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CEWE - Aktuelle News und Hintergrundinfos

Hier gibt es aktuelle News und Hintergrundinfos zum Kurs sowie Investmentideen zur CEWE Aktie.

Die Updates enthalten relevante und konzentrierte Informationen zur CEWE Aktie, einer möglichen Prognose bzw. Kursziel für den Aktienkurs, Charts sowie eine Einschätzung für unser Heibel-Ticker Portfolio, die Aktie zu kaufen oder nicht.

In unseren Informationen zu den einzelnen Positionen führen wir immer die jeweilige ISIN bzw. WKN der Aktie auf, geben eine aktuelle Bewertung für zu erwartende Entwicklungen ab und fokussieren uns auf eine faktenbasierte Analyse. Ebenso berichten wir über die zu erwartende Dividende und unsere Erfahrungen mit dem Unternehmen der Aktie.

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02.03.2023 Fliegender Hollander zurück ins Meer gegangen

Welch ein Theater: Der langjährige CEO und später Kuratoriumsvorsitzende Dr. Rolf Hollander musste aufgrund einer Altersklausel zum Jahreswechsel seinen Posten räumen. Da er einfach weiterarbeiten wollte, erhielt er Hausverbot. Nun endlich, zwei Monate danach, lässt er sich zu einer Meldung überreden, in der er das Ende seiner Mitgliedschaft im Kuratorium erklärt.

Ein unschönes Ende für einen überaus verdienten Manager. Hollander ist nun also geflogen und hat das Ende seiner Tätigkeit nun endlich akzeptiert. Damit verschwindet der fliegende Hollander wieder im Meer. Mal schauen, ob er in einigen Jahren wieder auftaucht.

Für Cewe endet damit eine turbulente Zeit, in der das Management mehr mit sich selbst beschäftigt war als mit dem Geschäft. Dennoch konnte das Weihnachtsgeschäft mit gutem Ergebnis abgeschlossen werden. Operativ hätte es im Einkauf besser laufen können, denn die Inflation hat den Gewinn ein wenig geschmälert. Doch ich bin guter Dinge, dass dieses Thema nun angegangen wird.

14.02.2023 Starkes Geschäft auf Autopilot

Über die Management-Querelen habe ich berichtet. Vor ein paar Tagen hat Cewe Q-Zahlen zum Weihnachtsgeschäft veröffentlicht. Der Umsatz ist um 7% auf 319 Mio. Euro angewachsen und lag damit um 8% über den Erwartungen der Analysten. Der Gewinn ist um 5% auf 77 Mio. Euro angewachsen und liegt nur leicht über den Erwartungen.

Frühzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft eingeführte Preiserhöhungen haben zum starken Umsatzanstieg geführt. Die Kosten sind jedoch ebenfalls stark angestiegen, so dass unterm Strich aus dem Umsatzplus kein zusätzlicher Gewinn erzielt werden konnte.

Das Geschäft von Cewe bleibt abenteuerlich: In den ersten drei Quartalen wurde kein Gewinn erzielt, der gesamte Jahresgewinn stammt aus dem Q4. In Q4 ist der Umsatz fast so hoch wie in den drei ersten Quartalen zusammen. Cewe bereitet sich offensichtlich das ganze Jahr auf das Weihnachtsgeschäft vor.

Mit Erfolg, wie die aktuellen Zahlen zeigen. Trotz der Turbulenzen im Management läuft das Weihnachtsgeschäft reibungslos. Die Aktie war im vergangenen Jahr stark unter Druck, weil Anleger aufgrund der Managementturbulenzen verunsichert waren. Diese Verunsicherung dürfte nun schwinden und die Aktie könnte wieder auf ein normales Bewertungsniveau klettern.

Die Dividendenrendite liegt bei 2,6%, jedes Jahr wird die Dividende erhöht. Das Unternehmen hat kaum Schulden, das EV/EBITDA steht bei nur 5,2. Zwar wächst das Geschäft kaum, dafür sind die erforderlichen Investitionen jedoch auch gering und somit der freie Cashflow hoch.

Ich bin gespannt auf die neue CEO, die zum 1. April ihr Amt antritt. Ich gehe davon aus, dass im Herbst ein strategisches Update von ihr kommuniziert wird. Bis dahin dürfte nun Ruhe sein bei dieser Aktie. Wir freuen uns über die Dividende, die im Frühjahr kommen dürfte, und bleiben geduldig dabei.

27.01.2023 Management-Querelen spitzen sich zu

Seit Anfang des Jahres hat der Kuratoriumsvorsitzende Rolf Hollander die Altersgrenze für sein Amt überschritten. Ihm wird daher nun der Zugang auf das Firmengelände untersagt, er sei von jeglichen internen Informationsprozesse auszuschließen, berichtet das Handelsblatt (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ende-einer-legende-cewe-held-darf-nur-noch-in-begleitung-in-die-firma/28938948.html).

Man könnte meinen, damit stünde der Sieger fest: Der Sohn des Unternehmensgründers, Alexander Neumüller, war in den offenen Konflikt verwickelt und vertrat die gegenteilige Meinung zu Hollander. Doch so einfach ist das nicht.

Noch immer gibt es im Kuratorium eine Mehrheit derer, die als Hollander-Gefolgsleute gelten. Außerdem hat der Zwist bleibende Änderungen nach sich gezogen: CEO Friege verlässt das Unternehmen am 8. Februar und eine neue CEO übernimmt: Yvonne Rostock. Über sie ist noch immer nicht viel bekannt (siehe mein Update vom 23.9.22).

Seit der Bekanntgabe der Nachfolge für CEO Friege ist die Aktie um 35% angestiegen. Okay, der Anstieg lief parallel zur allgemeinen Börsenrallye, dennoch ist das Plus ziemlich deutlich. Das Weihnachtsgeschäft lief meinen Informationen zufolge reibungslos und gut, es war wieder einmal die Zeit der Fotobücher. Die Aktie notiert inzwischen auf einem KGV von 10 und verspricht eine Dividendenrendite nördlich der 3%. Ich finde das nach wie vor überaus attraktiv und ich hoffe, dass die Querelen im Management bald ad acta gelegt werden können. Dann könnte nämlich die Aktie die gesunde Geschäftsentwicklung unbelastet widerspiegeln und würde nochmals ein wenig weiter ansteigen.

23.09.2022 Neue CEO nominiert

Im ersten Augenblick wollte ich schon aufatmen, als die Meldung einging, Cewe hat einen neuen CEO verpflichtet. Doch beim Lesen der Pressemeldung verging mir die Freude vollständig.

Yvonne Rostock wird ab dem 1. April kommenden Jahres den Vorstandsvorsitz der Cewe-Gruppe übernehmen. Die 50-Jährige ist seit drei Jahren Managing Director bei Coty (Kosmetikkonzern der Familie Reimann) und war zuvor bei L'Oréal und Henkel. Mehr wird über die Dame nicht verraten. Mich interessiert natürlich, welche Ausbildung (Studium) sie hat und wie sie aufgewachsen ist, damit ich mir ein Bild über Ihre Stärken machen kann. Das einzige Inhaltliche, was ich über sie gefunden habe, ist, dass sie "erfolgreich" ein deutsches Werk geschlossen hat.

Auf Nachfrage bei Cewe wurde mir mitgeteilt, dass man dort auch nichts weiter über die Dame wisse, als was in der Pressemitteilung steht. Vermutlich wurde die Entscheidung so geheim gefällt, dass erst hinterher die Infos im Unternehmen publik gemacht werden. Da die Entscheidung jedoch bereits 10 Tage alt ist, finde ich das ganze ziemlich merkwürdig.

In der Pressemeldung ist der Tonfall Rolf Holländers, des Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung, zu hören. In der Pressemeldung (11 Absätze) wird zudem in epischer Länge (4 Absätze) berichtet, was der geschasste Vorstandsvorsitzende Friege alles falsch gemacht habe. Wenn man sich einvernehmlich trennt, gibt es ein paar warme Worte zum Abschied. Wenn man sich im Streit trennt, dann bleiben diese warmen Worte in der Pressemeldung aus. Dass jedoch die internen Querelen an die Öffentlichkeit getragen werden zeigt mir, dass mit der Bestellung einer neuen Vorstandsvorsitzenden noch lange kein Ende der internen Auseinandersetzungen gefunden wurde.

Das für Cewe wichtige Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. Die Reisetätigkeit in diesem Jahr lässt ein gutes Weihnachtsgeschäft erwarten. Die Aktie notiert auf einem KGV von 10 bei 3% Dividendenrendite, so günstig war die Aktie selten zu haben. Läuft das Geschäft trotz der Querelen weiter? Oder haben diese Querelen das Zeug, das Unternehmen von der Erfolgsspur abzubringen? Eine Antwort habe ich noch nicht.

Wir haben eine volle Position (5,8% Portfolioanteil). Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheit würde ich im Falle einer kleinen Kursrallye einen Teilverkauf vornehmen und auf halbe Positionsgröße (3%) reduzieren.

26.08.2022 Gespräch mit IR-Chef Axel Weber

Auf dem Hamburger Investorentag war mein letztes 1-on-1 bei Cewe. Der Chef der Abteilung Investor Relations, Axel Weber, war vor Ort und ich konnte ihn ziemlich direkt auf die Turbulenzen im Aufsichtsrat ansprechen.

Kurz zusammengefasst: Cewe hat eine besondere Aufsichtsstruktur. Neben dem Aufsichtsrat der AG, der sich um alle Kapitalmarktangelegenheiten kümmert, gibt es eine Stiftung. Die Stiftung bestellt den Vorstand und nicht, wie bei anderen AGs üblich, der Aufsichtsrat.

Im April verkündete das Kuratorium der Stiftung, man werde den Vorstandsvertrag von Christian Friege nicht verlängern. Umgehend zeigte der Aufsichtsrat seine Verwunderung über die Entscheidung, da man doch zufrieden mit seiner Arbeit sei. Doch an der Entscheidung des Kuratoriums konnte der Aufsichtsrat nicht rütteln.

Nun hatte sich Unternehmensgründer Heins Neumüller bei der Struktur seines Unternehmens nicht nur die Stiftung als Besonderheit ausgedacht, sondern zusätzlich sich, bzw. seinen Nachkommen, noch ein Sonderrecht eingeräumt: Ein Vorstand darf direkt von der Familie Neumüller bestellt werden. Von diesem Sonderrecht machte Alexander Neumüller, der Sohn des Gründers, als Vertreter der Familie nun Gebrauch und bot Friege an, weiterhin Vorstand zu bleiben. Friege nahm das Angebot an. Vorstandsvorsitzender ist er nun nicht mehr, aber er bleibt vorerst an Bord.

Somit haben wir einen offenen Zwist zwischen Stiftung und Gründerfamilie. die Familie hält noch immer 27% an Cewe, ist also mindestens mal ein ernst zu nehmender Eigentümer. Rolf Hollander, der Vorsitzende des Kuratoriums, und Alexander Neumüller sollten sich schleunigst zusammen setzen und eine Lösung finden. Ein solcher Zwist behindert den Geschäftsbetrieb und hält Anleger davon ab, in die Aktie zu investieren. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen, hoffentlich vor dem Weihnachtsgeschäft, eine Lösung gefunden wird.

Ungeachtet dessen blickt Cewe voller Zuversicht auf das laufende Geschäftsjahr: Es fänden wieder viele Familienfeiern, Hochzeiten und Veranstaltungen statt, auf denen viele Photos geschossen werden, die zu Weihnachten dann in Fotobücher Eingang finden werden. So sei bereits heute anhand der gestiegenen Bestellungen von Einladungskarten abzusehen, dass dieses Jahr wieder ein gutes Weihnachtsgeschäft zu erwarten sei, so Weber.

95% des Jahresgewinns werden im Weihnachtsgeschäft gemacht. Entsprechend werden für das Weihnachtsgeschäft Hilfskräfte angeheuert, die das große Volumen bewältigen helfen. Personalknappheit befürchte man nicht, da die Anzahl der benötigten Hilfskräfte überschaubar sei. Auch Materialknappheit sei kein Problem, Papier ist ausreichend verfügbar. Allerdings seien die Kosten bereits kräftig angestiegen: Gehälter, Papier, Logistik und Energiekosten müssten über Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden.

Im 1. Halbjahr des laufenden Jahres mussten die gestiegenen Kosten von Cewe getragen werden. Preiserhöhungen wurden nun zum zweiten Halbjahr bereits umgesetzt und sollten die Profitabilität wieder stärken.

Auf die Frage, ob steigende Preise nicht zu einem Konsumverzicht führen könnten, zeigte sich Weber gelassen. Aufgrund hoher Energiekosten der Privaten Haushalte wird es sicherlich viele Menschen geben, die sparen müssen. Doch am Weihnachtskalender für die Oma werde sicherlich erst zuletzt gespart, da dieser Kostenpunkt vergleichsweise klein ist und sehr viel Freude bringe.

Wir haben inzwischen eine volle Position von Cewe im Portfolio. Die Aktie ist in meinen Augen günstig bewertet, allerdings lastet der Zwist zwischen Stiftung und Gründerfamilie auf dem Unternehmen. Kommt es zum Machtkampf oder wird eine einvernehmliche Lösung gefunden? Ich kann verstehen, wenn der eine oder andere Anleger vorerst abwartet, wie dieses Theater ausgeht. Das Unternehmen hat sich jedoch über viele Jahre extrem konservativ gezeigt und ich gebe Cewe hier einmal einen Vertrauensvorschuss.

27.07.2022 Nachkaufen, Urlaubssaison voll im Gange

Die Berichte über lange Warteschlagen an Flughäfen nehmen kein Ende. Durch die Brille von CEWE betrachtet ist das vielversprechend für das kommende Weihnachtsgeschäft, denn es wird viele Urlaubserlebnisse geben, die in Fotobüchern gedruckt werden sollen. Natürlich nicht die Wartezeit an den Flughäfen, sondern die Erlebnisse vom Urlaubsort. Daran ändern auch die Wartezeiten nichts.

Dennoch hat gestern ein Analyst von Hauck Aufhäuser sein Kursziel für CEWE von 145 auf 95 Euro gesenkt. Als Grund gibt er an, dass inflationäre Preise bei Grundnahrungsmitteln und den Artikeln des täglichen Bedarfs Kunden veranlassen werden, bei Luxusprodukten wie Fotobüchern zu sparen.

Die Aktie von Cewe ist in Folge dieser Einschätzung von 85 auf 76 Euro eingebrochen, -11%. Ich halte diesen Kurssturz für völlig übertrieben. Cewe notiert inzwischen wieder auf seinem Coronacrash-Tief.

Das Argument ist leicht nachvollziehbar, doch meiner Einschätzung nach wird das Fotobuch nicht zu den Dingen gehören, an denen gespart wird. Nach zwei Jahren Urlaub in Balkonien werden die Fernreisen zelebriert werden. Außerdem ist der Kurs bereits durch die Turbulenzen im Management (CEO scheidet überraschend aus) stark gebeutelt.

CEWE ist einer unserer Dividendenstars, die Dividende wurde in diesem Jahr zum dreizehnten mal in Folge angehoben. Aktuell beträgt die erwartete Dividendenrendite 3,2%. Damit haben wir nun die Möglichkeit, unsere Position zu einem besonders günstigen Kurs voll zu machen. Ich würde heute zu Kursen um 76 EUR nachkaufen.

13.05.2022 Kein Urlaub, keine Party -> Kein Fotobuch

Reise- und Kontaktbeschränkungen im Jahr 2021 haben dazu geführt, dass weniger Fotos geschossen wurden. Und wenn die Menschen weniger Fotos machen, brauchen sie weniger Fotobücher. Das war vor einem Jahr noch anders. Während im Sommer 2020, also direkt nach dem Coronacrash, viele Menschen an ein Ende der Corona-Pandemie bis zum Herbst glaubten und unbeschwert Urlaub machten und Parties feierten, war das im vergangenen Sommer nicht mehr so: Nur unter strengen Vorschriften konnte man verreisen, große Parties waren kaum möglich und auf jedem Foto war die Maske zu sehen.

Der unbeschwerte Sommer 2020, gepaart mit dem Lockdown im Winter 2020/21, führte zu einer Sonderkonjunktur bei Cewe: Die Bestellung von Fotobüchern sprang damals im Q1 21 um 10% an. Diese Woche wurden Q-Zahlen für Q1 2022 veröffentlicht. Der Umsatz ist wieder um das im Vorjahr gewonnenen Volumen zurückgegangen.

Ausgeglichen wurde der Rückgang durch ein starkes Wachstum in einem anderen Geschäftsbereich: Der kommerzielle Online-Druck sprang um 39% an, allerdings macht dieser Bereich nur 13% des Konzernumsatzes aus.

So ging der Konzernumsatz im Q1 22 gegenüber dem Vorjahresquartal um 5% auf 139 Mio. Euro zurück, der Gewinn brach um 75% auf 2,1 Mio. Euro ein. Die Zahlen sind die Bestätigung des Aktienkurseinbruchs der vergangenen Monate: Noch im Dezember notierte Cewe bei 130 Euro, heute notiert der Kurs bei 80 Euro um 40% darunter.

Doch Cewe wäre nicht in unserem Dividendenportfolio, wenn das Unternehmen nicht solide wirtschaften würde. Trotz der turbulenten Pandemie, in der die Personalpolitik flexibel auf die stark schwankende Nachfrage reagieren musste, entwickelt sich das Geschäft kontinuierlich weiter. Die Dividende wurde zum dreizehnten Mal in Folge angehoben (+4% auf 2,9% Dividendenrendite), der stark zurückgegangene freie Cashflow gibt das noch immer her.

Für das laufende Jahr wird eine Verdopplung des freien Cashflows erwartet. Die Dividende könnte im nächsten Frühjahr erneut, und dieses Mal deutlich, angehoben werden.

Ich war vor 10 Tagen auf einer großen Geburtstagsfeier, alle ohne Maske. Am vergangenen Wochenende hatten wir vier Familien zum Grillen zu Besuch, auch ohne Maske. Und die Urlaubspläne für diesen Sommer stehen. Das Verlangen nach Party und Urlaub in der Bevölkerung ist nach zwei Jahren der Pandemie sehr groß. Für das laufende Geschäftsjahr von Cewe, dessen Löwenanteil des Umsatzes im Weihnachtsquartal anfallen wird, sieht es gut aus. So hat Cewe die ausgegebene Jahresprognose bestätigt: 7% Umsatzwachstum und 11% Gewinnwachstum.

Am 15. Juni findet die Hauptversammlung statt, am Tag danach wird die Dividende ausgeschüttet: 1,35 Euro entsprechen 2,9% Rendite. Das KGV von Cewe steht nach dem Ausverkauf nun bei 12. Für einen soliden Dividendenbringer ist das ein sehr attraktives Kursniveau. Wir wollten unser Dividendenportfolio langfristig aufstellen und daher freue ich mich fast schon über das aktuell günstige Kursniveau.

Im Management von Cewe rumort es: Der Vorsitzende der Stiftung hat angekündigt, den Vorstandsvertrag des CEOs Friege zum Jahreswechsel nicht zu verlängern. Nun hat die Familie des Gründers, die 27% der Anteile von Cewe hält, angekündigt, CEO Friege als Vorstand weiter zu beschäftigen. Während der Stiftungsvorsitzende ähnlich einem Aufsichtsratsvorsitzenden das Sagen hat, kann die Eigentümerfamilie durch ein Sonderrecht einen Vorstand direkt benennen.

Hollander, der Vorsitzende der Stiftung, könnte zum Jahreswechsel aus seinem Amt scheiden. Die Gründerfamilie Neumüller bleibt und könnte sich somit durchsetzen, den CEO Friege im Amt zu halten. Die Meinungsverschiedenheit zwischen Friege und Familie Neumüller sind für mich jedoch noch immer nicht wirklich greifbar. Es sieht mehr nach einem Grabenkampf aus als nach tatsächlichen Argumenten. Solange diese Auseinandersetzung schwelt, könnte der Kurs jederzeit nochmals belastet werden.

Wir haben eine halbe Position. Nachkaufen möchte ich aktuell nicht, da ich die Meinungsverschiedenheit im Management nicht wirklich verstehe. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage richte ich meinen Blick nun ohnehin lieber auf Titel, die wir verkaufen könnten.

01.04.2022 Endlich: Erste Position aufbauen

CEWE habe ich schon seit vielen Jahren im Blick. Die Aktie möchte ich schon seit mindestens 10 Jahren als Dividendentitel haben, sie war mir jedoch stets zu teuer. Das Photogeschäft CEWE COLOR kenne ich sogar schon aus den 80er Jahren, als ich mit meiner Spiegelreflex durch die Bremer Innenstadt zog. CEWE COLOR galt damals als der Fotoentwickler mit der qualitativ hochwertigsten Technik.

Gestern hat CEWE die Ende Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das Jahr 2021 bestätigt. Der Umsatz ist um 5% zurückgegangen. Das gute Coronajahr 2020 konnte 2021 nicht wiederholt werden. Während 2020 der Lockdown zu Online-Weihnachtsgeschenken zwang, wurde der Lockdown 2021 recht überraschend erst kurz vor weihnachten ausgerufen, so dass sich der Effekt des Vorjahres nicht wiederholte. Mit über 80% sind Fotobücher und andere Fotoartikel für Privatkunden das Hauptgeschäft von CEWE.

Trotz des leichten Rückgangs verkündete CEWE die dreizehnte Dividendenerhöhung in Folge und stellt damit einmal mehr unter Beweis, dass die Dividende als Lockerungsübung aus der Bilanz geschüttelt werden kann. Nur etwa ein Drittel des Gewinns wird für die Dividende verwendet.

Der gestern gegebene Ausblick des Unternehmens blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Insbesondere die große Bandbreite bei der Unternehmensprognose war überraschend: Der Umsatz werde zwischen 680 und 740 Mio. Euro liegen, der Gewinn (EBIT) zwischen 65 und 80 Mio. Euro. Bislang waren Analysten von 744 Mio. Euro Umsatz im laufenden Jahr ausgegangen, sowie von einem Gewinn von 80 Mio. Euro.

Die Unternehmensprognose wird als konservativ eingestuft. Wie immer ist das Weihnachtsgeschäft für fast die Hälfte (45%) des Jahresgeschäfts verantwortlich. Wie soll das Unternehmen Prognosen ausgeben, wenn über Erfolg oder Misserfolg des Jahres erst kurz vor Jahresende entschieden wird?

Zudem verweist das Management auf die bestehenden Unsicherheiten dieser Tage: Die Corona-Lage, die ansteigende Inflation sowie den Krieg in der Ukraine. Es ist kein Wunder, dass CEOs aller Unternehmen in diesen Wochen ihre Jahresprognosen relativieren.

Ich habe mit der Empfehlung der CEWE Aktie abgewartet, bis weitere Details zur Meldung von vor zwei Wochen verfügbar sind. Völlig überraschend wurde bekannt gegeben, dass CEO Dr. Christian Friege zum Jahresende aufhören wird. Sein Vertrag werde nicht verlängert, obwohl Eigentümerfamilie und Aufsichtsrat das gerne getan hätten. CEWE ist eine Stiftung und daher hat hier der Stiftungsvorsitzende Dr. Rolf Hollander das letzte Wort.

Hat sich also Dr. Friege etwas geleistet, das in hat in Ungnade fallen lassen? Ich kann da nichts erkennen. Zum einen ist der leichte Umsatzrückgang nachvollziehbar, wie oben begründet. Zum anderen sind ja die Eigentümerfamilie sowie der Aufsichtsrat zufrieden mit seiner Leistung, wie in einer separaten Meldung nochmals betont wurde.

Da bleibt also nur noch eine persönliche Differenz zwischen Friege und dem Stiftungsvorsitzenden Hollander. Hollander war 2002 bis 2017 CEO, Friege folgte ihm. Holländer ist 71 Jahre alt, Friege ist 56 Jahre alt. Hollander ist nach wie vor aktiv, beschäftigt sich also gerne mit der Unternehmensstrategie. Ich würde mal vermuten, dass Hollander die Zukunft von CEWE anders sieht als Friege. Der Umstand, dass Hollander für sein Handeln weder Aufsichtsrat, noch Eigentümerfamilie mit ins Boot holt ist durchaus besorgniserregend. Doch auf der anderen Seite hat Hollander CEWE zum Erfolg geführt. Vielleicht hat er auch heute noch ein Näschen dafür, was CEWE künftig gut tut.

Sei's drum: Wie eingangs gesagt, warte ich schon seit Jahren auf eine Kaufgelegenheit bei CEWE. Die Aktie war mir immer zu teuer. Und wenn sie mal kurzzeitig günstig war, dann gab es Gründe, die mich vom Kauf abhielten. Auch dieses mal gibt es natürlich Gründe dafür, dass die Aktie so schwach notiert. Aber da das Unternehmen über lange Zeit bewiesen hat, solide zu wachsen und eine zuverlässige Dividende auszuschütten, gehe ich das Risiko ein und kaufe jetzt die Hälfte der beabsichtigten Dividendenposition.

Die Märkte sind derzeit sehr volatil, der Ausblick von Cewe wird viele Analysten veranlassen, ihre Modelle nach unten zu korrigieren. Ich denke, wir brauchen der Aktie nicht hinterher zu laufen. Daher würde ich ein Kauflimit von 93 Euro vorsehen und geduldig abwarten, bis dieser erste Einstiegskurs erreicht wird.
Heibel-Ticker Alumni