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Heibel-Ticker PLUS 21/23 - Finanzpresse jagt Inflationsgespenst

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11.06.2021:
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H E I B E L - T I C K E R    P L U S

B Ö R S E N B R I E F

- Einfach einen Tick besser -

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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436

16. Jahrgang - Ausgabe 23 (11.06.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag

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Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie
unter dem folgenden Link zur Verfügung:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/htp210613.pdf



Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

01. Info-Kicker: Finanzpresse jagt Inflationsgespenst
02. So tickt die Börse: Vertrauen in vorübergehende Inflation
  - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03. Sentiment: Zukunftsoptimismus hält Aktienmarkt auf hohem Niveau
  - @@
04. Ausblick: Optimismus in allen Märkten, selbst wenn es sich
widerspricht
05. Update beobachteter Werte: CureVac
  - CureVac: Zulassungsverzögerung, Aktie bricht ein
06. Leserfragen
07. Bitcoin
  - : Akzeptanz steigt
08. Übersicht HT-Portfolio
09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
10. An-/Ab-/Ummeldung



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01. Info-Kicker: Finanzpresse jagt Inflationsgespenst
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Liebe Börsenfreunde,

*** SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: MENSCH & MASCHINE ***

Am kommenden Dienstag, den 15.6. um 12 Uhr, haben wir Adi Drotleff, CEO
von Mensch und Maschine Software SE, zu Besuch bei unserem virtuellen
Lunch. Mit ihm werden wir über die Chancen und Vorteile der
Digitalisierung sprechen: Von CAD-Systemen wie Autodesk hin bis zum
Thema Systemhaus durchleuchten wir die Softwareindustrie und den Wandel
in der Industrie hin zu mehr digitalen Prozessen.

Thema: Adi Drotleff, CEO von Mensch und Maschine SE, bei Salz & Pfeffer
zum Mittag
Termin: Dienstag, den 15.6. um 12 Uhr
Live auf YouTube oder per Zoom (Zoom nur für Heibel-Ticker PLUS Kunden)

Salz & Pfeffer zum Mittag mit Adi Drotleff, CEO von Mensch & Maschine SE

*** ENDE SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: VIDEOKONFERENZ ***


Im heutigen Kapitel 02 gehe ich auf einen Schwachpunkt der
Volkswirtschaft ein, der in meinen Augen von vielen Übersehen wird: Die
Stimmung der Menschen wird nicht ausreichend berücksichtigt. Vertrauen
in ein Wirtschaftssystem ist wichtiger als die Geldpolitik, wenn es um
eine Prognose für die Inflation geht. Die derzeitige Hysterie über die
drohende Inflation halte ich daher für überzogen.

Im Kapitel 03 gehe ich heute ausführlich auch auf das Sentiment auf dem
Zinsmarkt, dem Goldmarkt, sowie dem Bitcoin ein. Ich leite ab, dass die
Rallye durchaus noch weiterlaufen kann.

Wie wir uns vor diesem Hintergrund positionieren, zeige ich in Kapitel
04. Es ändert sich nicht viel zu den Vorwochen, da wir uns frühzeitig
auf diese Situation vorbereitet haben. Doch es gibt auch eine
Entwicklung, die mir Sorge bereitet: es gibt viele Gründe für steigende
Kurse, teilweise werden die gleichen Gründe jedoch diametral
unterschiedlich interpretiert.

Wichtige Updates zu unseren offenen Portfolio-Positionen finden Sie in
Kapitel 05.

In den heutigen Leserfragen im Kapitel 06 geht es einmal mehr um die
mRNA-Technologie, um Keynes versus Modern Monetary Theory sowie um den
Unterschied zwischen einem Bitcoin auf der BitBox02 und dem Bitcoin-ETC.

Das Kapitel 07 beschäftigt sich nochmals ausführlich mit dem Bitcoin: In
den vergangenen Tagen gab es eine ganze Reihe von Entwicklungen, die für
Verunsicherung sorgten. Gleichzeitig gab es jedoch auch sensationelle
Schritte in Richtung breiter Akzeptanz des Bitcoins. Ich zeige auf, wie
die verschiedenen Meldungen einzuordnen sind.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker
Portfolio in Kapitel 08.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




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02. So tickt die Börse: Vertrauen in vorübergehende Inflation
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Der Begriff "Inflation" wird in den Finanzmedien seit Wochen rauf und
runter diskutiert. Doch der wichtigste Begriff in meiner heute gewählten
Überschrift ist ein anderer: "Vertrauen".

Vertrauen hat in der Volkswirtschaftslehre noch kaum Eingang gefunden,
dabei ist genau das Vertrauen der entscheidende Faktor dafür, ob sich
eine vorübergehende Inflation in eine galoppierende Inflation auswächst.
Genauso bestimmt das Vertrauen, ob eine vorübergehende Deflation in eine
tödliche Abwärtsspirale mündet.

Wenn wir also abschätzen möchten, wie groß die Gefahr ausufernder
Inflationsraten ist, dann müssen wir abschätzen, wie das Vertrauen der
Marktteilnehmer in die Märkte ist. Funktionieren die Märkte? Werden
Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht gebracht? Oder sind die
freien Marktkräfte durch die Politik bereits so weit außer Kraft
gesetzt, dass Ungleichgewichte bestehen bleiben?

Bevor wir über das Vertrauen sprechen, möchte ich Ihnen kurz erläutern,
warum die Wissenschaft kaum auf diesen Begriff eingehen kann. Der Grund
ist ganz einfach: Als Wissenschaft gilt nur das, was man beweisen oder
widerlegen kann. Doch wie möchten Sie die Entwicklung des Vertrauens
messen, geschweige denn prognostizieren?

Ich würde mal recht selbstsicher behaupten, dass meine
Sentiment-Erhebung, die ich wöchentlich durchführe, dieses Problem am
besten angeht. Aus der Anlegerstimmung können wir ablesen, wie die
Marktteilnehmer zum Markt stehen, ob sie Vertrauen in das Finanzsystem
und/oder die aktuellen Bewertungen haben, oder nicht. Ich weiß, dass ich
mit meiner Umfrage seit Jahren überall, sowohl bei der Finanzpresse, als
auch bei institutionellen Anlegern, offene Türen vorfinde. Das Problem
ist also bekannt.

Aber die Interpretation der Umfrageergebnisse ist dennoch eine
Geschichte, bei der das Bauchgefühl mitspielt. Völlig
unwissenschaftlich! Wissenschaft benötigt Fakten, am liebsten Zahlen
oder am allerbesten Zahlenreihen, die dann linear extrapoliert werden
können.

Aber leider funktioniert der Mensch nicht linear, sondern entscheidet
häufig aus dem Bauch. Wenn ich sehe, dass die Preise der Gebrauchtwagen
um 30% angesprungen sind, dann muss ich zwei Erklärungsansätze
gegeneinander abwiegen: Wenn ich glaube, dass es nur vorübergehend zu
wenige Gebrauchtwagen gibt, dann warte ich halt ein paar Monate, fahre
meinen alten Wagen halt noch ein wenig länger, bis sich das Preisniveau
wieder normalisiert hat, und kaufe erst nach einer Normalisierung der
Märkte einen neuen Gebrauchten.

Obwohl ich also in den Statistiken der Volkswirte aufgrund des Alters
meines Autos als potentieller Käufer auftauche, bleibe ich dem Markt der
Gebrauchtwagen fern. Ein potentieller Käufer ist nicht gleich ein
Käufer.

Wenn ich jedoch befürchte, dass der Markt länger im Ungleichgewicht
bleiben wird, als ich meinen alten Wagen noch fahren kann oder möchte,
dann muss ich in den sauren Apfel beißen und ein um 30% teureres Auto
kaufen. Damit trete ich dann als Nachfrager auf und buhle mit den
anderen potentiellen Käufern um die rar gewordenen Gebrauchtwagen, ich
treibe den Preis damit weiter in die Höhe.

Gestern wurden in den USA Zahlen zur Konsumentenpreisentwicklung (CPI
sprich: Inflation) veröffentlicht. Der Preisanstieg gegenüber dem
Vorjahr betrug durchschnittlich 5,0%. Das Ziel von 2% Inflation wurde
also zumindest punktuell deutlich überschritten. Doch Notenbankchef Jay
Powell betont, dass diese Inflation nur vorübergehend so hoch sei. Ich
habe mal ein wenig ins Detail geschaut:

Größter Preistreiber sind die Preise von Gebrauchtwagen. Der
Preisanstieg gegenüber dem Vergleichsmonat Mai im Corona-Jahr 2020
beträgt 30%. Allein dieser Preissprung ist rechnerisch für ein Drittel
des 5%-Anstiegs im CPI verantwortlich.

Ich hatte im März über das Feuer in einer japanischen Chipfabrik
berichtet, die für die Produktion von Autochips produzierte. Viele
Autobauer, insbesondere Ford und General Motors, aber auch Volkswagen,
hatten zuvor ohnehin bereits mit leeren Lagerbeständen und kaputten
Lieferketten zu kämpfen. In diese angespannte Situation hinein war der
Ausfall der japanischen Produktionsstätte verheerend.

Die Nachfrage nach Autos war schon während der Corona-Pandemie
angestiegen. Der Individualverkehr galt als sicherer als die Öffis. Und
mit der Aussicht auf die Normalisierung zog die ohnehin schon starke
Nachfrage nochmals an. Doch die Produktion war vielerorts
runtergefahren, im Rahmen des Cashmanagements wurden die Lager schlank
gehalten und so war auch ohne die abgebrannte Fabrik bereits eine starke
Unwucht im System.

Es werden derzeit also zu wenig Neuwagen produziert, weil nicht
ausreichend Chips verfügbar sind. Also weichen Kaufinteressenten auf den
Gebrauchtwagenmarkt aus, denn dort sind Autos per sofort verfügbar ...
wenn auch nur zu einem Preis, der um 30% höher liegt als vor einem Jahr.

Ich glaube, den meisten potentiellen Autokäufern ist klar, dass sich
dieser Preissprung nicht wiederholen wird. Die aufgestaute Nachfrage,
die sich derzeit entlädt, sowie die Chip-Knappheit, werden in einem Jahr
nicht mehr für einen weiteren Preissprung sorgen. Vielleicht hält sich
das neue, um 30% höhere Preisniveau. Selbst dann wäre der
Inflationsdruck, der von diesem erhöhten Preisniveau ausginge, gleich
null. Denn die Inflation wird immer zum Vorjahr berechnet, und das war's
dann. Sollten die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt nächstes Jahr sogar
rückläufig sein, was mich nach dieser Sondersituation nicht wundern
würde, dann hätten wir sogar Deflation in diesem Marktsegment.

Der zweitgrößte Effekt für die CPI-Ziffer von 5% sind Flugtickets. Wenn
Sie sich vor Augen führen, dass im Mai 2020 der weltweite Flugverkehr
quasi zum Erliegen gekommen war, braucht Sie das nicht zu wundern.

Und an dritter Stelle steht der Ölpreis. Doch auch hier möchte ich Sie
daran erinnern, dass der Ölpreis im April vergangenen Jahres ins Minus
gerutscht war. Im April stand der erholte Ölpreis noch immer unter 30
USD/Fass.

Ich könnte jetzt die Positionen weiter durchgehen, doch das Bild wird
schon ersichtlich: Rein mathematisch gibt es viele Gründe, die für eine
vorübergehende Inflation sprechen. Auch das Vertrauen dürfte durch die
Preissprünge nicht beschädigt sein, denn im Detail ist den meisten
Menschen doch klar, warum wir derzeit solche Preissprünge verzeichnen.
Lediglich die aggregierte Inflationsziffer, hinter der sich die
wenigsten Menschen Details vorstellen können, sorgt für Verunsicherung.
Doch ich gehe davon aus, dass eine schlechte Berichterstattung in
Massenmedien nur schwer das Vertrauen der Marktteilnehmer nachhaltig
schädigen kann.

Insofern haben die Aktienmärkte diese Woche besonnen reagiert, als
EZB-Chefin Lagarde auf die wiederholte Frage, wann denn eine straffere
Geldpolitik im EZB-Präsidium diskutiert würde, wiederholt geantwortet:
Derzeit noch nicht, sondern erst, wenn es soweit ist. Doch noch ist es
nicht soweit.

In dieser Haltung sind die wichtigen Notenbanken weltweit
gleichgeschaltet: Japan und die USA verwenden fast die gleichen
Redetexte wie die EZB.

Abschließend möchte ich noch auf einen weiteren Irrtum hinweisen, dem
viele Redakteure in den Finanzmedien derzeit erliegen: Inflation wird
als Folge einer exzessiven Geldpolitik der Notenbank betrachtet. Dass
dies nicht so ist, habe ich lange Zeit durch die Erläuterung der
"Umlaufgeschwindigkeit" veranschaulicht. Seit einigen Monaten habe ich
auch die Modern Monetary Theory (MMT) ins Feld geführt, der zufolge die
Notenbank ohnehin keine Kontrolle mehr hat, denn die Fiskalpolitik
übernimmt zunehmend das Steuern von Angebot und Nachfrage.

In den USA gibt es nun ein gigantisches Förderprogramm für neue
Chipproduktionsstätten. Die Politik ist der Ansicht, dass der freie
Markt Abhängigkeiten erzeugt hat, die man nun nicht mehr tragen möchte.

Wenn ich also den Begriff "Vertrauen" als wesentlich wichtiger erachte
als die Inflation, dann wissen Sie nun, warum: zum einen sind viele der
Inflationstreiber nur vorübergehend, zum anderen vertrauen die Menschen
der Politik, die sich derzeit der MMT bedient, um gewünschte
Marktverhältnisse herbeizuführen.

Am Aktienmarkt scheint man mit dieser komplexen Situation derzeit nicht
viel anzufangen. Der DAX notiert auf Allzeithoch, doch für weitere
Kursgewinne fehlt die Überzeugung. Schauen wir uns mal die Entwicklung
der wichtigsten Indizes im Wochenvergleich an:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES 10.6.21 Woche Δ Σ '21 Δ
Dow Jones 34.379 -0,8% 12,8%
DAX 15.693 0,0% 14,4%
Nikkei 28.949 0,0% 5,5%
Shanghai A 3.763 -0,1% 5,1%
Euro/US-Dollar 1,21 -0,6% -1,6%
Euro/Yen 132,70 -0,4% 4,7%
10-Jahres-US-Anleihe 1,46% -0,10 0,52
Umlaufrendite Dt -0,30% -0,05 0,26
Feinunze Gold $1.879 -0,7% -0,2%
Fass Brent Öl $72,84 1,8% 41,7%
Kupfer $9.974 -1,3% 27,2%
Baltic Dry Shipping $2.669 8,0% 95,4%
Bitcoin $36.745 -0,7% 30,5%








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03. Sentiment: Zukunftsoptimismus hält Aktienmarkt auf hohem Niveau
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Der DAX hat im Verlauf der Woche ein wenig von seinem zuvor erreichten
Allzeithoch abgegeben, zum Ende der Woche jedoch den Großteil wieder
aufgeholt: Unterm Strich ist nicht viel passiert.

Unsere Umfrageteilnehmer bleiben daher trotz des Kursniveaus auf
Allzeithoch verhältnismäßig besonnen. Das Anlegersentiment ist leicht
auf 1,7 gefallen.

Auch die Selbstzufriedenheit bleibt mit einem Wert von 1,1 leicht unter
dem Wert der Vorwoche. Trotz der hohen Kurse stellt sich nach wie vor
kaum Zufriedenheit ein.

Immerhin ist die Zukunftserwartung ein wenig angestiegen. Nach 0,8 vor
einer Woche messen wir diese Woche einen Wert von 1,9. Doch von großem
Optimismus sprechen wir erst ab Werten über 4, davon sind wir also
weiterhin weit entfernt.

Doch es bewegt sich was: Nachdem in den vergangenen 10 Wochen keinerlei
nennenswerte Investitionsbereitschaft zu verzeichnen war, ist diese
Bereitschaft nun auf 1,1 gestiegen. Ein zartes Pflänzlein der Hoffnung.
Erste Anleger sehen Chancen im Markt und überlegen, wo sie investieren
wollen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert auf einem Wert von -2 und
zeigt eine ansteigende Absicherungsneigung an. Anleger sichern sich
gegen fallende Kurse ab oder spekulieren sogar auf fallende Kurse.

Das Put/call-Verhältnis an der CBOE hat erst kürzlich den Extrembereich
verlassen, der anzeigte, dass Anleger stark auf steigende Kurse
spekulierten. Die Normalisierung der vormals extrem bullischen
Positionierung schreitet voran, wenngleich in den USA noch immer nicht
von Absicherungskäufen gesprochen werden kann. Es wird weiterhin auf
steigende Kurse spekuliert, wenngleich auch nicht mehr so stark wie in
den vergangenen Monaten.

Die Investitionsquote der US-Fondsanleger hat sich bei 80% eingependelt
und zeigt eine vergleichsweise neutrale Positionierung an.

US-Privatanleger haben eine Bullenquote von 24%. Es gibt jedoch weniger
einen Bullenüberhang, als vielmehr eine Bärenknappheit, denn nur jeder
fünfte Anleger ist pessimistisch gestimmt. Dieser Wert ist extrem
niedrig. Die meisten Anleger tummeln sich derzeit im neutralen Lager.
Ein Umstand, den ich auch unseren eigenen Umfragedaten entnehme.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert
von 52% eine neutrale Verfassung des Marktes an.

Interpretation



In den vergangenen zwei Wochen haben wir aus der Sentiment-Erhebung den
Ausbruch nach oben ableiten können. Diese Bewegung kann anhalten, denn
der Optimismus steigt und gleichzeitig verspüren einige Anleger bereits
Druck, jetzt noch auf den angefahrenen Zug aufzuspringen
(Investitionsbereitschaft). Obwohl wir Allzeithochs verzeichnen, ist die
Stimmung nicht besonders euphorisch, sondern eher verhalten positiv. Es
gibt also auch keinen Überschwang, keine exzessive Party, die zu einem
Kater am nächsten Morgen führen könnte.

Die Entwicklung am Zinsmarkt ist ebenfalls interessant: Im Frühjahr
schien es eine ausgemachte Sache zu sein, dass die Zinsen steigen. Es
war in den Augen der Anleger nur eine Frage von Tagen, bis die
Umlaufrendite in Deutschland wieder auf ein positives Territorium
steigt. Doch wie so häufig an den Finanzmärkten geschah dann das
Gegenteil dessen, was alle erwarteten: Die Zinsen drehten wieder gen
Süden. Nun ist die Verunsicherung unter Anlegern über diese Entwicklung
groß. Entsprechend gibt es derzeit keinerlei Investitionsabsicht mehr,
weder short, noch long. Sollte sich hier eine neue Richtung zeigen,
werden die derzeit zurückhaltenden Anleger aufspringen und die
Entwicklung verstärken.

Euphorie können wir am Goldmarkt feststellen: der Lauf des Goldpreises
von 1.700 auf 1.900 USD/Oz versetzt die Goldbullen in Feierlaune. Daran
ändert auch die Konsolidierung der vergangenen Tage wenig. Ich habe im
Frühjahr immer wieder zu Käufen geraten. Nun gilt es auch hier, erst
einmal abwarten.

Die Umfrage wurde erst vor drei Monaten um die Fragen nach dem Bitcoin
erweitert, daher ist die Historie unserer Umfragedaten noch nicht
wirklich groß. Wenn wir jedoch die jüngste Stimmungsentwicklung
bezüglich des Bitcoins mit den Erkenntnissen aus den anderen Umfragen
interpretieren, dann war die Konsolidierung der vergangenen Wochen im
Bitcoinpreis ein guter Anfang, um einen tragfähigen Boden auszubilden:
Die Euphorie, die den Bitcoin über 60.000 USD geführt hatte, wurde
kräftig abgebaut.

In der abgelaufenen Woche war der Bitcoin auf 31.000 USD gerutscht und
konnte sich seither wieder auf 37.000 USD erholen. Damit sind wir
weiterhin weit entfernt von seinen Höchstständen. Entsprechend ist auch
die Stimmung weiterhin sehr schlecht, während jedoch gleichzeitig der
Zukunftsoptimismus deutlich angestiegen ist. An der Zukunftsfähigkeit
des Bitcoins wird nicht gezweifelt, eine ganze Reihe von Anlegern hat
bereits wieder zugegriffen: HODL, sagt man unter Bitcoinern. Kaufen und
Halten.





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04. Ausblick: Optimismus in allen Märkten, selbst wenn es sich
widerspricht
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Weiterhin fühle ich mich recht wohl mit der hohen Investitionsquote
unseres Heibel-Ticker Portfolios. Irgendwie zotteln die Märkte weiter
gen Norden. Einzeltitel zeigen mitunter große Kursausschläge, doch
insgesamt überwiegen die positiven Entwicklungen.

Es haben sich viele eigenständige Märkte entwickelt. Die vormaligen
Corona-Gewinner werden derzeit aufgeschlüsselt nach Wachstumsaktien, die
auf einem neuen Niveau nun weiter wachsen (BB Biotech, Nvidia) und
denen, die nur vorübergehend von der Pandemie profitierten.

Parallel erleben die Massen der WallStreetBets derzeit eine Renaissance:
Immer neue Aktien werden zu "Meme"-Stocks, zu Aktien, die mit Emojis zum
Mond gejubelt werden. Auch Beyond Meat wird inzwischen in den
WallStreetBets Foren häufig genannt, so dass wir dort auf jeden Fall den
Stop Loss beachten sollten (110 EUR).

Das Thema Inflation wird gespielt. Aktuell hat es den Anschein, als
würden sich die Marktteilnehmer mit der Erklärung der Notenbanken
(vorübergehend!) zufrieden geben, denn Dividendenaktien steigen wieder
an.

Die rückläufigen Zinsen wiederum begünstigen Wachstumsaktien, die nun
ebenfalls wieder angesprungen sind.

Und der Sichere Hafen gegen Finanzmarktturbulenzen, das Gold, erfreut
sich wieder großer Beliebtheit bei denen, die unser Finanzsystem für
kaputt halten. Dieser Meinung sind übrigens auch die Bitcoiner, die
schon wieder großen Optimismus ausgebildet haben.

Wie soll ich da eine einheitliche Meinung der Anleger herausfiltern?
Eher hat es den Anschein, dass die teilweise sogar widersprüchlichen
Begründungen für die jeweils steigenden Kurse ein Zeichen dafür sind,
dass Anlegern der richtige Kompass abhanden gekommen ist. Während ich
also durchaus davon ausgehe, dass die Rallye noch ein wenig weiterlaufen
kann, befinden wir uns nunmehr in einem Stadium, in dem wir vorsichtig
sein sollten. Sollten die Märkte also drehen, würde ich frühzeitig
aussteigen. Bei großen Kurssprüngen nach oben bieten sich ebenfalls
Gewinnmitnahmen an, zumindest sollten Sie ihren Stop Loss dann
nachziehen.



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05. Update beobachteter Werte: CureVac
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter
www.heibel-ticker.de -> Portfolio -> 10 neueste Einträge. Dort
finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.


CureVac
Zulassungsverzögerung, Aktie bricht ein

Di, 08. Juni um 16:11 Uhr
Heute wurde bekannt, dass die europäische Zulassungsbehörde EMA nicht
vor August mit der Zulassung des Covid_19 Impfstoffes von CureVac
rechnet. Die erforderlichen klinischen Studiendaten seien schwerer zu
erhalten, da es nur noch weniger Infizierte gibt. Zudem müssten die
verschiedenen Mutationen in den Daten berücksichtigt werden, denn der
Impfstoff solle gegen alle Mutationen wirken.

Gesundheitsminister Spahn hat daher die Prognosezahlen für die
Impfstoffe für das laufende Jahr vollständig um die CureVac-Lieferungen
bereinigt.

Das ist ein Schlag ins Gesicht: Was BioNTech und Moderna in Rekordzeit
schafften, kann CureVac nicht ansatzweise bieten. Und je mehr Zeit
benötigt wird, desto komplexer werden die Anforderungen.

Wir haben die Aktie zu 90 Euro gekauft und mit dem heutigen Kurseinbruch
von -15% notiert die Aktie knapp unter unserem Kaufpreis. Ärgerlich,
aber Bestandteil einer Spekulation. Letztlich hat sich der Kursanstieg
auf Basis der bislang für Juni erwarteten Zulassung nun wieder
pulverisiert, es wird eine Strafrunde gedreht. Ich würde die Strafrunde
mitmachen, also dabei bleiben.



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06. Leserfragen
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Bitcoin-Spekulation mit ETC, Absicherung mit BitBox02

Hallo Herr Heibel,
So wie es aussieht ist mir der Irrtum unterlaufen dass das Bitcoin ETC
(DE000A27Z304) im Spekulativen Depot und den Bitcoin (Bitcoin im
Hardware Wallet) den sie im Absicherungsdepot haben, indent sind. Ich
habe auch keine Ahnung wie ich das Bitcoin im Absicherungsdepot das Sie
verwenden auch erwerben kann.

Ist es möglich dass sie mich diesbezüglich aufklären können wo der
Unterschied liegt und wie ich diesen Bitcoin auch erwerben kann den Sie
im Absicherungsdepot benutzen.

Schöne Grüße vom Bodensee und vielen Dank im voraus
Tison aus Egg, Österreich

ANTWORT
Ich hatte den Bitcoin ETC zum Spekulieren vorgeschlagen. Es ist zwar
möglich, den Bitcoin ETC an ein eigenes Wallet zu senden, doch das ist
eigentlich nur für den Notfall vorgesehen.


Nebenwirkung der mRNA

Sehr geehrte Herr Heibel,

mRNA Impfstoffe haben bei vielen Wissenschaftlern aber auch ein sehr
schlechten Ruf. Hier eine kurze Informationen warum.

„Das mRNA-Impfprinzip, an dem seit über 20 Jahre gearbeitet wird, klingt
vielversprechend, ist aber mit erheblichen Risiken behaftet. Deshalb
wurden mRNA-Impfstoffe bisher nur in der Tiermedizin (Lachs und Schwein)
und nicht beim Menschen zugelassen. Das Hauptrisiko besteht in der
möglichen Auslösung schwerer Autoimmunreaktionen. Die Immunabwehr
richtet sich nicht nur gegen den Erreger, sondern auch gegen
Bestandteile des eigenen Körpers. Gegen die Lungenkrankheiten SARS und
MERS, die wie Covid-19 durch Coronaviren verursacht wurden, sind
seinerzeit mRNA-Impfstoffe entwickelt worden. Diese hatten nicht nur
keine Langzeitwirkung, sondern verursachten schwere Autoimmunreaktionen
im Lungengewebe, weshalb sie die klinische Erprobung nicht bestanden.“

Bei aller Euphorie die derzeit herrscht, kann man nur hoffen, daß die
Wissenschaftler die massenhaft schwere Autoimmunerkrankungen und
Todesfälle prognostizieren, nicht recht haben.
Ich glaube, daß vielen Impfwilligen oder Geimpften nicht ganz klar ist
worauf sie sich, auch bei anderen Impfstoffen, einlassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulli aus Landshut

ANTWORT
Ich denke, die Diskussion läuft derzeit recht gut: Bei der Massenimpfung
Erwachsener gilt es, eine Epidemie auszurotten. Da sind die von Ihnen
nicht ausschließbaren Nebenwirkungen „verhältnismäßig“ gering und der
Effekt, Corona in die Schranken zu weisen, wird als wichtiger
betrachtet.

Für Kinder, die von Nebenwirkungen, wie von Ihnen beschrieben, in
besonderer Weise betroffen wären, und die für die Herdenimmunität der
Bevölkerung vielleicht nicht erforderlich sind, werden nun andere
Maßstäbe angesetzt.


Planwirtschaft versus Keynes & MMT

Sehr geehrter Herr Heibel
Ich freue mich schon jede Woche auf den Freitag, um Ihren Interessanten
Ticker lesen zu können. Abgesehen von den aktuellen Börsetipps,
interessieren mich immer Ihre interessanten Ausführungen in Kapitel 2.
Für die letzte Ausgabe fehlen mir allerdings als ökonomischen Laien
einige Grundlagen.

Sie setzen dort MMT mit Planwirtschaft gleich. Über die Grundlagen von
MMT habe ich mich bei Wikipedia etwas informiert und dort auch über die
Pros und Contras gelesen. Mir klingt – laienhaft wie ich bin – bei MMT
irgendwie der „New Deal“ von Präsident Roosevelt durch, oder liege ich
da falsch. Immerhin kann man doch Roosevelt nicht Planwirtschaft
unterstellen, vielleicht eher Keynesianismus, oder irre ich da?

Sie sehen schon, die Begriffe gehen da bei mir etwas durcheinander.
Vielleicht geht es da Anderen Ihrer Leser ebenso. Es gäbe da
möglicherweise in einer Ihrer nächsten Ausgaben Gelegenheit, in einem
Kapitel 2 die verschiedenen Begriffe und die dahinter stehenden
Denkrichtungen aus Ihrer sicht darzulegen.

Mit freundlichen Grüßen
Günter aus Klosterneuburg, Österreich

ANTWORT
Vielen Dank für Ihre Rückfrage.

Ja, die Gegenüberstellung MMT = Planwirtschaft ist vielleicht etwas zu
stark vereinfacht. Die Welt ist viel komplexer, als dass man sie in
einem kurzen Kapitel mit allen bunten Farben darstellen könnte.
Grundsätzlich bauen meine Heibel-Ticker Ausgaben stets ein wenig
aufeinander auf, so dass ich nicht in jeder Ausgabe bei Adam und Eva
anfange. Manchmal stehen dann Meinungen von mir ein wenig aus dem
Zusammenhang gerissen da.

Wenn Franklin D. Roosevelt als Reaktion auf seinen Amtsvorgänger Herbert
Hoover, der freie Märkte propagierte, etwas mehr Staatseingriff
vorschlug, dann war das damals sinnvoll. Immerhin betrug die Staatsquote
in den USA vor der Weltwirtschaftskrise 1929-1932 lediglich 11,7%. Unter
Roosevelt wurde sie fast verdoppelt, 1939 betrug sie 22,2%. In
Deutschland ging sie in diesem Zeitraum übrigens von 22,4% auf 36,9%.

Im vergangenen Jahr betrug die Staatsquote in den USA 46,2%, in
Deutschland sogar 51,3%. Es ist ein Unterschied, ob man in einer freiem
Marktwirtschaft mit 11,7% für mehr Staat plädiert, oder aber ob man dies
in einem Staat tut, der ohnehin bereits die Hälfte der
Wirtschaftsleistung unter staatlicher Kontrolle hält.

Während es in meinen Augen vor 90 Jahren durchaus Bereiche gab, die vom
Staat besser geregelt werden konnten als vom Markt, habe ich heute den
Eindruck, dass der freie Markt, bei uns die soziale Marktwirtschaft,
kaum noch Luft zum Atmen hat.



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07. Bitcoin
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Akzeptanz steigt

Fr, 11. Juni um 16:23 Uhr
Während Tesla-Chef Elon Musk mit seinen Tweets zum Bitcoin und zum
Kryptomarkt für viel Verwirrung und Unmut sorgte, zeigen sich an vielen
anderen Stellen positive Entwicklungen. Ich möchte daher ein paar
Gedanken zum Kryptomarkt vorbringen.

Bislang haben wir stets nur den Bitcoin als die führende Kryptowährung
betrachtet (800 Mrd. USD). Der Bitcoin ist einmalig und bleibt mein
unangefochtener Favorit für uns als Anleger.

Unmut über den Kryptomarkt kommt häufig von anderen Währungen. Während
man dem Bitcoin durchaus vorwerfen kann, sein Preis schwanke zu stark,
so wird doch das grundlegende Konzept schon lange nicht mehr in Frage
gestellt. Das ist bei anderen Kryptowährungen anders.

Die zweitgrößte Kryptowährung ist Ethereum (300 Mrd. USD). Dabei handelt
es sich um eine Möglichkeit, Verträge ohne Notar wasserfest zu machen.
Während Bitcoin eine Währung zur Wertaufbewahrung (kein Zahlungsmittel)
ist, würde ich Ethereum als gute Anwendungsplattform bezeichnen. Es ist
nun an Unternehmen, Ethereum nutzbar zu machen. Welchen Wert man dieser
Plattform zuschreibt, liegt letztlich an den Verträgen. Man kann also
nicht die Seltenheit als Wertmaßstab wie beim Bitcoin heranziehen.

Da ich mich bislang mit Aktienunternehmen beschäftigt habe, die
Wirtschaftsprodukte stricken, fühle ich mich noch nicht so wohl bei der
Bewertung von Ethereum-Anwendungen. Später vielleicht.

Die drittgrößte Kryptowährung ist Tether (60 Mrd. USD). Der Tether wird
zu 100% in US-Dollar hinterlegt, ist also ein Kryptopendant zum
US-Dollar. Der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Täter beträgt also
stets 1:1. Der Tether hat den Vorteil gegenüber dem US-Dollar, dass er
über die Kryptonetzwerke zu niedrigen Gebühren weltweit verschickt
werden kann. Wo beim US-Dollar hohe Gebühren anfallen, kann der Tether
als günstige Alternative einspringen.

Tether wird zentral verwaltet, die Organisation hatte ursprünglich
versprochen, 100% USD-Dollar vorzuhalten. Vor zwei Jahren wurde dieses
Versprechen jedoch umformuliert in "US-Dollar oder vergleichbare Werte".
Der Staatsanwalt von New York schaute sich das Ganze daraufhin genauer
an und stellte fest, dass Tether Darlehen vergeben hatte, deren
Rückzahlung mehr als fragwürdig war.

Das fulminante Wachstum der Akzeptanz des Tethers hat bislang noch nicht
dazu geführt, dass die verlorenen Darlehensbeträge nennenswerte
Auswirkungen hatten, doch für sauber hält er das System nicht. Daher ist
der Tether in New York verboten.

Ganz ähnlich verhält es sich mit diversen Kryptowährungen, die eine
100%ige Hinterlegung in Gold versprechen: Das Versprechen wird durch ein
häufig junges Unternehmen getätigt und viele Anleger werden von der
vermeintlichen Sicherheit der Blockchain geblendet und sehen sich das
Unternehmen kaum an, das das Versprechen abgegeben hat. Auch hier wäre
ich vorsichtig. Solche Produkte unterscheiden sich kaum von dem
Bitcoin-ETC, den ich empfohlen habe. Allerdings ist mir der Emittent des
Bitcoin-ETC seit über 10 Jahren bekannt und ich vertraue ihm.

Bleibt noch der Dogecoin als eigene Kategorie der Kryptowährungen (42
Mrd. USD): Er wurde als Witz aufgesetzt, um die Diskrepanz zwischen der
vertrauenswürdigen Blockchain und der fragwürdigen Seltenheit
aufzuzeigen: Der Dogecoin kann von den Erfindern beliebig vermehrt
werden. Ja, die Blockchain ist eine tolle Technologie. Damit können
Werte abgesichert werden. Doch ein Wert von Null bleibt auch nach
strengster Absicherung noch immer ein Wert von Null. Vorsicht ist
geboten.

Wenn wir die Liste der Kryptowährungen weiter abarbeiten, würde ich die
meisten aufgrund einer der hier gezeigten konzeptionellen Probleme für
uns als Anleger disqualifizieren. So toll die Blockchain-Technologie
auch sein mag, nicht alles, was damit gemacht wird, ist wertvoll.

Erinnern Sie sich an die Internetblase vor 20 Jahren: Auch damals gab es
Pioniere, die sich besser in dem damals noch neuen Medium Internet
bewegen konnten. Es wurden Geschäftsmodelle vorgestellt, die mit
Milliardenbeträgen an den Aktienmärkten bewertet wurden. Hunderte von
börsennotierten Internetunternehmen, die damals Milliarden-Bewertungen
erreichten, gibt es heute nicht mehr.

Eine ähnliche Entwicklung erwarte ich für die meisten Kryptowährungen.
Die Blockchain selbst wird viele Anwendungen ermöglichen, von denen wir
heute noch nichts wissen.

Und der Bitcoin ist ein Sonderfall, ein einmaliger Glücksfall: Mit Hilfe
der Blockchain wurde ein begrenztes Gut erzeugt, dessen Verwaltung über
ein Netzwerk erfolgt. Ein Netzwerk wie das Internet an sich, das man
auch nicht einfach abschalten kann. Man kann die Nutzung verbieten oder
einschränken, aber spätestens seit es Satelliteninternet gibt, kommt man
doch immer irgendwie rein.

Der Bitcoin hat die Möglichkeit, sich zum Rückgrat einer neuen
Gesellschaftsordnung zu entwickeln: Geld ohne Inflation, Eigentum ohne
Zugriffsmöglichkeit durch den Staat.

Und hier sehen wir die Grenzen des Bitcoins: Die Gesellschaft wird es
sich nicht nehmen lassen, Menschen in ihrem Hoheitsgebiet zu
kontrollieren. Wir verzeichnen derzeit eine große Politikverdrossenheit,
nicht nur in Deutschland. Der Bitcoin ist ein Ausweg aus dieser
Unzufriedenheit. Doch ich betrachte ihn als eine Gegenbewegung, die
gerne noch einige Jahre andauern kann. Eine Lösung für eine
Gesellschaftsordnung der kommenden Generationen sehe ich derzeit jedoch
noch nicht.

Wer also in den Bitcoin investiert, der sollte sich anschauen, wie sich
das "Vertrauen" - da ist es wieder - der Gesellschaft gegenüber dem
Bitcoin entwickelt. Man kann den Bitcoin nicht abschaffen. Entsprechend
werden viele Lösungen gebaut werden, um den Bitcoin sinnvoll in unsere
Gesellschaft zu integrieren. Es wird spannend sein zu beobachten, ob
diese Lösungen wirklich lange halten können.

So betrachte ich Ansätze, die auf dem Bitcoin als Basis aufbauen, für
vielversprechend. Ethereum soll wohl irgendwie an den Bitcoin gekoppelt
sein oder werden ... habe das noch nicht ganz verstanden, aber klingt
viel versprechend.

"Second Layer" sagt man auf Englisch: Zweite Ebene. Aufbauend auf dem
Bitcoin werden Anwendungen gebaut, die den Wert des Bitcoins zugrunde
haben, jedoch in bestimmten Dingen flexibler sind.

Das Lightning Network ist ein solcher Second Layer. Über das Lightning
Netzwerk können Zahlungen abgewickelt werden: viel mehr Transaktionen zu
viel günstigeren Preisen als über das Bitcoin-Netzwerk. Wir erinnern
uns. Der Bitcoin ist kein Zahlungsmittel, dazu ist er zu träge und
teuer. Der Bitcoin ist nur ein Wertaufbewahrungsmittel.

Mit dem Lightning Netzwerk, an das sich jeder Mensch genau wie an das
Bitcoin-Netzwerk anschließen kann, wird das Senden von Geld für den
Alltag nutzbar.

Auf Basis des Lightning Netzwerks hat diese Woche El Salvador den
Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht. In den kommenden sechs
Monaten werden Anwendungen programmiert, die das Ganze für die breite
Masse verfügbar machen sollen. Künftig dürfen die Menschen in El
Salvador sogar ihre Steuern an den Staat in Bitcoin begleichen. Nach
Ankündigung dieses Schritts haben sich bereits ein halbes Dutzend
weiterer Länder aus Mittel- und Südamerika um entsprechende Projekte
bemüht.

Jack Dorsey, CEO von Twitter, hat diese Woche gesagt, der Bitcoin wäre
das wichtigste Projekt in seinem Leben, wenn er nicht schon Square und
Twitter am Bein hätte. Heute hat er nachgelegt und gesagt, er werde
Twitter an das Lightening-Netzwerk anschließen und somit
Bitcoin-Zahlungen über Twitter ermöglichen.

Paypal hat vor kurzem angekündigt seinen Kunden zu ermöglichen,
Bitcoin-Guthaben auf kundeneigene Hardware-Wallest (bspw. BitBox02)
senden.

Diese Woche wurde bekannt, dass ein Teil der Lösegeldsumme, die an den
Pipeline-Betreiber im Südosten der USA gezahlt wurde, von der
Staatsanwaltschaft gesichert werden konnte. Die Transaktionen in der
Blockchain sind transparent, die physikalischen Adressen der dahinter
sitzenden Menschen jedoch nicht. Doch offensichtlich gibt es Methoden,
Kryptoadressen mit den komplexen Rückverfolgungsmethoden der
Geheimdienste zu kombinieren und solche Verbrecher zu jagen. Ich halte
das für eine gute Entwicklung, wenngleich ich die genaue Umsetzung nicht
kenne... und wenngleich die Bitcoin-Puristen auf absolute Anonymität
bestehen und diesen Vorfall als negativ bewerten.

Die Bitcoin-Revolution hat gerade erst begonnen. Nebelkerzen wie Tether
oder Dogecoin sorgen immer wieder für schlechte Presse über die
Kryptoscene und somit auch für starke Preisschwankungen im Bitcoin. Doch
am Siegeszug des Bitcoins ändern sie nichts.



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08. Übersicht HT-Portfolio
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Spekulation WKN 10.6.21 Woche Δ Σ '21 Δ Anteil 8x2,5% ! C19
(≈20%) =14,3%
TUI TUAG00 4,92 € 0% 31% 2,4% B -
Nynomic A0MSN1 38,10 € -2% 4% 3,0% B 0
Barrick Gold 870450 19,26 € 0% 17% 3,5% A 0
Beyond Meat A2N7XQ 119,86 € 1% 9% 3,3% A -
CureVac A2P71U 81,88 € -13% -9% 2,1% A -

Wachstum (≈35%) WKN 10.6.21 Woche Δ Σ '21 Δ Anteil 5x7% !
=39,5%
BB Biotech A0NFN3 79,50 € 8% 17% 6,3% B +
Spotify A2JEGN 199,90 € 4% -23% 5,4% B +
Wheaton A2DRBP 39,71 € 0% 19% 8,3% A +
Precious Metals
Airbus 938914 112,86 € 3% 24% 5,1% B -
Medios A1MMCC 34,75 € 1% -1% 6,9% B 0
Skyworks 857760 140,90 € 0% -6% 3,2% A +
Solutions
Nvidia 918422 591,30 € 2% 30% 4,3% B +

Dividende WKN 10.6.21 Woche Δ Σ '21 Δ Anteil 4x7,5% !
(≈30%) = 20%
Freenet A0Z2ZZ 22,64 € 1% 32% 3,9% C 0
Deutsche Post 555200 57,12 € 1% 41% 4,9% B +
Munich Re 843002 233,10 € -2% -4% 7,2% B -
BASF BASF11 67,77 € -1% 5% 4,0% B +

Absicherung WKN 10.6.21 Woche Δ Σ '21 Δ Anteil 2x7,5% !
(≈15%) =19%
Goldbarren 150 100 gr. 4.979,00 € 1% 2% 6,8% A +
gr
Südzucker-Anleihe A0E6FU 84,69% 1% 10% 5,4% B +
Bitcoin Bitwala 30.370,00 € 0% -15% 6,9% A +
Cashquote
Σ-Portfolio 1% 11% 7,2%
Ergebnis seit
2021

Heibel-Ticker Gewichtung Anzahl Positionen angestrebte

Positionsgröß
Portfolio Ziel Soll Ist Soll Ist
Spekulation Ereignis 20% 14,3% 8 5 2,5%
Wachstum Enkelkinder 35% 39,5% 5 7 7,0%
Dividende Urlaub 30% 20% 4 4 7,5%
Absicherung Zins & Gold 15% 19% 2 3 7,5%
Summe 100% 92,8% 19 19 100%


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten
Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte
Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%.
Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw.
seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:

A – Top-Aktie mit günstigem Kurs, 
B – Kursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
C – Kurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
D – bei Gelegenheit Verkaufen, 
E – Sofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von
mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die
zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch
zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll
investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu
Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von
mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und
verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- & Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen:
25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte
ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast
täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der
Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren
Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

https://www.heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de



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09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder
verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche
Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch
mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar
etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren
Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance
Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet
wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die
aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie
stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden
Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein
tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor
einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene
Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer
Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der
Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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