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31.07.2020:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

15. Jahrgang - Ausgabe 31 (31.07.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: Q-Zahlen und Corona dominieren die Geschehnisse
02.So tickt die Börse: Kurze Zusammenfassung einer ereignisreichen Woche
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Angst vor zweiter Welle belastet
 -
04.Ausblick: Unterstützungsmarken, die Sie zum Kauf nutzen können
05.Update beobachteter Werte
 Schuldscheindarlehen über 345 Mio. EUR platziert
 Nachkaufen
 Politik ist ein schmutziges Geschäft
 Nachkaufen, denn schwedische Steuern sind ein Zeichen von Stärke
 Gewinnmitnahmen belasten Kurs
 Durchwachsene Zahlen
06.Übersicht HT-Portfolio
07.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
08.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Q-Zahlen und Corona dominieren die Geschehnisse

Liebe Börsenfreunde,

Es war eine der vier Wochen im Jahr, in der die meisten Quartalszahlen veröffentlicht werden. Zusätzlich tagte noch die US-Notenbank, verheerende BIP-Zahlen wurden veröffentlicht und die Corona-Zahlen weltweit ziehen wieder an. In Kapitel 02 versuche ich, die Ereignisse ins rechte Licht zu stellen, ohne zu viel zu schreiben. Immerhin haben wir Sommerferien :-).

Die Stimmung ist eingebrochen, gleichzeitig macht sich aber Optimismus breit. Vor der zweiten Coronawelle scheinen Anleger wenig Angst zu haben, wie die Sentimentanalyse in Kapitel 03 zeigt.

Der DAX ist in den vergangenen Tagen deutlich zurückgekommen. Für mich eine Gelegenheit zum Einkaufen. Welche Marken Sie in den kommenden Tagen beachten sollten und was ich kaufen würde, schreibe ich in Kapitel 04.

Aufgrund der vielen Quartalszahlen gab es diese Woche jede Menge Updates (6 Stück), die in Kapitel 05 abgedruckt sind. In Kapitel 06 finden Sie dann noch eine tabellarische Übersicht über unser Portfolio. Aktueller Stand: DAX -7%, Heibel-Ticker +8%. Ich bleibe am Ball, damit wir den Vorsprung ausbauen können :-).

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts200802.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Kurze Zusammenfassung einer ereignisreichen Woche

Diese Woche war viel los: Die US-Notenbank hat getagt, diese Woche ist die Woche mit den meisten Quartalsberichten, vier der fünf globalen Technik-Monopolisten mussten in Washington der Politik über wettbewerbsschädliche Praktiken Rede und Antwort stehen, sowohl das BIP in Deutschland als auch in den USA, ist um 10% eingebrochen, Coronazahlen steigen, Trump erwägt Wahlverschiebung, ...

Ich habe mir die Zeit genommen, die vielen Ereignisse für Sie zusammenzufassen, ohne in episch breite Monologe zu verfallen :-).

Die meisten Quartalszahlen, die ich mir angeschaut habe, waren gut bis super. Wussten Sie übrigens, dass Uno von Mattel vertrieben wird? Während des Lockdowns gingen mehr Uno-Kartenspiele über den Ladentisch denn je. Mattel freute sich über eine kleine Sonderkonjunktur. Sämtliche Prognosen der Unternehmenschefs waren überaus vorsichtig formuliert. Kein Wunder vor dem Hintergrund steigender Coronazahlen. Daher vermochten die Q-Zahlen nicht den erhofften Impuls für die Aktienmärkte geben, um in Richtung Allzeithochs zu stürmen. Vielmehr stieg der Anreiz, Gewinne mitzunehmen.

Die Zahl der mit Corona Infizierten steigt weltweit, auch in Deutschland.

Corona-Compliance
Abbildung 1: Er sollte eigentlich dafür sorgen, dass andere die Corona-Regeln befolgen


Kein Wunder, würde ich sagen, denn die Kontaktbeschränkungen werden immer weniger beachtet. Einmal abgesehen davon, dass in Geschäften und öffentlichen Transportmitteln Maskenpflicht besteht, scheint sich im privaten Raum kaum noch jemand um den gebotenen Abstand zu scheren. Selbst in Geschäften wird der Umgang mit den Regeln laxer, wie obiges Photo zeigt.

Also steigen die Zahlen wieder und in den Medien wird die zweite Welle heraufbeschworen. Wir erinnern uns, dass bei der Spanischen Grippe vor einhundert Jahren die meisten Menschen erst im Rahmen der zweiten Welle starben. Ich halte die Ängste daher für berechtigt, aber übertrieben. In den vergangenen einhundert Jahren hat sich viel getan: Unser gutes Gesundheitssystem konnte sich in den vergangenen Monaten noch besser auf Corona-Erkrankungen einstellen. Außerdem haben wir inzwischen die in meinen Augen gebotene kleinteilige Reaktionsmöglichkeit der Länder und Gemeinden, wenn lokale Hotspots erkannt werden.

Dadurch ist - zumindest wirtschaftlich betrachtet - ein zweiter Lockdown mit entsprechend verheerenden wirtschaftlichen Folgen unwahrscheinlich. Mag also sein, dass die Zahl der Infizierten in den kommenden Wochen wieder kräftiger ansteigt. Einen exponentiellen Anstieg wie im März halte ich jedoch für unwahrscheinlich. Mag sein, dass wir erneut eine steigende Zahl von Todesopfern beklagen werden, doch ich gehe davon aus, dass verbesserte Behandlungsmethoden für einen unterproportionalen Anstieg sorgen werden.

Mag sein, dass es zu wirtschaftlichen Beeinträchtigungen in Folge von Kontaktsperren kommen wird. Doch zum einen gehe ich davon aus, dass diese weitgehend lokal verhängt werden und nicht mehr bundesweit. Zum anderen hat sich die Wirtschaft inzwischen darauf vorbereitet.

Es gibt natürlich Branchen, die können sich auf eine solche Situation gar nicht vorbereiten: Der Tourismus könnte erneut unter Druck geraten. Auch die Gastronomie. Yum Brands hat gestern Quartalszahlen berichtet: Der Umsatz brach ein, dennoch konnte mehr Gewinn ausgewiesen werden als erwartet. CEO David Gibbs machte eine Aussage, die Gastronomen weltweit erzittern lassen sollte. Yum Brands ist der weltweit größte Betreiber von Restaurants. Pizza Hut ist die größte Restaurantkette im Konzern. Pizza Hut habe während des Lockdowns das Geschäftsmodell dahingehend überarbeitet, dass man gar keinen Restaurantbetrieb mehr benötige. Der Lieferservice sei wesentlich lukrativer.

Der weltweit größte Restaurantbetreiber braucht kein Restaurant mehr? Corona-Vorschriften machen das Geschäft unrentabel: Nur jeder zweite Tisch darf besetzt werden, Maskenpflicht und umfangreiche Hygienevorschriften hinsichtlich der Essenszubereitung machen den Restaurantbetrieb zu aufwendig.

Ich lese derzeit täglich von namhaften Restaurantbetreibern in Deutschland, die ihren Betrieb schließen. Für kleine Gastronomien lässt sich ein lukrativer Lieferservice nicht so einfach aufbauen. Je länger die Kontaktbeschränkungen bleiben, desto mehr Restaurants werden schließen - egal ob eine zweite Welle kommt oder nicht.

Es wird also Medienberichte über verheerende Coronafolgen geben. Vermutlich werden sie stets an eine Zahl angehängt, mit der man den Anstieg der Infizierten darstellt.

Ich möchte Corona hier nicht klein reden. Wir haben noch keinen Impfstoff und schwere Krankheitsverläufe enden bei Corona auch heute noch sehr häufig tödlich. Bitte befolgen Sie die Maskenpflicht und vermeiden Sie unnötige Versammlungen.

Aber dies ist ein Börsenbrief und daher bespreche ich hier überwiegend die wirtschaftliche Bedeutung von Ereignissen. Und da fällt es mir schwer, einen wirtschaftlichen Ausnahmezustand wie im März/ April als wahrscheinlich zu betrachten.

In den USA sieht das anders aus, genau wie auch in Südamerika. Dort hat man die Kontaktbeschränkungen lange Zeit - teilweise heute noch - als Eingriff in die persönliche Freiheit betrachtet und daher nicht eindämmen können. Donald Trump hat seinen Fehler inzwischen erkannt und ein Bauernopfer (Fauci) geköpft. Außerdem sieht er seine Felle davon schwimmen: Wenn die Coronakrise bis zur Präsidentschaftswahl im November nicht im Griff ist, hat er keine Chance zur Wiederwahl.

Also twitterte er gestern früh, dass Briefwahlen verfälschte Wahlergebnisse liefern würden und erwog, die Wahl zu verschieben. Es ist auch für den US-Präsidenten kaum möglich, einen Wahltermin zu verschieben. Wenn aufgrund von Corona viele Wähler lieber von zu Hause aus wählen, ist das doch eine gute Alternative, würde in Deutschland jeder denken. Doch Trump ist davon überzeugt, dass Briefwahlen manipuliert werden und am Aktienmarkt ist diese Überlegung allein schon ausreichend, um große Verunsicherung zu erzeugen. Zwar bräuchte Trump die Zustimmung von beiden Häusern, was als ausgeschlossen betrachtet werden kann. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass Trump dennoch irgendwelche Mittel findet, um seine Interessen durchzusetzen.

Entsprechend brachen die Aktienmärkte gestern ein.

Inzwischen haben Historiker herausgefunden, dass es in der Geschichte der USA noch keinen einzigen verschobenen Wahltermin gab. Die Gemüter beruhigen sich also wieder, heute geht's wieder nach oben.

Aber der gestrige Einbruch ist nicht allein auf den Tweet von Trump zurückzuführen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Q2 ist in Deutschland um 10% eingebrochen. In den USA brach das BIP um 9% ein. Lassen Sie sich nicht von den gigantischen Zahlen der USA verwirren: Dort wurde ein BIP-Rückgang von 33% veröffentlicht! Doch in den USA werden die Zahlen häufig "annualisiert": Wenn der Rückgang in drei Monaten 9% betrug, dann rechnet man das auf 12 Monate, also auf ein Jahr, hoch und kommt zu der gigantischen Zahl von -33%. Das würde aber bedeuten, dass Corona unvermindert über zwölf Monate wütet, und das ist selbst in den USA nicht zu befürchten.

Nachdem sich der DAX also im Wochenverlauf relativ stabil gehalten hat, sorgte die niedrige BIP-Zahl in Deutschland für einen Ausverkauf. Zeitgleich schockte die Meldung darüber, dass mehr US-Truppen abgezogen werden als zuvor bekannt war und Trump bekräftigte diese Zahl mit einer Tirade gegen Deutschland, das weder seinen Nato-Verpflichtungen nachkomme, noch geopolitische Interessen berücksichtige, wenn die Nordstream II Pipeline mit Russland zu Ende gebaut würde.

Spannungen mit den USA können wir nun wirklich nicht gebrauchen.

Eigentlich war davon auszugehen, dass der schwache DAX keine Auswirkungen auf die USA haben würde, doch dann kam der Tweet über die Wahlverschiebung und führte dazu, dass die Verunsicherung aus Deutschland auch an den US-Finanzmärkten Fuß fasste.

Bleibt ein Kommentar zur Anhörung von Jeff Bezos (Amazon), Mark Zuckerberg (Facebook), Tim Cook (Apple) und Sundar Pichai (Alphabet) in Washington. Die Marktmacht dieser globalen Tech-Monopolisten habe wettbewerbsschädigende Auswirkungen, so der Vorwurf.

Die Anhörung verlief überaus zahm. Auch der Politik ist bewusst, dass gerade diese vier Unternehmen (zuzüglich Microsoft, die meiner Ansicht nach noch dazu gehört hätten) im internationalen Wettbewerb eine führende Rolle übernommen haben. Jedes Land der Erde wäre stolz, eines dieser Unternehmen zu beherbergen. Warum also sollten Politiker diese Vorzeigeunternehmen bestrafen?

Nur einen Tag später veröffentlichten genau diese vier Unternehmen jeweils ihre Quartalszahlen:

Apple: Zahlen besser als erwartet, zweistelliges Wachstum und ein Gewinn, der über der höchsten Analystenschätzung lag. Ein Aktiensplit 4:1 wurde angekündigt. Analysten heben nun reihenweise ihre Kursziele aufgrund des robusten Geschäftsmodells, dem selbst Corona nichts anhaben konnte. Aktie +7%.

Amazon: Der ultimative Corona-Gewinner! 40% Umsatzsteigerung sind der blanke Wahnsinn, da es sich nicht um ein Startup handelt, sondern um den bereits weltweit größten Einzelhändler. 100.000 Mitarbeiter! Nein, Amazon hat nicht 100.000 Mitarbeiter, sondern Amazon hat in den vergangenen drei Monaten 100.000 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt. Der Gewinn war mit 10,30 USD/Aktie um 8,80 USD/Aktie über den Erwartungen. Auch das ist kein Schreibfehler: Erwartet wurde ein Gewinn von 1,40 USD/Aktie, Vielfaches davon wurde erzielt. Aktie +6%

Facebook: Keine Spur von Werbezurückhaltung, die in den Medien seit Monaten diskutiert wird. Da Facebook nur sehr wenig gegen politische und moralisch fragwürdige Texte unternimmt, hatten sich einige Werbende von der Plattform zurückgezogen, Analysten hatten daher gleich zwei Gründe, rückläufige Werbeeinnahmen zu befürchten: Zum einen aufgrund einer Verweigerungshaltung der Werbenden, zum anderen aufgrund der coronabedingten Wirtschaftsflaute. Nichts davon traf zu, Umsatz und Gewinn wachsen weiterhin zweistellig. Aktie +7%.

Alphabet: Der Gewinn lag um 20% über den Erwartungen, der Umsatz ging jedoch - erstmals in der Geschichte von Google - leicht zurück. Ich habe den Eindruck, dass Google zu viele Projekte verfolgt und das Kerngeschäft aus den Augen verliert. Entsprechend ist die Aktie heute "nur" mit 1% im Plus.

Abschließend noch zwei Kommentare:
Shopify wird mit dem 50-fachen Umsatz bewertet. Es ist der Gegenentwurf zu Amazon. Während Amazon die erfolgreichen Produkte seiner Händler gerne mal selber produziert und verkauft, hat sich Shopify vollständig dem Erfolg seiner Händler verschrieben. Interessen, die den Interessen der Händler entgehen stehen könnten, gibt es bei Shopify nicht. Daher der kometenhafte Aufstieg der Shopify-Plattform und daher die hohe Bewertung. Wenn jemand Amazon ein paar Federn ausrupfen kann, dann nicht die Politik, sondern Shopify.

Wirecard ist nun Anlass zu einer Klage gegen die BaFin. Der Vorwurf, den ich unterstütze, lautet, die BaFin habe trotz deutlicher Hinweise nicht nur nicht agiert, sondern im Gegenteil, habe Leerverkäufe verboten und damit ein Signal gesetzt, dass die Vorwürfe der Financial Times nicht nur unberechtigt, sondern von unlauteren Interessen geleitet seien. Das war der Tag, an dem ich meine kritische Berichterstattung zu Wirecard einstellte. Wer sich der Klage anschließen möchte, kann dies hier tun: https://www.wirecardclaim.com/.

Schauen wir nun einmal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich geschlagen haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES30.7.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones26.184 -1,3%-8,6%
DAX12.313 -4,1%-7,1%
Nikkei21.710 -4,6%-8,2%
Shanghai A 3.469 3,5%8,9%
Euro/US-Dollar1,181,7%5,6%
Euro/Yen124,991,6%2,3%
10-Jahres-US-Anleihe0,54%-0,04-1,39
Umlaufrendite Dt-0,57%-0,08-0,34
Feinunze Gold$1.975 3,9%30,6%
Fass Brent Öl$43,19 0,5%-37,2%
Kupfer6.433 -1,5%3,6%
Baltic Dry Shipping1.348 -2,9%23,7%
Bitcoin11.088 15,7%52,1%








03. Sentiment: Angst vor zweiter Welle belastet

Letztlich dreht sich derzeit alles um die Gefahr einer zweiten Welle: In Deutschland sind wir ziemlich gut aufgestellt, doch auf dem amerikanischen Kontinent sind die Corona-Zahlen noch immer erschreckend hoch. So erklärt sich auch der Anstieg des DAX sowie des Euro-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar aus den vergangenen Wochen: Internationale Anleger treiben den DAX in die Höhe, weil Deutschland die Corona-Pandemie im Griff zu haben scheint.

Doch diese Überzeugung erhielt in der nun abgelaufenen Woche erste Kratzer: Auch in Deutschland werden wieder steigende Corona-Fallzahlen berichtet - wenngleich auf niedrigem Niveau. Und die BIP-Zahl aus unserem zweiten Quartal zeigt, dass der gute Umgang mit der Corona-Pandemie ihren Preis hat. Diese Erkenntnis hat nun den DAX in der abgelaufenen Woche um 4% korrigieren lassen. Waren vor einer Woche noch neue Allzeithochs im Gespräch, so sind die Augen nun gen Süden gerichtet, ein Boden wird gesucht.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Stimmung unter den Anlegern vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen deutlich eingetrübt hat. Die wenigen Anleger, die vor einer Woche noch ausgelassen das hohe Kursniveau feierten, klagen nun über ihren Kater: Das Sentiment unserer Umfrageteilnehmer ist von neutral auf -3,1 gefallen. Ab Werten von -4 spreche ich von Extremwerten, die für eine Bodenbildung hilfreich sind. Wir sind also nicht mehr weit davon entfernt.

Ein Korrektürchen von 2-3% haben wir in den vergangenen Wochen immer wieder erlebt, doch nun war der DAX innerhalb von acht Tagen um 7% eingebrochen. Das führt bei vielen Anlegern zur Verunsicherung, die wir auch in unserer Umfrage mit einem Wert von -4,2 messen können. Dabei gelten Korrekturen von 7-8% im Rahmen einer Hausse als normal - wenn nicht sogar gesund.

Es gibt eine ganze Reihe von Anlegern, die das genauso sehen: Die Konsolidierung der vergangenen Tage ist gesund und macht den Weg frei für eine Fortsetzung der Rallye. So ist das Bullenlager kräftig angewachsen, die Zukunftserwartung hat mit einem Wert von 0,7 erstmals seit April ins Plus gedreht. Optimismus macht sich also breit.

Vor dem Hintergrund des angestiegenen Optimismus ist es erfreulich, dass auch die Investitionsbereitschaft wieder deutlich angestiegen ist (1,7). Wir hatten zwar zuletzt im Mai schon eine ähnlich hohe Investitionsbereitschaft gemessen, damals fehlte jedoch die Überzeugung und so mussten wir auf eine gestiegene Aktivität von Spekulanten verweisen. Diesmal sieht's besser aus: Die Investitionsbereitschaft ist mit ordentlichem Optimismus hinterlegt.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist deutlich angesprungen. In die Konsolidierung der vergangenen Tage hinein haben Privatanleger ihre Absicherungspositionen aufgelöst. Die Profis, die sich über die Eurex absichern, wurden hingegen auf dem falschen Fuß erwischt: Das Put/Call-Verhältnis hat sich von einer starken Long-Positionierung nun wieder auf ein neutrales Niveau zurück bewegt.

Ganz anders sieht es in den USA aus. Das Put/Call-Verhältnis der CBOE zeigt extreme Long-Spekulationen an. Dort scheint die Korrektur noch keine wirklichen Auswirkungen zu haben. Und so sind auch die US-Fondsmanager nach wie vor extrem hoch investiert, die Investitionsquote liegt weiterhin bei 97%.

US-Privatanleger hingegen sind weiterhin extrem bärisch eingestellt, die Bärenquote liegt bei -28% und zeigt einen extremen Überhang der Pessimisten an.

Der technische Angst & Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 67% weiterhin eine relativ neutrale Marktverfassung an.

Interpretation



Nicht nur der Umgang mit den Kontaktbeschränkungen ist in den USA anders als in Deutschland, auch die Wahrnehmung der Corona-Gefahr scheint sich zu unterscheiden. Die USA vermelden täglich neue Schreckenszahlen in Sachen Corona und so ist die Bevölkerung verunsichert, wie wir an der Stimmung der Privatanleger ablesen können, doch Profis setzen bereits darauf, dass Besserung in Sicht ist und die Aktienmärkte dann weiter stützen wird.

In Deutschland haben wir einen schönen Sommer gehabt, in dem viele Vorsichtsmaßnahmen abgelegt werden konnten, doch nun schaut man ängstlich auf die Entwicklung der kommenden Wochen. Nach der Feier des Zwischenerfolgs über die erste Welle kommt nun Angst vor einer zweiten Welle auf. Profis ziehen sich daher frühzeitig aus dem Markt zurück, während Privatanleger nach der aktuellen Konsolidierung schon beherzt zugreifen.

Vor einer Woche schrieb ich, dass Privatanleger meistens die letzten sind, die zur Party, bei uns also in die Rallye einsteigen. Genau das könnte nun geschehen. Der letzte stürmische Kursanstieg unserer Rallye steht noch aus und es ist noch offen, ob Profis derzeit zu früh verkaufen, oder aber ob die Vorsicht angemessen ist. Denn selbst wenn nach der Konsolidierung die Rallye wieder an Fahrt gewinnt, ist noch lange nicht erwiesen, dass es diesmal gelingen wird, neue Allzeithochs zu erklimmen.

Um 10 % ist das BIP im abgelaufenen Quartal coronabedingt geschrumpft. Uns wurde dieser Tage vor Augen geführt, wie stark der Lockdown die Wirtschaft schädigen kann. Entsprechend sensibel werden derzeit die Entwicklungen der Corona-Infektionen beobachtet. Corona ist an der Börse das wichtigste Thema. Der US-Präsidentschaftswahlkampf, Quartalszahlen, US-chinesischer Auseinandersetzung und US-Truppenabzug in Deutschland und viele andere Themen werden zu Nebensachen.










04. Ausblick: Unterstützungsmarken, die Sie zum Kauf nutzen können

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

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Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

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05. Update beobachteter Werte

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06. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
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07. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



08. An-/Ab-/Ummeldung

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