Heibel-Ticker PLUS Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
20. Jahrgang - Ausgabe 47 (21.11.2025)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Jetzt werden die Weichen für die kommenden Monate gestellt |
| 2. | So tickt die Börse: Ausverkauf mit Ansage: Wie Jay Powell, Michael Saylor und Sam Altman die Nerven der Märkte blanklegen |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: DAX wankt, Anleger zittern, aber die Panik bleibt aus |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Marktbereinigung: Spekulationen sterben und Chancen entstehen |
| 5. | Update beobachteter Werte: Dell, Home Depot, Akamai, Boeing, Nvidia, TJX Companies, Palo Alto Networks, Amazon, Dell |
| - Dell: Speicherpreise ruinieren Gewinnmarge | |
| - Home Depot: Leichtes Umsatzwachstum bei bröckelnden Margen | |
| - Akamai: Internetausfall nach Cloudflare-Problemen | |
| - Boeing: Kaufen, als Spekulation auf Erholung | |
| - Nvidia: KI-Goldesel liefert 62% Umsatzplus – halbe Billion US-Dollar in Sicht | |
| - TJX Companies: Wenn das Geld knapp ist, boomt das Schnäppchenregal | |
| - Palo Alto Networks: Wenn’s kracht, verkauft sich die Sicherheits-Plattform von allein | |
| - Amazon: Kaufen als Spekulation auf Auflösung der Unterbewertung | |
| - Dell: Ausverkauf der Speicherhersteller ist positiv für Dell & Co. | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Übersicht HT-Portfolio |
| 8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Jetzt werden die Weichen für die kommenden Monate gestellt
Liebe Börsenfreunde,
Die Börsen erleben einen heftigen Ausverkauf, bei dem gute wie schlechte Aktien gleichermaßen über die Klinge springen. Genau darin liegt die Chance, jetzt Gewinne eines ganzen Jahres zu erzielen, denn jetzt ist der Moment, an dem Sie gute Aktien günstig einsammeln können. Die US-Arbeitsmarktdaten sorgen für Verunsicherung, da nach dem Regierungswechsel-Shutdown keine verlässlichen Zahlen verfügbar sind. Jay Powell, Michael Saylor und Sam Altman sind die Schlüsselfiguren, um den aktuellen Ausverkauf zu verstehen. In Kapitel 2 zeige ich, warum das so ist.In Kapitel 3 zeige ich, dass der 3,3%-Rutsch im DAX zwar kräftig war, die Stimmung aber noch weit von echter Panik entfernt ist. Das Anlegersentiment rutscht nur moderat ins Minus, während die Verunsicherung auf ein Extremniveau klettert: nervöse Anleger, aber ohne Kapitulation. In Kombination mit weiteren Sentiment-Indikatoren leite ich heute ein starkes Richtungssignal ab. Verpassen Sie es nicht.
In Kapitel 4 zeige ich, wie Margin Calls der US-Broker erzwungene Verkäufe vor allem in liquiden Gewinnern wie Nvidia auslösen und so den Ausverkauf verstärken, obwohl sich am operativen Geschäft wenig geändert hat. Gleichzeitig sortiert der Markt in den Hype-Sektoren - neue Energien, Krypto, Quantencomputing, Weltraum, KI-Infrastruktur - knallhart aus. Oklo, NuScale, Bitmine, AST SpaceMobile, GE Vernova, Siemens Energy, Circle, Coinbase, IBM, Airbus, Boeing, AppLovin, CoreWeave und Axon schaue ich mir an und trenne die Spreu vom Weizen. Wöchentlich werde ich von Heibel-Ticker Mitgliedern zu diesen Hype-Titeln befragt, heute ist endlich der Zeitpunkt gekommen, eine fundierte Aussage zu treffen.
In Kapitel 5 lesen Sie meine Updates zu unseren Heibel-Ticker Portfoliotiteln. Ich erkläre, was die gestiegenen Speicherpreise für Dell bedeuten. Micron, SanDisk und Western Digital haben ihre Kapazitäten auf teure HBM-Speicher verlagert, wodurch normaler Speicher knapp und bis zu 300% teurer wird. Ich kommentiere die Quartalszahlen von Home Depot, Nvidia, TJX und Palo Alto Networks. Auch zum weltweiten Serverausfall bei Cloudflare gebe ich meine Sichtweise, immerhin hatten wir den Wettbewerber Akamai früher mal erfolgreich im Portfolio. Schließlich habe ich mir ein paar Gedanken zu Boeing und Amazon gemacht.
In Kapitel 6 erläutere ich im Rahmen der Leserfragen, warum der aktuelle Bitcoin-Absturz weniger ein fundamentales Misstrauen in Bitcoin als vielmehr eine Mischung aus Zyklen, Gewinnmitnahmen, Hebelspekulation und der Rolle von Treasury-Unternehmen wie Strategy ist. Bei CureVac würde ich eher den Verlust realisieren und steuerlich nutzen, statt in BioNTech auf Hoffnung zu tauschen, ein Vietnam-ETF darf wegen Markt- und Swap-Risiken nur eine kleine Spekulation sein, und zu guter Letzt begründe ich, warum Bitcoin für mich – trotz Walen, ETFs und Strategy-Konzentration – weiterhin eine digitale, langfristige Alternative zu Gold bleibt.
Wie immer gibt es in Kapitel 7 einen tabellarischen Überblick über unser Heibel-Ticker Portfolio.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Ausverkauf mit Ansage: Wie Jay Powell, Michael Saylor und Sam Altman die Nerven der Märkte blanklegen
Na endlich liegen die Nerven blank. Endlich werden Aktien ohne Rücksicht auf Bewertungsniveaus auf den Markt geworfen. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem Sie die Performance eines ganzen Jahres sichern können. Der Ausverkauf zieht alle mit nach unten, in der anschließenden Erholung wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Jetzt ist es wichtig, Aktien von Unternehmen mit echten Gewinnen einzusammeln und die Spekulationen der vergangenen Monate aus dem Portfolio zu werfen, denn die Spekulationen werden sich nicht erholen.In Kapitel 4 gebe ich heute eine Übersicht über die Hype-Themen Quantencomputing, neue Energien, Krypto und fliegende Autos, und zeige, welche Unternehmen nach dem aktuellen Ausverkauf am schnellsten wieder auferstehen dürften, weil sie bereits funktionierende Geschäftsmodelle haben. Bleiben Sie nicht auf den falschen Aktien sitzen, denn die werden sich nach diesem Ausverkauf vermutlich nicht mehr, oder nur sehr langsam erholen.
Dabei sah es gestern zwischenzeitlich ziemlich gut aus. Nvidia, das derzeit wichtigste Unternehmen der Welt, hatte die in den Himmel geschossenen Erwartungen abermals übertroffen. CEO Jensen Huang konnte die Skeptiker, die Angst vor einer KI-Blase haben, widerlegen. Die Aktie von Nvidia startete mit einem Plus von 5% in den Handel.
Doch dann wurden die seit dem US-Regierungs-Shutdown ausgebliebenen Arbeitsmarktdaten nachgeliefert. Die Daten liefern widersprüchliche Signale: Mit 119.000 wurden mehr als doppelt soviel neue Stellen in den USA geschaffen als erwartet. Donald Trump triumphierte bereits, dass seine Wirtschaftspolitik Früchte zeige. Doch dann folgte die Arbeitslosenquote, die auf 4,4% anstieg, was um einen Prozentpunkt über den Erwartungen und über dem Wert des Vormonats liegt. Zudem war im Kleingedruckten zu lesen, dass von den 119.000 neu geschaffenen Stellen über 20.000 im öffentlichen Dienst, also nicht in der Wirtschaft erzeugt wurden. Es gibt Raum für Diskussionen.
Ich würde sagen, damit können wir drei Personen benennen, die für den aktuellen Ausverkauf verantwortlich sind: Jay Powell, Michael Saylor und Sam Altman. Gehen wir die Kandidaten mal im Einzelnen durch.
Jay Powell ist der US-Notenbankchef. Donald Trump hält seine Geldpolitik für zu "hawkisch", also für zu falkenhaft. Das US-Zinsniveau müsse nach Meinung von Donald Trump deutlich niedriger sein, um die Wirtschaft anzukurbeln. Aus Angst vor einer zollinduzierten Inflation hielt Powell den US-Leitzins jedoch länger hoch, als unter anderen Voraussetzungen vielleicht sinnvoll. Nun hat er im September und erneut im Oktober den Zins gesenkt. Mit Spannung wird seine Entscheidung bei der nächsten Notenbanksitzung am 10. Dezember erwartet.An den Aktienmärkten wünscht man sich stets Zinssenkungen, denn dadurch werden die Investitionskosten günstiger und die Wirtschaft angekurbelt, was steigende Aktienmärkte begünstigt. Nach den Arbeitsmarktdaten sank die Erwartung für eine Zinssenkung im Dezember von zuvor 44% auf nunmehr nur noch 33%... ups, ich habe gerade nochmals auf Reload der heute früh geöffneten Seite gedrückt, und schwups ist die Wahrscheinlichkeit nun auf 74% gesprungen. Notenbankmitglied John Williams aus New York äußerte sich heute früh in Chile dahingehend, dass es Spielraum für eine Zinssenkung im Dezember gebe.
Turbulent, kann ich da nur sagen. Und zwar nicht zuletzt aufgrund des Shutdowns in den USA, der die Notenbank im Blindflug fliegen lässt. Ohne verlässliche Konjunkturdaten ist die Entscheidung schwer. Und einige der Daten, die von der Statistikbehörde veröffentlicht werden, müssen per Umfrage erhoben werden. Aufgrund des Shutdowns konnte die Erhebung nicht durchgeführt werden, es gibt also einige Konjunkturdaten, die gar nicht nachgeliefert werden können.
In wenigen Tagen beginnt die 2-wöchige Sperrfrist, in der Notenbankmitglieder sich nicht mehr zur Zinsentscheidung äußern dürfen. Mit dem heutigen Kommentar von Williams zeigt sich eine Meinungsverschiedenheit im Gremium und wir werden kaum noch die Möglichkeit haben, die Meinungen der anderen Mitglieder einzuholen, bevor die Sperrfrist beginnt. Da hilft es nicht, dass Jay Powell inzwischen nachgesagt wird, dass er den Zins im Zweifel lieber zu hoch hält, als Donald Trump entgegenzukommen.
Michael Saylor ist der CEO von Strategy, vormals MicroStrategy, dem Unternehmen, das inzwischen knapp 3% aller Bitcoin in der eigenen Bilanz hält. Michael Saylor ist die Galionsfigur der Bitcoin-Jünger. In unzähligen Talkshows empfiehlt er Unternehmen, Kapitalreserven in Bitcoin zu halten. Sein Ansatz ist tatsächlich pfiffig, eine sich selbst beschleunigende Investitionsmaschine, die von manchen als Schneeballsystem bezeichnet wird.In Kapitel 6 gehe ich auf diesen Vorwurf näher ein: Ja, es gibt gewisse Merkmale eines Schneeballsystems, aber nein, nicht alle. Im Gegenteil: Während ein Schneeballsystem irgendwann in sich zusammenbricht, führt ein überproportionaler Kursverlust bei Strategy gegenüber dem Bitcoin eher dazu, neue Anleger anzulocken. Aber die Befürchtung, dass Strategy irgendwann einmal als großer Verkäufer von Bitcoins auftreten wird (muss?), teile ich nicht.
Doch die Zuversicht, mit der Michael Saylor Investments in den Bitcoin propagierte, zog auch viele Glücksritter in die Kryptobranche. Und diese Glücksritter finanzierten ihre Bitcoin-Käufe auf Kredit, für den die nun gehaltenen Bitcoins nach dem Kurseinbruch um 25% nicht mehr als Sicherheit ausreichen. Es kommt zu Zwangsverkäufen.
Um solchen Zwangsverkäufen vorzubeugen, verkaufen viele Spekulanten lieber selber. Und wenn es schnell gehen muss mit dem Geld auf dem Bankkonto, dann eignet sich der Bitcoin eher weniger dafür. Immerhin nimmt der Transfer zwischen Kryptowelt und Bankenwelt noch immer viele Stunden, wenn nicht Tage in Anspruch.
So werden Sie leicht nachvollziehen, dass diese Spekulanten dann nach anderen Quellen Ausschau halten, um die erforderlichen Sicherheiten möglichst schnell aufzutreiben. Der Verkauf von Aktien bspw. gelingt innerhalb von wenigen Augenblicken, wenn man liquide Titel nimmt. Vielleicht nimmt man sogar eine Aktie, bei der man - entgegen dem Bitcoin - auf hohen Buchgewinnen sitzt. Welche mag das nur sein? Na klar: Nvidia.
So wird Nvidia binnen weniger Stunden zur Quelle von Cash für diejenigen Spekulanten aus der Krypto-Szene, die sich verspekuliert haben. Wichtig zu verstehen: Der Kursverlust bei Nvidia in diesen Tagen hat nichts mit dem Geschäft von Nvidia zu tun, sondern nur mit dem Preissturz beim Bitcoin.
Bleibt der dritte Verursacher des Ausverkaufs: Sam Altman, Chef von OpenAI, dem Anbieter von ChatGPT. Kein anderes Unternehmen steht aktuell vergleichbar stark unter Druck. ChatGPT war zwar das erste brauchbare KI-Modell, doch inzwischen ziehen Alphabet, Meta, X.ai, Anthropic, Claude, ... nach.Microsoft und Nvidia investieren 15 Mrd. USD in Anthropic, dem derzeit wichtigsten Wettbewerber von OpenAI in Sachen LLMs. Anthropic kauft im Gegenzug Cloud-Dienste von Microsofts Azure und kooperiert mit Nvidia bei der Entwicklung neuer KI-GPUs und KI-Modellen. Anthropic sieht sich als B2B-Anbieter, wächst rasant und ermöglicht es Microsoft und Nvidia, die Abhängigkeit von OpenAI zu verringern.
Sam Altman möchte aber gerne überall gewinnen und investiert dafür dreistellige Milliardenbeträge, die er nicht hat. So kam seine Finanzchefin kürzlich mit der Aussage ins Fernsehen, dass die US-Regierung die angekündigten Investitionen doch bitteschön finanzieren solle, falls OpenAI sich das Geld nicht über den Markt holen könne.
Ganz ehrlich: Das ist eine Bankrotterklärung. Ich fürchte, dass Sam Altman zu hoch geflogen ist und nun zur Bruchlandung ansetzt. Das betrifft in meinen Augen nicht die Investitionen der Hyperscaler in den Ausbau der KI-Cloud, sondern nur einen kleinen Teil der Investitionen, nämlich genau die, die über Kredite finanziert wurden und nicht mit ausreichend Cashflow hinterlegt sind.
Natürlich brechen derzeit alle Aktien von Unternehmen, die mit dem Bau von KI-Rechenzentren beschäftigt sind, ein: CoreWeave, Dell, HP, Oracle, CoreScientific, ... aber nicht alle haben sich verhoben. Es ist also ein guter Zeitpunkt, diejenigen zu kaufen, die ihre Investitionen aus dem eigenen Cashflow stemmen können. Doch erstmal werden alle gemeinsam ausverkauft.
So, nun haben Sie vielleicht einen kleinen Eindruck davon, was zur Zeit an den Finanzmärkten los ist. Schauen wir mal nach Deutschland, denn dort gibt es zwischenzeitlich positive Entwicklungen.
Die Investition von 1 Mrd. EUR in ein neues Rechenzentrum durch die Deutsche Telekom habe ich vor einigen Wochen neben die Investitionssummen in den USA gestellt, die häufig dreistellig sind und in Summe bereits deutlich über eine Billionen USD liegen. Niedlich, könnte man zur Investition der Deutschen Telekom sagen.
Diese Woche kündigte die Schwarz-Gruppe, Eigentümer von Lidl und Kaufland die Investition von 11 Mrd. EUR in ein neues KI-Rechenzentrum in Lübbenau an. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte. Auf dem Gelände eines früheren Braunkohlekraftwerks entsteht ein KI-Campus, der später bis zu 100.000 Spezialchips aufnehmen kann.
Das oben erwähnte Telekom-Nvidia-Zentrum in München startet mit 10.000 Chips. Die Schwarz-Gruppe möchte eine deutsche Cloud als Alternative zu den US-Hyperscalern wie Amazon, Google und Microsoft bauen.
Nvidia gilt nach wie vor als Goldstandard. Alphabet zeigt sich in diesen Tagen immun gegenüber dem Ausverkauf, weil das Unternehmen vollständig auf Nvidia-GPUs setzt, um die eigenen KI-Modelle voranzutreiben. Apple schaut sich das Geschehen aus der Ferne an, mischt nicht mit, sondern freut sich, wenn es am Ende den Gewinner dazu überreden kann, Milliarden an Apple zu zahlen, um das überlegene KI-Modell ins Apple-Ökosystem einzuführen. Auch Apple hält sich stabil in diesem Ausverkauf. Meta hingegen lässt Federn, weil OpenAI an KI-Modellen bastelt, die in den Instagram-Bereich von Meta vordringen könnten.
Wie kann ich das ganze in einen Satz fassen? Nun, ich versuch's mal: Weil das Verhalten der US-Notenbank aufgrund des Blindflugs in Sachen Konjunkturdaten derzeit schwer einschätzbar ist, ziehen sich Anleger an die Seitenlinie zurück, was zunächst den Bitcoin unter Druck setzt und sodann aufgrund der Blasen-Diskussion im KI-Bereich die KI-Aktien in Mitleidenschaft zieht.
Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelten:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 21.11., 19:52 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ |
| DAX | 23.092 | -3,3% | 16,0% |
| S&P 500 | 6.617 | -2,2% | 12,0% |
| Nikkei | 48.626 | -3,5% | 21,9% |
| Shanghai A | 4.454 | -3,8% | 13,2% |
| Euro/US-Dollar | 1,15 | -1,0% | 10,5% |
| Euro/Yen | 180,17 | 0,3% | 10,7% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,08% | -0,05 | -0,43 |
| Umlaufrendite Dt | 2,61% | -0,03 | 0,30 |
| Feinunze Gold | $4.084 | -0,6% | 56,1% |
| Fass Brent Öl | $62,24 | -3,5% | -16,4% |
| Kupfer | $10.739 | -2,0% | 20,5% |
| Baltic Dry Shipping | $2.270 | 9,3% | 127,7% |
| Bitcoin | $84.676 | -12,8% | -9,7% |
3. Sentiment: DAX wankt, Anleger zittern, aber die Panik bleibt aus
Um 3,3% brach der DAX diese Woche ein. Noch Donnerstagvormittag sah alles rosig aus: Nvidias gute Quartalszahlen hauchten den strapazierten KI-Aktien neues Leben ein. Doch dann folgte Ungewissheit über die Zinspolitik und ein Ausverkauf an den Kryptomärkten, der die Aktienmärkte mit in den Keller riss. Zwischenzeitlich war Angst und Panik zu spüren, doch nur für sehr kurze Zeit. Nun bin ich neugierig, ob daraus schon extreme Sentiment-Werte resultieren.Unser Anlegersentiment fällt diese Woche auf -2,7. Erst ab Werten unter -4 sprechen wir von Angst und Panik, doch davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Da waren wir vor zwei Wochen mit einem Wert von -3,8 schon näher dran, obwohl der damalige Ausverkauf wesentlich geringer ausfiel.
Aber Anleger sind verunsichert. Unser entsprechender Indikator zeigt einen Wert von -6,1 an und signalisiert damit maximale Verunsicherung unter unseren Umfrageteilnehmern. Vergleichbare Werte gab es zuletzt im April nach Donald Trumps Liberation Day, als er die Strafzölle einführte.
Immerhin erholt sich die Zukunftserwartung von -0,8 in der Vorwoche auf nunmehr +0,6. Es ist ein neutraler Wert, dem wir ablesen können, dass zumindest die Angst vor noch tieferen Kursen nicht mehr sehr groß ist.
Entsprechend steigt die Investitionsbereitschaft auf einen Wert von 1,2, der uns signalisiert, dass Anleger bereits nach Schnäppchen Ausschau halten.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger fällt heute auf den neutralen Nullpunkt. Die Long-Spekulationen der vergangenen Tage wurden geschlossen. Weitere Absicherungen scheinen Privatanleger derzeit nicht nachzufragen.
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX steht bei der Eurex, über die sich die institutionellen Anleger gerne absichern, bei 1,6 und somit ziemlich genau in der neutralen Mitte der Werte der vergangenen 12 Monate. Für das Put/Call-Verhältnis an der CBOE in den USA hingegen verzeichnen wir einen moderaten Anstieg auf einen Wert von 0,79. Damit sichern sich Anleger in den USA deutlich stärker ab als ihre deutschen Kollegen.
US-Fondsmanager hingegen schrauben ihre Investitionsquote von 76% in der Vorwoche auf nunmehr 86% nach oben. Damit ist die Investitionsquote nach wie vor durchschnittlich. Das mag daran liegen, dass dieser Wert bereits Donnerstag früh, also vor dem Start des Ausverkaufs, veröffentlicht wurde.
Die Bulle/Bär-Differenz steht bei -11%punkten. 44% Bären stehen 33% Bullen gegenüber. Auch dieser Wert ist schon zwei Tage alt, berücksichtigt also nicht den aktuellen Ausverkauf.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 signalisiert mit einem Wert von nur 11% extreme Angst. Zumindest aus technischer Sicht erreichen wir Extremwerte, wenngleich die Stimmung unter den Anlegern dies noch nicht widerspiegelt.
Interpretation
Von Extremwerten ist noch nicht viel zu sehen. Lediglich bei der Verunsicherung messen wir Extremwerte. Das mag daran liegen, dass Anleger aktuell so stark investiert sind wie selten. Nur sechs Mal in den vergangenen 20 Jahren war die Investitionsquote höher als heute. Sechs Monate später stand der DAX dreimal tiefer und dreimal höher. Allerdings fielen die Verluste größer aus, so dass der Durchschnitt nach sechs Monaten bei -6,5% landet.In Kombination mit einem weiteren Sentiment-Indikator, den wir bei animusX erheben, dem "Commitment", ergibt sich jedoch ein ziemlich positives Bild. Das Commitment misst im Unterschied zur Investitionsabsicht, ob Anleger in den kommenden zwei Wochen aktiv werden wollen. Dabei ist es egal, ob sie kaufen oder verkaufen wollen.
Das Commitment notiert ebenfalls auf extrem hohem Niveau, während die Absicht, Aktien zu kaufen, durchschnittlich ausfällt. Die maximale Verunsicherung führt offensichtlich dazu, dass jeder etwas tun möchte ..., egal ob kaufen oder verkaufen.
Eine vergleichbare Sentimentlage gab es sogar schon 33 Mal in den vergangenen 20 Jahren. Und jetzt halten Sie sich fest: In allen 33 Fällen notierte der DAX 6 Monate später höher. Durchschnittlich lag das Plus bei 11,3%.
Ein so starkes Signal haben wir selten in der Sentimentanalyse. Tatsächlich kann die Marktschwäche einige Monate andauern, wenn ich die 33 Vergleichsfälle als Referenz nehme. Ein paar Mal dauerte es mehrere Monate, bis der DAX endlich wieder ins Plus kletterte. Doch ich würde aus dieser Referenz ableiten, dass wir uns eben nicht am Beginn einer langen Baissephase befinden, sondern lediglich in einer gesunden Korrektur, deren Dauer überschaubar bleiben sollte.
4. Ausblick: Marktbereinigung: Spekulationen sterben und Chancen entstehen
Die alten Hasen unter Ihnen kennen es: Die "Margin-Clarks" der US-Broker rufen morgens ihre Kunden an und geben ihnen bis 13 Uhr Zeit, Sicherheiten für laufende Kredite nachzuschießen, sofern diese unter Wasser sind. Bleiben die Sicherheiten aus, beginnen sie, Aktien aus den Portfolien der überschuldeten Spekulanten zu verkaufen. Sie wollen nicht am Ende des Tages unter Zugzwang geraten, staffeln also ihre Verkäufe so, dass sie deutlich vor 15 Uhr fertig sind: Gegen 14:30 bis 14:45 Uhr US-Zeit (EST).
Es würde mich nicht wundern, wenn Nvidia heute zwischen 20 und 21 Uhr deutscher Zeit ihr Tief findet. In der letzten Handelsstunde der US-Börsen könnte es danach eine Erholungsbewegung geben. Je nach Intensität des vorangegangenen Ausverkaufs können wir dann beurteilen, ob die Korrektur inzwischen abgeschlossen ist, oder noch ein Crescendo im Verlauf der kommenden Woche benötigt.
An der Börse wird in diesen Tagen knallhart aussortiert. Damit Sie nicht auf den falschen Aktien sitzenbleiben, habe ich hier nochmals die heißesten Spekulationen und ihre soliden Alternativen aufgeführt. Besonders trifft es Bereiche, in denen Technologieversprechen den soliden Geschäftsmodellen deutlich vorausgeeilt sind.Bei den neuen Energie- und Atomkonzepten etwa: Unternehmen wie Oklo oder NuScale im Bereich kleiner und modularer Atomreaktoren, Bloom Energy und Plug Power bei Brennstoffzellen oder QuantumScape mit seinen Festkörperbatterien standen lange für die Vision einer sauberen, sicheren Energiezukunft. Doch die Umsätze hinken den Bewertungen hinterher, Gewinne sind in weiter Ferne.
Wir sehen in diesen Tagen die Korrektur dieser Luftnummern und ich bin mir bei dem einen oder anderen Unternehmen nicht sicher, ob es im Anschluss wieder aufstehen kann. Parallel dazu rutschen die etablierten Platzhirsche im Energiesektor wie GE Vernova und Siemens Energy mit nach unten. Doch bei diesen beiden Unternehmen gibt es reale Umsätze, Cashflows und belastbare Geschäftsmodelle.
GE Vernova notiert auf einem EV/EBITDA von 43, der Gewinn wächst 2026 Analystenschätzungen zufolge um 75%. Die Summe für Gewinnwachstum und Free Cashflowyield wird für die kommenden drei Jahre auf über 50% p.a. geschätzt. Obwohl sich die Aktie im laufenden Jahr bereits mehr als verdoppelt hat, sieht das nach einer Einstiegsgelegenheit aus.
Siemens Energy notiert auf einem EV/EBITDA von nur 14, auch diese Aktie konnte sich im laufenden Jahr bereits mehr als verdoppeln. Für 2026 wird eine Gewinnverdopplung erwartet. Bei Siemens Energy beträgt die Summe aus Gewinnwachstum und Free Cashflowyield sogar 62% p.a. Was heute noch nach „auch im Minus” aussieht, kann sich im Rückblick als Chance entpuppen, Qualitätsfirmen zu Schnäppchenpreisen einzusammeln.
Ähnliches Bild im Kryptobereich: Solange die Stimmung euphorisch war, konnten Unternehmen wie Bitmine Immersion Technologies oder Cipher Mining von der bloßen Nähe zur Krypto-Industrie leben. Jetzt, da Kapital knapper und Anleger kritischer werden, geraten Unternehmen ohne klare Kostenvorteile, ohne robuste Bilanz oder ohne strategischen Burggraben, unter die Räder. Gleichzeitig werden gut positionierte Infrastrukturspieler wie Circle oder Coinbase ebenfalls ausverkauft. Deren Geschäftsmodelle, Stablecoins und Handelsplattformen, könnten jedoch wieder interessant werden, wenn sich Anleger auf größere und regulierte Akteure konzentrieren.
Circle hatte ich Ihnen als Anbieter eines gut regulierten Stablecoins USDC vorgestellt, der es Krypto-Spekulanten ermöglicht, Krypto-Kapital in Echtzeit an die Seitenlinie zu bewegen, während die dadurch erzeugte Nachfrage nach US-Staatsanleihen als Sicherheit für die USDCs der Verschuldungsorgie der US-Regierung hilft. Die Aktie notiert heute wieder unterhalb ihrem Tiefstkurses vom 5. Juni, dem ersten Handelstag der Aktie. Zwischenzeitlich war die Aktie auf 300 USD gesprungen. Ich hatte damals empfohlen, mit einem Kauf dieser Aktie 6 Monate zu warten. Nun, die 6 Monate sind nun um. 17% erwartetes Gewinnwachstum werden aktuell noch mit einem EV/EBITDA von 27 bewertet. Ich finde das in Ordnung.
Coinbase hat sich vom Hoch Mitte Juli bei 444 USD inzwischen fast halbiert. Als Krypto-Handelsplattform leidet natürlich auch Coinbase unter dem aktuellen Ausverkauf, der schon längst auch Kryptowerte wie Bitcoin, Ethereum und Solana erfasst hat. Das Unternehmen erfüllt die Rule of 40, wächst zweistellig und ist vor diesem Hintergrund mit einem EV/EBITDA von nur 20 günstig bewertet. Doch die Gewinnentwicklung schwankt stark, so dass sicherlich ein ordentlicher Bewertungsabschlag gerechtfertigt ist.
Im Bereich Quantencomputing ist die Diskrepanz zwischen Vision und Realität besonders offensichtlich. Namen wie Rigetti, D-Wave Quantum oder Quantum Computing standen für die Hoffnung, bald völlig neue Rechenwelten zu eröffnen. Technologisch mag vieles spannend sein, wirtschaftlich aber sind wir noch im Versuchsstadium. In der aktuellen Korrektur wird die technologische Fantasie auf wirtschaftliche Vernunft zurechtgestutzt. Gleichzeitig gibt es mit IBM einen Riesen, der ebenfalls an Quantencomputern arbeitet, aber aus einem profitablen Kerngeschäft heraus, mit diversifizierten Einnahmequellen. Mit einem EV/EBITDA von 17 ist das Gewinnwachstum von nur 7% in meinen Augen fair bewertet. Doch bei IBM haben wir seit einigen Quartalen den Vorteil, dass die Prognosen und Erwartungen kontinuierlich nach oben korrigiert werden.
Auch im Weltraum- und Flugtaxi-Sektor wiederholt sich das Muster. AST SpaceMobile mit dem Traum vom Satelliten-Handynetz und Joby Aviation mit fliegenden Autos haben die Fantasie vieler Anleger beflügelt. Doch bis die Vision in großem Stil Geld verdient, werden noch viele Jahre vergehen. Und niemand kann garantieren, dass ausgerechnet diese Pioniere am Ende den Erfolg für sich verbuchen können. Während also die spekulativen Highflyer heftig einbrechen, geraten auch Industriegiganten wie Airbus und Boeing unter Druck. Dort lassen sich Cashflows, Auftragsbücher und Marktanteile immerhin sauber messen.
Schließlich gibt es noch die Kategorie der Unternehmen, die irgendwo dazwischen hängen: nicht mehr reine Fantasie, aber vielleicht doch etwas zu hoch bezahlt. Palantir, AppLovin und CoreWeave sind Beispiele für Unternehmen, die an der Schnittstelle von KI, Social-Werbung und Cloud-Infrastruktur überaus erfolgreich sind. Hier kann die aktuelle Korrektur dafür sorgen, dass aus gehypten Wachstumstiteln vernünftig bepreiste Qualitätsaktien werden.
Bei Palantir sieht die Korrektur von 207 USD auf 155 USD binnen sechs Wochen allerdings eher niedlich aus, immerhin notiert die Aktie noch immer auf einem EV/EBITDA von 171. 4,4 Mrd. USD erwarteter Umsatz für das laufende Jahr werden mit 364 Mrd. USD bewertet. Abenteuerlich. Da gehen Anleger von einer jährlichen Gewinnvervielfachung auf absehbare Zeit aus.
AppLovin hat da schon eher ein vernünftiges Kursniveau erreicht, wir haben die Aktie vor einer Woche ins Portfolio geholt.
Und CoreWeave hat mit realen Problemen zu kämpfen: Lieferprobleme bei Zulieferern hindern das Unternehmen daran, die exorbitant hohen Wachstumsraten zu erzielen, die in Aussicht gestellt wurden. Sprich: Ein Flaschenhals zeigt die Anfälligkeit der hohen Bewertung. Im Sommer notierte CoreWeave bei 187 USD, aktuell steht der Kurs bei 69 USD, also -63%. Das EV/EBITDA von nur noch 15 interessiert aktuell niemanden, zunächst muss das Unternehmen zeigen, dass es getätigte Terminzusagen für die Fertigstellung von KI-Rechenzentren trotz Flaschenhals bei Zulieferern auch einhalten kann.
Da fällt mir noch ein Unternehmen ein, das immer wieder mal gehypt wird: Axon, der Anbieter von Bodycams für die Polizei sowie der Hersteller der alternativen Waffe Taser, mit der Polizisten Zielpersonen abschießen können, ohne sie zu töten. Vom Hoch bei 885 USD im Sommer verlor die Aktie inzwischen 41% auf 519 USD. Dabei erfüllt Axon viele Wachstumskriterien: Die Rule of 40, zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn, überproportionales Gewinnwachstum und inzwischen eine Bewertung, die angemessen erscheint: EV/EBITDA von 59 bei einem Gewinnwachstum um 30% p.a. für die kommenden Jahre.
Doch es gibt einen realen Grund für den Abstieg der Aktie: Motorola. Der Taser ist für Axon nur der Lockvogel, um mit der Polizei größere Geschäfte im Bereich der Bodycams, der unternehmenseigenen Cloud-Plattform für Dokumentation und Berichte, Auswertung und digitalen Beweisfluss anzubieten. Motorola hat zwar keinen Taser, aber über die hauseigene Funktechnik (Notruf) kommt auch Motorola gut ins Geschäft mit der Polizei. Und inzwischen bietet auch Motorola ein eigenes Ökosystem für Videoauswertung, Beweisfluss, Berichtspflichten, etc. an.
Analysten sind sich einig, dass die Polizei weltweit in diesen Bereichen aufrüsten muss, um mit der Kriminalität Schritt zu halten. Doch der alleinige Siegeszug von Axon wird nun durch Motorola begleitet, so dass es mitunter zu Zugeständnissen beim Preis kommt. Die rosigen Aussichten, mit denen Axon eine alleinige Zukunft in diesem Bereich prognostiziert wurde, bewahrheiten sich nicht.
Wir erleben also keinen Crash aus heiterem Himmel, sondern eine groß angelegte Neubewertung. Alles, was primär aus Story, Hoffnung und Präsentationsfolien bestand, wird brutal ausgesiebt. Alles, was Erträge, Wettbewerbsvorteile und echte Kundenbeziehungen vorweisen kann, wird mit nach unten gezogen, sollte sich im Anschluss jedoch schnell wieder erholen. Nutzen Sie diese Marktphase also, um Ihr Portfolio entsprechend anzupassen.
5. Update beobachteter Werte: Dell, Home Depot, Akamai, Boeing, Nvidia, TJX Companies, Palo Alto Networks, Amazon, Dell
Im Wochenverlauf habe ich Updates zu unseren Portfolio-Titeln verfasst. Diese erhalten Sie nachfolgend zusammen aufgeführt.
Die Updates finden Sie generell jeweils nach der Veröffentlichung verfügbar unter Heibel-Ticker -> Portfolio -> 10 neueste Einträge und mit der Express-Funktion erhalten Sie die Updates direkt unterwöchig per E-Mail und SMS.
==========
Dell: Speicherpreise ruinieren Gewinnmarge
Di, 18. November um 17:21 Uhr
Gestern stufte Morgan Stanley die Bewertung vieler Computeranbieter auf "Verkaufen". Dell wurde zuvor mit "Kaufen" bewertet, erlitt also gleich eine doppelte Abstufung. Neben Dell traf es auch Hewlett Packard Enterprise, Asustek, Lenovo, Pegatron und Giga-Byte Technology. als Grund werden steigende Speicherpreise angegeben.
Micron Technologies und Sandisk sind die beiden weltweit führenden Anbieter von Computerspeichern. Seit einigen Jahren investieren diese beiden jeden freien Cent in den Ausbau der Fertigung von HBMs, von High Bandwidth Memorys, als Breitbandspeicher, die von den KI-Rechenzentren aufgrund der massiv parallelen Rechenleistung benötigt werden. Investitionen in herkömmliche Speicher wie NAND oder DRAM wurden bewußt klein gehalten, weil man den Schweinezyklus in dieser Branche inzwischen häufig genug durchlebt und durchlitten hat.
In den vergangenen sechs Monaten seien die Preise für die herkömmlichen Speicher um 50% bis 300% angesprungen und auch für das kommende Jahr 2026 erwarten die Analysten von Morgan Stanley von Quartal zu Quartal zweistellige Preissteigerungen. Schon heute machen Speicher 10-20% der Computerkosten aus, bei Backup-Lösungen mit überwiegend Speicherbedarf können es bis zu 70% sein. Preissteigerungen bei diesen Speichern fressen also empfindlich in die Gewinnmarge von Dell und Co.
Ich stimme der Analyse nicht zu, denn der Analyst stellt Dell anderen PC-Anbietern gleich. Dabei konnte Dell in den vergangenen Jahren ein nennenswertes KI-Geschäft aufbauen, ganz im Gegensatz zu den genannten Wettbewerbern. 28% des Konzernumsatzes kamen 2024 bereits von Servern und Netzwerklösungen. Speicherlösungen hingegen, die von der Preiserhöhung am stärksten betroffen sein werden, machen nur 17% des Konzernumsatzes aus. Endgeräte wie Laptops und PCs sind aktuell noch bei 50%, Tendenz fallend. Für das laufende Geschäftsjahr werden Server und Netzwerk auf 36% Konzernanteil springen.
Noch deutlicher wird die Fehleinschätzung des Analysten, wenn wir auf die Gewinnanteile blicken: Server und Netzwerk liegen bei 89%, Endgeräte bei 47%. Ja, das kann über 100% sein, da im vergangenen Geschäftsjahr noch eine Wertberichtigung vorgenommen wurde (-37%). Für das laufende Jahr wird ein Verhältnis von 2/3 Server & Netzwerk, 1/3 Endgeräte beim Gewinn erwartet.
Sei's drum, die Abstufung kommt just zu einem Zeitpunkt, an dem die KI-Revolution ohnehin in Frage gestellt wird. Ich möchte daher die Ereignisse der vergangenen Tage nochmals etwas spezifizieren, ich hatte am vergangenen Freitag in der Kürze die Vorstände von Oracle und OpenAI in einen Topf geworfen.
Oracle kündigte den massiven Ausbau der KI-Rechenzentren an, massiver als irgendein Hyperscaler. CEO Safra Catz war auf CNBC im Interview zu sehen und stellte sich voll hinter die Entscheidung. Der Bedarf sei da und ließe sich leicht finanzieren. Die Ausgabe einer Unternehmensanleihe wurde jedoch nicht gut vom Markt aufgenommen. Kurz danach kündigte Catz an, ihr Amt niederzulegen. Auf dem Gesicht einiger Anleger waren zumindest ein paar Fragezeichen zu sehen: Wie kann die erfolgreiche Führungsperson den Konzern in einem so wichtigen Moment verlassen? Immerhin ist sie seit fast 20 Jahren im Vorstand von Oracle.
Die Investitionen seien durch Aufträge von OpenAI gut untermauert, hörte man in diese Phase der Fragezeichen hinein. Doch die Aktie hatte ihre Rallye bereits beendet und pendelte langsam gen Süden. Vom Hoch bei 350 USD nach Ankündigung der KI-Investitionen Mitte September ging's in Richtung 300 und im November, als die Zweifel an der KI-Revolution größer wurden, sackte die Aktie sogar auf 250 USD ab.
Dann kam in der vergangenen Woche OpenAI DFO Sarah Friar zu CNBC und forderte von der US-Regierung einen "Backstop" für die zugesagten KI-Investitionen. Inhaltlich bedeutet dies, dass sie von der US-Regierung verlangt, die Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur zu übernehmen, sollte OpenAI die Finanzierung nicht stemmen können. Der Kommentar ging in Richtung nationaler Bedeutung der KI-Revolution und entstammt der Überzeugung, dass die USA im Wettbewerb mit China seien und das beste KI-Unternehmen, das nach Ansicht von Friar natürlich OpenAI ist, darf durch so nebensächliche Restriktionen wie Geld nicht gebremst werden.
Ja, Sie hören eine gewisse Arroganz in dieser Forderung. Das haben auch andere Anleger gehört und so zweifelt man nun an der Solvenz von OpenAI. Da OpenAI nicht börsennotiert ist, werden alle ausverkauft, die irgendwie mit OpenAI in Verbindung gebracht werden können. Oracle wurde sodann bis auf 210 USD ausverkauft, -40% seit der Ankündigung der KI-Projekte.
Heute kann der neue CEO von Oracle, Jeff Henley, ins Fernsehen und versucht zu beruhigen: Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung wachse ungebremst und so mache er sich keine Sorgen über das KI-Investitionsprojekt. wenn nicht OpenAI, dann würde ein anderes Unternehmen die KI-Rechenleistung nachfragen.
Hmm, das ist tatsächlich kritisch: Nachdem die Finanzierung der Oracle-Projekte durch OpenAI in Frage gestellt wurde, wird nun auch noch die Nachfrage von OpenAI in Frage gestellt. Wenn andere KI-Unternehmen einspringen, dann sicherlich nur zu günstigeren Konditionen. Es ist also nachvollziehbar, dass Anleger die Branche nun skeptisch sehen.
Die Geschichte von CoreWeave und Core Scientific brauche ich nicht zu wiederholen: Selbst wenn die Nachfrage groß bleibt, führt der Bau der KI-Rechenzentren zu ganz eigenen Flaschenhälsen, die diese Entwicklung ebenfalls bremsen, und die erhofften Gewinne weiter in die Zukunft verschieben könnten.
So wird nun befürchtet, dass auch andere Anbieter von KI-Rechenzentren, wie unsere Dell, kleinere Brötchen backen müssen. Es wird befürchtet, dass Dell noch länger vom Gewinn des Altgeschäftes abhängig sein wird, bevor KI-Rechenzentren nennenswert zum Gewinnwachstum beitragen können. Und in diese Situation kommt nun die Kritik an den Speicherpreisen, die das Altgeschäft belasten. So verliert die Aktie von Dell binnen eines Monats 20% an Wert.
Soweit die Situationsanalyse. Was kommt als nächstes?
Dell kommt gerade aus einer anstrengenden Phase mit hohen Investitionen und knappem Cashflow. Daher ist die Aktie nach wie vor so günstig bewertet: Anleger trauen dem Turnaround noch immer nicht. Das EV/EBITDA steht bei 8. Verständlich, da der Gewinn (EBITDA) 2024 nur um 2% wuchs. Doch das Umsatzwachstum betrug bereits 8%, Tendenz leicht steigend. Und die Gewinnmarge entwickelt sich nach den Anfangsinvestitionen nun wieder erfreulich von 10,5% im Jahr 2024 auf erwartete 11,1% in den kommenden Jahren. So wird erwartet, dass sich das EBITDA auf einem Wachstum von 10% p.a. einpendelt.
Ich würde den fairen Wert der Aktie vor diesem Hintergrund gut um 50% höher ansetzen. Doch wie stark werden teure Speicher nun dieses Wachstum belasten? Nun, die Gewinnentwicklung für diesen Bereich wurde ohnehin von Analysten bereits rückläufig eingeschätzt. Im abgelaufenen Jahr ging der Gewinn bereits um 1 Mrd. zurück, für das laufende Jahr wird ein weiterer Rückgang um 200 Mio. USD erwartet. Was, wenn dieser Teil nochmals um 1 Mrd. USD schrumpft? Was, wenn Dell also nochmals 800 Mio. USD weniger Gewinn in diesem Bereich macht als bislang erwartet?
Nun, wir hätten ein weiteres Jahr mit einem Gewinnwachstum von nur 2% statt der erhofften 10%. Die Erholung in der Gewinnentwicklung würde um ein weiteres Jahr verschoben. Die Bewertung mit einem EV/EBITDA von 8 wäre erneut nachvollziehbar.
Hmm, also all diese Probleme können wir nicht einfach vom Tisch wischen. Das angestammte Geschäft, mit dessen Gewinnen Zukunftsinvestitionen in KI-Rechenzentren finanziert werden, leidet unter inflationären Preisen der Komponenten. Und das Zukunftsgeschäft kommt aufgrund von Flaschenhälsen und Investitionslücken vielleicht doch nicht ganz so schnell, wie erwartet.
Meine Analyse zeigt, dass Dell nicht so stark leiden wird, wie Wettbewerber. Sowohl bei den KI-Rechenzentren, als auch im PC-Geschäft ist Dell solider unterwegs als der Wettbewerb. Trotzdem wird die Aktie in Sippenhaft genommen und kräftig ausverkauft. So etwas kann sich auch länger hinziehen. Ich würde daher einen Stopp Loss einziehen, damit wir mit Dell nicht nochmals durch das lange Tal der Tränen gehen müssen.
Aktuell notiert die Aktie über 105 EUR. Im April war sie schon mal unter 60 EUR. Seit Jahresbeginn legte die Aktie um 23% zu. Ich würde beim Unterschreiten der 100 EUR Marke die Reißleine ziehen. Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass nach diesem Ausverkauf schon bald eine kräftige Gegenbewegung zu erwarten ist. Doch nach dieser Analyse kann ich nicht ausschließen, dass die Aktie noch weiter ausverkauft wird.
Alle Updates zu Dell
Home Depot: Leichtes Umsatzwachstum bei bröckelnden Margen
Di, 18. November um 17:45 Uhr
Home Depot hat im dritten Quartal leicht zugelegt, aber die Dynamik bleibt überschaubar. Der Umsatz stieg von 40,2 Mrd. USD auf 41,4 Mrd. USD, also +2,8%, wobei rund 0,9 Mrd. USD allein aus der frisch übernommenen GMS hinzukamen. Organisch ist das eher eine Seitwärtsbewegung. Die vergleichbaren Umsätze (flächengleich) lagen nur um 0,2% über Vorjahr, in den USA um 0,1%, getragen von einem höheren durchschnittlichen Kassenbon (+1,8%), während die Zahl der Transaktionen um 1,6% zurückging. Weniger Kunden, die im Schnitt etwas teurer einkaufen. Immerhin liegt der Umsatz um 1% höher als von Analysten erwartet wurde.
Der Gewinn (Brutto) legte zwar leicht von 13,4 Mrd. USD auf 13,8 Mrd. USD zu, doch das operative Ergebnis ging von 5,42 Mrd. USD auf 5,35 Mrd. USD leicht zurück, die operative Marge sank von 13,5% auf 12,9%. Damit blieb der Gewinn um 3% hinter den Erwartungen. Unterm Strich blieben 3,6 Mrd. USD Nettogewinn, praktisch stabil gegenüber dem Vorjahr.
Der Immobilienmarkt bleibt schwach und Kunden sind bei größeren, kreditfinanzierten Projekten zurückhaltend. Positiv sticht das Online-Geschäft heraus: Die über digitale Kanäle abgewickelten Umsätze legten im Quartal um rund 11% zu.
Home Depot hängt am Immobilienmarkt. Und der ist aufgrund der nach wie vor untypisch hohen Hypothekenzinsen auf einem 40-Jahrestief in den USA. Das frisst in den Wohlstand der USA und wird meiner Ansicht nach von der Regierung nicht mehr sehr lange hingenommen. Präsident Trump fordert ohnehin bereits seit Monaten niedrigere Zinsen, Fed-Chef Jay Powell kommt diesem Wunsch nur sehr zögerlich nach. Nun belastete zudem noch der Regierungs-Shutdown die Konsumlaune vieler Regierungsangestellter.
In den USA sind weiter sinkende Zinsen absehbar und ein neuer Fed-Chef, der Mitte Mai von Trump eingesetzt wird, dürfte dann eine deutlich lockerere Geldpolitik fahren. Die Chancen für eine Zinssenkung schon im Dezember stehen derzeit bei 50:50. Mangels Statistikdaten während des Shutdowns gibt es wohl keine feste Meinung.
Aber egal, wann die Zinssenkung kommt, sinkende Zinsen sind der Brennstoff der Aktie von Home Depot. Es handelt sich um einen Blue-Chip, der in diesen schweren Zeiten einmal mehr Kurs hält und loslegen wird, wenn der Immobilienmarkt endlich anzieht. Ich möchte also an dieser Spekulation festhalten. Da ich davon ausgehe, dass die Aktie spätestens in einem Jahr deutlich höher stehen wird, würde ich mich sogar bereithalten, im Falle eines weiteren Ausverkaufs nachzukaufen. Aktuell notiert die Aktie bei 300 EUR. Ich würde bei 270 EUR nachkaufen.
Alle Updates zu Home Depot
Akamai: Internetausfall nach Cloudflare-Problemen
Di, 18. November um 18:19 Uhr
Was passiert eigentlich, wenn das Internet ausfällt?
Diese Frage mag naiv klingen, doch sie wird immer wieder gestellt. Wie kann ein weltweites Netzwerk mit dezentralen Servern und dezentraler Stromversorgung ausfallen? Nicht möglich, ist die kurze Antwort. Und dennoch waren heute Mittag für 3 Stunden mehrere Internetseiten von Weltkonzernen nicht erreichbar. Darunter X (vormals Twitter) und ChatGPT, aber auch eine Vielzahl von Finanzseiten, die ich regelmäßig aufrufe, waren Offline. In einzelnen Berichten wurde davon gesprochen, das bis zu einem Drittel des Internets ausgefallen sei ... das halte ich für maßlos übertrieben, dennoch war das Problem global und betraf vermutlich mehrere Millionen Webseiten.
Ursache war ein Problem bei Cloudflare. wir haben das Unternehmen bereits im Heibel-Ticker besprochen und ich nutzte deren Dienste sogar für einige Zeit für den Heibel-Ticker. Ich war nicht zufrieden, daher kündigte ich den Dienst wieder. Was macht Cloudflare?
Es handelt sich um ein Content Delivery Network (CDN): Inhalte werden über ein eigenes Netzwerk und über eigene Server weltweit ausgeliefert. Dabei werden zusätzliche Sicherheitsdienste angeboten, um den reibungslosen Betrieb der eigenen Web-Präsenz zu garantieren und sich gegen DDoS-Attacken, Viren und andere Hacker-Angriffe abzusichern. Unternehmen finden dieses Angebot überaus attraktiv, da man die Verantwortung in diesem Bereich gerne an Spezialisten abgibt, die ihr Netzwerk kontinuierlich optimieren.
Ich kenne das Thema bereits seit 25 Jahren. Akamai war damals meine bevorzugte Aktie, das Unternehmen betreibt ebenfalls ein CDN mit angeschlossenen Sicherheitsleistungen. So war heute, als ich von den Problemen bei Cloudflare hörte, mein erster Impuls, einen Cloudflare-Put für Sie herauszusuchen. Doch da die Aktie bereits seit Wochen dramatisch Federn lässt, hielt ich diese Idee für verspätet. Das war richtig, wie ich heute Abend sehe.
Mein zweiter Impuls war es, Akamai zu kaufen. Der Wettbewerber bietet ähnliche Produkte an und es ist zu erwarten, dass viele Kunden von Cloudflare nach diesem Erlebnis ihre Beziehung zu Cloudflare in Frage stellen. Daher habe ich mir die beiden Unternehmen näher angeschaut.
Dabei zeigte sich, dass beide Unternehmen ein ähnliches Produkt völlig unterschiedlich im Markt platzieren. Akamai unterhält eine große Vertriebsmannschaft und bietet eine individuelle Kundenbetreuung. Verträge werden individuell ausgehandelt, Kunden sind meist sehr große Unternehmen oder Behörden. Akamai ist der Mercedes dieser Branche: Teuer aber absolut zuverlässig.
Cloudflare hingegen bietet seinen Dienst über das Internet und ohne große Vertriebsmannschaft an. Die Dienste können umgehend bezogen werden, nach einer kostenfreien Probezeit erfolgt die Belastung über die Kreditkarte. Damit zieht Cloudflare insbesondere kleine und mittlere Unternehmen als Kunden an sich, die Angst vor der Eigenverantwortung haben und diese gerne abgeben. Nach dem kostenfreien Einstieg steigen die Kosten dann sukzessive an. Ich bin froh, frühzeitig den Absprung geschafft zu haben.
Cloudflare wächst dadurch jedoch mit 30% p.a. im Umsatz. Im laufenden Jahr 2025 möchte das Unternehmen erstmals einen Gewinn ausweisen. Das EV/EBITDA von 142 zeigt jedoch bereits, dass Anleger das hohe Wachstum bereits ordentlich bepreisen. Akamai hingegen wächst nur mit 5% p.a. Das EV/EBITDA von 8 ist diesem geringen Wachstum entsprechend angemessen.
Damit zeigt sich, dass Akamai sicherlich den einen oder anderen Neukunden aus der Cloudflare-Misere ziehen kann. Doch Akamai ist nicht aufgestellt, um die Masse der Cloudflare-Kunden zu sich zu ziehen. Die Vertriebsmannschaft betreut derzeit rund 5.000 Kunden. Für die Millionen von Cloudflare ist das Unternehmen nicht vorbereitet. Und die Konzerne und Behörden, die bei Cloudflare Kunde sind, haben in der Regel ebenfalls bereits einen Vertrag mit Akamai. Viele Unternehmen schreiben die Ausfallsicherheit so groß, dass man sich ohnehin nicht auf einen einzigen Dienstleister verlassen möchte.
Tja, so habe ich ein paar Stunden mit der Recherche verbracht, leider mit dem Ergebnis, dass es nichts zu tun gibt für uns. Vielleicht fanden Sie den Einblick dennoch interessant.
Kurz noch zum Markt: Ja, jetzt findet endlich ein Ausverkauf statt und ich schaue nach weiteren Kandidaten für unser Heibel-Ticker Portfolio. Nein, dieser Ausverkauf hat nichts mit dem Beginn der Baisse der großen Finanzkrise 2007 bis 2009 zu tun und auch nichts mit dem Platzen der Internetblase. Eine Korrektur, wie wir sie gerade erleben, ist schmerzhaft, sollte aber schnell vorübergehen.
Alle Updates zu Akamai
Boeing: Kaufen, als Spekulation auf Erholung
Mi, 19. November um 17:16 Uhr
Emirates bestellt auf der Dubai Airshow mal eben 65 zusätzliche 777X für 38 Mrd. USD, Flydubai setzt noch 75 weitere 737 MAX im Volumen von 13 Mrd. USD obendrauf, Korean Air ordert 103 Flugzeuge für 50 Mrd. USD und aus China bahnt sich ein Mega-Deal über bis zu 500 Jets an. Die Nachfrage ist also nicht das Problem, sondern eher das Hochfahren der Produktion, ohne wieder in alte Fehler zurückzufallen.
Nach dem Tür-Zwischenfall im Januar 2024, eine Boeing von Alaska Airlines verlor in der Luft die Türabdeckung, hat die Luftfahrtbehörde FAA Boeing bei der 737 MAX auf 38 Flugzeuge pro Monat begrenzt und eine Art Bewährungsauflage verhängt. Jede Steigerung muss sich die Firma mit harten Nachweisen erarbeiten. CEO Kelly Ortberg sprach im Mai davon, er sei ziemlich zuversichtlich, mit der Genehmigung der FAA jeweils mit sechs Monaten Abstand die monatliche Fertigung von derzeit 38 Maschinen bis Jahresende auf 42, und mittelfristig 47 pro Monat hochzufahren.
Dazu wollte man den 38er-Takt wirklich zunächst stabil fahren. Das bedeutet, die Fertigungsschritte sollen zuverlässig beim ersten Mal fehlerfrei durchgeführt werden. Dies führt zu weniger Nacharbeiten und klar definierten Qualitätskontrollen entlang jeder Fertigungslinie. Das lese ich inzwischen auch in den Analystenberichten: Produktionsdefekte gehen zurück, Durchlaufzeiten werden planbarer, Kunden wie Ryanair loben die verbesserte Qualität und freuen sich, dass ihnen 25 737MAX-Jets sogar früher geliefert werden als ursprünglich geplant. Auch CEO Kelly Ortberg meldet, dass die Zahl der Produktionsmängel bereits um rund 30% gesenkt worden sei.
Mitte Oktober gab die FAA grünes Licht für den ersten Schritt und Boeing arbeitet nun daran, im Dezember bereits 42 Flieger zu bauen.
Ein zweiter Schritt in Richtung Zuverlässigkeit und Qualitätsverbesserung ist die angestrebte Übernahme des Zulieferers Spirit AeroSystems. Das Unternehmen liefert 737-Rümpfe und stand in den vergangenen Jahren häufiger in der Kritik, Qualitätsvorgaben nicht zu erfüllen. Hört sich für mich an, als habe Boeing die Geduld mit Spirit AeroSystems verloren und traut deren Qualitätssicherung nicht mehr. Es müsse Schluss sein, bei der Endabnahme deren Fehler "mit Spachtel und Bohrer" auszumerzen.
Eine weitere Maßnahme, um die Qualität der Boeings zu verbessern, ist die Kopplung eines Großteils der Gehälter an die Qualitätskennziffern des Boeing-Konzerns. Jeder Mitarbeiter soll die Zuverlässigkeit im Blick haben, da diese eine direkte Auswirkung auf sein Gehalt hat.
Meine These für Boeing hat sich seit unserem ersten Kauf im April, den wir im Juni mit +24% abschlossen, nicht geändert, vielmehr wurde meine These inzwischen untermauert. Sie lautet, Donald Trump wird bei Verhandlungen um die Verringerung der Handelsdefizite Boeing-Bestellungen dankbar entgegen nehmen. Flugzeuge sind ein Weg, mit dem Fluggesellschaften, die häufig unter staatlichem Einfluss stehen, auf einen Schlag das Handelsdefizit verbessern zu können.
Großbritannien, Qatar, Arabische Emirate, Japan und Südkorea bestelltem im Rahmen der Zollverhandlungen bereits nennenswerte Stückzahlen. Südkorea allein 103 Flieger für 50 Mrd. USD. Bloomberg geht seit August davon aus, dass eine mögliche Bestellung von 500 Fliegern aus China Bestandteil der Zollverhandlungen zwischen Trump und Xi sind. Es geht also nicht mehr um die Nachfrage, sondern nur noch um die Ausweitung der Fertigung. Und da scheint sich vieles verbessert zu haben.
Ich würde daher Boeing in unser spekulatives Portfolio kaufen.
Alle Updates zu Boeing
Nvidia: KI-Goldesel liefert 62% Umsatzplus – halbe Billion US-Dollar in Sicht
Do, 20. November um 10:37 Uhr
Kaum zu glauben, aber Nvidia konnte erneut die hohen Erwartungen übertreffen. Der Umsatz sprang um 62% auf 57,0 Mrd. USD und übertraf die Erwartungen um 3%. Der Nettogewinn kletterte um 65% auf 31,9 Mrd. USD und lag damit ebenfalls um 3% über den Erwartungen. Die Gewinnmarge bleibt mit rund 73–74% auf hohem Niveau. Je Aktie legte der Gewinn von 0,78 USD auf 1,30 USD zu (+67%). 
Im Rechenzentrum-Geschäft stieg der Umsatz um 66% auf 51,2 Mrd. USD. Allein die Netzwerk-Sparte (NVLink, Spectrum-X, InfiniBand) legte um 162% auf 8,2 Mrd. USD zu. Nvidia verkauft nicht nur GPUs, sondern komplette KI-Fabriken. Gaming, das Hauptgeschäft des früheren Nvidia, wächst mit +30% auf 4,3 Mrd. USD ordentlich mit, Professional Visualization (+56% auf 760 Mio. USD) und Automotive (+32% auf 592 Mio. USD) sind vergleichsweise klein, zeigen aber, dass der KI-Erfolg quer über alle Sparten läuft.
CFO Colette Kress spricht inzwischen ganz offen von einer Sichtbarkeit auf 500 Mrd. USD Umsatz allein mit den Chipgenerationen Blackwell und Rubin vom Jahresanfang 2025 bis Ende 2026. Ein Analyst wollte im Analystencall wissen, ob die 500 Mrd. USD Deckel oder Unterkante seien. Kress verwies darauf, dass man im laufenden Quartal schon wieder neue Großaufträge eingesammelt habe, etwa 400.000–600.000 zusätzliche GPUs für Saudi-Arabien sowie die neue Partnerschaft mit Anthropic. Für das laufende Q4 stellt Nvidia 65 Mrd. USD Umsatz in Aussicht (+37%), bei Bruttomargen um 75%.
Kritisch nachgefragt wurde vor allem an drei Stellen. Erstens: Ist der KI-Infrastrukturboom nachhaltig finanzierbar oder laufen wir in eine Investitionsblase? CEO Jensen Huang konterte mit seinem Drei-Stufen-Mantra: Weg von CPU- zu GPU-Computing, von klassischem Machine Learning zu generativer KI und nun hin zu KI-Agenten, also Systemen, die planen und handeln können. All diese Stufen liegen auf derselben Nvidia-Architektur und erzeugen laut Huang einen positiven, sich verstärkenden Kreislauf aus besserer Modellqualität und höherem wirtschaftlichen Nutzen. Deshalb sei die installierte GPU-Basis voll ausgelastet und die großen Cloud-Anbieter auf Jahre mit KI-Investitionen beschäftigt.
Außerdem wollten Analysten genauer wissen, wie realistisch die halbe Billion Bestellvolumen ist und welche Einnahmen pro Gigawatt Rechenzentrum dahinter stehen. Huang antwortete, Nvidia habe in der Hopper-Generation einen Anteil pro Gigawatt bei grob 20–25 Mrd. USD gelegen, Grace Blackwell („GB300“) liege eher bei 30+ Mrd. USD, Rubin werde noch höher ausfallen, bei jeweils massiven Leistungs- und Effizienzgewinnen pro Watt. Entscheidend sei, dass die Welt nicht beliebig mehr Strom habe. Wer pro Gigawatt die höchste Leistung liefert, bekomme am Ende auch den größten Umsatzanteil.
Schließlich ging es im Analystencall um die Risiken des Geschäfts mit China und um die Verwendung des gewaltigen Cashflows. Zum China-Geschäft betonte Kress, dass im Ausblick weiter null Rechenzentrum-Umsätze aus China unterstellt sind. Alles, was dort irgendwann wieder möglich wird, wäre zusätzliches Geschäft. Nvidia könnte in den nächsten Jahren bis zu 500 Mrd. USD freien Cashflow generieren. Was tun mit dem Geld? Kress bleibt bei der bisherigen Linie mit einem Mix aus massiven Aktienrückkäufen (bisher 37 Mrd. USD in den ersten neun Monaten 2025, weitere 62,2 Mrd. USD autorisierter Rückkauf sind noch offen) und strategischen Investments in das eigene Ökosystem, wie etwa in die Beteiligungen an OpenAI, Anthropic, Mistral & Co. Alles Partner, die wiederum Nvidia-Hardware in Gigawatt-Dimensionen bestellen.
Ich nehme die Zahlen als Bestätigung für meine Einschätzung: Eine KI-Blase gibt es höchstens dort, wo die Finanzierung von Rechenzentren auf Kredit gestellt wird. Dort wird derzeit die Luft heraus gelassen. Unternehmen wie Dell wurden in Mitleidenschaft gezogen, dürften sich aber schnell erholen.
Das EV/EBITDA steht aktuell bei 34. Für ein Gewinnwachstum von 65% ist das viel zu günstig. Auf Basis der für 2026 erwarteten Zahlen fällt das EV/EBITDA auf nur noch 22 bei erwartetem Gewinnwachstum von 55%. Bei der Rule of 40 erreicht Nvidia einen Wert von 127. Die KI-Revolution ist intakt.
Heute steigt die Aktie von Nvidia um 6% an. Es ist unsere größte Position, dennoch möchte ich aktuell noch immer keinen Teilverkauf vornehmen, sondern lasse die Aktie einfach laufen.
Alle Updates zu Nvidia
TJX Companies: Wenn das Geld knapp ist, boomt das Schnäppchenregal
Do, 20. November um 11:20 Uhr
TJX zeigt im dritten Quartal sehr deutlich, wie sich eine klamme Konsumentenlage in Chancen für Off-Price-Händler verwandeln kann. Der Umsatz kletterte um 7% auf 15,1 Mrd. USD und liegen damit um 2% über den Erwartungen. Die vergleichbaren Umsätze, also bereinigt um die Veränderung in der Ladenfläche, legten um 5% zu (Vorjahr: +3%). Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 1,4 Mrd. USD (+8% und damit um 5% über den Erwartungen), der Gewinn je Aktie stieg um 12% auf 1,28 USD. Die Gewinnmarge (EBITDA) verbesserte sich von 12,3% auf 12,7%.
Für das Gesamtjahr wurde die Prognose angehoben: Umsatz nun 59,7–59,9 Mrd. USD, vergleichbare Umsätze +4%, Gewinn je Aktie 4,63–4,66 USD (+9%).
Spannend für uns ist der Blick in den Einkaufswagen der Kunden. CFO John Klinger erläutert, dass trotz Preiserhöhungen sowohl ein Plus sowohl bei der Zahl der Transaktionen als auch beim Wert des durchschnittlichen Warenkorbs nach sich zogen. Die Leute merken also, dass sie bei TJX (TK-Maxx) Markenware deutlich günstiger bekommen als beim klassischen Einzelhandel. Im Analystencall wurde explizit nach Einkommensklassen gefragt: Alle Einkommensgruppen entwickeln sich gesund, so CEO Ernie Herrman, aber der stärkste Schub kommt aktuell aus der unteren Einkommensschicht, also genau von den Haushalten, bei denen das Geld knapp ist.
TJX spielt seine Off-Price-Stärke in der aktuellen Lage konsequent aus: Wo andere Händler auf hohen Beständen und Zöllen sitzen bleiben, spricht Herrman von hoher Verfügbarkeit hochwertiger Markenware, die TJX günstig einsammeln und mit Marge weiterreichen kann. Preiserhöhungen wurden nur selektiv mit dem Markt mitgezogen, und dort, wo Kunden nicht mitgezogen sind, hat TJX die Preise wieder zurückgedreht. Dank schneller Lagerumschläge kann das Unternehmen solche Irrtümer rasch korrigieren.
Die Zahlen zeigen, dass wir mit TJX genau den richtigen Einzelhändler für diese Konjunkturphase im Portfolio haben. Hohe Zölle belasten die Markenartikel, Unsicherheit über die zukünftige Konjunkturentwicklung lässt Konsumenten sparsam sein. TJX kann beherzt große Bestände bei den Markenartikeln einkaufen und somit den klammen Kunden eine große Auswahl bieten. Ich denke, das wird im Weihnachtsgeschäft nochmals ein ordentlicher Rückenwind für das Geschäft von TJX sein.
Alle Updates zu TJX Companies
Palo Alto Networks: Wenn’s kracht, verkauft sich die Sicherheits-Plattform von allein
Do, 20. November um 12:50 Uhr
Palo Alto hat im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres erneut gezeigt, wie konsequent der Konzern sich vom klassischen Lizenz- und Hardwaregeschäft zur breit aufgestellten Sicherheitsplattform umbaut. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 16% auf 2,47 Mrd. USD und liegt damit einen Hauch über den Erwartungen. Das alte Hardwaregeschäft wächst zwar mit: Produktumsätze legten um 23% auf 434 Mio. USD zu. Auch das Lizenzgeschäft und Supporterlöse stiegen um 14% auf 2,04 Mrd. USD. Für die Zukunft interessant ist jedoch das überproportionale Wachstum im Next-Generation-Security-Geschäft, dessen jährlicher zu erwartender Umsatz (NGS ARR - annual recurring revenue) um 29% auf 5,9 Mrd. USD klettert. Im Q3 betrug dessen Umsatzbeitrag fast 50%, vor einem Jahr waren es noch nur 38%.
Kunden kaufen nicht mehr einzelne Produkte, sondern wählen auf der Plattform einzelne Dienste aus, die dann je nach Nutzung abgerechnet werden. Die Zahl der Großkunden, die mehrere Produktlinien gebündelt als Plattform nutzen, ist binnen eines Jahres von etwa 1.100 auf rund 1.450 gestiegen. Ziel der Kunden ist es, das Sammelsurium aus Einzellösungen zu konsolidieren, die Reaktionszeit nach Angriffen von Tagen auf Minuten zu drücken und Palo Alto als zentrale Sicherheitsplattform zu etablieren.
Im Analystencall schildert CEO Nikesh Arora, wie sich die Bedrohungslage durch KI gerade dramatisch verschlimmert. Er verweist auf den ersten dokumentierten Fall, bei dem ein KI-Agent weitgehend autonom eine groß angelegte Cyberattacke im Auftrag eines Nationalstaats gefahren hat, mit minimaler menschlicher Steuerung. Für ihn ist das der Wendepunkt, ab dem man mit verstreuten Punktlösungen nicht mehr hinterherkommt. Entsprechend stammen die großen Neuverträge auffällig oft aus verbrannten Umgebungen: US-Bundesbehörden, Telekomkonzerne, europäische Rüstungsunternehmen, die nach schweren Sicherheitsbedenken ihre komplette Architektur neu denken und dabei von einer Vielzahl an Einzellösungen auf eine Handvoll Plattformen von Palo Alto umsteigen.
Der Plattform-Umbau schlägt sich nicht nur im Wachstum, sondern auch in der Gewinnmargen nieder. Die Gewinnmarge (EBITDA) stieg von 28,8% auf 30,2%, der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,78 USD auf 0,93 USD (+19% und 4% über den Erwartungen), der freie Cashflow lag im Quartal bei rund 1,7 Mrd. USD (+17%).
Das Angebot wird derzeit durch gezielte Übernahmen ausgebaut. Wir wissen bereits von der Übernahme von CyberArk, mit der die Identity-Security verbessert werden soll, also die Zugangssicherheit von dezentral arbeitenden Mitarbeitern über verschiedenste Endgeräte. Gestern wurde bekannt gegeben, dass man durch die Übernahme von Chronosphere die Echtzeitbeobachtung der Netze ausbauen möchte. Mit diesen zusätzlichen Angeboten soll der Umsatz bis 2030 auf 20 Mrd. USD wiederkehrende NGS-Umsätze (NGS-ARR) ansteigen, immerhin um 5 Mrd. USD mehr als bislang in Aussicht gestellt.
Also: Umsatz und Gewinn liegen über den Erwartungen, der Ausblick wurde angehoben. Resultat: Die Aktie fällt. Hä? Aktuell notiert Palo Alto mit 3% im Minus. Das EV/EBITDA steht bei 36. Wir sehen ein nachhaltiges Umsatzwachstum von 14-16% p.a. und ein Gewinnwachstum von 142% im laufenden Jahr, danach 12%. Die Rule of 40 wird mit einem Wert von 46 locker erfüllt. Okay, ich würde sagen, das EV/EBITDA von 36 ist für diese Wachstumszahlen bereits auf einem fairen Niveau. Offensichtlich gab es Anleger, die mehr erwartet hätten, und nun Gewinne mitnehmen.
...oder es handelt sich um ein bekanntes Muster bei Palo Alto. Die meisten Quartalszahlen wurden in der Vergangenheit mit einem Ausverkauf begrüßt, obwohl Palo Alto in den letzten 7 von 8 Quartalen die Gewinnerwartungen übertraf, die Umsatzerwartungen wurden sogar 8 von 8 mal übertroffen. In der Vergangenheit haben wir diese Eigenart schon öfter zu unserem Vorteil ausgenutzt, indem wir vor den Q-Zahlen verkauften und später deutlich günstiger wieder einstiegen. Diesmal bin ich mir nicht sicher, ob die Aktie tatsächlich so stark korrigieren wird. Es würde mich nicht wundern, wenn sich die Aktie diesmal bereits nach ein oder zwei Tagen berappelt und wieder zu klettern beginnt.
Alle Updates zu Palo Alto Networks
Amazon: Kaufen als Spekulation auf Auflösung der Unterbewertung
Fr, 21. November um 14:59 Uhr
Die Aktie von Amazon notiert heute wieder auf dem Niveau, das sie vor einem Jahr bereits erklommen hatte. Seither sprang der Gewinn jedoch um 38% an, das EV/EBITDA sackte auf nunmehr 14. Ich habe den Börsengang von Amazon vor der Jahrtausendwende bereits eng verfolgt und gelernt, dass es dieses Unternehmen nur sehr selten auf einem günstigem Bewertungsniveau gibt. Natürlich gibt es Gründe für die günstige Bewertung, doch Skeptiker wurden bislang stets von der kreativen Dynamik dieses Konzerns überrascht.
Aktuell lautet die Kritik der Skeptiker, Amazon habe nicht genug in Nvidia-GPUs investiert, sondern sich mit der Eigenentwicklung von KI-GPUs verrannt. Während die Cloud der Wettbewerber, wie Azure von Microsoft oder Google Drive von Alphabet, Wachstumsraten von über 30% verzeichnet, hinkt die AWS von Amazon mit einem Wachstum von unter 20% hinterher.
Vor wenigen Wochen veröffentliche Amazon Q-Zahlen, aus denen klar abzulesen war, dass diese Skepsis unberechtigt ist. Das Wachstum in der AWS zieht wieder an. Tatsächlich fokussierte sich Amazon zu lange auf die Eigenentwicklung, doch inzwischen wird der Rückstand durch das Hochfahren der Investitionen aktiv adressiert. Im laufenden Jahr wurden 100 Mrd. USD in die KI investiert, ein Großteil davon fließt inzwischen zu Nvidia, mit deren KI-GPUs die DGX Cloud von Nvidia auf der AWS betrieben wird.
Anthropic, das neben OpenAI letzte unabhängige KI-Unternehmen, steht zur engen Partnerschaft mit Amazon. Mit eigenentwickelten Chips macht sich Amazon langfristig unabhängig von Nvidia. Die KI-GPU Inferentia könnte schon bald im vergleichsweise anspruchslosen Inferencing, also dem Beantworten von Fragen auf Basis einen bestehenden Ki-Modells, eingesetzt werden. Die KI-GPU Trainium, mit der neue KI-Modelle trainiert werden sollen, wird wohl noch lange nicht zu den Leistungsdaten der Nvidia-Chips aufschließen können. Doch auch dafür gibt es heute schon Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der kleineren KI-Modelle, die speziell für überschaubare Anwendungen trainiert werden.
Einmal mehr schockiert Amazon seine Anleger durch gigantische Investitionssummen. Einmal mehr fürchten Skeptiker das Ende der Amazon-Erfolgsserie. Doch wer Nvidia-CEO Jensen Huang vorgestern im Analystencall gehört hat, dem wurde einmal mehr bewußt gemacht, das wir noch auf absehbare Zeit die verfügbare Rechenleistung den attraktivsten Anwendungen zuweisen werden. Der Bedarf an KI-Modellentwicklungen übersteigt das Angebot der Rechenleistung noch immer um ein Vielfaches. Besser noch: Der Bedarf wächst mit der Verfügbarkeit der Rechenleistung weiterhin überproportional, da immer neue Bereiche erobert werden: Sprachmodelle, Bildverarbeitung, Videos, Industrie-Modelle unter Verwendung der Physik, selbstlernende und sich selbst optimierende Modelle, ...
Also, um es kurz zu machen: Amazon auf einem EV/EBITDA von 14 ist ein Schnäppchen. Mag sein, dass der laufende Ausverkauf noch tiefere Kurse erzeugt. Immerhin haben wir einen sich selbst verstärkenden Ausverkauf, da viele spekulative Positionen der vergangenen Monate auf Kredit finanziert waren und nun um so schneller aufgelöst werden müssen, je tiefer die Kurse fallen. Doch ich habe gelernt, in den Ausverkauf hinein zu kaufen. Man weiß nie, wann der Ausverkauf endet.
Alle Updates zu Amazon
Dell: Ausverkauf der Speicherhersteller ist positiv für Dell & Co.
Fr, 21. November um 15:18 Uhr
Es ist gerade mal drei Tage her, dass ich Ihnen davon berichtete, dass die gestiegenen Speicherpreise in die Gewinnmarge von Dell schneiden könnten, da sehen wir einen heftigen Ausverkauf der Speicherhersteller: Western Digital -9%, Micron -11% und Sandisc -20%! Anleger strafen die Speicherhersteller für ihre übertriebene Konzentration auf die HBMs (High-Bandwidth-Memory, Breitbandspeicher) ab. die Preissteigerungen bei herkömmlichen Speichern, die Dell und andere PC-Bauer in Laptops und "normale" Server einbauen, belastet den Absatz.
Ich denke, die Speicherhersteller dürften die Message verstehen. Die pessimistische Prognose der nachhaltig zweistellig steigenden Preise für Speicher, von Quartal zu Quartal wohlgemerkt, könnte sich als zu pessimistisch herausstellen, wenn die Speicherhersteller nun gegensteuern. Und wenn dies geschieht, wurde Dell zu Unrecht so stark abgestraft.
Solche Gedanken finden im Chaos des Ausverkaufs nicht den Weg in die Wahrnehmung der in Panik befindlichen Spekulanten. Ich hingegen werte diesen Vorgang als Bestätigung meines Optimismus'.
Alle Updates zu Dell
6. Leserfragen
Bitcoin-Absturz
Guten Abend Herr Heibel,
ich bin ein bekennender "Bitcoin- Fan" und fühle mich mit Ihren Ausführungen zu dem Thema immer wieder bestätigt.
Ich bin schon lange dabei und habe erst einmal zwischendurch starke Zweifel gehabt. Das war der Rückgang von 60T auf 20T Dollar.
In meinen Augen ist der Bitcoin "erwachsen" geworden. Er findet immer mehr Beachtung und gewann zunehmend an Bedeutung. Die Vola wurde geringer und bedeutende Rücksetzer erfolgten im Rahmen des gesamten Marktes.
Jetzt haben wir aus meiner Sicht aber eine neue Sitution. Obwohl der Gesamtmarkt nach wie vor Rekorde aufstellt(Dow), fällt der Bitcoin auf immer neue Tiefs. Selbst das Reißen der 100.00er Marke erfolgte nun ohne größere Gegenwehr.
Ich habe nirgendwo Anhaltspunkte gefunden, die diesen nachhaltigen Rückgang begründen.
Cathie Woods äußerte sich und meinte, da verschiebt sich etwas vom Bitcoin zu den Stablescoins. Das kann aber auch nicht der Grund sein, da würden Coinbase und Circle im Gegenzug steigen.
Kennen Sie einen Grund oder mehrere Gründe, welche die Kursschwäche erklären können?
Sie könnten meine "kleinen" Zweifel vielleicht aus der Welt schaffen.
Falls ich zu keiner anderen Meinung gelange, möchte ich bei 90TDollar weiter zukaufen. Würde aber auf den von Ihnen vorgeschlagenen ETP wechseln wollen, der eine geringer Gebühr p. a. aufweist, als der den wir im Depot haben. Leider kann ich den Ticker nicht ausfindig machen, indem Sie ihn vorgestellt haben.
Können Sie mir auch da bitte behilflich sein?
Vielen Dank und Grüße
Roy aus Lützen
ANTWORT
Hier die Daten zum alternativen, günstigeren ETF:
CoinShares Physical Bitcoin Index-Zertifikat
WKN: A3GPMN ISIN: GB00BLD4ZL17
Jährliche Kosten: 0,3%
Sie finden die Informationen am besten im Mitglieder-Bereich unserer Webseiten, wenn Sie auf „Updates“ gehen und dort dann im Pulldown „Absicherung“ auswählen. Der entsprechende Artikel stammt vom 18.7.25, die Daten zu diesem ETF habe ich aber zusätzlich auch in die Beschreibung zum Bitcoin eingefügt.
Nach wie vor ist der Bitcoin ein vergleichsweise wenig regulierter Markt. In den vergangenen Monaten strömte sehr viel institutionelles Geld in den Bitcoin, so dass dieser langsam sein Image als „Freak-Investment“ verliert. Von Mainstream sind wir noch weit entfernt, aber immerhin schreitet die Regulierung voran und parallel mit ihr die Akzeptanz durch Investoren.
Das hat zur Folge, dass die 4-Jahreszyklen, die zu Preisvervielfachungen und anschließenden Korrekturen um 75-80% führten, immer schwächer werden. Wurde also für diesen Zyklus ein Bitcoin-Hoch bei 160.000-180.000 USD erwartet, so wurde bislang nur 125.000 USD erklommen. Seit diesem Allzeithoch im Oktober brach der Bitcoinpreis auf inzwischen 91.000 USD ein, -27%.
Im Heibel-Ticker verwenden wir den Bitcoin weniger zum Spekulieren als vielmehr für die langfristige Vermögensanlage. Die heftigen Schwankungen wurden bislang durch die Investitionszyklen in die Mining-Hardware determiniert. Inzwischen spielen jedoch Spekulanten und institutionelle Anleger eine viel größere Rolle. Ich will nicht ausschließen, dass die gemäß den 4-Jahreszyklen die nahende Korrektur bereits frühzeitig durch ihre Gewinnmitnahmen eingeläutet haben könnten. Auf der anderen Seite wird es auch viele Bitcoin-Spekulanten geben, die kreditfinanzierte Spekulationen vorgenommen haben. Diese sind nun mit ihrem Investment im Minus und müssen gegebenenfalls ihre Spekulationen mit Verlust auflösen. Sprich: Die Korrektur könnte den Bitcoin noch deutlich tiefer führen, wenn seitens überschuldeter Spekulanten Druck auf das System gegeben wird.
Sie wollen wissen, ob meine langfristige Überzeugung Risse bekommen hat: Nein. Ich würde weiterhin auf dem Weg nach unten schrittweise nachkaufen. Nicht alles auf eine Karte setzen, sondern noch ausreichend Spielraum zum Nachlegen lassen.
Tauschangebot CureVac in BioNTech bei hohem Verlust annehmen?
Hallo Herr Heibel,
ich habe noch einen Altbestand von 45 CureVac - Aktien. Diese weisen einen hohen Verlust aus: Vor Jahren gekauft für 75 € je Aktie.
Empfiehlt es sich, für diese Aktien das Tauschangebot in Höhe von 5,46 $ anzunehmen (aktueller Kurs: 5,25 $) oder würden Sie mit hohem Verlust verkaufen und dann den Wertverlust steuerlich geltend machen?
Danke und Grüße
Gerhard aus Wurstweiler
ANTWORT
Ihre Frage streift zwei Themen: Steuer & BioNTech.
Wenn Sie im laufenden Jahr ausreichend Gewinne realisiert haben, dann würde ich die Position verkaufen und den steuerlichen Verlust nutzen, um die Abgeltungssteuer auf die bereits erzielten Gewinne zu mindern.
Wenn nicht, dann würde ich die Entscheidung von meiner Meinung zu BioNTech abhängig machen. BioNTech ist in meinen Augen auf einem guten Weg, Fortschritte in der Krebsforschung zu erzielen. Nach wie vor liegen in der Bilanz 10 Mrd. EUR an Barreserven. Aktuell „verbrennt“ das Unternehmen rund 700 Mio. EUR pro Jahr. Sollte in einigen Jahren mal ein erfolgsversprechendes Produkt gefunden werden, dürfte das Unternehmen die üppigen Barreserven für die Marktzulassung und Markteinführung verwenden. So oder so bleibt es eine heiße Spekulation.
Zwar ist BioNtech finanziell bestens aufgestellt, um im Falle eines Forschungserfolges einen großen Teil des zu erwartenden Gewinns zu erwirtschaften, ohne auf fremdes Kapital angewiesen zu sein. Doch es bleibt die Variable „im Falle eines Forschungserfolges“. Und die kann ich nicht abschätzen.
Für meinen Geschmack sind Forschungsergebnisse noch immer zu weit in der Zukunft. Ich würde mit anderen Biotech-Unternehmen auf einen Aufschwung in dieser Branche spekulieren, die von den derzeit rückläufigen Zinsen profitiert. Doch Ihr Investment beträgt knapp 250 EUR, ist also ziemlich überschaubar. Wenn Sie mit einem solchen Betrag 10% oder 20% erwirtschaften, wird Sie das nicht reich machen. Warum also nicht mit einem so kleinen Betrag voll ins Risiko gehen? Aber gegen diese Vorgehensweise spricht meine eigene Regel, dass ich nicht zu viele „Leichen“ in meinem Portfolio haben möchte. Ich persönlich würde daher hier das Ende mit Schrecken wählen, die Position versilbern und nach anderen Aktien Ausschau halten.
Warten auf eine Abfindung lohnt ebenfalls nicht, denn die Schwankungen im Cent-Bereich, um die sich der Übernahmepreis noch ändern kann, spielt prozentual letztlich kaum eine Rolle.
Nvidia, AMD und General Electric: Lohnt sich das Tal der Tränen?
Lieber Herr Heibel,
ich habe gestern in meinem Ntv-Nachrichten einen Artikel über die Kreisgeschäfte der grossen Chip und KI Firmen gelesen. Da ich schon Jahre in AMD (2023;17,50€) und Nvidia (2021;21,17€)investiert bin, hat sich ganz schön was angesammelt. Im Depot stark übergewichtet,habe ich aus steuerlichen Gründen nur wenig davon verkauft.Meine Depots sind 2025 Stand heute 29% im plus,Dank Nvidia,AMD,GE...
Ihre Meinung zu diesen "Kreisgeschäften" würde mich sehr interessieren.
Mit freundlichen Grüssen
Hans-Jürgen Löffler aus Michendorf
PS: wir sind Jahrgang 1938 und wir haben seit 1972 ein paar Aktien, haben wir eine Menge mit Aktien erlebt, also unser Bedarf an Aufregungen an der Börse ist gedeckt.
ANTWORT
Das Thema „Kreisgeschäfte“ geht schon seit einigen Wochen in der KI-Branche um. Ich habe in den vergangenen Wochen mehrfach dazu Stellung bezogen. Neben OpenAI und Oracle griff diese Woche auch Amazon zum Instrument der Kreditfinanzierung von KI-Rechenzentren. Wir sehen eine heftige Korrektur in der KI-Branche, so auch bei Nvidia und AMD.
Ihrem abschließenden Satz entnehme ich, dass Sie keine Lust haben, ein Tal der Tränen zu durchschreiten. Doch genau das hat Ihnen in der Vergangenheit vermutlich die gute Performance in der Aktienanlage beschert. In meinen Augen sind gerade Nvidia und AMD bestens aufgestellt, um auch ohne die Hyperscaler weiter zu wachsen, nicht zuletzt durch Staaten, die inzwischen an eigenen KI-Lösungen forschen, sowie später auch durch große Unternehmen, die nicht von den Hyperscalern abhängig sein wollen. Der aktuelle Rückschlag ist daher in meinen Augen dazu da, ungeduldige Anleger zu vergraulen.
Doch wer diese Korrektur aussparen möchte, der muss zweimal richtig liegen: Einmal, wann der beste Verkaufszeitpunkt ist, und dann nochmal, wann der beste Wiedereinstiegszeitpunkt ist. Wenn man ein erfolgreiches Unternehmen im Depot liegen hat, das auf Sicht von 2-3 Jahren noch immer günstig bewertet ist, und ich halte Nvidia und AMD aus diesem Blickwinkel noch immer für günstig, dann sollte man nicht riskieren, sie zu verkaufen und dann nicht mehr den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden.
Natürlich ist es eine andere Frage, wenn Sie auf das Geld aus diesen Aktien angewiesen sein sollten. Dann wäre ein Umschichten tatsächlich ratsam, ich würde dann ein paar Dividendenaktien ins Portfolio holen, um regelmäßige Ausschüttungen zu erhalten, die dann in die Haushaltskasse fließen können.
Ich hoffe, ich konnte ein paar Denkanregungen geben.
Vietnam ETF
Hallo Herr Heibel,
ich war gerade mit einer Gruppe von 17 Unternehmern in Vietnam. Wir haben uns dort einige Firmen wie Tesa (Beiersdorf), Vinfast, zwei kleine"Chipfertiger", ein Rechencentrum usw. angeschaut und hatten Gelegenheit mit den Inhabern oder Vorständen zu sprechen.
Weiterhin konnten wir den CEO von Deep C Industrial Zone in Hai Phong sprechen, der uns die Vision des Hafenausbaus mit Anschluß an die neue Eisenbahnstrecke (mit Anschluß an Chinas Süden) und die Erweiterung für zukünftigen Tourismus aufzeigt.
Weiter Gesprächspartner waren Mitarbeiter von Banken und Beratern im Deutsch Haus von Ho Chi Minh City. Begleitet wurden wir auf der gesamten Reise von Host Geicke der seit vielen Jahren in Hongkong, China und Vietnam investiert. Vietnam glänzt weiterhin durch Reformen und Abbau von Bürokratie. So wurde z.B. in den letzten 6 Monaten die wie bei uns ähnlichen Bundesländer um 50% verkleinert/zusammengelegt um sich insgesamt als Land schlanker und schneller aufzustellen.
Jetzt zu meiner Frage:
Vietnam wächst seit Jahren um 8 -10% und will diese Wachstum - was ich glaube - fortsetzten. Man spricht dort von China Plus 1. Ich würde gerne an dem langfristigen Wachstum "teilnehmen" und suche nach einer Anlagemöglichkeit im Bank-, Verkehr oder Real Estade Bereich. Das sind aus meiner Sich die Aktien die zuerst vom Wachstum profitieren. Ich denke es könnte - auch von das Land nur von eier Partei geführt wird - eine China 2.0 werden.
Vlt. haben Sie ähnliche Gedanken oder schauen sich den Aktienmarkt dort mal an. Es wäre schön, wenn Sie mir eine Rückmeldung mit Ihrer Meinung oder sogar einen Aktien oder ETF Tip gegen könnten.
Freundlichen Gruß
Stephan aus Düsseldorf
ANTWORT
Der Xtrackers FTSE Vietnam Swap UCITS ETF (WKN: DBX1AG ISIN: LU0322252924) bildet über Swaps den vietnamesischen Markt ab. Das Volumen ist gering, ich habe keinen Einblick in die dortige Finanzregulierung. Zum Spekulieren können Sie sich einen solchen ETF zulegen, doch es gibt bei Swap-ETFs zusätzliche Risiken. Ich vermute, dass der vietnamesische Finanzmarkt eben noch nicht ausreichend reguliert ist, um es westliches ETFs zu ermöglichen, dort direkt in die entsprechenden Aktien zu investieren.
Ich habe schon häufig aussichtsreiche Länder gesehen, in die ich gerne investiert hätte. Dann hört man von Einzelnen, die vor Ort erfolgreich investierten. Doch um aus der Ferne zu investieren, müssen Sie zusätzliche Risiken in Kauf nehmen und daher kann das in meinen Augen höchstens eine kleine Spekulation sein.
Risiken des Bitcoins von Strategy, Walen und ETFs
Hallo Herr Heibel,
Ich habe eine Frage bezüglich Bitcoin und Krypto im Allgemeinen. Haben wir hier noch eine unabhängige Alternative zu Gold?
In letzter Zeit wurden vor allem von Firmen wie Strategy große Summen an Bitcoin Käufen getätigt. Außerdem lese ich immer wieder, dass große Wale stattdessen ihre alten Bitcoin Bestände verkaufen. Wie gefährlich sind diese Treasury Unternehmen für den Markt in diesem Kontext? Mir persönlich ist nicht klar, warum man in solche Unternehmen investieren sollte, beziehungsweise ob es nicht sogar ein Schneeballsystem ist, dass irgendwann kollabiert? Was würde in diesem Kontext mit dem Bitcoin Kurs passieren? Ich weiß nicht, ob sie schon einmal von Julian Hosp gehört haben. Ich persönlich bin kein großer Freund seiner polarisierend Thesen, nutze sie aber, um mich kritisch mit der Situation auseinander zu setzen. Er war ein großer Bitcoin Verfechter und lässt nun keine Gelegenheit aus, gegen Krypto und Bitcoin zu wettern. Er spricht den Kryptos den Nutzen und aufgrund der ETFs und deren Regulation auch die Unabhängigkeit ab. Auch die limitierte Anzahl von Bitcoin ist für ihn kein Punkt solange die Nachfrage nicht da ist. Ist zu befürchten, dass die Unternehmen einen massiven Kursrutsch auslösen, wenn sie nachhaltig unter einen mNAV von 1 fallen? Die großen Treasury Firmen sind diesem Wert gefährlich nahe.
Ich entschuldige mich für die etwas längere Frage, ich wollte sicherstellen, dass der Kontext klar ist. Über eine Einschätzung würde ich mich sehr freuen.
Besten Dank für Ihre Antwort und Ihre exzellenten Analysen.
Michael aus München
ANTWORT
Die Kontrolle über den Bitcoin bleibt verteilt auf tausende Miner, auch wenn diese ihre Stimmvollmacht vorübergehend an Mining-Pools abgeben. Ich vertraue darauf, dass das Bitcoin-Netzwerk auch in der Zukunft Lösungen finden wird, wenn sich zu viel Macht auf den Schultern einiger weniger konzentriert.
Mit dieser grundlegenden Einschätzung blicke ich zuversichtlich auf die kommenden Jahrzehnte und widerspreche damit der von Ihnen genannten Meinung einer Person, die ich nicht kenne.
Schneeballsystem? Nun, wenn Gold ebenfalls ein Schneeballsystem ist, dann hat er in diesem Punkt recht. Das „Schneeballsystem“ hält sich bei Gold schon seit Jahrtausenden, weil der Mensch stets einen Zufluchtsort vor der Gesellschaft benötigt. Der Bitcoin ist ebenso ein Zufluchtsort, nur eben digital. Wenn weltweit weniger Oligarchen und Tyrannen regieren, könnte der Bitcoin nachhaltig an Bedeutung verlieren. Menschen könnten wieder Vertrauen in die politischen Geldsysteme fassen. Das würde ich mir wünschen, sehe es derzeit aber nicht.
Strategy (vormals Microstrategy) und Bitcoin-Wale sind Teil des verteilten Systems. Sollte es zu Zwangsliquidationen kommen, wie immer wieder in Richtung Strategy befürchtet wird, dann würde der Abverkauf der Strategy-Bitcoins (aktuell über 600.000 Stück) sicherlich zu einem Preissturz führen. Ich sehe diese Gefahr für Strategy aber nicht: Das Unternehmen wird mit 74 Mrd. USD bewertet (EV), was über dem aktuellen Wert des Bitcoin-Bestands (54 Mrd. USD) liegt. Doch die ausstehenden Schulden belaufen sich lediglich auf 8 Mrd. USD, fällig in den Jahren 2028 bis 2032. Zum Bedienen dieser Schulden könnte Strategy jederzeit ein paar Bitcoin verkaufen.
mNAV, Market Net Asset Value, also der Marktwert der Bitcoins, die Strategy hält: Ich habe nun nochmals genau nachgeschaut und gerechnet. Strategy veröffentlichte zuletzt am 26.10. die Menge an gehaltenen Bitcoin: 640.808 Bitcoin, die zu durchschnittlich 74.032 USD gekauft wurden. Kurs aktuell: 91.500, also +23%.
Der aktuelle Marktwert dieser Bitcoin beträgt 58,6 Mrd. USD. Der Enterprise Value liegt bei 74 Mrd. USD, die Marktkapitalisierung (also nach Abzug von Schulden und Vorzugsaktien) liegt bei 59 Mrd. USD. Damit liegt der mNAV also bereits unter dem Enterprise Value. Was bedeutet das?
Nun, Strategy verfolgte bislang die Strategie, neue Aktien zu verkaufen, um mit dem Erlös Bitcoin zu kaufen. Solange eine Aktie mehr wert ist als der anteilige MNAV der gehaltenen Bitcoins, war es für Strategy sinnvoll, neue Aktien auszugeben. Dadurch konnten für den Gegenwert der neuen Aktien mehr Bitcoin je Aktie gekauft werden als bislang je Aktie im Bestand befindlich. Somit profitierten also auch die Altaktionäre von dieser Strategie, da ihre Aktie nicht nur parallel zum Bitcoin-Preisanstieg zulegte, sondern sogar überproportional durch die stets leicht größere Zuführung neuer Bitcoin-Anteile.
Nun fiel der mNAV je Aktie also unter den Bitcoinpreis. Das System, mit dem neue Investoren angelockt wurden, funktioniert also nicht mehr. Doch nun enthält jede Aktie anteilig mehr Bitcoin, als ihr Kurs anzeigt. Sie können aktuell also über die Strategy-Aktie Bitcoin zum reduzierten Preis kaufen. Eigentlich dürfte das für eine steigende Nachfrage nach Strategy-Aktien sorgen, was wiederum den Kurs stabilisieren sollte.
Dennoch fürchten einige Marktbeobachter, dass diese Vorgänge ein negatives Signal in den Markt senden. Wenn Anleger für eine Strategy-Aktie nicht einmal so viel auf den Tisch zu legen bereit sind, wie Bitcoin hinter jeder Aktie stehen, dann interpretiert man dies als Pessimismus gegenüber dem Bitcoin. Darüber hinaus fällt nun Strategy als wichtiger Käufer am Bitcoinmarkt aus, da die Finanzierung über die Ausgabe neuer Aktie bei niedrigem Kurs nicht mehr funktioniert. Daraus leiten Skeptiker ab, dass der Bitcoin nun in eine Abwärtsspirale verfallen könnte, die nur schwer aufzufangen sei.
All dies vor dem Hintergrund der immer wieder in Frage gestellten Nützlichkeit des Bitcoins wird meiner Einschätzung nach tatsächlich zu einem ordentlichen Verkaufsdruck führen. Wir befinden uns mittendrin. Doch fragen Sie mich nicht, wie weit der Bitcoin fallen kann. Wie gesagt, ich sehe dessen Nutzen langfristig.
Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass irgendwann einmal ein Zwangsverkauf bei einem Wal erfolgt. Oder, schlimmer noch, ich kann ich nicht ausschließen, das einer der Wale irgendwann mal die Welt in den Abgrund reißen möchte und dies durch den Verkauf seiner Bitcoins lostreten möchte. Stranger things happened. Also ja, die Gefahr besteht. Doch wie wahrscheinlich ist sie? Ich halte es für unwahrscheinlich.
Grundsatzfragen zu Konjunkturdaten und deren Wirkung auf Konjunktur & Inflation
Sehr geehrter Herr Heibel,
freue mich schon auf die hochprofessionelle Ausgabe des Börsenbriefes für diese Woche. Natürlich habe ich auch Fragen mitgebracht.
1. Ist es vielleicht ausreichend auf die Wirtschaftsdaten zu schauen, welche die Fed für den amerikanischen Markt beobachtet: GDP, Non farm Payrolls und PCE Index, da ich mittlerweile die Vermutung habe, dass Wirtschaftsdaten an sich in den letzten Jahren gar nicht mehr so stark beobachtet werden und die KI Nachrichten über immer höhere Investitionen viel stärker beachtet werden, oder ist dies nur meine Wahrnehmung?
2. Macht es Sinn Aktien aus ihrem Portfolio und Auch generell US Aktien in einem Dollar geführten Depot wegen Währungsschwankungen zu handeln und das Depot auch viele Jahre in US Dollar zu halten, oder macht dies ihrer Ansicht keinen Sinn?
3.Ist es Sinnvoller Aktien zum Jahresende immer zu verkaufen und dann zum Jahresbeginn direkt wieder den Gewinn zu reinvestien wegen dem Zinseszins?
4. Zählen non farm payrolls, pmi und Arbeitslosenquote eher zu Wachstumdaten oder Inflationsdaten bezogen auf die 4 unterschiedlichen Wirtschaftszyklen: Goldilocks, Reflation, Stagflation und Deflation?
5. Sehen Sie den S&P500 und den Dax40 bis nächstes Jahr zur Sommerpause eher steigen, oder fallen?
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Dennis aus Heinsberg
ANTWORT
Das sind ja recht konkrete und doch umfangreiche Fragen. Ich werde mal versuchen, sie zu beantworten.
Zu 1.: Ausreichend wofür? Ich habe eigentlich kaum einen festen Fahrplan für Konjunkturdaten, sondern ich richte mich nach dem, was am Markt am lautesten diskutiert wird. Für mich ist die Stimmung der Anleger am wichtigsten. Daher schaue ich weniger auf die absoluten Zahlen von Wirtschaftsdaten als vielmehr auf die Veränderung in der Stimmung, die überraschende Daten erzeugt. Daraus schließe ich dann, in welcher Verfassung der Markt gerade ist. Klingt kompliziert, ist es leider auch :-(.
Zu 2.: Absolut nicht. Gehen wir mal davon aus, dass Sie in Deutschland (oder Europa) leben und abgesehen von einem Auslandsurlaub Europa nicht verlassen. Ob Sie eine Apple-Aktie in Ihrem Euro-Depot halten, oder in einem US-Dollar-Depot, spielt für Sie keine Rolle. Die Kurse laufen, bereinigt um die Wechselkursänderung, parallel. Wenn Sie die Aktie in US-Dollar halten, dann spüren Sie den Wechselkurs am Tag Ihres Verkaufs, da Sie vermutlich dann den Erlös auf Ihr Euro-Konto buchen lassen. Wenn Sie die Aktie in Ihrem Euro-Depot halten, sehen Sie täglich den Euro-Wert.
Häufig fallen Gebühren für US-Dollar Depots an, daher vermeide ich das.
Zu 3.: Naja, Sie partizipieren doch am Kursgewinn. Ob Sie den zum Jahresende realisieren und dann zum Jahresbeginn das Geld wieder neu einsetzen, bringt doch keinen Gewinn gegenüber dem Liegenlassen. Sie bekommen zum Jahresbeginn nicht mehr Aktie, als Sie zum Jahresende hatten. Negativ sind bei einem solchen Verkaufen-Kaufen-Prozess natürlich die Transaktionskosten, die den Gewinn schmälern würden. Nein, das macht keinen Sinn.
Zu 4.: Non-Farm-Payrolls, PMI und Arbeitslosenquote gehören klar auf die Wachstums-Achse. CPI & PCE bestimmen die Inflationsseite.
Wenn man das 4-Felder-Modell nimmt – Goldilocks, Reflation, Stagflation, Deflation – dann sind NFP, PMI und Arbeitslosenquote die klassischen Aktivitäts-Indikatoren: Wie gut läuft die Wirtschaft, wie eng ist der Arbeitsmarkt, wie viel Nachfrage steckt im System?
Non-Farm-Payrolls messen, wie viele Jobs neu geschaffen werden. Das ist pures Wachstumsfutter: viele neue Stellen = starke Konjunktur, schwache NFP = Wachstumsdelle. PMI ist ein Frühindikator für die reale Aktivität in Industrie und Dienstleistungen. Ein Wert deutlich über 50 signalisiert Expansionsphase, unter 50 Schrumpfung. Die Arbeitslosenquote schließlich ist die Kehrseite der NFP: niedrige Quote = boomender Arbeitsmarkt, hohe Quote = schwache Nachfrage.
Über Lohnverhandlungen und Konsum wirkt sie mittelbar auf Inflation, aber in der Systematik deines Zyklusmodells gehört sie klar in den Wachstumsblock.
Für die Einordnung in die vier Phasen können Sie sich das so merken:
Goldilocks und Reflation sind die Wachstums-hohen Phasen: NFP kräftig, PMI >50, Arbeitslosenquote eher niedrig oder fallend – der Unterschied liegt dann bei den Inflationsdaten (moderate Inflation = Goldilocks, anziehende Inflation aus tiefem Niveau = Reflation).
Stagflation und Deflation sind die Wachstums-schwachen Phasen: NFP enttäuschend, PMI um/unter 50, Arbeitslosenquote stabil hoch oder steigend – ob das dann Stagflation oder Deflation ist, entscheidet die Inflationsseite (hoch = Stagflation, fallend/niedrig = Deflation).
Zu 5.: Ich bin kein Seher ;-). Grundsätzlich gehe ich derzeit davon aus, dass wir punktuelle Korrekturen in überhitzen Aktienbereichen erleben (Kryptomining, Nuklearenergie, kreditfinanzierte KI-Rechenzentren, ...), die Grundtendenz sollte aber bis März/April meiner Einschätzung nach positiv bleiben.
7. Übersicht HT-Portfolio
| Spekulation (≈20%) =20,2% | WKN | 21.11., 19:52 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 8x2,5% | ! |
| PVA Tepla | 746100 | 20,58 € | 1% | 59% | 1,7% | B |
| DELL Technologies | A2N6WP | 105,62 € | -10% | 23% | 2,9% | C |
| Home Depot | 866953 | 299,83 € | -4% | -21% | 2,0% | A |
| Salesforce | A0B87V | 197,28 € | -6% | -38% | 1,3% | C |
| Capital One Fincl | 893413 | 180,66 € | -2% | 12% | 2,6% | A |
| TJX | 854854 | 131,79 € | 4% | 23% | 2,9% | A |
| AppLovin | A2QR0K | 447,80 € | -8% | -6% | 2,1% | A |
| Disruptiv (≈30%) =33,7% | WKN | 21.11., 19:52 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| Medios | A1MMCC | 13,66 € | -6% | 3% | 3,8% | C |
| Nvidia | 918422 | 156,53 € | -5% | 18% | 7,9% | B |
| Palo Alto Networks | A1JZ0Q | 159,31 € | -10% | -2% | 6,0% | B |
| Novo Nordisk | A3EU6F | 40,79 € | -2% | -51% | 4,6% | A |
| Apple | 865985 | 236,07 € | 0% | 18% | 7,4% | B |
| Tesla | A1CX3T | 345,54 € | -2% | 59% | 3,9% | A |
| Dividende (≈30%) = 27,1% | WKN | 21.11., 19:52 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| CEWE | 540390 | 99,00 € | 1% | -4% | 5,9% | B |
| Allianz | 840400 | 364,20 € | -1% | 23% | 5,2% | B |
| Snap-On | 853887 | 292,82 € | 2% | -10% | 6,1% | A |
| Holcim | 869898 | 75,77 € | -2% | 45% | 3,6% | B |
| Yamaha | 855314 | 5,91 € | 0% | -4% | 6,3% | A |
| Absicherung (≈20%) =15,8% | WKN | 21.11., 19:52 Uhr | Woche Δ | Σ '25 Δ | Anteil 3x6,6% | ! |
| Goldbarren /Uz | 965515 | 3.549,02 € | 0% | 41% | 7,3% | C |
| Symrise %-'12.25 | SYM772 | 99,96% | 0% | 2% | 2,8% | C |
| Bitcoin | A27Z30 | 73.622,41 € | -12% | -18% | 5,6% | B |
| Woche Δ | Σ '25 Δ | Cashquote | ||||
| -2% | 6% | 3,3% |
| Heibel-Ticker | Gewichtung | # Positionen | angestrebte Positionsgröße | |||
| Portfolio | Ziel | Soll | Ist | Soll | Ist | |
| Spekulation | Ereignis | 20% | 20,2% | 8 | 9 | 2,5% |
| Disruptiv | Enkelkinder | 30% | 33,7% | 5 | 6 | 6,0% |
| Dividende | Urlaub | 30% | 27,1% | 5 | 5 | 6,0% |
| Absicherung | Zins & Gold | 20% | 15,8% | 3 | 3 | 6,7% |
| Summe | 100% | 97% | 21 | 23 | 100% | |
Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
| A | – | Top-Aktie mit günstigem Kurs, |
| B | – | Kursrücksetzer zum Kaufen nutzen |
| C | – | Kurssprünge zum Verkaufen nutzen, |
| D | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
| E | – | Sofort Verkaufen |
Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Mitglieder vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- + Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.
Die letzte Spalte wird für eine Einschätzung der Auswirkung aktueller Entwicklungen auf die jeweilige Portfolioposition genutzt. „%“ stuft den Einfluss der Inflation auf das jeweilige Geschäftsmodell ein.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
https://www.heibel-ticker.de
8. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
9. Mitgliedschaft verwalten
Mitgliedschaft verwalten
Abo verlängern
Express-Option zubuchen
Alle Heibel-Ticker PLUS Updates
Archiv aller Ausgaben
Blog mit aktuellen Beiträgen
Über Stephan Heibel
Compliance Regeln
Heibel-Ticker Portfolio Performance
Fragen und Antworten
Kontakt
Datenschutzerklärung
Impressum
