Spotpreis zu sehen sind. Mit diesem Mix an profitablen Langfristverträgen, kurzfristigen Verträgen zur Kapazitätsauslastung und strikten Kosteneinsparungen sei Cameco gut aufgestellt, um auch eine weiterhin andauernde Niedrigpreisphase zu durchstehen.

Sprich: Einen baldigen Preisanstieg dürfen wir nicht erwarten. Doch ebenso brauchen wir uns auch nicht vor einer Pleite von Cameco fürchten, denn die Bilanz sieht nach wie vor verhältnismäßig gut aus. 200 Mio. USD Barreserven bei 1,2 Mrd. USD langfristigen Schulden und einem Jahresumsatz von 1,9 Mrd. USD sind zwar nicht grundsolide, aber bis Ende 2019 werden nur 400 Mio. USD zur Refinanzierung fällig, der Großteil läuft bis 2022 und länger.

Das 2018er KGV von 20 zu beurteilen ist müßig, denn wenn der Uranpreis auf dem niedrigen Niveau verharrt, wird Cameco froh sein, eine schwarze Null zu schreiben. Sollte der Uranpreis jedoch irgendwann anziehen, dürfte die Aktie abheben wie eine Rakete. Für mich ist es wichtig zu sehen, dass das Management sich auf schwere Zeiten einstellt, ohne sich die Chance zu verbauen, von guten Zeiten zu profitieren, so sie denn kommen. Und genau das tut Cameco durch das kontinuierliche Senken der Kosten.

Unsere Geduld wir strapaziert, aber ich habe nie behauptet, dass Sie an der Börse nervenschonend Geld verdienen können. Ich warte weiter ab.


Call 16.03.18 DAX 12800
Fed-Entscheidung könnte Kaufgelegenheit erzeugen

Fr, 28. Juli um 13:04 Uhr
Die Quartalszahlen sind überwiegend gut. Unsere Autoindustrie wurde nun erst einmal ausreichend gescholten, der DAX hat kräftig Federn gelassen und ich habe so etwas wie Panik bei DAX-Anlegern gesehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich der DAX in den kommenden Tagen wieder erholen wird. Daher hole ich mir erneut den DAX-Call in unser Portfolio.

Heute Abend wird Janet Yellen das Ergebnis der zweitägigen Fed-Sitzung bekannt geben. Vor zwei Wochen hatte Sie in ihrem Statement vor dem US-Kongress die Hoffnung auf bis zu vier Zinserhöhungen im laufenden Jahr zerstört. Die Banken hatten es seither schwer.

Ich könnte mir vorstellen, dass Yellen heute die Zeit für gekommen hält, ein wenig mehr Details über die Rückführung der aufgeblähten Notenbankbilanz auszugeben. Wir erinnern uns, die Fed hat über Jahre Anleihen über den Markt aufgekauft und damit Risiko aus dem Markt genommen und die eigene Bilanz deutlich aufgebläht.

Wenn die Papiere auslaufen, müssen Unternehmen die Kredite zurückzahlen oder neue Kredite aufnehmen. Bislang hat die US-Notenbank auslaufende Papiere durch neue Anleihen ersetzt, so dass der Markt weiterhin kaum Risiken übernehmen musste. Doch irgendwann soll ja der Markt, also andere Gläubiger, solche Anleihen in den eigenen Bestand nehmen. Es wäre ein weiterer Schritt zurück zur Normalität, würde jedoch viele Schuldner nervös machen.

Mit den US-Aktienindizes auf Rekordniveau und dem US-Dollar überraschend fest könnte nun die Zeit gekommen sein, Details über die Rückführung der aufgeblähten Fed-Bilanz bekannt zu geben. Das würde insbesondere den Banken helfen, dass eine Rückführung das Zinsniveau anheben würde, auch ohne dass der Leitzins erhöht wird.

Ich setze darauf, dass entsprechende Details gerade den Banken helfen. Und Banken sind die einzigen Aktien, die an der aktuellen Rallye noch nicht teilnehmen.

Für die meisten anderen Unternehmen sind steigende Zinsen zunächst mal negativ. Entsprechend könnte die Marktreaktion zunächst einmal negativ sein. Doch unterm Strich wird man die Normalisierung an den Kapitalmärkten auch bei Industrieunternehmen begrüßen. So dürfte die Rallye nach einem kurzen Rücksetzer an Fahrt gewinnen. Wenn dann der US-Dollar gegenüber dem Euro zulegt, weil das Zinsniveau in den USA attraktiver wird, dann sollte auch der DAX wieder zu laufen beginnen.

Ich würde also den nächsten Rücksetzer im DAX dazu nutzen, unsere Spekulation erneut einzugehen.


DEAG Deutsche Entertainment
Warten auf Godot

Fr, 28. Juli um 13:15 Uhr
Weiterhin Funkstille bei der DEAG. die angekündigte Übernahme eines britischen Wettbewerbers lässt auf sich warten, das Geld hat DEAG ja bereits eingenommen (durch Kapitalerhöhung). Die nächsten Quartalszahlen stehen erst Ende August an, wirklich viele Informationen gibt das Unternehmen aber auch zu solchen Anlässen nur selten raus. Ich habe mich hier verleiten lassen, ein Unternehmen ins Portfolio zu holen, das unter 100 Mio. Euro wert ist und das ist die Quittung: Informationen bzw. eine offene Kommunikation sind bei so kleinen Unternehmen Mangelware.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass die Aktie als nächstes wieder einen guten Teil ihres Verlustes ausgleichen wird, da MyTicket meinen Informationen zufolge sehr gut angelaufen ist. Ich warte also weiterhin ab.



07. Übersicht HT-Portfolio

Spekulation (≈10%) =6,7%WKN27.7.17Woche ΔΣ '17 ΔAnteil 5x2%!
DEAGA0Z23G2,47 €0%-13%1,3%C
Cameco8820178,88 €2%-15%3,3%B
DAX CallCE40A62,75 €-41%4%2,0%A







En Vogue (≈15%) =13,7%WKN27.7.17Woche ΔΣ '17 ΔAnteil 5x3%!
Pioneer908678138,71 €-2%-13%1,3%C
U.S. ConcreteA1C5C265,29 €-4%10%1,5%C
Cintas880205115,79 €6%5%1,5%C
Bank of America85838820,65 €0%4%1,5%C
AlphabetA14Y6F815,00 €-4%7%3,0%B
WeiboA110V762,93 €0%3%1,5%A
Meyer BurgerA0YJZX1,37 €0%18%1,8%A
TeslaA1CX3T286,39 €1%2%1,6%A







Wachstum (≈30%) =24,4%WKN27.7.17Woche ΔΣ '17 ΔAnteil 4x7,5%!
Apple865985131,55 €2%19%2,8%C
FacebookA1JWVX149,55 €6%35%9,0%B
VisaA0NC7B84,98 €0%15%5,5%B
VerbioA0JL9W9,73 €3%-7%7,0%C







Dividende (≈25%) = 21,1%WKN27.7.17Woche ΔΣ '17 ΔAnteil 3x8%!
Swiss ReA1H81M82,58 €1%-5%5,4%B
Navigator (Portucel)8958853,73 €-1%14%3,6%C
Disney85568693,62 €1%-5%4,4%B
Innotec54051017,71 €0%0%4,9%B
Hawesko60427049,62 €-1%9%2,8%B







Absicherung (≈20%) =21%WKN27.7.17Woche ΔΣ '17 ΔAnteil 3x6,7%!
Goldbarren 100 gr100 gr.3.432,00 €-2%-2%7,7%B
Südzucker-AnleiheA0E6FU100,00%0%4%6,7%C
Nokia-AnleiheA0T9L2114,92%0%7%6,6%C





Cashquote
Σ-Portfolio

1%8%13,3%



Heibel-Ticker
GewichtungAnzahl Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis10%6,7%532%
ZyklischTrump15%13,7%583%
WachstumEnkelkinder30%24,4%447,5%
DividendeUrlaub25%21,1%358%
AbsicherungZins & Gold20%21%336,7%
Summe
100%86,7%2023


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:


ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel

https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

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