Heibel-Ticker PLUS Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
20. Jahrgang - Ausgabe 44 (31.10.2025)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Zurück aus New York – Big Tech, Chinapolitik und ein verhaltener Optimismus prägen den Markt |
| 2. | So tickt die Börse: Big Tech brilliert, Politik bremst: Zwischen Zinssenkung, Zoll-Entspannung und KI-Rausch |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Verhaltener Optimismus nach Rücksetzer im DAX |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Heibel-Ticker Portfolio federt heftige Bewegungen einzelner Aktien ab |
| 5. | Update beobachteter Werte: Apple, Palo Alto Networks, Novo Nordisk, Puma |
| - Apple: Apple zündet den iPhone-Turbo: China dreht, Services auf Rekordkurs | |
| - Palo Alto Networks: Palo Alto im Jahr der Wende: Gewinnverdopplung erwartet | |
| - Novo Nordisk: Novo Nordisk gerät ins Kreuzfeuer zwischen Politik und Wettbewerb – und reagiert mit Angriff | |
| - Puma: Verkaufen: Erneuter Neuanfang, schlechte Bilanz und schlechte Produkte | |
| 6. | Übersicht HT-Portfolio |
| 7. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 8. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Zurück aus New York – Big Tech, Chinapolitik und ein verhaltener Optimismus prägen den Markt
Liebe Börsenfreunde,
Ihr Autor ist wohlbehalten aus den USA zurück. Bitte entschuldigen Sie die verspätete Erstellung der aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe: Eigentlich wollte ich Ihnen eine kurze Urlaubsausgabe aus New York schicken, doch die Woche war so ereignisreich, dass mich die Kurzversion nicht zufrieden stellte und ich heute wieder voll eingetaucht bin :-). Ich hoffe, die verspätete, dafür aber gründliche Einordnung ist in Ihrem Sinne.
Die abgelaufene Börsenwoche stand ganz im Zeichen von Big Tech und Politik: Trumps Zollreduktion gegenüber China brachte Erleichterung, während Fed-Chef Powell mit einer vorsichtigen Zinssenkung die Euphorie dämpfte. Alphabet überzeugte mit starken Cloud- und YouTube-Zahlen, Amazon glänzte mit beschleunigtem Cloud-Wachstum, Microsoft lieferte solide, stolperte aber über zu hohe Erwartungen. Meta investiert weiter aggressiv in KI und Reality Labs, sehr zum Missfallen der Anleger. In Deutschland enttäuschte Adidas mit Problemen im US-Einzelhandel, während BASF, Deutsche Bank und Mercedes positiv überraschten. In Kapitel 2 gebe ich Ihnen eine hoffentlich prägnante Einordnung der wichtigsten Ereignisse.
Nach dem Rücksetzer der Vorwoche zeigt sich am Aktienmarkt verhaltener Optimismus. Zwar sorgte die Unsicherheit über eine mögliche weitere Zinssenkung der Fed und steigende KI-Investitionen bei Microsoft und Meta für Zurückhaltung, doch zugleich werten Anleger das inzwischen niedrigere Kursniveau zunehmend als Chance. Auffällig ist die Stimmung am Ölmarkt, wo zu viel Optimismus historisch oft fallende Preise ankündigte, während beim Bitcoin die bullische Haltung in der Vergangenheit meist steigende Kurse nach sich zog – der aktuelle Rücksetzer dürfte daher als Kaufgelegenheit gelten. Mehr dazu lesen Sie in Kapitel 3 - heute letztmalig inklusive der Interpretation.
In Kapitel 4 ziehe ich eine entspannte Bilanz zur Entwicklung unseres Heibel-Ticker Portfolios in den vergangenen zwei Wochen. Die Diversifikation im Portfolio bewährte sich erneut als natürliche Absicherung. Die Nikkei-Rallye von 6% kann unsere japanische Aktie noch nicht mitziehen. Nvidia profitiert von Entspannungssignalen zwischen China und den USA. Die Enttäuschung an den Zinsmärkten belasten drei unserer spekulativen Positionen kaum. Derweil klettern so ziemlich alle KI-Aktien aus unserem Portfolio weiter an.
In Kapitel 5 lesen Sie meine Updates zu den Quartalszahlen von Puma, Apple und Novo Nordisk sowie eine aktuelle Einschätzung zu Palo Alto Networks.
Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 6.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Big Tech brilliert, Politik bremst: Zwischen Zinssenkung, Zoll-Entspannung und KI-Rausch
Die abgelaufene Börsenwoche stand im Zeichen schwergewichtiger Quartalszahlen und natürlich der Politik. Zum Wochenauftakt sorgten Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und China für Rückenwind. Trump halbierte den Strafzoll für chinesische Produkte, den er aufgrund des Vorwurfs der Fentanyl-Flutung aus China erhoben hatte, von 20% auf 10%. Damit sinkt der US-Zoll auf chinesische Produkte für die meisten Produkte von 57% auf 47%. Im Gegenzug sagte Präsident Xi zu, die US-Sojabohnenkäufe, die seit dem Frühjahr eingestellt wurden, wieder aufzunehmen und eine einjährige Atempause bei Exportkontrollen auf Seltene Erden hievten Zykliker und Halbleiter nach oben.
Später dämpfte Fed-Chef Powell die Fantasie: Er senkte erwartungsgemäß den US-Leitzins um ein Viertel Prozent auf die Spanne von 3,75% bis 4%, doch eine weitere Zinssenkung im Dezember sei „keineswegs ausgemacht”. EZB-Chefin Christine Lagarde beließ den Euro-Leitzins unverändert bei 2% bis 2,25%. Die Datenlage blieb die Woche über im Fokus: Die Inflation in der Eurozone geht nicht schnell genug zurück. In den USA segelt man derzeit fast im Blindflug, da wichtige Konjunkturdaten von den US-Behörden derzeit aufgrund des Government-Shutdowns nicht erstellt werden. Die entsprechenden Mitarbeiter befinden sich im Zwangsurlaub, weil sich der US-Kongress noch nicht auf ein neues Haushaltsbudget einigen konnte.Auf dem Börsenparkett der USA lieferte Big Tech mit einer Flut an Quartalszahlen den Takt. Alphabet überzeugte mit starken Beiträgen von Cloud und YouTube. Die Konzernmarge blieb robust, wenngleich der Blick auf 2026/27 wegen hoher KI-Investitionen anspruchsvoll ist. Da die KI-Strategie von Alphabet in der Vergangenheit von Anlegern häufig in Frage gestellt wurde, sorgte insbesondere die erfreuliche Entwicklung im Cloud-Bereich, aus der gute KI-Umsätze abzuleiten sind, für eine Beruhigung der Anleger. Unterm Strich lag der Gewinn um 26% über den Erwartungen, die Aktie sprang nach den Zahlen um 10% an.
Microsoft meldete 77,7 Mrd. USD Umsatz (+18%) und ein anziehendes Azure-Cloud Wachstum von 40%, doch die Aktie stolperte über die im Vorfeld stark angestiegenen Erwartungen und steigende KI-Investitionen (siehe Alphabet). Wenige Tage zuvor hatte OpenAI, der Betreiber von ChatGPT, bekannt gegeben, dass sich Microsoft bei der Umwandlung von einem gemeinnützigen in ein profitorientiertes Unternehmen mit 27% beteiligt. Die Aktie von Microsoft war daraufhin um 15% angesprungen und gab diesen Gewinn nach den Q-Zahlen wieder ab.
Meta steigerte den Umsatz auf 51,2 Mrd. USD (+26%), meldete jedoch einen einmaligen Abschreibungsaufwand von 4,4 Mrd. USD aus dem Bereich Reality Labs. Zudem wurde die Ausgabenprognose erhöht. Obwohl das Werbegeschäft bei Meta brummt, erhöht CEO Mark Zuckerberg die Investitionsprognose nochmals. Zuckerberg lässt damit keinen Zweifel daran, dass Meta im Werbemarkt zukünftig die Adresse Nummer eins sein möchte. Alphabet mit YouTube Shorts, Byte Dance mit TikTok und Snapchat mit Snap sollen von vornherein entmutigt werden, Instagram Konkurrenz zu machen. Mit KI-generierten kurzen Werbespots wird heute schon Instagram geflutet. Diesen Bereich möchte er ausbauen. Außerdem überraschte er mit der Aussage, dass die KI-Brille, die Meta in Zusammenarbeit mit Ray-Ben anbietet, schon bald einen KI-Agenten enthalten wird, der zur Beantwortung von Fragen keine Internet-Verbindung benötigt, sondern alle Fragen auch offline generieren kann.
Insbesondere die Investitionsaussicht verschreckte Anleger, die Aktie gab um 9% nach. Ich halte auch dies für eine Kaufgelegenheit. Die immer wieder angeführten Vergleiche mit der Internetblase zur Jahrtausendwende passen nicht, da die damaligen Internet-"Buden" kaum Umsätze, geschweige denn Gewinne auswiesen. Die heutigen Investitionsvolumina der Hyperscaler werden größtenteils aus dem Cashflow finanziert.
Amazon fegte schließlich alle KI-Sorgen vom Tisch. 180,2 Mrd. USD Umsatz und ein AWS-Cloudumsatz mit einem beschleunigten Wachstum von +20,2% auf 33 Mrd. USD führten zu einem kräftige Kurssprung von 25% bei der Aktie. Ein Cloud-Wachstum von 18% wurde erwartet und war der Grund für die bislang schwache Aktienkursperformance im laufenden Jahr. Analysten fürchteten, dass CEO Andy Jassy mit der Entwicklung eigener KI-Chips am Markt vorbei arbeitete und den Anschluss zu den anderen Cloudanbietern wie Microsoft und Alphabet verlor, die wesentlich höhere Wachstumsraten bei der Cloud vermeldeten. Mit dem nun wieder anziehenden Wachstum der Cloudsparte sind diese Sorgen erst einmal passé.
In Deutschland prägten Einzeltitel die Stimmung: Adidas stürzte trotz solider Zahlen um 10% ab, nachdem das Management vor Zurückhaltung im US-Einzelhandel warnte. Wettbewerber Nike hatte kurz zuvor angekündigt, gerade den US-Einzelhandel wieder stärker in den Fokus zu rücken. Der Einzelhandel ist meiner Ansicht nach aus diesem Grund zurückhaltend, denn wenn Nike aus der aktuellen Schwächephase kommt, lässt sich gerade mit Nike viel Geld verdienen ..., mehr als mit Adidas oder Puma.
BASF punktete mit investivem Maßhalten (China-Investitionen nur 8,7 Mrd. € statt 10 Mrd. €) und Aktienrückkauf, die Aktie springt vorübergehend leicht an.
Die Deutsche Bank glänzte mit 1,6 Mrd. € Quartalsgewinn - ihrem dank eines gut laufenden Investment-Bankings höchsten Vorsteuergewinns seit 2007 - die Aktie legt um 7% zu. Umsatz und Gewinn liegen um jeweils 20% über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.
Mercedes-Benz legte trotz Gewinnrückgang zu. Analysten hatten sich auf wesentlich schlechtere Zahlen eingestellt. So lagen die Q-Zahlen von Mercedes letztlich trotz des Gewinnrückgangs um 22% über den Erwartungen. Der Umsatz konnte jedoch nicht die Erwartungen erreichen, er blieb um 3% darunter. Von Sorgen über Chip-Engpässe in der Autoindustrie blieb Mercedes aufgrund dieser Zahlen verschont, die Aktie sprang um 6% an.
In den USA fielen Chipotle Mexican Grill nach verfehlten Zielen um 23% auf ein Mehrjahrestief. Ich war in den beiden vergangenen Wochen mehrfach bei Chipotle und muss sagen, dass sich das Unternehmen leider zum Negativen entwickelte: Zum einen waren die Wartezeiten wieder sehr lang. Zum anderen fand ich den Burrito für 17 $ vergleichsweise teuer. Kunden strafen solche Zustände umgehend, die schwachen Q-Zahlen passen zu meiner Beobachtung.
Boeing präsentierte ein schwaches Quartal mit großem negativen 777X-Sondereffekt. Anleger reagieren auf die Wertberichtigung, die für Verfehlungen der Vergangenheit vorgenommen wurde, und übersehen den starken Cashflow. Schon im Jahr 2026 soll Boeing erstmals seit 2019 wieder schwarze Zahlen schreiben. Für mich sieht es zunehmend so aus, als hätte der Konzern endlich seine Hausaufgaben gemacht. Der heftige Rücksetzer nach den Zahlen (-7%) ist in meinen Augen eine Kaufgelegenheit.
Linde gab trotz positiver Ergebnisüberraschung wegen verhaltener Cashflow- und Prognosezahlen nach. Seit September gab die Aktie 18% ab. Ich traue es mich kaum zu sagen: Auch dieser Rückgang ist in meinen Augen eine Kaufgelegenheit für diesen globalen Marktführer im Bereich der Gasversorgung.
Puh, soweit ein kurzer Überblick über die ereignisreiche Vorwoche. Schauen wir uns mal an, wie sich die wichtigsten Indizes entwickelt haben. Hinweis: Ich nehme die aktuellen Indexstände vom heutigen Montag, 19 Uhr MEZ.
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 3.11., 20:07 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ |
| DAX | 24.132 | -0,4% | 21,2% |
| S&P 500 | 6.856 | 1,0% | 16,1% |
| Nikkei | 52.411 | 6,3% | 31,4% |
| Shanghai A | 4.653 | -0,2% | 18,3% |
| Euro/US-Dollar | 1,15 | -0,9% | 10,6% |
| Euro/Yen | 177,67 | -0,1% | 9,2% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,11% | 0,11 | -0,40 |
| Umlaufrendite Dt | 2,56% | 0,02 | 0,25 |
| Feinunze Gold | $4.000 | -2,7% | 52,9% |
| Fass Brent Öl | $64,90 | -1,6% | -12,9% |
| Kupfer | $10.888 | -0,7% | 22,2% |
| Baltic Dry Shipping | $1.966 | -1,3% | 97,2% |
| Bitcoin | $106.643 | -4,4% | 13,7% |
3. Sentiment: Verhaltener Optimismus nach Rücksetzer im DAX
US-Meldungen dominieren auch hierzulande das Geschehen. Mitte der abgelaufenen Woche senkte die US-Notenbank den US-Leitzins, was erwartet wurde. Doch im Ausblick ließ Fed-Chef Jay Powell völlig offen, ob es im Dezember eine weitere Zinssenkung geben wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt derzeit 68% und Anleger hatten sich eine Vorfestlegung gewünscht. Doch Powell behält alle Trümpfe auf der Hand.Dieser Ausblick lastete auf den Aktienmärkten. Zudem riefen Microsoft und insbesondere Meta mit ihren Investitionsprogrammen Sorgenfalten auf die Stirn der Anleger, denn die Investitionsflut in KI-Rechenzentren scheint kein Ende zu finden. Im Gegenteil, sie beschleunigt sich noch immer.
Zudem berichtete Adidas schwache Quartalszahlen und Meldungen über Chipengpässe im Automobilsektor in Deutschland drückten auf die Stimmung.
Das Sentiment unserer Umfrageteilnehmer rutschte vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen auf neutrale 0,1. Die leichte Verunsicherung unter Anlegern, die wir unserem entsprechenden Umfragewert von -0,6 ablesen, bleibt in der dritten Woche in Folge bestehen.
Immerhin entwickelt sich parallel zum rückläufigen Kursniveau des DAX langsam ein moderater Zukunftsoptimismus. Mit einem Wert von 0,4 ist dieser zwar noch nicht hoch, doch der Wert zeigt an, dass viele Anleger die Probleme eher im Kursniveau sehen als in der grundsätzlichen Konjunkturverfassung.
Und so steigt die Investitionsbereitschaft auf einen Wert von +0,9, was zwar noch nicht viel ist, doch es zeigt ebenfalls die leicht optimistische Richtung an.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger steigt diese Woche auf +20% und spiegelt damit die leicht optimistische Entwicklung unseres Sentiment-Indikators wider.
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX steigt diese Woche auf 1,9%punkte an, institutionelle Anleger suchen offensichtlich wieder verstärkt nach Absicherungen gegen einen rückläufigen DAX. In den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis für Equities an der CBOE hingegen mit einem Wert von 0,65 keine besonders starke Absicherungsneigung an.
US-Fondsanleger steigerten ihre Investitionsquote auf 101%. Das ist der höchste Wert seit über einem Jahr. Langfristig betrachtet ist es nicht ungewöhnlich, dass Fonds ihre im Portfolio befindlichen Werte beleihen, um zusätzlich Wertpapiere zu kaufen, mit denen sie von den Entwicklungen profitieren können. So kann die Investitionsquote höher sein als das eigentlich verfügbare Kapital, also über 100%.
Die Bulle/Bär-Differenz von +7%punkten zeigt das leichte Übergewicht der optimistisch gestimmten US-Investoren: 44% Bullen stehen 37% Bären gegenüber.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 steht bei neutralen 46%. Auch der wesentlich kurzfristiger reagierende Short Range Oscillator des S&P 500 ist nach seinem Ausflug in den überkauften Bereich in der Vorwoche diese Woche wieder in die neutrale Zone zurückgekehrt. Der Wert beträgt aktuell +3%.
Interpretation
*** Sentiment Interpretation wird Teil des Heibel-Ticker PLUS ***
Die Sentiment-Analyse basiert auf dem Prinzip "Geben & Nehmen": Ab nächster Woche werden wir lediglich den ersten Teil des Kapitels, die deskriptive Auflistung der Umfrageergebnisse, im Heibel-Ticker Free belassen.
In den vergangenen Monaten haben wir die Sentimentauswertung inhaltlich und methodisch deutlich weiterentwickelt – und wir werden sie auch künftig kontinuierlich optimieren. Ziel ist es, Ihnen noch präzisere Hinweise für das Timing Ihrer Anlageentscheidungen zu liefern und die Portfolioentwicklung systematisch zu verbessern.
Um diesen Service auch künftig kostendeckend anbieten zu können, integrieren wir die Interpretation daher künftig in den Heibel-Ticker PLUS. Sie können aber auch weiterhin kostenfrei von der Sentiment-Interpretation profitieren – als Gegenleistung bitten wir Sie dann um Ihre Teilnahme an der wöchentlichen, rund 2 Minuten dauernden Umfrage auf unserer Plattform animusX.
*** ENDE DES HINWEISES IN EIGENER SACHE ***
Sieht aus wie ein Luftholen der Anleger vor dem nächsten Aufwärtsschub. Einzig die institutionellen Anleger in Deutschland fallen aus dem Rahmen, wie das erhöhte Put/Call-Verhältnis an der Eurex anzeigt. Doch der Wert ist noch lange nicht so hoch, dass wir dies als besorgniserregend interpretieren müssten. Mehrmals im laufenden Jahr sprang dieser Indikator bereits auf Werte über 4%punkte, so dass die aktuellen 1,9%punkte eher als moderate Absicherungsneigung interpretiert werden sollten.Somit besteht am Aktienmarkt derzeit kein auffälliges Missverhältnis zwischen Marktverhalten und Anlegerstimmung, was wir dahingehend interpretieren, dass aus der Sentimentanalyse kein besonderer Druck besteht, weder nach oben noch nach unten.
Öl
Anders sieht es am Ölmarkt aus. Investoren, insbesondere institutionelle Investoren, sind optimistisch für einen steigenden Ölpreis gestimmt. In der Vergangenheit führte eine vergleichbar optimistische Einschätzung der institutionellen Anleger in 16 von 17 Fällen zu niedrigeren Ölpreisen nach 6 Monaten. Im Durchschnitt gab der Ölpreis nach einer vergleichbaren Stimmungslage um 5,6% nach.
Bitcoin
Beim Bitcoin kann ein ähnliches Signal anders interpretiert werden: Anleger sind nach dem Rücksetzer der vergangenen Woche extrem optimistisch für die Preisentwicklung des Bitcoins. Und in 10 von 11 Fällen wurde der Optimismus mit einer steigenden Notierung belohnt. Durchschnittlich legte der Bitcoin nach einer entsprechend bullischen Stimmungslage nach sechs Monaten um 43% zu. Ich würde den aktuellen Rücksetzer am Bitcoin-Markt also als Kaufgelegenheit interpretieren.
4. Ausblick: Heibel-Ticker Portfolio federt heftige Bewegungen einzelner Aktien ab
In der Vergangenheit erfolgten Börsencrashs eigentlich zuverlässig stets dann, wenn ich Urlaub machte. Na, da haben wir diesmal ja Glück gehabt :-). Trotzdem liegen zwei sehr ereignisreiche Wochen hinter uns und ich möchte kurz einen Überblick über unser Heibel-Ticker Portfolio geben.
Der Bitcoin brach kräftig ein, hält sich jedoch komfortabel über den Niveau von 90.000 bis 92.000 Euro, in dem sich der Bitcoin-Preis seit Jahresbeginn sehr häufig aufhielt. Es bleibt daher bei der in meinen Augen gesunden Verfassung beim Bitcoin.
Der Goldpreis ist nun deutlich eingebrochen. Wenn Sie sich den Chart anschauen, dann sehen Sie jedoch zunächst einen steilen, parabolischen Anstieg des Goldpreises. Und vom letzten Anstieg wurde nun ein Teil korrigiert. Dass dies 10% ausmachen, ist der vorangehenden starken Performance geschuldet. Ich hatte einen Gold-Put zur Absicherung vorgestellt, obwohl wir ihn nicht nutzten. Die parabolische Entwicklung hätte auch schon 20% tiefer korrigiert werden können ..., oder auch erst nach weiteren 20%.
Ein guter Teil der Goldkorrektur wurde von einem schwächeren Euro für uns aufgefangen. Während der Goldpreis in USD um 10% korrigierte, führte ein US-Dollar Wechselkursanstieg gegenüber dem Euro zu einem Kursverlust des Goldes in Euro von "nur" 8%. Hier zeigt sich, dass eine Währungsabsicherung, wie ebenfalls von Heibel-Ticker Mitgliedern manchmal erfragt, teilweise kontraproduktiv sein kann. Oder anders gesagt: Wir haben mit unserem diversifizierten Heibel-Ticker Portfolio bereits ausreichend Absicherungen durch die Risikostreuung erzielt.
Bei unseren Dividendentiteln hat sich nicht viel getan. Yamaha liefert morgen Q-Zahlen. Für mich ist es schwer nachvollziehbar, warum Yamaha nicht von der Börseneuphorie in Japan profitieren konnte. Mit dem Wahlsieg von Sanae Takaichi wird eine Abkehr von den "new Abonomics" erwartet, was zurück zu einer expansiven Geldpolitik führt. Der Yen verlor daraufhin stark und der Nikkei sprang um 6,3% an. Ich bin gespannt auf die morgigen Zahlen von Yamaha.
Nvidia legte nochmals um 14% zu und überspringt damit als erstes Unternehmen die 5 Billionen US-Dollar Marke bei der Marktkapitalisierung. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands liegt bei 4,7 Billionen USD. Reflexartig erwidert jeder Deutsche bei solchen Zahlen, dass die Bewertung von Nvidia nicht gesund sein kann. Noch immer wird verkannt, wie revolutionär die KI sich auf unseren Alltag auswirken wird und wie einmalig die Marktführungsposition von Nvidia ist. Wir bleiben dabei, Nvidia ist mit einem Anteil von nun wieder 8,6% unsere größte Portfolioposition.
Tesla legte um 9% zu. Auch hier wird das Unternehmen häufig mit unseren Autobauern verglichen, dabei blicken Anleger inzwischen ausschließlich auf das autonome Fahren und den Roboter Optimus. Beides sind Projekte, die, wenn sie zur Marktreife gebracht werden können, keinen ernstzunehmenden Wettbewerb haben werden. Wettbewerber können entweder KI-Roboter bzw. KI für autonomes Fahren entwickeln oder
Massenproduktion. Keiner kann beides wie Tesla.
Novo verliert diese Woche wieder die 8%, die es im Oktober zulegen konnte. Mist. Der Umbruch im Management, nachdem der Wettbewerb seitens Eli Lilly offensichtlich unterschätzt wurde, braucht Zeit, die ich dem Unternehmen gerne gebe.
Medios gab einen neuen CEO bekannt, der ab Februar das Unternehmen leiten wird. Ich habe noch nicht viel über den Neuen herausbekommen und melde mich, sobald ich Details dazu habe.
Im spekulativen Bereich haben wir schweren Herzens Puma aus dem Portfolio geworfen. Vollkatastrophe, würde ich sagen. Arne Freund hat das Unternehmen in Grund und Boden gewirtschaftet, wie wir heute sehen. Schlimmer noch, seine Aussagen über Lieferkettenresistenz, über schlanke Lager, über moderne Produkte und die Nutzung der Schwäche der Wettbewerber, die ich naiv glaubte, führten in die Irre. Nun steht der Turnaround an und im Erfolgsfall winkt ein kräftiger Kursanstieg. Doch ich habe mir Produkte und Wettbewerb näher angeschaut und bin leider zu dem Schluss gekommen, dass nicht auszuschließen ist, dass es bereits zu spät ist für einen erfolgreichen Turnaround. Wir suchen daher nach anderen attraktiven Spekulationen.
Die anderen Spekulationen entwickelten sich mehr oder weniger unauffällig ;-). KI-Aktien wie Dell und Salesforce profitierten von den hohen Investitionsprognosen der Hyperscaler. Home Depot, TJX und Capital One hätten gerne die Zusage einer weiteren Zinssenkung von Jay Powell im Dezember erhalten, da rückläufige Zinsen ihr Geschäft positiv beeinflussen. Ist aber nicht so wichtig, da Jay Powell je nach Datenlage die richtige Entscheidung treffen wird. Heftige Kurssprünge bei diesen Aktien wären ein Zeichen für eine unterschiedliche Wahrnehmung von Jay Powell zu den Marktteilnehmern.
So geht unser Heibel-Ticker Portfolio unverändert aus der Börsenwoche, während der DAX ein halbes Prozent verlor und der S&P 500 1% gewann.
5. Update beobachteter Werte: Apple, Palo Alto Networks, Novo Nordisk, Puma
Im Wochenverlauf habe ich Updates zu unseren Portfolio-Titeln verfasst. Diese erhalten Sie nachfolgend zusammen aufgeführt.
Die Updates finden Sie generell jeweils nach der Veröffentlichung verfügbar unter Heibel-Ticker -> Portfolio -> 10 neueste Einträge und mit der Express-Funktion erhalten Sie die Updates direkt unterwöchig per E-Mail und SMS.
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Apple: Apple zündet den iPhone-Turbo: China dreht, Services auf Rekordkurs
Fr, 31. Oktober um 14:30 Uhr
Apple hat ein starkes Q3 abgeliefert: 102,5 Mrd.$ Umsatz (+8%, im Rahmen der Erwartungen) und 1,85$ Gewinn je Aktie (+13% ggü. Vorjahr und um 4% über Erwartungen) bedeuten neue Bestmarken, dazu ein Allzeithoch beim Umsatz mit Dienstleistungen. CEO Tim Cook stellt für das jetzt laufende Weihnachtsquartal „das beste Quartal der Firmengeschichte und das beste iPhone-Quartal überhaupt“ in Aussicht.
Der iPhone-Motor läuft rund. Mit 49,0 Mrd.$ Umsatz (+6%) markierte Apple einen Quartalsrekord, und das trotz Lieferengpässen bei mehreren 16er- und 17er-Modellen. Apple meldet außerdem einen Rekord bei bestehenden iPhone-Kunden, die auf ein aktuelleres Modell umsteigen. Die Nachfrage übersteigt aktuell das Angebot, nicht umgekehrt. Das ist für die nächsten Wochen ein willkommener Rückenwind, denn die Produktion läuft derzeit erst richtig an.
Auch aus China kommen bessere Signale, als der bloße Jahresvergleich von -4% in China vermuten lässt. Der Rückgang im abgelaufenen Quartal war laut Cook maßgeblich iPhone-bedingt und primär durch knappe Liefermengen verursacht. Gleichzeitig seien die Kundenfrequenzen in den Läden deutlich gestiegen, die iPhone-17-Familie kommt gut an und Apple rechnet im laufenden Quartal mit einer Rückkehr zu Wachstum.
Die Apple-Services glänzen weiter mit einem Umsatz von 28,8 Mrd.$ (+15%), quer über App-Store, Werbung, Cloud, Musik, Payment und Video. Diese margenstarken Einnahmen stützen die Konzernmarge (47,2%) und sollten auch im Weihnachtsquartal mit einer ähnlichen Wachstumsrate wie im Gesamtjahr 2025 zulegen. Das Management peilt für das Dezemberquartal 10–12% Umsatzplus bei 47–48% Bruttomarge an.
Der iPhone-Zyklus läuft, China dreht von Sorgenkind zur Chance, die Services laufen solide und die kurzfristigen Engpässe bei der Fertigung sind eher ein Luxusproblem. Einige Analysten hoben ihre Kursziele an.
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Palo Alto Networks: Palo Alto im Jahr der Wende: Gewinnverdopplung erwartet
Mo, 03. November um 08:27 Uhr
Wedbush Securities listet Palo Alto als “best ideas" und nennt das Jahr 2026 als “inflection year” für Palo Alto für die Profitabilität: Jahr der Wende. Tatsächlich verdoppelt sich der Gewinn im Geschäftsjahr 2026 Analystenschätzungen zufolge. Das Geschäftsjahr 2026 läuft übrigens schon seit August.
Seit unserem Nachkauf im August stieg die Aktie bereits um 27% an. Seit unserem ersten Kauf vor zwei Jahren legte die Aktie bereits um 70% zu. Das ist toll, aber das Bessere ist des Guten Tod: Crowdstrike läuft noch besser. Die Aktie verdreifachte sich im gleichen Zeitraum. In der vergangenen Woche trat der CEO von Crowdstrike George Kurtz mit Nvidia CEO Jensen Huang auf. Huang lobte die Lösung von Crowdstrike als zukunftsweisend für das Zeitalter der KI. Wenn ich mir die Kennzahlen der beiden Konkurrenten anschaue, ist Crowdstrike günstiger bewertet und wächst schneller. Die bessere Kursperformance hat also ihren Grund. Allerdings bezahlt Crowdstrike das große Wachstum mit einer schwächeren Marge. Die Aktie dürfte also volatiler sein, Palo Alto ist stabiler.
Ich habe beide Aktien im Auge und bin offen, die Position auszutauschen, sollte sich eine Gelegenheit dazu ergeben. Das Thema Cybersicherheit ist ein absolutes Wachstumsthema, wir sollten eine Aktie im Portfolio haben, Nur, welche dieser beiden, das können wir ggfls. je nach aktueller Situation entscheiden. Oder in der Sprache eines Fußball-Trainers: Gut zu wissen, dass es für Palo Alto einen qualitativ gleichwertigen Auswechselspieler auf der Bank gibt.
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Novo Nordisk: Novo Nordisk gerät ins Kreuzfeuer zwischen Politik und Wettbewerb – und reagiert mit Angriff
Mo, 03. November um 13:50 Uhr
Die Aktie von Novo Nordisk gab in der vergangenen Woche wieder ihre zuvor erzielen Gewinne ab. Nach Aussagen von Präsident Trump, die Zuzahlung für Ozempic per Regierungsplan auf 150$ im Monat zu deckeln, rutschte die Aktie ab. Bislang wird das Diabetes-Medikament mit der positiven Nebenwirkung des Gewichtsverlusts zu 1.000 $ verkauft. In den USA werden die effektiven Patientenpreise für GLP-1-Therapien also sinken.
Gleichzeitig betonte für die Preisverhandlungen verantwortliche Chef des Centers for Medicare & Medicaid Services Mehmet Oz, dass die Preisverhandlungen für die GLP-1-Klasse noch nicht abgeschlossen seien. Die politische Preisschraube ist also real, aber das Ergebnis offen. Für uns Anleger bedeutet das eine erhöhte Unsicherheit beim US-Preissetzungsrahmen, ohne dass die endgültigen Konditionen feststehen.
Während der Regulierungsschatten auf Novo fällt, lieferte der Rivale Eli Lilly glänzende Q-Zahlen: Dank Zepbound und Mounjaro schoss der Umsatz im jüngsten Quartal um rund 54% auf 17,6 Mrd.$, die Jahresprognose wurde angehoben. Entsprechend sprang die Aktie von Eli Lilly an. Irgendwie hat es Lillys geschafft, den ehemaligen Vorsprung von Novo aufzuholen, derzeit scheint Lilly die Nase vorn zu haben.
In direkten Vergleichen zeigt Lillys Wirkstoff Tirzepatid (Zepbound/Mounjaro) gegenüber Novos Semaglutid (Wegovy/Ozempic) leichte Vorteile bei Gewichtsreduktion. Das verleiht Lilly Rückenwind in der klinischen Positionierung, Novo muss deshalb über Verfügbarkeit, Indikationserweiterungen und Portfolioergänzungen kontern, um Marktanteile zu stabilisieren.
Genau das versuchen die Dänen nun. Mit einer überraschenden Gegenofferte für das Abnehm-Biotechunternehmen Metsera torpediert Novo Nordisk Pfizers laufenden Übernahmedeal. Strategisch kauft Novo sich damit zusätzliche Pfeile in den Köcher der Stoffwechsel-Pipeline und signalisiert Kampfgeist, statt defensiv auf Preisdebatten zu warten. Kurzfristig drückt jedoch die Aussicht auf höhere Investitionen bei gleichzeitiger US-Preisunsicherheit auf die Stimmung.
Am Mittwoch wird Novo Q-Zahlen veröffentlichen. In den vergangenen Monaten gab es eine Reihe von Managementwechseln im Unternehmen, auch der CEO wurde ausgetauscht. Das Unternehmen muss sich in einem Wachstumsmarkt dem Wettbewerb (Lilly) und widrigen Rahmenbedingungen (Trump) stellen und deutlich aktiver, wenn nicht gar aggressiver agieren. Ich bin gespannt auf die Aussagen des neuen CEOs zu seiner Strategie.
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Puma: Verkaufen: Erneuter Neuanfang, schlechte Bilanz und schlechte Produkte
Mo, 03. November um 14:34 Uhr
Puma drückt erneut den Reset-Knopf und liefert verheerende Q3-Zahlen. Der Umsatz sank um 10,4% auf 1,96 Mrd.€ und liegt damit um 1% unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Die Gewinnmarge gab wegen hoher Großhandels-Promotionen und Lagerbereinigungen auf 45,2% (-2,7%punkte ggü. Vorjahr) nach. Der Verlust von 62,3 Mio.€ bzw. –0,42€ je Aktie ist deutlich schlechter als erwartet.
Immerhin wächst das Onlinegeschäft trotz dort weniger Rabatten um 5,6%. Der Onlinehandel-Anteil kletterte auf 29,1%. Belastend wirken vor allem die hohe Rückgabequote und der Rückzug aus margenschwachen Kanälen in Nordamerika, während der Lagerbestand mit +17,3% auf 2,12 Mrd.€ anwuchs.
Im Analystencall zeichnete der neue CEO Arthur Hoeld 2025 als Neuanfang und 2026 als Übergang. Erst ab 2027 wird wieder Wachstum mit Fokus auf Fußball, Laufen, Training und ein hochwertigeres Sportstyle-Segment erwartet. Die Kostenbasis soll über ein erweitertes Effizienzprogramm gesenkt werden (zusätzlicher Abbau von rund 900 administrativen Stellen bis Ende 2026), die Komplexität im Sortiment schrumpft. Zoll- und Preisdruck in den USA werden über effizientere Lieferketten, selektive Preisanpassungen und Partnerdeals abgefedert. Die Jahresziele bestätigt das Management, es wird ein währungsbereinigter Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und ein berichteter EBIT-Verlust in Aussicht gestellt.
Ich hatte mit schwachen Zahlen gerechnet. Insbesondere nach meinem Besuch des Flagship Stores in der 5th Avenue in New York war meine Skepsis über den desolaten Zustand des Unternehmens angewachsen, ich schrieb im Update vom 23.10. darüber.
Inzwischen veröffentlichten auch Nike und Adidas Q-Zahlen. Beide Unternehmen befinden sich in schweren Zeiten. Insbesondere Nike kündigte an, den US-Einzelhandel wieder stärker einzubinden, sowie auch wieder über Amazon zu verkaufen. Damit beansprucht Platzhirsch Nike wieder mehr Regalflächen in den USA. Das war genau die offene Flanke, die ich vor zwei Jahren ausgemacht hatte, von der Puma hätte profitieren können. Wie sich nun zeigt, ließ Puma diese Chance ungenutzt und muss sich nun gegen einen wieder erstarkenden Konkurrenten behaupten - das ist nun ungleich schwerer.
Zudem werden sich zwei Einzelhandelspartner, Dicks Sporting Goods und Footlocker, zusammenschließen und gewinnen dadurch an Markt- und Verhandlungsmacht gegenüber den Herstellern. Der Erfolg im Online-Direktvertrieb von Puma ist daher zwar nett anzusehen, kann allerdings die Probleme im Einzelhandeln noch lange nicht kompensieren.
Analysten erwarten nun für die kommenden Jahre eine rückläufige Umsatzentwicklung. Eine Erholung, wie auch immer sie geartet sein könnte, wird meiner Ansicht nach mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ich bislang dachte. Unsere Spekulation ist damit gescheitert, ich werde in den sauren Apfel beißen und die Position verkaufen. Wer Zeit und Geduld mitbringt und auf eine Erholung im Jahr 2026 setzt muss sich überlegen, ob die Marke Puma im Markt bestehen wird oder nicht.
Die Marke Puma ist in den USA angesehen, wie ich mich auf den Straßen der US-Städte überzeugen konnte. Der "Speed-Cat" Schuh, mit dem die Retro-Schiene nun bespielt wird, ist ein voller Erfolg, wie mir der Ladenchef eines Puma-Outlets bestätigte. Ich habe jedoch weder im Outlet, noch im Flagship-Store Puma-Artikel gefunden, die mich begeisterten. Daher würde ich nicht meinen Hund dafür ins Feuer legen, dass Puma aus dieser Krise eigenständig heraus kommen wird. Und das ist letztlich der Grund, warum ich die Position nun auflösen möchte. Damit nehme ich in Kauf, dass im Falle eines erfolgreichen Turnarounds innerhalb der kommenden drei Jahre mehr als eine Verdopplung des Aktienkurses zu erwarten wäre.
Alle Updates zu Puma
6. Übersicht HT-Portfolio
| Spekulation (≈20%) =11,7% | WKN | 3.11., 20:07 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 8x2,5% | ! |
| PVA Tepla | 746100 | 25,54 € | -9% | 97% | 2,0% | B |
| Puma | 696960 | 17,58 € | -20% | -46% | 0,0% | B |
| DELL Technologies | A2N6WP | 140,54 € | 3% | 63% | 3,7% | B |
| Home Depot | 866953 | 324,66 € | -2% | -14% | 2,1% | A |
| Salesforce | A0B87V | 225,14 € | 3% | -29% | 1,4% | C |
| Capital One Fincl | 893413 | 192,30 € | -1% | 19% | 2,6% | A |
| TJX | 854854 | 121,01 € | -1% | 13% | 2,5% | A |
| Disruptiv (≈30%) =34,8% | WKN | 3.11., 20:07 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| Medios | A1MMCC | 12,44 € | -3% | -6% | 3,3% | C |
| Nvidia | 918422 | 181,89 € | 14% | 38% | 8,7% | B |
| Palo Alto Networks | A1JZ0Q | 189,57 € | 2% | 17% | 6,9% | B |
| Novo Nordisk | A3EU6F | 42,23 € | -8% | -50% | 4,6% | A |
| Apple | 865985 | 232,62 € | 3% | 16% | 6,9% | B |
| Tesla | A1CX3T | 406,10 € | 9% | 87% | 4,4% | A |
| Dividende (≈30%) = 25,2% | WKN | 3.11., 20:07 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| CEWE | 540390 | 98,80 € | -4% | -4% | 5,6% | B |
| Allianz | 840400 | 353,50 € | 0% | 19% | 4,8% | B |
| Snap-On | 853887 | 291,47 € | -1% | -11% | 5,8% | A |
| Holcim | 869898 | 75,78 € | 0% | 45% | 3,4% | B |
| Yamaha | 855314 | 5,49 € | -3% | -11% | 5,6% | A |
| Absicherung (≈20%) =16,2% | WKN | 3.11., 20:07 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 3x6,6% | ! |
| Goldbarren /Uz | 965515 | 3.472,02 € | -2% | 38% | 6,8% | C |
| Symrise %-'12.25 | SYM772 | 99,88% | 0% | 2% | 2,7% | C |
| Bitcoin | A27Z30 | 92.534,51 € | -4% | 3% | 6,7% | B |
| Woche Δ | Σ '25 Δ | Cashquote | ||||
| 0% | 11% | 12,0% |
| Heibel-Ticker | Gewichtung | # Positionen | angestrebte Positionsgröße | |||
| Portfolio | Ziel | Soll | Ist | Soll | Ist | |
| Spekulation | Ereignis | 20% | 11,7% | 8 | 6 | 2,5% |
| Disruptiv | Enkelkinder | 30% | 34,8% | 5 | 6 | 6,0% |
| Dividende | Urlaub | 30% | 25,2% | 5 | 5 | 6,0% |
| Absicherung | Zins & Gold | 20% | 16,2% | 3 | 3 | 6,7% |
| Summe | 100% | 88% | 21 | 20 | 100% | |
Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
| A | – | Top-Aktie mit günstigem Kurs, |
| B | – | Kursrücksetzer zum Kaufen nutzen |
| C | – | Kurssprünge zum Verkaufen nutzen, |
| D | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
| E | – | Sofort Verkaufen |
Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Mitglieder vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- + Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.
Die letzte Spalte wird für eine Einschätzung der Auswirkung aktueller Entwicklungen auf die jeweilige Portfolioposition genutzt. „%“ stuft den Einfluss der Inflation auf das jeweilige Geschäftsmodell ein.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
https://www.heibel-ticker.de
7. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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