Heibel-Ticker 09/21 - Intellektueller Unsinn negiert die Rallye

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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

4. Jahrgang - Ausgabe 21 (29.05.2009)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: ÜBERSCHWAPPENDE TRADINGIDEEN
02. SO TICKT DIE BÖRSE: INTELLEKTUELLER UNSINN
03. AUSBLICK: APPLE, RESEARCH IN MOTION UND PALM
04. DEPOT-CHECK: WIE GUT IST IHRE RISIKOSTREUUNG?
BEIERSDORF, RATIONAL, SOLAR MILLENNIUM,
BERKSHIRE HATHAWAY, BYD
05. LESERFRAGE: ENTFÄLLT
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01. INFO-KICKER: ÜBERSCHWAPPENDE TRADINGIDEEN
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Liebe Börsenfreunde,

am kommenden Montag geht der Tradingmonat Juni los. Ich stecke
voll von Ideen, sodass ich die eine oder andere heute bereits
im Ausblick vorstelle. Der Heibel-Ticker PLUS wird also nicht
auf Sparflamme laufen, ich erwarte vielmehr, dass die Ideen
kräftig in die Analysen des Heibel-Ticker PLUS überschwappen
werden.

Im heutigen Kapitel 02 habe ich den Unsinn intellektueller
Argumente unter Beschuss genommen. Die Börsen steigen, auch
wenn es keine Argumente dafür gibt, die von Intellektuellen
akzeptiert würde. Was ist nun die Realität, frage ich mich
häufig in Diskussionen mit anderen Marktbeobachtern.

Im Ausblick stelle ich Ihnen die drei Smartphone-Hersteller
Palm, Apple und Research In Motion vor und gebe eine
Einschätzung darüber, wie sich der Markt künftig entwickeln
wird. Warum kriegen Nokia, Ericsson, Motorola, LG und Samsung
keine Schnitte?

Nach einer Pause gibt es heute wieder einmal einen Depotcheck.
Darin sind ein paar gute und ein paar schlechte Werte
enthalten, doch schauen Sie selbst.

Ich wünsche eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief/at/heibel-ticker/./de.

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02. SO TICKT DIE BÖRSE: INTELLEKTUELLER UNSINN
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Heute ist der letzte Handelstag des Monats Mai. Ein
Hedgefondsmanager, einer, der in der Regel mit volatilen Aktien
wie Technologieaktien oder Bankaktien bessere Erträge erzielen
möchte als der breite Markt, sitzt heute früh vor seinem
Handelssystem und blickt über die Zahlen: Mexiko liegt in
diesem Jahr mit 16% vorn, Kanada mit 27% und Brasilien sogar
mit 62%. China ist mit 59% im Plus und der NASDAQ, seine
Lieblings-Spielwiese, konnte nur 11% zulegen.

Es dämmert ihm, dass seine Kunden ihm vorwerfen werden, die
globale Aktienmarktrally verpasst zu haben. Vielleicht ziehen
sie ihre Gelder ab. Hmmm, da gibt es nur eins: Wenn man
zurückliegt und bis zum Jahresende gegenüber den breiten
Indizes aufholen möchte, dann muss man mehr Risiko eingehen.

Man muss ein paar Einzelaktien auswählen und hoffen, dass diese
noch besser laufen als der breite Markt. Microsoft, Intel und
Cisco sind da die altbekannten Kandidaten. Aber auch Apple,
Research In Motion und Palm sind in diesen Tagen heiß begehrt.
Auch Oracle und in Deutschland SAP gehören zu den Aktien, die
somit gekauft werden.

Oder der Bankensektor, denn dort gibt es noch immer am meisten
Aufholpotenzial. Bank of America ist plötzlich aus dem Gröbsten
raus, nachdem es 27 Mrd. USD Eigenkapital mit links generieren
konnte. J.P. Morgan ist in den USA der Branchenprimus. In
Deutschland haben wir entsprechend die Deutsche Bank, die sogar
ihren kapitalistischen Vorstandsvorsitzenden behalten darf.

Damit wir uns richtig verstehen: Es geht diesen Geldmanagern
nicht darum „gute“ Aktien zu kaufen, sondern sie kaufen das,
was in kürzester Zeit die größte Performance verspricht. Sie
kaufen die „Momentumaktien“. Sie kaufen diese Aktien nicht bis
zu einem bestimmten Kurslimit, sondern bis sie einen
entsprechenden Anteil ihres Assets under Management, ihres
verwalteten Kapitals in den entsprechenden Aktien platziert
haben.

Und deswegen steigen die Aktienbörsen.

Diese Woche war jedoch durchwachsen. Wenn Sie am Dienstag
beispielsweise die Meldungen durchgesehen haben, dann wollten
Sie sicherlich Ihren Rechner gleich wieder ausschalten.

Es gab einen populären Bericht darüber, wie die Private Equity
Bewertungen purzeln und die Schlussfolgerung war, dass es
derzeit keinen Grund gibt, Anteile an Unternehmen zu halten.

Die Zahl der Zwangsversteigerungen in den USA steigt nach wie
vor, inzwischen nicht mehr aufgrund der fallenden
Immobilienpreise, sondern aufgrund der verlorenen
Arbeitsplätze. Ja, inzwischen gibt es eine ganze Reihe von
Arbeitslosen, die aufgrund ihres Arbeitsplatzverlustes ihre
Hypothek nicht mehr zahlen können. Oh Schreck!

Überall außerhalb von den USA lesen Sie Artikel über eine
bevorstehende Hyperinflation in den USA. Ich habe Ihnen letzte
Woche dargelegt, warum das Unsinn ist.

General Motors steht nun schon seit einigen Monaten täglich
kurz vor der Insolvenz. Oh Gott, was wird wohl passieren, wenn
es endlich so weit ist? Kleiner Tipp Ihres Autors: Nichts,
höchstens eine Erleichterungsrallye.

Und Nordkorea zündet eine Atombombe – wieder einmal mit
technischen Problemen, aber stark genug, um sich weitere
finanzielle Hilfen von der westlichen Welt zu erpressen.

Nun, ich schrieb ein Update am Dienstag und sprach von diesen
Kursen als Einstiegsgelegenheit. Allerdings hätte ich erwartet,
dass diese Nachrichtenlage für 2-3 weitere Prozent Minus hätte
sorgen können, doch noch während der Versand lief, drehten die
Börsen ins Plus und es folgte eine der heftigsten Tagesrallyes
der vergangenen Wochen.

Wie konnte es dazu kommen? Jeder, der die Märkte beobachtet,
wird Ihnen eine Erklärung schuldig bleiben. Es gibt keinen
Grund dafür, den ein Intellektueller akzeptieren würde. Diese
Rallye hätte nicht passieren können oder dürfen. Alles deutete
auf einen heftigen Ausverkauf hin.

Ach so, in Michigan werden regelmäßig ein paar Tausend Bürger
nach ihrer Stimmung befragt. Das Ergebnis wurde ebenfalls am
Dienstag bekannt gegeben und es zeigte, dass die Leute in
Michigan recht guter Dinge sind. Trotz des bevorstehenden US-
Dollarverfalls, der in die Bedeutungslosigkeit fallen MUSS! Und
trotz der Kaufzurückhaltung der Chinesen, die nicht mehr
täglich Billionen an US-Staatsanleihen kaufen, sondern nur ein
bisschen weniger, trotz der unendlich vielen
Zwangsversteigerungen etc. pp. haben die Tausend Leute aus
Michigan gute Laune. Na, wenn das kein Grund ist, um die
Weltmärkte in eine der größten Tagesrallyes zu versetzen!

Nein, begreifen kann man das nicht, wenn man die Märkte nur
beobachtet.

Wer jedoch mit den Märkten mitzittert, vielleicht weil er sein
eigenes Geld eingesetzt hat, der hat in den vergangenen Wochen
mehrfach erlebt, dass die Märkte genau dann drehen, wenn die
Kurse bereits um 3%-5% korrigiert haben und wenn alle Medien
nur noch negative Schlagzeilen bringen. Dann dauert es meist
nicht mehr lange, und eine noch so unwichtige positive Meldung
erobert die Titelseiten und plötzlich stehen die Indizes wieder
3% höher.

Ihr Autor muss immer wieder diskutieren, warum dieses Rallye,
die nun schon über 30% gebracht hat, eigentlich falsch ist. Und
jeder Intellektuelle zeigt mir Beweise auf, warum ich mit
meinem Optimismus die Realität verkenne. Die Realität sei, dass
die Arbeitslosigkeit ansteigt, dass der Welthandel eingebrochen
ist, dass kein Mensch ein neues Auto braucht, es sei denn es
wird durch die Abwrackprämie subventioniert. Und in diesem
Realitätswahn übersehen die Intellektuellen, dass die Börse
bereits 30% angestiegen ist, obwohl das Thema Rezession noch
nicht vom Tisch ist.

Wer aber im Tagesgeschehen mit der Börse mitfiebert, der fühlt
wie sich die Stimmung langsam auf einen Tiefpunkt zu bewegt und
wie es dann schlimmer nicht mehr geht. Und der spürt auch, wie
dann ein Fünkchen einer positiven Meldung ausreicht, um eine
Rallye loszutreten.

Deswegen sollten Sie aufpassen, wem Sie zuhören: Menschen, die
über ihre Anlageentscheidungen sprechen, oder Menschen, die
theoretisch wissen, wie sie entscheiden würden, wenn sie
müssten.


Nun, im Wochenvergleich liegen die Aktienindizes leicht hinten.
Zu den Inflationswarnungen gesellt sich ein ansteigender
Ölpreis hinzu. Doch schauen Sie selbst:
  

INDIZES 28.5.09
Dow Jones 8.403 -0,8%
DAX 4.932 -0,5%
Nikkei 9.522 1,9%
Euro/US-Dollar 1,413 3,6%
Euro/Yen 134,9 3,1%
10-Jahre-US-Anleihe 3,59% 0,4%
Umlaufrendite Dt 3,26% 0,1%
Feinunze Gold USD $977,55 5,2%
Fass Crude Oil USD $66,78 10,2%
Baltic Dry Shipping I 3.298 24,7%


Die OPEC erwartet einen Ölpreis um 75 USD/Fass bis zum
Jahresende. Nun, Sie können davon ausgehen, dass diese Marke
spätestens im Herbst erreicht wird, wenn das so angekündigt
wird.

Ich weiß nicht mehr, mit wem ich vor Kurzem noch über einen
Ölpreis von 20 USD/Fass diskutieren musste. Aber egal, dieser
Hellseher wird vermutlich nun auch schon bald wieder einen
Ölpreis von 100 USD/Fass prognostizieren.

Der Baltic Dry Index ist weiter nach oben geschossen. Der
Welthandel, derzeit bestehend aus Chinas und Indiens Importen,
erholt sich nicht nur langsam, sondern ziemlich schnell. So
schnell, dass die Reeder kaum rechtzeitig ihre vor Anker
liegenden Containerschiffe flottmachen können. Aber diese
Meldung finden Sie leider nicht in den Massenmedien.

Übrigens, haben Sie die Meldung gelesen, dass in Kalifornien
der durchschnittliche Immobilienpreis nun bereits in zwei
Monaten in Folge angestiegen ist? In Kalifornien, einer der am
härtesten von der Immobilienkrise getroffenen Staaten!

Was glauben Sie wie gut eine Insolvenz von General Motors für
Toyota, für Ford und für Daimler ist? Es ist nicht so, dass
plötzlich eine Million weniger Autos gekauft werden, sie werden
nur von anderen Marken gekauft.

Haben Sie eigentlich einen ausführlichen Bericht darüber
gelesen, dass in Folge des US-Banken-Belastungstests 70 Mrd.
USD durch Aktienplatzierungen generiert wurden? Zusätzliche
Aktien, die in den Markt gegeben wurden! Und diese Aktien im
Wert von 70 Mrd. USD haben es nicht geschafft, die Bankaktien
nennenswert in die Knie zu zwingen. Der Markt hat 70 Mrd. USD
mal eben schnell aufgeschnappt – Gelder, die dankbar waren für
die Aktienplatzierungen, damit durch den Kauf dieser großen
Mengen an Aktien die Bankaktien nicht zu schnell nach oben
gedrückt werden.

Also: Während Ihnen Ihre Bekannten beweisen, warum man derzeit
nicht in die Aktienbörse investieren darf, können Sie beruhigt
und beherzt zugreifen und darauf warten, Ihre Aktien zu einem
späteren Zeitpunkt wesentlich höher an Ihre Bekannten zu
verkaufen. Na, verkaufen Sie besser nicht an Ihre Bekannten,
laden Sie diese lieber mit Ihrem Gewinn zum Essen ein.


Schauen wir uns einmal die Stimmung an: Sowohl die Analysten,
als auch die Privatanleger werden wieder vorsichtiger. Kein
Wunder bei der Nachrichtenlage.

SENTIMENTDATEN

ANALYSTEN:
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
08.-15. Mai (216): 62% / 38%
15.-20. Mai ( 82): 70% / 30%

22.-29. Mai (163): 65% / 35%

ANALYSTEN KAUF
United Internet, freenet, Rhön-Klinikum

ANALYSTEN VERKAUF
Pfeiffer Vacuum, Danone, UBS


PRIVATANLEGER:
Aktuell 55,8% Bullen (-14%, 77 Stimmen)
Durchschnittlich erwarteter DAX-Endstand für heute: 4.929

PRIVATANLEGER KAUF
SolarWorld, Pennystocks

PRIVATANLEGER VERKAUF
General Motors, Volkswagen

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt: http://www.sharewise.com?heibel


Im nächsten Kapitel werde ich auf das iPhone von Apple, das
Blackberry Bold von Research In Motion und das Pre von Palm
eingehen.

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03. AUSBLICK: APPLE, RESEARCH IN MOTION UND PALM
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In den vergangenen Monaten habe ich das Angebot insbesondere
für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS deutlich
verbessert. Im Kundenbereich im Internet gibt es nun

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, sämtliche Kommentare und Analysen zu den
einzelnen Empfehlungen sowie zu den Indizes, Währungen und
Rohstoffen Gold & Öl als PDF Datei herunterzuladen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen
Positionen anzeigen lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Der Heibel-Ticker wird bis auf weiteres als "nur-Text" E-Mail
verschickt werden. Graphische Bedürfnisse werden im
Kundenbereich des Internets und mit den PDF-Dateien befriedigt.
Doch inhaltliche Bedürfnisse deckt der Heibel-Ticker nun
besser ab denn je.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, daß ich mit
diesen Änderungen einen echten Mehrwert geschaffen habe.
Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem
Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich
freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.


Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein
Jahresabonnement sowie sämtliche Sonderanalysen, die in
unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den
Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel
Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo.

Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und
bestellen Sie unter

http://www.heibel-ticker.de/bestellung.php

Bei Fragen senden Sie direkt eine eMail an den Autor unter

Leserfragen/at/heibel-ticker/./de
(Schrägstriche weglassen, at durch den Klammeraffen ersetzen)

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04. DEPOT-CHECK: WIE GUT IST IHRE RISIKOSTREUUNG?
BEIERSDORF, RATIONAL, SOLAR MILLENNIUM,
BERKSHIRE HATHAWAY, BYD
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung von den 5 größten
Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die
einzelnen Werte eingehen als viel stärker auf die Branchen, in
denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten
Positionen an Depotcheck/at/heibel-ticker/./de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

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FRAGE:
Sehr geehrter Herr Heibel,

nach dem Auf und Ab im letzten Jahr hat sich bei mir das
folgende Portfolio herausgebildet:

520000 Beiersdorf
701080 Rational
721840 Solar Millennium
900567 Berkshire Hathaway und
A0M4W9 BYD

Es wäre nett, wenn Sie dieses PF gelegentlich in Ihrer
kreativen Art bewerten würden.

Mit freundlichen Grüßen, Helmut aus Gersthofen


ANTWORT:

Gern werde ich mir Ihre fünf größten Positionen etwas genauer
anschauen:

BEIERSDORF

Ahold, Procter & Gamble, Unilever und Beiersdorf sind allesamt
Unternehmen, die mit Artikeln für den täglichen Gebrauch sehr
konjunkturunabhängig sind. Daher werden diese Aktien
vorzugsweise in schweren konjunkturellen Zeiten gekauft.

Im März wurde die Angst vor einer Weltwirtschaftskrise vom
Tisch gefegt, seither steigen die konjunktursensiblen Aktien.
Beiersdorf befindet sich seit einigen Monaten im Sturzflug,
Anfang Mai stand der Kurs bei nur noch 30 Euro. Das sieht mir
aus, als würden Anleger die Gefahren, die noch immer in unserem
Wirtschaftssystem schlummern, nun völlig übersehen. Es wird nur
noch den konjunktursensiblen Aktien nachgejagt, weil diese die
größten Kurschancen haben.

Doch lassen Sie in ein paar Wochen einmal die Erkenntnis
durchsickern, dass der Erfolg gegen eine drohende
Weltwirtschaftskrise noch lange nicht heißt, dass wir keine
Rezession haben. Die Konjunktur ist angeschlagen und Aktien wie
Beiersdorf sind in dieser Phase ein guter Anlageort, der in
meinen Augen dann wieder entdeckt wird, wenn die aktuelle
Rallye eine längere Verschnaufpause einlegen wird.

Die Bilanz von Beiersdorf ist super, das Produktsortiment gut
diversifiziert. Die Krise hat nur wenig Spuren im Umsatz
hinterlassen, Tesa ist derzeit das Sorgenkind. Aber mit Nivea
und 8x4 verfügt das Unternehmen über Marken, die Sorgen in
einer der Marken locker kompensieren können.

Als weitaus problematischer sehe ich die Inhaberfamilie Hertz,
die über 50% an Beiersdorf hält. Diese hat sich mit ihrem
zweiten Geschäft, Tchibo, in den vergangenen Monaten verhoben,
es wurde eine Modemarke für viel Geld ins Leben gerufen, doch
deren Produkte verkaufen sich nicht. Vor diesem Hintergrund ist
es verständlich, dass Beiersdorf derzeit nicht viel investiert,
sondern Barmittel anhäuft. Eine Dividendenerhöhung ist bereits
in Aussicht gestellt, der Familie Hertz kommt dies sehr
gelegen.

Dieser Hintergrund ist meines Erachtens dafür verantwortlich,
dass die Aktie von Beiersdorf derzeit noch immer unter dem
Niveau vom Jahresbeginn notiert. Mittelfristig sehe ich das
aber nicht als gefährlich an, sondern erwarte früher oder
später eine Aufholjagd des Kurses.


RATIONAL

Küchengeräte für den professionellen Bereich bieten die Bayern
an, dabei wird insbesondere in den Schwellenländern und in
Osteuropa expandiert. Märkte wie Spanien und Russland, die in
den vergangenen Monaten wirtschaftliche Probleme hatten,
brechen ein, der dort verlorene Umsatz wird jedoch von den
aufstrebenden Ländern mehr als kompensiert. Steigender
Wohlstand führt dazu, dass sich die Menschen dort häufiger
einmal ein gutes Essen leisten.

Insgesamt ist der Umsatz im laufenden Jahr rückläufig, der
Gewinn ebenfalls. Doch bereits im nächsten Jahr wird wieder ein
Umsatz- und Gewinnanstieg von 4% erwartet. Das KGV von 16 ist
für dieses Unternehmen in meinen Augen angemessen.

Insbesondere die Dividendenrendite von 2,6% im laufenden und
4,3% im nächsten Jahr ist attraktiv. Mit ausreichend Barmitteln
und positivem freiem Cashflow sehe ich diese Dividendenpolitik
als gesichert an. Als Mittel- und Langfristaktie halte ich
Rational für geeignet. Vielleicht ist es das letzte Mal, dass
Sie diese Aktie aufgrund der Wirtschaftskrise so günstig
bekommen. Denn die Geräte sind sensationell, ein gutes Beispiel
für Qualität aus Deutschland, die sich weltweit durchsetzen
kann.


SOLAR MILLENNIUM

Nein, ich bin derzeit von Solaraktien nicht mehr begeistert:
Mit einer Kursverdreifachung seit März ist das Unternehmen nun
nicht mehr günstig. Probleme bei der Projektfinanzierung haben
Solar Millennium dazu gezwungen, eine hoch verzinste Anleihe
auszugeben.

Langfristig bin ich überzeugt von der Zukunftsfähigkeit der
Solarindustrie. Doch Solar Millennium gehört nicht zu den
führenden Unternehmen der Branche und daher fürchte ich, dass
dieses Unternehmen in Zeiten der Konsolidierung, wie in diesen
Wochen, eher unter die Räder gerät, als an Stärke gewinnt. Die
Bilanz hält kaum Reserven vor, der Markt selbst ist für die
aktuelle Marktphase überversorgt mit Solarangeboten.

Ich ziehe andere Solaraktien vor, würde jedoch auch dort mit
einem Einstieg vorerst einmal abwarten.


BERKSHIRE HATHAWAY

Nun, diese Aktie befindet sich in meiner Beobachtungsliste und
als alter Pfiffikus hat sich Warren Buffett mit Bank- und
Versicherungsaktien eingedeckt, die in der aktuellen
Marktberuhigung kräftig angestiegen sind. Auch Buffett ist beim
Timing kein Meister, er hat zu früh zugegriffen und war mit
seinen Käufen vorübergehend mit über 50% im Minus. Doch
inzwischen haben sich die Finanzaktien erholt und sein
Investmentvehikel dürfte für die nächsten Monate gut
positioniert sein.


BOYD GAMING

Casinobetreiber aus Las Vegas, hoch verschuldet (2,7 Mrd. USD)
und mit rückläufigem Umsatz und negativem freien Cashflow.
Nein, es ist nicht der richtige Zeitpunkt, eine solche Wette
einzugehen. Es gibt reichlich unterbewertete Aktien, die über
ein gesundes Geschäftsmodell verfügen. Boyd Gaming hat eine
kaputte Bilanz und rückläufige Umsätze, da muss sich was ändern
Aber mit einem KGV 10e von 20 ist es nicht einmal günstig
bewertet. Ich würde die Finger von dieser Zockeraktie lassen.


KORRELATIONSMATRIX DER WOCHENSCHLUSSKURSE SEIT 2006
  
BEIERSDORF RATIONAL SOLAR BERKSHIRE BYD
bei.de raa.de s2m.de brk-a byd
bei.de 1,00 -0,10 0,28 0,70 0,30
raa.de -0,10 1,00 0,56 0,28 0,54
s2m.de 0,28 0,56 1,00 0,57 0,61
brk-a 0,70 0,28 0,57 1,00 0,58
byd 0,30 0,54 0,61 0,58 1,00

Na, das sieht doch recht gut diversifiziert aus. Lediglich
Berkshire Hathaway korreliert mit Beiersdorf (0,7), ich führe
das aber nicht auf ähnliche Geschäftsmodelle zurück, sondern
auf die langfristig stabile Geschäftspolitik beider
Unternehmen. Sie schließen sich in meinen Augen nicht aus.


FAZIT

Aus Diversifikationssicht haben sie ein super Portfolio. Den
Einzelanalysen haben Sie entnehmen können, dass ich den einen
oder anderen Wert austauschen würde.

Mit einem Consumer-Wert (Beiersdorf), einem Gastronomiewert
(Rational), einem Solarwert (Solar Millennium), einem
Finanztitel (Berkshire Hathaway) und einem Zockerpapier (Boyd
Gaming) haben sie eine breite Palette an Branchen im Portfolio.
Es fehlen mir jedoch ein Technologiewert sowie ein Wert, der
näher an den Rohstoffmärkten läuft.

Einmal abgesehen von Boyd Gaming haben Sie sehr solide
Unternehmen ausgewählt. Sie könnten in meinen Augen einen
Technologiewert wählen, der nicht etabliert, sondern noch sehr
jung ist. Zum Beispiel den in der heutigen Ausgabe
vorgestellten Zulieferer für das Apple iPhone.


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05. LESERFRAGE:
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Ihre Fragen schicken Sie bitte an leserfragen/at/heibel-
ticker/./de. Ich werde künftig nur noch eine Leserfrage
veröffentlichen. Den Rest beantworte ich direkt. Bitte fragen
Sie mich nur zu Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens
100 Mio. Euro bzw. USD.

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entfällt



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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst. Selten sind diese
Anmerkungen nur tagesaktuell, es reicht in der Regel, wenn Sie
einmal die Woche dort hineinschauen.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am
oberen Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titel aktuelle
Anmerkungen erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie
angekündigt habe ich jeweils die langfristigen von den
spekulativen Positionen getrennt. Bei den langfristigen
Positionen werde ich in den kommenden Wochen jeweils eine
Risikostreuung berücksichtigen.

Unter „Änd“ steht die Gesamtveränderung seit Empfehlung. Unter
„Woche“ steht die Änderung zur Vorwoche. Unter „Empf.“ steht
die Empfehlung, ob diese Position zu
H - Halten,
K - Kaufen,
NK – Nachkaufen,
V – Verkaufen,
TV - Teilverkaufen ist oder mit einem
SL - Stopp Loss
KL - Kauflimit oder
VL - Verkaufslimit versehen werden sollte.
Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die
Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des

Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge
verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine
Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten,
dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein
Jahresabonnement sowie sämtliche Sonderanalysen, die in
unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden.

Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den
Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel
Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo.

Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und
bestellen Sie unter

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Bei Fragen senden Sie direkt eine eMail an den Autor unter

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Quellen: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen
von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com

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Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info/at/heibel-ticker/./de

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07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.


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08. AN-/ABMELDUNG
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Heibel-Ticker Ende
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