Heibel-Ticker PLUS Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
20. Jahrgang - Ausgabe 46 (14.11.2025)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Turbulente Woche schüttelt viele Anleger durch |
| 2. | So tickt die Börse: US-Shutdown endet, KI-Blase platzt und Siemens wird zu One Tech |
| - Ende des US-Shutdowns | |
| - KI-Blase platzt | |
| - Siemens wird zur One Tech Company | |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Anleger meiden langfristige Richtungsentscheidungen |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Korrektur der High-Flyer belastet die KI-Revolution |
| 5. | Update beobachteter Werte: Medios, Nvidia, Tesla Motors, PVA Tepla, CEWE, Allianz, Applovin |
| - Medios: Umsatz stark, Marge normalisiert, Gewinn überrascht positiv | |
| - Nvidia: KI-Blase ist lediglich lokal und dürfte schnell ausgeglichen werden | |
| - Tesla Motors: Wette nicht gegen Elon Musk | |
| - PVA Tepla: Programmverkauf drückt Aktienkurs | |
| - CEWE: Q-Zahlen zeigen solide Vorbereitungen auf Weihnachtsgeschäft | |
| - Allianz: Attraktive Geschäftsentwicklung sichert Dividende | |
| - Applovin: AppLovin kaufen | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Übersicht HT-Portfolio |
| 8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Turbulente Woche schüttelt viele Anleger durch
Liebe Börsenfreunde,
In Kapitel 2 gehe ich auf die Auswirkung des Endes des US-Shutdowns auf die Aktienmärkte in den USA und bei uns ein. Außerdem schaue ich mir eine Reihe von Aktien an, deren Bewertung in diesen Tagen implodiert. Platzt die KI-Blase? Siemens wird zu One Tech und verfolgt eine neue Strategie. Ich schaue mir die Geschehnisse näher an.
In Kapitel 3 zeigt die Sentimentanalyse ein recht durchwachsenes Bild: Verunsicherung dominiert in der Wahrnehmung der Anleger. Daraus folgen ein paar kurzfristige Aktionen, aber kein Richtungsentscheid.
Das heutige Kapitel 4 ist kurz, weil ich zu den wichtigsten Entwicklungen bereits in Form von Updates zu einigen unserer Portfoliopositionen Stellung bezogen habe. Ich beschränke mich daher auf einen kurzen Ausblick und meiner Meinung zur Frage, ob wir in einen Bärenmarkt abdriften, oder nicht.
Die 7 Updates in Kapitel 5 umfassen daher Titel wie Tesla, Nvidia und die Allianz. Es gibt eine Neuempfehlung für unseren spekulativen Portfolioteil sowie Kommentare zu einer Reihe von Quartalszahlen, die in der abgelaufenen Woche insbesondere unsere deutschen Titel betrafen.
Die eine Leserfrage in Kapitel 6 beschäftigt sich ausführlich mit der Frage, wo denn der Strom herkommen soll, der die KI-Rechenzentren weltweit versorgen soll. Ein Mitglied schlägt einen ETF vor, der Stromversorger und Kraftwerksbauer beinhaltet. Ich analysiere, ob das ein geeignetes Instrument für ein Investment ist. Außerdem meldete sich ein Mitglied mit der traurigen Information, dass er Opfer eines "pig butcherings" sei und sein Geld verloren habe. Bitte lesen Sie die Details dazu, damit Ihnen nicht Ähnliches widerfährt.
Abschließend gibt es wie immer den Überblick über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: US-Shutdown endet, KI-Blase platzt und Siemens wird zu One Tech
Ende des US-Shutdowns
Nach 41 Tagen endete diese Woche der längste Regierungs-Shutdown der US-Geschichte. Ausgefallene Regierungsstatistiken über den Arbeitsmarkt dürften in den kommenden Tagen nachgereicht werden. Anleger flogen in den vergangenen Wochen aus konjunktureller Sicht nahezu im Blindflug. Statistiken, deren Daten durch die Behörden erhoben werden müssen, können teilweise nicht nachträglich erstellt werden. Es wird also eine gewisse Unsicherheit auch in den kommenden Wochen bleiben.
In den USA könnte nun eine Erholungsbewegung bei Regierungsdienstleistern wie Booz Allen oder SAIC anlaufen. Während bei den Regierungsangestellten alle Gehaltsausfälle nachträglich kompensiert werden, können Regierungsdienstleister nicht auf eine nachträgliche Erstattung von geplanten Arbeiten hoffen, die mangels Ansprechpartner ruhte. Doch aufgestaute Vergaben und Zahlungen laufen wieder an, nachdem während des Stillstands viele Prozesse eingefroren waren.
Rückenwind sehe ich auch für Biotech/Medtech, weil die US-Zulassungsbehörde FDA ihr normales Prüf- und Genehmigungstempo wieder aufnehmen Wird. Zudem dürfte die IPO-Pipeline langsam auftauen, davon profitieren Börsenplätze (Nasdaq/ICE) und IPO-nahe Wachstumswerte sowie die Broker, die IPOs durchführen.
Für deutsche Aktien bedeutet das Ende des Shutdowns in erster Linie einen Risikoabbau. Der DAX hat bereits positiv auf die Einigung reagiert. Zykliker und Exportwerte mit hoher US-Quote (Maschinenbau, Autozulieferer, Chemie) sollten auch weiterhin von einer besseren Stimmung und planbaren Datenlage profitieren.
KI-Blase platzt
In meinem Update zu Nvidia habe ich bereits die gefährlichen Entwicklungen aufgezeigt. Nun kommt tatsächlich noch eine explizite Warnung von Sarah Friar, CFO von OpenAI, hinzu. Nachdem eine Unternehmensanleihe von Oracle mit einem Volumen von 18 Mrd. USD am Markt nur schwach aufgenommen wurde, forderte Friar ein Regierungsprogramm, das die astronomischen Projektankündigungen von OpenAI auffangen würde, sofern es Finanzierungsschwierigkeiten geben sollte.
Es ist häufig wichtiger, wer etwas sagt, als was die Person sagt. Sarah Friar genießt in der Finanzbranche einen makellosen Ruf. Man hört ihr zu, man schätzt sie. Die exorbitanten Ankündigungen von Sam Altman, welche Projekte OpenAI nun angehen werde, wurden zwar mit Sorge aufgenommen, doch man wischte die Sorgen schnell beiseite, denn Sam Altman hatte ja Sarah Friar als Finanzchefin an der Seite, und die würde schon dafür sorgen, dass das alles funktioniert.
Tja, und jetzt wirft sie ein rotes Handtuch in den Ring.Und so sehen wir auch schon das Platzen der KI-Blase: Oracle verlor vom Hoch am 10. September bereits 38%.
Der Hyperscaler, der ebenfalls mit gigantischen Investitionen von sich reden machte, ist Meta. Noch im Sommer stellte CEO Mark Zuckerberg Heerscharen an KI-Entwicklern zu Millionengehältern ein, um im KI-Rennen die Nase vorn zu haben. Ich habe manche Investitionsankündigungen so interpretiert, dass sie einfach der potentiellen Konkurrenz signalisieren sollen, es gar nicht zu versuchen, in diesem Bereich gegen Meta anzutreten. Egal, ob sich die eine oder andere Investition auf Sicht von 5 Jahren rechnet, Hauptsache, es gibt keinen ernstzunehmenden Wettbewerb. Denn dann ist in der fernen Zukunft mit um so größeren Gewinnmargen zu rechnen, wenn es dann endlich so weit sein wird.
Coreweave, das Unternehmen, das die performantesten KI-Rechenzentren baut, kletterte vom IPO-Preis von 35 USD binnen zwei Monaten auf 187 USD, um seither wieder auf inzwischen 78 USD zurückzufallen, -58% vom Hoch. Zulieferer Core Scientific hat Lieferprobleme bei der exponentiell angesprungenen Nachfrage nach seinen KI-Lösungen für Managed Hosting von KI-Applikationen und brach allein in den vergangenen zwei Wochen um 35% ein.
Meine Einschätzung, ob wir hier nur eine kurzfristige Korrektur einzelner Übertreibungen sehen, oder aber den Anfang einer breiten Korrektur der gesamten KI-Branche, die vielleicht auch auf andere Branchen übergreifen kann, habe ich im Nvidia-Update aufgezeigt.
Die ehemaligen Hype-Themen befinden sich ebenfalls unter Druck: Rigetti, das Unternehmen, das Quantum Computing salonfähig machen möchte, verlor in den vergangenen vier Wochen 45% des Marktwerts. Meine Meinung: Quantum Computing kommt. Vielleicht kommt es sogar schneller als derzeit erwartet. Doch auf dem Weg dorthin werden noch viele kleine Spezialisten finanzielle Probleme bekommen. Warum also nicht in den Bluechip dieser Entwicklung investieren: Big Blue himself, IBM. IBM gilt als führend im Quantencomputing, finanziert die Entwicklung aus den Einnahmen des laufenden Geschäfts und hat damit auch nötigenfalls einen langen Atem. Und wie zur Bestätigung notiert IBM aktuell auf einem Allzeithoch, wird also vom Platzen der Quantum-Blase verschont.
In der Kryptowelt platzen derzeit ebenfalls einige Unternehmen. Bitmine Immersion Technologies bietet Mining-Rechner an. Die Aktie verlor in den vergangenen Wochen bereits 75% ihres Wertes. Der jüngste IPO aus dieser Branche, Circle, befindet sich ebenfalls auf dem Weg gen Süden: Vom Hoch bei 300 USD kurz nach dem IPO (IPO zu 31 USD) fällt die Aktie seither zurück auf aktuell 82 USD, ebenfalls fast -75%. Wobei ich von der Zukunft von Circle überzeugt bin, hier haben wir ein erstes Unternehmen, das in Mitleidenschaft gezogen wird... oder wurde. Vermutlich wurde, als die Aktie in den Himmel getrieben wurde. Nun folgt die Normalisierung.
Bleibt der Bereich der Kernspaltung, der in der fernen - hoffentlich nicht allzu fernen - Zukunft unsere Energieversorgung revolutionieren soll. Oklo heißt das Unternehmen, das für diese Entwicklung von Spekulanten im laufenden Jahr um das Neunfache nach oben gejubelt wurde. Nach einem Hoch bei 193 Mitte Oktober kommt die Aktie nun auf 101 USD zurück, -48%. Damit erreicht die Aktie auf Basis des für die Zukunft erwarteten Gewinns ... ach ne, bis Ende 2026 wird noch kein Gewinn erwartet. Also dann auf Basis der Umsatzerwartungen für die Zukunft... hoppla, auch da steht eine Null. Ob das die 14 Mrd. USD wert ist, mit denen das Unternehmen noch immer bewertet wird?
Siemens wird zur One Tech Company
Siemens trennt sich sukzessive von seiner 67%-Beteiligung an Healthineers, indem 30% der Healthineers-Aktien an die Siemens-Aktionäre übertragen werden. Der Konzernanteil sinkt damit auf 37%, ohne Mittelzufluss an Siemens, und schärft das Profil als fokussiertes Technologieunternehmen („ONE Tech Company”). Mittelfristig soll der Restanteil zu einer reinen Finanzbeteiligung werden.
Siemens bündelt Hardware, Software und Services und strebt Wachstum über vier Hebel an: Mehr Digitalumsatz, fokussierte Regionen (u.a. USA/China/Indien), gezielte Branchen-Vertikalen sowie Industrial-AI. Mittelfristig peilt Siemens 6–9% organisches Umsatzwachstum an. Das Digitalgeschäft soll bis 2030 verdoppelt werden, getrieben von KI-Investitionen i.H.v. 1 Mrd. EUR in drei Jahren. Kapital, das beispielsweise aus späteren Anteilsverkäufen bei Healthineers stammen kann, wird dann gezielt in Automatisierung, Elektrifizierung und industrielle KI investiert.
Anleger sind erst einmal skeptisch, Siemens verlor gestern 10%. Wir kennen Siemens als Alleskönner, als Rückgrat der deutschen Industrie. Siemens kann Energie (Siemens Energy), Gesundheit (Healthineers), Microchips (Infineon) und sogar Licht (Osram). Diese Breite könnte aber bei der sich immer schneller drehenden Wirtschaft bremsen. Insbesondere die KI für Industrie benötigt noch extrem hohe Investitionen, um passende Modelle zu entwickeln (Stichwort Halluzination beseitigen bzw. kontrollieren).
Das EV/EBITDA von aktuell 15 erscheint angemessen für das angestrebte Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich. Ich würde vermuten, dass Siemens als Dividendenaktie an Attraktivität verliert, da künftig ein höherer Teil des freien Cashflows reinvestiert statt als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Somit würde ich dem aktuellen Ausverkauf keine Neubewertung der Aktie zusprechen, sondern lediglich ein Aktionärswechsel: Dividendenaktionäre ziehen sich zurück.
Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich behaupten konnten:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 14.11., 17:43 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ |
| DAX | 23.891 | 1,6% | 20,0% |
| S&P 500 | 6.767 | 0,7% | 14,6% |
| Nikkei | 50.377 | 0,2% | 26,3% |
| Shanghai A | 4.628 | -1,1% | 17,6% |
| Euro/US-Dollar | 1,16 | 0,4% | 11,6% |
| Euro/Yen | 179,61 | 1,2% | 10,4% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,13% | 0,02 | -0,38 |
| Umlaufrendite Dt | 2,64% | 0,05 | 0,33 |
| Feinunze Gold | $4.109 | 2,8% | 57,1% |
| Fass Brent Öl | $64,52 | 1,1% | -13,4% |
| Kupfer | $10.956 | 2,6% | 23,0% |
| Baltic Dry Shipping | $2.077 | 0,7% | 108,3% |
| Bitcoin | $97.085 | -2,9% | 3,5% |
3. Sentiment: Anleger meiden langfristige Richtungsentscheidungen
Eine turbulente Woche liegt hinter uns. Nach dem Ausverkauf der Vorwoche endete der DAX auf dem tiefsten Stand seit zwei Monaten. Am Wochenende zeichnete sich eine Einigung im US-Regierungs-Shutdown ab und so begannen die Aktienmärkte eine fulminante Rallye. Bis Donnerstag früh kletterte der DAX um 4,2% nach oben.Doch mit dem Ende des US-Shutdowns werden demnächst auch wieder Konjunkturdaten veröffentlicht. Und seit dem gestrigen Donnerstag haben Anleger plötzlich Angst vor diesen Zahlen, denn sie könnten schlechter ausfallen als in der Zeit des Shutdowns erhofft, als man keine Informationen bekam. Zudem lieferte Siemens schwache Zahlen ab und brach um 10% ein, allein das belastete den DAX mit gut -1%.
Unser Anlegersentiment zeigt sich vor dem Hintergrund dieser heftigen Marktbewegungen verunsichert. Die Stimmung konnte sich nach dem Tiefpunkt vor einer Woche von -3,8 auf nur noch -1,5 erholen. Doch die Verunsicherung bleibt mit einem Wert von -3,6 groß.
Unsere Umfrageteilnehmer erkennen nun plötzlich einen Grund für den jüngsten Ausverkauf, denn die Zukunftserwartung fällt diese Woche auf -1,5. So viel Pessimismus gab es seit diesem Sommer nicht mehr.
Und so überrascht es auch nicht, dass die Investitionsbereitschaft mit nur noch 0,2 ebenfalls auf dem niedrigsten Niveau seit dem Sommer ist.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger klettert hingegen auf +25, was eine starke Nachfrage nach Long-Spekulationen anzeigt. Wittert man hier bereits eine Chance?
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX sinkt auf 1,04 und notiert damit ebenfalls in einem Bereich, in dem von einer ungewöhnlich starken Nachfrage nach Call-Optionen als Spekulation auf steigende Kurse gesprochen werden kann.
So viel Optimismus lässt sich dem US-Pendant nicht ablesen. Mit dem Put/Call-Verhältnis an der CBOE messen wir einen Wert von 0,71, der wiederum als durchschnittlich betrachtet werden kann.
Die Investitionsquote der US-Fondsmanager sinkt diese Woche leicht auf 88% zurück.
Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger steht bei -17%punkten. Mit 49% Bärenanteil befinden wir uns bereits im Bereich von Extremwerten. Nur 32% sind noch bullish gestimmt.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 18% extreme Angst an. Das ist in der Regel bereits ein gutes Signal für zumindest kurzfristig steigende Kurse. Eine kleine Gegenbewegung ist also zu erwarten.
Interpretation
Die Enttäuschung über diesen Ausverkauf steht den Anlegern ins Gesicht geschrieben. Doch von Angst und Panik, was einen tragfähigen Boden signalisieren würde, sind wir weit entfernt. Es dominiert die Verunsicherung, die in der Regel Anleger davon abhält, nennenswerte Positionsentscheidungen zu treffen.Vielleicht lässt sich die hohe Long-Spekulation gemäß den Put/Call-Verhältnissen so erklären. Anleger sehen keine neue Richtung an den Börsen, halten den aktuellen Ausverkauf aber für übertrieben. So spekuliert man kurzfristig auf eine Gegenbewegung, möchte sich langfristig aber noch nicht positionieren.
Dazu passt auch der extreme Stimmungswert unserer animusX-Umfrage, mit dem wir die Investitionsabsicht für die kommenden zwei Wochen abfragen. Insbesondere institutionelle Anleger sind darauf vorbereitet, in den kommenden zwei Wochen stärker zu investieren. Dahinter steckt die Hoffnung über eine baldige Richtungsentscheidung, denn andernfalls würden wir heute nicht einen so großen Anteil von Pessimisten messen.
Wenn institutionelle Anleger in der Vergangenheit eine so große Investitionsabsicht hatten, folgten meist fallende Kurse. In fünf Fällen notierte der DAX sechs Monate später niedriger. Insgesamt konnten wir in den vergangenen 20 Jahren eine vergleichbare Investitionsabsicht nur sieben Mal feststellen.
Ich würde also sagen, die derzeitige Marktverfassung ist aus Sicht der Sentiment-Analyse höchst ungewiss. Teils widersprüchliche Signale und die Bevorzugung kurzfristiger Positionierungen sollten Privatanleger zu Vorsicht mahnen.
Für Gold sieht es hingegen recht gut aus. Nach einem starken Stimmungseinbruch in Folge der jüngsten Korrektur im Goldpreis, hellte sich die Stimmung nun wieder stark auf, insbesondere unter institutionellen Anlegern. Nur dreimal konnten wir in der Vergangenheit eine vergleichbare Entwicklung feststellen. Und es folgten jedes Mal stark steigende Goldnotierungen. Sechs Monate später stand der Goldpreis um 10-20% höher.4. Ausblick: Korrektur der High-Flyer belastet die KI-Revolution
Um es nochmals klar zu formulieren: Ich fürchte nicht, dass die Kurseinbrüche in den High-Flyern der vergangenen Monate auf den breiten Aktienmarkt übergreifen. Korrekturen von 10-15% sollten Sie bei den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Monate aushalten können. Größere Verluste sollten nur in Aktien entstehen, deren Unternehmen fundamental nicht die Entwicklung der Aktie nachvollzogen.
Sprich: Übertreibungen werden derzeit korrigiert, die KI-Revolution ist jedoch intakt.
Die erfreuliche Nebenwirkung ist, dass nun auch wieder andere Aktien in den Fokus von Anlegern geraten. Nachdem wir derzeit lernen, wie stark spekulative Aktien nach einem Lauf auch fallen können, werden sich viele Anleger wieder stärker um fundamentale Daten kümmern. Und da sind wir mit unserem Portfolio recht gut aufgestellt.
So konnte diese Woche bspw. Medios nach guten Q-Zahlen um 20% zulegen. Hier haben wir eine Aktie, die ihre kolossale Unterbewertung nun langsam abbauen könnte.
Wir haben heute als spekulativen Titel AppLovin in unser Portfolio geholt. Als Nächstes steht noch Boeing auf meiner Wunschliste, auch deren Aktie ist in den vergangenen Tagen deutlich zurück gekommen, obwohl es eigentlich nur positive Entwicklungen gab.
Somit bleibt es heute bei einem kurzen Kapitel 4, weil die wichtigsten Themen bereits von mir in den Updates abgehandelt wurden.
5. Update beobachteter Werte: Medios, Nvidia, Tesla Motors, PVA Tepla, CEWE, Allianz, Applovin
Im Wochenverlauf habe ich Updates zu unseren Portfolio-Titeln verfasst. Diese erhalten Sie nachfolgend zusammen aufgeführt.
Die Updates finden Sie generell jeweils nach der Veröffentlichung verfügbar unter Heibel-Ticker -> Portfolio -> 10 neueste Einträge und mit der Express-Funktion erhalten Sie die Updates direkt unterwöchig per E-Mail und SMS.
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Medios: Umsatz stark, Marge normalisiert, Gewinn überrascht positiv
Di, 11. November um 11:57 Uhr
Heute früh legte Medios Q3-Zahlen vor. Der Konzernumsatz stieg um 9,1% auf 538,3 Mio. EUR und liegt damit um 6% über den Erwartungen. Operativ blieb der Gewinn (EBITDA pre) mit 24 Mio. EUR knapp unter dem Vorjahresrekord und liegt um 5% über den Erwartungen. vor einem Jahr profitierte Medios von einem inflationsbedingten Einmaleffekt, da das Unternehmen vor den starken Preissteigerungen große Lagerbestände zu alten (=günstigen) Preisen aufgebaut hatte. Rechnet man diesen Sondereffekt gedanklich heraus, wirkt das aktuelle Quartal stabiler als es der leichte Gewinnrückgang vermuten lässt. Die EBITDA-Marge lag bei 4,46% nach 4,99% im Vorjahr und damit wieder in einem normaleren Korridor für das Geschäftsmodell.
In der Arzneimittelversorgung, dem Massengeschäft mit dünner Marge, wuchs der Umsatz um 8,9% auf 439,4 Mio. EUR, die Marge gab jedoch von zuvor 3,52% auf 2,82% nach. Patientenindividuelle Therapien legten beim Umsatz um 3,2% auf 55,8 Mio. EUR zu und hielten die Profitabilität nahezu konstant (10,93% Marge). Das International Business ist zwar noch klein, zeigt aber hohe Wachstumsraten (Umsatz +20,6% auf 43,0 Mio. EUR, Gewinnmarge 19,07%).
Das eigentlich Positive kommt unter dem Strich: Trotz leicht niedrigerem Vorsteuergewinn sprang das Konzernergebnis nach Steuern auf 7,2 Mio. EUR (+80%) und der Gewinn je Aktie auf 0,29€ (+81%). Zudem drehte der operative Cashflow deutlich ins Plus: 29,3 Mio. EUR nach -6,5 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Für uns signalisiert der gute Cashflow, dass Medios Working-Capital-Effekte (Lagerbestand) und Prozessthemen zunehmend im Griff hat.
Für das Gesamtjahr 2025 bestätigt Medios die Prognose. Um die 2,0 Mrd. EUR Umsatz zu erreichen, genügen im Q4 rund 470 Mio. EUR, also weniger als im starken Q3. Anspruchsvoller ist die Profitabilität: Ausgehend von 70,4 Mio. EUR EBITDA-pre per Ende September impliziert die Jahresvorgabe von 96 Mio. EUR ein Q4-EBITDA von 25,6 Mio. EUR und damit eine Quartalsmarge von gut 5,4%. Das liegt über den 4,46% aus Q3. Erreichbar ist das, wenn das internationale Geschäft weiter skaliert und der Produktmix etwas günstiger wird.
Strategisch bleibt das Bild intakt: Medios wächst organisch im Kerngeschäft, hält die margenstarken, patientenindividuellen Therapien auf Kurs und baut mit dem internationalen Segment einen Profitabilitätsmotor auf, der die Konzernmarge schrittweise anheben kann. Der CEO-Wechsel zum 1. Februar 2026 (Thomas Meier folgt auf Matthias Gärtner) ist längerfristig angelegt und dürfte die Kontinuität der eingeschlagenen Strategie sichern.
Ach so, die Aktie springt heute um 10% an :-)
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Nvidia: KI-Blase ist lediglich lokal und dürfte schnell ausgeglichen werden
Di, 11. November um 14:38 Uhr
Ich kündigte vor einer Woche ja an, eine mögliche Blasenbildung im KI-Bereich im Auge zu behalten. Grundsätzlich würde ich eine KI-Blase noch immer nicht mit der Internetblase aus dem Jahr 2000 vergleichen. Das Platzen der Internetblase dauerte von März 2000 bis März 2003, also genau drei Jahre. Anschließend wurden 9 Jahre benötigt, um die Aktienmärkte wieder auf neue Hochs zu führen. Damals war allerdings noch die große Finanzkrise 2007 bis 2009 dazwischen, was die Erholung zusätzlich verlangsamte.
Doch damals war die Blase von Unternehmen erzeugt worden, die nicht über die Gewinne der Zukunft, sondern sogar über die Umsätze der Zukunft phantasierten. Von Gewinnen war damals keine Rede, mit abenteuerlichen Geschäftsplänen wurden Augenpaare und Klickraten bewertet, ohne einen direkten Bezug zu Umsatz und Gewinn zu kennen.
Die KI-Entwicklung läuft demgegenüber völlig anders: Es investieren Unternehmen, die über ausreichend liquide Mittel verfügen. die Investitionen erfolgen meist aus dem freien Cashflow. Bis vor vier Wochen zumindest. Seither veröffentlichte insbesondere OpenAI Investitionspläne, die jeglichen Grenzen sprengen.
OpenAI hat in den letzten Monaten ein ganzes Feuerwerk an Rechenzentrums-Investitionen gezündet. Offiziell spricht CEO Sam Altman inzwischen von rund 1,4 Billionen USD an zugesagten Rechenzentrums-Verpflichtungen über die nächsten acht Jahre, verteilt auf Deals mit Microsoft, Amazon, Nvidia, Oracle und weiteren Partnern. Zum Vergleich dazu: die Deutsche Telekom kündigte jüngst ein Mega-Projekt an, mit dem ein KI-rechenzentrum in Deutschland gebaut werden soll. Volumen: 1 Mrd. EUR.
Oracle spielt eine Doppelrolle: Zum einen stellt die Oracle Cloud zusätzliche KI-Rechenleistung als Erweiterung der Microsoft Azure-Plattform bereit, in die OpenAI seine Modelle auslagern kann. Zum anderen ist Oracle Kernpartner im neuen Megaprojekt „Stargate“, einer US-Infrastruktur-Gesellschaft, die bis zu 500 Mrd. US$ in KI-Rechenzentren investieren soll.
Stargate selbst ist ein Joint Venture von OpenAI, SoftBank, Oracle und MGX. Die SoftBank bringt vor allem Kapital und Schuldenfinanzierung ein, Oracle plant, baut und betreibt große Teile der Rechenzentren und vermietet sie, und OpenAI sichert die Auslastung mit seinen KI-Workloads. Somit ist Stargate die Infrastruktur-Hülle, in der ein erheblicher Teil der von OpenAI angekündigten KI-Rechenzentrums-Investitionen gebündelt wird, mit Oracle als technischem Realisierer und SoftBank als finanziellem Hebel.
Diese Woche meldete die japanische SoftBank, dass man die Beteiligung an Nvidia im Wert von 5.83 Mrd. USD vollständig verkauft hat. Dieser Schritt wird direkt in den Zusammenhang der hier genannten Investitionszusagen gebracht, die die Softbank finanzieren muss.
OpenAI verfügt noch nicht über ausreichend Umsatz und Gewinn, um die angekündigten Investitionen zu finanzieren. Oracle gab für seine ambitionierten Ziele bereits Unternehmensanleihen aus, ging also schon den Weg der Fremdfinanzierung. Und die Softbank verkauft für die Finanzierung ihres Teils nun Beteiligungen. Die gigantischen Summen, die hier bewegt werden, lassen befürchten, dass andere Märkte davon beeinflusst werden. So gab die Aktie von Nvidia durch den Verkauf der Softbank in den vergangenen Tagen 10% ab.
Zudem sind die Summen so groß, dass schon kleine Unregelmäßigkeiten zu heftigen Verwerfungen führen können. CoreWeave reduzierte die Jahresprognose, weil der Vertragspartner Core Scientific Lieferprobleme hat. Auch Dell wurde von dieser Meldung in Mitleidenschaft gezogen, denn Lieferengpässe könnten in den kommenden Monaten und Jahren zu einem wichtigen Thema werden. Wenn die angekündigten KI-Rechzenzentren nur langsamer gebaut werden als bislang angekündigt, dann verschieben sich auch die daraus resultierenden Umsatzphantasien nach hinten, was wiederum Auswirkungen auf die Bewertungen der entsprechenden Unternehmen haben wird.
Womit wir beim Kern des Unterschiedes einer vermeintlichen KI-Blase zur Internetblase sind. Bei der Internetblase stellte sich heraus, dass Augenpaare und Klickraten schwer in Geld umzuwandeln sind. Bei einer eventuellen KI-Blase hingegen könnten Lieferengpässe zu zeitlichen Verschiebungen führen. Auch einzelne Marktteilnehmer, die, um mit der Konkurrenz mitzuhalten extrem hohe Investitionen finanzieren (OpenAI), könnten in finanzielle Turbulenzen geraten, die dann die gesamte Branche belasten. Doch solche Einzelfälle oder auch Verzögerungen aufgrund von Engpässen sind normale Wachstumsschmerzen, die meiner Einschätzung nach sehr schnell wieder von anderen Marktteilnehmern ausgeglichen werden. Es ist ja nach wie vor genug Geld vorhanden.
Eine vermeintliche Blasenbildung wäre also meiner Einschätzung nach lediglich in einzelnen Teilbereichen möglich. Natürlich findet das Wachstum der KI-Welt nicht linear statt, sondern unter heftigen Schwankungen. Doch heftige Schwankungen dürften entweder lokal begrenzt sein, oder aber schnell wieder ausgeglichen werden. Ein wesentlicher Unterschied zur Internetblase.
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Tesla Motors: Wette nicht gegen Elon Musk
Fr, 14. November um 08:22 Uhr
Elon Musk hat die Abstimmung über sein neues Gehaltspaket gewonnen. Er hat nun die Möglichkeit, in zwölf Schritten insgesamt 1 Billionen US-Dollar zu verdienen. Das sind 1.000 Mrd. USD. Schon heute ist Elon Musk mit rund 500 Mrd. USD der reichste Mensch der Welt. Sein Vermögen würde sich also nochmal verdreifachen.
Die Bedingung ist, dass Tesla in den kommenden zehn Jahren eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen USD erreicht, eine Versechsfachung von aktuell 1,3 Bio. USD. Außerdem muss Tesla 1 Mio. Robotaxis im Einsatz haben und 1 Mio. KI-Roboter ausliefern.
Mit markanten Aussagen zum humanoiden Roboter wie "Optimus wird die menschliche Armut beenden" und "Optimus wird größer sein als das Mobilfunkgeschäft, größer als alles" schürt er einmal mehr die Phantasie der Aktionäre, ohne einen konkreten Termin zu nennen.
Stand aktuell: Aus der Ankündigung vom März diesen Jahres, bereits in diesem Jahr 5.000 Optimus zu bauen, wurden im Oktober noch 2.000. Mehrere Top-Manager verließen in diesem Jahr die Robotik-Sparte, darunter auch der Leiter des Optimus-Programms Milan Kovac.
Das autonome Fahren von Teslas findet derzeit ausschließlich in Austin (Texas) und in San Francisco statt. Noch immer sind die Unfallraten zu hoch, um die Geschwindigkeit des Ausrollen zu erhöhen.
Spannend in diesem Umfeld ist ein Blick in die KI-Entwicklungen. Ich besuchte diese Woche einen KI-Vortrag und konnte im Anschluss interessante Gespräche führen. Dabei wurde mir folgendes Problem klar: Im KI-Bereich prallen gerade zwei Welten aufeinander. Große LLM-Sprachmodelle wie ChatGPT arbeiten probabilistisch. Sie berechnen, welches Wort mit welcher Wahrscheinlichkeit als nächstes passt. Das macht sie extrem flexibel und kreativ, aber auch anfällig für „Halluzinationen“, also scheinbar plausible, aber falsche Antworten, wenn Kontext, Datenbasis oder Kontrolle nicht ausreichen.
Für Medizin, Industrie oder autonomes Fahren ist so etwas undenkbar. Dort brauchen wir deterministische oder zumindest streng abgesicherte Systeme: klar definierte Eingaben, klar nachvollziehbare Verarbeitungsschritte, formale Tests, Worst-Case-Analysen und harte Sicherheitsgrenzen. Statt „wahrscheinlicher Antwort“ gilt: Entweder korrekt oder gar nicht.
Die kreative Stärke der großen LLMs beruht auf ihrer statistischen Funktionsweise, doch genau das passt nicht zu den in sicherheitskritischen Bereichen nötigen Garantien. Deshalb arbeiten derzeit viele daran, die probabilistische Ebene durch zusätzliche Schichten aus Regeln, Prüfungen und klassischen, deterministischen Algorithmen einzufangen.
Elon Musk würde mit dem üppigen Gehaltscheck sein Anteil an Tesla von derzeit 13% auf 25% anheben, er hätte damit eine Sperrminorität. Das war sein Ziel. Ich denke nach wie vor, das Elon Musk in unserer Zeit ein Erfinder ist, der den Vergleich mit Thomas Edison nicht scheuen muss. Ich möchte dabei sein, wenn es ihm gelingen sollte, die Bedingungen seines Gehaltspakets zu erfüllen.
Für ein gutes Investment müssen zwei Dinge gegeben sein: Zum einen muss die Gewinnmöglichkeit größer sein als das Verlustrisiko. Einer möglichen Versechsfachung steht ein Verlust von 100% gegenüber, hier kann also mehr gewonnen als verloren werden. Zum anderen muss die Gewinnmöglichkeit eine ausreichende Wahrscheinlichkeit besitzen. Und dieser Punkt muss von jedem Anleger individuell eingeschätzt werden. In der Vergangenheit erreichte Elon Musk immer wieder Dinge, für für unmöglich gehalten wurden. Warum nicht auch dieses mal.
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PVA Tepla: Programmverkauf drückt Aktienkurs
Fr, 14. November um 11:57 Uhr
Die Aktie von PVA Tepla verlor binnen vier Wochen ein Drittel ihres Wertes. Der Ausverkauf erfolgt so linear mit geringen untertägigen Schwankungen, dass ich von einem kontrollierten Abverkauf eines größeren Aktionärs ausgehe. Irgendwer hat die Geduld verloren.
Vor vier Wochen senkte PVA Tepla die Jahresprognose, da verunsicherte Kunden die Abnahme bestellter Waren verzögerten. Zu diesem Zeitpunkt stand die Aktie seit Jahresbeginn mit 112% im Plus. Dieses Jahresplus hat sich nun halbiert.
Diese Woche folgten nun Quartalszahlen, die diese Befürchtung bestätigten: Der Auftragseingang sprang auf 72,8 Mio. EUR und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal (34,7 Mio. EUR). Gleichzeitig blieb der Umsatz wegen Projektverschiebungen hinter den Erwartungen zurück. Der Quartalsumsatz sank auf 55,8 Mio. EUR nach 63,0 Mio. EUR in Q3/2024 und bieb damit um 14% hinter den bereits reduzierten Erwartungen zurück. Der Gewinn (EBITDA) fiel auf 3,8 Mio. EUR gegenüber 10,5 Mio. EUR im Vorjahr und ist damit nur halb so hoch wie von Analysten erwartet. Die EBITDA-Marge rutschte von 16,6% auf 6,7%.
Ich gehe davon aus, dass die Aktie von einem oder wenigen Aktionären in den Keller getrieben wird. Dort wurde eine Grundsatzentscheidung getroffen und nun wird die Position verkauft, ohne Rücksicht auf das Kursniveau zu nehmen. Seit vier Wochen fällt die Aktie jeden Tag um 3-4%, wobei die Aktie stets auf dem Vortagsniveau in den Tag startet und dann ihr Tief zum Handelsschluss erzielt. Jeden Tag das gleiche Muster.
Wenn ein Großaktionär seine Position verkaufen möchte, dann wirft er sie nicht einfach auf den Markt. Vielmehr gibt es Händler, die auf solche Transaktionen spezialisiert sind. Der Verkäufer macht die Vorgabe, wie es laufen soll, und der Händler setzt das dann so gut er kann um. Hier sieht es mir danach aus, dass der Tagesverlust durch den Verkauf der Aktienpakete nicht mehr als 4-5% betragen darf.
Das bedeutet aus unserer Perspektive, dass hier keine Neubewertung der Aktie erfolgte. Hätten die Verzögerungen, die ich am 24. Oktober meldete, zu einer grundsätzlichen Neubewertung der Aktie geführt, dann wäre die Aktie binnen weniger Stunde auf dem neuen Bewertungsnvieau gelandet. Eine Vielzahl von Anlegern, die zu einem ähnlichen Schluss gekommen wäre, hätte ihre Aktien solange verkauft, bis das neue Bewertungsniveau erreicht wird. Das geht schnell. Doch ein solches Muster haben wir weder nach der Prognosesenkung im Oktober, noch nach den Quartalszahlen in dieser Woche gesehen.
Ich schließe daraus, dass die Aktie derzeit auf einem unnatürlich niedrigen Niveau notiert. Unnatürlich, weiil ein Verkäufer ohne Rücksicht auf Bewertungsnvieau alle seine Aktien sukzessive auf den Markt schmeißt. Ich habe keine Ahnung, wann er fertig ist. Doch wenn er fertig ist, dürfte die Aktie wieder auf ein Bewertungsniveau klettern, das von den meisten Aktienären als fair betrachtet wird. Und dieses Kursniveau liegt deutlich über dem aktuellen Kurs.
Übrigens: In den vergangenen Tagen haben bereits CEO Jalin Ketter und ein weiterer Insider Aktien gekauft. Zwar nur im fünfstelligen Bereich, aber immerhin.
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CEWE: Q-Zahlen zeigen solide Vorbereitungen auf Weihnachtsgeschäft
Fr, 14. November um 12:13 Uhr
Gestern lieferte CEWE saubere Q3-Zahlen und bestätigt damit den Fahrplan für 2025. Der Umsatz kletterte um 6,1% auf 174,4 Mio. EUR und liegt damit um 1% über den Erwartungen. Das traditionell schwache 3. Quartal bleib beim Ergebnis (EBIT) wie erwartet nahe Null. CEWE hat gezielt in vorbereitendes Marketing für das Weihnachtsquartal gesteckt, denn im Weihnachtsgeschäft entsteht für Cewe traditionell der Großteil des Jahresgewinns.
Fotofinishing wuchs auf 145,3 Mio. EUR (+6,7%), getrieben von höherem Volumen und Qualität. Das CEWE FOTOBUCH legte Stückzahl-seitig kräftig um 7,3% zu. Der Trend zu hochwertigeren Büchern hob den Buch-Umsatz sogar um 8,9%. Das Segment erreichte mit 0,1 Mio. EUR EBIT ein für Q3 typisches, knapp positives Ergebnis, trotz rund 2,1 Mio. EUR Mehraufwand für Marketing.
Der Kommerzielle Online-Druck steuerte 21,5 Mio. EUR Umsatz (+2,0%) bei, verbuchte aber mit -0,2 Mio. EUR ein kleines Minus, weil CEWE hier bewusst in internationale Märkte und den Ausbau der Digitaldruckkapazitäten investiert. Der Einzelhandel zeigte sich mit 7,6 Mio. EUR Umsatz (+7,1%) stabil und erreichte ein ausgeglichenes EBIT.
Unterm Strich würde ich sagen: Es ist angerichtet, das Weihnachtsquartal kann kommen. Steigende Mengen, steigende Wertigkeit, bewusst vorgezogene Marketingausgaben und funktionierende Produktion zeigen, dass CEWE zu Recht optimistisch bleibt und an der Jahresplanung festhält.
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Allianz: Attraktive Geschäftsentwicklung sichert Dividende
Fr, 14. November um 12:46 Uhr
Die Allianz lieferte heute früh ein starkes Q3 und dreht die Schraube beim Ausblick nach oben. Das Geschäftsvolumen blieb mit 42,8 Mrd. EUR stabil, blieb jedoch um 4% hinter den Erwartungen. Der Gewinn (Net Income) zog um 12,7% auf 2,9 Mrd. EUR an und liegt um 4% über den Erwartungen.
Rückenwind kam aus dem Bereich Schaden/Unfall: Die Combined Ratio verbesserte sich auf 91,9%, das operative Ergebnis legte auf 2.4 Mrd. EUR zu. In Bereich Leben/Kranken blieb die Neugeschäftsmarge mit 5,9% attraktiv, während im Asset Management 51 Mrd. EUR Nettomittelzuflüsse und ein operatives Ergebnis von 828 Mio. EUR für einen soliden Beitrag sorgten.
Im Analystencall betonte die Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre, dass die Fortschritte nicht nur vom milden Umfeld bei Naturkatastrophen stammen. Der Schadenaufwand wurde um mehr als 1 Prozentpunkt verbessert, die Kostenquote liegt knapp unter 24%. Es ist das Ergebnis konsequenter Tarifanpassungen, der Disziplin beim Neugeschäft und der Produktivitätsmaßnahmen.
Auf dieser Basis hebt Allianz die Latte für 2025 an und peilt nun 17-17,5 Mrd. EUR Gewinn an (bislang 15-17 Mrd. EUR). Für uns noch wichtig: Erträge sind breiter getragen, die Kapitalstärke bleibt mit Solvency II von 209% komfortabel und schafft eine gute Voraussetzung für die Dividendenausschüttung.
Die Aktie klettert heute gegen den Trend nach oben und notiert in Schlagweite ihres Allzeithochs.
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Applovin: AppLovin kaufen
Fr, 14. November um 17:12 Uhr
AppLovin bietet Werbung in Apps auf Social Media Plattformen an und wächst wie Hulle. Herzstück sind die Mediationsplattform MAX, das Akquisetool AppDiscovery und das KI-Bidding „AXON“, flankiert von der Messlösung Adjust. Wer Werbung in den Social Kanälen machen möchte, kommt an Applovin nicht mehr vorbei. In meinen Augen schickt sich das Unternehmen an, das, was Google mit seiner Online-Werbung für Internetbrowser revolutionierte, nun im Bereich der Social Media zu tun.
Nach dem Verkauf des eigenen Gaming-Geschäfts fokussiert sich AppLovin klar auf die Werbe-Plattform. der Umsatz wuchs Q3/2025 auf 1,41 Mrd. USD (+68%), der Gewinn (EBITDA) verdoppelte sich auf 1,16 Mrd. USD. Seit Jahren wird die Gewinnmarge deutlich ausgebaut, von 21% im Jahr 2020 auf inzwischen 70%. Für 2025 wird eine Marge von 77% erwartet, für 2026 dann 80%.
AppLovin konkurriert mit Meta (Instagram), mit TikTok, YouTube & Co. AppLovin greift Meta beim performanceorientierten Budget an, indem AXON ein ROI-getriebenes Alternativ-Ökosystem bietet und Kampagnen in Apps optimiert.
Wir haben AppLovin seit einigen Wochen in der Beobachtung, seit die Aktie aus meiner Rule-of-40 Analyse als eines von nur vier Unternehmen auftauchte, das alle Qualitätsmerkmale erfüllt. Im laufenden Jahr soll sich der Gewinn verdoppeln, 2026 wird dann nochmals ein Wachstum von 56% erwartet. Das EV/EBITDA von 43 ist für dieses explosive Wachstum in meinen Augen nicht zu teuer. Zudem gelingt es AppLovin seit langem, jedes Quartal die ohnehin schon hohen Erwartungen noch zu übertreffen.
Oder, mit anderen Worten: Neben Palantir ist Applovin eines der wenigen Unternehmen, die ihre Algorithmen bereits mit KI optimieren und so in Echtzeit auf Marktentwicklungen reagieren. das fulminante Wachstum kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist das Resultat überlegener Algorithmen.
Vom Hoch bei 745 USD kommt die Aktie aktuell 25% zurück. Das reicht mir, um eine erste Position einzugehen. Ich betrachte AppLovin als Spekulation auf ein anhaltend überraschend hohes Wachstum, so dass die aktuelle Bewertung sich schon bald wieder als günstig herausstellen wird.
Ich würde daher aktuell eine spekulative Position in AppLovin eingehen.
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6. Leserfragen
Pig Butchering Betrug durch internationale Banden
Guten Tag Herr Heibel,
ich möchte Sie hiermit davon unterrichten, dass ich mich, wenn mein gegenwärtiges Abonnement ausläuft, auf die Gratisversion Ihres Tickers zurückstufen lassen möchte. Der Hauptgrund dafür ist, dass ich Opfer eines "pig butchering" Betrugs geworden bin und nun nichts mehr zum Anlegen übrig habe.
Es ist übrigens kürzlich in der Hinsicht eine gute Sendung beim Deutschlandfunk herausgekommen (an der ich auch beteiligt gewesen bin). Die Sendung lautet "Kriminalität - Bei Kryptobetrug verlieren Menschen mehr als Geld" und ist auf der dlf-Audiothek abrufbar. Vielleicht ist die Sendung einen Hinweis in Ihrem Ticker wert.
Viele Grüße,
Thomas aus Seesen
ANTWORT
Das ist ja schrecklich, es tut mir leid, was Ihnen da widerfahren ist.
Betrügerbanden sind seit langem international, die Methoden werden - auch dank KI - immer ausgefeilter und häufig individuell auf die Opfer ausgerichtet. Gerne werde ich den Link zum Beitrag in den Heibel-Ticker aufnehmen. Hier der Link.
Für Ihre Zukunft wünsche ich alles Gute.
RÜCKMELDUNG
Vielen Dank für die Anteilnahme! Es ist für mich tatsächlich eine harte Veränderung in meinem Leben und das ohne Vorwarnung. Deswegen habe ich eine Sendung beim Deutschlandfunk angeregt, und die ist dann auch herausgekommen. Es soll dann noch eine Sendung über Maßnahmen zur Strafverfolgung herauskommen (nichts Berühmtes...). Hier der Link für die erste Sendung
Zur Strafverfolgung in Deutschland: Es stellt sich heraus, dass die deutschen Behörden in keinster Weise für solche Fahndungen ausgerüstet sind und sich damit sehr schwer tun, Kriminelle international aufzuspüren. Ich bin erst anderthalb Monate nach der Strafanzeige durch meinen Anwalt von der Polizei befragt worden, und danach dreht sich die Strafverfolgung schon seit Monaten im Kreis. Sie wurde schon einmal eingestellt und ist nach meinem Protest seit kurzem wieder aufgenommen worden. Die Strafverfolgung wird in jedem Bundesland getrennt vorgenommen, eine zentrale Stelle, die effektiv international vorgehen könnte, gibt es nicht.
Beste Grüße meinerseits
KI-Stromverbrauch ETF
Lieber Herr Heibel,
danke für ihren spannenden Newsletter! Darf ich Sie fragen, wie Sie den erwarteten weltweit starken Anstieg des Stromverbrauchs in Rechenzentren in den nächsten fünf Jahren einschätzen? Verschiedene Studien prognostizieren enorme Zuwächse, und Sie hatten ja schon im September darauf hingewiesen, dass Deutschland bis 2035 kaum nachkommen wird – spannend finde ich dabei, dass der Verbrauch wohl unabhängig davon steigen dürfte, ob mit KI kurzfristig überhaupt Gewinne erzielt werden.
Eine Möglichkeit, die ich gefunden habe, ist folgender ETF:
ETF First Trust Nasdaq Clean Edge Smart Grid Infrastructure
IE000J80JTL1
Ich wäre sehr gespannt auf ihre Meinung zu dem ETF. 🙏
Herzliche Grüße
Jonathan aus Wien
ANTWORT
Der jährliche Stromverbrauch global liegt bei rund 24 TWh. Deutschland verbraucht 0,5 TWh, also 2%. Alle Rechenzentren der Welt verbrauchen 0,45 TWh. Die laufenden und bereits angekündigten Projekte neuer Rechenzentren werden den Stromhunger von Rechenzentren bis 2030 auf rund 1 TWh mehr als verdoppeln, ein Wachstum von 17% p.a. Diese Wachstumsrate ist ein Vielfaches dessen, was Netflix, EVs und Energiewende an Stromverbrauchwachstum erzeugen.
Weltweit steht rund die Hälfte der Rechenzentren in den USA, ein Viertel in China und 15% in Europa (Frankfurt, Niederlande, Irland, Nord-Schweden). Dabei stellt die Konzentration auf wenige Standorte eine besondere Herausforderung dar, denn die lokale Infrastruktur wird durch das starke Wachstum überfordert: Leitungen fehlen, Umspannwerke sind voll, Genehmigungen dauern. Daher mein Hinweis im September: Deutschland wird bis Mitte der 2030er Jahre Mühe haben, den zusätzlichen Bedarf an Rechenzentren, E-Mobilität und Wärmepumpen gleichzeitig zu stemmen.
Der von Ihnen genannte ETF entwickelte sich in der jüngeren Vergangenheit sehr erfreulich. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass gerade seit den hohen Zinsen im Jahr 2022, die in diesem Sektor für niedrige Bewertungen sorgten, eine Aufholjagd für die gute Performance dieses ETFs sorgte. Inzwischen beträgt das durchschnittliche KGV des ETFs 25, was für Stromkonzerne in meinen Augen schon recht hoch ist. Schauen wir mal in die Details.
Die größten Positionen des ETFs sind Schneider Electric, ABB, Eaton, Johnson Controls, National Grid, Quanta Services, Prysmian und E.ON. Das sind keine KI-Lieblinge, sondern Unternehmen, die Trafos, Schaltanlagen, intelligente Gebäudetechnik, Hochspannungsleitungen und Netzbau liefern. Kurz gesagt: die Schaufeln und Bagger der Stromnetz-Goldgräberei.
Auf Sicht von 5 Jahren wird dieser ETF vermutlich eine gute Rendite erzeugen. Doch ein ETF unterliegt verschiedenen Restriktionen, die wir im Heibel-Ticker nicht haben. Je „erfolgreicher“ ein ETF ist (aus Vertriebssicht, also je mehr Kapital in den ETF strömt), desto mehr qualifizierte Unternehmen müssen in den ETF gekauft werden. Da werden dann auch Unternehmen aus der zweiten Reihe genommen, um ausreichend Volumen zu finden. Im Heibel-Ticker suchen wir uns lieber Einzelaktien aus und können dies unabhängig von solchen Restriktionen tun.
Viele der in diesem ETF enthaltenen Titel haben ein breites Produktportfolio, das auch langweilige Themen wie die Netz-Instandhaltung, Gebäudetechnik und Industrieautomatisierung beinhaltet. Der Bau von Rechenzentren, so stark das Wachstum in diesem Bereich auch sein mag, spielt in der Jahresbilanz dieser Unternehmen nur eine kleine Rolle. So betrachtet ist das oben genannte durchschnittliche KGV für diesen ETF eher ein Resultat des KI-Hypes als ein Zeichen des anstehenden Wachstums des breiten Geschäfts dieser Konzerne.
Also: Als Beimischung in einem Portfolio kann ein solcher ETF stets sinnvoll sein, wenn Sie sich nicht mit der Auswahl von Einzeltiteln beschäftigen wollen. Der ETF thesauriert (Dividenden werden reinvestiert) und die laufenden Kosten von jährlich 0,63% liegen im normalen Bereich.
7. Übersicht HT-Portfolio
| Spekulation (≈20%) =10,7% | WKN | 14.11., 17:43 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 8x2,5% | ! |
| PVA Tepla | 746100 | 20,28 € | -15% | 57% | 1,6% | B |
| DELL Technologies | A2N6WP | 117,64 € | -9% | 37% | 3,2% | C |
| Home Depot | 866953 | 312,98 € | -2% | -17% | 2,0% | A |
| Salesforce | A0B87V | 210,25 € | 1% | -34% | 1,4% | C |
| Capital One Fincl | 893413 | 184,31 € | -2% | 14% | 2,6% | A |
| TJX | 854854 | 126,24 € | 1% | 18% | 2,7% | A |
| AppLovin | A2QR0K | 488,51 € | -2% | 3% | 2,3% | A |
| Disruptiv (≈30%) =34,4% | WKN | 14.11., 17:43 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| Medios | A1MMCC | 14,56 € | 19% | 10% | 3,9% | C |
| Nvidia | 918422 | 163,98 € | 1% | 24% | 8,1% | B |
| Palo Alto Networks | A1JZ0Q | 177,57 € | -3% | 9% | 6,6% | B |
| Novo Nordisk | A3EU6F | 41,65 € | 5% | -50% | 4,6% | A |
| Apple | 865985 | 236,23 € | 1% | 18% | 7,2% | B |
| Tesla | A1CX3T | 353,06 € | -9% | 63% | 3,9% | A |
| Dividende (≈30%) = 26,4% | WKN | 14.11., 17:43 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| CEWE | 540390 | 97,90 € | 0% | -5% | 5,7% | B |
| Allianz | 840400 | 367,00 € | 5% | 24% | 5,1% | B |
| Snap-On | 853887 | 286,39 € | -3% | -12% | 5,8% | A |
| Holcim | 869898 | 77,59 € | 3% | 48% | 3,6% | B |
| Yamaha | 855314 | 5,93 € | 1% | -4% | 6,2% | A |
| Absicherung (≈20%) =16,1% | WKN | 14.11., 17:43 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 3x6,6% | ! |
| Goldbarren /Uz | 965515 | 3.536,55 € | 2% | 41% | 7,1% | C |
| Symrise %-'12.25 | SYM772 | 99,94% | 0% | 2% | 2,8% | C |
| Bitcoin | A27Z30 | 83.579,51 € | -3% | -7% | 6,2% | B |
| Woche Δ | Σ '25 Δ | Cashquote | ||||
| 0% | 8% | 12,4% |
| Heibel-Ticker | Gewichtung | # Positionen | angestrebte Positionsgröße | |||
| Portfolio | Ziel | Soll | Ist | Soll | Ist | |
| Spekulation | Ereignis | 20% | 10,7% | 8 | 7 | 2,5% |
| Disruptiv | Enkelkinder | 30% | 34,4% | 5 | 6 | 6,0% |
| Dividende | Urlaub | 30% | 26,4% | 5 | 5 | 6,0% |
| Absicherung | Zins & Gold | 20% | 16,1% | 3 | 3 | 6,7% |
| Summe | 100% | 88% | 21 | 21 | 100% | |
Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
| A | – | Top-Aktie mit günstigem Kurs, |
| B | – | Kursrücksetzer zum Kaufen nutzen |
| C | – | Kurssprünge zum Verkaufen nutzen, |
| D | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
| E | – | Sofort Verkaufen |
Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Mitglieder vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- + Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.
Die letzte Spalte wird für eine Einschätzung der Auswirkung aktueller Entwicklungen auf die jeweilige Portfolioposition genutzt. „%“ stuft den Einfluss der Inflation auf das jeweilige Geschäftsmodell ein.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
https://www.heibel-ticker.de
8. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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