Heibel-Ticker 06/19 - INSOLVENZ ABGEWENDET BEI GENERAL MOTORS

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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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I N H A L T

01. INFO-KICKER: KORREKTUR WAR ZU ERWARTEN, BLEIBEN SIE RUHIG
02. RÜCKBLICK: UNBEMERKT: GENERAL MOTORS VOR TURNAROUND
03. AUSBLICK: NUTZEN SIE DIE KORREKTUR FÜR NACHKÄUFE
04. RISIKOSTREUUNG FÜR IHR DEPOT: SAP, SIEMENS, BP, CANON,
ZÜRICH FINANCIAL,
05. LESERFRAGEN: SILBER ETF
06. BEOBACHTETE WERTE
07. CHARTTECHNIK DOW JONES, DAX & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
09. AN-/ABMELDUNG


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01. INFO-KICKER: KORREKTUR WAR ZU ERWARTEN, BLEIBEN SIE RUHIG
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Liebe Börsenfreunde,

die Korrektur der vergangenen zwei Tage habe ich Ihnen
angekündigt. Wenn die Börsen nahe neuer Allzeithochs notieren
oder 5-Jahreshochs brechen, dann ist eine Korrektur nur zu
verständlich. Lassen Sie sich also nicht beunruhigen und nutzen
Sie die Korrektur, um Ihr Depot mit einigen attraktiven Werten
aufzubessern.

Ich habe meine Meinung zu General Motors grundlegend geändert.
Das Unternehmen hat durch gezielte Verkäufe ausreichend
Barreserven generiert, um die drohenden Gefahren abzuwenden.
Mehr dazu im Kapitel 02 – Rückblick.

Im Ausblick habe ich Ihnen dargelegt, was ich für diesen Sommer
von der Börse erwarte. Auch einige Veränderungen in Ihrem Depot
sollten Sie in der kommenden Woche vornehmen.

Erstmalig habe ich heute für Sie die 5 größten Positionen eines
Depot auf eine gesunde Risikostreuung hin untersucht. Bitte
lassen Sie mich Ihre Meinung dazu wissen und schicken Sie mir
Ihre 5 größten Positionen, damit auch Sie künftig dank einer
guten Diversifizierung ruhiger schlafen können.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker

P.S.: Lassen Sie mich Ihre Meinung, Kritik oder
Verbesserungsvorschläge wissen (selbst Lob ist willkommen ;-)
und schreiben Sie mir an leserbrief@heibel-ticker.de.


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02. RÜCKBLICK: UNBEMERKT: GENERAL MOTORS VOR TURNAROUND
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Am gestrigen Donnerstag brachen die Börsen schließlich ein!
11.670 Punkte lautete der Höchststand am Mittwoch Abend, danach
verlor der Dow Jones innerhalb nur eines Tages 1,5 % auf 11.500
Punkte. Beim S&P 500 sah es ähnlich aus, er endete bei 1.305
Punkten. Beim Nasdaq fiel das Minus noch deutlicher aus: Mit
Minus 3,3 % rutschten die Technologiewerte auf 2.272 Punkte.

In Deutschland konnte am Donnerstag nur der Beginn der US-
Korrektur verarbeitet werden. Den Rest erleben wir am heutigen
Freitag: Der Dax notiert mit 1,7 % im Minus. Beim TecDax
beträgt das Minus sogar 2,6 %.

Kein Wunder! Nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen sind
die Anleger nervös geworden. Das Gold ist binnen vier Wochen
von 580 auf 725 US-Dollar um 25 % nach oben explodiert. Mir hat
man schon mein Jahresziel von 600 US-Dollar für das Gold kaum
geglaubt, geschweige denn mein optimistischeres Ziel von 650
US-Dollar. Aber dass bereits im Mai die 700er-Marke genommen
werden könnte, das überrascht selbst mich.

Ein großer Teil der Goldrallye kann auf den schwachen US-Dollar
zurück geführt werden. Dieser hat im gleichen Zeitraum von 1,17
USD/EUR auf 1,28 USD/EUR verloren – das ist ein Dollarverfall
von 9,4 %. Aber der eigentliche Grund der Goldhausse ist in der
geopolitisch instabilen Lage zu finden: Iran rasselt mit den
Säbeln, Südamerikaner und viele arabische Länder, sowie einige
Asiaten, wenden sich vom US-Dollar ab und kaufen lieber Euro
und Gold.

So steigt die Nachfrage nach dem gelben Metall schneller, als
Goldminen Gold gewinnen können. Von Zentralbankverkäufen hört
man schon lange nichts mehr – auch die Notenbanker haben sich
nun an die stabilisierende Wirkung von Goldreserven erinnert.

Wenn Sie sich vor Augen halten, dass eine alte jüdische
Weisheit besagt, man solle ein Drittel seines Vermögens in Gold
(bzw. heute: Edelmetallen) halten, dann hat der Goldpreis noch
einen weiten Weg vor sich. Denn derzeit beträgt die weltweite
Kapitalisierung der Goldwerte nicht einmal 1 %.

Auch der Ölpreis zieht wieder an. Nach der Korrektur der
Vorwoche steht das Fass Crude Oil heute wieder bei 72,70 US-
Dollar. Eine Entspannung auf den Energiemärkten ist nicht in
Sicht – im Gegenteil: Immer wieder hört man aus Venezuela und
den anderen südamerikanischen Ländern mit linken Regierungen
antiamerikanische Pläne (Verstaatlichung der Ölvorkommen,
Schuldenabbau und andere für die Länder mehr oder minder
sinnvolle Maßnahmen, die aber alle die Abhängigkeit von den USA
vermindern).

Am Mittwoch hat die Federal Reserve (kurz: Fed) den US-Leitzins
zum 16. mal in Folge um 0,25 % auf nunmehr 5 % angehoben. Ich
hatte Ihnen diesen Schritt angekündigt. Den Kommentaren von
Helikopter Ben war nicht zu entnehmen, ob weitere
Zinsanhebungen folgen werden. Meiner Einschätzung nach werden
in diesem Jahr noch ein bis zwei Schritte folgen, an der Börse
wurde jedoch in den vergangenen Wochen die Hoffnung verkauft,
dass keine weiteren Zinsschritte mehr zu erwarten seien.

Die Kursanstiege der vergangenen Wochen wurden diese Woche also
in Frage gestellt. Es machte sich Angst breit, dass der
Konjunkturaufschwung zu Ende gehen könne. Auch die Angst vor
einer zerplatzenden Immobilienspekulationsblase machte wieder
die Runde. Nicht zuletzt wurde auch immer wieder die unbeugsame
Haltung des Irans diskutiert. Themen gab es also genug, mit
denen Angst und Schrecken verbreitet werden konnten.

Auf der anderen Seite hat sich Steve Forbes zu Wort gemeldet.
Er wies darauf hin, dass seit dem Beginn der Aktienmarktrallye
im Frühjahr 2003 die Unternehmensgewinne von 727 Mrd. auf 1.100
Mrd. US-Dollar angewachsen seien. Dividenden seien von 149 Mrd.
auf über 200 Mrd. US-Dollar gestiegen. Und es wurden in den USA
über 5 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen. Das sind Zahlen, die
eine Aktienmarkthausse durchaus rechtfertigen.

...doch reichen diese Argumente aus, um eine Fortsetzung der
Rallye zu sichern? Oder sind die positiven Entwicklungen
bereits im Markt enthalten und folgt ein Absturz aufgrund
einer sich abschwächenden Konjunktur? Mehr zu diesen Fragen im
kommenden Kapitel.


GENERAL MOTORS

Zuvor aber noch ein paar Worte zu General Motors. Ich habe an
dieser Stelle vielfach über die schwarze Zukunft von General
Motors berichtet. Ganz anders sah ich schon immer die
Unternehmensanleihen von GM, die wir Ende März in unsere
Empfehlungsliste aufgenommen haben. Die sind mit ihrer Rendite
von mehr als 7 % noch immer attraktiv.

Vor den Aktien General Motors hatte ich Sie gewarnt. Das
Unternehmen hatte trotz diverser Preisnachlässe rückläufige
Verkaufszahlen zu beklagen. Gleichzeitig kamen die
Gehaltsverhandlungen mit den United Auto Workers (UAW – die
dortige Gewerkschaft) nicht zu einem sinnvollen Abschluss.
Darüber hinaus ging die erst kurz zuvor ausgegliederte Tochter
Delphi, der weltgrößte Automobilzulieferer, in die Insolvenz
und General Motors droht entweder ein Lieferausfall oder die
Pflicht, weitere finanzielle Zugeständnisse zu machen.

Inzwischen haben sich einige Dinge grundlegend geändert. Der
größte Aktionär General Motors, Kirk Kerkorian, hat Jerome
York, seinen besten Mann, in den Aufsichtsrat des Unternehmens
eingeschleust. York hat bereits als Finanzchef Unternehmen wie
Chrysler und IBM vor dem Untergang bewahrt.

Inzwischen gibt es auch bei General Motors erste Anzeichen der
Besserung. Es ist nicht mehr wichtig für das Unternehmen, der
„weltgrößte" Automobilkonzern zu sein. Inzwischen ist es für
das Management okay, wenn General Motors „ein großer", aber
dafür profitabler Automobilkonzern ist. Und mit diesem
veränderten Selbstbewusstsein lassen sich einige Tricks
anwenden, um das Unternehmen nachhaltig in die schwarzen Zahlen
zu bringen.

Das Unternehmen hat zum Beispiel kürzlich erstmals die
Verkaufspreise für Autovermietungen, die größten Abnehmer von
Fahrzeugen, angehoben. Sie erinnern sich: Seit Jahren hörten
wir stets nur eine Meldung von GM: Preisnachlässe,
Finanzierungsangebot und überhöhte Rücknahmepreise für
Gebrauchte. Alles versteckte Eingeständnisse, dass sich die
eigenen Fahrzeuge nicht mehr verkaufen.

Der Marktanteil GMs in den USA ist von 45 % im Jahr 1970 auf
heute 23,9 % gefallen. Nun hat das Unternehmen wieder etwas
anziehende Umsätze vermeldet und eben auch Preise erhöht. Das
macht Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden sein könnte.
Auch gibt es schon versöhnliche Töne aus dem Lager der UAWs zu
hören.

In den vergangenen Wochen wurde die Barkasse des Unternehmens
durch einige Verkäufe ordentlich aufgebessert. Zuletzt wurden
51 % des Finanzarms GMs verkauft. Heute liegen 18 Mrd. US-
Dollar auf der hohen Kante. Gleichzeitig wurde erstmals wieder
ein kleiner Gewinn vermeldet. Wenn diese Entwicklung nachhaltig
ist, dann sollte die drohende Insolvenz GMs damit abgewendet
sein.

Die Aktien notierten auf einem für 2007 geschätzten KGV von 11.
Das Problem des Unternehmens sind die 277 Mrd. US-Dollar
Schulden und deren Zinslast. Mit 200 Mrd. US-Dollar Umsatz
wurde bislang nicht genug erwirtschaftet, um die Schuldlast zu
bedienen. Allerdings reicht dem Unternehmen schon eine kleine
Gewinnmarge, um das Blatt zu wenden.

Die Börsenkapitalisierung von nur noch 18 Mrd. US-Dollar
spiegelt die Befürchtung wieder, dass GM in die Insolvenz
schliddern könnte. Diese Gefahr ist dank der jüngsten
Restrukturierungsmaßnahmen sowie den 18 Mrd. Barreserven
zunächst gebannt, so dass die Aktien nun einiges an
Aufholpotential haben.

Ich hebe also meine Warnung vor GM-Aktien nun auf und würde
einen Trade auf die Aufholjagd wagen. In meinen Augen sind
Honda, Toyota, BMW und DaimlerChrysler allesamt bessere
Automobilkonzerne als GM. Aber die Aktien von GM könnten meiner
Einschätzung nach in den nächsten Monaten das größere Potential
haben.


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03. AUSBLICK: NUTZEN SIE DIE KORREKTUR FÜR NACHKÄUFE
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die
Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des

Heibel-Tickers Stephan Heibel

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge
verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine
Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten,
dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern.

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Jahresabonnement sowie sämtliche Sonderanalysen, die in
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04. RISIKOSTREUUNG FÜR IHR DEPOT: SAP, SIEMENS, BP, CANON,
ZÜRICH FINANCIAL SERVICES
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Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem
Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei
plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut
schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit
einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße
gestellt.

Heute werde ich erstmalig eine Analyse auf Risikostreuung von
den 5 größten Positionen eines Kunden vornehmen. Dabei werde
ich weniger auf die einzelnen Werte eingehen, als viel stärker
auf die Branchen, in denen sie wirtschaften. Lassen Sie mich
Ihre Meinung zu dieser Idee wissen und schicken Sie mir Ihre 5
größten Positionen an Risikostreuung@heibel-ticker.de. Bitte
unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie
leben. Diese Information wird dann veröffentlicht.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

mein größter Wert ist der Allianz-Rentenfond, der mir zur Zeit
Sorgen bereitet – rechnen Sie mit weiter steigenden Zinsen?
Soll man ihn umtauschen in kurzlaufende Rentenfonds?

Meine größten Aktienwerte: SAP, Siemens, Zürich Financial
Services, Canon und BP.

Mit herzlichen Grüßen, Henrik aus Jena


RISIKOANALYSE

Ich halte es für sinnvoll, einen Teil des Depots auch in Werte
zu investieren, die einen berechenbaren Rücklauf generieren.
Rentenpapiere sind eine geeignete Form, derzeit halte ich
festverzinsliche Papiere in Deutschland jedoch für weniger
attraktiv. Die Gründe haben Sie schon angesprochen: Bei
steigenden Zinsen sinkt der Wert der Papiere.

Ich habe ein hochverzinsliches Papier von General Motors in
meiner Empfehlungsliste. In den kommenden Ausgaben werde ich
weitere Sondersituationen analysieren, aus denen eine
berechenbar hohe Rendite hervorspringen kann.

Zu Fonds nehme ich keine Stellung, denn Fonds, deren Manager
und deren Gesellschaften sind ein ebenso großes Themenfeld wie
Aktien, deren Manager (CEOs) und deren Unternehmen. Ich habe
mich auf die Aktienwelt spezialisiert. Unternehmensanleihen und
Staatspapiere gehören in diese Überlegungen mit hinein,
Fondsgesellschaften sind aber ein anderes Thema.

Innerhalb Ihrer 5 Aktien haben Sie die folgenden Branchen:

Eine Versicherungsgesellschaft aus der Finanzbranche. Zürich
Financial Services profitiert von den angehobenen
Versicherungsprämien der vergangenen Jahren und dem gestiegenen
Versicherungsbedürfnis. Dieser Trend dürfte noch ein wenig
anhalten, die Aktie gefällt mir.

British Petroleum profitiert als Ölkonzern vom ansteigenden
Ölpreis. Gleichzeitig investiert das Unternehmen stark in
alternative Energien. Für die Zukunft ist BP daher meiner
Ansicht nach gut aufgestellt.

Canon ist es gelungen, den Markt der Digitalkameras mit einer
führenden Position zu besetzten. Der Kurs des japanischen
Elektronikkonzerns hat erst in diesem Jahr seine mehrjährige
Seitwärtsbewegung nach oben verlassen, nun ist der Weg nach
oben frei. Der Markt der Digitalkameras ist ein von Konsumenten
getriebener Markt. Vor dem Hintergrund der gesunden
Weltwirtschaft ist ein anhaltend gutes Geschäft zu erwarten.

Siemens brauche ich Ihnen nicht vorzustellen. Obwohl auch
Siemens, wie auch Canon, ein Elektronikkonzern ist, so hängt
der Erfolg der beiden Unternehmen dennoch von unterschiedlichen
Faktoren ab. Die Kunden von Siemens sind überwiegend
Geschäftskunden wie Telekom, Vodafone oder auch der Staat und
andere große Konzerne. Damit ist Siemens nicht so stark vom
Konsumentenverhalten abhängig, die beiden Unternehmen
überlappen sich also nicht.

SAP ist der weltgrößte Softwareprogrammierer und sollte meiner
Erwartung nach in den nächsten zwei Jahren einen Sonderschub
erfahren, da endlich (nach 8 Jahren des erfolglosen Frickelns)
die Amerikaner eingesehen haben, dass das Wettbewerbsprodukt
für Unternehmenssoftware von Oracle qualitativ hinter der
Lösung von SAP zurück bleibt.

Ich würde allerdings Siemens und SAP bedingt als im gleichen
Markt tätig bezeichnen. Sowohl die Kommunikationslösungen von
Siemens, als auch die Software von SAP wird von Unternehmen
periodisch genau dann erneuert, wenn Investitionsgelder
vorhanden sind. Die Kurse der Aktien unterliegen also ähnlichen
externen Effekten.

Einer der beiden reicht also. Was halten Sie stattdessen von
einem Unternehmen aus dem Edelmetallsektor?


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05. LESERFRAGEN:
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FRAGE 1:Gold und Silber

Am 20.4.06 ist etwas Seltsames passiert: Der Silberpreis ist
von ca. 14$ auf 12$ abgestürzt, das sind 14,3% minus an einem
Tag.

Auch der Goldpreis sank von 635$ auf 612$, immerhin noch fast
4% minus.

Haben Sie eine Erklärung für diese extreme Schwankung?
Zwischenzeitlich hat sich Silber wieder etwas erholt auf über
13, stürzt aber im Moment wieder ab auf 12,4. Das Gleiche gilt
für Gold: Erholung auf ca. 635, jetzt Rückfall auf 622.

Nach Ihren letzten Aussagen wär's jetzt eine Kaufgelegenheit.
Da ich aber in letzter Zeit von mehreren Seiten Warnungen über
eine stärkere Korrektur der Edelmetalle gehört habe und mir
diese Kursbewegungen etwas unheimlich sind, zögere ich.
Hauptargument der Warner ist, dass im Moment zu viele
kurzfristig orientierte Spekulanten am Werk sind.
Können Sie mir einen Rat geben ?


ANTWORT 1:

Seit einigen Monaten schon ranken sich Gerüchte um die
Einführung eines "Silber-ETFs". Ein ETF ist ein "Electronic
Traded Fund" - "electronisch handelbarer Fonds", neudeutsch:
Zertifikat. Das Investmenthaus Barclays hat bei der US-
Börsenaufsicht beantragt, einen Silber-ETF emittieren zu
dürfen.

Die Einführung eines solchen Silber-ETFs bedeutet, dass es
plötzlich auch für Kleinanleger zu günstigen Konditionen
möglich wird, auf Silberpreisschwankungen zu spekulieren. Denn
der Silber-ETF kann wie eine Aktie nicht nur gekauft, sondern
auch leerverkauft (geshortet) werden. Der Aufschlag zum
zugrunde liegenden Silberpreis ist gering, das Silber muss auch
nicht nach Hause getragen und in einen Safe gelegt werden.

Der Preis des Silber-ETFs richtet sich nach dem Silberpreis.
Dazu muss Barclays soviel Silber kaufen und verwahren, wie es
Silber-ETFs verkauft.

Vor einigen Wochen wurde der Silber-ETF gegen den Willen der
Silber-Lobby, die vorzugsweise aus Produktionsunternehmen
besteht, die Silber einsetzen und unter einem hohen Silberpreis
leiden würden (Photoindustrie, Halbleiterindustrie), von der
US-Börsenaufsicht genehmigt. Nun wird vermutet, dass die
Einführung des Silber-ETFs die Nachfrage nach Silber stark
erhöhen wird, denn nun werden auch Spekulanten Silber kaufen.
Nach der Genehmigung des Silber-ETFs durch die Börsenaufsicht
begann der Silberpreis seinen Höhenflug von 9 US-Dollar bis auf
14 US-Dollar in der letzten Woche.

Entsprechend der Menge an Silber-ETFs, die Barclays emittieren
möchte, muss das Investmenthaus nun Silber kaufen. Dies
geschieht schon im Vorfeld der Einführung des Silber-ETFs.

Also: Der Silber-ETF ist genehmigt, der Silberpreis ist schon
in die Höhe geschnellt und Barclays muss noch vor der
Einführung Silber kaufen. Was kann Barclays tun, um günstiger
an das benötigte Silber zu kommen?

Nun, es wurde vermeldet, dass Barclays nunmehr darüber
nachdenke, ob der Silber-ETF überhaupt eingeführt werden solle.
Spekulanten, die auf einen anhaltenden Silberpreisanstieg
gesetzt hatten, haben ihre spekulativen Positionen natürlich
sofort aufgelöst. Silber wurde verkauft, der Silberpreis
rutschte ab.

Meine Kommentar: Vielen Dank, Barclays, für diese Chance,
Silber nochmals zu günstigeren Preisen einzukaufen. Vielen Dank
auch dafür, dass dadurch die Spekulanten aus dem Markt
getrieben wurden. Nun kann ein neuer, nachhaltiger Anstieg des
Silberpreises folgen.

Ein Kaufverhalten, das sich bei mir über viele Jahre hinweg
bewährt hat, ist das Folgende: Silber befindet sich in einem
Bullenmarkt. Kaufen Sie Silber an Tagen, an denen der Preis um
5% unter dem Höchstkurs notiert. Halten Sie sich bereit, bei
einem heftigeren Rückschlag wie im hier beschriebenen Beispiel
nochmals nachzukaufen. Dadurch sind Sie sehr bald bei der
Hausse dabei, nehmen sich aber nicht die Chance, weitere
Kursrückschläge für Nachkäufe nutzen zu können.

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06. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

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dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
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Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des

Heibel-Tickers Stephan Heibel

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07. CHARTTECHNIK DOW JONES, Dax & GOLD, Öl, $, €, Yen, Nikkei
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Die Charts dazu können Sie im Kundenbereich unter
http://heibel-ticker.de/kundenbereich nachschlagen. Sie
benötigen dazu Ihre E-Mail Adresse und Ihr Passwort.


Charttechnik

Für kurzfristige Betrachtungen zur Bestimmung von optimalen
Ein- oder Ausstiegszeitpunkten sowie Marken wird die
Charttechnik zu Rate gezogen. Hier eine kurze Betrachtung
einiger wichtiger Charts:


Dow Jones Industrial 11.500 Punkte

Na, es hat nicht sollen sein: Der parabolische Anstieg des Dow
Jones der vergangenen Wochen ist nun beendet. Wiederholt hatte
ich aufgezeigt, dass der Index nach oben nicht mehr viel Luft
hatte. Nun hat der Index kurz unterhalb seines Allzeithochs aus
dem Jahr 2000 kehrt gemacht.

Der Aufwärtstrend, der sich durch den Anstieg seit vergangenem
Oktober gebildet hat, verläuft zwischen 11.198 und 11.536
Punkten. Die 200-Tages-Durchschnittslinie verläuft bei 10.819
Punkten.

Das Handelsvolumen steigt weiterhin deutlich an. Damit kann der
Kursanstieg als basierend auf einer breiten Basis bezeichnet
werden. Das ist positiv, ein plötzliches Ende der Rallye mit
heftigem Kursrutsch ist vorerst nicht zu befürchten.

Bei Kursrückschlägen an die untere Unterstützung unter 11.250
Punkten können Sie weiter zukaufen.

DAX 6.054 Punkte

Der Aufwärtstrend, der im Herbst letzten Jahres bei 4.827
Punkten begann, verläuft in einem steilen Aufwärtskanal mit den
Außengrenzen bei 6.054 und 6.257 Punkten. Die 200-Tages—
Durchschnittslinie verläuft bei 5.385 Punkten.

Das Handlesvolumen im DAX sieht weiterhin gesund aus, ein
kontinuierlicher Anstieg der Umsätze ist zu beobachten. Das
bedeutet, dass ein Unterschreiten der unteren Unterstützung,
wie dies am heutigen Freitag aufgrund der schlechten Vorgaben
aus den USA von gestern der Fall ist, zum Nachkaufen genutzt
werden kann.

Gold 715,50 US-Dollar

Erst vor vier Wochen wurden die 600 US-Dollar je Feinunze Gold
übersprungen, nun ist bereits der nächste Hunderter gefallen:
700 US-Dollar sind bereits seit einigen Tagen komfortabel
überschritten.

Es gibt bis zum Höchstkurs vom September 1980 bei 850 US-Dollar
keine weiteren Widerstände mehr. Auch Unterstützungen fallen
bei dem parabolischen Anstieg sehr schwach aus. Vorerst sollten
Sie mit dem Nachkauf von Gold und Goldwerten etwas warten -
eine Korrektur von 5 % kann von Neueinsteigern genutzt werden,
für Nachkäufe sollten Sie Korrekturen von über 15 % abwarten.

Crude Oil 69,74 US-Dollar

Der Preis für das Fass Öl hat mit seinem Anstieg von 58 auf 74
US-Dollar einen Aufwärtstrend begonnen, dessen Außengrenzen bei
derzeit 65 und 75,50 US-Dollar verlaufen. Weitere
Unterstützungen verlaufen bei 61,77 US-Dollar (200-Tages-
Durchschnitt) und 60,49 US-Dollar (langfristiger
Aufwärtstrend).

Wechselkurs US-Dollar / Euro 1,2822 USD/EUR

Nach dem Ausbruch über 1,23 USD/EUR gewinnt der Euro weiter an
Stärke. Mein Ziel eines Wechselkurses von 1,2757 USD/EUR wurde
bereits übersprungen, ich erwarte schon bald eine Korrektur in
Richtung 1,25 USD/EUR.

Wechselkurs Yen / Euro 141,89 YEN/EUR

Der Aufwärtstrend des Yen hat sich nicht bestätigt, der
Wechselkurs ist wieder unter die Marke von 143 YEN/EUR
gerutscht. Damit muss nun erst einmal wieder abgewartet werden,
ob die alte Handelsspanne zwischen 138 und 143 YEN/EUR wieder
gültig ist. Die 200-Tages-Durchschnittlinie verläuft bei 139,7
YEN/EUR.

Nikkei 16.862 Punkte

Noch immer hält die vor vier Wochen begonnene Konsolidierung im
Nikkei an. Der Aufwärtstrend verläuft in den Grenzen von 16.795
und 18.555 Punkten. Der Nikkei notiert nur knapp über seiner
Unterstützung, ein Unterschreiten würde einen Rückfall auf
15.360 Punkte nach sich ziehen.

Die Handelsumsätze nehmen leicht ab, so dass der Aufwärtstrend
mit Vorsicht zu genießen ist.

Der langfristige Aufwärtstrend des Nikkei wird durch die 200-
Tages-Durchschnittslinie bei aktuell 14.827 Punkten
unterstützt.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
http://heibel-ticker.de


mailto:info@heibel-ticker.de

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08. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.



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09. AN-/ABMELDUNG
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