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30.10.2020:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

15. Jahrgang - Ausgabe 44 (30.10.2020)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



I N H A L T

01.Info-Kicker: DAX verliert 9%, SAP schockt Anleger
02.So tickt die Börse: Sorgenfalten auf der Anlegerstirn
 - Cloud-Strategie von SAP mit Problemen
 - Microsoft Teams gegen Slack, Apple One gegen Peloton
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Sippenhaft für Deutschland - zu Unrecht
 -
04.Ausblick: US-Wahlen werfen ihren Schatten voraus
05.Wunschanalyse
 - : Plug Power
06.Update beobachteter Werte
 Stopp Loss hat gezogen, Aktie verkauft
 Leider ausgestoppt
 Family Abo verhagelt Q-Zahlen
 Rückenwind durch Office 365
 Milliardenübernahme belastet Aktie
 Airbus überzeugt mit soliden Zahlen und positivem Ausblick ggü. Boeing
 Apple übertrifft Erwartungen trotz Problemen in China
 Boykott wirkungslos
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: DAX verliert 9%, SAP schockt Anleger

Liebe Börsenfreunde,

Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn die Heibel-Ticker Ausgabe "nur" 10 oder 12 Seiten lang ist. Doch eigentlich sage ich mir, die meisten von Ihnen werden dankbar sein, wenn es nicht so viel zu berichten gibt. Sie wissen mit Ihrer Zeit besseres anzustellen.

Heute sollte ich vielleicht ein schlechtes Gewissen haben, denn die heutige Ausgabe ist 20 Seiten lang. Aber es ist so viel passiert, dass ich dieses Mal bereits gestern Abend mit dem Schreiben begann und viele wichtige Ereignisse dennoch nur kurz darstellen kann.

In Kapitel 02 gehe ich auf den dramatischen Kurssturz beim wertvollsten deutschen Unternehmen, der SAP AG, ein. Ich habe im Studium meine Diplomarbeit über SAP R/3 geschrieben und anschließend 5 Jahre als SAP-Berater gearbeitet. Auch wenn das schon 20 Jahre her ist, so habe ich doch eine Vermutung, was in Deutschlands Vorzeige-Unternehmen schief gelaufen sein könnte.

Peloton hält Einzug in die Haushalte, wenn Fitnessstudios geschlossen sind. Slack wird von den vielen Angestellten genutzt, die ihre Projekte nun von zu Hause aus steuern müssen. Doch mit Apple und Microsoft haben die beiden Highflyer der Corona-Zeit mächtige Wettbewerber mit tiefen Taschen. Ich schaue mir die Wettbewerbssituation näher an.

Die heutige Sentimentauswertung in Kapitel 03 wirft einige Fragen auf, die nur durch einen Blick über den Tellerrand beantwortet werden können.

Am kommenden Dienstag finden die US-Wahlen statt, ich gehe im Kapitel 04 näher darauf ein. Wir lassen uns überraschen, ob Trump oder Biden gewinnt und ob Trump im Falle einer Niederlage erhobenen Hauptes das Weiße Haus verlässt. Hier ein kleiner Vorgeschmack:
https://www.facebook.com/590165869/posts/10155512531540870/ --> rechts unten den Ton einschalten

Meine kurze Analyse zu Plug Power hat so viele Rückmeldungen erzeugt, dass ich den Titel im Rahmen einer Wunschanalyse heute nochmals ausführlicher vorstelle. Das Fazit bleibt gleich: Tolles Unternehmen, aber unheimlich hoch bewertet. Die Details dazu lesen Sie in Kapitel 05.

Am Dienstag sowie am Mittwoch dieser Woche habe ich jeweils ein Update mit konkreten Kaufempfehlungen verfasst, die Sie im Archiv nachlesen können. Darüber hinaus gab es diese Woche 8 Updates zu unseren Portfoliowerten inklusive einer ganzen Reihe von Käufen und Verkäufen. In Kapitel 06 habe ich die Updates zu den Portfoliowerten eingefügt. Eine tabellarische Übersicht über den aktuellen Stand unseres Portfolios finden Sie in Kapitel 07.

Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts201101.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre und bleiben Sie bitte gesund!

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker




02. So tickt die Börse: Sorgenfalten auf der Anlegerstirn


CLOUD-STRATEGIE VON SAP MIT PROBLEMEN

Gerade einmal sechs Monate hielt die Doppelspitze von SAP, bestehend aus Christian Klein und Jennifer Morgan. Ende April, mitten in der Coronakrise, gab SAP bekannt, dass der Konzern in dieser schwierigen Zeit kurze Entscheidungswege benötige und daher keine Doppelspitze mehr sinnvoll sei. Jennifer Morgen verließ das Unternehmen.

Morgan ist eine Amerikanerin, die sich über Accenture und Siebel Systems zu SAP arbeitete. In den USA dominiert Pragmatik. Ich war 1998 bis 2000 in den USA in einem SAP Projekt und lernte die US-Denke aus nächster Nähe kennen. Der vermeintliche Vorteil der tiefen Integration des CRM-Systems von SAP wird in den USA als Nachteil gesehen. Die Konkurrenzlösung von Oracle, basierend auf Tabellen (vereinfacht gesagt), ist da viel flexibler. Geschäftsprozesse können mit wenig Aufwand in die Oracle-Lösung gepresst werden, während bei SAP unsinnige Lösungen auch nicht programmiert werden können.

Siebel arbeitete eng mit Oracle zusammen und wurde später auch von Oracle übernommen. Jennifer Morgen dürfte damit in ihren ersten Berufsjahren Pragmatik gelernt haben.

Christian Klein kommt von der Dualen Hochschule Mannheim, also dem direkten Einzugsgebiet der SAP. Über die Finanzbuchhaltung und das Controlling hat er sich zum COO (Chief Operating Officer) hochgearbeitet. Die tiefe Integration SAPs dürfte er besser kennen als viele andere. Sein Steckenpferd, so steht es bei Wikipedia, war die enge Verzahnung aller Unternehmensbereiche.

Schauen wir uns mal die Q-Zahlen an, die SAP zum Wochenbeginn veröffentlicht hat: Statt eines Umsatzwachstums von 1% meldete der Konzern einen Umsatzrückgang von 4%. Allerdings ist der Gewinn je Aktie um 26% angesprungen.

Ursächlich für den Umsatzrückgang war Concur, ein Softwaremodul, über das Reisen abgewickelt werden. Früher wurden Softwarelizenzen verkauft, künftig sollen Cloud-Lösungen für kontinuierliche, monatliche Abo-Einnahmen sorgen. Berechnet wird in der Regel eine feste Gebühr je Nutzer und Monat. Bei Concur wird jedoch noch anders abgerechnet: SAP erhält die monatliche Gebühr in Abhängigkeit vom Transaktionsvolumen, dass über das Modul abgewickelt wird.

Aufgrund von Corona gibt es derzeit wenig Geschäftsreisen, daher ist der Umsatz von Concur um 15% eingebrochen. Ohne diesen Effekt wären die SAP-Zahlen deutlich besser ausgefallen. Ich habe nachgerechnet: Statt -4% wäre der Umsatz bei -3% gelandet. Hmm, so wirklich überzeugend ist diese Begründung nicht. Außerdem reden wir hier über die Q3-Zahlen, da war das Desaster mit den coronabedingten Reisebeschränkungen bereits lange bekannt.

Zudem werden noch Währungseffekte angeführt, aber natürlich auch der Wechsel vom Lizenz- zum Cloud-Geschäft. Alles bekannte Variablen. Ich suche noch immer die Ursache für die negative Überraschung, die den Aktienkurs von SAP um 25% in den Keller rauschen ließ. Der wertvollste Konzern Deutschlands hat diese Woche 40 Mrd. Euro Marktkapitalisierung verloren. Was steckt dahinter?

Ich fürchte, ich muss hier das Bild des Tankers bemühen: SAP ist nun einmal ein Tankschiff, das nur sehr schwer auf einen neuen Kurs gebracht werden kann. Wenn man eine pragmatische US-Amerikanerin an der Seite hätte, dann könnte man während des aufwendigen Manövers zur Kursänderung bereits frühzeitig Kunden für den neuen Kurs gewinnen und gleichzeitig bestehenden Kunden Übergangslösungen anbieten.

Wenn man natürlich die Cloud genauso gut verzahnen möchte wie alle bisherigen Produkte von SAP, dann wird das Manöver zu einem Kraftakt, während dem man sich nicht wirklich um seine Kunden kümmern kann.

Ich habe zu wenig Einblick in den Konzern, mein diesbezügliches Netzwerk ist über zwanzig Jahre alt und meine Kontakte sind inzwischen alle anderswo unterwegs. Somit ist das, was ich hier überlege, kein Insider-Blick, sondern es sind Überlegungen, die ich anhand meiner Erfahrung anstelle.

In den 90ern wurde R/3 eingeführt. Es war die Ablösung von R/2 :-) und überall, wo ich hinkam, stellte ich großes Vertrauen in die Fähigkeiten von SAP fest. Ein Konzern mit höchsten Ansprüchen vermittelte den Eindruck, dass SAP R/3 auf alle Bedürfnisse des Konzerns anpassen würde, man müsse SAP nur ein wenig Zeit geben. Letztlich wurde R/3 zu einem großen Erfolg.

So ähnlich sieht es nun mit der Cloud aus. Einmal mehr legen die SAP-Ingenieure mehr Wert auf eine saubere Lösung als auf Marketingerfolge. Das ist vorübergehend teuer, dürfte sich langfristig aber auszahlen. Das Problem dabei: Wie langfristig müssen wir denken? Und was, wenn andere Unternehmen wie Oracle oder Salesforce in der Zwischenzeit Marktanteile erobern, die SAP später nicht wieder zurückgewinnen kann?

Meinem Eindruck nach haben Anleger die Auflösung der Doppelspitze mit einem Vertrauensvorschuss bewertet, der durch die überraschend schwachen Zahlen dieser Woche missbraucht wurde. Es wird mindestens zwei Quartale dauern, bis SAP dieses verlorene Vertrauen wieder zurückgewinnen kann. Voraussetzung dafür ist jedoch ein pragmatisches Vorgehen, das in der aktuellen Struktur offensichtlich nicht oberste Priorität hat.

Auf Sicht von 5 Jahren würde ich SAP blind ins Depot legen. Auf Sicht von Monaten bis wenige Jahre wäre ich noch vorsichtig.


MICROSOFT TEAMS GEGEN SLACK, APPLE ONE GEGEN PELOTON

Einige Aktien haben in der Corona-Zeit für Furore gesorgt. So zum Beispiel Slack und Peloton. Slack betreibt eine Plattform, über die Gruppen Online besser zusammen arbeiten können. Viele Projekte wurden in der Zeit der Heimarbeit auf die Slack-Plattform gebracht und entsprechend ist die Aktie von Slack vom Coronatief im März bei 15 USD bis Juni auf 40 USD gesprungen.

Seither pendelt die Aktie unter heftigen Schwankungen seitwärts, Tendenz leicht südlich. Aktuell steht die Aktie bei 26 USD. Auf diesem Niveau wird der für 2021 erwartete Umsatz von 877 Mio. USD mit einer Marktkapitalisierung von 15 Mrd. USD belegt, ein Kurs/Umsatz-Verhältnis (KUV) von 17. Abenteuerlich. Da das Unternehmen noch keinen Gewinn erzielt (Gewinnmarge -38%), können wir kein KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis) als Bewertungsgrundlage heranziehen. Es bleibt die Rule 40, demzufolge Wachstumsgeschwindigkeit plus Gewinnmarge über 40 liegen sollten.

Nun rechnen Analysten mit einem Umsatzwachstum von 28% und einer Gewinnmarge von -38%. 28-38= -10 und somit deutlich kleiner als 40. Damit ist die Rule 40 nicht erfüllt, in meinen Augen darf man diese Aktie nicht wirklich kaufen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Microsoft mit seinem Teamarbeit-Angebot "Teams" ein ziemlich schlagkräftiges Konkurrenzprodukt anbietet. Teams sorgt derzeit bei Microsoft für märchenhaftes Umsatzwachstum bei märchenhaftem Gewinn. Das Office-Paket ist perfekt integriert. E-Mails, Chats, etc. sind ebenfalls aus einer Hand, wenn man sich auf Teams einlässt. Slack ist also in erster Linie für Unternehmen, die ohne Microsoft auskommen wollen.

Ich selbst nutze Trello von Atlassian für meine Marketing-Aktivitäten, die ich mit einem Freelancer koordiniere. Funktioniert gut, ist eine schöne Sache. Auch Atlassian trägt eine sehr hohe Bewertung. Aber ob sich damit eine abenteuerliche Bewertung, wie oben gezeigt, rechtfertigen lässt, bezweifle ich. Solche abenteuerlichen Bewertungen sind, wenn überhaupt, höchstens dann gerechtfertigt, wenn ein neuer Markt erschlossen und ohne nennenswerten Wettbewerb erobert wird. Microsoft sollte man als Wettbewerber nicht unterschätzen.

Ganz ähnlich sieht es bei Peloton aus: Die Aktie ist sogar von 18 auf 140 USD gesprungen. Peloton bietet Hometrainer an, die über das Internet angebunden werden und verschiedene Challenges anbieten. Dabei werden die sportlichen Leistungsdaten des Radlers gemessen und wissenschaftlich ausgewertet. Herzstück des Angebots: Cardio (Nomen est Omen).

Ich selbst habe vor einigen Jahren von Horizon mal einen Hometrainer gekauft: Die Nutzung ging Winter für Winter zurück, bis wir das Gerät schließlich verkauft haben. Das Manko: Irgendwie ist es doch auf Dauer langweilig, wenn man sich nicht vergleichen kann ... und sei es auch nur mit sich selber. Derzeit setze ich mich regelmäßig auf "die Rolle", mein Rennrad ist auf einer Rolle montiert und ich kann somit beim Lesen oder Fernsehen radeln.

Peloton bietet Hometrainer, also ein entsprechendes Rad, sowie diverse Trainingsprogramme an. Wie oben gesagt ist das Verkaufsargument hier die Echtzeit-Anbindung an die Cardio-Auswertungen, die über die Cloud berechnet und direkt auf einen Peloton-Bildschirm ausgegeben werden. Aber es gibt auch die Möglichkeit, andere Trainingsformen ohne Rad zu wählen, wie bspw. Krafttraining, Yoga, Laufen, etc.

Apple One startet heute in Deutschland. Apple bündelt einige Dienste und hat seinen Zukunftsschwerpunkt bereits ausgerufen: Gesundheit. Die Apple Watch misst immer mehr Daten ihres Trägers, speichert sie und wertet sie aus. Das sind grundlegende Fitnessinformationen bis hin zu Leistungsdaten für den Sport.

Somit ist auch Peloton in meinen Augen nicht in einem Bereich unterwegs, wo Neuland einfach nur erobert werden muss, sondern es gibt mindestens einen sehr schlagkräftigen Wettbewerber: Apple. Erinnern Sie sich noch an Fitbit? Oder GoPro? Es gibt bereits eine lange Liste von Unternehmen, die mit speziellen und überaus sinnvollen Angeboten kurzzeitig Erfolge verzeichneten, bevor deren Funktionalität von Smartphone oder Smartwatch übernommen wurden.

Peloton wird bereits mit 33 Mrd. USD bewertet. Bei 1,4 Mio. Kunden ist jeder Peloton-Kunde, der ein monatliches Abo für 55-65 Euro abschließt, 24.000 USD wert. Bei Netflix ist jeder Kunde 1.139 USD wert, beim Online-Doktor Teladoc sind es 350 USD und bei Spotify nur noch 315 USD. Hmm, ich denke, wer Aktien von Peloton hat, sollte auf jeden Fall ein Stopp Loss vorsehen.

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES29.10.20Woche ΔΣ '20 Δ
Dow Jones26.437 -6,5%-7,7%
DAX11.556 -8,6%-12,8%
Nikkei22.977 -2,3%-2,9%
Shanghai A 3.380 -1,6%6,1%
Euro/US-Dollar1,17-1,7%4,1%
Euro/Yen121,86-1,9%-0,3%
10-Jahres-US-Anleihe0,86%0,02-1,07
Umlaufrendite Dt-0,64%-0,05-0,41
Feinunze Gold$1.881 -1,2%24,4%
Fass Brent Öl$37,41 -10,1%-45,6%
Kupfer6.694 -3,7%7,8%
Baltic Dry Shipping1.297 -7,4%19,0%
Bitcoin13.479 3,5%84,8%



Der Dow Jones sowie der DAX sind eingebrochen, in Asien hingegen konnten sich Nikkei und Shanghai A-Index vergleichsweise gut behaupten.

Der Euro ist stark eingebrochen (-1,7%), das ist auf dem Währungsmarkt dramatisch. Auch gegenüber dem japanischen Yen ist der Euro eingebrochen (-1,9%), so dass wir tatsächlich von einer Euro-Schwäche sprechen können, und nicht von einer US-Dollarstärke. Dieser Unterschied wird in Kapitel 03 bei der Sentiment-Analyse noch eine wichtige Rolle spielen.

Schauen wir uns also nun das Sentiment an.




03. Sentiment: Sippenhaft für Deutschland - zu Unrecht

Um 9% ist der DAX in der abgelaufenen Woche eingebrochen. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns, sowie die Ungewissheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen, haben letztlich doch noch ihren Tribut gefordert. Seit Wochen leiten wir aus der Sentimentanalyse ab, dass negative Entwicklungen nicht ausreichend an der Börse Berücksichtigung fanden. Diese Versäumnis wurde nun nachgeholt.

War's das? Oder ist das erst der Anfang eines Crashs, wie wir ihn im Frühjahr bereits erlebt haben? Schauen wir uns die Sentimentdaten näher an, um dies zu beantworten.

Das Sentiment ist auf -6 eingebrochen und notiert damit auf extrem negativem Territorium. Zuletzt haben wir dieses Niveau der Niedergeschlagenheit im März, also im Coronacrash, gesehen. Zum Verkaufen ist es nun zu spät, wir hatten viele Wochen Zeit dazu.

Auch die Selbstgefälligkeit zeigt Extremwerte: -8,1 zeigt extreme Verunsicherung unter den Anlegern an. Die Intensität des Ausverkaufs übersteigt die Prognosen der Bären aus den Vorwochen. Auch ich hatte nicht mit einem Unterschreiten der 11.700 Punkte im DAX gerechnet, aktuell notiert der DAX bei 11.500 Punkten.

Die Zukunftserwartung ist auf +5,4 gesprungen. Mit sinkendem Kursniveau steigt der Zukunftsoptimismus an, denn Aktien sind heute zu Schnäppchenpreisen zu haben. Wirklich negative Entwicklungen sehen Anleger in den jüngsten Ereignissen nicht, zumindest wirtschaftlich betrachtet. Der Zukunftsoptimismus ist heute sogar höher, als er im Coronacrash war. Ich schaue mal nach ... zuletzt hatten wir im Herbst 2017 eine vergleichbar bullische Stimmung. Damals hatte US-Präsident Donald Trump gegen große Widerstände seitens der Opposition seine Unternehmenssteuerreform durchgesetzt.

Die Investitionsbereitschaft ist auf 5 angesprungen und notiert damit ebenfalls auf einem extrem hohen Niveau, wenngleich wir im vergangenen März bereits noch höhere Werte gesehen haben.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt sich ziemlich unbeeindruckt von den jüngsten Verwerfungen. Mit einem Wert von -2,5 sichert man sich kaum gegen weiter fallende Kurse ab.

Ganz anders agieren die Profis, die sich über die Eurex absichern: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 4,8 gesprungen, dem höchsten Wert, den ich jemals gesehen habe. Es hat den Anschein, den Profis sitzt die Erfahrung des Coronacrashs im März noch in den Knochen und sie wollen alles tun, um nicht ein zweites Mal auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Entsprechend werden die über die vergangenen Monate mühsam erzielten Gewinne mit Put-Optionen stark abgesichert.

Das Put/Call-Verhältnis der CBOE in den USA hingegen zeigt ein völlig anderes Verhalten der dortigen Anleger: Mit einem Wert von 0,47 spekulieren Anleger in den USA stark auf steigende Kurse. Größer könnte der Unterschied nicht sein.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote jedoch weiter zurückgeschraubt, von 84% in der Vorwoche auf nunmehr 78%.

US-Privatanleger sind neutral gestimmt, Bullen und Bären halten sich die Waage.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 27% leichte Angst an. Ab 25% spricht man von extremer Angst, die für eine Bodenbildung am Aktienmarkt hilfreich ist.

Interpretation



Epizentrum des aktuellen Ausverkaufs ist Europa. In den USA macht man das dann mit, weil dort ein Ausverkauf überfällig ist. Außerdem herrscht dort Verunsicherung über den Wahlausgang: Nicht darüber, wer gewinnen wird, denn das ist inzwischen für die Wallstreet egal. Sondern darüber, ob es ein schmutziges Nachspiel gibt. Wird der unterlegene Kandidat seine Niederlage anerkennen, oder gibt es ein juristisches Nachspiel?

Wenngleich die Coronazahlen in den USA verheerend sind, so läuft dort jedoch die Wirtschaft. Warum sollte der Aktienmarkt da ausverkauft werden? Nein, Corona ist nicht der Grund für die Schwäche der US-Märkte.

Und wenngleich wir in Deutschland nun sehr frühzeitig und sehr konsequent handeln, um damit die Auswirkung auf die Wirtschaft so klein wie möglich zu halten, werden unsere Aktienmärkte ausverkauft. Wenn ich mir die Stimmungslage der heimischen Anleger anschaue, dann kann ich da wenig Panik erkennen. Im Gegenteil, Privatanleger greifen beherzt zu und die Profis scheinen bereits so stark investiert gewesen zu sein, dass sie von der Intensität des Ausverkaufs auf dem falschen Fuß erwischt wurden und nun heftig Put-Absicherungen kaufen.

Wer also verkauft?

Der Sentiment-Experte der Deutschen Börse, Joachim Goldberg, hat in seiner Sentiment-Analyse Mitte dieser Woche bereits ausländische Investoren als Verkäufer ausgemacht. Ich schließe mich dieser Interpretation an. Der Euro-Wechselkurs zum US-Dollar ist in dieser Woche um 1,5% gefallen, Kapital wurde aus Europa abgezogen. Wenn wir uns die Corona-Entwicklung in Europa außerhalb Deutschlands anschauen, dann kann ich die Flucht der internationalen Anleger aus Europa durchaus verstehen. Frankreich geht in den Lockdown, Belgien kollabiert, Spanien hat das Geschehen nicht mehr unter Kontrolle, ... internationale Anleger unterscheiden da nicht mehr, ob Deutschland vielleicht noch ein klein wenig besser dasteht.

Insofern ist es schwierig, anhand unserer deutschen Sentiment-Daten abzuschätzen, wie lange internationale Anleger noch deutsche Aktien verkaufen und damit Druck auf den DAX ausüben.

Der Coronacrash im März fand jedoch im Vorfeld der Kontaktbeschränkungen und Lockdown-Maßnahmen statt, mit Einführung der Maßnahmen fand die Aktienbörse einen Boden und erholte sich anschließend schnell. Dieses Mal ist der Vorlauf zum Lockdown nur kurz, die Maßnahmen werden frühzeitig und konsequent eingeführt. Ich kann mir daher schwer vorstellen, dass wir einen erneuten Coronacrash 2.0 erleben, der in seiner Intensität an den ersten vom März heranreicht.

Das internationale Kapital ist im Vorfeld des Lockdowns nun abgezogen worden. Nun ist es an den inländischen Anlegern, einzelne Titel günstig einzusammeln, bevor das internationale Kapital zurückkehrt und für steigende Kurse sorgt. Denn dieses Mal ist Europa wesentlich besser auf Corona vorbereitet: Die EZB hat weitere Hilfen angekündigt. Der Wirtschaftsraum Asiens, der insbesondere für Deutschland wichtig ist, funktioniert und kann sowohl seine Zulieferverpflichtungen, als auch seine Nachfrage nach unseren Maschinen aufrecht erhalten. Nationale Hilfen und Überbrückungskredite werden dieses Mal wesentlich gezielter ausgegeben.

Brauchen wir also Panik, um einen Boden zu bilden? Nein, brauchen wir nicht. Und wenn, dann können wir uns das Verhalten der Profis nochmals anschauen: Nie zuvor wurden in so kurzer Zeit so viele Put-Absicherungen gekauft. Na, wenn das kein Hauch von Panik ist. Bei gleichzeitig großer Investitionsbereitschaft sieht das Stimmungsbild für den DAX diese Woche wesentlich konstruktiver aus als noch vor einer Woche.










04. Ausblick: US-Wahlen werfen ihren Schatten voraus

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

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Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

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05. Wunschanalyse

Die Brennstoffzelle wird als Lösung für Langstrecken-LKWs gesehen: Wo Diesel zu schmutzig und Elektro zu schwach, könnte Wasserstoff als Treibstoff eine Nische besetzen. Plug Power ist bestens positioniert, diese Nische zu entwickeln und zu besetzen. Doch der Weg ist weit, wie ich in dieser Wunschanalyse zeige.


Plug Power

Do, 29. Oktober um 21:04 Uhr
Brennstoffzelle: Politik und Automobilkonzerne ziehen an einem Strang

Tesla-Gründer Elon Musk hatte die Autoindustrie gegen sich: Der Elektroantrieb lag bei jedem Autobauer in der Schublade und wurde aus zwei Gründen nicht in die Tat umgesetzt. Zum einen fehlte die Lade-Infrastruktur. Um dieses Problem zu lösen, muss man groß denken – nicht gerade eine Stärke deutscher Konzernchefs. Und zum zweiten wird das komplexe Knowhow und die Produktionsinfrastruktur in Sachen Verbrennungsmotor für den Elektroantrieb nicht mehr benötigt.

Elon Musk hat den Elektroantrieb weltweit salonfähig gemacht, eine Lade-Infrastruktur aufgebaut und technologisch die Elektroverweigerer abgehängt. Die Massenproduktion erfolgt mit Gewinnmargen, die in der Automobilindustrie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden. Tesla ist mehr wert als Daimler, BMW, Volkswagen, General Motors und Ford ... zusammen. Spiel, Satz und Sieg für Tesla.

Der Antrieb mit der Brennstoffzelle ist derzeit vielleicht da, wo der Elektroantrieb vor 10 Jahren war. Alle Autobauer haben bereits Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb im Probebetrieb, BMW hat sogar schon vor 15 Jahren eine Kleinserie von 100 7ern verkauft und erfolgreich betrieben. Für die Massentauglichkeit fehle – déjà-vu – die Tankstelleninfrastruktur.

Aufgrund der hohen Komplexität der Brennstoffzelle haben etablierte Automobilhersteller, die an komplexe Systeme gewöhnt sind, ein größeres Interesse an der Brennstoffzelle als am Elektroantrieb. Und damit wird auch die Politik an Bord geholt: Wäre ein grüner Antrieb nicht etwas Wundervolles? Man tankt Wasserstoff und aus dem Auspuff tropft Wasser.

Grüner Wasserstoff

Wirklich umweltfreundlich ist sowohl der Elektroantrieb als auch die Brennstoffzelle nur dann, wenn die Energie, die zum Antrieb benötigt wird, grün hergestellt wird. Auf dem Weg vom Windrad oder von der Solarzelle bis zur Batterie des Elektroautos geht rund ein Viertel der Energie verloren. Mit einem Effizienzgrad von 75% ist die Batterie deutlich besser als die Brennstoffzelle.

Bei der Brennstoffzelle muss erzeugte Energie nämlich zunächst für die Wasserstoffproduktion eingesetzt werden, so dass der Effizienzgrad bei nur etwa 25% liegt. Es werden also drei Windräder benötigt, um ein Fahrzeug mit Wasserstoff so weit zu bringen, wie es beim Elektroantrieb mit einem Windrad gelingt. Und auch Windräder sind nicht frei von Makel.

Die Rechnung ist aber nicht vollständig: Über die Umweltverbrechen zum Abbau der Elemente, die für die Batterieproduktion benötigt werden, gibt es inzwischen unzählige Berichte.

Oder noch anders ausgedrückt: Die Umweltsünden wurden bei unserer auf fossile Energieträger basierenden Gesellschaft vor 100 Jahren begangen. Der neue Elektroantrieb begeht nun weitere Sünden im Rahmen der Batterieproduktion. Und für die Brennstoffzelle müsste unser Land mit Windrädern zugestellt werden, mit allen negativen Folgen für die verbleibende Tierwelt, ganz zu schweigen von den Beeinträchtigungen für die Anwohner.

Bunte Antriebswelt

Tesla hat sich einen Platz in der Automobilwelt erobert, alle Autobauer bringen derzeit eigene Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf den Markt. Die Brennstoffzelle spielt derzeit jedoch noch keine nennenswerte Rolle.

Plug Power möchte das ändern. Plug Power möchte das schon seit zwei Jahrzehnten ändern. Aktien von Unternehmen, die mit der Brennstoffzelle experimentierten, sind in den vergangenen zwanzig Jahren immer wieder mal angesprungen, kamen jedoch stets wieder zurück. Die Zeit war noch nicht reif.

Ich denke, die Zeit ist reif für die Brennstoffzelle: Der Erfolg Teslas hat gezeigt, dass die Autowelt nicht statisch ist. Mega-Fusionen in der Autobranche sind ein Zeichen der Schwäche, nicht der Stärke. Autobauer werden dieses Mal mehr Engagement zeigen als beim Elektroantrieb.

Und die Politik steht auch hinter der Brennstoffzelle. Elon Musk hat die Politik weltweit vorgeführt: Ohne nennenswerte politische Unterstützung hat er den Elektroantrieb zum grünen Massenantrieb für die Städte gemacht. Dieses Mal wird die Politik nicht untätig zuschauen, sondern sich selbst überbieten mit Förderprogrammen.

Gabelstapler und Stromgenerator

PlugPower-Produkte
Abbildung 1: Produkte von Plug Power


Plug Power hat die Brennstoffzelle ebenfalls zur Marktreife gebracht: 35.000 Brennstoffzellen wurden bislang verkauft, 15% des US-Wasserstoffverbrauchs werden von Geräten aus dem Hause Plug Power konsumiert. Die beiden Hauptprodukte von Plug Power sind Stromgeneratoren und Gabelstaplerantrieb.

In Lagerhäusern fahren Gabelstapler den ganzen Tag herum und holen Produkte aus den Regalen oder platzieren sie dort. Ein Dieselantrieb verpestet die Luft in der Lagerhalle, elektroangetriebene Gabelstapler müssen immer wieder geladen werden. Gerade zu Stoßzeiten ist das Laden eines Gabelstaplers ein Kostenfaktor. Während der Ladezeit muss ein Ersatz her, vorzugsweise ein weiterer Gabelstapler. Das wird teuer.

Das Betanken mit Wasserstoff dauert nur Minuten. Plug Power rechnet seinen Kunden vor, dass diese Lösung günstiger ist als die Anschaffung eines Ersatz-Gabelstaplers.

Dieselgeneratoren werden zum einen dort genutzt, wo keine Stromleitung verlegt ist. Zum anderen aber auch als Backup für die Stromversorgung: Wenn die Stromversorgung einmal ausfällt, springt in Krankenhäusern, in Produktionsbetrieben und auch bei Rechenzentren ein Dieselgenerator an und versorgt den Betrieb binnen weniger Minuten wieder mit Elektrizität.

CO2-neutral bis 2040

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat im vergangenen Jahr angekündigt, sein Unternehmen bis zum Jahr 2040 CO2-neutral zu machen. Die Amazon-Lagerhallen werden ausgestattet mit Gabelstaplern, die mit der Brennstoffzelle betrieben werden. Rechenzentren, die für die Amazon-Cloud AWS betrieben werden, sollen mit Stromgeneratoren von Plug Power ausgestattet werden.

In Analysen zu Plug Power habe ich gelesen, dass Amazon die Stromversorgung seiner Rechenzentren auf die Brennstoffzelle umstellen könnte. Das ist natürlich Quatsch. Nur 1% des Stroms dieser Rechenzentren wird von den lokalen Stromgeneratoren erzeugt. Der Rest kommt aus der Steckdose, also aus Kohlekraftwerken, Gaskraftwerken, Atomkraftwerken, etc. – je nachdem, wie der Energiemix vor Ort eben aussieht.

Das Bekenntnis, bis 2040 CO2–neutral zu werden, beinhaltet die Verpflichtung, seine Zulieferer auch in Richtung CO2–Neutralität zu bewegen. Stromversorger, aber auch Logistikunternehmen. Wenn Amazon irgendwann in den kommenden Jahren zu DHL sagt, wir nutzen Euren Dienst nur dann, wenn ihr Eure Lieferwagen CO2–neutral macht, also mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb ausstattet, dann können Sie davon ausgehen, dass DHL ordentlich in diese Technologien investieren wird.

Nicht nur Amazon, auch Walmart, der zweitgrößte Onlinehändler in den USA, hat gelobt, bis 2040 CO2–neutral zu sein. Home Depot, der größte Innenausstatter der USA, möchte bis 2035 50% des CO2–Ausstoßes verringern. Beides sind große Kunden von Plug Power.

Google, Apple, Microsoft, Facebook, etc. haben allesamt ähnliche Versprechen abgegeben, ihre CO2–Emission innerhalb der nächsten Jahrzehnte auf Null zu bringen. Teilweise spricht man von "CO2–positiv": Man möchte mehr CO2 binden, als man im eigenen Unternehmen ausstößt. Und das sind Unternehmen, die auf gigantischen Bar-Reserven sitzen.

Der Weg vom Gabelstapler zum Fernverkehr ist weit

Im Fernverkehr hat der Dieselantrieb heute eine quasi-Monopolstellung. Ich kenne keinen massentauglichen LKW, der nicht mit Diesel angetrieben wird. Jede Menge Brennstoffzellen-Prototypen sind unterwegs. Aber für den Massenmarkt fehlt noch ... na, Sie wissen schon: das Wasserstoff-Tankstellennetz.

Dabei ist der Aufbau eines entsprechenden Netzes weniger teuer als der Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Für jede Ladestation müssen Leitungen vom Kraftwerk bis zur Ladesäule neu verlegt werden, damit die Kapazität passt. Für Wasserstoff könnte ein großer Teil der bestehenden Tankstelleninfrastruktur genutzt werden, lediglich Lagerbehälter und Tanksäulen müssten angepasst werden. Wasserstoff-Tank-LKWs würden, genau wie beim Benzin oder Diesel, die Versorgung der Tankstellen sicherstellen.

Doch was wird sich durchsetzen: Diesel, Strom oder Wasserstoff? Nun, Diesel ist derzeit politisch und gesellschaftlich nicht gewollt. Strom kann nur langsam nachgeladen werden. Je intensiver die Nutzung des LKWs, desto mehr spricht für die Wasserstoff-Lösung.

Sollten Elektro-LKWs tatsächlich irgendwann einmal die Reichweite haben, um den ganzen Arbeitstag des LKW-Fahrers durchzuhalten, so wird diese Betrachtung spätestens dann obsolet, wenn die LKWs autonom durch unsere Straßen rollen. Wenn der LKW ohnehin schon ohne Menschen fährt, warum sollte er dann stundenlang zum Aufladen stehen?

Damit verlassen wir jetzt die Finanzmathematik und argumentieren mit ideologischen Zielen. Heute schon in die Brennstoffzelle zu investieren, wo noch nicht einmal absehbar ist, wann autonomes Fahren in der Masse eingesetzt wird, ist ziemlich mutig. Mag sein, dass die Entwicklung in diese Richtung geht. Doch es ist völlig offen, ob Plug Power diese Entwicklung führend vorantreiben wird, oder aber ein anderes Unternehmen irgendwann mit einem besseren Produkt in Führung geht.

Immerhin hat Plug Power ein eindrucksvolles Netzwerk aufgebaut: Zu den Entwicklungspartnern gehören Daimler, BMW, General Motors und Honda. Für die Wasserstoffversorgung kooperiert das Unternehmen mit Linde.

PlugPower-Partner
Abbildung 2: Partner von Plug Power


Bewertung abenteuerlich

Im Jahr 2021 wird Plug Power nach Schätzungen der Analysten 425 Mio. USD umsetzen. Die Marktkapitalisierung beträgt 6 Mrd. USD. Damit notiert das Unternehmen auf einem Kurs/Umsatz-Verhältnis (KUV) von 14. Nein, ein KUV über 2 kann nicht als faire Bewertung betrachtet werden. Da muss es was anderes geben: Wachstum?

Für die kommenden fünf Jahre rechnen Analysten mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum p.a. von 25%. Die Gewinnmarge ist negativ (-27%), damit ist auch die Rule 40 nicht erfüllt. Die Rule 40 wird von Spekulanten angewendet, um ein Wachstumsunternehmen zu identifizieren, für das dann jegliche Bewertungsmaßstäbe ignoriert werden. Dabei muss das Umsatzwachstum plus Gewinnmarge über 40 liegen. Das Umsatzwachstum liegt bei 35%, also 35% +(-27%) = 8% - Plug Power fällt also durch diese Prüfung durch.

Wenn weder die Bewertung, noch das Wachstum passen, bleibt nur noch ein Grund, mit dem die Kaufentscheidung gerechtfertigt werden kann: Religion. Plug Power bedient das Bedürfnis nach sauberer Energie. Das Konzept passt, die ersten Produkte haben sich bewährt und Kunden mit dicken Portemonnaies stehen Schlange. Es hat den Anschein, dass Geld keine Rolle spielt. Wenn drei Windräder benötigt werden, wo zuvor eines ausreichte, dann wird das im Namen des Klimaschutzes eben gemacht.

Die hohe Bewertung von Tesla konnte man über Jahre hinweg nicht rational begründen. Bei Plug Power könnte es ähnlich sein. Doch wer in diese Aktie investieren möchte, der sollte sich dessen bewusst sein. Plug Power muss den LKW-Markt revolutionieren, um in die heutige Bewertung hinein zu wachsen. Bislang bietet Plug Power jedoch noch keine LKWs an.

FAZIT
Es ist ein spannendes Zukunftsthema und in jedem diversifizierten Portfolio ist ein wenig Platz für Spekulationen. Vielleicht legen Sie sich ja mit Plug Power die nächste Tesla ins Depot. Vielleicht verliert das Unternehmen jedoch auch die aktuelle Dynamik, weil eine andere Lösung Politik und Wirtschaft begeistert.



06. Update beobachteter Werte

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Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

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07. Übersicht HT-Portfolio

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



08. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



09. An-/Ab-/Ummeldung

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