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Archiv Heibel-Ticker STANDARD

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19.11.2021:



H E I B E L - T I C K E R    S T A N D A R D

B Ö R S E N B R I E F

- Einfach einen Tick besser -



DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

16. Jahrgang - Ausgabe 46 (19.11.2021)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



Die PDF-Version dieser Ausgabe steht Ihnen ab sofort im Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.heibel-ticker.de/downloads/hts211121.pdf



Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

01.Info-Kicker: Lockdown belastet nationale Aktienmärkte
02.So tickt die Börse: Welt ohne Autos
 - Inflation geht zurück
 - Nvidia übertrifft himmelhohe Erwartungen
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
03.Sentiment: Corona führt zu unterschiedlichem Sentiment in USA und Deutschland
 -
04.Ausblick: Ausverkauf ist Kaufgelegenheit
05.Update beobachteter Werte
 Gute Q-Zahlen, Ausblick angehoben
 Kapitalmarkttag zeigt neue Strategie
 Streichung der Transaktionskosten bei DeGiro
06.Leserfragen
07.Übersicht HT-Portfolio
08.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
09.An-/Ab-/Ummeldung



01. Info-Kicker: Lockdown belastet nationale Aktienmärkte

Liebe Börsenfreunde,

Inzwischen werden schon die besten Ideen an der Börse gehandelt, als sei die ferne Zukunft heute schon Realität. Elektroautos machen unsere heimische Autoindustrie obsolet, doch schon kommt ein neuer Akteur mit autonom fahrenden Autos und degradiert alle Elektroautos zu Herstellern von Massengütern. Doch auch das ist nur ein Zwischenschritt, wie Sie in Kapitel 02 lesen werden.

Außerdem gehe ich auf aktuelle Entwicklung rund um das Thema Inflation ein: Die Auseinandersetzung wird hitziger, ein Gewinner ist noch nicht in Sicht.

Nvidia Gründer Jensen Huang wird inzwischen mit Leonardo da Vinci verglichen, der im 15. Jahrhundert die Idee eines Helikopters entwickelte. Jensen Huang zeigt uns, wie die digitale Welt in 20 Jahren aussehen wird. Bescheiden, wenn wir den historischen Vergleich daneben halten.

Die Stimmung hat sich diese Woche in Deutschland diametral unterschiedlich zur Stimmung in den USA entwickelt. Was dahinter steckt und was dies bedeutet, zeige ich in Kapitel 03.

Im heutigen Ausblick zeige ich auf, welche Aktien ich aktuell verkaufen würde, und wie wir uns mit unserem Portfolio verhalten. Mehr dazu in Kapitel 04.

Wesentliche Informationen zu meiner konkreten Einschätzung einzelner Aktien lesen Sie im Rahmen der Updates zu unseren Portfoliowerten in Kapitel 05.

Heute habe ich gleich 5 Leserfragen beantwortet: Zu BASF, IVU, init, Beyond Meat, Tesla, der Bitcoin, Wasserstoffaktien (= ähnliches Situation wie Elektroantrieb) und LVMH wurde ich befragt und gebe ich gerne eine kurze Einschätzung. Außerdem widme ich mich einem Thema, das hier eigentlich keinen Platz bekommen soll: Steuern auf Aktiengewinne. Die Leserfragen finden Sie in Kapitel 06.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser aktuelles Portfolio in Kapitel 07.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




02. So tickt die Börse: Welt ohne Autos

Ola Källenius (CEO Daimler) und Oliver Zipse (CEO BMW) sehen verstaubt aus, wenn Herbert Diess (CEO VW) den Autobauer ohne Kompromisse auf Elektroantrieb umstellt. Doch es gibt jemanden, der ist noch intelligenter als Diess:

Elon Musk (CEO Tesla) baut seine Autofabriken mit einem Automatisierungsgrad, von dem Diess nur träumen kann. Und wenn wir berücksichtigen, dass Tesla einen eigenen Autochip einsetzt, und ohne historische Altlasten (Pensionsverpflichtungen) unterwegs ist, müssen wir fürchten, dass Elon Musk die uns bekannte Autoindustrie obsolet macht. Doch es gibt jemanden, der ist noch intelligenter als Musk:

Tim Cook (CEO Apple) arbeitet auch an einem Elektroauto. Doch das Auto von Apple kommt ohne Lenkrad, ohne Pedale und ... ohne Preisschild. Apple plant neuen Gerüchten zufolge bereits für das Jahr 2025 die Markteinführung eines Apple-Cars. Elon Musk kann einpacken, wenn die Apple-Cars führerlos und voll autonom durch die Straßen rollen und jeden Abonnenten des Apple-Car Dienstes von A nach B bringt. Keine Parkplatzsuche mehr, keine Inspektionskosten, kein Kaufpreis, sondern nur Nutzungsgebühren. Aber es gibt noch jemanden, der ist noch intelligenter als Tim Cook:

Jensen Huang (CEO Nvidia) arbeitet am Omniversum, einer digitalen Welt, die wir nur aus dem Film "Matrix" kennen. Dort brauchen die Menschen keine physischen Autos mehr, sondern das gesamte Leben findet im Metaversum statt. Ob Arbeitsbesprechungen oder Familienfeiern, es werden einfach die Avatare in einen Raum geholt und schon ist man seinem Nächsten digital näher. Tim Cook kann einpacken, wenn Jensen Huang seine Vision umsetzt, denn Autos werden dann nicht mehr benötigt.

Leonardo da Vinci hat bereits im 15. Jahrhundert die Grundlagen für den heutigen Helikopter ausgearbeitet. Es dauerte noch über 300 Jahre, bis seine Idee zu fliegen begann. Jensen Huang hat das Omniversum definiert. Er spricht aber nicht von der Realisierung im Jahr 2400, sondern im Jahr 2040. Zwanzig Jahre ist eine sehr ferne Zukunft und die Ziffer ist mir relativ egal. Und ich glaube auch nicht, dass Autos überflüssig werden. Doch die Richtung, in die wir die weitere Entwicklung erwarten dürfen, halte ich für wichtig: Die digitale Welt wird immer mehr Bereiche der realen Welt übernehmen. Dinge der realen Welt werden zunehmend zu einem Luxusgut - nicht umgekehrt.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für abenteuerlich, dass Start-Up Unternehmen im Bereich der Elektromobilität teilweise mehr wert sind als Volkswagen (137 Mrd. USD), einer der weltweit führenden Autobauer.

Sie werden sich an Lucid erinnern: Ich habe das Auto als zukunftsweisend vorgestellt. Die Reichweite von Tesla gepaart mit dem Luxus von Daimler lässt keinen Kundenwunsch offen. Die geplante Jahresproduktion von 17.000 Stück ist bereits ausverkauft. Lucid war im Verlauf dieser Woche zeitweilig 93 Mrd. USD wert. Volkswagen hat im laufenden Jahr bereits zehnmal soviel Elektroautos verkauft.

Rivian ist diese Woche an die Börse gekommen: Amazon und Ford gehören zu den Investoren von Rivian. Ford möchte seine Anteile verkaufen und den Erlös in den Ausbau der eigenen Elektroauto-Infrastruktur stecken. Amazon möchte den Rivian PickUp für die eigene Logistik einsetzen. Bis Ende des laufenden Jahres möchte Rivian bereits 1.000 Autos ausliefern. Elon Musk twitterte dazu, dass es leicht sei, anspruchsvolle Prototypen zu präsentieren. Der Nageltest stehe noch mit dem Umstieg auf die Massenproduktion aus. Rivian war im Verlauf der Woche zeitweilig 150 Mrd. USD wert, also wertvoller als VW.

Fast schon bescheiden nimmt sich da der deutsche Autobauer Sono aus: Die Münchener entwickeln ein Auto, dessen Außenhaut überwiegend aus Solarzellen besteht und somit die Batterie kontinuierlich aufladen kann. Diese Zukunftsvision ist den Börsianern an der Wallstreet im Rahmen des Börsengangs in dieser Woche 2 Mrd. USD wert, mehr als Schäffler, einer der größten Autozulieferer.

Die Party auf dem Markt der Elektroautos kann noch beliebig lange weitergehen. Doch wehe, wenn jemand die Musik ausmacht, oder wenn Tim Cook und Jensen Huang den DJ wegschubsen und selber ans Mischpult gehen.

INFLATION GEHT ZURÜCK

Eine Hiobsbotschaft vom heutigen Tage war die Meldung, dass Volkswirte in den USA die erste Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank eher früher als später erwarten. Die gestörten globalen Lieferketten sowie ein Mangel an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt würden sowohl die Fed als auch andere große Zentralbanken der Welt schon bald zu einer strafferen Zinspolitik zwingen. Spätestens Ende 2023, vielleicht sogar bereits im September nächsten Jahres müsse es die erste Zinsanhebung in den USA geben, so die Mehrheit der Volkswirte.

Wir kennen die Diskussion: "transitory" lautet das Schlagwort. Ist die Inflation "vorübergehend", oder nicht. Die Lieferkettenprobleme lassen sich beheben, wenn die globale Logistik sich wieder einschwingt. Die gestiegenen Rohstoffpreise sind eine Folge der sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach dem Ende der Corona-Beschränkungen. Sollte die Nachfrage wieder auf ein normales Niveau zurückschwingen, werden sich auch die Rohstoffpreise wieder ermäßigen. Ich hatte Ende Oktober ziemlich genau das Hoch am Ölmarkt ausgerufen, inzwischen ist der Ölpreis um 8% zurück gekommen.

Dennoch ist es zu früh, um Entwarnung zu geben. Unsere Energiepolitik hat uns in eine starke Abhängigkeit vom russischen Gas gebracht. Querelen um die Zulassung der Gaspipeline Nord Stream II ließen den Gaspreis hierzulande in den vergangenen Monaten in die Höhe schnellen. Derzeit gibt es noch konzeptionelle Einwände gegen Nord Stream II, die von der EU vorgebracht und von unserer Bundesnetzagentur vorgetragen werden:

Die Pipeline gehört Gazprom und auch das Gas, das geliefert wird, kommt direkt von Gazprom. Nach europäischen Vorgaben müssen diese beiden Dienste, Pipelinebetrieb und Gaslieferung, unterschiedlichen Rechtseinheiten gehören, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Nun will Gazprom eine deutsche Gesellschaft gründen, der die in deutschen Gewässern liegenden Röhren übertragen werden. Mal sehen, ob das reicht. Wir alle wissen jedoch, dass hier Politik auf dem Rücken der Wirtschaft betrieben wird.

NVIDIA ÜBERTRIFFT HIMMELHOHE ERWARTUNGEN

Tja, was soll ich dazu sagen: Nvidia konnte den Quartalsumsatz um 50% auf 6,8 Mrd. USD steigern, der Gewinn je Aktie sprang um 60% auf 1,1 USD/Aktie und liegt um 9% über den Erwartungen der Analysten. An jedem Umsatzdollar verdient Nvidia 67 Cents, die Gewinnmarge liegt also bei abenteuerlichen 67%. An den Übernahmeabsichten von Arm Holding für 40 Mrd. USD hat sich nichts geändert.

Der Unternehmensausblick wurde kräftig angehoben: Statt 6,89 Mrd. USD möchte CEO Jensen Huang nun 7,4 Mrd. USD im Q4 umsetzen, die Gewinnmarge werde bei 67% bleiben.

Grafikkarten für Spielecomputer sorgten für 42% Umsatzanstieg, für Rechenzentren +55%. Das sind mit je rund 3 Mrd. USD Umsatz die beiden großen Geschäftsbereiche von Nvidia. Professionelle Visualisierung sprang um 144% auf 577 Mio. USD Umsatz. BMW, Ericsson, Lockheed Martin und Sony Pictures würden gemeinsam mit insgesamt rund 40 Mio. 3D-Entwicklern Projekte im Omniversum unterhalten, um die Möglichkeiten zu eruieren.

CEO Jensen Huang sprach erneut über den Omniverse Avatar, der wesentlich geläufiger werde als physische Avatare, sprich Roboter. Während Roboter letztlich für bestimmte Aufgaben gebaut würden, könne man mit dem Online Avatar alle Möglichkeiten austesten. Der Bau eines Roboters entsprechend einem Avatar, der seine Aufgaben im Omniversum gut macht, sei dann nur noch der letzte, aber kleine Entwicklungsschritt.

Die Welt werde auf solche Avatar-Lösungen umstellen, so Huang. Derzeit seien lediglich 10% der globalen Rechenzentren dafür vorbereitet, dem Rest fehlen die entsprechenden Graphikkarten. Analysten dürfen daraus ableiten, dass Nvidias Erfolgsgeschichte noch immer in einem frühen Stadium ist.

Ich könnte mir in den Allerwertesten beißen: Wir haben Nvidia erst vor zwei Monaten mit 60% Gewinn verkauft. Erfolgreich, könnte man meinen. Doch seither ist die Aktie um weitere 60% angestiegen. Wir hatten uns damals für das "sichere" Chipunternehmen entschieden, das seither auf der Stelle tritt.

Na, sei's drum: Ein bisschen Glück gehört halt dazu. Und wenn man, wie wir, sein Portfolio auf maximal 20 Positionen beschränkt, kann man halt nicht überall dabei sein. Diese Woche hatten wir großes Glück bei zwei anderen Titeln. Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelt haben.

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES


INDIZES18.11.21Woche ΔΣ '21 Δ
Dow Jones35.686 -1,1%17,0%
DAX16.160 0,4%17,8%
Nikkei29.746 0,5%8,4%
Shanghai A 3.731 0,6%4,3%
Euro/US-Dollar1,13-1,2%-8,0%
Euro/Yen128,76-1,2%1,6%
10-Jahres-US-Anleihe1,53%-0,030,60
Umlaufrendite Dt-0,43%-0,080,13
Feinunze Gold$1.857 -0,2%-1,4%
Fass Brent Öl$78,35 -5,2%52,5%
Kupfer$9.642 0,3%23,0%
Baltic Dry Shipping$2.454 -14,2%79,6%
Bitcoin$58.252 -6,5%106,9%



Der Baltic Dry Verschiffungsindex für den Transport von Schüttgut ist diese Woche um 14% eingebrochen. Die Frachtkosten für Container sind in den vergangenen zwei Wochen um 13% zurück gegangen. Wer sagt's denn: Entspannung auf den weltweiten Logistikmärkten.

Da verwundert es nicht, wenn die Aktien der Logistikunternehmen der DAX-160 Familie diese Woche die rote Laterne in der Hand halten: -3,4% lautet die Wochenperformance. Die Lufthansa und Fraport gaben je 8% ab, MTU Aero sogar 9%.

Gewonnen haben Gesundheitsaktien (+2,8%) und der Einzelhandel (+3,6%). Siemens Healthineers (+11%), Synlab Med (+11%) und Stratec Biomed (+9%) wurden von Zalando, HelloFresh (je +12%), Global Fashion (+13%) und Home 24 (+18%) in den Schatten gestellt. Nicht zu vergessen About You Mode (+17%) und Westwing (+10%): So sieht Anlegervorfreude auf ein digitales Weihnachtsgeschäft aus.

In Österreich wurde wieder ein Lockdown verhängt. Die Zahlen sehen in Deutschland nicht viel anders aus, dennoch wird hierzulande dieses Mal auf die Autorität der Bundesländer verwiesen.

Heute sind die Aktienmärkte eingebrochen: der Lockdown in Österreich wird dafür verantwortlich gemacht. Schauen wir mal, wie sich das auf die Stimmung ausgewirkt hat.




03. Sentiment: Corona führt zu unterschiedlichem Sentiment in USA und Deutschland

Sechs Tage in Folge hat der DAX ein neues Allzeithoch erklommen. Dies hatte sich angedeutet, wenngleich die Intensität der Rallye ziemlich mau ist, denn im Wochenvergleich konnte der DAX nicht einmal ein halbes Prozent zulegen. Der Lockdown in Österreich hat Anlegern heute erst einmal die Laune verdorben. Gepaart mit der besonders hohen Volatilität des heutigen Verfallstages gab der DAX seine zuvor mühsam gewonnenen Punkte heute zu einem großen Teil wieder ab.

Die Stimmung der Anleger kann das nicht trüben: Das Anlegersentiment ist mit einem Wert von 4,2 weiterhin im Bereich der Euphorie. Die Party geht weiter, freuen sich viele Anleger, die ihre Aktien noch immer halten.

Und Selbstzufriedenheit macht sich breit. Der Wert von 3,5 zeigt, dass viele Anleger die Rekordjagd erwartet hatten und sich nun in ihrem Erfolg sonnen.

Die Zukunftserwartung ist jedoch auf einen Wert von -1 eingebrochen. Den gesamten Oktober hindurch waren die Bullen in der Überzahl, der Zukunftsoptimismus erreichte Rekordhöhen. Innerhalb von nur drei Wochen ist dieser Optimismus nun vollständig verschwunden.

Parallel zum Optimismus ist auch die Investitionsbereitschaft auf einen Wert von nur noch 0,2 eingebrochen. Es dürfte also in den kommenden Tagen schwer sein, die Rallye wieder aufzunehmen, ohne einen Anlass dafür zu haben, der dieses Sentiment wieder dreht.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger ist auf -11 gefallen und zeigt eine starke Absicherungsneigung. Das war's denn wohl, scheinen viele Anleger zu denken und sichern die Gewinne, die sie nicht einstreichen können, mit Put-Optionsscheinen ab.

Das Put/Call-Verhältnis an der CBOE zeigt hingegen nach wie vor eine stark bullische Ausrichtung der Anleger. Und so überrascht es kaum, dass die US-Fondsmanager ihre Investitionsquote auf 103% belassen haben.

US-Privatanleger haben ein Bulle/Bär-Verhältnis von 12%, die Bullen dominieren in den USA. Zwar ist das Lager der Bären um 15% gegenüber der Vorwoche angewachsen, doch anders als in Deutschland haben in den USA die Bullen noch immer klar die Oberhand.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 steht mit einem Wert von 74% an der Schwelle zu extremer Gier.

Interpretation



In den USA konnte die vierte Coronawelle bereits gebrochen werden, die Zahlen dort sind stark rückläufig. Mit Blick auf Europa behaupten die US-Medien nun, es handele sich bei den aktuell nach oben schnellenden Zahlen lediglich um lokale Ausnahmen. Also: Österreich und Deutschland sind inzwischen nicht mehr als eine lokale Besonderheit. Tatsächlich hat es den Anschein, dass wir die Booster-Impfung verschleppt haben. Der Blick nach Israel zeigt, dass man diese Schlamperei jedoch schnell in den Griff bekommen kann.

Zumindest haben wir also eine Erklärung für den anhaltenden Optimismus in den USA bei gleichzeitiger Trübsalblaserei in Deutschland: Corona.

In den vergangenen Wochen habe ich im Rahmen der Sentimentanalyse gezeigt, dass es keine nennenswerten Sentiment-Schiefstände gibt, die durch eine heftige Korrektur aufgelöst werden müssten. Im Gegenteil, ich hatte eine gesunde, wenn auch an Dynamik verlierende Fortsetzung der steigenden Kurse abgeleitet. Wenn es zu einem Rückschlag käme, wäre das eine Kaufgelegenheit, folgerte ich ...

... dabei bleibe ich: der heutige Rückschlag, verstärkt durch den heutigen Verfallstag, ist eine Kaufgelegenheit und kein Grund zur (Aktienmarkt)Sorge. Wir treten in die nächste Phase der Aktienmarktrallye ein: Die Zukunftserwartungen, die bis vor wenigen Wochen noch rosig waren, schwinden und ungläubig schauen viele Anleger den meiner Ansicht nach bald schon wieder steigenden Kursen hinterher.

Das 5-Wochensentiment, das stets eine ziemlich gute mittelfristige Einschätzung der Börsenverfassung erlaubt, ist tatsächlich bereits auf extreme Höhen gestiegen. In der Vergangenheit haben solche Werte häufig das Ende der Party eingeläutet. This time is different, würde ich aktuell noch sagen: dem Rekordtief aus dem Coronacrash im März 2020 steht noch kein entsprechendes Rekordhoch gegenüber. Da geht noch was.

Soweit eine Einschätzung für die kommenden Monate. Dennoch müssen wir die Extremwerte zur Kenntnis nehmen und unsere Positionierung entsprechend anpassen. Das heißt, wer bisher voll investiert war, der sollte auf dem aktuellen Kursniveau ein paar Gewinne einstreichen. Ein wenig Cash für Schnäppchenkäufe im Falle einer ausgedehnten Konsolidierung kann nicht schaden.

Der Wechselkurs EUR/USD ist unter seine Langzeit-Unterstützung bei 1,15 USD/EUR gerutscht und notiert aktuell bei nur noch 1,13 USD/EUR. Entsprechend schlecht ist die Anlegerstimmung am Währungsmarkt, sowie auch die Zukunftserwartung. Beide Sentimentindikatoren notieren in extremen Bereichen. Es besteht eine große Kaufbereitschaft auf dem aktuellen Niveau, daher gehe ich kurzfristig von einem erneuten Anlaufen der Unterstützung, diesmal jedoch von unten, aus.

Der Goldpreis zieht an, die Stimmung auch. Doch am Goldmarkt sind wir noch weit von Euphorie oder ähnlichen extremen Sentimentwerten entfernt, die Lauf kann sich noch fortsetzen.

Ganz anders sieht es am Ölmarkt aus: Nachdem die Rallye nicht fortgesetzt wurde, brach auch die Stimmung ein. Die Zukunftserwartung ist auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen 12 Monate. Die Konsolidierung am Ölmarkt dürfte sich also noch ein wenig fortsetzen.

Bitcoin-Jünger sind eine eigene Spezies und wir müssen erst lernen, mit ihnen umzugehen. Obwohl der Bitcoin in den vergangenen Tagen kräftig eingebrochen ist, bleibt die Zukunftserwartung auf einem hohen Niveau. Klar, die Stimmung trübt sich ein, doch von Panik kann keine Rede sein.










04. Ausblick: Ausverkauf ist Kaufgelegenheit

Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze:

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- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per E-Mail an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 6,25 € pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS-Kunden.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 20 €) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

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05. Update beobachteter Werte

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

Dieses Kapitel bleibt den Heibel-Ticker PLUS-Abonnenten vorbehalten.

In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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06. Leserfragen


BASF, IVU & init

Hallo Herr Heibel,

nach wie vor großes Lob, wie Sie die Abonnenten durch die Korrektur manövrieren. Ich denke, dass ist immer noch einmalig in der deutschen Börsenbrief-Landschaft. Danke!

Zu unserem Portfolio-Wert BASF habe ich mir einige Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist nicht wirklich optimistisch.
Zwar hat die Aktie lt. Finanzen.net nur ein KGV von rund 10 und wird mit "Stark unterbewertet" eingestuft, aber ich weiß nicht, ob die Aussichten da nicht zu positiv eingeschätzt werden. In den nächsten Jahren wird sich eine Sache dramatisch zuspitzen - egal, wer an die Macht kommt: der Strompreis.

Die Energiewende ist fast zum Stoppen gekommen. Der Ausbau erneuerbarer Energien lahmt, die notwendigen Leitungen von Nord nach Süd werden nicht ausgebaut. Die Kernkraftwerke werden in naher Zukunft abgeschaltet (den Sinn will ich nicht bewerten). Die Betriebsaufnahme der neuen Gazprom-Pipeline machen die Politiker zu einer politischen Erpressung der Russen. Es droht eine deutliche Stromunterversorgung. Die Strompreise werden weiter steigen. Dabei sind die deutschen Strompreise inzwischen weltweit führend.
(https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/strompreise-deutschland-vergleich-rekordhoch-eeg-101.html)

Den Stromverbrauch hat BASF (BASF-Webseite) mit derzeit über 6 Terawattstunden (TWh) pro Jahr angegeben - gut ein (!) Prozent des gesamten deutschen Verbrauchs. Es gibt in anderen Quellen, die wegen des Ziels der Klimaneutralität und der weitgehenden Elektrifizierung der Produktionsprozesse für 2030 von bis zu 40 TWh ausgehen. Da hilft es m.M. nach nur wenig, dass BASF große Teile des Stroms selbst erzeugt. Die Energiekosten werden dramatisch steigen.

BASF derzeit mit über 5% sicher eine gute Dividenden-Rendite. Aber ist das auch noch eine gute Anlage?

Nun noch eine Idee:
Ich bin "studierter" Transporttechnologe, mit Spezialisierung im ÖPNV, und beobachte die Entwicklung eigentlich ständig. (Auch der völlig unfähige Verkehrsminister Herr Scheuer konnte mich davon nicht abbringen.) Durch die Digitalisierung steht dieser Sektor vor einem starken Entwicklungsschub.
Zwei deutsche Konzerne sind dabei, sich von dem weltweiten Kuchen ein großes Stück abzuschneiden.
Zum einen die IVU Traffic Technologies (744850), zum anderen die Firma mit dem schönen Namen init innovation in traffic systems SE. Beide sind bisher gut durch die Korrektur gekommen.

Besonders init (575980) - mein Favorit.
INIT ist ein weltweit führender Anbieter von IT-Lösungen für den öffentlichen Verkehr. Seine Lösungen sind in vielen Städten/Ländern der Welt eingesetzt. (https://www.initse.com/ende/projects/)

Die Ziele für 2021 wurden bestätigt. Durch die fortschreitende Digitalisierung und neue Investitionsprogramme für den ÖPNV erwartet der init-Vorstand ab 2022 eine nachhaltige Beschleunigung des Wachstums. Dabei dürften dann die Budget-Begrenzungen der öffentlichen Hand durch CORONA wieder abgebaut werden.

Das KGV liegt derzeit bei ca. 22, die Div.-Rendite bei 1,6%. Das Umsatzwachstum lag 2019 und 2020 bei ca. 15%. Das Ergebnis nach Steuern wuchs 2020 um 31%. Die Marktkapitalisierung beträgt ca. 440 Mio € (Alle Zahlen von finanzen.net). Für mich wäre das eine Position für das Wachstumsdepot aus einer völlig anderen Branche, als wir bisher haben. Die Aktie befindet sich seit September 2017 auch im "FOOL.de Universum" und ist seitdem um 169% gestiegen. Aktuelle Einschätzung: BUY.

Ich selbst bin sogar schon seit Februar 2017 mit einer inzwischen großen Position drin. Eines meiner erfolreichsten Investments.

So. Jetzt war ich mal sehr fleißig. Ich bin gespannt auf Ihre Meinung, wenn es ins Konzept paßt.

Beste Grüße aus Dresden
Wolfgang

ANTWORT
Herzlichen Dank für Ihre interessanten Ausführungen.

BASF:
Ja, Ihre Einwände sehe ich auch. Zusätzlich bin ich der Meinung, dass die Preisexplosion der vergangenen Monate, inkl. Energiepreise sowie Pop-Preise (Kunststoffe), sich bald zurück entwickeln könnten. Steigende Energiekosten konnte BASF bislang gut weitergeben. Doch das könnte bald enden und der Kunststoffpreis könnte stärker zurückkommen, als der Energiepreis an Entlastung bringen würde.

Dennoch ist die Dividende (5,5%) gut durch den freien Cashflow abgesichert. Wir haben eine halbe Position, da sehe ich keinen Handlungsdruck.


IVU
Mit einem KGV 2022e von 30 bei 12% Wachstum halte ich für schon ziemlich hoch bewertet. Gerne, wenn die Aktie mal zurückkommen sollte. IT für Bus und Bahn ist ein stabiles Geschäft und ja, ich glaube auch, dass in diesem Bereich künftig ordentlich investiert wird. Doch diese Erwartung scheint sich schon in der hohen Bewertung der Berliner widerzuspiegeln.

INIT
Telematik für den ÖPNV ist ebenfalls ein Wachstumsmarkt und somit ist auch die Karlsruher INIT bestens aufgestellt für diesen Markt. Das Bewertungsniveau ist mit einem KGV 2022e von 25 für die 12% Wachstum okay.

Beide Unternehmen sind noch nicht in der DAX-160-Familie (DAX, MDAX, SDAX) und daher „Nebenwerte“. Ich denke, wir können uns diese beiden Titel gerne noch ein wenig anschauen und warten, bis ein entsprechender Aufstieg in die höhere Liga ansteht.

Beyond Meat stürzt ab

Guten Tag Herr Heibel

Wir hatten im BEYOND MEAT INC im Depot.

Nun sind die aktuellen Zahlen schlecht und der Kurs steht bei Euro 66 = -22%. Mir gefällt die Vision und die Zusammenarbeit mit Pepsi.

Chartechnisch läuft ein B runter und das 61er Retrecment bei Euro 70 Euro wurde negiert, somit könnte der Preisbereich 100% der Welle zu ca. Euro 30 erricht werden.

Wie schätzen Sie die Fundi Daten ein?

Grüsse, Mike aus Zürich

ANTWORT
Grund des Kurssturzes waren schlechte Q-Zahlen: Der Umsatz ist nur um 13% gestiegen, Wachstumsraten über 20% werden für dieses Wachstumsunternehmen jedoch erwartet. Der Grund: International wuchs der Umsatz sogar um 186%, doch der Anteil ist noch so klein (18%), dass damit der Umsatzrückgang von 4% auf dem Heimatmarkt USA (53%) nicht ausreichend kompensiert werden konnte.

Lieferprobleme haben das US-Geschäft beeinträchtigt. Die Kosten sind in die Höhe gesprungen, doch die Lieferlogistik stockt, produzierte Ware musste abgeschrieben werden, Personal wurde aufgestockt und Anleger fragen sich, ob das Unternehmen somit bereits in Sachen Wachstum an die Decke stößt. Außerdem deuten die Zahlen darauf hin, dass die Waren inzwischen keinen reißenden Absatz mehr finden. Vielleicht ist der Markt für Fleischersatzprodukte doch nicht so groß wie von CEO Ethan Brown behauptet.

Kurz gesagt: Wenn Beyond Meat schon auf dem Heimatmarkt Probleme hat, dann könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Probleme sich auch international zeigen.

Meine Meinung: Ein Unternehmen mit einem Bewertungsniveau vom 10-fachen Jahresumsatz darf sich keine Fehler erlauben. Beyond Meat hat einen Fehler gemacht (Heimatmarkt stockt) und muss nun erst beweisen, dass auch in den USA wieder ordentlich gewachsen werden kann. Solange dieser Beweis aussteht, bleibt die Aktie am Pranger.

RÜCKMELDUNG
Hallo Herr Heibel

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ihre Fundierte Einschätzung begeistert mich immer wieder - BOMBE.

Hab bei meinem Preisbereich gekauft. Nun wird sich zeigen ob sich Fundamentale - und Charttechnische Daten verschmelzen lassen.

Freundliche Grüsse
Mike

Wasserstoff, Tesla & Bitcoin

Hallo Herr Heibel,

ich habe 2 allgemeine Fragen zu ihrer aktuellen Einschätzung für Wasserstoffaktien und Kryptowährungen z.B. Ethereum.
Ich habe mich da noch nicht ran getraut – gibt es da von ihnen Empfehlungen zum Einstieg?

Des Weiteren interessiert mich ihre Meinung zu Tesla:
Dem Kurssprung nach der Sixt-Meldung folgte eine Korrektur auf unter 900€; Stand heute wieder 954€
Könnte sich ein Einstieg noch lohnen durch die Phantasie oder ist das von den Kennzahlen her schon das Ende der Fahnenstange?

Vielen Dank und bullische Grüße – Knut aus Friedrichshafen

ANTWORT
WASSERSTOFF & TESLA
Genau wie der Elektroantrieb (Tesla) scheint mir das Thema Wasserstoff derzeit an den Finanzmärkten stark überhitzt. Grundsätzlich finde ich Unternehmen wie Linde oder Plug Power und sogar Fisker derzeit sehr interessant, aber nicht auf dem aktuellen Kursniveau.

Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Zwischenzeitlich ist jedoch die Korrekturgefahr zu groß.

KRYPTOWÄHRUNGEN
Ähnlich wie Wasserstoff ist auch der Krypto-Bereich derzeit ziemlich heiß. Der Bitcoin ist in den vergangenen Tagen um 15% eingebrochen. Zum kurzfristigen Zocken mag das schon ein Einstiegspunkt sein. Mittel- und langfristig würde ich jedoch auf dem aktuellen Niveau vorsichtig sein und nur kleine Mengen kaufen.

Steuer auf Aktiengewinne

Hallo Herr Heibel,

aufgrund der inflationären Aktienkursentwicklung nach oben stellen sich sicherlich viele deutsche Börsianer, die wie Herr Musk auf hohen Buchgewinnen sitzen, verunsichert die Frage über den möglichen Wegfall ungerechter Steuerprivilegien der Aktienbesitzer/Privatiers gegenüber der Lohnbesteuerung des arbeitenden Mittelstandes durch die neue Regierung? Müssen deutsche Aktionäre wie in den USA vielleicht auch bald 54 % Steuern zahlen anstatt bisher nur 25 %?

(In Deutschland gab es im Jahr 2018 rund 627.000 Privatiers. Im Jahr 2000 waren es noch etwa 372.000 Personen. Das entspricht einer Steigerung von 68,5 % seit der Jahrtausendwende.

Presse:
https://www.theeuropean.de/valentin-weimer/elon-musk-der-reichste-mensch-der-welt-braucht-geld/
--> Elon Musk verkauft eigene Aktien für 20 Mrd. USD, um Steuerschulden aus aufgelaufenen Buchgewinnen zu begleichen

ð man kann mit dem Verkaufserlös die gleichen Aktien ja gleich wieder neu kaufen, nur nach Abzug der KESt. sind es dann eben etliche weniger…. insbesondere bei Werten, die sehr gut gelaufen sind und deshalb über 10 bis fast 25 % der Aktien auf den Markt geschmissen werden müssen, um zu vermeiden später bis fast 50 % der Aktien auf den Markt zu schmeißen, um die Steuern bezahlen zu können
ð um den Kursrutsch zu verstetigen, sollte der Stichtag für die höhere Gewinnbesteuerung von der Regierung unverzüglich mit Bekanntgabe der Absicht der Gesetzesänderung rückwirkend mit dem Tag der Absichtserklärung in Kraft treten, sonst würde der Versuch der Gewinnrealisierung zum niedrigen Steuersatz noch vor diesem Termin – so wie bei TESLA – einen ziemlichen Crash auslösen bei Aktien von Unternehmen, die zu einem größeren Anteil in der Hand deutscher Steuerzahler sind.

Mit besten Grüßen
Jürgen aus Graz

ANTWORT
Im Jahr 2020 waren über 12,4 Millionen Deutsche am Aktienmarkt investiert. Mag sein, dass 627.000 davon als Privatiers aus den Aktiengewinnen ihren Lebensunterhalt bestreiten und keiner weiteren Arbeit nachgehen. Das heißt aber, dass 12,4 - 0,6 = 11,8 Mio. Deutsche nicht von den Aktiengewinnen leben. Für die meisten ist die Aktienanlage eher eine Rücklage fürs Alter.

Ich persönlich muss als Selbständiger selber für meine Altersrücklage sorgen. Es gibt unzählige „Produkte“, die steueroptimiert diese Aufgabe für mich übernehmen können. Doch, Sie werden es mir glauben: Ich möchte das gerne selber machen. Ich möchte gerne das, was ich am Jahresende aus den Einnahmen von Ihren Abos übrig habe, für meine Altersvorsorge beiseite legen. Am liebsten in Aktien. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich das nur mit bereits versteuertem Einkommen tun kann.

Wenn ich nun mein bereits versteuertes Einkommen als Altersrücklage im Sinne der im Heibel-Ticker gezeigten Anlagephilosophie anlege, dann zahle ich bei jedem Verkauf Steuern für den erzielten Gewinn. Das halte ich nicht für fair, denn, wie gesagt, ich muss aus dem bereits versteuerten Einkommen ausreichend beiseite legen, um im Alter davon zu leben.

Wenn also eine solche Steuererhöhung kommt, gehe ich davon aus, dass dies nur einhergehen kann mit der gleichzeitigen Schaffung einer steuerfreien Rücklagenbildungsmöglichkeit fürs Alter - bspw. dann einmalig zu versteuern zum 65. Geburtstag oder ähnliches. Lassen wir uns also überraschen.


LVMH & der Luxusgüter-Markt

Sehr geehrter Herr Heibel,

seit mehr als zehn Jahren lese ich Ihren Heibel-Ticker. Vielen Dank für Ihre scharfen Blicke hinter die Kulissen und Ihre erhellenden Erläuterungen von Zusammenhängen, die woanders kaum angesprochen werden. Ich habe von Ihnen unendlich viel gelernt – nicht nur hinsichtlich intelligenter Aktienanlagen.

Eine spannende Aktie findet jedoch leider nie Erwähnung: LVMH – Moët Hennessy Louis Vuitton. Dabei vertritt diese Aktie perfekt den attraktiven Luxusgüter-Markt: Das Vermögen der Reichen wird weltweit unaufhaltsam weiter steigen – und damit die Lust auf sehr teure Produkte mit sehr hohen Margen. Die 75 Marken des LVMH-Konzerns verteilen sich auf unterschiedliche Geschäftsfelder, die dezentral und sehr intelligent gemanagt werden.

LVMH ist bereits seit einigen Jahren in meinem Portfolio. Zuletzt habe ich in der Corona-Delle kräftig dazugekauft. In meinem ansonsten sehr technologie-orientierten Portfolio sorgt dieser „Luxusgüter-Indexfonds“ für ein schönes Gegengewicht und satte Gewinne. In den letzten Jahren lag die Aktie immer signifikant über der allgemeinen Marktentwicklung. Zwar kam es wegen Sorgen um das China-Geschäft im August zu einem kurzen Schwächeanfall, dennoch ist die Aktie allein dieses Jahr wieder um 40% auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Eigentlich müsste ich LVMH nun kräftig zurechtstutzen. Jedoch traue ich dem Konzern auch in den nächsten 10 Jahren zu, den richtigen Riecher für teure Marken zu haben. Von der Aktie erwarte ich daher langfristig ein überdurchschnittliches Wachstum. Spricht aus Ihrer Sicht etwas dagegen, dass diese Rechnung aufgeht?

Beste Grüße aus Rheingönheim
Frank aus Ludwigshafen

ANTWORT
LVMH habe ich tatsächlich nicht auf dem Radar, das habe ich manchmal schon bereut. Aber bei den vielen tausend Aktien, die grundsätzlich in Frage kommen, kann es schon mal sein, dass mir was durch die Lappen geht. Ich habe grundsätzlich keinen besonders guten Zugang zu französischen Aktien, obwohl mein Französisch ganz brauchbar ist.

LVMH hat von dem wahnsinnigen Wachstum der Mittelschicht in China profitiert. China hat vor einigen Monaten beschlossen, dass Reichtum gegen die Prinzipien des Landes verstößt und so könnte ich mir vorstellen, dass die chinesische Mentalität des „Angebens“ bald einen Dämpfer bekommt.

Außerdem ist CEO Bernard Arnault bereits jetzt eine Legende, ihm ist der märchenhafte Aufstieg seines Konzerns zuzuschreiben. Mit seinen 72 Jahren würde es mich nicht überraschen, wenn er bald eine Nachfolgeregelung bekannt gibt.

Die Aktie notiert auf einem KGV 2022e von 30, der Gewinn soll um rund 10% wachsen. Das KGV / Gewinnwachstum (PEG-Ratio) steht also bei 3. Bis 2 halte ich für vertretbar, doch 3 ist zu teuer. Ich würde also zumindest einen ordentlichen Teil des Gewinns realisieren, herzlichen Glückwunsch :-).

Vielen Dank für das Lob.



07. Übersicht HT-Portfolio

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die tabellarische Übersicht bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „2014“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
Kbei Gelegenheit Kaufen, 
NKNachkaufen 
HHalten, 
Vbei Gelegenheit Verkaufen, 
TVTeilverkauf, also nicht die ganze Position 
VLVerkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
SLStopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden 
TSTrailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird 



Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 150 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung.

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Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen



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