Heibel-Ticker 12/17 - S&P Abwertung Spaniens verpufft wirkungslos

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H E I B E L - T I C K E R S T A N D A R D

F I N A N Z I N F O R M A T I O N E N

- Einfach einen Tick besser -
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DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428

7. Jahrgang - Ausgabe 17 (27.04.2012)
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
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I N H A L T

01. INFO-KICKER: LOTTO FÜR DEUTSCHLAND
02. SO TICKT DIE BÖRSE: „OLE“ WIRD ZU „OH JE“
03. AUSBLICK: MERKEL VERLIERT EINEN PARTNER
04. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: TIPP24 & DIALOG SEMICONDUCTOR
05. BEOBACHTETE WERTE
06. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
07. AN-/ABMELDUNG

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01.INFO-KICKER: LOTTO FÜR DEUTSCHLAND
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Liebe Börsenfreunde,

nicht um eine, sondern gleich um zwei Stufen hat S&P Spanien
abgewertet. Ein Hammer, der Panik an den Finanzmärkten hätte
auslösen sollen. Doch nun steigen die Kurse, und die Short-
Seller decken sich panisch ein. Ist Spanien gerettet? Sind
Unternehmensentwicklungen Trumpf? Mehr dazu in Kapitel 02.

Probleme gibt es genug und ein heißer Sommer steht bevor. Ob
die Börsen in den kommenden Monaten den guten
Unternehmensergebnissen folgend weiter ansteigen werden, oder
aber von Spanien und einem sozialistischen Präsidenten in
Frankreich in die Knie gezwungen werden, beleuchte ich in
Kapitel 03.

In Kapitel 04 gibt es wie immer eine Zusammenfassung des TV-
Interviews vom vergangenen Mittwoch. Diesmal wurde ich nach
Tipp24 und Dialog Semiconductor befragt. Tipp24 bietet eine
einmalige Chance in meinen Augen, die ich ausführlich hier im
Heibel-Ticker dargestellt habe.

Wie immer gibt es einige wichtige Updates in Kapitel 05 zu
unseren offenen Positionen, die Sie nicht verpassen dürfen.

Die PDF-Version dieser Ausgabe wird Ihnen ab morgen früh im
Archiv sowie unter dem folgenden Link zur Verfügung stehen:
http://www.heibel-ticker.de/downloads/hts120427.pdf

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr
Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und
Herausgeber des
Heibel-Ticker


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02. SO TICKT DIE BÖRSE: „OLE“ WIRD ZU „OH JE“
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„Olé“ sprechen die Spekulanten nur noch leise vor sich hin,
doch es klingt eher nach einem „oh je“, denn trotz der
Abstufung Spaniens durch S&P, und zwar gleich um zwei Stufen,
steigen die Kurse an den Börsen. Dabei hatte die Woche so gut
für sie begonnen.

Am Wochenende hat Hollande, der Herausforderer Sarkozys, die
Vorwahlen um die Präsidentschaftswahl in Frankreich klar
gewonnen. Der Sozialist würde den konservativen Sarkozy
ablösen, wenn er nun auch noch am 6. Mai die Stichwahl gegen
ihn gewinnt.

„Konservativen“ Sarkozy? Ja, für französische Verhältnisse ist
Sarkozy konservativ. Da derzeit alles nach einem Sieg Hollandes
aussieht, sollten Sie sich auf schwerere Zeiten für Merkel und
die EU einstellen.

So brach der DAX am Montag in Folge dieses Linksrutsches um
über 3% ein. Mit einem Hollande, der den beschlossenen
Fiskalpakt, einer der Grundsteine für die Börsenrallye seit
Anfang Dezember, wieder in Frage stellen möchte, stehen uns
schwere Monate bevor.

Doch während die Politik mit sich selbst beschäftigt ist,
können Unternehmen ungestört wirtschaften. Und so sorgten eine
ganze Reihe guter Quartalszahlen am Dienstag für einen
Stimmungswechsel, natürlich gekrönt vom Quartalsergebnis von
Apple am Dienstag Abend.

Der DAX stieg um die charttechnisch errechneten zwei Drittel
des zuvor erlittenen Verlustes an, und auf diesem Niveau gingen
die Bären wieder neue Shortspekulationen ein, denn gerade am
Vortag wurden doch viele Shortpositionen mit Gewinn aufgelöst.

Mittwoch und Donnerstag pendelte der Dax auf diesem Niveau und
gab den Bären ausreichend Zeit, sich für das nächste Desaster
zu präparieren. Und das nächste Desaster kam heute in Form der
Abstufung Spaniens durch S&P.

Der DAX startete im Minus, doch drehte schon bald ins Plus.
Volkswagen und Daimler hatten gestern und heute positive Zahlen
vermeldet, so dass die Hiobsbotschaft aus der Stierkampfarena
unterging.

Und überhaupt, was ist daran eigentlich so schlimm? Zum einen
ist es allen bewusst, dass Spanien nicht zu den bonitätsmäßig
stärksten Schuldnern gehört, und zum anderen erweisen sich die
Rettungsschirme und Hilfsfonds zumindest derzeit noch als
geeignet, um ein Überschwappen der Krise nach Deutschland oder
Europa zu vermeiden.

Ein paar Stunden können Börsen und Short-Spekulanten verharren
und auf das Eintreffen weiterer Hiobsbotschaften hoffen. Doch
nachdem nun die US-Börsen ebenfalls im Plus starten nachdem
Amazon gestern jegliche Erwartungen zur Makulatur machte, gibt
es kein Halten mehr: Die Short-Positionen werden aufgelöst und
die dafür erforderlichen Deckungskäufe treiben die Kurse immer
weiter in die Höhe.

Schauen wir einmal, wie sich die einzelnen Indizes diese Woche
entwickelt haben:

WOCHENPERFORMANCE DER WICHTIGSTEN INDIZES

INDIZES 26.04.12 DIFF
Dow Jones 13.205 1,9%
DAX 6.740 1,0%
Nikkei 9.521 -0,4%
Euro/US-Dollar 1,316 0,2%
Euro/Yen 106,3365 -0,8%
10-Jahres-US-Anleihe 1,96% 0,0
Umlaufrendite Dt 1,41% 0,0
Feinunze Gold USD $1.651,65 0,5%
Fass Brent Öl USD $119,23 0,8%
Kupfer in US$/to 8.287 2,9%
Baltic Dry Shipping I 1.148 11,7%

Weiterhin geben Kupfer (+2,9%) und der Index der Frachtkosten
(+11,7%) bullische Signale für die Weltkonjunktur und den
Welthandel. Doch die Konjunkturdaten sind durchwachsen mit
positiven Signalen aus Deutschland, den USA und einigen
Schwellenländern bei gleichzeitig schlechten Signalen aus dem
Rest Europas und aus China.

Vom Ausverkauf des Wochenbeginns ist nicht mehr viel zu sehen,
DAX und Dow Jones haben sich über das Angstniveau von vor einer
Woche bewegt.



Schauen wir einmal, wie sich die Stimmung unter Anlegern und
Analysten entwickelt:


SENTIMENTDATEN ÜBERRASCHEND BULLISCH

Analysten
Empfehlungen (Anzahl Empfehlungen):

Kaufen / Verkaufen
05.04.- 13.04. (159): 49% / 15%
13.04.- 20.04. ( 94): 52% / 6%
20.04.- 27.04. (276): 46% / 15%

Kaufempfehlungen der Analysten
Royal Dutch Shell, Apple, Volkswagen

Verkaufsempfehlungen der Analysten
Nokia, Aixtro, Metro

Privatanleger
15. KW: 66% Bullen (183 Stimmen)
16. KW: 63% Bullen (192 Stimmen)
17. KW: 55% Bullen (171 Stimmen)

Kaufempfehlungen der Privatanleger
Nexans, Alcatel-Lucent, Credit Agricole

Verkaufsempfehlungen der Privatanleger
Belvedere S.A., Centrotherm, Beiersdorf

Die Sentiment-Daten wurden in Zusammenarbeit mit Sharewise
erstellt:
http://www.sharewise.com?heibel

Hui, hier sehen wir aber heftige Stimmungsschwankungen in den
vergangenen drei Wochen. Analysten sowie Privatanleger sind in
dieser Woche deutlich pessimistischer geworden. Ich deute dies
dahingehend, dass man die Probleme aus der Stierkampfarena als
auf die Arena begrenzt sieht und übers Wochenende von
Frankreichs Vorwahlen überrascht wurde. Dies wird auch durch
die heutige Reaktion, oder besser gesagt die ausgebliebene
Reaktion, auf die S&P Abstufung Spaniens untermauert.


TOP ANALYSTENZIELE

Sie wollen wissen, was die Analysten im Einzelnen für Aussagen
treffen und wo sie die größten Chancen sehen? Ich habe für Sie
ab sofort jede Woche eine Übersicht der Analysen mit den
höchsten Kurszielen ausgearbeitet. Die Liste zeigt ganz einfach
an, wo das aktuelle Kursziel des Analysten prozentual am
meisten über dem aktuellen Kurs liegt:

Firma Analyse vom Kurs Ziel Upside
IVG IMMOBILIE 23.04 1,73€ 4,00€ 131,21%
PVA TEPLA AG 23.04 3,66€ 6,40€ 74,86%
ADIDAS AG 25.04 46,80€ 80,00€ 70,94%
METRO AG 27.04 23,65€ 40,00€ 69,13%
CENTROTHERM 23.04 7,41€ 12,00€ 61,94%
TUI AG 24.04 5,62€ 9,00€ 60,14%
THYSSENKRUPP 25.04 17,83€ 28,00€ 57,04%
HOCHTIEF AG 26.04 44,10€ 67,00€ 51,93%
WINCORNIXDORF 27.04 28,98€ 43,00€ 48,38%
VOLKSWAGEN 27.04 141 € 206 € 46,05%


Es handelt sich um Analysen aus dieser Woche. Bitte genießen
Sie diese Übersicht mit Vorsicht. Sie wissen ja, dass häufig
auch ein Eigeninteresse des Analysten für eine rosa Brille
sorgen kann, weshalb Analysteneinschätzungen tendenziell
optimistischer ausfallen als es die Realität anschließend
erlauben würde. Aber die Übersicht gibt einen Eindruck darüber,
wo die Erwartungen mit dem aktuellen Kurs am weitesten
auseinander liegen. Wer letztlich Recht haben wird, der Analyst
oder die Anleger, die den Kurs machen, ist in jedem Einzelfall
individuell zu beurteilen.


Es wird spannend: Werden die Probleme Spaniens Europa mit einem
sozialistischen Hollande in die Knie zwingen, oder wird sich
der Franzose nach kurzen Verhandlungen zur Wahrung seines
Gesichts sodann dem Druck der anderen Europäer beugen und die
beschlossenen Vereinbarungen akzeptieren?

Werden die Unternehmen unabhängig vom politischen Gerangel
agieren und Gewinne einfahren, oder werden die Probleme erneut
auf die Finanzmärkte abfärben und der Wirtschaft schaden?

Meine Gedanken dazu lesen Sie im nächsten Kapitel.

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03. AUSBLICK: MERKEL VERLIERT EINEN PARTNER
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend
vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte
Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsen-
entwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker
PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-
Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme
dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach.
Inzwischen bietet das Heibel-Ticker PLUS Abonnement
folgende Zusätze:

INTERNET: Kundenbereich

- täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die
unsere offenen Positionen betreffen

- einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation
schneller zu erfassen

- die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den
offenen
Positionen anzeigen lassen.

- Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes
Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller
die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen.

Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle
über alle offenen Positionen mit der jeweiligen
Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und
mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie
Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen.

Kurz nach dem Versand des Heibel-Ticker PLUS wird Online
eine PDF-Version zur Verfügung gestellt, die zusätzlich
Charts von den besprochenen Aktien und Indizes sowie
Rohstoffen
enthält. Darüber hinaus wird die Liste der offenen Positionen
tabellarisch wesentlich übersichtlicher dargestellt als in der
„nur-Text“-Version möglich.

Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der
Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt
und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt.
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freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann.

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Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen
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04. TV-INTERVIEW AM MITTWOCH: TIPP24 & DIALOG SEMICONDUCTOR
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TIPP24 - ENTHERRSCHUNG FOLGT TRENNUNG

Ende letzten Jahres haben wir erfolgreich eine kleine
Spekulation mit Tipp24 vorgenommen, diese Woche gab das
Unternehmen die Abspaltung des Deutschland-Geschäfts bekannt.
Ich halte das für einen extrem pfiffigen Schritt, da rechtliche
Klarheit geschaffen wird ohne Marktchancen zu verbauen.

Letztlich ist die Abspaltung der einzig mögliche Schritt, denn
schon viel früher hat Tipp24 auf Druck deutscher Behörden die
britische Tochtergesellschaft „entherrscht“. Wir erinnern uns:

Das Glücksspiel wird in Deutschland als suchtgefährdend
betrachtet, und mit dieser Begründung hat der Staat das Monopol
für Glücksspiele an sich gerissen. Die Lotterie ist überaus
lukrativ, 3 Mrd. Euro erhält unser Finanzminister Schäuble
jährlich von den staatlichen Lottogesellschaften. Doch der
Europäische Gerichtshof hat das Monopol für EU-gesetzeswidrig
erklärt, insbesondere da die zur Bekämpfung der Suchtgefahr
eingesetzten Klassenlotterien kräftig Werbung machten und somit
die Bevölkerung zum Glücksspiel animierten statt sie davor zu
schützen.

Nun, die Werbung wurde inzwischen zurückgefahren. Doch noch
immer sind private Lottogesellschaften in 15 der 16
Bundesländer illegal, nur Schleswig-Holstein hat im Alleingang
die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs umgesetzt. Damit
gibt es nun ein Einfallstor in Deutschland, über das
internationale Glücksspielanbieter und –vermittler in
Deutschland aktiv werden können.

Tipp24 war in der Zeit, in der es als illegal galt, nach
Großbritannien übergesiedelt und hat als UK-Gesellschaft von
dort aus deutschsprachige Lotto-Wetten angeboten. Um die
deutsche Bevölkerung anzusprechen, bot man auch Lotto an, deren
Gewinnzahlen die gleichen wie die in Deutschland ermittelten
Ziehungen waren. Sprich: Man konnte auf die Lottozahlen wetten,
die Gewinnzahlen wurden aus Deutschland übernommen, und auch
die Gewinnausschüttungsquoten wurden übernommen. Für den
Glücksspieler gab es keinen Unterschied, ob er in Deutschland
oder über das Internet bei Tipp24 spielte.

Tipp24 musste die Gewinne natürlich aus der eigenen Kasse
ausschütten. Doch dafür fallen in England wesentlich niedrigere
Steuern auf Glücksspiele an. Unterm Strich entpuppte sich das
Geschäft als viel margenstärker als das ursprüngliche Geschäft
in Deutschland, wo man nur als Vermittler auftreten durfte und
den Löwenanteil der Einnahmen an Lottogesellschaften und Staat
abführen musste.

Nachdem in kurzer Zeitfolge nach dem Start der Jackpot gleich
zweimal von Tipp24-Kunden geknackt wurde, musste das
Unternehmen ansehen, wie ordentlich Liquidität aus dem
Unternehmen abfloss. Doch wie es eben beim Glücksspiel ist, so
lässt sich über einen längeren Zeitraum alles mit
Wahrscheinlichkeiten berechnen, und die Kalkulation von Tipp24
passt, inzwischen liegen 145 Mio. Euro Barliquidität auf der
hohen Kante.

Wie gesagt, in Deutschland waren in den vergangenen Jahren
private Lottogesellschaften nicht zugelassen, und es wäre nicht
zulässig, von Deutschland aus eine britische Lottogesellschaft
zu steuern. So hat das Management von Tipp24 die britische
Tipp24 „entherrscht“ – ein Begriff, den ich bisher nur im
Umfeld von Tipp24 kennengelernt habe. Entherrscht heißt also,
die britische Tochtergesellschaft trifft ihre eigenen
Entscheidungen und verfügt damit auch in Eigenregie über den
erzielten Gewinn.

Seit Jahresbeginn gibt es nun das Einfallstor über Schleswig-
Holstein, und wie von Anfang an kommuniziert, möchte Tipp24
wieder in Deutschland als Lotto-Vermittler aktiv werden. Doch
es hat sich gezeigt, dass bei den Verhandlungen immer wieder
die britische Tochter als Dorn im Auge der Verhandlungspartner
störte.

So gibt es nur einen logischen Schritt: Die beiden
Gesellschaften müssen getrennt werden. Tipp24 schafft eine
Gesellschaft namens Lotto24, jeder Aktionär erhält die gleiche
Anzahl an Aktien, wie er an Tipp24 hält, und ab Anfang Juni
werden dann die beiden neuen Aktien an der Börse gehandelt.

Tipp24 wird das margenstarke britische Lottogeschäft
weiterbetreiben, Lotto24 wird das wachstumsstarke aber
margenschwache Vermittlungsgeschäft in Deutschland angehen.
Gleichzeitig wird eine Kapitalerhöhung erfolgen, die Mittel
werden dann Lotto24 mitgegeben, damit die Gesellschaft, falls
erforderlich auch weitere rechtliche Abenteuer in Deutschland
überleben kann. Nein, von dem dicken Barpolster der britischen
Tochter darf nichts an Lotto24 überwiesen werden, die beiden
haben ja schon heute nichts miteinander zu tun (die britische
Tochter ist ja „entherrscht“).

Aufgrund des unterschiedlichen Geschäfts (margenstark ohne
Wachstum bei Tipp24, margenschwach mit hohem Wachstum bei
Lotto24) dürfte es nicht lange dauern, bis sich die
Aktionärsstruktur der beiden neuen Gesellschaften dann völlig
unterschiedlich entwickelt.

In meinen Augen wird diese Abspaltung der Aktie kräftig Beine
machen. Bislang wurde das Geschäft der britischen Tochter
niemals mit vernünftigen Bewertungsmultipels belegt, weil man
stets eine Schließung des Geschäfts fürchtete (was nach der
„Entherrschung“ gar nicht mehr möglich war). Und durch die
Unabhängigkeit von Lotto24 wird dann auch in Deutschland das
Geschäft kräftig anziehen, denn das Unternehmen verfügt über
Vertriebs-Knowhow, das den Lottogesellschaften fehlt. Hier ist
also die Summe der einzelnen Unternehmensteile wesentlich
größer als das Unternehmen im Ganzen heute bewertet wird.

Tipp24 wird von den 145 Mio. Euro Liquidität eine satte
Sonderdividende ausschütten können. Das Unternehmen würde
sodann mit einem KGV von 8-10 bewertet werden. Lotto24 hingegen
wird weniger Gewinn aber höheres Wachstum haben, daher keine
Dividende zahlen, sondern den niedrigen Gewinn mit einem
höheren KGV bewertet bekommen.

Ziehen wir die Barliquidität ab, so notiert die Aktie derzeit
auf einem KGV 12e von 5. Noch eine Menge Kurspotential für die
Aktie und zusätzlich gibt es die Phantasie auf eine
Sonderdividende.


DIALOG SEMICONDUCTOR PROFITIERT VON APPLE

40% des Umsatzes von Dialog Semi hängt Schätzungen zufolge am
Apple-Geschäft. Kein Wunder also, dass die Aktie zu den
Stimmungsschwankungen des großen Apfelkonzerns parallel läuft.
Sowohl das iPad als auch das iPhone verwenden Chips von Dialog
Semi.

In den vergangenen zwei Wochen waren immer mehr Gerüchte über
Absatzprobleme bei Apple aufgekommen. Drei Indikatoren wurden
dazu herangezogen:
1. Der schwache Ausblick von Qualcomm,
2. Das schwache Ergebnis von Sandisk und
3. Verizons Absatzprobleme

Einzig Qualcomms Probleme färben auf den iPad-Absatz ab,
Qualcomm kann nicht genug NM28-Chips bekommen, um daraus
Funkchips für das iPad zu bauen. Wider Erwarten konnte Apple
aber trotz der Probleme bei Qualcomm die eigene Prognose beim
iPad-Absatz sowie die durchschnittliche Erwartung der Analysten
übertreffen bzw. erreichen. Für den weiteren Jahresverlauf
beließ Apple die Prognosen auf dem aktuellen Stand, nahm also
keine Anhebung vor.

Das schwache Ergebnis von Sandisk wurde als Nachfrageproblem
interpretiert. Sandisk hatte weniger Gewinn erzielt als
erwartet. Doch der Grund dafür ist der heftige Ausbau der
Produktionskapazitäten bei der Zunftstechnologie der
Flashspeicher, die im iPhone und iPad sowie in unzähligen
anderen Smartphones und Touchpads genutzt werden. Um die
führende Marktposition zu behalten, muss Sandisk immer weiter
investieren, die Produktionskapazitäten immer weiter ausbauen
und gleichzeitig den Preiskrieg des Wettbewerbs beantworten. So
fiel der Gewinn geringer aus als erwartet, doch von
Absatzproblemen kann Sandisk nicht sprechen.

Und tatsächlich hat Verizon versucht, die Subventionierung der
iPhones zu kürzen oder bessere Konditionen bei Apple
auszuhandeln, doch beides hat nicht funktioniert. Verizon hat
eigene Probleme, falsch ist jedoch die Darstellung der Medien,
Verizons Absatzprobleme weisen auf eine rückläufige Nachfrage
nach iPhones in den USA oder gar weltweit hin. Nein, das
Gegenteil ist der Fall, der Absatz der iPhones hat wieder
einmal sämtliche Erwartungen übertroffen. 37 Mio. iPhones
wurden verkauft.

Wenn es also überhaupt Probleme gibt, die auf Apple abfärben
könnten, dann die Produktionsprobleme bei Qualcomm. Das
Qualcomm Management ist mir schon häufiger negativ aufgefallen,
insbesondere im operativen Geschäft. Mag sein, dass das
Unternehmen hervorragende Innovationen in den Markt bringt,
doch es verhagelt sich den Erfolg immer wieder mit anderen
Problemen.

Dialog Semiconductor expandiert derzeit. Das Unternehmen hat
Samsung als neuen Kunden gewonnen und investiert in den Ausbau
der Produktionskapazitäten. Kapazitätsprobleme habe ich bei
Dialog Semiconductor noch nicht gesehen, im Gegenteil, das
Unternehmen plant sehr umsichtig und verfügt über eine gut
skalierbare Produktion.

Seit Jahresbeginn ist die Aktie von Dialog Semi um bis zu 48%
angesprungen, der DAX um bis zu 21%. Seither erfolgte eine
Korrektur beim DAX um 8%, bei Dialog Semi um 13%. Ich würde
sagen, Dialog Semi befindet sich nach wie vor in einem intakten
Aufwärtstrend und dürfte aus der aktuellen Konsolidierung
gestärkt hervorgehen.

Das KGV 12e beträgt 16, der Umsatz wächst mit 30% p.a. Das ist
extrem günstig, und auf Sicht von 12-18 Monaten würde ich einen
Kurs über 20 Euro erwarten – wenngleich auf Sicht von 12-18
Tagen zuvor noch ein Kursrückgang möglich ist.

Am Mittwoch nächster Woche (2.5.) werden Quartalszahlen von
Dialog Semi veröffentlicht. Ich erwarte Zahlen am oberen Ende
der Erwartungen, da sowohl Apple als auch Samsung einen
Absatzerfolg nach dem anderen feiern.


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05. BEOBACHTETE WERTE
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Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner
Internetseite unter www.heibel-ticker.de. Dort finden Sie
aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten
Einschätzungen.

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Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im
Kundenbereich der Webseiten verfasst.

Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
Unter „Woche“ steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
Unter „2012“ steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn
bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
Unter „Anteil“ finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am
Gesamtdepot.

Unter i steht zur Information meine Grundtendenz:
K – bei Gelegenheit Kaufen,
NK - Nachkaufen
H - Halten,
V - bei Gelegenheit Verkaufen,
TV – Teilverkauf, also nicht die ganze Position
VL – Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
SL – Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses
sollte verkauft werden
TS – Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich
nachgezogen wird

Die „Gelegenheit“ zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann
kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „i“ insbesondere für neue Kunden
vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob
ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise
darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich
jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach
kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen
und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:

Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,

Spekulative und alternative Positionen in zwei Schritten
aufbauen: 50%-50%,

Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken
verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der
Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der
entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll,
allenfalls Stopp Loss Marken werde ich bisweilen im Text
bekanntgeben.


Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des
Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen
Dienst nicht aufrecht erhalten.

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In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die
Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem
täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des
Heibel-Tickers Stephan Heibel.

Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge
verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem
Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine
Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten,
dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS
kümmern.

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Stephan Heibel
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06. DISCLAIMER / HAFTUNGSAUSSCHLUSS UND RISIKOHINWEISE
==============================================================

Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen
nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte
un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf
setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn
belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für
Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber
nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche
Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung
der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung
wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine
Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln.
Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit
entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen
werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über
die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer
Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen
Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt
auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse
beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren von
proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind
Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges
vermerkt ist.
Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte
der Unternehmen
Informationsquellen: dpa-AFX, Aktiencheck, Yahoo! Finance,
TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

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07. AN-/ABMELDUNG
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Heibel-Ticker Ende
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