Heibel-Ticker PLUS Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 03 (16.01.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Weichenstellungen gleich zu Beginn des neuen Jahres |
| 2. | So tickt die Börse: Trump steigt Venezuela-Erfolg zu Kopf |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Anleger vergessen ihre Absicherungen |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Renaissance von Old Tech: IBM, Intel & Cisco |
| 5. | Update beobachteter Werte: Capital One Financial, Novo Nordisk, Apple, Salesforce, Novo Nordisk, PVA Tepla, Boeing, Applovin |
| - Capital One Financial: 10% Kreditzinslimit würde Capital One belasten | |
| - Novo Nordisk: CEO Mike Doustdar bei CNBC | |
| - Apple: Gemini wird Siri antreiben | |
| - Salesforce: Quatsch: Unternehmenssoftware könnte Opfer der KI-Revolution werden | |
| - Novo Nordisk: Lilly-Pille kommt später | |
| - PVA Tepla: Hochstufung durch Jeffries treibt Aktie an | |
| - Boeing: Delta Airlines bestellt 60 Dreamliner | |
| - Applovin: Stopp Loss unterschritten, Position verkauft | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Übersicht HT-Portfolio |
| 8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Weichenstellungen gleich zu Beginn des neuen Jahres
Liebe Börsenfreunde,
Jede Woche denke ich, nun habe ich aber alles zu Donald Trump gesagt, und möchte mich um Aktien kümmern. Dann schlägt Trump wieder zu. In der abgelaufenen Woche mehr denn je. Also habe ich in Kapitel 2 nochmals meine VWLer-Brille aufgesetzt und seine jüngsten Eingriffe auf ihre wirtschaftlichen Hintergründe durchleuchtet.
Das Anlegersentiment sendet Warnsignale: Die Stimmung ist zwar nicht überhitzt, aber Anleger werden leichtfertig. Was daraus für die kommenden Wochen zu befürchten ist, lesen Sie in Kapitel 3.
IBM, Intel und Cisco gelten als alte Technologiegiganten, die zwar über ein gutes Geschäft verfügen, aber nicht mehr wirklich creme de la creme sind, nicht mehr an der Spitze der Entwicklungen stehen. Das könnte sich nun ändern, entnahm ich einem Bericht, der diese Woche über meinen Schreibtisch flatterte. In Kapitel 4 habe ich detailliert analysiert, was davon zu halten ist. Endlich mal wieder Aktienanalysen :-)
Acht Updates habe ich diese Woche aufgrund von aktuellen Entwicklungen für Sie verfasst: Boeing erhält Großauftrag für Dreamliner, Novo Nordisk hat bei der Abnehmpille die Nase vorn und Apple gewinnt die beste KI, sind nur einige der aktuellen Themen, die darin verarbeitet werden. Wer konkrete Unternehmenseinschätzungen möchte, sollte die Updates in Kapitel 5 nicht verpassen.
Der japanische Mischkonzern Sumitomo interessiert eine Leserin, ich habe mir das Unternehmen in Kapitel 6 näher angeschaut. Außerdem werde ich nach meiner Meinung zu Vonovia befragt und betrachte Seagate als viertes Mitglied der Speicher-Oligarchie.
Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Trump steigt Venezuela-Erfolg zu Kopf
Ich habe den Eindruck, der Erfolg des Venezuela-Coups ist Donald Trump zu Kopf gestiegen. Immer mehr Ziele verfolgt er inzwischen parallel und mit immer dreisteren Interventionen, über deren Legitimität wir diskutieren können, über die Legalität nicht.Da lässt er seinen Finanzminister Hypothekenkredite im Volumen von 200 Mrd. USD kaufen, um den Zins für private Hauskäufe zu drücken. Er interveniert im Kapitalmarkt, weil er den Gleichgewichtszins nicht akzeptieren möchte. Kurz zuvor hatte er verkündet, Immobilienkonzernen den Kauf von Privathäusern und -wohnungen zu verbieten. Das konnte ich noch als Korrektur über die Veränderung der Rahmenbedingungen akzeptieren. Doch Steuergelder zu verwenden, um ein bestimmtes Marktsegment direkt zu beeinflussen, ist in meinen Augen kontraproduktiv. Die Liquidität, die er dadurch in den Markt pumpt, wirkt mittelbar dann irgendwann auch wieder inflationär und erhöht den Marktzins.
Im nächsten Schritt kappt er den Kreditzins bei Kreditkarten auf 10%, durchschnittlich werden 19,86% erhoben. Ich berichtete bereits diese Woche im Rahmen eines Updates darüber. Das Ziel ist nachvollziehbar: Er möchte nicht so viele US-Amerikaner in die Schuldenfalle rutschen sehen. Der Aufschrei an den Märkten ist groß, denn wer soll in den USA konsumieren, wenn nicht mehr auf Kredit konsumiert werden kann? Einzelhandel und Banken fürchten starke Umsatzeinbußen.
Wie Sie wissen, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, dorthin zu schauen, wo kein anderer hinschaut: Könnte es vielleicht sinnvoll sein, den Kreditzins auf 10% zu kappen?
Die Folge wird tatsächlich sein, dass weniger Konsumentenkredite ausgegeben werden. Kreditkartenemittenten werden nur denjenigen Kredit gewähren, bei denen das Risiko eines Zahlungsausfalls überschaubar ist. Letztlich sind das diejenigen, die keinen Kredit brauchen. Wer schlechte FICO-Zahlen hat (vergleichbar mit unserer Schufa), der wird künftig keinen Kredit erhalten, da die 10% Zins, die erhoben werden, das Risiko nicht decken.
Wenn wir aus Deutschland über den Teich blicken, schütteln wir ohnehin den Kopf darüber, dass in den USA so viel auf Kredit konsumiert wird. Und so viele Menschen in den USA sind hoffnungslos überschuldet, kämpfen sich von Monat zu Monat, um ihre Kreditkartenabrechnungen zahlen zu können ... bis es nicht mehr geht. Die Schuldenfalle ist umso gefährlicher, je höher der Kreditzins ist.
Ich selbst machte im Jahr 2000 damit Bekanntschaft. Nachdem ich zwei Jahre in den USA gelebt hatte, eine US-Drivers-License sowie eine Social Security Number hatte, konnte ich auch eine US-Kreditkarte beziehen. Man zahlt damit einen Monat alles, dann wird der kumulierte Betrag vom Konto abgebucht.
Als ich dann zur Jahrtausendwende zurück nach Deutschland ging, vergaß ich, mein US-Konto für die noch ausstehende Kreditkartenabbuchung laufen zu lassen. ...was soll ich sagen, ich war jung ... Es dauerte anderthalb Jahre, bis mich Morgan Stanley in Deutschland ausfindig machte und mir die aufgelaufene Post in einem Paket zustellte. Unzählige Mahnungen bis hin zur abschließenden handschriftlichen Karte "Wir können über alles reden". Ursprünglich waren 800 US$ offen, inzwischen waren mit Zinsen 2.000 US$ aufgelaufen. Die Karte (die ich schon lange nicht mehr hatte) sei gesperrt. Als "Kompromiss" schlug man mir vor, 400 US$ zu zahlen, damit keine Strafverfolgung ausgelöst würde.
Also rief ich an und wollte alles in Ordnung bringen: Entschuldigte mich, erklärte meinen Umzug und bot an, den vollständigen Betrag zu zahlen, sofern ich dann die Kreditkarte wieder bekäme. Die Antwort lautete, ich solle nur die 400 US$ zahlen, dann sei alles vergessen. Über die Vergabe einer Kreditkarte könne sie (meine Ansprechpartnerin) nicht entscheiden. Auf meine Rückfrage, wer das könne, verfiel sie im Telefonat in eine Endlosschleife (auch Menschen passiert sowas manchmal) und sie wiederholte immer wieder, dass sie nur möchte, dass ich die 400 US$ zahle.
Hmm, ich verrate Ihnen jetzt nicht, was ich getan habe ;-). Aber es zeigte mir, dass man in den USA mit solchen Vorfällen routiniert umgeht. So routiniert, dass es für mich schon fast wie ein Normalfall aussah, dass die Bank einen Teil ihrer Forderung abschreibt. Zwischenzeitlich meinte ich im Tonfall meiner Gesprächspartnerin zu hören: "Wie doof kann der sein, dass der alles zahlen will".
Also: Wenn in anderthalb Jahren auf 800 US$ eine Forderung von 2.000 US$ werden kann, dann ist da wirklich was faul im System. Soweit gebe ich Trump also Recht. Ein Ansatz, der schon verfolgt wird, ist die Deckelung der Mahngebühren, bei denen häufig ungeniert zugeschlagen wird. Damit würde man nicht in die freie Bildung eines Marktzinses eingreifen.
Wenn ein Markt tatsächlich nicht funktioniert und zu viele Schuldner in die Schuldenfalle treibt, dann sollte man jedoch an den Rahmenbedingungen arbeiten (Ludwig Erhard) und nicht dirigistisch intervenieren (Trump). Natürlich führt die Intervention schneller zum Ziel und immerhin ist das Kreditzinslimit auf ein Jahr befristet. Doch der freie Markt wird anschließend wieder in die falsche Richtung laufen, wenn die Rahmenbedingungen nicht korrigiert werden.
Das 10%-Limit muss noch vom Kongress verabschiedet werden und an der Börse ist man sich sicher, dass diese Regelung, die schon ab dem 20.1. gelten soll, nicht verabschiedet wird. Wir dürfen gespannt sein. So, wie ich Trump inzwischen kenne, wird er das eine Jahr mit Ausnahmegenehmigungen wegen nationalem Notstand oder ähnlichem durchdrücken und hoffentlich später eine etwas breitere und marktwirtschaftliche Lösung finden. Wir dürfen gespannt sein.
Am Wochenende wurde Fed-Chef Jay Powell verklagt. Er habe Steuergelder veruntreut, indem er die Renovierung der Fed-Zentrale kostenmäßig aus dem Ruder habe laufen lassen, so der Vorwurf. Es handelt sich um eine Strafanzeige und es dürfte Ihnen nicht schwer fallen sich vorzustellen, dass auch der redlichste Beamte schlecht schläft, wenn er mit der Gefahr einer Gefängnisstrafe - berechtigt oder unberechtigt - konfrontiert wird.Die Renovierung zweier historischer Fed-Gebäude, die über einhundert Jahre alt sind, wurde ursprünglich mit 1,9 Mrd. USD an Kosten veranschlagt und kostet nun 600-700 Mio. USD mehr als geplant. Diese Strafanzeige ist in meinen Augen tatsächlich absurd. Wie oben angekündigt, suche ich immer nach rationalen Beweggründen für Trumps Handlungen. Und meistens kann ich irgendwo etwas finden. Doch hier fehlt mit jegliches Verständnis. Im Gegenteil, ich fürchte, er tut sich damit einen Bärendienst.
Zum einen sind es keine Steuergelder, die Powell veruntreuen soll, sondern die Renovierung wird aus dem Gewinn der Fed bezahlt und die Fed ist in den USA ein privates Institut, das sich in den Händen einiger Großbanken befindet. Zum anderen ist der Weg weit, dem fachlich nicht eingebundenen Powell eine Verantwortung für die ausufernden Kosten zu geben. Powell soll sich um die nationale Geldpolitik kümmern, und nicht um die Gebäuderenovierung.
Ich gehe davon aus, dass dieses Verfahren irgendwann im Nichts verläuft. Doch viel wichtiger als die fachliche Betrachtung ist das Signal, das Trump damit ausgesendet hat. Ein Fed-Chef, der nicht nach seiner Nase tanzt, wird nicht ruhig schlafen können. Und ich sage es gerne noch einmal: Jay Powell schläft in diesen Tagen nicht gut. Er wird sich auf Anhörungen gut vorbereiten müssen und darauf achten, dass er keine Fehler macht, mit denen er letztlich vielleicht doch hinter Gitter geschickt werden könnte. So absurd der Vorwurf auch sein mag, er wird dennoch Spuren hinterlassen.
Und diese Spuren werden für alle, die sich als Nachfolger Powell um dieses Amt bemühen, sichtbar sein. Die Unabhängigkeit der Notenbanken ist für unser westliches System ein Grundpfeiler, an dem die Politik nicht rütteln darf. Entsprechend bekam Powell in den vergangenen Tagen auch weltweit von unzähligen Notenbankchefs Rückendeckung. Doch kein anderer Amtsträger in den USA musste in den vergangenen Monaten so viel einstecken wie Powell. Donald Trump hat gleich eine ganze Liste von abwertenden Spitznamen für ihn, so zum Beispiel "Jerome too late Powell" (Jerome zu spät Powell), oder "knucklehead" (Holzkopf).
Wer sich also um das Amt des US-Notenbankchefs bemüht, muss entweder einstecken können, oder aber die Wünsche von Donald Trump umsetzen. Und wenn man bislang noch Jay Powell für seine Nehmerqualitäten bewunderte und sicherlich mancher Nachfolge-Kandidat darin eine Qualität sah, so wird nun durch die Strafanzeige statt einer Nehmerqualität ein Masochist gesucht, oder aber ein Arschkriecher.
Mit der Strafanzeige gegen Jay Powell hat Trump sein Ziel also bereits erreicht, unabhängig davon, wie der Prozess ausgeht. Der Nachfolger wird ein Arschkriecher sein, denn jeder qualifizierte Banker mit gesundem Menschenverstand wird dieses Amt nun ablehnen. Und damit ist die Unabhängigkeit der US-Notenbank de facto flöten gegangen.
Donald Trump arbeitet so am Traum eines jeden Politikers: Niedrige Zinsen bei hoher Inflation. Die niedrigen Zinsen durch einen ihm hörigen Notenbankchef erlauben es dem Politiker, seine Vorhaben günstig über Schulden zu finanzieren. Die hohe Inflation, die eine Folge der über Schulden finanzierten hohen Staatsausgaben ist, führt dazu, dass der zurückzuzahlende Betrag für die Schulden real (kaufkraftbereinigt) in der Zukunft wesentlich leichter zu stemmen sein wird.
Der US-Dollar wird also weiter schwach bleiben.
Diese Woche stieg der Ölpreis an, als Donald Trump Richtung Iran ankündigte, Hilfe sei unterwegs. Es kursierten sogar bereits Meldungen in der Finanzwelt, dass Fliegerstaffeln auf dem Weg zum Iran seien. Dann plötzlich wurde die Aktion abgeblasen, da der Iran Trump zugesichert habe, keine Hinrichtungen von Demonstranten vorzunehmen. Die US-Kampfjets kehrten in der Luft um, der Ölpreis entspannte sich wieder. Hmm, eine unübersichtliche Situation.Und dann ist da noch Grönland. Könnte es sein, dass Trump sich so langsam übernimmt? Der schnelle Rückgang des Ölpreises nach dem Abblasen der Iran-Aktion (Wochenänderung nur +0,5%), die nur moderate Reaktion auf das 10%-Limit bei Kreditzinsen (Capital One von -10% auf nur noch -6%), der ausbleibende Ausverkauf des US-Dollars (diese Woche Anstieg um 0,2%punkte ggü. Euro) obwohl die Unabhängigkeit der US-Fed zu Grabe getragen wurde, all das sind nur moderate Reaktionen auf die erratischen Aktionen Donald Trumps. Man glaubt ihm nicht, dass er seine Ankündigungen umsetzen wird, wie am Beispiel Iran ja bereits zu sehen war.
Wie geht's also weiter? Wird Trump einsehen, dass er es beim einen oder anderen Thema zu weit getrieben hat? Oder wird er seine Ziele um so vehementer umzusetzen versuchen? Es bleibt spannend.
Schauen wir uns mal die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes an:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 17.1., 13:10 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 25.297 | 0,1% | 3,3% |
| S&P 500 | 6.940 | -0,5% | 1,4% |
| Nikkei | 53.936 | 3,8% | 7,1% |
| Shanghai A | 4.732 | -0,6% | 2,2% |
| Euro/US-Dollar | 1,16 | -0,3% | -1,3% |
| Euro/Yen | 183,42 | -0,2% | -0,1% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,22% | 0,05 | 0,06 |
| Umlaufrendite Dt | 2,73% | -0,03 | -0,05 |
| Feinunze Gold | $4.596 | 2,2% | 6,4% |
| Fass Brent Öl | $64,13 | 0,9% | 5,4% |
| Kupfer | $12.803 | 0,6% | 3,1% |
| Baltic Dry Shipping | $1.567 | -8,8% | -16,5% |
| Bitcoin | $95.165 | 4,8% | 8,4% |
3. Sentiment: Anleger vergessen ihre Absicherungen
Die Rallye endete am Dienstag. Wie so häufig wurden die ersten 10 Tage des neuen Jahres genutzt, um Portfolioanpassungen vorzunehmen: Die zu groß gewordenen Positionen in erfolgreichen Aktien des Vorjahres wurden verkleinert, fundamental günstige Aktien wurden gekauft. Dadurch stiegen die Aktienmärkte "in der Breite" an. Das heißt, die Rallye war von vielen Aktien getragen, nicht nur von einigen wenigen, wie meist im vergangenen Jahr.Dieser Prozess ist nun beendet und Anleger schauen nach den nächsten Treibern für weitere Kursanstiege. Derartige gab es diese Woche nicht viele, im Gegenteil: Die Spannungen im Iran und die Möglichkeit eines Einschreitens der USA befeuerten den Ölpreis. Ein hoher Ölpreis drückt auf die Konjunktur und entsprechend legten die Aktienmärkte Mitte dieser Woche eine Pause ein.
Der Stimmung der Anleger tat das wenig Abbruch. Sie erinnern sich, vor einer Woche konnten wir Euphorie unter den Anlegern feststellen, sahen aber aufgrund der anderen Sentiment-Indikatoren keine große Gefahr für einen starken Ausverkauf. Und bislang ist es genau so gekommen. Entsprechend kann sich die Stimmung unter den Anlegern mit einem Wert von 3,2 auf hohem Niveau halten. Die Euphorie ist zwar verschwunden, aber gute Laune gibt es dennoch.
Auch die Selbstzufriedenheit bleibt mit einem Wert von 3,4 auf einem hohem Niveau. Wie erwartet (oder erhofft?) war die Verschnaufpause überschaubar.
Die Zukunftserwartung sinkt auf einen negativen Wert von -1,5. Dunkle Wolken ziehen in den Köpfen der Anleger auf. Skepsis über eine baldige Fortsetzung der Rallye kommt auf. Man freut sich also über die Rallye der vergangenen Wochen, hält diese jedoch nun für beendet.
Und so ist auch die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von nur 0,2 sehr gering.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger springt diese Woche plötzlich von -45 auf +27. Long-Spekulationen sind gesucht, Anleger kaufen gehebelte Produkte, um an steigenden Kursen zu partizipieren. Hmm, das widerspricht der oben festgestellten Anlegerstimmung.
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex zeigt mit einem Wert von 1,06 einen sehr niedrigen Wert an. Auch die Profis kaufen offensichtlich derzeit Call-Optionen, um von steigenden Notierungen zu profitieren.
An der CBOE liegt das Put/Call-Verhältnis für Equities mit einem Wert von 0,71 im durchschnittlichen Bereich.
Die Investitionsquote der US-Fondsanleger bleibt diese Woche mit 96% auf hohem Niveau.
Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger liegt bei 22%punkten. Mit 49,5% messen wir den höchsten Bullenanteil der vergangenen 52 Wochen. Ein Warnsignal!
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 62% moderate Gier an. Der Short Range Oscillator springt über 4 und signalisiert damit ebenfalls eine überkaufte Marktverfassung. Vorsicht ist geboten.
Interpretation
Mag sein, dass die Euphorie der Vorwoche ein wenig eingedampft wurde. Doch gute Laune haben Anleger noch immer. Die große Nachfrage der Privatanleger nach gehebelten Long-Spekulationen, wie sie an der Euwax gemessen wurde, ist ebenfalls ein Warnsignal. Gleichzeitig schwindet die Zukunftserwartung.Das ist eine durchaus gefährliche Sentiment-Verfassung: An einzelnen Stellen ist Übermut zu verzeichnen, während gleichzeitig die Absicherungen, also das Sicherheitsnetz, verschwinden. Sollte nun nochmals eine negative Meldung die Märkte belasten, könnte ein Ausverkauf durchaus heftiger ausfallen.
Das heißt: Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für Käufe. Wenn Sie Positionen im Portfolio haben, die in den vergangenen Wochen überraschend gut gelaufen sind, dann sollten Sie in Erwägung ziehen, ein paar Teilgewinne einzustreichen. Es ist gut möglich, dass Sie in den kommenden Wochen die Gelegenheit bekommen, diese Positionen dann günstiger wieder aufzustocken.

Die Zukunftserwartung am Goldmarkt notiert auf historisch hohem Niveau. Nur 15 Mal in den vergangenen 20 Jahren war die Zukunftserwartung, also die Anzahl der Goldbullen, größer als heute. In 11 der 15 Fälle notierte der Goldpreis sechs Monate später höher. Durchschnittlich stieg der Goldpreis nach einer solchen Sentiment-Verfassung in den folgenden sechs Monaten um 8,3% an. Die Goldrallye ist also noch nicht zu Ende.
4. Ausblick: Renaissance von Old Tech: IBM, Intel & Cisco
Diese Woche kam mir eine Analyse auf den Tisch, der ich hier ein wenig nachgehen möchte: Old Technology, namens IBM, Intel und Cisco, seien wieder gefragt. Während die jungen High-Flyer, die Magnificent Seven, bereits in allen Portfolios enthalten, und häufig sogar zu hoch gewichtet sind, würden die alten Tech-Aktien übersehen. Schauen wir mal, ob da was dran ist.
IBM ist heute vor allem ein Anbieter für Unternehmens-IT in einer Unternehmens-Cloud und der Nutzung von KI. Es wird also eine Softwareplattform angeboten, die Firmen in ihren eigenen Rechenzentren und in verschiedenen Cloud-Umgebungen nutzen können, plus die dazugehörige Beratung für Umsetzung und Betrieb.
Gerade in Sachen KI ist mir IBM als Pionier bekannt, ich habe unsere animusX-Daten bereits 2014 mit Hilfe von IBM-KI analysiert und darüber die inzwischen bekannte Aussage herausfiltern können, dass die Sentiment-Analyse sehr gut einen Boden einer Korrektur terminieren kann, aber nicht so gut das Top einer Rallye.
IBM bietet eine niedrige Dividendenrendite von 2,2% und muss selbst für diese kleine Dividende mehr ausschütten, als Gewinn erwirtschaftet wird. Hmm, als Dividendenaktie taugt IBM also nicht. Das Umsatzwachstum liegt im mittleren einstelligen Bereich, der Gewinn sprang im abgelaufenen Jahr kräftig an, wächst anschließend aber Analystenschätzungen zufolge kaum noch. Damit ist IBM auch kein Wachstumsunternehmen.
Das EV/EBITDA von 17 ist für diese durchwachsene Situation in meinen Augen hoch. Dabei liegt die Gewinnmarge bereits bei knapp 27%. Kunden binden sich an IBM, so dass der Geschäftsverlauf gut planbar und die Marge hoch ist. Wachstum würde sich umgehend positiv auf die Bewertung auswirken, doch ich habe den Eindruck, dass die aktuelle Bewertung bereits ein anziehendes Wachstum "erhofft". Ich sage erhofft, weil davon in den offiziellen Analystenschätzungen nicht viel zu sehen ist.
Für mich ist IBM keine besonders gute Anlageidee.
Intel hat mit Lip-Bu Tan einen neuen CEO, der das Unternehmen als Rückgrat der US-amerikanischen IT neu positionieren möchte. Dabei baut er auf das Fertigungs-Know-how, das es sonst nur in Asien gibt. Taiwan Semiconductor und Samsung (Südkorea) fertigen inzwischen gefühlt alle Hochleistungschips der Welt, egal ob für Nvidia, Apple, Broadcom oder Texas Instruments. Intel fertigte seine Chips stets selber, geriet damit jedoch gegenüber der spezialisierten Konkurrenz sowohl beim Chip-Design, als auch bei der Fertigung ins Hintertreffen.
Nachdem sich Donald Trump Venezuela geholt hat und er Putin nicht wirklich für den Ukraine-Krieg kritisiert (er kritisiert lediglich, dass sich Putin ungeschickt anstelle), fürchtet man am Finanzmarkt, dass Xi die Gunst der Stunde nutzen und sich Taiwan schnappen könnte. Der Aufbau von Fertigungskapazitäten in den USA ist daher von strategischer Bedeutung. Taiwan Semi investiert bereits kräftig, aber Intel wäre der Wunschkandidat, wenn das Unternehmen es schaffen könnte, ebenfalls die Hochleistungschips zu fertigen.
Ein heißer Ritt, den Lip-Bu Tan da eingeschlagen hat. Eine Dividende kann da nicht ausgezahlt werden. Zunächst wird heftig investiert, um die Fertigung zu verbessern, aber ohne mehr Umsatz damit zu erzielen. Sollten die Investitionen erfolgreich sein, springt der Gewinn in den kommenden Jahren kräftig an. Damit verzeichnet Intel, ausgehend von einer niedrigen Basis, ein anziehendes Gewinnwachstum und ein sich beschleunigendes Umsatzwachstum von aktuell 0% auf 5% in zwei Jahren.
Das EV/EBITDA liegt für Intel bei 19. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum von jeweils über 20% für die kommenden zwei Jahre ist die Bewertung in meinen Augen günstig. Da ist noch Luft nach oben. Intel wäre in meinen Augen eine Spekulation auf Chinas Ambitionen, sich Taiwan zu schnappen. Allein zunehmende Spannungen in diesem Bereich dürften der Aktie weiter Rückenwind bereiten.
Ja, Intel könnte eine Spekulation für uns werden.
Cisco ist "Konkurrenz" von Nvidia: Da Nvidia mit eigenen Netzwerkkomponenten die Kommunikation zwischen Rechnern beschleunigt, sind die beiden häufig in Konkurrenz zueinander, auf der anderen Seite ist Cisco als Platzhirsch bei der Netzwerkkommunikation auch ein Entwicklungspartner von Nvidia und häufig genug auch Partner bei der Planung von Rechenzentren, um insbesondere die Überwachung der durchgängig hohen Leistung zu realisieren.
Die Dividendenrendite von Cisco beträgt zwar nur 2,2%, wächst aber beständig (wird seit 10 Jahren jedes Jahr angehoben) und zeigt mit einer Ausschüttungsquote von 57%, dass die Kapitalrückführung an Aktionäre einen hohen Stellenwert im Unternehmen hat.
5-7% Umsatzwachstum bei proportionalem Gewinnwachstum ist jetzt nichts, was mich vom Hocker haut. Doch dank der hohen Gewinnmarge (EBITDA) von 37% reicht es insgesamt zum Überspringen der Rule-of-40 in jedem der drei kommenden Jahre. Damit wird Cisco auf dem Vorschlagszettel vieler Momentum-Trader landen.
Das EV/EBITDA von 14 ist in meinen Augen angemessen für Cisco. Einen besonderen Trigger sehe ich hier nicht. Als langfristig langweilige, aber lukrative Anlageidee halte ich Cisco für geeignet, insbesondere aufgrund der kontinuierlich ansteigenden Dividendenrendite.
Soweit der kleiner Exkurs.
5. Update beobachteter Werte: Capital One Financial, Novo Nordisk, Apple, Salesforce, Novo Nordisk, PVA Tepla, Boeing, Applovin
Im Wochenverlauf habe ich Updates zu unseren Portfolio-Titeln verfasst. Diese erhalten Sie nachfolgend zusammen aufgeführt.
Die Updates finden Sie generell jeweils nach der Veröffentlichung verfügbar unter Heibel-Ticker -> Portfolio -> 10 neueste Einträge und mit der Express-Funktion erhalten Sie die Updates direkt unterwöchig per E-Mail und SMS.
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Capital One Financial: 10% Kreditzinslimit würde Capital One belasten
Di, 13. Januar um 09:20 Uhr
Am Wochenende verkündete Donald Trump, er werde die Kreditkartenzinsen ab dem 20. Januar für ein Jahr auf maximal 10% begrenzen. Die meisten Konsumentenkredite in den USA laufen über Kreditkartenfinanzierungen. Der Kreditzins wird je nach Reputation des Kunden gesetzt: Je schlechter die Reputation, desto höher der Zins.
Capital One kaufte letztes Jahr Discover Financial, einen der großen Kreditkartenbetreiber. Während Visa und Mastercard nur ihr Netzwerk für die Zahlungsabwicklung zur Verfügung stellen, damit Banken und Einzelhändler eigene Kreditkarten ausgeben können, geben Discover und American Express die Kreditkarten selber an die Kunden aus. Visa und Mastercard haben damit kein Kreditrisiko, das liegt bei den Emittenten. Discover und American Express haben das Kreditrisiko ihrer Kunden hingegen in den eigenen Büchern.
American Express ist der High-End Anbieter, der sich nur die solventesten Kunden aussucht. Discover hingegen akzeptiert auch diejenigen, die keine besonders gute Reputation haben. Die schlechte Reputation wird über höhere Kreditzinsen ausgeglichen, aktuell beträgt der durchschnittlich berechnete Zins 19,65%. Damit ist Capital One das am stärksten von dieser Maßnahme betroffene Unternehmen. Die Aktie brach gestern zwischenzeitlich um 8% ein.
Aber auch Banken, Einzelhändler mit eigenen Visa-Karten bis hin zu den Buy-now-pay-later Unternehmen Affirm und Klarna, waren gestern unter Druck.
Trump hatte bereits 2024 während seiner Präsidentschaftskampagne die hohen Kreditzinsen angeprangert, mit denen viele Menschen in die Schuldenfalle gezogen würden. Daher wird er seine Entscheidung als weiteres eingelöstes Versprechen preisen. Das Thema 10%-Limit war übrigens im vergangenen Jahr auch schon Thema im Kongress, jedoch ohne erfolg. Doch diese Lösung kann nicht nur uns als Aktionäre, sondern auch dem US-Einzelhandel nicht gefallen.
Die US-Wirtschaft hängt stärker am Konsum der Privatkunden als irgendeine andere Volkswirtschaft. Und Konsum wird in den USA traditionell stärker über Kredite finanziert als in anderen Ländern. Mit einem Zins-Limit bei 10% werden diejenigen Kunden, die eine schlechtere Reputation haben, nicht mehr an Konsumentenkredite kommen, der Konsum wird darunter leiden. Denn Trump kann ja nicht von den Kreditkartenemittenten verlangen, Kredite mit 10% zu berechnen, während man genau weiß, dass damit die Kosten (inkl. Abschreibungen auf Notleidende Kredite) nicht gedeckt werden. Diese Entscheidung wird einen Rückgang des Konsums zu Folge haben, und das ist nicht im Interesse des Einzelhandels.
Auf der anderen Seite ist das Anliegen Trumps verständlich: Mit Kreditzinsen von 20% werden die Kosten für ein Produkt gerade für die kapitalschwachen Konsumenten schnell so teuer, dass sie selbst ihre dringendsten Bedürfnisse nicht kostengünstig decken können. Die Schuldenfalle halt.
Schuld daran, dass derzeit so viele US-Amerikaner in die Schuldenfalle gerutscht sind, ist nach Meinung Trumps natürlich wieder Joe Biden. er habe zugelassen, dass die Kosten für den normalen Bürger während seiner Amtszeit um 30% angestiegen seien. So möchte Trump nun die Hyperscaler verpflichten, ihren Anteil an den steigenden Energiekosten zu übernehmen. So kaufte er über sein Finanzministerium Hypothekenkredite für 200 Mrd. USD, um den Hypothekenzins zu senken, was auch gelang. So verhandelt er weiterhin mit den Pharma-Konzernen, um die Kosten des Gesundheitssystems zu senken... Jede einzelne Maßnahme zeigt sein machtpolitisches Vorgehen ohne Rücksicht auf Normen und Gesetze. Seine Ziele, die häufig auch von den Demokraten geteilt werden, erreicht er auf seinem Weg schneller als über die dafür vorgesehenen Wege. Ist das eine Rechtfertigung? Nein, es ist die Hoffnung, dass er es nicht übertreibt und dass der Spuk nach einer Amtszeit hoffentlich wieder vorbei ist.
Zu Capital One: Hmm, die Sache ist noch in der Schwebe. Bislang ist diese Maßnahme auf ein Jahr begrenzt. Das wäre in meinen Augen zu verkraften, denn es müssten nur die ausstehenden Kredite entsprechend angepasst werden und die Neuvergabe würde für die Dauer eines Jahres deutlich zurückgehen. Das hätte meiner Einschätzung nach tatsächlich zur Folge, dass der Kundenstamm von Discover nach einem Jahr im Durchschnitt eine bessere Reputation hat, zum einen durch das Aussieben derer, die zu 10% keinen Kredit von Discover bekommen, und zum anderen gleichzeitig auch durch diejenigen, die durch das eine Jahr mit 10% aus ihrer Schuldenfalle kommen.
Ich hielt die Aktie vor einer Woche noch für kolossal unterbewertet. Wenn das Unternehmen tatsächlich durch diese Maßnahme Kreditvolumen verliert, dann ist die Unterbewertung nicht mehr ganz so eklatant. Die -8% sind dennoch übertrieben. Es handelt sich um eine "Einmalbelastung", die grundsätzlich kaum die langfristigen Perspektiven betrifft. Ein langfristiger Effekt, dass US-Bürger künftig weniger Kredite aufnehmen, könnte mittelbar daraus abgeleitet werden. Ich hoffe, wir werden dazu im Rahmen der Q-Zahlen näheres Erfahren: Capital One berichtet am 22.1.
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Novo Nordisk: CEO Mike Doustdar bei CNBC
Di, 13. Januar um 10:42 Uhr
Heute Nacht gab CEO Mike Doustdar im Rahmen der Health-Conference in Kalifornien CNBC ein Interview. Seine Aussagen waren eine Wohltat für mich, da er meine Schlussfolgerungen der vergangenen Monate bestätigte.
Zunächst einmal erläuterte er, dass der Abnehmmarkt ein völlig anderer sei als der Diabetesmarkt. Mit Ozempic (Diabetes) war Novo einige Jahre schneller als Lilly mit Mounjaro. Diese Jahre nutzte Lilly, um die Kinderkrankheiten von Ozempic auszumerzen. Auch mit Wegovy (Abnehmspritze) war Novo schneller als Lilly mit Zepbound und auch hier konnte Lilly einige Probleme, die erst nach der Markteinführung von Wegovy speziell im Adipositas-Markt zutage traten, beheben. Es sei immer leichter, auf Erfahrungen aufzubauen als etwas völlig Neues zu konzipieren, so Doustdar.
Die Abnehmpille von Novo heißt Wegovy-Pille und wird mit einem Verfahren hergestellt, das speziell für diese biologischen Wirkstoffe entwickelt wurde. "Normale" Medikamente, die auf chemischer Basis hergestellt würden, zeigten stets eine etwas geringere Wirksamkeit bei Pillen zu vergleichbaren Spritzen. Dies sei aber bei der Wegovy-Pille nicht der Fall, da es gelungen sei, die biologischen Wirkstoffe so zu verblenden (in eine Pille einzupacken), dass sie unverändert ihre Wirkung entfalten können. So bleibt es bei der gleichen Erfolgsziffer von 16,6% Gewichtsreduktion.
Spritze versus Pille sei also kaum mehr eine Frage. Die Pille sei einfacher zu transportieren, da sie nicht gekühlt werden müsse. Die Spritze hingegen muss kontinuierlich gekühlt werden, was die Logistik erschwere, insbesondere in nicht so hochentwickelten Ländern. Es sei gesellschaftlich einfacher, täglich eine Pille zu schlucken als täglich den Ärmel hochzukrempeln und sich eine Spritze in den Arm zu jagen. Außerdem, so Doustdar, möchte man zu Hause im Kühlschrank Nahrungsmittel sehen und keine Medikamente.
In den USA fällt der Preis für die Behandlung von über 1.000 USD pro Monat auf 349 USD: Man startet mit 249 USD, nach einiger Zeit steigt der Preis auf 299 USD und nach einer weiteren Zeit auf 349 USD. Komisch, er führte nicht aus, wann oder warum genau der Preis ansteigt. Das hat nun doch wieder den Geschmack einer Kundenfalle: Man lockt mit Billig-Angeboten, um die Kunden dann langfristig auszunehmen. Anders als beim Heibel-Ticker, wo das erste Abo teurer ist als Abo-Verlängerungen zum Treuepreis :-)
Wenn ein Arzt die Pille verschreibt, bleibt der Patient nur noch auf 25 USD pro Monat sitzen, den Rest übernimmt die Krankenkasse. Dies ist möglich, weil Wegovy bereits aufgrund der positiven Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System zugelassen ist. Damit ist die Abnehmpille für viele US-Amerikaner nun für 25 USD statt zuvor über 1.000 USD verfügbar.
100 Mio. US-Amerikaner sind übergewichtig. 15 Mio. davon nehmen bereits die Abnehmspritze, 1 Mio. davon nehmen in China hergestellte und nicht durch die FDA zugelassene Nachahmerprodukte. Doustdar hält es für einen Skandal, dass dies in einem entwickelten Land wie der USA toleriert wird. Gleichzeitig relativiert er den Wettbewerb zwischen Novo und Lilly, indem er auf die 85 Mio. US-Amerikaner verweist, die noch keine Abnehmspritze oder -pille nehmen.
Leider fehlte mir die Information zur Geschwindigkeit, mit der Novo den US-Markt mit Pillen versorgen kann. Hier haben wir ja festgestellt, das Lilly wesentlich aggressiver unterwegs ist. Zwar ist die Lilly-Pille noch nicht zugelassen, doch Lilly hat eigenen Angaben zufolge schon Millionen Pillen auf Vorrat produziert.
Nach der 25%-Rallye in der Novo-Aktie haben wir vergangenen Freitag einen Teilgewinn realisiert. Das Interview kommt wie eine Bestätigung der Rallye, enthielt aber keine Neuigkeiten, die diese Rallye weiter anheizen könnte. Während Doustdar auf CNBC über die Pille sprach, sprach Lilly-CEO David Ricks auf der Bühne mit Nvidia-Gründer und CEO Jensen Huang über das ewige Leben. Hmm, vielleicht verliert Lilly jetzt aufgrund des vorhergehenden Erfolges die Bodenhaftung, während Novo zur Aufholjagd ansetzt :-)
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Apple: Gemini wird Siri antreiben
Di, 13. Januar um 11:17 Uhr
Apple und Alphabet verkündeten gestern in einem gemeinsamen Statement, dass Siri künftig die KI von Gemini nutzt. Das war bereits im Vorfeld erwartet worden, da die beiden Giganten bereits in Sachen Suchmaschine lange Zeit gut zusammen arbeiteten. Google zahlte jährlich 25 Mrd. USD an Apple, damit Apple die Google-Suchmaschine als Standard beim Safari-Browser einstellt.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass Apple dieses mal an Alphabet zahlen muss, die Summe von 1 Mrd. USD pro Jahr wird genannt, das wäre eher ein symbolischer Betrag. Doch Details über die Vereinbarung sind bislang noch nicht bekannt geworden.
Die Vereinbarung habe so lange auf sich warten müssen, weil Apple auf die Einhaltung der Privatsphäre für die eigenen Kunden bestand.
Damit sind die Würfel gefallen: Gemini wird die Standard-KI für Privatkunden. ChatGPT hat zwar noch einen großen Vorsprung, doch gegen die geballte Macht von Alphabet und Apple, nicht nur die Finanzkraft, sondern auch die Reichweite und damit verbundene Datenfülle, wird ChatGPT schwer bestehen können. Aber abschreiben würde ich ChatGPT noch nicht, denn häufig überzeugte ein junger Wettbewerber durch größere Innovationskraft und glich damit Größennachteile aus.
Die Aktie von Apple gab seit Anfang Dezember 10% ab, während der breite Aktienmarkt kräftig anstieg. Apple gehört zu den Aktien, die als Quelle für Cash gelten. Die Aktie ist sehr liquide und viele Fonds und Anleger haben über die vergangenen Jahre zugeschaut, wie die Apple-Aktie einen immer größeren Anteil im Portfolio einnahm. Zum Jahreswechsel werden solche "Missverhältnisse", wie eine aufgrund des Erfolges zu groß gewordene Position genannt wird, häufig korrigiert: Apple wurde verkauft und andere Aktien, häufig von kleineren Unternehmen, wurden gekauft.
Ich denke, diese Korrektur dürfte nun enden. Apple wird mit einem EV/EBITDA von 23 bewertet, das Gewinnwachstum wird bei 7-9% erwartet. Damit ist die Aktie hoch bewertet, doch durch die hohe Gewinnmarge erfüllt Apple auch die Rule of 40. Und meistens veröffentlicht Apple bessere Zahlen als von Analysten erwartet wurden. Wer also immer schon mal auf eine Gelegenheit wartete, Apple ins Depot zu holen, der hat nun eine Gelegenheit dazu. Wir haben eine volle Position und bleiben dabei.
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Salesforce: Quatsch: Unternehmenssoftware könnte Opfer der KI-Revolution werden
Mi, 14. Januar um 09:06 Uhr
Es sind genau diese drei Anbieter von Unternehmenssoftware, die derzeit im Kreuzfeuer stehen: Adobe, ServiceNow und Salesforce. Analysten von Oppenheimer stuften diese drei Aktien ab, da sie dem KI-getriebenen Wandel nicht gewachsen seien, so die Begründung. Alle drei Akten verlieren diese Woche zweistellig (Salesforce -10%).
Wir befinden uns in einer Phase der Selbstüberschätzung: Während die KI-Infrastruktur noch unter Hochdruck aufgebaut wird, sucht man nach den Profiteuren der KI-Revolution. Das sind natürlich die Unternehmen mit Endprodukten, letztlich also die Nutzer der Unternehmenssoftware von Adobe, ServiceNow und Salesforce. Mit gefährlichem Halbwissen ziehen Analysten nun die Schlussfolgerung, dass diese Endkunden durch die Nutzung von KI in die Lage versetzt werden, die Dienste der Anbieter von Unternehmenssoftware selber zu leisten.
Dabei dürfte jedem, der die KI heute schon nutzt, bemerkt haben, wie komplex die Nutzung ist: Wenn Sie ein eigenes Unternehmensmodell aufbauen wollen, müssen Sie ihre Daten entsprechend vorbereiten. Dafür ist Spezialwissen der Softwareanbieter erforderlich. Außerdem gibt es die unterschiedlichsten KI-Modelle, die für die unterschiedlichen Zwecke ausgewählt werden müssen. Auch hier gehe ich davon aus, dass die meisten Unternehmen damit überfordert sein werden.
Derweil sieht man einige innovative Unternehmen, die sich nun ihre eigenen KI-Modelle basteln. Solche innovativen Unternehmen gibt es immer, doch das ist von der Masse nicht zu erwarten.
Ich gehe also davon aus, dass die Dienste der Anbieter von Unternehmenssoftware auch künftig gefragt sein werden. Nächste Frage: Wann? Dauert es noch ein paar Jahre, bis daraus eine Massenbewegung wird, die sich in den Bilanzen der drei hier genannten Unternehmen widerspiegeln? Oder geht es bald los?
Nun, ich habe den Eindruck, dass zumindest bei Salesforce dieser Prozess bereits im Q3 gestartet wurde. Ich rechne mit einer Bestätigung dafür, wenn CEO Marc Benioff am 29.1. (nach Börsenschluss) Q4-Zahlen präsentiert.
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Novo Nordisk: Lilly-Pille kommt später
Fr, 16. Januar um 07:12 Uhr
Die US-Gesundheitsbehörde FDA gab gestern bekannt, die Fristen für die Bearbeitung einer Reihe von Medikamenten, darunter die Abnehmpille Orforglipron von Eli Lilly, nach hinten zu verschieben. Die Aktien von Eli Lilly gaben gestern 5% ab, auch Novo Nordisk ließ Federn.
Eli Lilly ging bislang von einer Zulassung bis spätestens am 10. April aus und gab gestern bekannt, dass sich die Zulassung aller Voraussicht nach ins zweite Quartal verschieben werde. Bislang ging man von einer zeitnahen Zulassung zum Jahreswechsel aus. Damit erhöht sich der Vorsprung von Novo um 3 Monate :-)
Die Pille von Lilly ist zwar weniger effizient als die von Novo, aber dafür leichter einzunehmen: Novo Pille muss auf nüchternen Magen eingenommen werden (halbe Stunde vorher und nachher darf nicht gegessen werden), bei Lilly gibt es diese Einschränkung nicht. Außerdem produziert Lilly schon auf Vorrat, um nach erfolgter Zulassung den Markt aggressiv zu erobern, so wie sie es erfolgreich bereits mit der Abnehmspritze getan haben, die mit fast 3 Jahren Verspätung zugelassen wurde.
Zumindest für die kommenden drei Monate nimmt diese Nachricht ein wenig Druck aus dem Novo-Kessel. Deren Wegovy-Pille ist in den USA bereits im Handel. Ich bin gespannt auf die ersten Absatzzahlen.
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PVA Tepla: Hochstufung durch Jeffries treibt Aktie an
Fr, 16. Januar um 08:29 Uhr
Um 12% sprang die Aktie von PVA Tepla diese Woche an. Taiwan Semi veröffentlichte gestern Q-Zahlen, die über den Erwartungen lagen. Darüber hinaus teilten die Taiwanesen mit, dass man viele Auftragswünsche von Kunden nicht mehr erfüllen könne.
Damit weitet sich der Engpass der Speicher-Chips weiter aus. Es ist absehbar, dass neue Fertigungsanlagen gebraucht werden, was sich in eine anziehende Nachfrage nach den Maschinen von PVA Tepla ummünzen sollte.
Jeffries stufte PVA Tepla gestern hoch und begründete den Schritt mit der guten Auftragslage und der absehbar weiter anziehenden Nachfrage nach PVA Tepla-Produkten.
Die Aktie war bereits im vergangenen Jahr unsere zweitbeste Position im Portfolio. Mit +24% seit dem Jahreswechsel führt sie auch in diesem Jahr unsere Liste an. Ich würde sagen: Zurücklehnen und genießen :-)
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Boeing: Delta Airlines bestellt 60 Dreamliner
Fr, 16. Januar um 08:36 Uhr
Das Auftragsbuch für 737 MAX ist voll, Neubestellungen haben eine Lieferzeit von teilweise 10 Jahren. Beim 787 Dreamliner sieht es besser aus, Neubestellungen können "schon" ab 2031 ausgeliefert werden, 5 Jahre sind in dieser Branche nicht viel. Solche Aufträge helfen Boeing, die Schlagzahl (Anzahl monatlich fertiggestellter Flieger) sukzessive zu erhöhen. Und genau das wirkt sich dann positiv auf den Cashflow und mittelbar dann auch auf die Aktie aus.
So bestellte Delta Airlines diese Woche 60 Dreamliner bei Boeing. Die Aktie von Boeing kletterte daraufhin auf ein neues 52-Wochenhoch.
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Applovin: Stopp Loss unterschritten, Position verkauft
Sa, 17. Januar um 07:52 Uhr
Gestern Mittag brach die Aktie von AppLovin ohne ersichtlichen Grund ein und fiel binnen weniger Minuten unter unser Stopp Loss bei 510 EUR. Bis zum US-Börsenschluss ging' weiter abwärts auf 490 EUR. Wir hatten die Aktie Mitte November zu 475 EUR ins Portfolio geholt, blicken also auf einen Gewinn von 7%. Doch zum Jahreswechsel stand die Aktie deutlich höher, so dass die Position auf Sicht des Kalenderjahres 2026 mit -11% ausgestoppt wurde.
Die Treiber bleiben in Kraft: AppLovin spielt dynamisch Werbung bei der App-Nutzung ein, insbesondere in Spielen werden die Werbeplätze gerne über die AppLovin Plattform vergeben. Die Entwicklung der KI-gesteuerten Zuteilungstechnik gilt als State-of-the-art und das Management behauptete, durch wenige Stellschrauben das eigene Unternehmenswachstum selbst in der Hand zu haben.
Die Rule-of-40 wird mit Werten über 100 für die kommenden drei Jahre stets übererfüllt. Das Bewertungsniveau ist vor dem Hintergrund des hohen Gewinnwachstums noch immer günstig. Ich denke, wir sehen hier nur eine technische Korrektur, mit der die Aktie in Richtung des vergangenen November-Tiefs gedrückt werden könnte, aber nicht darunter. Im vergangenen November korrigierte die Aktie bis auf 450 EUR.
Ich würde daher die Aktie ab Kursen um 470 EUR erneut ins spekulative Depot holen und, sollte unser Wunschpreis erreicht werden, sofort wieder ein Stopp Loss setzen, diesmal auf 445 EUR. Ein Unterschreiten des November-Tiefs würde den Aufwärtstrend der Aktie in Frage stellen.
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6. Leserfragen
Sumitomo Corp.: Interessantes Industriekonglomerat aus Japan
Hallo Herr Heibel,
ich lese jetzt seit einiger Zeit Ihren Ticker und fühle mich häufig mit meiner optimistischen Einstellung von Ihnen bestätigt. Das tut gut in Zeiten, in denen sehr viele Schwarzmaler in den Medien die Oberhand halten.
Ihre stets informativen Ausführungen und das Vermitteln von umfangreiche Hintergrundwissen gefallen mir bei Ihnen sehr gut. Also bitte weiter so.
Nun aber zu meiner Frage. Ich würde gern mein etwas USA-lastigen Portfolio etwas umschichten. Mein Blick viel auf diverse stabile Aktien aus Japan. Ich habe bereits Mitsubishi Electric (WKN 856532) und Marubeni (WKN 860414). Nun habe ich Sumitomo (WKN 860364) ins Auge gefasst.
Können Sie diese Aktie für eine langfristige Anlage empfehlen?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe. Gruß
Beate aus Edewecht
PS: Es würde mich interessieren wie viel (wenig) Prozent Ihrer Abonnenten weiblich sind, da sehr selten Nachfragen von Frauen im Ticker erscheinen, oder sind die Frauen nicht so beratungswillig? 😉
ANTWORT
Vor einigen Jahren habe ich das mal unter den zahlenden Mitgliedern ausgewertet. Da waren es gerade einmal 7% Frauen :-(. Und dieser Anteil deckt sich mit Erfahrungswerten von anderen Betreibern von Börsendiensten. Irgendwie ist die Darbietung der Finanzwelt und auch des Heibel-Tickers offensichtlich leider nicht geeignet, viele Frauen zu begeistern. Dabei bemühe ich mich, alle anzusprechen.
Sumitomo Corp. ist eine japanische Handels- und Beteiligungsgruppe. Sie organisiert weltweite Wertschöpfungsketten, finanziert und entwickelt Projekte, hält Beteiligungen, betreibt Handel/Distribution und übernimmt oft auch den operativen Betrieb von Rohstoffen bis Konsum. Der Gewinn kommt damit aus sehr unterschiedlichen Quellen: aus laufendem Geschäft (Handel, Dienstleistungen, Betrieb), aus Beteiligungserträgen und manchmal auch aus Projektverkäufen. Man könnte sagen, Sumitomo kann alles, was die Industrie braucht.
Im Geschäftsjahr 2025 (endete bereits im März 2025) erzielte das Unternehmen durch Beteiligungsverkäufe einen Rekordgewinn (+30%). Dies setzt sich auch im bisherigen Geschäftsjahr fort und das Unternehmen gibt sich selbstbewusst, das neue Gewinnniveau auch in den kommenden Jahren zu halten. Halten heißt aber auch: Vorerst kein weiteres Wachstum.
Die Corona-Pandemie sorgte leider für ein Jahr mit rückläufiger Dividende. Doch davon abgesehen erfüllt Sumitomo alle unsere 5 Kriterien eines Dividendenunternehmens. Die Dividendenrendite liegt bei 2,6%. Das EV/EBITDA von 15 ist für eine solide Dividendenaktie in meinen Augen angemessen. Dennoch würde ich das Unternehmen nicht ins Heibel-Ticker Portfolio holen, da mir das Geschäftsmodell zu „flexibel“ ist. Flexibilität ist im Zweifel vorteilhaft, doch wenn ich einen erfolgreichen Geschäftsverlauf suche, finde ich bei Sumitomo so viele Einzelteile mit teils gegenläufigen Entwicklungen, dass sich mir kein Gesamtbild erschließt. Oder anders ausgedrückt: Mag sein, dass diese große Flexibilität das eine oder andere Jahr dafür sorgt, dass zwischenzeitliche Schwächen in einzelnen Geschäftsbereichen durch stark laufende andere Geschäftsbereiche ausgeglichen werden. Doch eigentlich möchte ich, dass Schwachstellen „repariert“ werden.
Vielen Dank für Ihr Lob. Für jemanden mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein wie mich ist Lob ein wesentlicher Bestandteil meiner Entlohnung :-).
Bewertung von Vonovia, Steuerliche Behandlung von Bitcoin-Verlusten
Hallo Herr Heibel,
ich wünsche Ihnen noch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2026!
Ich habe 2 Anliegen.
Das eine betrifft eine Investmentidee. Ich habe mir letztes Jahr voller Überzeugung Vonovia ins Depot geholt. Trotz guter Quartalsergebnisse und Bewertung wurde die Aktie nun bis auf unter 24€ gedrückt. Das lag wahrscheinlich an den Zinserhöhungsfantasien in Europa. Mit der kommenden Neubesetzung des FED- Chefs und den aktuellen Inflationsdaten in Europa sind Zinssenkungen jenseits des Atlantiks und stabile Zinsen in Europa sehr wahrscheinlich. In meinen Augen ist bei Vonovia alles eingepreist und die Rahmenbedingungen könnten Grundlage für Kurse jenseits der 30€ sein.
Wie ist Ihre Meinung zur Vonovia?
Der 2. Punkt betrifft mal wieder das Bitcoin- Zertifikat A27Z30. Ich habe mit den letzten Zukäufen ein aktuelles Minus zu Buche stehen gehabt. Aus dem Grund habe ich die betreffenden Anteile Ende Dezember veräußert, um die Verluste geltend zu machen und habe die Anteile neu gekauft. Nur wurden die Verluste nicht in den Verlusttopf übertragen. Die Verluste können nur mit der Steuererklärung geltend gemacht werden. Vielleicht ist das auch für andere Heibel- Ticker- Leser von Interesse. Wir haben den ETC bisher immer nur auf steuerfreie Gewinne betrachtet. Konkret schrieb mir mein Broker hierzu:
"Das Produkt wird von der Abrechnungsstelle nicht als abgeltungssteuerrelevant sondern nach § 23 persönliches Veräußerungsgeschäft bewertet. Es erfolgte daher keine Befüllung in den
VVT Allgemein.
....
Wird die ISIN als privates Veräußerungsgeschäft gem. §23 bewertet, sind bei einer Haltedauer Länger als ein Jahr Kryptos/Krypto ETP steuerfrei. Bei einer kürzeren Haltezeit gibt es einen Steuerfreibetrag von 1.000 EUR, alles darüber ist über die Einkommensteuer mit Deinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Bei Kryptogewinnen nach §23 erhältst Du somit zunächst den Gesamtbetrag, musst Du die Besteuerung dann selbständig über Deine Einkommenssteuer veranlassen.
Bei Gewinnen §23 EstG erhältst Du zunächst den Gesamtbetrag, musst die Besteuerung dann selbständig über Deine Einkommenssteuer veranlassen. Es erfolgt keine automatische Versteuerung. Bitte kläre in diesem Falle mit einem Steuerberater, ob die über den Verkauf von 1.064 € realisierten Verluste §23 über Deine Einkommenssteuererklärung angegeben und ggf. mit Gewinnen verrechnet werden können."
Ich möchte die Gelegeheit nutzen, mich bei Ihnen für die immer wieder unterhaltsame Lektüre und den tollen Investment- Tipps incl. der dazu gehörenden Recherche zu bedanken. Man spürt es beim Lesen, wie sehr Sie Ihren Job lieben und mit Begeisterung ausführen. Es "menschelt" neben all den Informationen über Wirtschaft und Politik.
Sie schaffen den Spagat, Ihre eigene Meinung bei sensiblen Themen gewählt offen zu äußern und nicht allen Mainstream- Unsinn nachzuplappern. Das wird nicht jedem Heibel- Ticker- Leser so gefallen. Aber ich denke die Mehrheit sieht das wie ich. Danke sehr und bitte weiter so!
Beeindruckend finde ich, wie Sie den Heibel- Ticker Jahr für Jahr weiterententwickeln, immer wieder neue Ideen einbringen. Das ist für mich beruflich und privat sehr inspirierend. Ich selbst arbeite noch ohne KI. Für dieses Jahr habe ich das fest auf dem Schirm.
Viel Erfolg und viele Grüße, Roy aus Lützen
ANTWORT
Ich interessiere mich nicht besonders für Immobilienaktien, daher ist meine Meinung zu Vonovia vielleicht oberflächlich. Grundsätzlich ist eine Immobilienaktie in meinen Augen eine Alternative zum Eigenheim und daher sollte man sich insbesondere den Wert der Immobilien im Portfolio des Unternehmens anschauen. Dazu fehlt mir jedoch das Fachwissen, daher halte ich mich mit einer Meinung meist zurück.
Aus Aktiensicht: Der Unternehmenswert (EV) liegt bei 67 Mrd. EUR, jährlich werden 6,7 Mrd. EUR umgesetzt, Tendenz fallend. Daraus wird ein operativer Gewinn von 2,4 Mrd. EUR erwirtschaftet. 3,5% Gewinn auf mein eingelegtes Kapital ist nicht unbedingt viel, finde ich. Da suche ich mir lieber eine Anleihe.
Die Dividendenrendite beträgt jedoch 5,2%. Das Unternehmen schüttet mehr an seine Aktionäre aus, als es Gewinn erwirtschaftet. Genau hier setzt die Kritik von Donald Trump an, der eine Bevorzugung der Aktionäre auf dem Rücken der Mieter nicht sehen möchte, denn die ausgeschüttete Dividende sollte seiner Ansicht nach besser in die Instandhaltung / Modernisierung der Immobilien gesteckt werden. Privateigentümer haben ein großes Interesse, den Wert der Immobilie zu erhalten. Konzerne hingegen werden mitunter von CEOs geführt, die kurzfristig erfolgreiche Zahlen präsentieren wollen und dabei hoffen, wenn wir beim Beispiel Vonovia bleiben, dass der Wertverfall der Immobilien, der durch die ausbleibenden Modernisierungen zu erwarten ist, von der allgemeinen Preissteigerung am Immobilienmarkt kaschiert wird.
Ungeachtet dessen erfüllt Vonovia nur drei unserer fünf Kriterien für Dividendenaktien. Die Dividende wurde 2023 gesenkt und die Auszahlungsquote (siehe oben) ist negativ, es wird also über mehrere Jahre hinweg mehr ausgeschüttet als Gewinn erwirtschaftet wird. Für ein Wachstumsunternehmen gibt es zu wenig Wachstum und als unterbewertet würde ich Vonovia bei solchen Zahlen mit einem EV/EBITDA von 24 nicht bezeichnen.
Ach, Sie merken es, ich lasse kein gutes Haar an Vonovia. Dabei schreibe ich doch viel lieber über aussichtsreiche Unternehmen und Aktien :-).
Danke für den Hinweis der steuerlichen Behandlung von Verlusten beim Bitcoin-ETP. Ich habe mich tatsächlich bislang sehr wenig um steuerliche Belange gekümmert. Ist es nicht egal, ob der Verlusttopf von der Bank gefüllt wird oder ob die Abrechnung später mit der Steuererklärung erfolgt, einmal abgesehen vom Zeitverlust?
Vielen Dank für Ihr Lob. Für jemanden mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein wie mich ist Lob ein wesentlicher Bestandteil meiner Entlohnung :-).
RÜCKMELDUNG
Hallo Herr Heibel,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und Analyse.
Da war ich mir nun zu 1.000% sicher, dass Sie ein Loblied auf Vonovia singen. Mmh, das war wirklich nicht das, was ich hören/ lesen wollte. ;-) :-) Sie belechten das Unternehmen aus einem anderen Blickwinkel. Genau das macht Ihre Analysen immer wieder so spannend. Da werde ich etwas vorsichter bei Vonovia zu Werke gehen.
Und genau so sehe ich im Allgemeinen Ihre Lektüre. Wenn ich Ihren Gedanken und Schlussfolgerungen folgen und zustimmen kann(wie leider in diesem Fall auch), investiere ich gern in die gleichen Titel oder eben auch nicht. Mal verkaufe ich eher, mal später. Bei bestimmten Titeln wäre es besser gewesen, Ihren Rat nicht zu folgen(bspw. Novo), bei anderen haben Sie mich ermutigt, bei der Stange zu bleiben bzw. nachzukaufen(bspw. Nvidia).
In jedem Fall ist es immer wieder eine Freude Ihre Gedanken mit den meinigen abzugleichen und daraufhin Investmententscheidungen zu treffen.
Ihre Eigen- Kritik zu Fehlkäufen kann ich nachvollziehen. Ich frage mich selbst immer mal im Nachhinein "wie konntest Du?". Wenn man sich dann aber die Kauf- Argumente vor Augen führt, die es zu der Zeit gab, dann muss man die Entscheidung zu mindestens relativieren. Man kann nicht alle verborgenen Details kennen und demzufolge auch nicht immer "richtige" Entscheidungen treffen. Es ehrt Sie sehr, dass Sie die Mißerfolge nicht nur erwähnen, sondern auch die getroffene Entscheidung des Kaufs hinterfragen und sich selbst an den Pranger stellen. Das ist ein Punkt, der Ihren Börsenbrief von anderen unterscheidet.
Ich habe da eine Idee, wie man die Leser noch mehr ins Boot holen könnte. Grundsätzlich treffen Sie ja die Kauf- Entscheidung. Häufig stellen Sie im Vorfeld eines Kaufs mehrere Aktien vor und entscheiden sich dann für eine. Was wäre, wenn Sie die Leser mitentscheiden lassen würden? Wenn Sie beispielsweise 2 gleich gute Dividenden- Titel zur Auswahl haben und stellen. Es könnte eine Verlinkung im Ticker geben, wo man abstimmen kann. Im Idealfall mit einem Bemerkungsfeld, wo Motive/ Gründe eingetragen werden können. Es gibt sicherlich einige unter Ihren Lesern mit sehr viel Börsenerfahrung(vielleicht auch zum Thema Charttechnik), die mit Ihrer Rückmeldung interessante Aspekte aufzeigen können. Da im Heibel- Ticker die Titel in der Regel für ein längerfristiges Invest ausgesucht werden, wäre die Zeit kein Hinderungsgrund. Betreff Verkauf könnte man dann natürlich auch interaktieren. Meines Erachtens gibt es sowas auch noch nicht.
Na ja, ist nur so eine Idee. Auch hier Halbwissen(wie bei Vonovia), wahrscheinlich wird das schon technisch nicht umzusetzen gehen. :-)
Sie erwähnten vor geraumer Zeit, die Chart- Technik bei Käufen und Verkäufen einzubeziehen. Ich bin da sehr gespannt drauf. Ich selbst schaue da schon immer etwas mit drauf. Wäre dann nochmal interessant, auch hier einen Abgleich zu haben.
Bei den anfallenden Verlusten haben Sie natürlich recht. Es ist egal, ob es gleich verrechnet wird oder später. Man muss es aber wissen, um es geltend machen zu können. Ich kann mir gut vorstellen, dass der ein oder andere Aktionär seine Abrechnungen nicht gründlich prüft, weil sie immer stimmen. Dann geht das unter, weil der Broker nicht darauf hinweist. In der besagten Abrechnung von mir war das auch. Erst auf Nachfrage kam Licht ins dunkel.
Und klar, Sie sind kein Steuerberater. ;-)
Viele Grüße
Roy
RÜCKANTWORT
Ganz herzlichen Dank für diese ausführliche und nette Rückmeldung.
Ihren Vorschlag finde ich super, ich werde mich diese Tage mit meinem Marketing und der IT zusammensetzen und überlegen, wie wir das umsetzen können. Mein Ziel ist es stets, im Heibel-Ticker auf die Bedürfnisse der Mitglieder einzugehen, ohne das eingebrachte Wissen der Mitglieder ungefiltert weiterzugeben. Das ist aufwendig, da ich mir zu allen Themen ein eigenes Bild machen muss. Häufig genug haben mich Mitglieder jedoch schon auf Details aufmerksam gemacht, die ich nicht kannte, und häufig genug folgen neue Aktienempfehlungen im Heibel-Ticker den Ideen der Mitglieder.
Seagate als Mitglied der Speicher-Oligarchen
Guten Tag Herr Heibel,
Sie haben in dieser Info die Speicher-Oligarchen erwähnt. Danke für Ihren Hinweis.
Wie würden Sie in diesem Zusammenhang die aktuelle Bewertung von Seagate Technology Holdings sehen?
Beste Grüße, Peter aus München
ANTWORT
Ja, Seagate gehört auch zu den Speicher-Oligarchen :-). Das hatte ich bei meinem Update zu Nvidia vergessen, in die Liste von Western Digital, Micron und SanDisk aufzunehmen.
Seagate bietet keinen besonders schnellen Speicher an, wie für die KI eigentlich erforderlich, und durch die anderen Anbieter realisiert, sondern liefert die großen Speicherplatten, die Daten aufnehmen, die aktuell nicht benötigt werden: Massenspeicher in Rechenzentren. Und hier hat Seagate einen Temperaturvorteil gegenüber den anderen Anbietern: Eine eigens entwickelte Technologie, die spezielle Schreib/Leseköpfe erfordert, kann die erforderliche Hitze fürs Beschreiben von Festplatten viel gezielter, und damit effizienter, erzeugen. Die Technologie heißt HAMR (Heat-Assisted Magnetic Recording). Nicht nur Geschwindigkeit ist derzeit ein Thema bei KI-Rechenzentren, sondern auch Temperatur. Die Kühlung frisst viel Strom und Festplatten von Seagate benötigen aufgrund der effizienteren Hitzeverwendung weniger Kühlung und damit weniger Strom.
Der Umsatz von Seagate soll im Geschäftsjahr 2026 (endet im Sommer) auf 11 Mrd. USD steigen, +21%. Danach nochmals um 15%. Für den Gewinn wird ein überproportionales Wachstum aufgrund der Knappheit erwartet, die Speicherpreise gehen derzeit durch die Decke. Somit wird ein Gewinnwachstum je Aktie von 61% für das laufende Geschäftsjahr und 32% für das nächste erwartet. Doch die fulminante Entwicklung fand schon in der Vergangenheit statt: Im Geschäftsjahr 2025 war der Gewinn um 900% angesprungen, also von 0,72 USD/Aktie auf 7,18 USD/Aktie. Dies war der Grund für die Aktienrallye von 64 USD im April letzten Jahres (Liberation Day) auf ein Hoch bei 332 USD zum Jahresbeginn, eine Verfünffachung.
Das EV/EBITDA steht trotz dieser Rallye nur bei 20 und gibt der Aktie damit weiterhin Luft nach oben, wenn man davon ausgeht, dass diese Entwicklung nachhaltig ist. Sprich: Wenn Seagate ein Geschäftsmodell haben sollte, das auf viele Jahre ein Gewinnwachstum von über 30% in Aussicht stellen würde, dann könnte die Aktie sich vom aktuellen Niveau aus nochmals verdoppeln. Doch ob tatsächlich der Gewinn nachhaltig so stark ansteigen kann, ist fraglich. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Speicheranbieter stärker als viele andere Branchen dem Boom und Bust unterliegen: In Boom-Phasen werden die Speicher plötzlich in großen Mengen nachgefragt und zu jedem Preis gekauft. In der Vergangenheit weiteten die Anbieter dann ihre Fertigungskapazitäten aus, jeder wollte die zusätzliche Nachfrage voll bedienen. Das führte dann regelmäßig zu einem Überangebot, dass die Preise in den Keller stürzen ließ und einige Wettbewerber in die Insolvenz trieb.
Dies sehen wir in diesem Zyklus nicht, daher ist der Preisanstieg aktuell um so stärker und die Kursgewinne um so größer. Doch Speicher sind keine Raketentechnologie, sondern können auch von neuen Anbietern angeboten werden. In China gibt es bereits eine Reihe von Unternehmen, deren Angebote qualitativ langsam aufschließen.
Ich weiß nicht, wann diese Rallye endet. Dazu fehlt mir der Einblick in diese Branche. Doch wenn (zeitlich, nicht fakultativ,) es konkurrierende Angebote gibt, werden die Preise erneut einbrechen, und die Aktien mit ihnen. Wenn Sie also eines dieser Speicherunternehmen ins Depot holen, dann bitte mit einem Trailing Stopp Loss, den Sie regelmäßig nachziehen.
7. Übersicht HT-Portfolio
| Spekulation (≈20%) =18,5% | WKN | 17.1., 13:10 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ | Anteil 8x2,5% | ! |
| PVA Tepla | 746100 | 28,86 € | 14% | 27% | 2,1% | A |
| DELL Technologies | A2N6WP | 103,94 € | 1% | -3% | 2,5% | C |
| Home Depot | 866953 | 327,85 € | 2% | 12% | 1,9% | A |
| Salesforce | A0B87V | 195,85 € | -13% | -13% | 1,1% | C |
| Capital One Fincl | 893413 | 206,23 € | -5% | 0% | 2,8% | A |
| TJX | 854854 | 135,72 € | 0% | 4% | 2,6% | B |
| AppLovin | A2QR0K | 490,48 € | -11% | -11% | 0,0% | C |
| Boeing | 850471 | 213,59 € | 6% | 15% | 2,9% | A |
| Amazon | 906866 | 206,21 € | -3% | 5% | 2,6% | A |
| Disruptiv (≈30%) =31,4% | WKN | 17.1., 13:10 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| Medios | A1MMCC | 15,02 € | -2% | 4% | 3,8% | C |
| Nvidia | 918422 | 160,60 € | 1% | 1% | 7,4% | A |
| Palo Alto Networks | A1JZ0Q | 161,83 € | -1% | 3% | 5,5% | B |
| Novo Nordisk | A3EU6F | 52,05 € | 2% | 19% | 5,4% | B |
| Apple | 865985 | 220,36 € | -1% | -5% | 6,4% | A |
| Tesla | A1CX3T | 377,29 € | -2% | -2% | 2,9% | B |
| Dividende (≈30%) = 26,7% | WKN | 17.1., 13:10 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ | Anteil 5x6% | ! |
| CEWE | 540390 | 104,80 € | 0% | 1% | 5,8% | B |
| Allianz | 840400 | 380,20 € | -1% | -3% | 5,1% | B |
| Snap-On | 853887 | 311,62 € | -1% | 6% | 6,0% | A |
| Holcim | 869898 | 83,76 € | -2% | 0% | 3,6% | C |
| Yamaha | 855314 | 6,41 € | 5% | 8% | 6,2% | A |
| Absicherung (≈20%) =13,2% | WKN | 17.1., 13:10 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ | Anteil 3x6,6% | ! |
| Goldbarren /Uz | 965515 | 3.962,84 € | 3% | 8% | 7,6% | C |
| Bitcoin | A27Z30 | 82.049,81 € | 5% | 10% | 5,5% | B |
| Woche Δ | Σ '26 Δ | Cashquote | ||||
| 0% | 4% | 10,2% |
| Heibel-Ticker | Gewichtung | # Positionen | angestrebte Positionsgröße | |||
| Portfolio | Ziel | Soll | Ist | Soll | Ist | |
| Spekulation | Ereignis | 20% | 18,5% | 8 | 8 | 2,5% |
| Disruptiv | Enkelkinder | 30% | 31,4% | 5 | 6 | 6,0% |
| Dividende | Urlaub | 30% | 26,7% | 5 | 5 | 6,0% |
| Absicherung | Zins & Gold | 20% | 13,2% | 3 | 2 | 6,7% |
| Summe | 100% | 90% | 21 | 21 | 100% | |
Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.
Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:
| A | – | Top-Aktie mit günstigem Kurs, |
| B | – | Kursrücksetzer zum Kaufen nutzen |
| C | – | Kurssprünge zum Verkaufen nutzen, |
| D | – | bei Gelegenheit Verkaufen, |
| E | – | Sofort Verkaufen |
Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.
Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Mitglieder vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.
Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- + Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.
Die letzte Spalte wird für eine Einschätzung der Auswirkung aktueller Entwicklungen auf die jeweilige Portfolioposition genutzt. „%“ stuft den Einfluss der Inflation auf das jeweilige Geschäftsmodell ein.
Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.
Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
https://www.heibel-ticker.de
8. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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