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11.06.2021:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

B Ö R S E N B R I E F

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

16. Jahrgang - Ausgabe 23 (11.06.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts210613.pdf



Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

01.Info-Kicker: Finanzpresse jagt Inflationsgespenst
02.So tickt die Börse: Vertrauen in vorübergehende Inflation
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Zukunftsoptimismus hält Aktienmarkt auf hohem Niveau
 -
04.Ausblick: Optimismus in allen Märkten, selbst wenn es sich widerspricht
05.Update beobachteter Werte
 Zulassungsverzögerung, Aktie bricht ein
06.Leserfragen
07.Bitcoin
 - : Akzeptanz steigt
08.Übersicht HT-Portfolio
09.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
10.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Finanzpresse jagt Inflationsgespenst

Liebe Börsenfreunde,

*** SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: MENSCH & MASCHINE ***

Am kommenden Dienstag, den 15.6. um 12 Uhr, haben wir Adi Drotleff, CEO von Mensch und Maschine Software SE, zu Besuch bei unserem virtuellen Lunch. Mit ihm werden wir über die Chancen und Vorteile der Digitalisierung sprechen: Von CAD-Systemen wie Autodesk hin bis zum Thema Systemhaus durchleuchten wir die Softwareindustrie und den Wandel in der Industrie hin zu mehr digitalen Prozessen.

Thema: Adi Drotleff, CEO von Mensch und Maschine SE, bei Salz & Pfeffer zum Mittag
Termin: Dienstag, den 15.6. um 12 Uhr
Live auf YouTube oder per Zoom (Zoom nur für Heibel-Ticker PLUS Kunden)

Salz & Pfeffer zum Mittag mit Adi Drotleff, CEO von Mensch & Maschine SE

*** ENDE SALZ & PFEFFER ZUM MITTAG: VIDEOKONFERENZ ***


Im heutigen Kapitel 02 gehe ich auf einen Schwachpunkt der Volkswirtschaft ein, der in meinen Augen von vielen Übersehen wird: Die Stimmung der Menschen wird nicht ausreichend berücksichtigt. Vertrauen in ein Wirtschaftssystem ist wichtiger als die Geldpolitik, wenn es um eine Prognose für die Inflation geht. Die derzeitige Hysterie über die drohende Inflation halte ich daher für überzogen.

Im Kapitel 03 gehe ich heute ausführlich auch auf das Sentiment auf dem Zinsmarkt, dem Goldmarkt, sowie dem Bitcoin ein. Ich leite ab, dass die Rallye durchaus noch weiterlaufen kann.

Wie wir uns vor diesem Hintergrund positionieren, zeige ich in Kapitel 04. Es ändert sich nicht viel zu den Vorwochen, da wir uns frühzeitig auf diese Situation vorbereitet haben. Doch es gibt auch eine Entwicklung, die mir Sorge bereitet: es gibt viele Gründe für steigende Kurse, teilweise werden die gleichen Gründe jedoch diametral unterschiedlich interpretiert.

Wichtige Updates zu unseren offenen Portfolio-Positionen finden Sie in Kapitel 05.

In den heutigen Leserfragen im Kapitel 06 geht es einmal mehr um die mRNA-Technologie, um Keynes versus Modern Monetary Theory sowie um den Unterschied zwischen einem Bitcoin auf der BitBox02 und dem Bitcoin-ETC.

Das Kapitel 07 beschäftigt sich nochmals ausführlich mit dem Bitcoin: In den vergangenen Tagen gab es eine ganze Reihe von Entwicklungen, die für Verunsicherung sorgten. Gleichzeitig gab es jedoch auch sensationelle Schritte in Richtung breiter Akzeptanz des Bitcoins. Ich zeige auf, wie die verschiedenen Meldungen einzuordnen sind.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 08.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




02. So tickt die Börse: Vertrauen in vorübergehende Inflation

Der Begriff "Inflation" wird in den Finanzmedien seit Wochen rauf und runter diskutiert. Doch der wichtigste Begriff in meiner heute gewählten Überschrift ist ein anderer: "Vertrauen".

Vertrauen hat in der Volkswirtschaftslehre noch kaum Eingang gefunden, dabei ist genau das Vertrauen der entscheidende Faktor dafür, ob sich eine vorübergehende Inflation in eine galoppierende Inflation auswächst. Genauso bestimmt das Vertrauen, ob eine vorübergehende Deflation in eine tödliche Abwärtsspirale mündet.

Wenn wir also abschätzen möchten, wie groß die Gefahr ausufernder Inflationsraten ist, dann müssen wir abschätzen, wie das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Märkte ist. Funktionieren die Märkte? Werden Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht gebracht? Oder sind die freien Marktkräfte durch die Politik bereits so weit außer Kraft gesetzt, dass Ungleichgewichte bestehen bleiben?

Bevor wir über das Vertrauen sprechen, möchte ich Ihnen kurz erläutern, warum die Wissenschaft kaum auf diesen Begriff eingehen kann. Der Grund ist ganz einfach: Als Wissenschaft gilt nur das, was man beweisen oder widerlegen kann. Doch wie möchten Sie die Entwicklung des Vertrauens messen, geschweige denn prognostizieren?

Ich würde mal recht selbstsicher behaupten, dass meine Sentiment-Erhebung, die ich wöchentlich durchführe, dieses Problem am besten angeht. Aus der Anlegerstimmung können wir ablesen, wie die Marktteilnehmer zum Markt stehen, ob sie Vertrauen in das Finanzsystem und/oder die aktuellen Bewertungen haben, oder nicht. Ich weiß, dass ich mit meiner Umfrage seit Jahren überall, sowohl bei der Finanzpresse, als auch bei institutionellen Anlegern, offene Türen vorfinde. Das Problem ist also bekannt.

Aber die Interpretation der Umfrageergebnisse ist dennoch eine Geschichte, bei der das Bauchgefühl mitspielt. Völlig unwissenschaftlich! Wissenschaft benötigt Fakten, am liebsten Zahlen oder am allerbesten Zahlenreihen, die dann linear extrapoliert werden können.

Aber leider funktioniert der Mensch nicht linear, sondern entscheidet häufig aus dem Bauch. Wenn ich sehe, dass die Preise der Gebrauchtwagen um 30% angesprungen sind, dann muss ich zwei Erklärungsansätze gegeneinander abwiegen: Wenn ich glaube, dass es nur vorübergehend zu wenige Gebrauchtwagen gibt, dann warte ich halt ein paar Monate, fahre meinen alten Wagen halt noch ein wenig länger, bis sich das Preisniveau wieder normalisiert hat, und kaufe erst nach einer Normalisierung der Märkte einen neuen Gebrauchten.

Obwohl ich also in den Statistiken der Volkswirte aufgrund des Alters meines Autos als potentieller Käufer auftauche, bleibe ich dem Markt der Gebrauchtwagen fern. Ein potentieller Käufer ist nicht gleich ein Käufer.

Wenn ich jedoch befürchte, dass der Markt länger im Ungleichgewicht bleiben wird, als ich meinen alten Wagen noch fahren kann oder möchte, dann muss ich in den sauren Apfel beißen und ein um 30% teureres Auto kaufen. Damit trete ich dann als Nachfrager auf und buhle mit den anderen potentiellen Käufern um die rar gewordenen Gebrauchtwagen, ich treibe den Preis damit weiter in die Höhe.

Gestern wurden in den USA Zahlen zur Konsumentenpreisentwicklung (CPI sprich: Inflation) veröffentlicht. Der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr betrug durchschnittlich 5,0%. Das Ziel von 2% Inflation wurde also zumindest punktuell deutlich überschritten. Doch Notenbankchef Jay Powell betont, dass diese Inflation nur vorübergehend so hoch sei. Ich habe mal ein wenig ins Detail geschaut:

Größter Preistreiber sind die Preise von Gebrauchtwagen. Der Preisanstieg gegenüber dem Vergleichsmonat Mai im Corona-Jahr 2020 beträgt 30%. Allein dieser Preissprung ist rechnerisch für ein Drittel des 5%-Anstiegs im CPI verantwortlich.

Ich hatte im März über das Feuer in einer japanischen Chipfabrik berichtet, die für die Produktion von Autochips produzierte. Viele Autobauer, insbesondere Ford und General Motors, aber auch Volkswagen, hatten zuvor ohnehin bereits mit leeren Lagerbeständen und kaputten Lieferketten zu kämpfen. In diese angespannte Situation hinein war der Ausfall der japanischen Produktionsstätte verheerend.

Die Nachfrage nach Autos war schon während der Corona-Pandemie angestiegen. Der Individualverkehr galt als sicherer als die Öffis. Und mit der Aussicht auf die Normalisierung zog die ohnehin schon starke Nachfrage nochmals an. Doch die Produktion war vielerorts runtergefahren, im Rahmen des Cashmanagements wurden die Lager schlank gehalten und so war auch ohne die abgebrannte Fabrik bereits eine starke Unwucht im System.

Es werden derzeit also zu wenig Neuwagen produziert, weil nicht ausreichend Chips verfügbar sind. Also weichen Kaufinteressenten auf den Gebrauchtwagenmarkt aus, denn dort sind Autos per sofort verfügbar ... wenn auch nur zu einem Preis, der um 30% höher liegt als vor einem Jahr.

Ich glaube, den meisten potentiellen Autokäufern ist klar, dass sich dieser Preissprung nicht wiederholen wird. Die aufgestaute Nachfrage, die sich derzeit entlädt, sowie die Chip-Knappheit, werden in einem Jahr nicht mehr für einen weiteren Preissprung sorgen. Vielleicht hält sich das neue, um 30% höhere Preisniveau. Selbst dann wäre der Inflationsdruck, der von diesem erhöhten Preisniveau ausginge, gleich null. Denn die Inflation wird immer zum Vorjahr berechnet, und das war's dann. Sollten die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt nächstes Jahr sogar rückläufig sein, was mich nach dieser Sondersituation nicht wundern würde, dann hätten wir sogar Deflation in diesem Marktsegment.

Der zweitgrößte Effekt für die CPI-Ziffer von 5% sind Flugtickets. Wenn Sie sich vor Augen führen, dass im Mai 2020 der weltweite Flugverkehr quasi zum Erliegen gekommen war, braucht Sie das nicht zu wundern.

Und an dritter Stelle steht der Ölpreis. Doch auch hier möchte ich Sie daran erinnern, dass der Ölpreis im April vergangenen Jahres ins Minus gerutscht war. Im April stand der erholte Ölpreis noch immer unter 30 USD/Fass.

Ich könnte jetzt die Positionen weiter durchgehen, doch das Bild wird schon ersichtlich: Rein mathematisch gibt es viele Gründe, die für eine vorübergehende Inflation sprechen. Auch das Vertrauen dürfte durch die Preissprünge nicht beschädigt sein, denn im Detail ist den meisten Menschen doch klar, warum wir derzeit solche Preissprünge verzeichnen. Lediglich die aggregierte Inflationsziffer, hinter der sich die wenigsten Menschen Details vorstellen können, sorgt für Verunsicherung. Doch ich gehe davon aus, dass eine schlechte Berichterstattung in Massenmedien nur schwer das Vertrauen der Marktteilnehmer nachhaltig schädigen kann.

Insofern haben die Aktienmärkte diese Woche besonnen reagiert, als EZB-Chefin Lagarde auf die wiederholte Frage, wann denn eine straffere Geldpolitik im EZB-Präsidium diskutiert würde, wiederholt geantwortet: Derzeit noch nicht, sondern erst, wenn es soweit ist. Doch noch ist es nicht soweit.

In dieser Haltung sind die wichtigen Notenbanken weltweit gleichgeschaltet: Japan und die USA verwenden fast die gleichen Redetexte wie die EZB.

Abschließend möchte ich noch auf einen weiteren Irrtum hinweisen, dem viele Redakteure in den Finanzmedien derzeit erliegen: Inflation wird als Folge einer exzessiven Geldpolitik der Notenbank betrachtet. Dass dies nicht so ist, habe ich lange Zeit durch die Erläuterung der "Umlaufgeschwindigkeit" veranschaulicht. Seit einigen Monaten habe ich auch die Modern Monetary Theory (MMT) ins Feld geführt, der zufolge die Notenbank ohnehin keine Kontrolle mehr hat, denn die Fiskalpolitik übernimmt zunehmend das Steuern von Angebot und Nachfrage.

In den USA gibt es nun ein gigantisches Förderprogramm für neue Chipproduktionsstätten. Die Politik ist der Ansicht, dass der freie Markt Abhängigkeiten erzeugt hat, die man nun nicht mehr tragen möchte.

Wenn ich also den Begriff "Vertrauen" als wesentlich wichtiger erachte als die Inflation, dann wissen Sie nun, warum: zum einen sind viele der Inflationstreiber nur vorübergehend, zum anderen vertrauen die Menschen der Politik, die sich derzeit der MMT bedient, um gewünschte Marktverhältnisse herbeizuführen.

Am Aktienmarkt scheint man mit dieser komplexen Situation derzeit nicht viel anzufangen. Der DAX notiert auf Allzeithoch, doch für weitere Kursgewinne fehlt die Überzeugung. Schauen wir uns mal die Entwicklung der wichtigsten Indizes im Wochenvergleich an:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES10.6.21Woche ΔΣ '21 Δ
Dow Jones34.379 -0,8%12,8%
DAX15.693 0,0%14,4%
Nikkei28.949 0,0%5,5%
Shanghai A 3.763 -0,1%5,1%
Euro/US-Dollar1,21-0,6%-1,6%
Euro/Yen132,70-0,4%4,7%
10-Jahres-US-Anleihe1,46%-0,100,52
Umlaufrendite Dt-0,30%-0,050,26
Feinunze Gold$1.879 -0,7%-0,2%
Fass Brent Öl$72,84 1,8%41,7%
Kupfer$9.974 -1,3%27,2%
Baltic Dry Shipping$2.669 8,0%95,4%
Bitcoin$36.745 -0,7%30,5%








03. Sentiment: Zukunftsoptimismus hält Aktienmarkt auf hohem Niveau

Der DAX hat im Verlauf der Woche ein wenig von seinem zuvor erreichten Allzeithoch abgegeben, zum Ende der Woche jedoch den Großteil wieder aufgeholt: Unterm Strich ist nicht viel passiert.

Unsere Umfrageteilnehmer bleiben daher trotz des Kursniveaus auf Allzeithoch verhältnismäßig besonnen. Das Anlegersentiment ist leicht auf 1,7 gefallen.

Auch die Selbstzufriedenheit bleibt mit einem Wert von 1,1 leicht unter dem Wert der Vorwoche. Trotz der hohen Kurse stellt sich nach wie vor kaum Zufriedenheit ein.

Immerhin ist die Zukunftserwartung ein wenig angestiegen. Nach 0,8 vor einer Woche messen wir diese Woche einen Wert von 1,9. Doch von großem Optimismus sprechen wir erst ab Werten über 4, davon sind wir also weiterhin weit entfernt.

Doch es bewegt sich was: Nachdem in den vergangenen 10 Wochen keinerlei nennenswerte Investitionsbereitschaft zu verzeichnen war, ist diese Bereitschaft nun auf 1,1 gestiegen. Ein zartes Pflänzlein der Hoffnung. Erste Anleger sehen Chancen im Markt und überlegen, wo sie investieren wollen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert auf einem Wert von -2 und zeigt eine ansteigende Absicherungsneigung an. Anleger sichern sich gegen fallende Kurse ab oder spekulieren sogar auf fallende Kurse.

Das Put/call-Verhältnis an der CBOE hat erst kürzlich den Extrembereich verlassen, der anzeigte, dass Anleger stark auf steigende Kurse spekulierten. Die Normalisierung der vormals extrem bullischen Positionierung schreitet voran, wenngleich in den USA noch immer nicht von Absicherungskäufen gesprochen werden kann. Es wird weiterhin auf steigende Kurse spekuliert, wenngleich auch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Monaten.

Die Investitionsquote der US-Fondsanleger hat sich bei 80% eingependelt und zeigt eine vergleichsweise neutrale Positionierung an.

US-Privatanleger haben eine Bullenquote von 24%. Es gibt jedoch weniger einen Bullenüberhang, als vielmehr eine Bärenknappheit, denn nur jeder fünfte Anleger ist pessimistisch gestimmt. Dieser Wert ist extrem niedrig. Die meisten Anleger tummeln sich derzeit im neutralen Lager. Ein Umstand, den ich auch unseren eigenen Umfragedaten entnehme.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 52% eine neutrale Verfassung des Marktes an.

Interpretation



In den vergangenen zwei Wochen haben wir aus der Sentiment-Erhebung den Ausbruch nach oben ableiten können. Diese Bewegung kann anhalten, denn der Optimismus steigt und gleichzeitig verspüren einige Anleger bereits Druck, jetzt noch auf den angefahrenen Zug aufzuspringen (Investitionsbereitschaft). Obwohl wir Allzeithochs verzeichnen, ist die Stimmung nicht besonders euphorisch, sondern eher verhalten positiv. Es gibt also auch keinen Überschwang, keine exzessive Party, die zu einem Kater am nächsten Morgen führen könnte.

Die Entwicklung am Zinsmarkt ist ebenfalls interessant: Im Frühjahr schien es eine ausgemachte Sache zu sein, dass die Zinsen steigen. Es war in den Augen der Anleger nur eine Frage von Tagen, bis die Umlaufrendite in Deutschland wieder auf ein positives Territorium steigt. Doch wie so häufig an den Finanzmärkten geschah dann das Gegenteil dessen, was alle erwarteten: Die Zinsen drehten wieder gen Süden. Nun ist die Verunsicherung unter Anlegern über diese Entwicklung groß. Entsprechend gibt es derzeit keinerlei Investitionsabsicht mehr, weder short, noch long. Sollte sich hier eine neue Richtung zeigen, werden die derzeit zurückhaltenden Anleger aufspringen und die Entwicklung verstärken.

Euphorie können wir am Goldmarkt feststellen: der Lauf des Goldpreises von 1.700 auf 1.900 USD/Oz versetzt die Goldbullen in Feierlaune. Daran ändert auch die Konsolidierung der vergangenen Tage wenig. Ich habe im Frühjahr immer wieder zu Käufen geraten. Nun gilt es auch hier, erst einmal abwarten.

Die Umfrage wurde erst vor drei Monaten um die Fragen nach dem Bitcoin erweitert, daher ist die Historie unserer Umfragedaten noch nicht wirklich groß. Wenn wir jedoch die jüngste Stimmungsentwicklung bezüglich des Bitcoins mit den Erkenntnissen aus den anderen Umfragen interpretieren, dann war die Konsolidierung der vergangenen Wochen im Bitcoinpreis ein guter Anfang, um einen tragfähigen Boden auszubilden: Die Euphorie, die den Bitcoin über 60.000 USD geführt hatte, wurde kräftig abgebaut.

In der abgelaufenen Woche war der Bitcoin auf 31.000 USD gerutscht und konnte sich seither wieder auf 37.000 USD erholen. Damit sind wir weiterhin weit entfernt von seinen Höchstständen. Entsprechend ist auch die Stimmung weiterhin sehr schlecht, während jedoch gleichzeitig der Zukunftsoptimismus deutlich angestiegen ist. An der Zukunftsfähigkeit des Bitcoins wird nicht gezweifelt, eine ganze Reihe von Anlegern hat bereits wieder zugegriffen: HODL, sagt man unter Bitcoinern. Kaufen und Halten.










04. Ausblick: Optimismus in allen Märkten, selbst wenn es sich widerspricht

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

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05. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

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06. Leserfragen


Bitcoin-Spekulation mit ETC, Absicherung mit BitBox02

Hallo Herr Heibel,
So wie es aussieht ist mir der Irrtum unterlaufen dass das Bitcoin ETC (DE000A27Z304) im Spekulativen Depot und den Bitcoin (Bitcoin im Hardware Wallet) den sie im Absicherungsdepot haben, indent sind. Ich habe auch keine Ahnung wie ich das Bitcoin im Absicherungsdepot das Sie verwenden auch erwerben kann.

Ist es möglich dass sie mich diesbezüglich aufklären können wo der Unterschied liegt und wie ich diesen Bitcoin auch erwerben kann den Sie im Absicherungsdepot benutzen.

Schöne Grüße vom Bodensee und vielen Dank im voraus
Tison aus Egg, Österreich

ANTWORT
Ich hatte den Bitcoin ETC zum Spekulieren vorgeschlagen. Es ist zwar möglich, den Bitcoin ETC an ein eigenes Wallet zu senden, doch das ist eigentlich nur für den Notfall vorgesehen.


Nebenwirkung der mRNA

Sehr geehrte Herr Heibel,

mRNA Impfstoffe haben bei vielen Wissenschaftlern aber auch ein sehr schlechten Ruf. Hier eine kurze Informationen warum.

„Das mRNA-Impfprinzip, an dem seit über 20 Jahre gearbeitet wird, klingt vielversprechend, ist aber mit erheblichen Risiken behaftet. Deshalb wurden mRNA-Impfstoffe bisher nur in der Tiermedizin (Lachs und Schwein) und nicht beim Menschen zugelassen. Das Hauptrisiko besteht in der möglichen Auslösung schwerer Autoimmunreaktionen. Die Immunabwehr richtet sich nicht nur gegen den Erreger, sondern auch gegen Bestandteile des eigenen Körpers. Gegen die Lungenkrankheiten SARS und MERS, die wie Covid-19 durch Coronaviren verursacht wurden, sind seinerzeit mRNA-Impfstoffe entwickelt worden. Diese hatten nicht nur keine Langzeitwirkung, sondern verursachten schwere Autoimmunreaktionen im Lungengewebe, weshalb sie die klinische Erprobung nicht bestanden.“

Bei aller Euphorie die derzeit herrscht, kann man nur hoffen, daß die Wissenschaftler die massenhaft schwere Autoimmunerkrankungen und Todesfälle prognostizieren, nicht recht haben.
Ich glaube, daß vielen Impfwilligen oder Geimpften nicht ganz klar ist worauf sie sich, auch bei anderen Impfstoffen, einlassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulli aus Landshut

ANTWORT
Ich denke, die Diskussion läuft derzeit recht gut: Bei der Massenimpfung Erwachsener gilt es, eine Epidemie auszurotten. Da sind die von Ihnen nicht ausschließbaren Nebenwirkungen „verhältnismäßig“ gering und der Effekt, Corona in die Schranken zu weisen, wird als wichtiger betrachtet.

Für Kinder, die von Nebenwirkungen, wie von Ihnen beschrieben, in besonderer Weise betroffen wären, und die für die Herdenimmunität der Bevölkerung vielleicht nicht erforderlich sind, werden nun andere Maßstäbe angesetzt.


Planwirtschaft versus Keynes & MMT

Sehr geehrter Herr Heibel
Ich freue mich schon jede Woche auf den Freitag, um Ihren Interessanten Ticker lesen zu können. Abgesehen von den aktuellen Börsetipps, interessieren mich immer Ihre interessanten Ausführungen in Kapitel 2. Für die letzte Ausgabe fehlen mir allerdings als ökonomischen Laien einige Grundlagen.

Sie setzen dort MMT mit Planwirtschaft gleich. Über die Grundlagen von MMT habe ich mich bei Wikipedia etwas informiert und dort auch über die Pros und Contras gelesen. Mir klingt – laienhaft wie ich bin – bei MMT irgendwie der „New Deal“ von Präsident Roosevelt durch, oder liege ich da falsch. Immerhin kann man doch Roosevelt nicht Planwirtschaft unterstellen, vielleicht eher Keynesianismus, oder irre ich da?

Sie sehen schon, die Begriffe gehen da bei mir etwas durcheinander. Vielleicht geht es da Anderen Ihrer Leser ebenso. Es gäbe da möglicherweise in einer Ihrer nächsten Ausgaben Gelegenheit, in einem Kapitel 2 die verschiedenen Begriffe und die dahinter stehenden Denkrichtungen aus Ihrer sicht darzulegen.

Mit freundlichen Grüßen
Günter aus Klosterneuburg, Österreich

ANTWORT
Vielen Dank für Ihre Rückfrage.

Ja, die Gegenüberstellung MMT = Planwirtschaft ist vielleicht etwas zu stark vereinfacht. Die Welt ist viel komplexer, als dass man sie in einem kurzen Kapitel mit allen bunten Farben darstellen könnte. Grundsätzlich bauen meine Heibel-Ticker Ausgaben stets ein wenig aufeinander auf, so dass ich nicht in jeder Ausgabe bei Adam und Eva anfange. Manchmal stehen dann Meinungen von mir ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen da.

Wenn Franklin D. Roosevelt als Reaktion auf seinen Amtsvorgänger Herbert Hoover, der freie Märkte propagierte, etwas mehr Staatseingriff vorschlug, dann war das damals sinnvoll. Immerhin betrug die Staatsquote in den USA vor der Weltwirtschaftskrise 1929-1932 lediglich 11,7%. Unter Roosevelt wurde sie fast verdoppelt, 1939 betrug sie 22,2%. In Deutschland ging sie in diesem Zeitraum übrigens von 22,4% auf 36,9%.

Im vergangenen Jahr betrug die Staatsquote in den USA 46,2%, in Deutschland sogar 51,3%. Es ist ein Unterschied, ob man in einer freiem Marktwirtschaft mit 11,7% für mehr Staat plädiert, oder aber ob man dies in einem Staat tut, der ohnehin bereits die Hälfte der Wirtschaftsleistung unter staatlicher Kontrolle hält.

Während es in meinen Augen vor 90 Jahren durchaus Bereiche gab, die vom Staat besser geregelt werden konnten als vom Markt, habe ich heute den Eindruck, dass der freie Markt, bei uns die soziale Marktwirtschaft, kaum noch Luft zum Atmen hat.



07. Bitcoin



Akzeptanz steigt

Fr, 11. Juni um 16:23 Uhr
Während Tesla-Chef Elon Musk mit seinen Tweets zum Bitcoin und zum Kryptomarkt für viel Verwirrung und Unmut sorgte, zeigen sich an vielen anderen Stellen positive Entwicklungen. Ich möchte daher ein paar Gedanken zum Kryptomarkt vorbringen.

Bislang haben wir stets nur den Bitcoin als die führende Kryptowährung betrachtet (800 Mrd. USD). Der Bitcoin ist einmalig und bleibt mein unangefochtener Favorit für uns als Anleger.

Unmut über den Kryptomarkt kommt häufig von anderen Währungen. Während man dem Bitcoin durchaus vorwerfen kann, sein Preis schwanke zu stark, so wird doch das grundlegende Konzept schon lange nicht mehr in Frage gestellt. Das ist bei anderen Kryptowährungen anders.

Die zweitgrößte Kryptowährung ist Ethereum (300 Mrd. USD). Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit, Verträge ohne Notar wasserfest zu machen. Während Bitcoin eine Währung zur Wertaufbewahrung (kein Zahlungsmittel) ist, würde ich Ethereum als gute Anwendungsplattform bezeichnen. Es ist nun an Unternehmen, Ethereum nutzbar zu machen. Welchen Wert man dieser Plattform zuschreibt, liegt letztlich an den Verträgen. Man kann also nicht die Seltenheit als Wertmaßstab wie beim Bitcoin heranziehen.

Da ich mich bislang mit Aktienunternehmen beschäftigt habe, die Wirtschaftsprodukte stricken, fühle ich mich noch nicht so wohl bei der Bewertung von Ethereum-Anwendungen. Später vielleicht.

Die drittgrößte Kryptowährung ist Tether (60 Mrd. USD). Der Tether wird zu 100% in US-Dollar hinterlegt, ist also ein Kryptopendant zum US-Dollar. Der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Täter beträgt also stets 1:1. Der Tether hat den Vorteil gegenüber dem US-Dollar, dass er über die Kryptonetzwerke zu niedrigen Gebühren weltweit verschickt werden kann. Wo beim US-Dollar hohe Gebühren anfallen, kann der Tether als günstige Alternative einspringen.

Tether wird zentral verwaltet, die Organisation hatte ursprünglich versprochen, 100% USD-Dollar vorzuhalten. Vor zwei Jahren wurde dieses Versprechen jedoch umformuliert in "US-Dollar oder vergleichbare Werte". Der Staatsanwalt von New York schaute sich das Ganze daraufhin genauer an und stellte fest, dass Tether Darlehen vergeben hatte, deren Rückzahlung mehr als fragwürdig war.

Das fulminante Wachstum der Akzeptanz des Tethers hat bislang noch nicht dazu geführt, dass die verlorenen Darlehensbeträge nennenswerte Auswirkungen hatten, doch für sauber hält er das System nicht. Daher ist der Tether in New York verboten.

Ganz ähnlich verhält es sich mit diversen Kryptowährungen, die eine 100%ige Hinterlegung in Gold versprechen: Das Versprechen wird durch ein häufig junges Unternehmen getätigt und viele Anleger werden von der vermeintlichen Sicherheit der Blockchain geblendet und sehen sich das Unternehmen kaum an, das das Versprechen abgegeben hat. Auch hier wäre ich vorsichtig. Solche Produkte unterscheiden sich kaum von dem Bitcoin-ETC, den ich empfohlen habe. Allerdings ist mir der Emittent des Bitcoin-ETC seit über 10 Jahren bekannt und ich vertraue ihm.

Bleibt noch der Dogecoin als eigene Kategorie der Kryptowährungen (42 Mrd. USD): Er wurde als Witz aufgesetzt, um die Diskrepanz zwischen der vertrauenswürdigen Blockchain und der fragwürdigen Seltenheit aufzuzeigen: Der Dogecoin kann von den Erfindern beliebig vermehrt werden. Ja, die Blockchain ist eine tolle Technologie. Damit können Werte abgesichert werden. Doch ein Wert von Null bleibt auch nach strengster Absicherung noch immer ein Wert von Null. Vorsicht ist geboten.

Wenn wir die Liste der Kryptowährungen weiter abarbeiten, würde ich die meisten aufgrund einer der hier gezeigten konzeptionellen Probleme für uns als Anleger disqualifizieren. So toll die Blockchain-Technologie auch sein mag, nicht alles, was damit gemacht wird, ist wertvoll.

Erinnern Sie sich an die Internetblase vor 20 Jahren: Auch damals gab es Pioniere, die sich besser in dem damals noch neuen Medium Internet bewegen konnten. Es wurden Geschäftsmodelle vorgestellt, die mit Milliardenbeträgen an den Aktienmärkten bewertet wurden. Hunderte von börsennotierten Internetunternehmen, die damals Milliarden-Bewertungen erreichten, gibt es heute nicht mehr.

Eine ähnliche Entwicklung erwarte ich für die meisten Kryptowährungen. Die Blockchain selbst wird viele Anwendungen ermöglichen, von denen wir heute noch nichts wissen.

Und der Bitcoin ist ein Sonderfall, ein einmaliger Glücksfall: Mit Hilfe der Blockchain wurde ein begrenztes Gut erzeugt, dessen Verwaltung über ein Netzwerk erfolgt. Ein Netzwerk wie das Internet an sich, das man auch nicht einfach abschalten kann. Man kann die Nutzung verbieten oder einschränken, aber spätestens seit es Satelliteninternet gibt, kommt man doch immer irgendwie rein.

Der Bitcoin hat die Möglichkeit, sich zum Rückgrat einer neuen Gesellschaftsordnung zu entwickeln: Geld ohne Inflation, Eigentum ohne Zugriffsmöglichkeit durch den Staat.

Und hier sehen wir die Grenzen des Bitcoins: Die Gesellschaft wird es sich nicht nehmen lassen, Menschen in ihrem Hoheitsgebiet zu kontrollieren. Wir verzeichnen derzeit eine große Politikverdrossenheit, nicht nur in Deutschland. Der Bitcoin ist ein Ausweg aus dieser Unzufriedenheit. Doch ich betrachte ihn als eine Gegenbewegung, die gerne noch einige Jahre andauern kann. Eine Lösung für eine Gesellschaftsordnung der kommenden Generationen sehe ich derzeit jedoch noch nicht.

Wer also in den Bitcoin investiert, der sollte sich anschauen, wie sich das "Vertrauen" - da ist es wieder - der Gesellschaft gegenüber dem Bitcoin entwickelt. Man kann den Bitcoin nicht abschaffen. Entsprechend werden viele Lösungen gebaut werden, um den Bitcoin sinnvoll in unsere Gesellschaft zu integrieren. Es wird spannend sein zu beobachten, ob diese Lösungen wirklich lange halten können.

So betrachte ich Ansätze, die auf dem Bitcoin als Basis aufbauen, für vielversprechend. Ethereum soll wohl irgendwie an den Bitcoin gekoppelt sein oder werden ... habe das noch nicht ganz verstanden, aber klingt viel versprechend.

"Second Layer" sagt man auf Englisch: Zweite Ebene. Aufbauend auf dem Bitcoin werden Anwendungen gebaut, die den Wert des Bitcoins zugrunde haben, jedoch in bestimmten Dingen flexibler sind.

Das Lightning Network ist ein solcher Second Layer. Über das Lightning Netzwerk können Zahlungen abgewickelt werden: viel mehr Transaktionen zu viel günstigeren Preisen als über das Bitcoin-Netzwerk. Wir erinnern uns. Der Bitcoin ist kein Zahlungsmittel, dazu ist er zu träge und teuer. Der Bitcoin ist nur ein Wertaufbewahrungsmittel.

Mit dem Lightning Netzwerk, an das sich jeder Mensch genau wie an das Bitcoin-Netzwerk anschließen kann, wird das Senden von Geld für den Alltag nutzbar.

Auf Basis des Lightning Netzwerks hat diese Woche El Salvador den Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht. In den kommenden sechs Monaten werden Anwendungen programmiert, die das Ganze für die breite Masse verfügbar machen sollen. Künftig dürfen die Menschen in El Salvador sogar ihre Steuern an den Staat in Bitcoin begleichen. Nach Ankündigung dieses Schritts haben sich bereits ein halbes Dutzend weiterer Länder aus Mittel- und Südamerika um entsprechende Projekte bemüht.

Jack Dorsey, CEO von Twitter, hat diese Woche gesagt, der Bitcoin wäre das wichtigste Projekt in seinem Leben, wenn er nicht schon Square und Twitter am Bein hätte. Heute hat er nachgelegt und gesagt, er werde Twitter an das Lightening-Netzwerk anschließen und somit Bitcoin-Zahlungen über Twitter ermöglichen.

Paypal hat vor kurzem angekündigt seinen Kunden zu ermöglichen, Bitcoin-Guthaben auf kundeneigene Hardware-Wallest (bspw. BitBox02) senden.

Diese Woche wurde bekannt, dass ein Teil der Lösegeldsumme, die an den Pipeline-Betreiber im Südosten der USA gezahlt wurde, von der Staatsanwaltschaft gesichert werden konnte. Die Transaktionen in der Blockchain sind transparent, die physikalischen Adressen der dahinter sitzenden Menschen jedoch nicht. Doch offensichtlich gibt es Methoden, Kryptoadressen mit den komplexen Rückverfolgungsmethoden der Geheimdienste zu kombinieren und solche Verbrecher zu jagen. Ich halte das für eine gute Entwicklung, wenngleich ich die genaue Umsetzung nicht kenne... und wenngleich die Bitcoin-Puristen auf absolute Anonymität bestehen und diesen Vorfall als negativ bewerten.

Die Bitcoin-Revolution hat gerade erst begonnen. Nebelkerzen wie Tether oder Dogecoin sorgen immer wieder für schlechte Presse über die Kryptoscene und somit auch für starke Preisschwankungen im Bitcoin. Doch am Siegeszug des Bitcoins ändern sie nichts.



08. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
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Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

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09. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



10. An-/Ab-/Ummeldung

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