Okay, der Ölpreis springt heute über 100 USD/Fass. Der japanische Nikkei 225 bricht am heutigen Montag um weitere 5,2% ein, der DAX notiert aktuell noch bei -1,7%, heute früh war's schon schlimmer. Eine schnelle Lösung für die Straße von Hormus ist nicht in Sicht, sie wird nach derzeit herrschender Meinung an den Finanzmärkten wohl mindestens zwei Wochen und hoffentlich nicht länger als vier Wochen unbefahrbar bleiben.
Damit sind Beeinträchtigungen der globalen Konjunktur unvermeidbar. Fraglich ist nur, wie stark. In den USA sind die Ölvorräte nur halb gefüllt. Bei uns in Deutschland gehen die Gasvorräte zur Neige. Mit dieser Reserve sollen eigentlich solche Angebots-Schocks geglättet werden.
Meine persönliche Meinung: Obwohl die Vorräte größer sein könnten, sind sie doch nicht vollständig leer. Der Winter endet und die Heiz-Saison endet damit. Es wird in Deutschland also künftig ohnehin weniger Gas benötigt. In den USA reichen die halb gefüllten Öl-Reserven, um einen Wechsel der Versorgung zu glätten. Die USA sind der größte Öl-Exporteur der Welt, haben also ausreichend Öl. Es geht also auch dort nur um eine Übergangslösung.
Der Iran droht derzeit den Schiffen, die durch die Straße von Hormus fahren, mit Drohnen unter Beschuss zu nehmen. Die USA können die Schiffe nicht beschützen. Berichten zufolge könnte der Iran diese Blockade "unendlich lange" aufrecht erhalten. Es fällt mir schwer, das zu glauben, während die USA und Israel gleichzeitig die militärische Infrastruktur im Iran bombardieren.
Die arabischen Länder, deren Öltanker durch die Straße von Hormus fahren müssen, haben sich bislang noch zurückgehalten. Ich denke, wenn der Ölpreis in Richtung 150 USD/Fass steigen sollte, dann werden diese Länder ein so lukratives Geschäft nicht dem Rest der Welt überlassen. Sie werden nach eigenen Lösungen suchen. Keine Ahnung, was denen einfällt ... vielleicht tragen sie das Öl auf Kamelen durch die Wüste, um wieder liefern zu können.
Also: Heute ist keine Lösung in Sicht und die Aktienmärkte stürzen in den Abgrund. Keine Ahnung, wie lange diese Panik andauert, aber wir warten auf den Augenblick der maximalen Panik, um dann zuzugreifen.
Ich hatte angekündigt, Nike im Zweifel zu verkaufen. Doch das bringe ich nun nicht über's Herz. Ja, Nike wird unter dem hohen Ölpreis und einer gegebenenfalls schwächeren globalen Konjunktur leiden, doch die Aktie ist so günstig bewertet, dass ich mehr Angst habe, bei der anschließenden Erholung nicht dabei zu sein, als dass ich nun die Reißleine ziehen würde.
Ende Januar kündigte Nike die Streichung von 775 Stellen in den Logistikzentren von Tennessee und Mississippi an. Schon im vergangenen Sommer wurden 1.000 Stellen gestrichen. Nike beschleunigt damit die Einführung von Lagerautomation, mit der Kosten eingespart werden sollen.
Wir haben ausreichend Cash, um vielleicht heute Nachmittag, oder aber in den kommenden Tagen, andere Positionen aufzustocken oder vielleicht sogar einen DAX-Call zu kaufen. Mit Nike würde ich diese aktuelle Schwächephase des Marktes aussitzen.
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