Heibel-Ticker PLUS 26/13 - Anleger wissen nicht mehr, was sie glauben können

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Heibel-Ticker PLUS Börsenbrief

- Einfach einen Tick besser -

21. Jahrgang - Ausgabe 13 (27.03.2026)




Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

1.Info-Kicker: Anleger wissen nicht mehr, was sie glauben können
2.So tickt die Börse: Zweifel lasten auf den Märkten
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
3.Sentiment: Zuversicht schwindet
 - Interpretation
4.Ausblick: So wahrscheinlich sind Ölpreisanstieg und Private Equity Chaos
5.Update beobachteter Werte: Deutz, Medios, CEWE, DOW Jones 23.000 Call SocGen bis 18.12.26
 - Deutz: Langsame Erholung, aber Richtung stimmt
 - Medios: Reset
 - CEWE: Solide Zahlen vertuschen leichte Probleme unter der Haube
 - DOW Jones 23.000 Call SocGen bis 18.12.26: Verkaufen vor Wochenende
6.Übersicht HT-Portfolio
7.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
8.Mitgliedschaft verwalten



1. Info-Kicker: Anleger wissen nicht mehr, was sie glauben können



Liebe Börsenfreunde,

*** AUFZEICHNUNG DES VIDEOCALLS ***

Diese Woche veranstalteten wir einen Videocall, in dem ich auf die individuellen Fragen unserer Heibel-Ticker Plus-Mitglieder einging. Eine Aufzeichnung des Videos ist unter folgendem Link verfügbar:

https://youtube.com/live/4wFOMBQ0PHU

Im Fokus des Videocalls:
– Sentiment als mögliches Kaufsignal
– Iran-Konflikt und Marktreaktion
– Gold, Öl und Liquiditätsmechanik
– Energieaktien und ausgewählte Einzeltitel
– KI-Infrastruktur als langfristiger Treiber

*** ENDE AUFZEICHNUNG DES VIDEOCALLS ***

Zweifel sind ein schlechter Ratgeber für Anleger. Genau das merken wir in diesen Tagen: Jeder Anlagestrategie wird nach kurzer Zeit wieder der Boden entzogen. Es stellt sich inzwischen eine gewisse Resignation unter Anlegern ein, die nicht mehr auf jede Nachricht reagieren wollen. In Kapitel 2 zeige ich auf, wie es soweit kommen konnte und welche Unternehmen von dieser Situation profitieren.

Die Zweifel zeigen sich auch in der Anlegerstimmung, die nach wie vor von Angst und Panik dominiert wird. Zunehmend schwindet nun aber auch der Zukunftsoptimismus. Was dies für die künftige Börsenentwicklung bedeutet, analysiere ich in Kapitel 3.

Nüchtern betrachtet spitzt sich die Situation im Iran immer weiter zu. In Kapitel 4 gehe ich darauf ein, wie wir uns als Anleger nun am besten verhalten sollten.

Diese Woche Donnerstag gab es Quartalszahlen von drei Unternehmen aus unserem Portfolio. Einer unserer Dividendentitel zeigt eine überraschende, strukturelle Schwäche, die aus den im Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen noch nicht ersichtlich war. Unsere Aktie aus dem Gesundheitsbereich, Medios, erlebte im aktuellen Quartal einen Führungswechsel sowohl beim CEO, als auch beim CFO. Entsprechend wurde das Zahlenwerk dahingehend überarbeitet, dass das neue Management nun eine neue (niedrigere) Basis hat. Meine Einschätzung zu den Zahlen lesen Sie in Kapitel 5.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über den Stand unseres Heibel-Ticker Portfolios in Kapitel 6.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

heibel

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




2. So tickt die Börse: Zweifel lasten auf den Märkten



DTrump Donald Trump: Der Jongleur

Manchmal hilft ein Gedankenspiel, um die Situation besser einzuschätzen. Versuchen wir's mal:

Stellen Sie sich vor, Donald Trump hätte Ende Februar verkündet, dass er den Iran militärisch ausschalten, die Führungskräfte töten und die Nuklear-Möglichkeiten beseitigen werde. Dazu brauche er Bodentruppen im Iran, die vor Ort sicherstellen können, dass sämtliche Nuklear-Vorräte aus dem Land zerstört oder entfernt werden. Außerdem müsse man damit rechnen, dass die Straße von Hormus für zwei Monate gesperrt werde, was nicht nur am Öl- und Gasmarkt zu Verwerfungen führen werde, sondern auch weitere Chemikalien (Helium) weltweit verknappen werde.

Die Börsen wären eingebrochen, noch bevor die erste Bombe am 28. Februar gefallen wäre. Es hätte sich eine Koalition gegen den Krieg gebildet und Trump hätte so viel Gegenwind erhalten, dass er die Aktion hätte abbrechen müssen.

Nach wie vor würden die Börsen hoffnungslos einbrechen, wenn Trump einen Plan für einen mehrwöchigen Bodeneinsatz offenlegte. Also tut er dies nicht. Er springt von Entscheidung zu Entscheidung und schaut sich an jedem Entscheidungszeitpunkt die Verfassung der Geopolitik und der Finanzmärkte an. Bislang ist das Chaos ausgeblieben, also macht er weiter.

Zwischenzeitlich lässt er sich etwas einfallen, um einen drohenden Kollaps in der Stimmung bezüglich der Geopolitik und der Finanzmärkte aufzufangen. "Wir haben unsere Kriegsziele erreicht und wir werden in wenigen Tagen den Krieg gewonnen haben" verkündete er wenige Stunden nach dem Beginn der Militäroperation, oder "die iranische Marine wurde zerstört" verkündete er wenige Tage später, oder "die Straße von Hormus wird schon bald wieder befahrbar sein", oder "der Iran möchte verhandeln, daher setze ich weitere Angriffe für 5 Tage aus", oder "der Iran hat mich gebeten, für die gut laufenden Verhandlungen weitere 7 Tage keine Angriffe zu fliegen, ich habe ihnen 10 gegeben"...

"Täusche mich einmal, Schande über Dich. Täusche mich zweimal, Schande über mich!" lautet ein amerikanisches Sprichwort. Seiner Behauptung, der Iran habe um 7 Tage Aufschub gebeten, glaubt an der Börse niemand mehr. Kontinuierlich beschießt der Iran seine umliegenden Nachbarn und sorgt dafür, dass unzählige Abwehrsysteme stets mit Munition voll bestückt sein müssen. Munition, die in der Ukraine fehlen wird.

Zwei Schiffe am Tag passieren derzeit durchschnittlich die Straße von Hormuz. Der Iran verkündete, befreundete Schiffe lasse man passieren. Hmm, vor dem Iran-Krieg passierten täglich rund 100 Schiffe die Passage. Hat der Iran keine Freunde mehr, oder was stimmt an dieser Aussage nicht?

Die Uhr tickt, aber in erster Linie gegen die USA. Der Iran kann noch Wochen oder Monate Raketen gegen die Nachbarn abschießen, solange sich die USA und Israel auf Luftangriffe beschränken. Für die USA wird der Druck allerdings täglich größer. Es ist weniger die Knappheit von Öl, Munition oder Geld, als vielmehr der inflationäre Druck, der dadurch ausgelöst wird und beim amerikanischen Volk zu Unmut führt.

Im November sind Zwischenwahlen in den USA. Man geht davon aus, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren werden, aber im Senat werden nur 35 der 100 Sitze neu gewählt und da gilt es als schwer für die Demokraten, das derzeitige Verhältnis von 53 zu 47 umzudrehen. Wenn Donald Trump das Repräsentantenhaus bereits abgeschrieben haben sollte, könnte er noch eine Weile das Ziel verfolgen, den Iran dieses Mal vollständig zu besiegen.

Wenn wir uns diese Hintergründe veranschaulichen, wird offensichtlich, dass seitens des Irans unter allen Umständen und auch noch während eventueller Verhandlungen eine Eskalation vorangetrieben wird. Und seitens der USA wird stets ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht gestellt, denn je kürzer der Krieg dauert, desto besser können die zwischenzeitlichen Preisanstiege wieder aufgefangen werden.

Oder, um es kurz zu machen: Wir dürfen einfach nichts mehr glauben, was seitens des Irans und der USA verkündet wird.

So bereiten sich Anleger nun sukzessive auf einen länger anhaltenden Krieg vor. US-Aktien der Energiebranche steigen, da der Energiepreis angesprungen ist, während gleichzeitig die Versorgung innerhalb der USA unabhängig vom Iran-Krieg ist. Utilities (Versorger) steigen, weil die Menschen immer Strom und Wasser verbrauchen und auch ihre Telefonrechnung nicht einschränken. Alle anderen Aktien werden jedoch ausverkauft.

Neben der Öl-Infrastruktur der Golf-Region ist auch die Chemieproduktion betroffen. Brenntag (+16%) und BASF (+11%) stehen diese Woche an der DAX-Spitze, da sie in die entstehende Lücke einspringen können. Konkret würde Helium aus der Golfregion schon bald in Taiwan für die Chipfertigung von TSMC fehlen, so dass weniger Nvidia-GPUs produziert werden können. Nvidia gibt diese Woche 3% ab. Doch da kommt Linde, die gerne in die Lücke springen und Helium nach Taiwan liefern, die Aktie von Linde stieg diese Woche zwischenzeitlich um 4% an.

Damit sind wir an einem sehr sensiblen Punkt: Die KI-Revolution. Seit Monaten fürchten Anleger, dass sich die hohen Investitionen nicht amortisieren lassen könnten. Und die Bewertung von Nvidia, dem wertvollsten Unternehmen der Welt, sei auf den Zukunftserfolg ausgerichtet. Jede Meldung über mögliche Stolpersteine bei der KI-Revolution führt zu einer Ausverkaufswelle von augenscheinlich betroffenen Unternehmen.

Vor 10 Tagen stellte Nvidia-CEO Jensen Huang einen neuen Prozessor (CPU) vor, der besonders für das Inferencing geeignet sei. Während bislang KI-Modelle durch das Training intelligent gemacht wurden, so käme, so Huang, in der Zukunft dem Post-Training eine immer wichtigere Rolle zu: Trainierte KI-Modelle würden sich zunehmend durch die Nutzung weiter optimieren. Dazu seien die Nvidia-CPUs bestens geeignet.

Alphabets CEO Sundar Pichai verkündete nun in dieser Woche, dass der von Google und Broadcom in Kooperation entwickelte TPU gerade für das Inferencing besonders geeignet sei, als hätten die Entwickler bereits bei dessen Konzeption vor 10 Jahren gewusst, wie wichtig dieses Thema werden würde. Und besser noch, der Chip habe eine effizientere Speicherverwaltung, benötige also nicht so viel HBM-Speicher.

HBM-Speicher sind die Hochleistungsspeicher, die derzeit von Micron, SanDisk, Samsung und SK Hynix angeboten werden, deren Produktion aber nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann. Dadurch haben sich die Speicherpreise binnen weniger Monate vervielfacht, genau wie die Aktienkurse dieser Unternehmen. Die hohen HBM-Speicherpreise lasten wie ein Damoklesschwert auf der KI-Revolution, denn die Kosten von neuen KI-Rechenzentren werden durch deren Preisexplosion in die Höhe gejubelt. Zu hohe Kosten bis hin zu einer fehlenden Verfügbarkeit, haben schon einige geplante KI-Rechenzentren wieder zurück in die Schublade befördert.

Nun kommt die Lösung des Problems nicht durch den Bau von mehr Fertigungskapazitäten, sondern durch die Optimierung der KI-Architektur. Die Aktienkurse der vier HBM-Speicherhersteller brechen diese Woche ein.

Doch auch der Kurs von Alphabet und auch Nvidia bricht diese Woche weiter ein. Obwohl diese neue Architektur diesen Flaschenhals doch zu beseitigen verspricht, was die hohe Geschwindigkeit der KI-Revolution weiter aufrecht erhalten dürfte, brechen die Kurse der Profiteure dieser Entwicklung ein.

Weitere Wochenverlierer sind einmal mehr die Anbieter von Unternehmenssoftware. Ich habe mir diese Woche zwei IT-Entwickler auf ein Bierchen nach Hause eingeladen, um dieses Thema besser einzugrenzen. Sind Unternehmen wie SAP, Salesforce und ServiceNow nun Gewinner oder Verlierer der KI-Revolution?

Tatsächlich haben beide überzeugende Argumente geliefert, doch für gegensätzliche Resultate. Es sei kein Problem, in zwei bis drei Jahren die Software von SAP durch KI-Agenten nachzubauen, sagt der eine. Unternehmen würden niemals die Verantwortung für auf eine solche Weise gebaute Software übernehmen, sondern die Verantwortung stets an Unternehmen wie SAP auslagern, so der andere.

Zweifel sind Gift für die Börse. In den vergangenen Jahren sind Private Equity Funds populär geworden. Wohlhabende Anleger haben in der Vergangenheit zweistellige Gewinne mit Risiko-Beteiligungen erzielt. Für den Kleinsparer waren solche Renditen unerreichbar, weil man erst mit den nötigen Nullen hinter dem Vermögen in solche elitären und lukrativen Vehikel hereingelassen wurde.

Das sei ungerecht, riefen viele Anleger und natürlich fand die Finanzgemeinde Wege, um auch den Kleinsparer auf diesen Markt zu holen. Es wurden entsprechende Fonds aufgelegt, die auch schon mit kleineren Summen, vier oder fünfstellig, gekauft werden konnten. Die Bedingungen blieben allerdings die gleichen. Es gibt nur einen Termin im Quartal, zu dem man sein Geld abheben darf. Außerdem darf niemals mehr als 5% des Fonds-Volumens ausbezahlt werden.

Nun haben diese Fonds unter anderem junge Softwareunternehmen eingekauft. Und dort stellten sich gerade diejenigen Unternehmen als erfolgversprechend heraus, die ihre Software im Abomodell nach Sitzen (Nutzer) abrechnen.

Doch gerade dieses Geschäftsmodell geriet in den vergangenen Monaten unter Druck, siehe oben. Wenn ein KI-Agent 10 Mitarbeiter ersetzen kann, dann verkaufen die Softwareunternehmen nicht mehr so viele Nutzerlizenzen. Das Geschäftsmodell der Private Equity Fonds sieht vor, die Beteiligungen an die Börse zu bringen. Beim Börsengang wird Cash in die Kasse gespült, mit dem Anleger, die ihr Geld ausbezahlt haben wollen, locker ausbezahlt werden können.

Doch seit Anfang des Jahres ist dieser Weg nicht mehr offen: Diese Unternehmen sind nicht mehr beliebt und an einen Börsengang ist derzeit nicht zu denken. Die Beteiligungen werden zu einer Belastung, zu totem Holz im Portfolio. Und in dieser Situation ziehen nun Privatanleger ihr Kapital ab. Schon für Auszahlungen innerhalb der 5%-Hürde müssen die Fonds nun Beteiligung außerbörslich verkaufen oder anderweitig Kapital beschaffen. Darüber hinaus ist die Rede von Auszahlungswünschen von bis zu 11% des Fondsvolumens.

Blackstone ging einen offensiven Schritt: Mitarbeiter wurden aufgefordert, in diese Fonds zu investieren. Wenn sie diese Fonds verkauft hätten, dann seien sie doch davon überzeugt, oder? Und tatsächlich konnte Blackstone damit einen Großteil der Auszahlungswünsche bedienen, ohne Beteiligungen unter Preis zu versilbern. Doch damit ist das Problem aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Von Blue Owl bis zu Blackstone wurden nun die Aktien der Anbieter solcher Fonds ausverkauft, da sie, so die oberflächliche Lesart, nicht in der Lage seien, die Auszahlungswünsche ihrer Kunden zu befriedigen. Drohende Insolvenzen machten die Runde, Panik an den Finanzmärkten zog auf und die Finanzierung neuer Investitionen wurde schwerer, siehe KI-Revolution.

Damit haben wir aktuell zwei Damoklesschwerter, die auf die Märkte hernieder zu rauschen drohen: Ein steigender Ölpreis sowie eine Insolvenz von Private Equity Fonds. In Kapitel 4 schaue ich mir näher an, wie gefährlich diese Damoklesschwerter sind.

Schauen wir nun zunächst auf die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes:

Wochenperformance der wichtigsten Indizes




INDIZES27.3., 19:21 UhrWoche ΔΣ '26 Δ
DAX22.301 -0,4%-8,9%
S&P 5006.382 -1,9%-6,8%
Nikkei53.373 0,0%6,0%
Shanghai A 4.503 -1,4%-2,8%
US-Dollar/EUR1,15-0,3%-2,0%
Euro/Yen184,580,3%0,5%
10-Jahres-US-Anleihe4,43%0,040,26
Umlaufrendite Dt3,07%0,110,29
Feinunze Gold$4.510 0,3%4,4%
Fass Brent Öl$112,61 -0,2%85,1%
Kupfer$12.147 0,0%-2,2%
Baltic Dry Shipping$2.014 -2,1%7,3%
Bitcoin$65.778 -5,7%-25,1%








3. Sentiment: Zuversicht schwindet



Umfrage Während ich schreibe (Freitag, 17:20 Uhr) tickert die Meldung über mein Bloomberg Terminal, dass Israel und die USA iranische Nuklearanlagen angreifen ... melden iranische Staatsmedien. Ein schneller Blick auf die Börse: Nichts. Hmm, haben die USA ihre Zusage gebrochen, 10 Tage lang nicht anzugreifen? Ach so, ich erinnere mich an meine Schlussfolgerung: Weder Meldungen aus dem Iran, noch aus den USA darf man derzeit Glauben schenken.

An den Börsen sind Anleger offensichtlich abgestumpft. Die widersprüchlichen Meldungen möchte man natürlich umgehend richtig einordnen: Was ändert sich dadurch? Wie passen wir unsere Anlagestrategie an? So geht es nun seit Wochen und täglich wird alles auf Links gedreht, um wenige Stunden später wieder zurückzurudern. Nun, jetzt macht man erst mal gar nichts, bis sich eine Richtung im Iran-Krieg abzeichnet.

Panic Für unsere Umfrageteilnehmer ist diese Situation höchst beunruhigend. Unser Anlegersentiment bleibt diese Woche zum vierten Mal in Folge auf einem extrem niedrigen Niveau von aktuell -6,9. Ab Werten unter -4 sprechen wir von Extremwerten.

Auch die Verunsicherung bleibt mit einem Wert von -5,7 in der vierten Woche in Folge extrem groß.

Interessant ist die Entwicklung der Zukunftserwartung, die inzwischen auf nur noch +0,4 gerutscht ist. Damit schwindet die Zuversicht, die zu Beginn des Krieges tiefere Kurse als Chance betrachtete.

Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von 3,0 erstaunlich groß.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger an der Börse Stuttgart zeigt mit einem Wert von +9 auch eine moderate bis leicht optimistische Positionierung an.

Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex fällt auf 1,3: Der niedrigste Stand seit Beginn des Iran-Krieges, aber noch immer etwas über dem langfristigen Durchschnitt. Für die CBOE sieht es ähnlich aus: Das Put/Call-Verhältnis für Equities steht bei 0,76, was ein deutlicher Rückgang zum Hoch bei 1,1 vor einer Woche bedeutet, aber ebenfalls noch immer über dem langfristigen Durchschnitt liegt.

Die Investitionsquote der US-Fondsanleger bleibt mit einem Wert von 68% auf niedrigem Niveau, wenngleich sie gegenüber der Vorwoche leicht ansteigt.

Die Bulle/Bär-Differenz bleibt ebenfalls mit einem Wert von -17%punkten auf niedrigem Niveau, wenngleich auch diese Kennziffer leicht zurückgegangen ist. Der Bärenanteil fällt von 52% auf 50%; die Bullen steigen von 30% auf 32%. Dennoch dominieren die Bären weiterhin das Parkett.

Dies zeigt sich auch beim technischen Angst und Gier Indikator des S&P 500 mit einem Wert von nur 15%. Wir befinden uns mitten in "extremer Angst". Und trotz der kurzzeitigen Erholung zum Wochenbeginn notiert auch der Short Range Oszillator noch immer im überverkauften Bereich.

Interpretation



Absturz In der Sentiment-Theorie unterscheiden wir zwischen Stimmung und Zukunftserwartung. Während wir bei der Stimmung von Angst und Panik versus Partylaune und Euphorie sprechen, bemüht man bei der Zukunftserwartung die Bullen und Bären, um das Sentiment zu veranschaulichen. Die Stimmung reagiert auf kurzfristige Entwicklungen, die Zukunftserwartung beruht demgegenüber eher auf der tiefen Überzeugung der Anleger.

Typisch für einen kurzen Börsenschock ist Angst und Panik unter den Anlegern, gepaart mit einem ansteigenden Bullenanteil, da viele Anleger in einem kurz andauernden Ausverkauf eine Kaufgelegenheit sehen. Je länger die erhoffte Erholungsbewegung ausbleibt, desto mehr Anleger wechseln aus dem Bullen- ins Bärenlager.

Die Situation im Iran ist dramatisch, das zeigt sich in der schlechten Stimmung unter Anlegern. Doch zunehmend schwindet auch die Hoffnung auf ein schnelles Ende, und so sinkt der Zukunftsoptimismus bereits in der vierten Woche in Folge.

Solange der letzte Bulle (nein, ich meine hier nicht Henning Baum, sondern optimistisch gestimmte Anleger) nicht das Handtuch wirft, gibt es noch immer Anleger, die bei anhaltend schlechter Nachrichtenlage die Nerven verlieren und ihre Aktien auf den Markt werfen.

Mein persönlicher Eindruck der Sentiment-Situation lässt sich aus den Zahlen nicht so leicht ablesen. Vor einer Woche stellten wir ebenfalls Angst und Panik fest und ich hatte den Eindruck, dass die Situation maximal angespannt ist. Die Sentiment-Verfassung hat sich heute nur geringfügig verändert, dennoch erscheinen mir die Anleger inzwischen wesentlich abgehärteter. Vermeintlich positive Nachrichten werden kaum zur Kenntnis genommen ("die Verhandlungspause wird um 10 Tage verlängert"), jedoch weitere Anzeichen, die auf eine längere Dauer des Krieges hindeuten, dürften meiner Einschätzung nach nun wieder negativ aufgenommen werden und zu weiteren Verkäufen führen.

Während wir uns vor einer Woche also spekulativ optimistisch positionierten, würde ich heute eher abwarten. Für eine Erholung an den Aktienmärkten benötigen wir auf Basis der derzeitigen Stimmungslage eine positive Überraschung. Bleibt die Situation jedoch so widersprüchlich wie in den vergangenen Tagen, dürfte auch der Verkaufsdruck noch eine Weile bestehen bleiben.

Bundesobl Die Umlaufrendite springt diese Woche um 0,11%punkte auf 3,07% an. Noch vor vier Wochen stand sie bei 2,64%. Die Rendite 2 Jahre laufender Bundespapiere sprang in diesem Zeitraum sogar von 2,0% auf 2,67%. Das sind gigantische Bewegungen am liquiden Anleihemarkt, die durch den Ausverkauf von festverzinslichen Papieren erzeugt werden.

Anleger fürchten durch die gestiegenen Energiepreise ein Anziehen der Inflation. In der Vergangenheit hatten sie mit einer solchen Erwartung häufig Recht. Papiere mit aktuell festem Zins werden im Umfeld steigender Inflationsdaten vergleichsweise unattraktiv. Sie werden verkauft, der Preis dieser Anleihen sinkt und im Umkehrschluss steigt deren Rendite.

Die Nachrichtenlage am Anleihemarkt wird von unseren Umfrageteilnehmern denkbar schlecht eingeordnet. Durchschnittlich nur einmal im Jahr ist die Nachrichtenwahrnehmung vergleichbar negativ. Tatsächlich fiel in der Vergangenheit anschließend der Kurs des Bund Futures nach 6 Monaten um durchschnittlich 3,9%. Dieser Auswertung zufolge dürfen wir uns auf ein anhaltend höheres Zinsniveau einstellen, was die Konjunktur belasten wird.



4. Ausblick: So wahrscheinlich sind Ölpreisanstieg und Private Equity Chaos



Je größer die Zweifel, desto stärker werden Aktien verkauft. Wenn es überhaupt eine Konstante in den vergangenen Wochen gab, dann war es der konstante Anstieg der Zweifel an den diversen, widersprüchlichen Nachrichten bezüglich vermeintlichen Erfolgs im Iran-Krieg auf beiden Seiten.

Die alten Hasen unter Ihnen wissen es: Die Börse kann sich auf fast alles einstellen. Sogar auf Bodentruppen im Iran. Was die Börse nicht kann, ist, einen fairen Preis für eine Situation zu finden, in der es nicht klar ist, ob es Bodentruppen geben wird, oder nicht. Und in dieser Phase befinden wir uns.

Wer nun jedoch darauf die Schlussfolgerung zieht, alles zu verkaufen, oder sogar Short zu gehen (auf fallende Kurse zu spekulieren), der geht in meinen Augen ein unkalkulierbares Risiko ein. Das Risiko ist, dass Trump jederzeit eine positive Meldung erzeugen kann.

Die Meldung von gestern Abend, die Feuerpause um 10 Tage zu verlängern, verfehlte klar ihre Wirkung. Doch wir kennen Trump inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er sich etwas anderes ausdenken wird, sollten die Börsen deutlich einbrechen und/oder sollten die Zinsen deutlich steigen. Denn dies würde zu einer schwachen Konjunktur führen. Und kein anderer Präsident vor Donald Trump war so darauf bedacht, die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Man nennt das inzwischen bereits den "Trump Put". Damit meint man, dass Trump die Märkte schon häufig genug nahezu in den Abgrund stürzte, jedoch kurz vor dem endgültigen Absturz eine Kehrtwende (TACO) macht und somit einen Ausverkauf verhindert.

Wer also auf fallende Kurse setzt, oder seine Aktien verkauft, um sie später günstiger zurückzukaufen, der läuft Gefahr, keinen passenden Rückkaufzeitpunkt zu bekommen.

Also, kommen wir zu den zwei großen Themen: Steigender Ölpreis und drohender Kollaps im Private Equity Bereich. Heute hörte ich selbst von unseren Politikern, dass wir keine Versorgungsprobleme in Deutschland hätten, es gebe genug Öl und Gas. Lediglich der hohe Preis mache uns zu schaffen. Ganz ähnlich sieht es in den USA aus, wo es mehr Öl und Gas gibt, als sie benötigen. Der Rohstoff ist also da, lediglich das Preisschild gefällt uns nicht. Na, dafür gibt es politische Lösungen.

Und der drohende Kollaps im Private Equity Bereich? Den sehe ich nicht. Da gibt es offensichtlich ein paar Privatanleger, die mit der harten Realität der Geschäftswelt konfrontiert werden, wo es eben keine Verbraucherschützer gibt, die Verträge kundenfreundlich gestalten. Im Gegenteil, wer hohe Profite möchte, der muss harte Bedingungen akzeptieren. So zum Beispiel, dass er derzeit nicht vollständig an sein Geld drankommt, weil zu viele Anleger ihr Kapital abziehen wollen.

Das haben die Private Equity Firmen zum eigenen Schutz so festgelegt, und genau jetzt schützt sie dieser Vertragsparagraph vor einem Run der Kunden, die ihr Geld ausbezahlt haben wollen. Mag sein, dass der Wert der PE-Fonds zu hoch angesetzt ist. Mag sein, dass die Privatanleger in diesen Vehikeln nun zusehen müssen, wie der Kursverlust steigt, ohne dass sie etwas tun können. Tja, das ist unangenehm ... aber der Preis der Profitgier.

Doch eine Ausweitung dieser kritischen Situation am PE-Markt auf den breiten Aktienmarkt dürfte meiner Einschätzung nach begrenzt sein. Tatsächlich kann man derzeit keine Softwareunternehmen an die Börse bringen. Und das sehen auch die anderen Anleger, die daher unsere Titel Salesforce (-7%) und Palo Alto (-10%) meiden. Um ehrlich zu sein, ich hatte gehofft, von meinen beiden befreundeten IT-Leuten eine klare Aussage zu bekommen. Doch vielleicht ist gerade der Umstand, dass sie sich widersprechen, ein Zeichen dafür, dass an der Börse kein Preisschild für Softwareunternehmen gefunden wird. Zweifel sind auch hier das Schlimmste, was uns Anlegern passieren kann.

Wir haben heute den Dow Jones Call verkauft und verfügen somit wieder über 5% Cash im Portfolio. Damit sind wir nach wie vor recht hoch investiert, aber ich gehe nach wie vor eher von einem überschaubaren Iran-Krieg aus, auch wenn dieser vielleicht zwei Monate in Anspruch nimmt. Ich bin also noch nicht auf der Schiene unterwegs, alles zu verkaufen. Allerdings, und das muss ich mir selber eingestehen, die Möglichkeit einer unkontrollierten Eskalation des Konflikts ist nicht vom Tisch. Entsprechend würde ich, sollte sich ein solches Szenario abzeichnen, kräftig verkaufen. Wir wären dann in einem Szenario, das eher mit der großen Finanzkrise von 2007 bis 2009 vergleichbar wäre.

Das in meinen Augen wahrscheinlichste Szenario ist aktuell, ... hmm, da sind wir wieder, denn ich habe keins. Jedes Szenario, das ich hier aktuell formuliere, klingt bereits beim zweiten Satz unrealistisch. Also: Zweifel allerorten. Und da können wir eben nur abwarten.



5. Update beobachteter Werte: Deutz, Medios, CEWE, DOW Jones 23.000 Call SocGen bis 18.12.26



Im Wochenverlauf habe ich Updates zu unseren Portfolio-Titeln verfasst. Diese erhalten Sie nachfolgend zusammen aufgeführt.

Die Updates finden Sie generell jeweils nach der Veröffentlichung verfügbar unter Heibel-Ticker -> Portfolio -> 10 neueste Einträge und mit der Express-Funktion erhalten Sie die Updates direkt unterwöchig per E-Mail und SMS.

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Deutz: Langsame Erholung, aber Richtung stimmt



Do, 26. März um 11:25 Uhr
Heute früh legte Deutz Quartalszahlen vor, die zunächst für einen heftigen Ausverkauf sorgten: Die Aktie brach um 8% ein. Im Moment läuft noch der Analystencall und die Aktie erholt sich deutlich. CEO Schulte strahlt einen Optimismus aus, der ansteckend ist.

Umsatz und Gewinn im Q4 2025 liegen leicht unter den Erwartungen. Neben dem traditionellen Motoren-Geschäft (Engines) ist das Unternehmen inzwischen in den Wachstumsmärkten Energie und Verteidigung unterwegs. Das Motorengeschäft macht zwar noch den Löwenanteil des Konzernumsatzes aus, aber die anderen Geschäftsbereiche sowie auch das Service-Geschäft wachsen stark. Genau das ist die Basis für unsere Spekulation: Das Unternehmen positioniert sich neu und erschließt sich Wachstumsmärkte.

Natürlich bestimmt das traditionelle Motorengeschäft zunächst den Tonfall bei Analysten, die sich in diesem Bereich gut auskennen. Während dieser Geschäftsbereich dafür verantwortlich ist, dass Umsatz und Gewinn nicht so gut ausfielen wie erwartet, so sprach doch CEO Schulte mehrfach davon, dass dieser Bereich eine langsame Erholung zeigte und sich diese Erholung im laufenden Q1 weiter stabilisiere.

Aber gerade die neuen Geschäftsbereiche würden sich sehr erfreulich entwickeln, der Auftragseingang steigt zweistellig an, es zeige sich in den ersten Wochen des neuen Jahres eine zunehmende Dynamik, die sich in Q2, so die Erwartung von CEO Schulte, weiter beschleunigen werde.

Auf die Frage, warum er dann nicht die Unternehmensprognose anhebe, erwiderte er, dass er erst das Q2 sehen möchte, bevor er dies tut. Er möchte eine UPOD-Atmosphäre aufbauen: UnderPromis and OverDeliver, weniger, also konservativ versprechen und dann mit dem Ergebnis diese Erwartung übertreffen. Dies sei ihm auch im Q4 gelungen, wenn man sich die unternehmenseigene Prognose anschaue.

Das EV/EBITDA steht aktuell bei 5,2. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzwachstum von 12-22% erwartet, der Gewinn werde überproportional ansteigen. Damit ist Deutz in meinen Augen nach wie vor viel zu günstig bewertet. Wir bleiben also dabei.

Alle Updates zu Deutz


Medios: Reset



Do, 26. März um 12:15 Uhr
Heute früh legte auch Medios ordentliche Jahreszahlen 2025 vor, aber die Qualität des Wachstums verdient einen genaueren Blick.

Umsatz und Gewinn (bereinigtes EBITDA) sind zweistellig gestiegen, die Marge hat sich verbessert, und auch das Ergebnis je Aktie legte zu. Doch der eigentliche Fortschritt kam weniger aus dem organischen Kerngeschäft, als vielmehr aus dem zugekauften internationalen Geschäft. Besonders auffällig ist, dass ausgerechnet das Segment der patientenindividuellen Therapien zwar leicht wuchs, beim Ergebnis jedoch nachgab. Das ist kein Beinbruch, aber ein Hinweis darauf, dass unter der glatten Oberfläche noch Baustellen liegen. Hinzu kommt ein eher vorsichtiger Ausblick für 2026, der zwar eine bessere Marge, beim Umsatz aber bestenfalls moderates Wachstum signalisiert.

Es sind die ersten Zahlen des neuen CEOs Thomas Meier, der zum 1. Februar Matthias Gärtner ablöste. Die Zahlen sind also gar nicht von ihm selbst erwirtschaftet worden. Wie so häufig werden solche Zahlen genutzt, um zunächst einmal aufzuräumen, Altlasten sichtbar zu machen und die Basis für einen glaubwürdigeren Neuanfang zu schaffen.

Für Anleger ist das kurzfristig erst einmal verschreckend, daher der heutige Kursrutsch (-8%), aber mittelfristig der richtige Weg, um künftig die Leistung des neuen Vorstandsteams besser zu beurteilen. Nicht nur der CEO ist neu, auf der Posten des CFOs wurde neu besetzt. Das Unternehmen schafft also die Voraussetzungen für einen vollständigen Neuanfang. Wir dürfen also gespannt sein, ob das gelingt.

Einen Analystencall gab es leider nicht.

Das EV/EBITDA von nur noch 4,3 spiegelt eine große Unsicherheit vor diesem Reset wider. Für das laufende Jahr wird ein Gewinnanstieg um 12% in Aussicht gestellt, anschließend nochmals 10%. Das sieht erst einmal sehr gut aus, die Aktie ist vor dem Hintergrund dieser Prognose sehr günstig. Nachdenklich macht mich der Umstand, dass das Kerngeschäft, die patientenindividuellen Therapien, die eigentlich für eine höhere Gewinnmarge sorgen sollten, aktuell wie ein Bremsklotz wirken. Ich werde daher ein Auge auf strategische Ankündigungen des neuen Managements haben.

Alle Updates zu Medios


CEWE: Solide Zahlen vertuschen leichte Probleme unter der Haube



Do, 26. März um 12:43 Uhr
Die Jahreszahlen von Cewe entsprechen den bereits Ende Februar vorgelegten vorläufigen Zahlen. Der Blick ins Detail verrät jedoch, dass die optisch soliden Zahlen durch einige Maßnahmen erzielt wurden, die ich nicht mit Bilanztricks bezeichnen möchte, aber ein besserer Begriff fällt mir nicht ein ;-)

Der Umsatz stieg ordentlich, das Weihnachtsquartal lief stark, und auch das operative Ergebnis legte zu. Doch das operative Ergebnis war im Gesamtjahr leicht rückläufig, und im kommerziellen Online-Druck brach die Profitabilität deutlich ein. Im Jahr 2024 wurden Sondereffekte in Höhe von 6,2 Mio. EUR eingerechnet, für 2025 reduzierten sich diese auf nur noch 2,4 Mio. EUR. Nur dank der Reduktion dieser Sondereffekte konnte überhaupt ein mageres Wachstum beim Gewinn je Aktie erzielt werden.

Unter dem Strich wirkt CEWE damit weniger wie ein Unternehmen mit frischer Ergebnisdynamik, sondern eher wie ein sehr solides Haus, das seine starke Marktstellung verteidigt, dabei aber stärker gegen Kosten, Preisdruck und einen härteren Wettbewerb kämpfen muss.

Der Ausblick auf 2026 verstärkt diesen Eindruck noch: leicht steigender Umsatz, leicht steigender Gewinn, aber keine Beschleunigung. Für einen Dividendenwert ist das kein Alarmsignal, aber wir müssen künftig die Ergebnisqualität genauer im Blick haben. Immerhin kündigt das Unternehmen an, die Dividende zum 17. mal in Folge zu erhöhen, die Dividendenrendite liegt bei 3,3%.

Der Markt ist heute recht schwach, der steigende Ölpreis über Nacht lastet auf den Kursen. In diesem schwachen Marktumfeld reagieren Cewe (-4%), Medios (-8%) und Deutz (-5%) sehr negativ. Donald Trump betont, der Iran wolle einen "Deal", aber gebe dies öffentlich nicht zu. Der steigende Ölpreis zeigt, dass man ihm nicht glaubt.

Es wird heute also spannend, denn die 5 Tage, die Trump für die Verhandlungen eingeräumt hatte, laufen morgen aus. Ich werde den Ölpreis im Blick behalten, um eine Meinung darüber zu erhalten, wie die Chancen auf eine Lösung stehen.

Alle Updates zu CEWE


DOW Jones 23.000 Call SocGen bis 18.12.26: Verkaufen vor Wochenende



Fr, 27. März um 10:24 Uhr
Hmm, es zeichnet sich ab, dass die Sache im Iran wohl doch länger dauern wird, als von einigen erhofft. Die vermeintlichen Verhandlungen, von denen Donald Trump immer wieder spricht, finden noch immer keine Bestätigung seitens des Irans. Vielmehr verdichten sich die Anzeichen, dass es wohl in absehbarer Zeit doch noch zu Bodentruppen im Iran, oder zumindest auf der vorgelagerten Ölinsel kommen wird. Die entsprechenden Soldaten befinden sich auf dem Weg in die Region.

Für die "endgültige" Zerstörung des iranischen Nuklear-Programms müsse man ohnehin Bodentruppen einsetzen, da die entsprechenden Vorräte auch mit den bunkerbrechenden Bomben nicht erreicht werden können. Und so, wie wir in den Medien immer wieder lesen, dass die Nachbarstaaten des Irans die USA davor warnen, den Krieg eskalieren zu lassen, so werden am Finanzmarkt auch unter der Hand Staaten genannt, die die USA bitten, nicht zu früh aufzuhören. Und das ist nicht nur Israel.

Auf Seiten des Irans gibt es derzeit also niemanden, der die US-Bedingungen akzeptieren würde - zumindest bei den Machthabern. Und auf Seiten der USA wird man von der Forderung nach dem tatsächlichen Ende des Nuklearprogramms nicht abweichen. Zumindest nicht, solange die Finanzmärkte nicht ins Chaos stürzen.

Gestern Abend kündigte Trump also die Verlängerung der Verhandlungsperiode an, da der Iran ihn darum gebeten habe. Das glaubt ihm inzwischen niemand mehr, sondern am Finanzmarkt stellt man sich auf den Einsatz der Bodentruppen ein. Der Ölpreis steigt heute wieder kräftig an, aktuell +3%.

Wir können unseren Dow-Call heute nicht leichtem Plus verkaufen. Ich würde sagen, die Spekulation ist aufgegangen, da keine wirklich positive Entwicklung zu verzeichnen war und der Schein dennoch anstieg. Sollte es am Wochenende zu einer Einigung kommen und die Straße von Hormuz wieder freigegeben werden, dann werden die Aktienmarkt in der kommenden Woche nach oben schießen ... doch ich halte eine solche Entwicklung aktuell für eher unwahrscheinlich. Daher verkaufen wir unseren Optionsschein und warten geduldig ab, bis mögliche Lösungen für den Konflikt in Sicht kommen.

Alle Updates zu DOW Jones 23.000 Call SocGen bis 18.12.26



6. Übersicht HT-Portfolio




Spekulation (≈20%) =23,3%WKN27.3., 19:21 UhrWoche ΔΣ '26 ΔAnteil 8x2,5%!
PVA Tepla74610030,92 €16%36%2,6%A
DELL TechnologiesA2N6WP148,71 €7%39%4,1%C
Home Depot866953280,08 €1%-4%1,8%A
SalesforceA0B87V155,80 €-7%-19%2,6%C
TJX854854135,15 €0%3%3,0%B
Boeing850471164,86 €-2%-11%2,5%B
Nike86699344,58 €-2%-20%2,2%C
Deutz6305008,37 €-4%-24%2,0%A
Nvidia CallGU9NCS2,23 €-5%-13%2,4%A






Disruptiv (≈30%) =30,3%WKN27.3., 19:21 UhrWoche ΔΣ '26 ΔAnteil 5x6%!
MediosA1MMCC12,10 €-11%-16%3,4%C
Nvidia918422145,86 €-3%-8%7,7%A
Palo Alto NetworksA1JZ0Q127,27 €-10%-19%5,7%B
Novo NordiskA3EU6F30,58 €-4%-30%3,6%A
Apple865985216,92 €1%-6%7,1%A
TeslaA1CX3T312,92 €-2%-18%2,7%B







Dividende (≈30%) = 24,8%WKN27.3., 19:21 UhrWoche ΔΣ '26 ΔAnteil 5x6%!
CEWE54039090,30 €-5%-13%5,6%B
Allianz840400350,40 €1%-10%6,5%B
Snap-On853887312,10 €1%6%3,4%A
Holcim86989870,70 €1%-15%6,2%C
Yamaha8553146,17 €2%4%3,0%A







Absicherung (≈20%) =16,4%WKN27.3., 19:21 UhrWoche ΔΣ '26 ΔAnteil 3x6,6%!
Goldbarren /Uz9655153.917,79 €1%7%8,6%C
BitcoinA27Z3057.169,41 €-5%-24%4,4%B
Xtrackers Nasdaq 100A2QJU346,62 €-3%-7%3,5%A



Woche ΔΣ '26 ΔCashquote



-1%-9%5,2%

Heibel-TickerGewichtung# Positionenangestrebte Positionsgröße
PortfolioZielSollIstSollIst
SpekulationEreignis20%23,3%892,5%
DisruptivEnkelkinder30%30,3%566,0%
DividendeUrlaub30%24,8%556,0%
AbsicherungZins & Gold20%16,4%336,7%
Summe
100%95%2123100%


Anmerkungen:
- Die Überschrift über jedem Portfoliobereich in der jeweiligen ersten Spalte (bspw. Absicherung (≈20%) =21,8%) bedeutet: Der beabsichtigte Anteil dieses Portfoliobereichs am Gesamtportfolio beträgt ungefähr 20%. Aktuell beträgt der Anteil 21,8%.
- Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend.
- Unter „Woche” steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche.
- Unter „Σ 'XX Δ” steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio.
- Unter „Anteil” finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot.

Unter ! steht zur Information meine Grundtendenz:

ATop-Aktie mit günstigem Kurs, 
BKursrücksetzer zum Kaufen nutzen 
CKurssprünge zum Verkaufen nutzen, 
Dbei Gelegenheit Verkaufen, 
ESofort Verkaufen 


Die „Gelegenheit” zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben.

Ich habe diese Spalte „!” insbesondere für neue Mitglieder vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%.

Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte:
- Dividenden- + Wachstumspositionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%,
- Zyklische Positionen in zwei Schritten aufbauen: 50%-50%,
- Spekulative Positionen ganz oder gar nicht: 100%.

Die letzte Spalte wird für eine Einschätzung der Auswirkung aktueller Entwicklungen auf die jeweilige Portfolioposition genutzt. „%“ stuft den Einfluss der Inflation auf das jeweilige Geschäftsmodell ein.

Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken für unseren Spekulationen werde ich bisweilen im Text bekanntgeben.

Eine erfolgreiche Börsenwoche,
take share

Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

https://www.heibel-ticker.de




7. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise



Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5436
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



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