Heibel-Ticker 12/03 - Optimismus oder schon Euphorie in Europa?

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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

7. Jahrgang - Ausgabe 04 (27.01.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
(-;______________________________________________;-)

I N H A L T

01. INFO-KICKER: 11,2% DAX-RALLYE SEIT JAHRESBEGINN
02. SO TICKT DIE BÖRSE: ZICKENALARM
03. AUSBLICK: EUPHORIE ODER OPTIMISMUS IN EUROPA?
04. WUNSCHANALYSE: AAREAL BANK
05. DEPOTCHECK: UNILEVER, SIEMENS, FREEPORT MCMORAN, K+S, BASF,
DAIMERL, FRESENIUS MEDICAL CARE, MCDONALDS, SANOFI
06. BEOBACHTETE WERTE
07. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
08. AN-/ABMELDUNG

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01.INFO-KICKER: 11,2% DAX-RALLYE SEIT JAHRESBEGINN
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Liebe Börsenfreunde,

11,2% hat der DAX seit Jahresbeginn zugelegt – Schwindelgefühle? Ich hoffe
nicht, denn vorerst sieht es weiterhin rosig aus.

Mit „Zickenalarm“ habe ich die unterschiedlichen Positionen von Angela Merkel
und Christine Lagarde überschrieben. Nicht einmal eine gemeinsame
Presseerklärung konnten sich die Beiden einander abringen. Das spricht
wiederum für anstehende Spannungen in der Frage, wie viel Geld Deutschland
für die Club Med Länder verschenken soll.

Doch wenngleich dieser Zickenalarm weitreichende Folgen haben wird, wie in
Kapitel 02 beschrieben, so sind die Titelseiten der Wirtschaftspresse
inzwischen doch wieder für Unternehmensmeldungen reserviert. Apple, Samsung,
Research in Motion bis hin zu unserer SAP und Intel, im Technologiesektor
geht es derzeit rund. Mit Ausnahme von Research in Motion hören wir viele
überraschend gute Zahlen.

Ist es schon Euphorie oder ist es nur angebrachter Optimismus, der sich
inzwischen hinsichtlich der Erholungschancen Europas breit macht? Ich habe
die aktuelle politische Situation erneut analysiert und komme zu meinem
Ergebnis. Daraus abgeleitet ist auch die heutige Spekulation in einer Bank,
die ich in Kapitel 03 aufzeige.

Ja, es handelt sich um eine andere Bank als die in der Wunschanalyse
untersuchte, erzkonservative Aareal Bank. Die drittgrößte börsennotierte Bank
in Deutschland ist in meinen Augen ebenfalls gut aufgestellt, doch bietet
nicht das Kurspotential wie meine in Kapitel 03 vorgestellte Spekulation. Die
Wunschanalyse zur Aareal Bank finden Sie in Kapitel 04.

Ein etwas umfangreicher Depotcheck war für mich ausnahmsweise möglich, weil
ich die darin enthaltenen Titel sehr interessant fand. Sie finden den
Depotcheck in Kapitel 05.

Wie immer gibt es einige wichtige Updates und Handlungsideen zu unseren
offenen Positionen in Kapitel 06.

Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts120127.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker


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02. SO TICKT DIE BÖRSE: ZICKENALARM
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Na, wird Ihnen langsam schwindelig? 11,2% hat der DAX in diesem jungen Jahr
schon zulegen können. Für die meisten Fondsmanager wäre das bereits eine
ausreichende Performance für zwei Jahre. Der DAX hat nicht einmal einen Monat
dafür gebraucht. Wo soll es nun noch hingehen?

Derweil wird aus Berlin Zickenalarm gemeldet: Madame Lagarde, Chefin des IWF,
und Angela Merkel, unsere Chefin, haben nach einem Treffen nicht einmal
ausreichend übereinstimmende Ansichten für eine gemeinsame Presseerklärung,
wie nach solchen Treffen üblich, gefunden. In das erste Mikrofon, das Madame
Lagarde am nächsten Tag zu greifen bekam, trötete sie, dass Deutschland eine
größere Last der Euro-Schuldenkrise zu tragen habe. Und überhaupt müsse der
EFSF aufgestockt werden – und raten Sie einmal, wer den Löwenanteil einzahlen
würde.

„Mehr Geld aus Deutschland“ passt in die Politik Frankreichs, als Madame
Lagarde noch Finanzministerin von Sarkozy war: Eurobonds wurden immer wieder
aufgetischt, eine stärkere Verantwortung der EZB wurde gefordert (sprich:
Mehr Aufkaufen von Staatsanleihen auf eigenes Risiko). Und schon damals
forderte Frankreich Deutschland wiederholt auf, mehr für die eigene
Konjunktur zu tun, da diese dann die anderen europäischen Länder stützen
könne.

Vor allem verurteilt Madame Lagarde bei jeder Gelegenheit den Sparzwang, den
„die Deutschen Europa aufzwingen“. Dieser führe in eine Rezession.

Ja, recht hat sie... aber! Sie hat recht, wir können uns nicht nur gesund
sparen, es müssen auch konjunkturelle Anreize gegeben werden, um die
Haushaltskonsolidierung der Club Med Länder in der Wirtschaft aufzufangen.
Aber die Reihenfolge ist mir wichtig: Zuerst muss gespart werden! Zuerst
müssen insbesondere die Griechen zeigen, dass sie in der Lage sind, ein
europäisches Niveau in der Verwaltung aufzubauen.

Und erst im zweiten Schritt, wenn die richtigen Sparmaßnahmen unter dem Druck
der Geldnot durchgesetzt wurden, erst dann kann man an die
Konjunkturförderung denken.

Die richtigen Maßnahmen, eine Fiskalunion mit automatischem
Sanktionsmechanismus, wie von Merkel am 10. Dezember gefordert, sind schon
wieder in weite Ferne gerückt. Es gibt keinen Automatismus im Vorschlag, der
am Montag verabschiedet werden soll, sondern es muss ein Land der EU ein
anderes formal anzeigen und sich somit zum Buhmann machen, bevor ein
Sanktionsmechanismus gestartet werden kann.

Wir sind damit heute schon wieder auf dem weichgespülten Niveau von 1992, als
die Maastricht-Kriterien festgelegt wurden ohne sich darauf zu einigen, was
im Fall eines Vergehens zu geschehen hat. Und ich will mir die ganzen Nazi-
Karikaturen von Angela Merkel in der italienischen Presse gar nicht
vorstellen, wenn Italien von uns angezeigt werden müsste.

Aber wie angekündigt wird dieses weichgespülte Ergebnis als Erfolg verkauft.
Und entsprechend werden die Märkte weiterhin in einer positiven Grundstimmung
belassen.

Einziger Dorn im Auge der Politiker Europas ist nach wie vor Griechenland.
Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern, also den Banken und
Hedgefonds, kommen nicht voran. Der geforderte Einsparbetrag wird auf
freiwilliger Basis wohl nicht erzielt, Forderungen werden laut, die EZB und
damit die einzelnen europäischen Länder daran zu beteiligen...

...ein weiterer Dammbruch! Die EZB hatte für ihre unterstützenden
Anleihekäufe die Garantie der einzelnen europäischen Länder verlangt, für
Zahlungsausfälle zu haften. Und die einzelnen europäischen Länder,
insbesondere die Bundesrepublik, hatten in ihren Regierungsentscheidungen
stets darauf verwiesen, dass es sich „nur um Garantien“ handle, nicht um
Zahlungen.

Das Verfassungsgericht hat die Gesetzeslage stark strapaziert und auch darauf
hingewiesen, um die damalige Aktion noch durchgehen zu lassen. Ein Einknicken
gegenüber der Forderung, die EZB am freiwilligen Schuldenschnitt zu
beteiligen, würde den Klägern vor dem Verfassungsgericht im Nachhinein recht
geben – doch das Urteil ist gefallen.

Ach je, soviel Politik in einem Börsenbrief. Doch diese Entwicklungen sind
wichtig um zu verstehen, dass entgegen aller Behauptungen die
Liquiditätsschleusen bereits weit geöffnet sind und dass wir uns mit den
inflationären Tendenzen abfinden müssen.

Und diese Entwicklungen sind wichtig um zu verstehen, warum sich die Märkte
langsam wieder auf die Aktienunternehmen konzentrieren können. Die Politik
ist „in die Spur gesetzt“, es werden die erforderlichen Maßnahmen ergriffen,
um ein Abschliddern in die Rezession oder auch eine Insolvenz einer großen
europäischen Bank zu verhindern, und somit schauen Anleger wieder genauer auf
die Geschäftsentwicklungen einzelner Unternehmen.


QUARTALSBERICHTE

Diese Woche gab es gleich eine ganze Reihe von Unternehmensmeldungen und
Quartalsberichten. Allen voran hat Apple natürlich sämtliche Erwartungen
pulverisiert. iPhone und iPad sind entgegen aller Unkenrufe die
erfolgreichsten Verkaufsschlager des Weihnachtsgeschäfts. Apple
revolutioniert einen Markt nach dem anderen.

Auch Samsung hat mit seinem Galaxy und Galaxy Note Erfolge zu feiern. So
konnte das Unternehmen den besten Unternehmensgewinn der
Unternehmensgeschichte ausweisen – doch von den Wachstumsraten von Apple ist
man weit entfernt.

Der dritte im Bunde, Research in Motion mit seinen Blackberrys, beugte sich
hingegen dem Druck der Anleger und wechselte die Unternehmensspitze aus.
Blackberry hat rückläufige Kundenzahlen zu beklagen. Lange Zeit galt das
eigene Mailsystem des Unternehmens als großer Wettbewerbsvorteil: Es galt als
ausfallsicher und kann die ausgetauschten Mails gegen den Einblick Dritter
besser schützen als die offenen Systeme der Wettbewerber. Doch im Sommer
letzten Jahres fiel das Mailsystem in London, auf das Blackberrys weltweit
zugreifen, für mehrere Tage aus.

Was nutzt also die hohe Sicherheit, wenn das System nicht verfügbar ist? All
die Kritiken an den fehlenden Sicherheitsmechanismen beim iPhone wurden
dadurch ad acta gelegt.

Für das Blackberry wird nun also eine neue Strategie gesucht. Aktionäre von
Research in Motion haben das Gründerduo Mike Lazaridis und Jim Balsillie
gedrungen, die Führung abzugeben. So wurde nun ein Deutscher, Thorsten Heins,
CEO des Unternehmens, das Gründerduo zieht sich in den Aufsichtsrat zurück.

Heins kommt ursprünglich von Siemens und ist seit vier Jahren COO (Chief
Operating Officer) bei den Kanadiern. Der COO setzt in der Regel das um, was
die Führung beschließt. Ich habe mich gefragt, wo hier der Strategiewechsel
herkommen soll.

Dann habe ich ein Interview mit Heins gesehen. Er lobte darin die tiefen
Marktkenntnisse des Gründerduos und betonte, dass er sich auf deren Rat
verlassen könne und werde. Mit anderen Worten: Er wird weiterhin die
Entscheidungen des alten Managements umsetzen. Neue Strategie? Fehlanzeige.

Es gibt einen Zeitpunkt, an dem sind kreative Gründerköpfe in einem
Weltkonzern nicht mehr die richtige Führungsspitze. Strategen werden
benötigt. Doch dieser Wechsel lässt bei Research in Motion auf sich warten.

Lassen Sie sich nicht von dem augenscheinlich günstigen Bewertungsniveau der
Aktie blenden: Das KGV steht nur noch bei 5. Doch eine Aktie, die von 90 auf
12 Euro fallen kann, kann auch noch von 12 auf 3 Euro fallen. Ja, das
Unternehmen hat seinen Wert. Doch solange kein Strategiewechsel stattfindet,
wird dieser Wert weiter abnehmen. Daher würde ich trotz des augenscheinlich
günstigen Bewertungsniveaus die Finger von dieser Aktie lassen.

SAP hat diese Woche wieder von sich reden gemacht: Eine operative Marge von
35% wurde als Ziel ausgegeben und ein Umsatzplus von 20% für das laufende
Jahr. Damit setzt sich SAP von der ERP-Branche (Unternehmenssoftware) weit
ab. Oracle hatte ja zuletzt schwache Zahlen vorgelegt und jede Menge
Schuldige dafür verantwortlich gemacht - einschließlich der schlechten
Konjunktursituation in Europa. Doch von schlechter Konjunktur in Europa sieht
SAP nichts.

HANA heißt das Zauberwort bei SAP. Das steht für „In-Memory Appliance“ –
fragen Sie mich nicht, wie SAP auf die Abkürzung HANA gekommen ist – und
liefert genau das, was ich Ihnen vor einigen Wochen so vollblumig beschrieben
habe: Datenauswertung in Echtzeit. Soeben erfasste Daten werden umgehend
analysiert und entsprechende Auswertungen werden zur Verfügung gestellt – in
Echtzeit.

Um etwas besser zu verstehen, was dahinter steht, fällt mir nur das Beispiel
der Tibco-Software für Amazon ein: Wenn Sie bei Amazon nach einem bestimmten
Artikel suchen, erhalten Sie gleich eine ganze Reihe von alternativen
Vorschlägen bis hin zu komplementären Produkten, die das von Ihnen gesuchte
sinnvoll ergänzen könnten.

Es werden Kaufverhalten anderer Käufer analysiert, die etwas ähnliches
gesucht haben, und daraus werden dann Vorschläge und Werbungen generiert. Ich
gebe zu, ich habe auch schön häufiger einen Vorschlag dankbar angenommen.
Eine extrem individuelle und gezielte Werbung ist möglich.

Das verbirgt sich hinter dem Bullenmarkt der Rechenzentren. Die Datenbanken
werden nicht mehr gefüllt und nachts mit diversen Auswertungsprogrammen
durchforstet, sondern die Datenbanken sowie die Auswertungsprogramme werden
im Arbeitsspeicher der Server untergebracht und erledigen die ehemals für die
Nacht vorgesehenen aufwändigen Berechnungen „on the fly“, also in Echtzeit.

Wenn Sie sich also überlegen, ob Ihr Computer 4, 8 oder gar 16 GB an
Arbeitsspeicher benötigt, so stellen Sie sich die Server für diese Aufgabe
mit Arbeitsspeichern in der Terrabyte-Liga vor. Zudem ermöglichen die SSDs,
die Flash-Memories, einen wesentlich schnelleren Zugriff auf Festplatten als
bislang und können somit teilweise als erweiterter Arbeitsspeicher gesehen
werden.

Dell liefert zwar die Gehäuse für diese Server, doch das kostet nichts. Intel
liefert die Prozessoren, die mit diesen gigantischen Arbeitsspeichern
kommunizieren können. So können Sie vielleicht nun etwas nachvollziehen,
warum die Aktien von Intel wie Phoenix aus der Asche von 13,50 auf 20 Euro
gesprungen sind.

Nachdem also die Euro-Schuldenkrise etwas von den Titelseiten verschwunden
ist, schauen Anleger wieder verstärkt auf Unternehmen. Und dort unterscheiden
sie zwischen gut und schlecht, auch das ist eine gesunde Entwicklung. Vor
einigen Wochen wurden die Märkte gemeinschaftlich bewegt, inzwischen können
Sie immer wieder beobachten, wie einzelne Unternehmen einer Branche steigen
während die Wettbewerber, die vielleicht nicht so gut aufgestellt sind,
fallen.

Wer in der Technologiebranche nicht in den Bereichen Cloud (inklusive
Echtzeit-Datenverarbeitung), mobile Datennetze (G3, G4) oder soziale Netze
aufgestellt ist, der beklagt sich über die schwache Konjunktur in Europa. Die
anderen gewinnen Marktanteile.


Schauen wir einmal, wie die einzelnen Indizes auf diese Entwicklungen
reagiert haben:


WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES 26.01.12 DIFF
Dow Jones 12.735 0,9%
DAX 6.540 1,9%
Nikkei 8.841 0,9%
Euro/US-Dollar 1,310 1,3%
Euro/Yen 100,96 1,1%
10-Jahres-US-Anleihe 1,93% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,58% 0,1
Feinunze Gold USD $1.718,00 4,0%
Fass Brent Öl USD $110,69 -0,4%
Kupfer in US$/to 8.566 2,9%
Baltic Dry Shipping I 753 -15,7%

Erneut hat der DAX seine internationalen Geschwister abgehängt. Der DAX hat
nicht nur eine Menge nachzuholen, gleichzeitig hat sich gezeigt, dass
Deutschland bestens aufgestellt ist, um von einem Konjunkturaufschwung in
Europa zu profitieren. Wie lange wird das wohl noch so weitergehen? Mehr dazu
im nächsten Kapitel.

Schauen wir und nun noch die Stimmung unter Anlegern und Analysten an:


SENTIMENTDATEN

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
05.01.- 13.01. (588): 57% / 9%
13.01.- 20.01. (561): 51% / 11%
20.01.- 27.01. (263): 51% / 12%

Kaufempfehlungen der Analysten
SAP, Apple, Ericsson

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Q-Cells, Banco Bilbao, Software AG

Privatanleger
02. KW: 61% Bullen (136 Stimmen)
03. KW: 64% Bullen (137 Stimmen)
04. KW: 60% Bullen (142 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Apple, Solon, Commerzbank

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Q-Cells, Nationalbank of Greece, BNP Paribas

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel


Anleger und Analysten werden vorsichtiger. Kein Wunder nach 11,2% Plus in
weniger als einem Monat. Insbesondere der -14,7% Schock des Jahres 2011 sitzt
den Anlegern noch in den Knochen und weitere Gewinnmitnahmen würden mich
nicht überraschen.

Neben der Technologiebranche erlebt in diesen Wochen eine weitere tot-
geglaubte Branche ihre eigene Auferstehung. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

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03. AUSBLICK: EUPHORIE ODER OPTIMISMUS IN EUROPA?
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04. WUNSCHANALYSE: AAREAL BANK
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Wer auf eine Beruhigung der Euro-Schuldenkrise spekulieren möchte, der findet
in der konservativ geführten Aareal Bank einen geeigneten Kandidaten. Die
ehemalige Preußische Pfandbriefanstalt ist verhältnismäßig unbeschadet durch
die verschiedenen Krisen der vergangenen Jahre gefahren.


BANKGESCHÄFT WIE ES SEIN SOLLTE

Die Aareal Bank ist nach der Deutschen- und der Commerzbank die drittgrößte
börsennotierte Bank in Deutschland. Doch kaum jemand kennt den gewerblichen
Immobilienfinanzierer aus Wiesbaden, das Unternehmen segelt so ein wenig
unter dem Radar der Öffentlichkeit. Nicht dumm, wenn Sie sich die Stimmung
der Öffentlichkeit anschauen, die den Banken derzeit entgegenweht.

Aber auch geschäftlich stellt sich das Unternehmen nicht dumm an. Man
konzentriert sich auf das Bankgeschäft und lässt die Finger vom Investment
Banking. Und beim Bankgeschäft hat sich die Aareal Bank auf die Finanzierung
gewerblicher Immobilien konzentriert.

Finanzierungen werden bei der Aareal Bank meinen Informationen zufolge
fristgerecht refinanziert. Für diejenigen, die sich darunter nichts
vorstellen können, hier eine kurze Erklärung des typischen Bankgeschäfts und
seiner Gefahren: Wenn Sie beispielsweise einen Kredit ausgeben (hier also
eine gewerbliche Immobilie finanzieren), dann muss sich die Bank (hier die
Aareal Bank) dieses Geld irgendwo anders beschaffen. Die Laufzeit der
Immobilienfinanzierung sei in unserem Beispiel einmal 30 Jahre.

Je länger die Laufzeit, desto höher der Zins. Es lohnt sich also für die
finanzierende Bank, die Immobilienfinanzierung mit kurzfristigen Krediten
zinsgünstiger zu refinanzieren. So käme man nicht nur auf einen Gewinn der
Zinsdifferenz zwischen beispielsweise Guthabenzins und Sollzins, sondern
könnte sogar den kurzfristigen Guthabenzins (derzeit nahe Null Prozent) gegen
den langfristigen Sollzins (derzeit über 3%) laufen lassen.

Eine fristgerechte Refinanzierung verzichtet auf diesen augenscheinlich
größeren Zinsgewinn durch die Verschiebung der Laufzeiten. Die Bank geht aber
das Risiko ein, dass bei steigenden Zinsen die Refinanzierung an irgendeinem
Tag in der Zukunft einmal teurer wird als der ursprünglich vergebene Kredit
einbringt. Da sich die Bank immer wieder neu refinanzieren müsste, wegen der
kurzen Laufzeiten, ist man abhängig von der Zinsentwicklung. Und wenn wir nun
tatsächlich einmal eine Inflation in Deutschland oder Europa bekommen würden,
dann könnte die Refinanzierung zum Problem für Banken werden, die eben nicht
fristgerecht refinanziert haben.

Nun muss nicht jeder ausgegebene Kredit eins zu eins fristgleich refinanziert
werden, sondern es gibt da ausgefeilte Berechnungsmethoden, welcher Teil zu
welchen Fristen am besten refinanziert werden sollte. Doch an diese
ausgefeilten Berechnungen muss man sich erst einmal halten, wenn ein
Abweichen davon kurzfristige Erfolge verspricht. Nun, wie eingangs gesagt,
meinen Informationen zufolge ist die Aareal Bank diszipliniert und daher
fristgerecht refinanziert. Ein Umstand, der zumindest die große Angst vor
Bankenpleiten hinsichtlich der Aareal Bank mildert.

„Bankgeschäft wie es sein sollte“ habe ich diesen Abschnitt überschrieben.
Denn die Bank ist in meinen Augen ein Finanzintermediär, ein Vermittler
zwischen Gläubiger und Schuldner. Und für diese Dienstleistung darf sich die
Bank eine kleine Marge einstecken. So sollte das Bankgeschäft sein.

Was wir in der Finanzkrise gesehen haben, sind Banken, die mit dem oder sogar
gegen das Wohl der eigenen Kunden Spekulationen eingegangen sind, angefangen
mit Spekulationen auf die Zinsentwicklung um die kurzfristig attraktiven
Spreads für sich zu nutzen, was in meinen Augen ein Eingriff in die
Wirtschaft ist, den ich dort nicht sehen möchte.


GESCHICHTE VERPFLICHTET

1922 wurde die Aareal Bank damals als „Preußische Landespfandbriefanstalt“
gegründet. Der deutsche Pfandbrief ist eine preußische Erfindung, die
weltweit als sicherste Finanzierungsform von gewerblichen Immobilien gilt.
Hier erfahren wir mehr über die fristgerechte Refinanzierung: Die Aareal Bank
gibt zur Finanzierung des Immobilienkredits einen Pfandbrief aus, der direkt
durch die Gewerbeimmobilie besichert ist. Sollte also die Aareal Bank einmal
vom Markt verschwinden, stehen sich Schuldner und Gläubiger direkt gegenüber
und können ihren Vertragsverpflichtungen weiterhin ungestört nachkommen.
Entsprechend fand die letzte Insolvenz einer Pfandbriefbank im Jahr 1901
statt.

Mit diesem Geschäftsmodell fuhr die Aareal Bank auch recht gut durch die
Immobilienkrise 2007 / 2008 und einige Analysten behaupten, die Aareal Bank
hätte die Zwangseinlage von 525 Mrd. EUR durch den Soffin im Jahr 2008 gar
nicht benötigt.

Im April 2011 wurde zuletzt eine Aktienplatzierung vorgenommen. Die knapp 300
Mrd. EUR wurden teils zur Rückführung der Soffin-Einlage verwendet. Analysten
rechnen damit, dass die Soffin-Einlage Ende 2012 vollständig zurückgeführt
ist. Dies eröffnet der Bank dann die Möglichkeit, wieder eine Dividende
auszuschütten.

An diesen Zahlen können Sie sehen, dass das Geschäftsmodell nicht nur 90
Jahre lang schon erfolgreich ist, sondern auch die Finanzmarktturbulenzen von
heute recht gut meistert. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich seit einiger
Zeit inoffiziell gerne als kleines gallisches Dorf der Finanzwirtschaft.


WENN PIGS ZU PIIGS WERDEN

Die Euro-Schuldenkrise wurde anfänglich mit dem Schlagwort PIGS
überschrieben. Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Die Aareal Bank
hat zu dieser Zeit stets verkündet, kein nennenswertes Engagement in den
Krisenländern zu haben. Seit sich jedoch ein zweites „I“ für Italien
hinzugesellt hat, musste das Management eingestehen, nicht ganz unwesentliche
Beträge in italienischen Staatspapieren angelegt zu haben. Somit hat die
Krise letztlich auch die Aareal Bank erreicht, der Aktienkurs geriet unter
Druck.

Entsprechend ist die Aktie von rund 20 Euro im Sommer 2011 auf ein Niveau von
12-14 Euro gefallen. Erst in den vergangenen Tagen konnte dieses Niveau nach
oben verlassen werden, und die Aktie marschiert wieder in Richtung 20 Euro.
Grund sind die derzeit als erfolgreich angesehenen Verhandlungen der
Euroländer zur Lösung der Schuldenkrise. Insbesondere der Machtwechsel in
Italien und das beherzte Vorgehen des neuen italienischen Premiers Mario
Monti machen den Finanzmärkten Mut für die finanzielle Situation Italiens.

Im meinem Börsenbrief Heibel-Ticker werfe ich wöchentlich einen intensiven
Blick auf die Entwicklungen auf der politischen Ebene und deren Bedeutung für
die Finanzmärkte. Ich überlasse es an dieser Stelle Ihnen, sich über den
möglichen Erfolg oder Misserfolg der Sparanstrengungen Italiens Gedanken zu
machen... oder schauen Sie einfach mal in meinen Börsenbrief rein.

Sollte Italien jedenfalls glaubhaft machen, seine Schulden verlässlich zu
bedienen, dürfte die Aktie der Aareal Bank wieder in Richtung 20 Euro laufen.
Das zweite „I“ der PIIGS würde dann wieder gestrichen werden.


BEWERTUNGSNIVEAU GÜNSTIG

Mit einem KGV von 8 ist die Aareal Bank günstig bewertet. Insbesondere die
Erwartungen vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr die letzten Soffin-
Mittel zurückgezahlt werden können und dafür voraussichtlich der Gewinn
ausreichen wird, machen Mut. Die angespannte Situation auf den europäischen
Märkten kann das Unternehmen durch seine gute Positionierung in
Schwellenländern Asiens sowie in Amerika ausgleichen.

Natürlich wird die Bank in Sippenhaft genommen mit dem Finanzsektor. Nicht
erst durch das Engagement in Italien ist die Aareal Bank ausverkauft worden.
Schon zuvor hat die Angst der Anleger, in Finanzaktien anzulegen, das
Bewertungsniveau deutlich gedrückt.

Ich nehme an, dass auch in den kommenden Jahren bei den Banken keine so hohen
Bewertungskennziffern mehr erzielt werden, wie noch vor fünf Jahren. Doch
derzeit erwarten Analysten für 2013 eine Dividendenrendite von 2,6%, und
damit dürfte die Aareal Bank eine der ersten Banken in Deutschland sein, die
eine so attraktive Dividendenrendite anbieten darf und kann.


FAZIT

Was soll ich da noch lange in die Details gehen, die Situation bei der Aareal
Bank ist solide. In meinen Augen besteht das einzige große Risiko im Italien-
Engagement. Diese Entwicklung müssen Sie also im Auge behalten, wenn Sie die
Aktie in Ihr Depot holen. Überdurchschnittliche Gewinnsprünge dürfen Sie bei
dem konservativen Geschäftsmodell des Unternehmens nicht erwarten. Wenn die
Aktie auf einem vernünftigen (und nicht mehr krisenbedingten)
Bewertungsniveau notiert, werden weitere Kursgewinne selten, zumal ich für
den Finanzsektor in den nächsten Jahren mit einer Reihe neuer Steuern rechne.

Doch wenn Sie eine verhältnismäßig solide Bankaktie suchen, mit der Sie auf
eine anhaltende Beruhigung der Euro-Schuldenkrise spekulieren, dann ist die
Aareal Bank in meinen Augen ein geeigneter Kandidat.

Ich persönlich bevorzuge eine andere Bank zum Spekulieren.

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05. DEPOTCHECK: UNILEVER, SIEMENS, FREEPORT MCMORAN, K+S, BASF,
DAIMERL, FRESENIUS MEDICAL CARE, MCDONALDS, SANOFI
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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich stehe bei Null und möchte mit dem sukzessiven Aufbau eines Aktiendepots
in der Größenordnung von zunächst TEUR 60 beginnen.

Das Depot soll konservative Werte enthalten, langfristig ausgerichtet sein
und primär mindestens dem nachhaltigen Vermögenserhalt nach Inflation und
Steuern dienen. Spekulativ (CFDs) bin ich seit längerem mit einem allerdings
deutlich geringeren Betrag unterwegs.

Beim Aufbau in Teilschritten könnte ich mich an Sie anlehnen (25% / 25% /
50%) oder aber in ähnlicher Weise verfahren (30% / 40% / 30%).

Der Startschuss hätte sehr gut im letzten Herbst fallen können, wenn mir
nicht der Mut gefehlt hätte (ich bin es gewohnt, abends aus jedem Risiko
heraus zu sein). Inzwischen ist aber die Börse sehr gut gelaufen und hat die
Nachzügler bestraft. Ich habe aber auch gelernt, geduldig zu sein, und einen
Rücksetzer sollte es jetzt geben.

Die 6100 beim DAX sollten jetzt noch einmal möglich sein, später vielleicht
auch noch einmal tiefere Kurse.

Ich habe mir einmal diverse Aktien angesehen und folgende als interessant
empfunden:

Unilever, Siemens, Freep. McMoran (haben auch Sie auf der Empfehlungsliste)
K+S und BASF, beide Chemie, gute Div.-Rendite, was Rückschläge kompensieren
hilft

Daimler; Automobil, sehr gute Div.-Rendite

Fresenius Med. Care, geringe Div.-Rendite aber konservativer Wert - auch in
flauen Zeiten stabil

McDonalds, gefuttert wird immer, das zeigt der seit Jahren stabile
Aufwärtstrend

Sanofi, Pharma, sehr gute Div.-Rendite

Ich habe hier eine Mischung aus diversen Branchen, alle Aktien haben noch
Potential nach oben. US-Werte habe ich mit Blick auf das Währungsrisiko nicht
favorisiert.

Ich habe die Frage und Bitte, ob Sie mir einmal Ihre Meinung zu meinem Plan
schreiben können und zwar bezüglich Mischung und ob sich bzw. wann sich ein
Kauf lohnen könnte.

Sollte meine Bitte zu weitgehend sein, wofür ich Verständnis hätte, wäre ich
schon für eine Korrelationsanalyse dankbar.

Mit freundlichen Grüßen, Hubertus aus Hannover


ANTWORT:

Besten Dank für Ihr Vertrauen, das Sie mir mit Ihrem Anliegen entgegen
bringen. Ich kann gerne einige allgemeine Kommentare abgeben, ohne Analysen
zu jeder einzelnen der neun vorgeschlagenen Aktien zu erstellen.

Unilever, Siemens und Freeport kennen Sie ja aus dem Heibel-Ticker PLUS.

K+S finde ich sehr gut, allerdings hat das Unternehmen eine Durststrecke zu
durchlaufen, da derzeit kräftig in den Ausbau des Kanada-Geschäfts investiert
wird. Das könnte den Aktienkurs für die nächsten Monate unter Druck halten.
Allerdings ist die Bilanz gut gerüstet für das Projekt und für den Geduldigen
wartet eine Dividendenrendite von 4,4%, die ich für aus dem Cashflow
abgesichert halte.

BASF bietet ebenfalls eine attraktive Dividendenrendite von 4,2%. Der
konjunktursensible Chemieriese wird im laufenden Jahr einen Umsatzrückgang
verzeichnen, erst im Jahr 2013 wird dieses Minus Erwartungen der Analysten
zufolge wieder ausgeglichen. Die Aktie ist in den vergangenen drei Monaten um
33% angesprungen, und ich würde hier erst einmal abwarten, bis ein erneutes
Aufflammen von Konjunktursorgen eine bessere Einstiegsgelegenheit liefert.

Daimler, wie auch BMW und Volkswagen haben sich auf einen Umschwung bei den
Autokäufern eingestellt: Künftig werden verschiedene Antriebsformen in die
gleichen Modelle eingebaut und dadurch wir das eine Auto zum Stadtauto
während das gleiche Auto mit anderem Antrieb zum Langstreckenläufer wird.
Auch Daimler bietet eine attraktive Dividendenrendite mit 4,9% und ich halte
das aktuelle Niveau bei einem KGV 12e von 8,6 für günstig.

Fresenius Medical Care war unter den ersten Aktien, die im August-Ausverkauf
ihren Boden fanden und notiert inzwischen bereits wieder auf dem Vor-Crash-
Niveau. Ein sehr defensiver, nicht-zyklischer Titel, der Ihrem Portfolio
Stabilität geben kann. Allerdings schiebt Fresenius Medical Care 5,6 Mrd.
Euro Schulden vor sich her. Bei 11 Mrd. Euro erwartetem Umsatz für 2012 ist
das eine Zinslast, die kräftig in den freien Cashflow schneidet und dadurch
nur eine Dividendenrendite von 1,4% ermöglicht. Ich wollte mich eigentlich
aus hochverschuldeten Unternehmen halten.

McDonalds ist eine der grossartigen Wachstumsstorys in den Schwellenländern.
Ein Land nach dem anderen demonstriert seine Unabhängigkeit vom "alten
System" und seine Zugehörigkeit zur "westlichen Welt" durch den Gang zu
McDonalds. Die Aktie notiert auf einem Allzeithoch und das nicht ohne Grund.
Das Franchise wird streng geführt und transformiert sich derzeit zu einem
Dividendenunternehmen: Von 2,5% für 2011 soll die Dividendenrendite auf 2,75%
für 2012 steigen und dann weiter auf 3,1%. Das Umsatzwachstum von 5% bei
überproportionalem Gewinnwachstum rechtfertigt das KGV von 18 jedoch fast
nicht mehr - ich würde bei McDonalds ebenfalls auf einen Rücksetzer warten.

Sanofi bietet eine Dividendenrendite von 4,9%. Die Aktie ist jedoch in den
vergangenen Wochen kräftig angestiegen, und ich würde auch bei Sanofi auf
einen Rücksetzer warten. Sanofi hat im laufenden Jahr das sogenannte "Patent-
Cliff" zu überstehen, eine ganze Reihe von patentierten Medikamenten
verlieren ihren Patentschutz, und das Unternehmen arbeitet fieberhaft an der
Zulassung neuer Medikamente, um dies auszugleichen. Es sieht so aus, als habe
Sanofi ausreichend aussichtsreiche Kandidaten in der Pipeline, aber ich
könnte mir nach dem Kursanstieg der vergangenen Wochen jederzeit auch einen
Rücksetzer gut vorstellen.

Wie ich sehe setzen Sie ausschließlich auf große Konzerne, auf DAX-Mitglieder
und entsprechend große europäische Titel. Dabei haben Sie auf eine hohe
Dividendenrendite geachtet. Ich finde diesen Ansatz für ein langfristiges
Portfolio super. Dennoch würde ich mindestens einen wenn nicht zwei kleine
spekulative Titel mit ins Portfolio holen. Der Grund dafür ist rein
psychologisch: Wenn Sie sich in "Dividendensicherheit" wiegen, dann verlieren
Sie das Interesse an den Börsen und den internationalen Finanzmärkten, und da
kann es Ihnen dann passieren, dass Ihnen wichtige Entwicklungen entgehen.
Wenn Sie jedoch immer ein oder zwei spekulative Positionen dabei haben, dann
sorgt der Nervenkitzel, vielleicht einmal eine kleine Reise zu erspekulieren,
dafür, dass Sie am Ball bleiben - auch bei den Dividendentiteln.


KORRELATIONSANALYSE

langfristig

UNI3 SIE FPMB SDF BAS DAI FME MDO SNW
UNI3 1,00 0,00 0,15 0,13 0,25 0,17 0,18 0,52 0,39
SIE 0,00 1,00 0,12 0,39 0,69 0,53 0,11 0,18 0,41
FPMB 0,15 0,12 1,00 0,54 0,30 -0,01 0,24 -0,05 0,21
SDF 0,13 0,39 0,54 1,00 0,45 0,21 0,24 0,12 0,36
BAS 0,25 0,69 0,30 0,45 1,00 0,45 0,30 0,14 0,62
DAI 0,17 0,53 -0,01 0,21 0,45 1,00 -0,06 0,29 0,50
FME 0,18 0,11 0,24 0,24 0,30 -0,06 1,00 0,33 0,23
MDO 0,52 0,18 -0,05 0,12 0,14 0,29 0,33 1,00 0,45
SNW 0,39 0,41 0,21 0,36 0,62 0,50 0,23 0,45 1,00


kurzfristig

UNI3 SIE FPMB SDF BAS DAI FME MDO SNW
UNI3 1,00 0,27 -0,09 0,13 0,17 0,51 0,26 0,41 0,63
SIE 0,27 1,00 -0,03 0,61 0,79 0,68 0,57 -0,07 0,38
FPMB -0,09 -0,03 1,00 -0,08 -0,01 -0,22 -0,02 -0,07 -0,10
SDF 0,13 0,61 -0,08 1,00 0,66 0,60 0,60 -0,03 0,25
BAS 0,17 0,79 -0,01 0,66 1,00 0,68 0,75 -0,24 0,32
DAI 0,51 0,68 -0,22 0,60 0,68 1,00 0,62 -0,02 0,48
FME 0,26 0,57 -0,02 0,60 0,75 0,62 1,00 -0,01 0,43
MDO 0,41 -0,07 -0,07 -0,03 -0,24 -0,02 -0,01 1,00 0,29
SNW 0,63 0,38 -0,10 0,25 0,32 0,48 0,43 0,29 1,00



In der kurzfristigen (unteren) Matrix wird offensichtlich, dass die DAX-
Werte, obgleich in völlig unterschiedlichen Branchen tätig, doch ziemlich
parallel laufen in der zweiten Zeile (Siemens) sehen Sie hohe Korrelationen
zu K+S (SDF 0,61), BASF (BAS 0,79), Daimler (DAI 0,68) und Fresenius (FME
0,57). In der langfristigen Matrix sind ist die Korrelation zu BASF und
Daimler noch immer hoch. Ich denke das liegt daran, dass der DAX im
vergangenen zweiten Halbjahr 2011 von internationalen Anlegern ausverkauft
wurde ... und nun wieder nach oben gejubelt wird.

Wenn ich nun ein 5-Positionen-Portfolio daraus machen müsste, würde ich:

- mich für eine Chemie-Aktie zwischen BASF und K+S entscheiden, mir gefällt
K+S aktuell besser, da ich die Wachstumsaussichten höher einschätze. Außerdem
ist BASF ein großer Automobilzulieferer und Sie wollen ja noch Daimler
berücksichtigen.

- mich für einen Titel zwischen Sanofi und Fresenius entscheiden, mir gefällt
aktuell Sanofi besser, weil deren Pipeline meinen Informationen zufolge
besser gefüllt ist.

- mich für ein bis zwei Titel mit Schwellenlandphantasie entscheiden:
Unilever, Freeport oder McDonalds. Um ehrlich zu sein: Diese drei
Weltkonzerne nehmen sich in meinen Augen derzeit nichts.

Bleiben Schwellenlandtitel (Unilever, Freeport, McDonalds), Siemens, Chemie
(K+S oder BASF), Auto (Daimler oder BASF), Pharma (Fresenius oder Sanofi).

Ja, es bleibt sich ziemlich gleich ob Sie 30%, 40%, 30% Schritte machen oder
meine 25%, 25%, 50%. Wichtig ist, dass Sie sich ein Herz fassen und loslegen
und nicht mit dem ersten Kauf bis zum DAX 8.000 warten. Und dabei helfen die
schrittweisen Käufe. Ich würde sogar auch jetzt, nach der Rallye, einzelne
Titel, die nicht gerade auf ihrem 52-Wochen-Hoch notieren, erstmals kaufen.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Denkanstöße geben.


DANK:

Sehr geehrter Herr Heibel,

das war weitaus mehr, als ich erwartet habe - dafür einen ganz herzlichen
Dank! Damit (aber nicht nur damit) haben Sie einen weiteren Kunden gewonnen.

Was mir auffällt ist, dass Sie niemals (tatsächlich niemals?) die
Charttechnik bemühen, sondern mit betriebs- und volkswirtschaftlichen
Argumenten zu überzeugen bemüht sind, was für mich greifbarer ist. Wenn Sie
mir schreiben, dass FMC Verbindlichkeiten in Höhe von 50% des Umsatzes hat,
dann kann ich damit mehr anfangen als mit Elliot Waves-Theorien oder dgl. Ich
werde mir jetzt mal die kons. FMC-Bilanz daraufhin ansehen, ob die 5,6 Mrd
EUR Verbindlichkeiten inkl. oder exkl. der Lieferantenverbindlichkeiten
bestehen.

Nochmals vielen Dank für Ihre prompte und hilfreiche Antwort,

Ihr neuer Kunde Hubertus

====================================================================
06. BEOBACHTETE WERTE
====================================================================

Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter
www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils
aktualisierten Einschätzungen.

==========

Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der
Webseiten verfasst.

Auf der Einstiegsseite heibel-ticker.de sehen Sie im Ticker am oberen
Bildrand auf den ersten Blick, zu welchen Titeln aktuelle Anmerkungen
erstellt wurden.

Hier nun die Übersicht über die offenen Positionen. Wie angekündigt habe ich
jeweils die langfristigen von den spekulativen Positionen getrennt. Bei den
langfristigen Positionen wird stets über eine Korrelationsanalyse die
Risikostreuung berücksichtigt.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter „Woche“
steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter „Pos“ steht die
Positionsgröße hinsichtlich der gestaffelten Käufe und Verkäufe.

Unter i steht zur Information meine Grundtendenz: K-bei Gelegenheit Kaufen,
H-Halten, V-bei Gelegenheit Verkaufen, wobei die „Gelegenheit“ sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben wird. Ich habe diese
Spalte insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren
Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich
beispielsweise darin nicht schon zu 100% investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen
Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen.
Derzeit verwende ich die folgenden Schritte: Langfristige Positionen in drei
Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich
aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich.
Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht
sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.

In der Spalte „Diff.“ können Sie die Entwicklung der Position seit
Jahresbeginn bzw. seit Kauf (sofern in diesem Jahr erfolgt) sehen.



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Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
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Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
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Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte
der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

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